A/N: Danke fürs Weiterlesen :) Im dritten Kapitel erfahrt ihr endlich, worum es in der Mission geht und Hermine trifft auf ihren Partner...Wortwörtlich.


Kapitel 3

Langsam schlug Hermine ihre Decke zurück und schlüpfte vorsichtig aus dem Bett, um Ron nicht zu wecken. Auf Zehenspitzen schlich sie ins Wohnzimmer, wo sie bereits am Vortag ihre Kleidung und ihr Gepäck, ein mittelgroßer schwarzer Koffer, hingebracht hatte. Schnell schlüpfte Hermine in eine elegante schwarze Hose und während sie noch mit dem Reißverschluss kämpfte, bückte sie sich bereits nach ihrem Leibchen, einem cremefarbenen Tank Top, dass ihre helle Haut gut betonte.

Nervös warf sie einen Blick auf ihre Armbanduhr. „Gut…noch genug Zeit für einen Tee." Mit geübten Griffen stellte Hermine das Wasser zu und während sie darauf wartete, dass es zu kochen begann, schrieb sie einen kurzen Brief an Ron. Endlich war das Wasser heiß und Hermine durchwühlte das Regal über dem Herd nach einem Teebeutel. „Verdammt! Wo hat Ron denn die Teebeutel hingetan?" Schließlich gab sie es auf und zog ihren Zauberstab aus ihrer Hosentasche. „Accio Teebeutel!"

Sie hatte sich vor Aufregung nicht richtig konzentriert und so flog ihr statt des Teebeutels ihr Kater Krummbein entgegen und Hermine konnte nur mit einem schnellen Schritt zur Seite des zu Recht wütenden Tieres dessen scharfen Krallen ausweichen. Schnell beugte sich Hermine hinunter, um zu sehen, ob Krummbein verletzt war, doch eben so schnell wie sie ihre Hand ausgestreckt hatte, zog sie sie auch wieder zurück, als Krummbein mit einem aufgebrachten Fauchen seine Krallen in ihr empfindliches Fleisch grub.

„Au! Bist du wahnsinnig geworden?!" Erschrocken schlug sie ihre unverletzte Hand vor den Mund, als sie realisierte, was für einen Lärm sie und Krummbein gerade gemacht haben mussten. Sie wollte Ron nicht aufwecken…Hermine konnte es nicht ertragen diesen traurigen Ausdruck in seinen Augen noch einmal sehen zu müssen. Ihr Atem stockte und für einige qualvolle Sekunden fürchtete sie gleich ihren verschlafenen Freund in der Tür auftauchen zu sehen, doch nichts passierte. Endlich drang ein lautes Schnarchen an ihre überreizten Ohren und sie atmete erleichtert aus.

Plötzlich begann ihre Armbanduhr schrill zu piepsen und Hermines Herz machte einen erschrockenen Satz. „Nicht auch noch das!" Mit fahrigen Fingern versuchte sie verzweifelt ihre Uhr zum Verstummen zu bringen. Sie war ein Geburtstagsgeschenk von Ron gewesen, eine teure Silberuhr, mit eingebautem Wecker. So sehr sie Hermine auch liebte, an die nervigen Alarmrufe konnte sie sich nie gewöhnen.

„Okay…reiß dich zusammen! Dein Partner in Frankreich wird denken du wärst völlig durchgeknallt!" Ein weiterer Blick auf die Zeit und Hermine seufzte müde. Der Portkey würde jede Sekunde kommen, keine Zeit mehr für Tee. Schnell überflog sie noch einmal die wenigen Wörter, die sie für Ron hingekritzelt hatte.

„Tut mir Leid, dass ich dich nicht geweckt habe, bevor ich aufbreche... aber ich denke es ist leichter auf diese Weise Abschied zu nehmen. Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel. Wenn ich zurückkomme, verspreche ich es wieder gut zu machen. Hermine." Hermine nickte und legte den Zettel gut sichtbar auf die Kaffeemaschine, um sicher zu gehen, dass Ron ihn nicht übersehen würde.

Sie atmete tief durch, um sich zu beruhigen. „Okay, los geht's! Frankreich, ich komme!" Entschlossen packte Hermine ihren Koffer und vollführte eine Halbdrehung. Sekunden später stand sie in ihrem Büro im Ministerium. Wie versprochen lag ein seltsames Objekt auf ihrem Schreibtisch, das sich bei näherer Betrachtung um eine alte Socke zu handeln schien. Leicht angewidert rümpfte Hermine ihre Nase. „Vielen Dank auf, Mrs. Umbridge, für diese reizende Aufmerksamkeit…" Wie um sich von ihrem verhassten Arbeitsplatz zu verabschieden, blickte sich die Hexe noch einmal um und unwillkürlich musste sie lächeln.

Ihre Uhr begann abermals zu piepsen und Hermine verdrehte genervt ihre Augen. „Ist ja schon gut, ich hab kapiert!" Ihren Ekel unterdrückend, beugte sich Hermine leicht vor und tippte leicht auf die übel riechende, löchrige Socke und augenblicklich wurde sie von den Füßen gerissen. In all den Jahren als Hexe, konnte sie sich noch nie an dieses komische Gefühle gewöhnen- es fühlte sich an, als ob ein Haken sie an ihrem Bauchnabel vorwärts ziehen würde und jedes mal hatte sie das Gefühl in zwei Hälften gerissen zu werden.

Endlich war es vorbei und Hermine wurde ziemlich unsanft auf einen steinigen Boden entlassen, wo sie erst einmal einige Schritte vorwärts stolperte, um ihr verlorenes Gleichgewicht wiederherzustellen. Der Koffer, den sie mit hartem Griff umklammert hielt, rammte sich schmerzhaft in ihre Kniekehle und Hermine fiel nun doch zu Boden.

„Verflucht noch mal! Ich hasse Portkeys!" Ein wenig schwerfällig stand sie wieder auf und staubte sich verärgert den Staub von ihrer schwarzen Designerhose, wobei sie einen zentimeterlangen Riss bemerkte. „Toll, wirklich toll." Plötzlich begann sich etwas in ihrer Hosentasche zu bewegen und nun schrie Hermine doch erschrocken auf, wobei sie mit ungläubigen Augen nach unten sah, bereits mit dem schlimmsten rechnend.

Bevor sie noch ihren Zauberstab ziehen konnte, streckte sich wütend ein blauer Zipfel heraus und knisterte vorwurfsvoll mit den drei übrigen Ecken. Über ihre eigene Dummheit lachend, zog Hermine den blauen Umschlag heraus und kaum, dass sie ihn geöffnet hatte, begann die nervtötende Stimme von Umbridge in dieser ihr eigenen, falschen Stimme zu reden.

„Guten Morgen, Miss Granger. Wenn alles gut gegangen ist, sollten Sie sich jetzt an der Grenze zu Frankreich befinden, auf einem schmalen Pfad. Ihre Aufgabe ist es, diesem Pfad zu folgen, solange bis sie einen kleinen Talkessel erreichen. Dort werden Sie und Ihre Partnerin einen Kontaktmann unseres Ministeriums treffen. Er wird euch wichtige Informationen überreichen. Sorgen Sie dafür, dass diese unter keinen Umständen verloren gehen! Sie sind von äußerster Wichtigkeit und Ihre höchste Priorität ist es, sie sicher zurück nach England zu schaffen. Wir zählen auf Sie."

Hermine lächelte verträumt während der Brief sich vor ihren Augen selbst verbrannte, woraufhin sich der blaue Umschlag hastig in Sicherheit brachte und zurück in ihre Hosentasche kletterte. „Kontaktmann…wichtige Informationen…äußerster Wichtigkeit, höchste Priorität. Jetzt weiß ich, wie sich ein Geheimagent fühlen muss." Noch immer verzückt über das bevorstehende Abenteuer, setzte sich Hermine auf ihren Koffer. Sie sah sich bereits in der großen Halle des Ministeriums, vor ihr der Minister für Zauberei, Layman, der ihr für ihre außergewöhnlich gute Arbeit gratuliert. Sie wurde je aus ihrer Träumerei gerissen, als ein Stein direkt vor ihre Füße flog.

Erschrocken sprang die Hexe auf und warf den Kopf in den Nacken, um zu sehen, wer den Stein auf sie hinunter geworfen hatte. Aber die Sonne blendete sie und schnell wendete Hermine den Blick wieder ab und betrachtete stattdessen den Stein, wobei ein leicht besorgter Ausdruck auf ihrem Gesicht entstand. Der Stein war zwar nicht sehr groß, aber hätte er sie getroffen, würde sie jetzt sicher ohnmächtig auf dem harten Boden liegen.

Wieder hob Hermine den Kopf, diesmal vorsichtiger, doch sie konnte niemanden sehen. Über ihr ragten meterhohe Steinwände und es war ihr unmöglich irgendetwas zu erkennen, außer vereinzelte Grashalme und Büsche. „Wahrscheinlich ist der Stein von selbst heruntergefallen…" Sie sah sich um und lächelte unsicher. „Ist ja nicht gerade der angenehmste Ort, hier."

Jetzt erst viel ihr die unangenehme Stille auf, die sie schon die ganze Zeit umgeben hatte. Kein Gras raschelte, kein Vogel zwitscherte…nichts. Hermine begann leicht nervös auf und ab zu gehen, wobei sie immer wieder auf ihre Uhr schielte. Schließlich konnte sie es nicht mehr ertragen und stampfte verärgert mit ihrem Fuß auf. Die hohen Steinwände gaben das Klicken ihrer Absätze dutzendfach zurück und Hermine zuckte erschrocken zurück, wobei sie rückwärts über ihren Koffer stolperte. „Wa-?" Für einen Moment rang sie noch um ihr Gleichgewicht, hilflos mit den Armen rudernd. Dann fiel sie wie in Zeitlupe nach hinten und instinktiv schloss Hermine ihre Augen, wie um sich auf den sicheren Schmerz vorzubereiten, der sie beim harten Aufprall erwarten würde.

„Als sie sagten, sie würden mir eine blutige Anfängerin schicken, 'abe ich bereits mit dem Schlimmsten gerechnet. Aber dass sie nicht einmal einen Schritt machen kann, ohne gleich über dieses Monstrum von Koffer zu stürzen…das übertrifft all meine Erwartungen." Hermine war sprachlos. Nicht, weil sie überrascht war im letzten Augenblick aufgefangen worden zu sein; nicht, weil eine völlig Fremde es wagte in diesem abfälligen Ton mit ihr zu reden, nein. Sprachlos, weil sie eben diesen abfälligen Tonfall kannte und ihn hier zu hören, nur wenige Zentimeter von ihr entfernt, hatte Hermine in einen Zustand völliger Bewegungslosigkeit versetzt.

Die Frau erwartete offensichtlich eine Antwort, denn als Hermine weiterhin stumm blieb, schnaubte sie verächtlich und lies sie abrupt los, sodass die Hexe mit einem überraschten Quietschen zu Boden fiel, wobei ihr Hinterteil den Sturz merklich minderte. „Sieh an, die'exe ist doch nicht so stumm wie ich dachte. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob mir das nicht lieber wäre. Dein Gequietsche tut echt in den Ohren weh."

Hermine warf wütend ihre Haare über die Schulter, die ihr bis zu diesem Zeitpunkt noch vorm Gesicht gehangen hatten und starrte wütend nach oben. Was sie befürchtet hatte, bewahrheitete sich, als sich ihre dunkelbraunen Augen tief in ach so bekannten kristallblauen Augen bohrten. Fleur Delacour…warum gerade sie?

Ein überraschter Ausdruck breitete sich auf Fleurs Gesicht aus und Hermine machte sich nicht einmal die Mühe ein Grinsen zu unterdrücken. Was hätte sie nicht alles für einen Fotoapparat getan, um diesen köstlichen Gesichtsausdruck festzuhalten. Doch genauso schnell wie Fleur ihre Fassung verloren hatte, hatte sie sich auch schon wieder im Griff und nun war es an ihr überlegen auf Hermine hinunterzulächeln.

„'ermine…was für eine…angenehme Überraschung dich hier zu treffen. Schön, dich nach all den Jahren wieder zu sehen." Sie musterte mich mit einem abfälligen Blick und warf dann mit einer übertriebenen Geste ihr silberblondes Haar über ihre Schultern. „Nettes Outfit."

Hermine sah an sich hinunter und fühlte wie sich ihre Wangen erwärmten. Ihre Hose war staubig und hatte an der anfänglich kleine Riss hatte sich um gute drei Zentimeter verlängert. ‚Verdammt, diese Frau hat kein Recht mich so zu behandeln!' Entschlossen Fleur die Meinung zu geigen, hob sie abermals den Blick und war überrascht, als sie bemerkte, dass Fleur auf irgendeinen Punkt unterhalb ihres Kinnes starrte.

Es reichte! „Hör mal zu, ich kann auch nichts dafür, dass ich mit Dreck bedeckt bin! Immerhin warst du es, die mich fallen hat lassen, also spar dir dein Starren!" Fleur hob nun ihrerseits ihren Blick und Hermine gefiel gar nicht was sie daran sah. Vergnügen. Und richtig, Fleur begann prustend loszulachen.

„'ermine, 'ermine…Man hat dich wohl nicht informiert, dass eine Frau deine Partnerin sein würde. Anscheinend 'ast du mit einem männlichen Partner gerechnet. Sehr gewagter Ausschnitt."

Hermine schoss die Zornesröte ins Gesicht und eine Ader über ihrem rechten Auge begann wie wild zu pochen, während Fleur damit fortfuhr sie auszulachen. Auszulachen! Ihre Zähne knirschten und drohend machte sie einen Schritt auf Fleur zu, die sich sofort versteifte und bevor Hermine wusste was geschah, hatte sie ihren Zauberstab in der Hand und richtete ihn auf die Hexe. „Beweg dich nicht, sonst kann ich für nichts garantieren…" Hermine stockte der Atem, als Fleurs Augen sich zu schmalen Schlitzen verengten. „Impedimenta!" Ein grüner Strahl schoss aus Fleurs Zauberstab und hilflos schloss Hermine die Augen. "Nein!!"


Okay, das Ende ist irgendwie komisch geworden, aber was solls. Hoffe, euch hat das Kapitel gefallen :) War auf alle Fälle lustig die Reaktionen Hermines auf Fleurs Anwesenheit zu schreiben und andersrum natürlich. Was haltet ihr übrigens von dem blauen Briefumschlag? Wir könnten ihm einen Namen geben und wer weiß...vielleicht spielt er noch eine wichtige Rolle in der Zukunft.

Vergesst nicht eine kurze Review dazulassen, für mich und den armen blauen Umschlag, der gerade in Hermines Hosentasche erstickt :p