Kapitel 3
Ich schluckte eine Gabel voller Nudeln runter und überlegte mir die erste Frage.
„Wie genau war das mit euch, als ihr euch kennengelernt habt? Ich sehe immer was jemand tut, wenn er sich entschließt es zu tun. Aber wie ihr euch das erste mal gesehen habt konnte ich nicht sehen." Emili ließ sich die Frage kurz durch den Kopf gehen. „Sam ist auf mich geprägt worden, ohne das er eine Entscheidung getroffen hat. Vielleicht war es wie ein Instinkt und deshalb konntest du es nicht sehen." „Klingt einleuchtend." Eine weitere Gabel Nudeln verschwand in meinem Mund.
„Wenn du nicht willst musst du auf diese Frage nicht antworten, aber ich wüsste gern wie es bei dir war." Sie wurde etwas rot, beantwortete die Frage jedoch. „Ich habe meine Ferien bei meiner Cousine Liah, hier im Reservat verbracht. Sie war damals mit Sam zusammen und er ist oft vorbeigekommen. Das hat sich nicht geändert, als ich sie besucht habe. Sam ist reingekommen, hat mich gesehen und auf einmal schien Liah für ihn abgeschrieben zu sein. Ich konnte nicht fassen, dass er meiner Cousine das antun konnte und war erstmal stinksauer, aber dann hat er mir erzählt, wie es wirklich war und versucht mir die Sache mit der Prägung zu erklären. Nach einer Weile hab ich dann nachgegeben." Sie senkte den Kopf und lief flammend rot an, dann erbleichte sie. „Du darfst jetzt nicht denken, dass ich ihn nicht liebe, aber meiner Cousine zu liebe, habe ich versucht ihn zu ignorieren." Ich lächelte sie verständnisvoll an. „Das verstehe ich natürlich und ich glaub dir das Ganze auch..." „Alice?" Ich hörte ihre besorgte Stimme und Sam, der aus der Küche gerannt kam, als er sie hörte. Alles hörte sich an, als wäre ich unter Wasser. Ihre Stimmen waren verschwommen, aber alles was sich in meinem Kopf abspielte lief in voller Lautstärke und war deutlich zu verstehen. Jemand schüttelte mich an den Schultern und meine Augenlider flatterten, als ich wieder in die Wirklichkeit glitt.
„Alice rede endlich mit mir, was ist los?" Das war Sam. „Ich... ich hab nur ..." Es kam einfach kein vollständiger Satz aus meinem Mund. Ich schüttelte meinen Kopf um den letzten Schleier der Vision abzuwerfen und fing noch mal von Vorne an. „Ich hab nur was gesehen Sam, Nichts bedeutendes, nur etwas mit der Schule, die in zwei Tagen anfängt." Ich schaute ihn an und sah, dass er mir kein Wort glaubte.
„Eigentlich bin ich nur hier, weil ich eure Hilfe brauche." Der Themenwechsel gelang mir hervorragend. „Wobei?" „Nichts besonderes ehrlich gesagt. Harry hat mir ein bisschen Geld für ein paar Möbel und Farbe gegeben und da brauche ich etwas Hilfe." Sam überlegte einen Moment und ging dann darauf ein. „Warum nicht? Es tut uns allen bestimmt gut mal wieder in die Stadt zu gehen." Fragend schaute er sich zu Emili um. Auf die war verlass, ich musste grinsen. „Sie ist dabei." Ich konnte mich gar nicht zurückhalten. Emili lächelte mir zu und meinte dann nur: „Ich kann es unmöglich verantworten, dass eine Horde Wölfe dich berät Alice." Ich lachte erfreut auf und hüpfte Richtung Tür. Alle waren fertig mit essen und ich wollte sofort los. „Wer will bei mir mitfahren?"
Quil und Jacob setzten sich auf den Rücksitz und Embry saß neben mir, als wir mit meinem Volvo einen Parkplatz suchten. Schnell war eine Lücke gefunden und wir machten uns auf in den Möbelladen. Sam und Emili folgten uns, während Paul und Jered in La Push geblieben waren.
Wir wanderten durch die Abteilungen und hatten am Ende und nach reichlichen Diskussionen endlich ein großes Bett, zwei riesige Kleiderschränke, einen Schreibtisch und mehrere Regale für Bücher, CDs und Schulsachen. Warum ich gleich zwei Kleiderschränke brauchte war für die Jungen völlig unverständlich, aber das war mir ziemlich egal. In der Abteilung für Dekoration und Ähnliches holte ich mir noch Bilderrahmen, Pinnwände und ein paar Kleinigkeiten für mein Badezimmer.
Das tolle an meinem Zimmer war das eigene Bad und ein kleiner Extraraum, den ich zu einem begehbaren Kleiderschrank umbauen wollte. Mit zwei vollgeladenen Autos machten wir uns zurück nach Forks und schleppten alles die Treppe hoch.
Die Wände ließ ich weiß, und die schlichten Möbel passten gut rein, nachdem die Jungs sie erst mal zusammengebaut hatten.
Nachdem alle gegangen waren räumte ich alles ein und hängte meine Bilder auf. Der Computer wurde angeschlossen und ich legte eine Sum 41 CD in meine Anlage ohne sie ein zu schalten. Müde ließ ich mich ins Bett fallen und war sofort eingeschlafen.
