Anmerkung der Autorin: Ich muss euch ganz ehrlich sagen das ich mich wie ein kleines Kind über die Reviews freue. Jedes mal sitz ich grinsend da und bekomm einen unglaublich Schreibschub :)
Keine Sorge, Dracos Familie ist schon eingeplant, ihr seit genauso ungeduldig wie ich mit der Story weiter zu kommen. Meine Prüfungen werden Ende Februar seien, verzeiht mir also wenn es bis dahin etwas langsam voran geht :) So, jetzt wünsche ich euch aber viel Spaß mit meinem neuesten Kapitel!

Fix und fertig mit der Welt ließ sich Matt auf sein neues Bett fallen. Er hatte so gut wie lange schon nicht mehr gegessen. Eigentlich konnte er sich nicht daran erinnern jemals so gut gegessen zu haben.
Gedankenverloren und völlig zufrieden wanderten seine Blicke an der Decke entlang durch das Zimmer. Er hatte den Rückweg schon fast alleine gefunden. Ohne Draco wäre er zwar sonst wo gelandet aber für den ersten Tag war das schon noch in Ordnung.
Beim Abendessen hatte er die Bekanntschaft mit einigen anderen Slytherins gemacht. Auf den ersten Eindruck wirkten sie wie eine verschlagene tumbe Bande. Doch Matt hatte bemerkt das dieser tumbe Haufen, wohl eine Zusammengehörigkeitsgefühl hatte und vermutlich doch schon einiges für den anderen geben würde. Wenn man das betrachtete, war dieser tumbe Haufen doch schon gar nicht so schlecht. Matt musste sich erst mal an sie gewöhnen und sie sich an ihn. Was ihn allerdings gewundert hatte war, das sie fast schon krankhaft versuchten einen schlechte und verruchten Eindruck zu machen. Vielleicht war dies Teil dieser Häuserrivalitäten?
Bis auf den kompletten Slytherintisch hatten ihn auch bald viele andere unverhohlen angestarrt und mit dem Finger auf ihn gezeigt. Es war bestimmt untypisch, das ein neuer Schüler mitten im Jahr auftauchte und dann noch in seinem Alter. Matt konnte sich gut vorstellen, dass momentan die wildesten Gerüchte über seine Herkunft im Umlauf sein mussten. Neben all diesen etwas unangenehmen Faktoren war er dennoch überwältigt von der Halle gewesen. Besonders die Decke der Halle hatte ihm gut gefallen. Erst da war ihm schmerzlich aufgefallen das er in einem Gebäude war und nicht draußen unter freien Himmel, so wie es ein Großteil seines Lebens gewesen war.

Als dann auch noch das Essen erschienen war konnte sich Matt nicht mehr zügeln und hatte nach Herzenslust reingehauen.
Aber nicht nur die Schüler hatten ihn angestarrt, er konnte auch die Lehrer mehrmals in seine Richtung zeigen sehen um dann Dumbledores Worten zu lauschen. Matt hatte probiert das alles auszublenden und sich auf das überragende Essen zu konzentrieren.
Anscheinend hatte er sich zu sehr darauf konzentriert:

Draco kam nach ihm in den Schlafsaal und sah in spöttisch an.
„Konntest ja auch nicht aufhören alles in dich rein zu schlingen."
Damit quittierte er Matts gequälten Gesichtsausdruck als er sich mit der einen Hand über den Bauch strich.
„Das sah alles so lecker aus. Ich wollte unbedingt alles probieren!", versuchte Matt einzulenken.
„Probieren? Du hast den halben Tisch leer gefressen!"
„So schlimm wars doch nicht oder?", fragte Matt jetzt doch etwas beunruhigt. Er hörte Draco lachen und versuchte sich von seinem unangenehm prallen Bauch abzulenken.
Der blonde Junge hatte sich auf seinem Bett abgestützt und sah zu ihm hinüber. Dann schien es als hätte er sich einen Ruck gegeben.
„Aber jetzt erzähl mal, warum hat dich das Ministerium hier her gebracht? Was hast du davor denn angestellt?"
Diese Frage hatte Draco bestimmt schon den ganzen Abend lang beschäftigt, und nun war der Zeitpunkt gekommen an dem er sich getraut hatte die Frage auch wirklich zu stellen.
„Nichts spektakuläres eigentlich, bin ein Ausreißer gewesen. Haben mich aufgegriffen und Hogwarts wegen meiner Schulpflicht zugeführt. War dann einige Nächte bei denen untergebracht bis die den Papierkram durch hatten. Heute haben sie mich bei Dumbledore abgeliefert. Und das wars eigentlich auch schon."
Draco schien sichtlich enttäuscht und drehte sich seinem Schrank zu.
„Mmh, das ist wirklich nicht so spannend wie ich gedacht hatte. Kennt man deine Familie?"
Der blonde Junge kramte Pijamas aus dem Kleiderschrank und begann sich umzuziehen. Das Gespräch erforderte wohl nicht mehr seine gesamte Aufmerksamkeit.
„Blackwood? Na ja, ich weiß nicht viel über meine Familie um ehrlich zu sein. Mein Vater und meine Mutter waren beide hier auf der Schule zur gleichen Zeit wie Professor Snape glaube ich."
„Dann muss mein Vater sie kennen. Aber wie kann man denn bitte nicht so viel von seinen Eltern wissen? Bist ja wohl nicht als Baby weggelaufen?"
Draco hatte sich in sein Bett geschmissen und beobachtete ihn jetzt allerdings deutlich desinteressierter.
„Könnte daran liegen das sie beide gestorben sind."
Matt wandte sich ebenfalls zu seinem Kleiderschrank und suchte sich eine kurze Hose und ein T-Shirt heraus. Als er sich auszog drehte er Draco den Rücken zu damit dieser nicht unbedingt seine Blessuren sah. Schnell hatte er sein T-Shirt übergezogen und sah dann wieder zu dem betretend schweigenden Jungen hinüber.
„Wenn du dich jetzt dafür entschuldigen willst dann lass es lieber", unterstrichen wurden seine Worte mit einer wegwerfenden Handbewegung.
„Ist schon lange her, ich weiß nicht mal mehr viel davon. Seit sie gestorben sind war ich auf mich allein gestellt. Meine Familie war nicht reich oder so etwas. Fast alle Erinnerungen die ich habe sind ohne sie. Also mach dir keinen Kopf."
Ein unangenehmes Schweigen breitete sich zwischen den Jungen aus beide schienen den Blicken des jeweils anderen Auszuweichen.
„Wie geht's morgen eigentlich weiter?"
„Achso, stimmt. Komm einfach mit mir in den Unterricht. Um sieben gibt's Frühstück und am acht geht dann der Unterricht los. Morgen steht Zaubertränke bei Snape, Geschichte der Zauberrei und Kräuterkunde an. Hast dir nen scheiß Tag ausgesucht zum anfangen, gleich zwei Doppelstunden mit den Gryffindors erwischt. Morgen um sieben stehen wir auf, dann kurz frühstücken und zu Zaubertränke. Und schlag dir nicht wieder so den Bauch voll, sonst kriegst du bei Snape Ärger wenn du nicht fit bist."

„Verstanden" er lächelte und mit einem Wink seines Zauberstabs gingen die Lichter auf seiner Seite aus. Seinen Zauberstab legte er direkt neben sich aufs Bett in Reichweite.
Er genoss das warme weiche gut riechende Bett mit allen Sinnen und drückte sich tief in das nachgiebige Kissen hinein.
„Sag mal Draco, weißt du wie das mit der Decke funktioniert? In der großen Halle mein ich."
„Ist irgendein Zauber, keine Ahnung, hat mich eigentlich auch noch nie interessiert."
„Weißt du wer es wissen könnte, oder wer die Decke verhext hat?"
„Könntest ja mal Professor McGonagall fragen, die Lehrerin für Verwandlung. Oder Granger, das alles wissende Schlammblut", spuckte Draco aus.
Matt schwieg, er wollte nicht gleich am ersten Tag eine Grundlagendiskussion mit Draco beginnen, das hatte noch Zeit.
Granger also, vielleicht konnte er sie einfach mal Fragen, oder sollte er zuerst zu McGonagall gehen. Er starrte die Decke mit Abscheu an, es war grässlich, er wollte so bald es ging eine Lösung finden.
„Naja gute Nacht, bis morgen", kam es von Dracos Bett als dieser die Vorhänge rundherum zuzog.
„Nacht Draco."
Matts Augen wanderten zu dem grünlich schimmernden Fenster, immer wieder konnte man zuckende Bewegungen dahinter sehen. Ihm war nicht wirklich nach schlafen zu Mute. Es wurde ihm immer mehr die stickige Luft, das kleine Zimmer bewusst. Er schloss die Augen und drehte sich etwas im Bett herum, bis ein greller Schmerz durch seinen Oberkörper zuckte. Sofort legte er sich wieder gerade auf den Rücken.
Seine Gedanken richteten sich wieder auf den Auror der ihn so zugerichtet hatte. Matt bereute es, das er ihn nicht im ersten Augenblick zerfetzt hatte. Aber man sah sich immer zweimal im Leben, sagte er sich und versuchte seine Wut zu zügeln. Er würde ihm das noch heimzahlen, das wusste er ganz sicher.
Und immer wieder waren es Auroren die ihm sein Leben zerstörten. Immer und immer wieder. Er konnte nicht anders als sie zu hassen. Diese arroganten aufgeblasenen Wichtigtuer. Im Auftrag des Ministeriums hier, im Auftrag des Ministeriums da. Wenn es noch keine Gesetze gab wurden Gesetze nachträglich erlassen, so war das Ministerium. Aber eines Tages würde jeder seine gerechte Strafe erhalten, davon war er überzeugt. Er hatte es satt ständig dieser Willkür ausgeliefert zu sein. Das nächste Mal wenn ihm jemand aus dem Ministerium in die Quere kommen sollte, würde er nicht mehr freundlich sein. Er würde ihnen Flüche auf den Hals jagen die sie ernsthaft verletzen. Auf die freundliche Weise konnten diese Idioten scheinbar nicht.
Durch seine Gedanken aufgebracht war an Schlaf gar nicht mehr zu denken. Viel mehr dachte er daran wie er hier gelandet war.
Matt konnte nicht ahnen das ihm gleichen Moment eine Ministeriumseule in Dumbledores Büro ankam..

Albus sah überrascht auf, eine Eule um die Uhrzeit konnte im Normalfall nichts gutes bedeuten. Er stand auf und ging zu der braunen Eule hinüber und befreite sie schnell von ihrem Brief. Ein offizieller Ministeriumsbrief. Seufzend ließ er sich wieder in seine Sessel fallen und nahm sich noch ein Toffee bevor er den Brief öffnete.

Guten Abend Albus,
hier die geforderten Informationen zu dem Jungen Blackwood.
Danke vielmals für die schnelle Aufnahme und Lösung unseres Problems.
Wie du den Akten entnehmen wirst war es unabdringlich den Jungen bei dir zu belassen.
In schweren Zeiten wie diesen, können wir uns nicht auch noch mit so etwas befassen. Du weißt ja wie das ist.
Cornelius Fudge
Zauberminister

Fudge hatte viel zu tun? Albus schüttelte nur den Kopf. Er würde sich nicht weiter über den Brief aufregen, viel zu gespannt war er auf die Unterlagen.
Langsam entrollte er die nächsten Pergamentblättern und begann zu lesen.

Vorfallnr 201546
Betreff: 1.1 Falschaussage, Widerstand und Tätlichkeit gegenüber Auroren
1.2 Flucht (Notwendigkeit einer Apparationsmanipulation)

Nicht Meldung eines Zauberers
2.1 Unterlassene Korrektur der Sterbensurkunde

Schilderung des Vorfalls von Mister Arian Fitch:

Es ging eine Meldung ein, das in der Nähe eines Zaubererdorfs die Warnbarriere zum Schutz für Muggle durchbrochen worden war. Da mein Team aus insgesamt drei Auroren in der Nähe patrouillierte begaben wir uns in die Nähe des Alarms.

Wir hatten sie bald aufgespürt, Herumtreiber die durch die Gegend zogen, nichts auffälliges. Wir hielten an um sie zu kontrollieren wobei wir auf Widerstand stießen. Sich weigerten sich uns ihre Muggelpapiere auszuhändigen.

Derweil einige Stockwerke weiter unten lag der betroffene Junge im Bett und dachte gerade eben an diesen Vorfall:
Es war Mittag gewesen als sie ein abgelegenes Waldstück durchquerten. Connor, Phil und er waren guter Laune und hatten allerhand Scherze gerissen. Phil hatte mit seiner großen Klappe ab und zu sogar Connor ein paar Worte entlocken können. Sie hatten Glück gehabt, im letzten Dorf hatte man sie mit ein paar Vorräten versorgt. Die alten Leute rissen sich immer wieder dazu hin. Matt hatte den Verdacht das manche sie sogar beneideten so frei zu sein. Doch ihn hatte schon bald eine Unruhe ergriffen, als wären sie unter Beobachtung.
Matt hatte seinen Fehler erst bemerkt als es schon zu spät war und drei komisch gekleidete Gestalten aus einem Gebüsch herausgetreten waren. Er hatte auf Anhieb bemerkt das es Zauberer sein mussten und das Gefühl das er gehabt hatte, hätte ihn davor warnen sollen das sie zu nah an eine Siedlung gekommen waren. Sie waren schon öfters an Siedlungen vorbeigezogen. Doch Matt hatte immer darauf geachtet nicht allzu nah an ihnen vorbeizuziehen.
„Na Jungs, was macht ihr denn hier?"
„Nur unterwegs Sir, haben nichts angestellt", erwiderte Phil und Matt konnte klar den skeptischen Blick erkennen mit denen Phil die Leute ansah.
„Unterwegs ja? Habt ihr eure Papiere dabei? Würden sie gerne überprüfen, sicher ist sicher."
„Entschuldigen Sie, aber Sie machen nicht den Eindruck von der Polizei zu sein, deswegen sehe ich keinen Grund weshalb wir ihrer Forderung nachkommen sollten.", Phil führte weiter das Wort und Matt betrachtete die drei Gestalten genauer.
Der Mann der sprach sah gefährlich aus, eine Narbe lief direkt an seinem Hals entlang, dieser hatte eindeutig Kampferfahrung. Die anderen beiden waren abgelenkt, sie konzentrierten sich überhaupt nicht auf die Situation. Matt umfasste seinen Zauberstab fester, wenn es nötig war müsste er den Wortführer als erstes ausschalten, nur dann hatte er eine Chance die beiden anderen noch zu schaffen.
„Junge, mach keine Probleme und zeig mir deine scheiß Papiere!"
Das war nicht gut, er konzentrierte sich und begann die Details in sich aufzunehmen. Der vernarbte Mann schien Linkshänder zu sein, denn er trug seine Uhr am rechten Handgelenk. Sein Vorteil bestand darin das sein Zauber meistens etwas nach links abdriften würde. Um die anderen beiden machte er sich keine Gedanken, bis diese überhaupt ihren Zauberstab berührten würden sie schon ausgeschaltet sein. Aber warum waren sie hier? Wegen ihm, hatten sie es herausgefunden? Oder war dies doch nur eine Routinekontrolle. Würde er sich hier wehren, so würde es definitiv Konsequenzen geben. Aber wenn sie es schon wussten wäre es dumm sich nicht zu widersetzen.
Phil regte sich immer noch nicht, im Gegenteil er hatte die Fäuste geballt.
„Sonst was? Glaubst du Penner ich lass mir von irgend so einem dahergelaufenen Fuzzi irgendetwas sagen? Lern erst mal die richtig anzuziehen bevor dus Maul aufreißt", blaffte Phil ihn an. Im nächsten Moment, und ja es ging verdammt schnell wurde Phil gegen den nächstgelegenen Baum geschleudert. Matt hatte recht gehabt, er war Linkshänder und er war verdammt geschickt. Es war nur eine lässige Handbewegung gewesen und doch war die Wirkung groß. Die anderen beiden rührten sich immer noch nicht und lächelten nur Müde. Sie waren sich ihrer Sache sicher.
Der narbige Mann hatte immer noch den Zauberstab gezogen und richtete ihn weiter auf Phil der ihn verwirrt ansah.
„Jetzt spuckst du nicht mehr so große Töne. Merk dir eins Abschaum, wenn jemand deine Papiere sehen will, dann gib sie ihm gefälligst."
Matts Herz schlug ihm hart gegen die Brust, die nächsten Sekunden würden entscheiden wie
es ausging. Am Rande bemerkte er wie sein Silberreif anfing auf seiner Haut zu brennen.

Ohne jegliche Vorwarnung griff dann wie später bekannt Matthew Blackwood hinterrücks an. Da ich in diesem Moment die Papiere eines der Verdächtigen überprüfte konnte er mich überrumpeln. Meine beiden Kollegen traf er mit einem heftigen schwarzen Zauber und setzte auch sie außer Gefecht. Wie es das Glück so wollte fiel ich auf das Auroren-Notsignal, welches unter meinem Gewicht zerbrach und kurze Zeit später, nachdem die Jungen geflohen waren, 5 weitere Auroren an Ort und Stelle brachte.

Matt atmete aus und langsam verlangsamte sich sein Herzschlag, Connor neben ihm war wie zur Salzsäule erstarrt. Immer deutlicher spürte er den Reif an seinem Handgelenk und als er herabblickte sah er Blut an seinen Fingern hinunterlaufen. Er musste sich beruhigen.
Noch einmal atmete er aus, er kannte sie nicht, sie taten ihnen Unrecht. Er musste kalt werden, unbeteiligt.
Phil hielt sich seinen Brustkorb und lag zusammengekauert am Baumstamm, er schien nicht sonderlich gut Luft zu bekommen.
Matts Herzschlag beschleunigte sich wieder. Wut kochte in ihm auf und ein unzähmbarer Hass loderte in ihm auf.
Ich sollte ihn zerfetzen diesen eingebildeten BASTARD. Noch einmal blickte er zu den Beiden anderen hinüber. Ihre Gesichter waren immer noch von einem überlegenen Lächeln geziert.
„Imobilius", ohne seine Wirkung abzuwarten richtete Matt seine Zauberstab auf die anderen beiden die noch nicht begriffen hatten was passiert war.
Zwei weitere Lichtsträhle kamen aus seiner Zauberstabsspitze und die zwei Auroren lagen bewegungsunfähig auf dem Boden. Einzig allein ihr Anführer stand wie versteinert da, nur seine Augen folgten ihm.
„Hilf mir mit Connor, er ist verletzt", er hatte seinen Zauberstab schnell wieder weggesteckt und ging in Phils Richtung. Natürlich hätte er ihn schweben lassen können, aber das was gerade passiert war reichte seinen Freunden vermutlich an übernatürlichen.
Connor regte sich nicht, bis Matt ihn erneut rief.
„Alles in Ordnung?"
„Ich weiß zwar nicht was du gerade gemacht hast, oder was gerade passiert ist.."
„Lass uns das wann anders klären, wichtig ist jetzt das wir von hier wegkommen."
Phils Augen leuchteten ihm entgegen, dann ein nicken und gestützt von Matt und Connor begannen sie sich von der Szenerie zu entfernen. Dabei stürzten sie den gelähmten Peiniger um, der dumpf auf den Boden fiel.

Nachdem unsere Kollegen uns aus dieser misslichen Lage befreit hatten teilten wir uns auf. Es wurde ein Apparations-Dislocation-Zauber auf das betroffene Gebiet gelegt. Der Ausgangspunkt wurde von mir und meine 3 weiteren bewacht. Die anderen schwärmten aus und versuchten die Junge so einzufangen. Mister Blackwood muss dann bald seine Freunde im Stich gelassen haben um sich selbst zu retten, denn wenig später tauchte er in dem Ausgangspunkt auf. Seine Begleiter konnten nicht aufgefunden werden, was nicht weiter relevant war da sie über keinerlei magische Begabung verfügten. Dort wurde er geschockt, und ins Ministerium gebracht. Nachdem wir ihn in einer Zelle verstaut hatten war der Fall Matthew Blackwood für mich beendet.

Etwas war passiert, er spürte es ganz deutlich. Die Luft war wie elektrisiert und ein Druck legte sich auf seine Ohren. Sie stürzten hastig weiter durch den Wald. Sie waren zu langsam, was würden die Auroren mit Connor und Phil machen? Verfolgten sie sie schon?
„Matti ich kann nicht mehr..", Phil keuchte, man sah ihm an das er am Ende seiner Kräfte war.
„Lass uns hier kurz ausruhen", Connor hatte immer noch nicht ein Wort gesagt. Während sie rasteten sah sich Matt immer wieder um. Warum waren die Typen hier aufgetaucht? War er zu unvorsichtig geworden?
„Du bist wie sie oder?"
Connor war nie sonderlich gesprächig, aber wenn er etwas sagte sollte man seine Worte beachten.
„Ja Connor, ich bin so geboren, aber ich bin nicht bei ihnen aufgewachsen. Ihr seit meine Familie. Wir müssen weiter, ich weiß nicht was passiert wenn sie uns finden."
Wieder machten sie sich auf den Weg und kamen noch langsamer voran. Jetzt konnte man deutlich hören das sie verfolgt wurden. Immer wieder krachte es laut durch den Wald.
Phil stürzte, er war am Ende seiner Kräfte.
„Wir kommen nicht mehr weiter", sagte Connor ruhig und sah ihn an.
Ihre Verfolger waren nahe, verdammt nahe. Sie mussten weiter.
Und doch, plötzlich kam ihm eine Idee.
„Jungs, was haltet ihr davon wenn wir uns am See treffen. Wisst ihr, den von vor 4 Tagen. Ich werde euch hier verstecken so das sie euch nicht finden können. Dann werd ich sie ablenken, ich bin einer von ihnen, ich werd mich schon wehren. In 4 Tagen treffen wir uns dann wieder!"
Connor richtete Phil auf und lehnte ihn gegen einen Baum. Phil bekam nur noch stoßartig Luft und sein Blick driftete ab.
„Du wirst nicht wieder kommen wenn du jetzt gehst", Connors blaue Augen durchdrangen ihn. Er hatte das ausgesprochen was Matt gedacht hatte. Er hatte keine Wahl, würde er sich mit ihnen verstecken würden sie solange suchen bis sie sie alle hatten. Würden sie ihn allein finden, hätten sie keinen Grund nach den beiden anderen weiter zu suchen. Trauer kam in ihm auf. Er würde hier seine besten Freunde zurücklassen, er würde hier sein Leben zurücklassen.
Connor stand auf und nahm ihn in den Arm, es war eine feste endgültige Umarmung.
„Wir werden am See auf dich warten, egal wie lange du brauchen wirst", Connor hatte sich umgedreht und zu Phil gekniet. Matt verstand, er wollte nicht zusehen wie er ging. Matt zog seinen Zauberstab und trat einige Schritte zurück. Sein Herz war kalt wie Eis und es schien sich in seinem Brustkorb zu winden so übel stieß ihm der Gedanke auf von ihnen zu gehen.
Noch zögerte er, doch das nächste knallen dicht hinter ihm rüttelte ihn wach.
„Bewegt euch nicht von hier weg, wartet bis heute Abend bis ihr weiterzieht. Anapneo", kurz nachdem der Zauberspruch Phil getroffen hatte, atmete dieser ruhig. Mehr konnte er im Moment nicht für ihn machen.
Danach begann Matt alle Schutzzauber die er kannte um die beiden zu legen. Konzentriert rezitierte er die Spruchformeln und versuchte sich an die Bewegungen zu erinnern.
„Cave Inimicum, Protego Totalum, Muffliato, Desillusio", mit dem letzten Zauber verschwanden seine Freunde vor seinen Augen und ließen nichts weiter als unberührten Waldboden zurück. Er schluckte, zum ersten Mal seit langem sah er nicht einen von den beiden. Er schüttelte den Kopf um seine Gedanken wieder in den Griff zu bekommen. Wenn er jetzt apparierte würden die Zauberer seiner Spur sicher folgen. Den Zauberstab fest in der Hand konzentrierte er sich auf einen anderen Ort. Doch während sich das beklemmende Gefühl des Apparierens einrichtete verschwamm der Ort vor seinen Gedanken und er sah einen neuen. Würde er jetzt abbrechen würde er unweigerlich zersplintern.
Sogleich nach dem er wieder festen Boden unter den Füßen hatte wurde von einem Fluch getroffen und entwaffnet. Noch nicht wieder im Gleichgewicht wurde er schmerzhaft an seiner Schulter getroffen und er ging endgültig zu Boden.
Hastig versuchte er sich aufzurichten, mit dem Ergebnis von einem weiteren Fluch getroffen zu werden. Atemlos lag er auf dem Rücken, seine Schulter brannte die Feuer. Langsam drehte
er sich zur Seite um sich etwas aufzurichten. Er hob seinen unverletzten Arm hoch um zu zeigen das er sich nicht mehr wehren würde. Als er aufblickte traf sein Blick den vernarbten Zauberer von zuvor. Er war knapp vor ihm und so konnte Matt den Tritt nicht kommen sehen der ihn erneut zurück auf den Boden warf. Keuchend rang er nach der Luft die ihm der Tritt aus den Lungen gepresst hatte.
„Jetzt bist du nicht mehr so frech, Abschaum."
Kurz sah er sich um, noch mindestens zwei weitere Personen waren hier. Würden sie dem vernarbten Zauberer Einhalt gebieten?
Er machte nicht nochmal den Fehler sich aufzurichten sondern blieb nach Luft ringend liegen.
„Weißt du, keiner mag hinterlistiges Pack", mit diesen Worten trat er ihm heftig in die Seite.
Dort wo er ihn getroffen hatte explodierte eine Welle aus Schmerz und verbreitete sich in seinem Brustkorb. Seine Sinne schienen sich nur noch auf Schmerz zu beschränkt zu haben und diesem vollkommen aufzugehen.
Zwei weitere Tritte brachten Matt in ein Delirium aus dem ihm nicht mal mehr die hämischen Kommentare seines Peinigers zu reißen vermochten.
„Fitch, denkst du nicht er hat jetzt genug? Hat seine Lektion gelernt", drang es von irgendwoher zu ihm.
„Pah, so ein bisschen Prügel haben noch niemanden geschadet, oder", mit diesen Worten packte er Matt am Kragen und riss ihn hoch.
Mühelos schien er ihn gegen einen Baum drücken zu können, den Matt war sich sicher das er nicht mehr auf eigenen Beinen stehen konnte.
„Sag mir mein Junge, hast du deine Lektion gelernt?"
Aus Matts Mundwinkeln quoll Blut als er erstickt hustete. Die Pause an Schlägen gab ihm Zeit sich wieder etwas zu sammeln. Irrwitzig keimte eine Antwort aus seinem von Schmerz gefülltem Gedanken in ihm auf. Ohne sich dagegen wirklich wehren zu kommen drangen stolze Worte aus seinem Mund. Wenn auch vielleicht für seine Situation zu stolze Worte.
„Ich wusste schon lange das ein wirklicher Mann sich nicht dadurch profiliert auf wehrlose einzuschlagen. Und das dies, Ihre Niederlage von vorhin nicht besser macht", keuchte er Wort für Wort leise. Matts Augen suchten die seines Gegenübers und er zeigte ihm ein Lächeln aus blutverschmierten Zähnen.
Der Griff an Matts Kragen verfestigte sich und er konnte gerade die Faust noch erkennen bevor sie ihm ihn ins Gesicht schlug. Matt lachte nur, er lachte und lachte so lange bis er fast an dem Blut in seiner Kehle erstickte. Er war weit weg und spürte die Schläge nicht mehr. Der Schmerz war schon überall, was konnte er ihm noch ausmachen? Würde er so weit gehen ihn zu töten?
Weit entfernt spürte er, wie er an dem Baum hinab glitt und zur Seite kippte. Nicht ein bisschen Kraft war in seinem Körper belassen worden. Er hatte von ihm abgelassen, es folgten keine Schläge mehr. Er war nicht mehr wachsam genug um sich noch weiter gegen die Ohnmacht zu wehren und dämmerte schließlich weg.

Wie durch die Schilderung von Mister Fitch deutlich geworden ist, stellt Mister Blackwood in diesem Zustand eine Gefahr für die Zauberergemeinschaft dar. Da er noch keine gültige Zaubereiausbildung erhalten hat, hat das Ministerium beschlossen ihn in die Obhut Professor Dumbledores übergehen zu lassen.
Weiterhin konnten wir Matthew Blackwood wieder in unsere Datenbank aufnehmen und die Familienakte der Blackwoods ausbessern.
Nachdem Abschluss seiner schulischen Ausbildung wird erneut verhandelt mir welcher Strafe Mister Blackwood zu rechnen hat. Im Moment wurde von Ausschuss ein Jahr Askaban angeregt. Sollte im nachfolgendem Beschluss ein höheres Strafmaß beschlossen werden, so wird der Wert gemittelt. In dem Falle das es niedriger ausgehen sollte oder keine Strafe verhängt werden soll, so muss von einem angesehenen Mitglied der Zauberergesellschaft für ihn gebürgt werden. Wenn dies nicht passieren sollte, wird die Ausgangsstrafe von einem Jahr Askaban-Inhaftierung wieder aktiv.

Vorfallnr 201546
Vertagt bis nach dem Abschluss in Hogwarts

Albus massierte sich Stirn runzelnd die Nasenwurzel als er das Pergament weglegte. Er würde dem Jungen helfen müssen, denn wie man sehen konnte drehte das Ministerium völlig ab. Erst Schulausbildung dann Askaban? Da passte etwas überhaupt nicht zusammen. Er musste sich den Fall der Blackwood noch einmal ansehen. Doch so viel er sich auch versuchte zu erinnern, er kam nicht mehr darauf. Etwas betrübt verstaute er die Pergamente in seinem Schreibtisch und stand auf. Was wurde nur aus dieser Welt?