Ein kleiner Hinweis für alle Leser, die das erste Kapitel schon vor einigen Wochen gelesen haben.

Es hat dort eine kleine Änderung gegeben

Remus verbringt die Vollmondnächte NICHT bei James. Das hat er vor Harrys Geburt getan.

Seit der Junge auf der Welt ist, verbringt er sie in einem leeren Haus am Stadtrand. Und seit zwei Jahren auch zusammen mit Thomas

AN: Nicht wundern über den zweiten Alert. Ich (Imobilus) war ein Trottel und hab das nicht korrigierte hochgleaden. Sichlicht und ergreifend die Dateien vertauscht. schäm

Abendliche Treffen

Es war kurz nach elf Uhr, als der Schulleiter der Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei sich in seinen Schreibtischstuhl setzte und sich erlaubte, für einen Moment die Augen zu schließen und zu entspannen.

Die Helloweenfeier war wunderbar ruhig verlaufen. Keine Scherze und auch nicht mehr als die, seit einigen Jahren üblichen bösen Worte zwischen Gryffindor und Slytherin. Nichts was wirklich besorgniserregend gewesen wäre.

Allerdings gab es für derartiges auch keine Anzeichen. Das Schloss war gut geschützt. Tom Riddle würde einiges an Macht aufbringen müssen, um die Schutzmauern zu durchdringen, die er mit Hilfe der schlosseigenen Magie errichtet hatte.

Sorge machte ihm nur die verschlüsselte Botschaft von Remus. Es klang überaus wichtig und wichtige Dinge hatten im Krieg meistens etwas mit Gefahr zu tun.

Schräg hinter ihm krächzte Fawkes leise auf.

„Ich weiß. Ich sollte mir nicht so viele Gedanken machen", sagte Albus zu seinem Phönix. „Aber so bin ich nun mal und in diesen schweren Zeiten ist es wirklich schwer sich keine Gedanken zu machen."

Wieder krächzte der rotgold gefiederte Vogel und der Schulleiter lachte leise. „Ist ja gut… ich hör schon auf und warte einfach ab."

Dann fiel der Blick der hellblauen Augen auf die Phiole auf seinem Schreibtisch. Sie kam von Severus. Das Gegengift zu dem, was sein Zaubertranklehrer für Tom entwickelt hatte. Severus Snapes Hauselfe war kurz vor beginn der Feier gekommen, um ihm das zu geben und so hatte er sie hier in seinem versiegelten Büro liegen gelassen. Aber nun wurde es Zeit sie an einen sicheren Ort zu verwahren. Man konnte ja nie wirklich wissen, wer seine wahren Feinde waren.

Etwas müde erhob sich der Schulleiter und nahm die Phiole in die Linke, während er mit seinem Zauberstab in der Rechten eine schwungvolle und kaum nachzuvollziehende Bewegung ausführte, die sich auf die Sitzstange seines Phönix bezog.

Sie klickte leise, drehte sich dann einmal zur Hälfte um sich selbst, ehe sie sich samt einem Geheimversteck ein Stück aus dem Boden hob. Mit einer weiteren Stabbewegung hatte der Schulleiter eine gut gepolsterte Schachtel beschworen, in die er die wertvolle Flüssigkeit legte. Erst so verpackt gelangte die Phiole in die Geheimkammer, die er mit einem einfachen Dreh an der senkrechten Stange wieder verschloss.

Fawkes saß bei der ganzen Prozedur ruhig auf der Stange und beobachtete alles genau. Leicht lächelte der Schulleiter und krauelte das kluge Tier im Nacken, ehe er dessen Wasser und Futter mit einem weiteren Zauber austauschte.

Im nächsten Moment ertönte ein silbernes Glöckchen, das anzeigte, dass sich der Wasserspeier gerade bewegt hatte und somit der Weg ins Büro des Schulleiters freigegeben war. Einige Minuten später klopfte es an der Tür.

Auf die Bitte einzutreten öffnete Severus Snape die schwere Eichentür und nickte dem Direktor leicht zu. Er kam gerade von seinem 'Besuch' im Hauptquartier des Dunklen Lords zurück und wollte nun dem Leiter des Ordens Bericht erstatten. Auch wenn Severus mehr als nur müde war.

„Setz dich, Severus", sagte Dumbledore milde und wies auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch, während er selbst wieder dahinter platz nahm. „Magst du einen Tee? Oder einen Zitronendrop?"

"Nein, Danke. Ich... bin im Moment nicht in Stimmung", erwiderte der Spion nur kühl, folgte aber dennoch der Aufforderung und setzte sich. "Er.. war etwas gereizt, aber mich hat er in Ruhe gelassen", erzählte er dann erst einmal was bei dem Treffen eben passiert war. Mehr als das gesagte war nicht nötig.

Dumbledore wusste auch so, was es bedeutete.

Voldemort war schlechter Laune gewesen und hatte seine anwesenden Todesser wegen Kleinigkeiten bestraft. Und Strafe hieß in letzter Zeit eigentlich nur noch Schmerzfluch. Etwas anderes schien der Dunkle Lord nicht mehr zu kennen.

Der Schulleiter von Hogwarts hatte die Fingerkuppen beider Hände aneinander gelegt und die der Zeigefinger ruhten auf seinen Lippen, während die Ellenbogen auf der Tischplatte abgestützt waren. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass Albus Dumbledore zuhörte und gleichzeitig nachdachte.

Vor allem dachte er darüber nach, dass Tom sich in letzter Zeit verändert hatte. Er war noch unmenschlicher geworden und das machte ihm Sorgen. Immerhin bedeutete es auch, dass er noch ein Stück unberechenbarer geworden war.

Dann erklang zum zweiten Mal an diesem Abend das silberne Glöckchen und kurz darauf traten Remus Lupin und Thomas Mainfield ein.

„Guten Abend, Professor, guten Abend, Severus", begrüße Remus die beiden im Büro angetroffenen Männer.

„Guten Abend, Remus, guten Abend, Thomas", sagte er Schulleiter und erhob sich.

„Ich denke nicht, dass ihr einander schon vorgestellt wurdet", meinte er dann kurz zwischen seinem Lehrer und Remus' Freund hin und her sehend.

„Severus, das ist Thomas Richard Mainfield. Er ist ein Freund von Remus und steht auf unserer Seite. Thomas, Professor Severus Snape. Er unterrichtet hier Zubertränke."

Thomas hatte dem Schulleiter zugenickt und konzentrierte sich nun auf den anderen für ihn nicht gänzlich unbekannten Menschen. Immerhin war er das Lieblingsziel der Rumtreiber gewesen.

„Guten Abend, Professor", grüßte er ihn höflich und streckte ihm die Hand hin.

Severus' Lippen hatten sich zu einem schmalen Strich zusammen gezogen, als er Lupin eintreten sah. Sowohl mit Black als auch mit Potter hatte er eine Art stillschweigendes Übereinkommen, dass sie die Schulzeit vergessen sollten und im Jetzt lebten.

Doch mit Lupin ging das nicht. Zu lebendig war auch nach über zehn Jahren die Erinnerung an diese eine Nacht, in der Black ihn in diesen Tunnel gelockt hatte. Das würde er nie vergessen und auch wenn Lupin selbst nicht wirklich etwas dafür konnte... nein es war einfach nicht wieder gutzumachen.

Deswegen nickte Severus auch dem ihm noch unbekannten Mann lediglich brüsk zu und ergriff die angebotene Hand kurz.

"Guten Abend."

Nach kurzem Überlegen konnte er sogar in seinem Gedächtnis zuordnen, wer sein Gegenüber war. Ravenclaw... ein oder zwei Jahre über ihm.

Remus war nicht wirklich überrascht, dass Severus Snape ihm gegenüber so kurz angebunden war. Er hatte es einfach akzeptiert, auch wenn er es schade fand. Denn an James und Sirius konnte man beobachten, dass sie alle sehr wohl in der Lage waren die Vergangenheit, Vergangenheit sein zu lassen. Aber bei ihm sollte das wohl nicht sein.

Und irgendwie war er auch froh darum, dass Severus nicht wusste, dass Thomas ebenfalls ein Werwolf war, denn er war sich nicht sicher wie sein ehemaliger Schulkamerad sonst mit ihm umgehen würde.

Albus Dumbledore beobachte dieses kurze Zwischenspiel ruhig und bedauerte es, dass sein Zaubertränkelehrer nicht auch bei Remus Lupin in der Lage war über seinen eigenen Schatten zu springen und zu vergessen, was gewesen war. Denn der Werwolf konnte am wenigsten dafür, was vor Jahren einmal geschehen war.

Dann räusperte er sich aber kurz, da es wichtigere Dinge gab. „Deine Nachricht klingt nach schlechten Neuigkeiten, Remus", bemerkte er.

Während Dumbledore sich Remus zuwandte, beobachtete Severus mehr aus dem Augenwinkel die vierte Person im Raum. Er hatte ihn auch nach Hogwarts hin und wieder gesehen, wie ihm jetzt klar wurde. Doch sagte er nichts dazu, sondern wartete jetzt auch, was Lupin für eine wichtige Nachricht hatte.

Dass Mainfield hier war, zeigte deutlich, dass dieser etwas damit zu tun hatte.

"Ich hab keine Nachrichten, Thomas hat sie.", erklärte Remus und sah dann seinen Begleiter auffordernd an.

"Ich hab heute Nachmittag mitgehört, wie Lucius Malfoy meinen Chef gebeten hat, zwei Dutzend Pralinen ohne Alkoholfüllung bei einem Laden in der Nockturngasse zu bestellen. Er will sie übermorgen abholen.

Und er hat gesagt, und das wörtlich, sie sind ein Präsent für den Minister, das niemand so schnell vergessen wird.", erklärte er.

Albus Dumbledore nickte. "Wie es scheint verliert Tom keine Zeit."

Severus presste die Zähne so fest zusammen, dass es leise knirschte. So wollte der Lord also an den Minister kommen.

"Das Gift ist nicht nachweisbar... auch in den Pralinen nicht", murmelte er leise. "Entweder werden alle Präsente ab sofort vernichtet. Oder sie lassen ihn doch nicht verzichten und nutzen das Gegenmittel. Allerdings muss es... wie gesagt, innerhalb von 24 Stunden nach der ersten Dosis eingenommen werden."

Albus Dumbledore nickte nachdenklich. „Woran erkennen wir die Vergiftung?", fragte er dann, während er gleichzeitig zwei weitere Stühle in die Luft zeichnete und dann die beiden andren Männer bat, Platz zu nehmen, wobei sich Remus direkt neben Severus setzte.

Severus' Haltung versteifte sich, auch wenn er nichts dazu sagte, dass sich der Werwolf neben ihn setzte.

"Gar nicht", erwiderte Severus und sah in die Augen des Direktors. Er konnte nicht verhehlen, dass er stolz darauf war, ein wirklich nicht nachweisbares Gift hergestellt zu haben. "Wenn er allerdings versucht einen Zauber anzuwenden, egal welchen, wird die Farbe sich verändert haben... Das ist der einzige Hinweis..."

"Dann ist es praktisch unmöglich, dass wir es bemerken", stellte Remus fest.

"Dem kann ich nur zustimmen. Deswegen ist es sinnvoller das wir uns einen Weg überlegen, wie wir Barty unsere Erkenntnisse mitteilen.

„Ich denke, Alastor könnte das tun. Er kennt Crouch noch als Leiter der Strafverfolgung, auch wenn er ihn nicht sonderlich gern hat. Außerdem vertraut Barty Alastors Urteilsvermögen", schlug Albus vor.

Sicher wäre es genau so einfach gewesen, wenn er selbst es dem Minister gesagt hätte, hatte er doch einen gewissen Einfluss in der Zauberwelt. Allerdings traute Bartemius Crouch ihm nicht wirklich über den Weg. Der Minister würde sicher versuchen, herauszufinden, woher diese Informationen stammten und das war ein einfach zu riskant.

Niemand im Ministerium, abgesehen von den Mitgliedern, wusste tatsächlich etwas über den Orden des Phönix. Es gab natürlich massenhaft Gerüchte. Aber die waren zu 98 erlogen oder maßlos übertrieben. Und die wenigen, die der Wahrheit entsprachen, waren nicht mal der Rede wert, oder viel zu unauffällig, als dass sie unter dem Berg an Unwahrheiten auffielen. Aber genau das sollte auch so bleiben.

„Sirius könnte Moody bescheid geben. Er saß bei uns als Thomas mir bescheid gab", schlug Remus vor.

„Einverstanden. Das ist sicherlich am Unauffälligsten. Alastor soll sich bitte bei mir melden. Ich hab auch das Gegengift hier, wenn Barty stur ist."

Da das nun geklärt war und er es einfach nicht mehr neben Remus aushielt, stand Severus einfach auf.

"Ich werde noch Mal nach unten in mein Labor gehen. Es gibt noch eine andere 'Bestellung', um die ich mich kümmern muss.", meinte er nur, auch wenn ihm klar war, dass es auch für die anderen nach einer Flucht aussah. Nur deswegen fügte er noch hinzu: "Ich brauche noch ein gutes Lösungsmittel für Thestral-Gallenflüssigkeit..."

Er suchte schon einige Zeit danach, da noch niemand auf die Idee gekommen war, gerade dieses Organ auf seine magischen Möglichkeiten zu untersuchen.

Thomas sah zu dem Mann auf und sagte dann ohne wirklich groß darüber nachzudenken: „Versuchen sie mal den abgepressten Saft des Graufarns. Das ist, so weit ich weiß, die neuste und noch nicht wirklich offizielle Methode des Ministeriums. Bisher hat es aber immer ganz gut geklappt."

Remus grinste währenddessen in sich hinein. Zaubertränke. Thomas' Hauptstudienfach und noch immer seine Lieblingsbeschäftigung. Leider erlaubten weder seine finanzielle Lage noch das Platzangebot in seiner Wohnung es, dass er sich damit Beschäftigte. Zudem war Thomas Vermieterin eine Muggel, die zwar nicht mehr gut sehen, aber dafür umso besser riechen konnte. Es war einfach zu riskant dort zu brauen. Remus selbst hatte Zaubertränke noch nie gemocht. Seine Nase war dazu einfach zu empfindlich. Es war immer der Zwang eines guten Abschlusses gewesen, der ihn dazu gebracht hatte, es dennoch zu belegen.

Albus Dumbledore dagegen nickte nur, auch wenn er ahnte, dass nicht nur die Forschung ihn dazu trieb, sein Büro zu verlassen.

Severus blieb auf halbem Weg zur Tür stehen und drehte sich langsam wieder um. Nachdenklich und sichtlich überrascht betrachtete er Mainfield. Damit hatte er nun nicht gerechnet. "Ich ... werde es versuchen.", meinte er leise, sich darüber ärgernd, dass er wohl nicht auf dem Laufenden war, wenn selbst ein Helferling aus der Nockturngasse mehr wusste, als er.

"Ich hab bis vor zwei Jahren für die Zaubertrankforschung im Ministerium gearbeitet. Persönliche Gründe zwangen mich leider diesen Job aufzugeben", erklärte Thomas, der die, wenn für einen richtigen Menschen wohl gar nicht hörbare Veränderung der Stimmlage des Lehrers wahrnahm.

Auf diese Neuigkeit erwiderte Severus nichts, auch wenn er sich sofort fragte, weshalb der wenig ältere Mann einen solchen Job aufgegeben hatte. Ihm selbst war damals auch eine solche Stelle angeboten worden, doch hatte er sich für Hogwarts entschieden. Zum einen wegen Dumbledore, der ihm nach seinem Überlaufen diese Stelle angeboten hatte, und natürlich wegen dem Orden.

Auch wenn er Kinder und besonders die Dummen unter ihnen nicht ausstehen konnte, mochte er diesen Job mittlerweile.

Mit einem leichten Nicken drehte er sich erneut weg und verließ den Raum. Vielleicht sollte er versuchen, mehr über diesen Thomas Mainfield herauszufinden.

Remus sah, genau wie Thomas, dem Lehrer noch nach, ehe er sich wieder an den Schulleiter wandte. „Es ist zwar unerheblich aber,… Marcus Baily wurde gestern unter den Imperiusfluch gestellt und hat in der vergangenen Nacht versucht Sirius zu töten.

„Es hat aber Philipps erwischt. Sirius hatte mit ihm den Dienst getauscht, da er krank war."

„Das sind keine guten Nachrichten", stellte der Schulleiter leise fest. „Richte Sirius bitte aus, er soll gut auf sich aufpassen."

Remus nickte und verabschiedete sich dann vom Schulleiter, um zusammen mit Thomas das Schulgelände zu verlassen.

Hinter den Schilden trennten dann auch sie beide sich von einander.