Disclaimer: Alle Figuren außer den von mir erfundenen gehören JKR, genau so wie die Welt und Handlung um die sich meine Geschichte dreht. Ich habe lediglich einige Veränderungen vorgenommen.
3. Nachrichten
Unten an der Treppe wurde Nibia schon freudig erwartet. Sie wich einen Schritt zurück als ihr das schwarze pelzige Etwas in die Arme sprang.
„ Guten Morgen Silver!", sagte sie warm lächelnd und das weiche Geschöpf schmiegt sich schnurrend an sie. Lachend drückte sie die Katze an sich und kraulte sie hinter den Ohren. Sie liebte ihre Katze über alles und fühlte sich ihr besonders nah, was vermutlich auch damit zusammenhing, dass Nibia viel Zeit mit Silver in ihrer Animagus-Gestalt verbrachte. Sie gingen oft in der Dämmerung zusammen spazieren und genossen die gemeinsame Zeit beide sehr. Ihren Namen verdankte Silver ihren mysteriös glänzenden silbernen Augen, aus denen sie Nibia nun aufmerksam beobachtete, wie um festzustellen, warum Nibia heute so spät erst runterkam. Nibia wandte nur schulterzuckend den Blick ab und betrat die Küche. Bei dem Geruch der ihr entgegen strömte lief ihr das Wasser im Mund zusammen. Blueberrypancakes, wie sie es sich gedacht hatte.
Silver sprang mit einem geräuschvollen Schnuren aus ihren Armen, nur um sich auf den nächstbesten Stuhl fallen zu lassen und sich dort zu einer Kugel zusammenzurollen. Von dem Geräusch alarmiert, drehte sich die am Herd stehende Frau um und strahlte Nibia aus warmen braunen Augen freudestrahlend an. Sie hatte die gleiche leicht gebräunte Hautfarbe wie Nibia und die gleichen langen Locken, wobei ihre eher eine dunkelbraune Färbung hatten, im Gegensatz zu Nibias tiefschwarzen Haare.
„Guten Morgen Schätzchen, ich hoffe du hast gut geschlafen." Nibias Mutter legte den Pfannenwender, den sie noch in der Hand hielt, beiseite und kam mit ausgebreiteten Armen auf ihre Tochter zu. Als sie sie in die Arme schloss sagte sie:
„Alles gute zum Geburtstag mein großes Mädchen! Ich kann kaum glauben wie schnell die Zeit vergeht! Es kommt mir vor wie gestern, als du deine ersten Schritte gemacht hast, oder.."
„Mom, nicht schon wieder!" Lachend löste sich Nibia aus der Umarmung ihrer Mutter und setzte sich an den Esstisch.
„Aber warum denn nicht mein Schatz? Man wird ja wohl mal ein bisschen traurig sein dürfen, wenn das einzige Kind so langsam aber sicher erwachsen wird!", gab diese leicht schmollend zurück.
„ Darf man, aber heute ist mein Geburtstag, also entscheide ich!", widersprach Nibia und streckt hier Mutter leicht kindisch die Zunge entgegen. Diese schüttelte den Kopf und wandte sich wieder, den in der Pfanne schmorenden Pfannkuchen zu.
„ Was hast du denn heute überhaupt so lange gebraucht? Du bist doch sonst immer so früh auf!", fragte ihre Mutter nach einigen Minuten, in denen Nibia den Fernseher angeschaltet hatte um die Wetternachrichten zu hören.
„ Angelinas Geschenk hat mich aufgehalten. Ihre dämliche Eule hat mich heute Morgen ganz schön Früh geweckt, kleine Nervensäge. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Angelina hat mir eine Besenpflegeset geschenkt, dass ich natürlich gleich erstmal ausprobiert habe und anschließend hab ich ihr noch einen Brief geschrieben, um mich bei ihr zu bedanken.", erzählte Nibia leicht abgelenkt und wandte sich dann wieder dem Fernseher zu. Sie bekam gerade noch mit wie der Nachrichtensprecher sagte:
„... die Polizei warnt die Bevölkerung. Black ist bewaffnet und äußerst gefährlich. Eine eigene Notrufnummer wurde eingerichtet und jeder Hinweis auf Black sollte umgehend gemeldet werden."
Nibia zuckte merklich zusammen, als sie hinter sich ein lautes Scheppern hörte. Mit einem Ruck drehte sie sich um, nur um ihre Mutter wie angewurzelt mitten in der Küche stehen zu sehen, die Pfanne mit den Pancakes zu ihren Füßen. Mit schreckensstarrem Blick schaute sie auf den Fernseher. Nibia wandte ihren Blick verwirrt von ihrer Mutter ab und blickte auch wieder auf den Fernseher. Zu sehen war nun ein Bild des entflohenen Sträflings, von dem der Nachrichtensprecher zuvor berichtet hatte. Es wurde seit Wochen von dem spektakulären Ausbruch des Massenmörders Sirius Black berichtet, doch dies war das erste Mal, dass Nibia ein Bild von ihm sah. Aufmerksam schaute sie sich das Gesicht des Mannes an. Es war ein schrecklicher Anblick. Aus dem eingefallenen, von einer schwarzen, bis zu den Schultern reichenden, zerzausten Mähne umrahmten, Gesicht schauten wilde sturmgraue Augen zu ihr auf. Immer noch verwirrt richtete Nibia den Blick wieder auf ihre Mutter, die immer noch wie angewurzelt dastand.
„Mom?!", fragte sie zaghaft. Ihre Mutter zuckte zusammen und richtete sich auf. Sie wandte den Blick vom Fernseher ab und sah Nibia für einen Moment aus traurigen Augen an. Dann schien sie die auf dem Boden verstreuten Pfannkuchen zu bemerken. Bekümmert ging sie in die Hocke und fing an die Sauerei zu beseitigen, während sie mit hohler Stimme sagt:
„Oh nein, die schönen Pfannkuchen. Mein Schatz das tut mir so leid, ich mache gleich neue."
Nibia stand auf um ihr zur Hilfe zu eilen, doch ihre Mutter hob nur die Hand und meinte:
„Setz dich wieder hin. Heute ist dein Geburtstag, da machst du gar nichts! Verstanden?" Seufzend setzte sich Nibia wieder hin und schaute ihrer Mutter mit besorgtem Blick beim saubermachen zu. Die gute Laune von zuvor war nun endgültig verflogen und Nibia fragte sich, wie so oft in den letzten Wochen, was mit ihrer Mutter los war. Seit Wochen war sie nun schon so traurig und auch wenn sie versuchte es vor Nibia zu verbergen, kam diese nicht drum herum, zu bemerken, dass ihre Mutter irgendetwas bedrückte. Natürlich war es nicht das erste Mal, dass Nibia ihre Mutter so traurig sah, denn dies war der selbe Blick, den sie bekam, wann immer sie von Nibias Vater sprach. Und auch am 31. Oktober jeden Jahres trug ihre Mutter diesen traurigen Ausdruck auf dem Gesicht. Jedes Jahr, so lange Nibia sich erinnern konnte, waren sie an diesem Tag zu Nibias Opa gefahren und ihre Mutter war für ein paar Stunden verschwunden und immer mit vom weinen geschwollenen Augen wiedergekommen. Wenn Nibia sie dann gefragt hatte was sie so traurig gemacht habe und wo sie gewesen sei, antwortet ihre Mutter nur:
„Die Vergangenheit betrauern, mein Schatz." Auch wenn Nibia inzwischen über Halloween in Hogwarts war, war sie sich ziemlich sicher, dass ihrer Mutter immer noch jedes Jahr am 31. Oktober für ein paar Stunden verschwand.
Sie hatte nie verstanden was es mit diesem Tag auf sich hatte. Genauso wenig wie sie verstand, was ihre Mutter jetzt bedrückte. Ausgehend von ihrer Reaktion auf das Bild des flüchtigen Serienmörders vermutete Nibia, dass es etwas mit eben diesem Mann zutun hatte und sie nahm sich vor Nachforschungen über diesen Sirius Black anzustellen.
Sie fuhr aus ihren Gedanken, als ihre nun wieder lächelnde Mutter einen, mit neu zubereiteten Pancakes beladenen, Teller vor ihr abstellte und sagte:
„So mein Schatz, jetzt können wir endlich frühstücken und anschließend gibt es Geschenke." Nibia lächelte ihrer Mutter zu und schob den soeben gemachten Plan in ihren Hinterkopf. Für Nachforschungen war noch später Zeit, jetzt wollte sie erst einmal ihren Geburtstag genießen. Sie nahm ihre Gabel und lud sich mit dieser gleich sechs Blueberrypancakes auf einmal auf ihren Teller. Ihre Mutter beobachte dies und bemerkte nur kopfschüttelnd :
„Wo du das immer alles hinsteckst, weiß ich wirklich nicht."
