Titel: Dating für Dummies
Autor: Laren aka Cyrrer
Disclaimer: Ich besitze absolut keine Rechte an Gundam Wing. Und ich gedenke auch keinen müden Pfennig mit diesem Geschreibsel zu verdienen.
Betadank: an die beste der besten: Zanna, die absolut Schuld an dieser Geschichte ist!

So, und weiter geht's…

Freut mich das euch Duos Blog so gut gefallen hat, also immer schön weiter da rein gucken. Und füllt es mit Leben.

http// oddities-bitchin-n-stuff . blogspot. com (leerzeichen wegdenken)

Wie immer viel Spaß beim lesen


Duo beeilte sich ungemein um so schnell wie möglich nach Hause zu kommen. Er war ein wenig länger auf der Arbeit aufgehalten worden als er gedacht hatte und fühlte langsam wie der Zeitdruck auf ihm lastete. Ob er vielleicht Dorothy anrufen und bitten sollte das Date um eine halbe Stunde nach hinten zu schieben?

Aber irgendwie wollte Duo das auch nicht. Er war sowieso schon aufgeregt genug und ein weiteres Telefonat mit der ‚Scary Lady' würde ihm vielleicht nicht unbedingt helfen. Duo wunderte sich sehr wie aufgeregt er im Grunde war. Fast fühlte er sich wie ein Teenager bei seiner ersten Verabredung. Man sollte doch meinen, das man als erwachsener und erfahrener Mann einem Date ruhiger entgegen sehen würde.

Aber seit er gestern Abend auf seinem AB die Nachricht mit den Date-Details von Dorothy gefunden hatte, schienen aufgeregte Schmetterlinge ihr Hauptquartier in Duos Magen aufgeschlagen zu haben. Und egal was Duo tat, er wurde nur noch hibbeliger.

Zum Glück hatte er zumindest bei der Arbeit abschalten können. Er hätte heute auch wirklich keinen Rüffel wegen einer schlechten Moderation vertragen können.

Hastig öffnete Duo die Tür zu seinem Apartment und huschte herein. Schnell schmiss er seine Jacke in die grobe Richtung der Garderobe und zog die Schuhe aus ohne sich die Zeit zu nehmen die Schürsenkel zu öffnen. Dabei schaffte er es irgendwie sich den Zeh des linken Fußes am Türrahmen anzustoßen. Laut fluchend und einen Indianerschmerztanz aufführend hüpfte Duo durch seine kleine Wohnung. Als er auf seinem Weg ins Schlafzimmer an seinem Notebook vorbeikam nahm er sich die eine Sekunde und schaltete das Gerät an. Er war richtig neugierig ob es neue Nachrichten auf seinem Blog gab. Soviel Zeit musste halt sein. Und während der Computer bootete setzte Duo seinen hüpfenden Weg fort.

Im Schlafzimmer angekommen öffnete Duo die Schranktüren und schaute kritisch hinein. Was sollte er nur anziehen? Vielleicht wäre es doch besser gewesen wenn er noch mal mit Dorothy über das Date geredet hätte. Aber er war gestern zu aufgeregt gewesen um allein zu Hause zu hocken und war zu Freunden gegangen. Eigentlich nur um ein bisschen mit ihnen zu quatschen, aber dann hatten sie mit dem Pokerspielen angefangen, was bis tief in die Nacht gegangen war. Und so hatte er zu Hause nur eine knappe Nachricht von Doro gefunden, die ihm mitteilte das er seinen Traumprinzen heute um 17:00 Uhr in einer Cocktailbar treffen sollte. Doro hatte für sie einen Tisch bestellt.

Duo wunderte sich immer noch über den Ort den Dorothy ausgewählt hatte. Wäre ein Restaurant nicht besser gewesen? Oder ein Club? Sogar Kino wäre ihm besser erschienen als ne Cocktailbar. Was machte man da nur? Sitzen und trinken, ok aber sonst? Und was zog man zu so etwas an?

Das war im Moment Duos größtes Problem. Er betrachtete seine Arbeitsoutfits und entschied sich gegen sie. Genau wie die Clubbing-Klamotten. In denen sah er zwar unverschämt heiß aus, aber er befürchtete das er mit ihnen in so einem Schickimicki Laden auffallen würde. Unangenehm auffallen.

Dann kam Duo die rettende Idee. Er würde einfach Sachen nehmen die er auch in einem Nobelrestaurant anziehen könnte. Das konnte sicher nicht falsch sein. Also schnappte er sich mit sicherer Hand seine schwarze Stoffhose. Und das amethystfarbene Seidenhemd. Dazu noch die guten Schuhe und fertig war sein Outfit. Zum Glück brauchte er sich um seine Frisur keinerlei Gedanken machen.

Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass es inzwischen schon viertel vor vier war. Rasch legte er die Sachen auf sein ungemachtes Bett und hastete ins kleine Badezimmer. Nach einer schnellen Dusche nahm er sich sogar noch ein paar Minuten seinen Zopf neu zu flechten und dann schlüpfte er in die ausgewählten Klamotten.

Kritisch betrachtete Duo sich im Spiegelbild. Er sah gut aus, das konnte er nicht leugnen. Aber irgendwie fehlte noch der letzte Pfiff. Vielleicht sollte er doch ein anderes Hemd anziehen? Vielleicht das ganz bunte? Hin und her gerissen, schnappte sich Duo auf jeden Fall schon mal die Kette mit dem Kreuz und legte sie an. Wenn er jetzt noch ein paar Knöpfe des Hemdes offen stehen ließ, dann konnte sein Date nicht nur sein Kreuz sehen, sondern auch viel von seiner Brust. Was ja nichts schaden konnte. Immerhin sollte man ja seine Pluspunkte betonen. Vielleicht könnte er auch noch eine etwas engere Hose finden die seinen Hintern besser zur Geltung brachte. Duo war hin und her gerissen.

Nach langem hin und her war Duo endlich mit seinen Klamotten zufrieden und verließ aufgeregt die Wohnung. Angesichts der Location und weil er nicht wusste wie es dort mit Parkplätzen bestellt war, ging er nicht zu seinem kleinen alten Auto sondern lief zum Straßenrand und winkte eines der vorbeifahrenden Taxis herbei. So musste er sich wenigstens um nichts mehr Sorgen zu machen.

Während er im Taxi saß und darauf wartete das sie bei der Cocktailbar ankamen, hatte Duos Gehirn nach langem endlich wieder Zeit zum Nachdenken. Und sofort kamen auch alle Fragen die ihm seit gestern Nachmittag durch den Kopf gingen wieder zurück.

Wie er wohl war, dieser Typ den Dorothy für ihn ausgesucht hatte? Duo hoffte sehr dass sie Recht hatte und sie wirklich so gut zusammen passen würden. Diese Art von Stress wollte er nicht oft mitmachen müssen. Wieviel einfacher war es da doch, in einem Club einfach jemand anzuflirten. Ein paar heiße Blicke, ein aufregender Tanz und sofort wussten beide Bescheid. Heutzutage brauchte man noch nicht einmal mehr einen ausgefallenen Anmachspruch. Man konnte auch ganz zufällig in der tanzenden Masse sich an jemandem reiben und ihm so seine Absichten klar machen. Dieser ganze Affentanz mit sich zu treffen um zu reden und sich besser kennen zu lernen war doch albern.

Dann seufzte Duo tief. Es sei denn natürlich man suchte nach etwas mehr als einem One Night Stand. Da schien es von Nöten zu sein sich besser kennen zu lernen. Aber einen Vorteil hatte Duo zumindest, er konnte Reden wie ein Wasserfall, also sollte das bei dem Treffen kein Problem darstellen. Dieser Gedanke beruhigte Duo ein wenig.

Als Duo die Cocktailbar dann betrat wurden ihm schlagartig zwei Dinge klar, zum einen das es zwar ziemlich Schickimicki war, er es hier aber trotzdem aushalten konnte, zum anderen das er viel zu früh war. Ein Blick auf die Uhr zeigten ihm das er sogar ne halbe Stunde hatte bevor sein Date ankommen würde. Da hatte er sich wohl doch ein wenig zu sehr beeilt.

Nur was sollte er in der Zwischenzeit tun? Bei dem Gedanken sich schon an den Tisch zu setzten und wie der letzte übermotivierte Loser zu wirken zog sich Duo der Magen zusammen – was die Schmetterlinge aus Platzgründen gar nicht mochten. Also zuckte Duo kurz mit den Schultern und wandte sich in die Richtung der Bar. Dort setzte er sich so geschickt an den Tresen, dass er ziemlich freie Sicht auf den Eingang hatte. Hier könnte er in Ruhe auf sein Date warten.

Schnell scannte Duo über die ausliegende Cocktailkarte. Hhhm, das war wirklich nicht seine Liga, bei kaum einem der Namen wusste er was sich dahinter verbarg. Nur bei dem ‚Eskimo-Cocktail' war sich Duo ziemlich sicher dass es sich um pures Wasser handelte. Aber im Grunde war es sowieso egal, er wollte nur ein Glas um sich daran festhalten zu können bis sein Traummann erschien, also winkte Duo einen der Barkeeper zu sich und zeigte aufs Geratewohl auf einen der Namen.

Kurze Zeit später stand vor ihm ein ziemlich großes Glas mit einer rötlich bunten Flüssigkeit und Obst darin. Vorsichtig hob Duo das Glas an und nahm einen kleinen Schluck. Und dann noch einen, weil die Flüssigkeit ziemlich gut schmeckte. Süß – aber nicht zu süß – und überhaupt nicht scharf. Eigentlich stand Duo zwar eher auf schlichtere Getränke, z.B. Bier oder Whiskey, aber an dieses Schickimicki Gesöff könnte er sich auch glatt gewöhnen.

Mehr aus langweile und weil er sehr aufgeregt war trank Duo einen kleinen Schluck nach dem nächsten. Viel zu früh schien das Glas leer geworden sein. Fast ungläubig guckte Duo auf die kümmerlichen Reste im Glas und dann wieder auf die Uhr. Es war immer noch zu früh für das Date. Duo zuckte mit den Schultern, er würde sich jetzt nicht wieder aus der gerade gefundenen Ruhe herauskatapultieren, deshalb bestellte er sich schnell noch einmal den Drink. An dem Glas konnte er sich so schön festhalten. Außerdem schien den Schmetterlingen die Flüssigkeit wie Nektar zu gefallen.

Genau in dem Moment wo Duos Uhr auf Punkt 17:00 Uhr umsprang, öffnete sich die Tür zur Bar. Und sofort flatterten die Schmetterlinge wieder aufgeregt in Duos Magen. Und richtig es kam ein einzelner Mann herein. Schnell ließ Duo seine Augen über ihn wandern. Als erstes fiel ihm die relativ gut gebaute Figur des Mannes auf, die allerdings in ziemlich langweilige Jeans und dunkelgrünem T-Shirt verhüllt waren. Nicht gerade die Klamotten die Duo für ein Date ausgewählt hatte. Aber vielleicht hatte der andere ja genauso viel Probleme gehabt die richtige Kleidung für eine Cocktailbar zu finden.

Nach diesem kurzen Gedankenabschweifer bemerkte Duo die leicht asiatischen Züge auf dem Gesicht des Mannes, den stolzen Blick, das feste Kinn und die wunderbar unordentlichen Haare. Doch das Aussehen des Unbekannten entsprach ziemlich genau Duos Typ. Wie hatte Dorothy das so schön zusammen gefasst? „Groß, dunkel und gut aussehend" wenn er jetzt noch wahnsinnig reich war, dann war es Duos Traummann. Bei dem Gedanken musste Duo fast kichern und bei dem versuch das zu unterdrücken wäre ihm fast der Schluck von seinem Getränk das er gerade im Mund hatte durch die Nase wieder heraus gekommen. Puh wie peinlich. Aber zum Glück hatte das niemand gemerkt.

Aus den Augenwinkeln bekam er noch mit, dass der Mann einen der Kellner ansprach und daraufhin zu einem Tisch in einer Nischenecke geführt wurde. Hastig stand Duo auf und schnappte sich sein Glas. Er wollte jetzt natürlich auch so schnell wie möglich an den Tisch gehen, nicht das der andere ihn noch für unpünktlich hielt.

Auf dem Weg zum Tisch fing er den gleichen Kellner ab und vergewisserte sich, dass das auch der Tisch war den Dorothy Catalonia bestellt hatte. Den falschen Mann anzusprechen wäre sicher auch absolut peinlich geworden.

Als er dann nur noch zwei Schritte von dem Tisch entfernt war, holte er tief Luft, ermahnte die Schmetterlinge endlich Ruhe zu geben und setzte sein gewinnendes Lächeln auf. „Hi, ich bin Duo. Ich glaub wir sind verabredet." Strahlend trat er direkt neben den anderen Mann und wollte ihn per Handschlag begrüßen.

Allerdings hatte Duo in seiner Aufregung vergessen, dass er immer noch das Glas mit dem Cocktail in der Hand hielt. Durch die plötzliche Bewegung schwappte einige Flüssigkeit auf die Tischdecke. Als Duo das bemerkte entfuhr ihm ein schnelles „Verdammte Scheiße." Dann schlug er sich mit der anderen Hand vor den Mund und nuschelte leise „Tschuldigung."

Für eine Sekunde schien es, als würde die Zeit still stehen. Der junge Mann der an dem Tisch saß hatte sich bei Duos erster Begrüßung zu ihm umgedreht. Und er hatte beinah entsetzt auf die schwappende Flüssigkeit geschaut. Der Blick den er Duo jetzt zu warf war eher kühl als freundlich. „Hn," sagte er nur.

Duo setzte sich schnell hin, weil er glaubte das unter diesem Blick seine Knie zusammen klappen würden, außerdem hatte er ein leicht drehendes Gefühl im Kopf. „Das tut mir ja so leid. Normalerweise schütte ich meine Cocktails nicht durch die Gegend. Das heißt normalerweise trink ich keine Cocktails." Duo redete ohne Punkt und ohne Komma. Die Worte sprudelten einfach nur so aus ihm heraus. Wobei ihm auffiel das einige der Konsonanten schwieriger als sonst auszusprechen waren. Um sich selbst in seinem Redestrom zu stoppen, trank er in einem hastigen Schluck den Rest des Cocktails aus.

„Kann ja jedem mal passieren," erklärte der andere Mann mit einer wunderschönen aber leicht monotonen Stimme. „Mein Name ist Heero Yuy." Er streckte seine Hand über den Tisch.

Schnell stellte Duo das Glas ab und ergriff die Hand. „Duo, Duo Maxwell." Duo war leicht verwirrt. Seine Freunde hätten sich bei dieser Aktion vor Lachen fast auf dem Boden gewälzt. Immerhin, es konnte wirklich jedem mal passieren. Also wieso schaute ihn der junge Mann so furchtbar streng an? Verstand er etwa keinen Spaß. Meine Güte und der sollte zu Duo passen? Duo wusste nicht wie er jetzt reagieren sollte. Vom Aussehen war sein Gegenüber ja ganz ok, aber so langsam bezweifelte Duo, dass sie wirklich zusammen passten. Aber er wollte auch nicht zu vorschnell urteilen. Dorothy hatte sicher einen guten Grund gehabt. „Heero? Wie in Held?" fragte Duo nach. Das konnte doch wohl nicht wirklich der Name des Typen sein, oder?

„Heero wie in Heero," kam es relativ kühl zurück.

Zum Glück trat während der kleinen Pause im Gespräch der Kellner an ihren Tisch heran. „Was darf ich ihnen bringen?" fragte er.

Duo zeigte sofort auf das Glas das vor ihm stand. „Ich hätte gern noch einen von der Sorte."

Der Kellner nickte und wandte seine Aufmerksamkeit „Und was ist mit Ihnen?"

„Ich hätte gern ein Glas Wasser," erklärte Duos Date.

Duo konnte sich nichts langweiligeres vorstellen das man in einer Cocktailbar bestellen konnte. Dann erinnerte er sich an das was er auf der Karte gelesen hatte. „Das heißt hier Eskimococktail." Bei der Erinnerung an diesen ungewöhnlichen Namen musste Duo kichern.

Scheinbar schien Heero das nicht so lustig zu finden, denn er warf Duo wieder diesen strengen Blick zu. „Ein Glas Wasser," wiederholte er noch einmal und der Kellner verließ den Tisch.

Duo wurde leicht unwohl. Konnte der Typ nicht reden und nicht lachen? Wieso meinte Doro nur das sie zusammen passen würden? Diese Frage beschäftigte Duo immer mehr und es machte Duo nervös, genauso wie das Schweigen das erneut am Tisch herrschte nachdem der Kellner gegangen war. Und wie immer wenn Duo nervös wurde, zappelte er auf dem Stuhl herum und sein Mund stand nicht still. „So, Dorothy glaubt also das wir zusammen passen. Leider hat sie mir nicht viel von dir erzählt. Vielleicht sollten wir uns erstmal ein bisschen besser vorstellen. Also ich bin Duo, aber das hab ich ja schon gesagt. Ich arbeite bei unserem Lokalsender als Moderator, deshalb rede ich wahrscheinlich auch so viel. Ich liebe es auszugehen und zu tanzen. Generell treff ich mich gerne mit Freunden und mach einen drauf. Gestern erst hab ich die halbe Nacht Poker gespielt. Nein kein Strippoker, sondern nur ganz normalen." Duo machte ein kurze Pause da er Luft holen musste.

„Hn!" war die Erwiderung von Heero.

Das war wieder nicht die Reaktion die Duo erwartet hatte. Konnte der Typ seine Zähne nicht auseinander bewegen? Wie sollte er mit jemandem zusammen kommen dem er jedes Wort einzeln aus der Nase ziehen musste? Duo wurde immer klarer dass dies hier eine ganz dumme Idee war. Allerdings widerstrebte es ihm jetzt schon aufzugeben. Es musste doch einen Grund geben wieso Dorothy dachte dass sie zusammen passen würden. Also biss Duo die Zähne zusammen und versuchte es weiter, nicht gewillt schon so schnell die Flinte ins Korn zu werfen. „Und was ist mir dir?" fragte er weil ihm nichts besseres einfiel.

„Ich spiele kein Poker. Weder Strip noch irgendein anderen." Erneut ein strafender Blick.

Duo kam kräftig ins schwimmen, so langsam gingen auch ihm die Gesprächspunkte aus. Es nervte ihn zwar das er jede Information einzeln aus dem Typen heraus kitzeln musste, aber scheinbar gab es keine andere Möglichkeit. „Ok, was machst du dann beruflich, wenn ich fragen darf?"

Zum ersten mal schien es so, als wenn sich Heero tatsächlich für eine Sekunde entspannte. „Ich entwerfe Computerprogramme und Sicherheitssysteme."

„Oh wie interessant," sagte Duo obwohl er das gar nicht fand. Dorothy hatte ihn tatsächlich mit einem Computergeek zusammen getan? Das konnte doch wohl nicht wirklich ihr ernst sein, oder? Duo zweifelte immer mehr an dem Erfolg dieses Abends. „Arbeitest du für eine bekannte Firma?" Duo fiel wirklich rein gar nichts ein, was man einen Programmierer über seine Arbeit fragen konnte. ‚Wie ist das Binäre System? Immer noch Null und Eins?' würde sicher nicht auf Gegenliebe bei diesem strengen jungen Mann stoßen.

„Ich hab eine eigene Firma. Ich arbeite von zu Hause aus."

„Vermisst du da nicht den menschlichen Kontakt?" sprudelte es aus Duo heraus.

Der junge Mann schien verwirrt. „Wieso? Ich hab genügend Kontakt mit meinen Kunden. Außerdem brauch ich von meinem Bett bis zu meinem Arbeitsplatz nur ne halbe Minute. Das ist unschlagbar."

Unschlagbar langweilig. Duo würde eingehen wenn er nicht jeden Tag mit seinen Kollegen quatschen könnte. Aber zumindest erklärte es wieso Heero keine Ahnung zu haben schien wie man sich in einem normalen Gespräch benahm. Dem fehlte es entschieden an sozialen Kontakten. „Oh dann arbeitest du auch nackt?" sagte Duo ohne groß darüber nachzudenken. Wenn Heero das täte dann wäre vielleicht zumindest eine aufregende Faser an ihm. Ansonsten schrie sein ganzes Auftreten nur nach Langweiler.

Heero strafte ihn erneut mit einem bitterbösen Blick und sagte nichts. Die Gesprächspause die entstand machte Duo nur noch nervöser. Ihm gingen so langsam alle netten Sprüche und Fragen aus. Zum Glück erschien genau in dem Moment wieder der Kellner und stellte die bestellten Getränke vor ihnen ab. Duo schnappte sich sein Glas und trank es in einem langen Schluck leer. „Noch einmal das gleiche," ordnete er an.

Als der Kellner wieder gegangen war wandte sich Duo wieder an Heero. Es musste doch irgendwie möglich sein den endlich zum reden zu bringen. Herauszufinden wieso Dorothy glaubte dass sie zusammen passten. „Also aus welchem Grund hast du dich in die Liste der Scary Lady eingetragen?" fragte er, weil das das einzige war das ihm gerade einfiel.

„Scary Lady?" wiederholte Heero mit hochgezogener Augenbraue.

Duo kicherte laut. „Na Doro. Ich mein mit den Augenbrauen ist sie doch ziemlich furchterregend. Ein Wunder das ihr die Kunden nicht davon laufen. Ziemlich herrisch ist sie auch."

„Dorothy ist meine älteste und beste Freundin," kam es kalt von Heero zurück.

Duo spürte wie er puderrot im Gesicht wurde. „Ooooops. So hab ich das nicht gemeint," beeilte er sich zu sagen. „Sie ist sicher eine nette Person, aber die Augenbrauen. Ich mein…" Duo wusste selbst nicht was er sagen wollte.

Doch dann wurde jedes weitere Wort in seinem Mund abgedreht als sich Heero plötzlich erhob und sein Portemonnaie herauszog. Akribisch nahm er einen Schein daraus und legte ihn auf den Tisch. Dann wandte er sich wieder zu Duo der ihn verwundert anblickte. „Das führt hier doch zu nichts. Ich hab mich nur zu diesem Date bereit erklärt weil Dorothy behauptet hat du wärst nett. Und das bist du nicht. Wir sollten das hier einfach vergessen."

„Ich hab das doch nicht bös gemeint!" empörte sich Duo. Was fiel dem anderen ein ihn hier sitzen zu lassen? Er und nicht nett. Hah, er war die netteste Person weit und breit. Außerdem wenn hier einer enttäuscht sein sollte, dann doch wohl er. Wo ihn die Scary Lady doch mit diesem Megalangweiler zusammen bringen wollte. Er hatte alles versucht und diesem Langweiler eine Chance nach der nächsten gegeben!

„Du bist betrunken, du bist laut, du bist einfach unmöglich. Sorry wir passen nicht zusammen." Und mit diesen Worten ging Heero einfach davon. Duo starrte ihm für einige Augenblicke vollkommen perplex nach. Was zum Geier war denn da gerade abgelaufen? „Fuck!" kommentierte er die Situation.