Simple

Author's Note...

Man schwänze Toman und schreibe lieber...

Aber bitte...Pssssst, sonst gibt es nur Ärger

Außerdem regnet es schon wieder und bei der Kalwass streitet man sich um einen Vaterschaftstest, den eine Mutter für ihren Sohn machen ließ...

Und dieses Mal mit dem Soundtrack von Herr der Ringe, dabei kann man sich wirklich wunderbar konzentrieren und es ist erstaunlich, wie gut man sich dann an vergangene Erlebnisse, wie einen Griechenlandurlaub erinnern kann…Und sogar an ein Erdbeben und eine Kakerlake…

Disclaimer...

Seiya, Taiki und Yaten gehören, ebenso wie Usagi und der ganze Rest, Naoko Takeuchi und ich verdiene auch kein Geld damit...

Simple

Es war doch wirklich mehr als erstaunlich, wie lange man aus einem Fenster starren konnte und trotzdem nichts von draußen mitbekommen konnte. Yaten saß, wie fast immer in letzter Zeit zusammengekauert auf der bequemen Fensterbank, die Knie an die Brust gezogen und den Kopf darauf gebettet. Die grünen Katzenaugen, die ihr Leuchten schon vor Wochen verloren hatten, waren halb geschlossen, dennoch konnte man die Tränen, die in ihnen standen, deutlich sehen.

Yaten litt.

Und, er hasste sich dafür.

Er hasste Seiya...

Und, er verstand nicht, wieso ihn das Ganze denn doch so sehr mitnahm.

Wieso nahmen ihn diese Geschehnisse aus dieser Nacht immer noch so sehr mit?

Warum konnte...durfte er es nicht einfach vergessen und sein Leben weiterleben?

Warum hatte Seiya das nur getan?

Warum hatte er es genossen?

Draußen versank die Sonne in einem wunderschönen Feuerball hinter der Skyline der Stadt und der junge Mann auf der Fensterbank starrte weiterhin darauf, ohne es wirklich zu sehen. Er seufzte noch einmal, als nun die Dunkelheit Stück für Stück die Stadt eroberte und damit auch wieder die Erinnerungen an die Nacht vor zwei Wochen wiederbrachte.

Der Geschmack nach Minze.

Der leichte Druck auf seinen Lippen.

Das Kribbeln, das seinen ganzen Körper erfasst hatte.

Und irgendetwas ganz anderes.

Das alles hatte Yaten aufgeweckt gehabt, er erinnerte sich noch an jede Einzelheit, aber er konnte es nach wie vor immer noch nicht wirklich begreifen.

Was hatte Seiya sich nur dabei gedacht gehabt?

War er betrunken gewesen?

War er, Yaten, nur ein billiger Ersatz für Usagi gewesen?

Er knurrte unwillig, als das lächelnde Gesicht der Mondprinzessin die wunderbaren Erinnerungen an den leicht glasigen Blick von Seiya, als er während ihres Kusses die Augen geöffnet hatte, überlagerten.

Usagi.

Die Prinzessin des silbernen Mondes.

Seiyas Liebe.

Sein Begehren.

Und, warum hatte er Yaten denn geküsst?

Weil er sie nicht haben würde können?

Usagi war, wie alle wussten, Mamoru vorherbestimmt, die Beiden würden eines Tages heiraten, das Königreich regieren und eine Tochter bekommen.

In diese Planung passte kein verliebtes Threelight.

In diese Planung passten auch kein Sänger, kein Alien von einem anderen Planeten...

Alles war vorherbestimmt.

Seiya wusste das, er hatte von Anfang an immer gewusst, wie vergeblich seine Liebe zu Usagi sein würde und er hatte Yaten manchmal auch wirklich leid getan. Seiya hatte nicht aufgeben wollen, egal wie aussichtslos auch die Lage sein würde, und fast hätte Yaten seinen Freund für sein Durchhaltevermögen und seinen grenzenlosen Optimismus bewundert.

Er hätte aber niemals damit gerechnet, dass es eines Tages mal alles entgleisen würde, dass Seiya die rein platonische Liebe, die ihm von Usagi, die seine Gefühle nicht erwidern konnte, aufgezwungen worden war, nicht mehr aushalten könnte und sich seine Befriedigung bei jemand anderem holen würde.

Ausgerechnet bei ihm.

Im ersten Augenblick, bevor sein Verstand wieder wach geworden war, hatte er den Kuss erwidert und es auch noch genossen. Es war wie ein wunderbarer Traum gewesen und Yaten hatte wirklich Angst gehabt, dass sich all das in Wohlgefallen auflösen würde, wenn er nun die Augen geöffnet hatte.

Dennoch, er hatte es getan.

Und Seiya war geblieben.

Der Größere hatte den völlig verwirrten Blick aus den grünen Katzenaugen liebevoll und leicht amüsiert erwidert, aber der Verstand Yatens hatte sich nun doch wieder eingeschaltet gehabt und die verschiedensten Fragen rasten durch seinen aufgewühlten Verstand.

Warum?

Was hatten sie getan?

Was hatten sie sich dabei gedacht?

Was wollte Seiya?

Und Yaten hatte reagiert, er hatte den Größeren, der gerade etwas hatte sagen wollen, einfach nur noch von sich gestoßen und hatte ihm nicht zuhören wollen. Er war so schnell es ging aus dem Zimmer und auch aus dem Haus gestürzt und war durch die dunklen und verlassenen Straßen gewandert.

Yaten hatte nachdenken müssen, über Seiya, ihren Kuss und auch über sich selber.

Warum hatte er den Kuss erwidert gehabt?

Warum?

Er hatte an diesem Abend keine Antworten gefunden, statt dessen waren nur neue Fragen aufgetaucht und am Ende war der Weißhaarige in einer kleinen Bar gelandet und hatte versucht seinen Frust, seine Zweifel und seine Angst in Alkohol zu ertränken, bevor er am nächsten Morgen nach Hause gewankt war.

Wie er dahin gekommen war, wusste er nicht mehr, er wusste nur eins, seine Probleme und alles andere waren endlich zurückgetreten, der viele Alkohol hatte sie wunderbar gedämpft, in eine verborgene Ecke seines Verstandes gesperrt.

Aber nicht für lange.

Als der angenehme Alkoholdunst verschwunden war, waren sie wieder zum Vorschein gekommen und hatten den kleinen Weißhaarigen wieder gequält. Sobald er die Augen schloss, sobald er zur Ruhe kam, standen wieder die Bilder der Nacht und ihres Kusses vor seinen Augen und folterten ihn.

Ein normales Zusammenleben war nicht mehr möglich, Yaten ertrug es einfach nicht mit Seiya in einem Raum zu sein und auch die angebotenen Hilfe von Taiki konnte er nicht annehmen, sondern wies sie sofort brüsk zurück.

Er konnte es ihm nicht erzählen, er konnte ihm nicht von der Schmach erzählen, dass er als Ersatz für die Mondprinzessin geküsst worden war. Das verbot ihm sein Stolz ebenso wie mit Seiya zu reden oder auch nur mit ihm in einem Raum zu sein. Sobald er den Schwarzhaarigen nur sah, kam wieder dieses Verlangen die weichen Lippen erneut zu spüren und den sanften Blick aus den dunklen Augen wieder zu sehen, über ihn und er musste gehen, bevor er sich eine Schwäche leistete.

Er wollte kein Ersatz sein.

Er wollte nicht nur zur Bedürfnisbefriedigung dienen.

Er wollte mehr.

Alles.

Nur der Alkohol half und so verschwand Yaten jeden Abend, sobald die Uhr neu geschlagen hatte aus dem Haus. Immer mit dem gleichen Ritual und immer mit den gleichen Worten.

34 Schritte bis zu Taiki.

"Ich bin dann weg, Tschau!", wie jeden Abend aus dem Schutz der halbgeschlossenen Wohnzimmertür und mit falschem Elan und ohne Taiki auch nur ansehen zu können. Die Sorge in dem Blick seines Freundes könnte er nicht ertragen.

Dennoch wusste er, dass sie berechtigt war, bestand das Leben des Weißhaarigen doch nur noch aus Alkohol, Essen und alles Weitere war in den letzten Wochen sehr vernachlässigt worden, so dass er wahrscheinlich einen schrecklichen Anblick bieten musste. Er selber sah nicht mehr in einen Spiegel, er hatte sogar Angst davor.

Nicht vor seinem eigenen Spiegelbild, das war ihm egal.

Nein, er hatte Angst.

Angst davor Seiyas gebrochenen Blick in der spiegelnden Glasfläche sehen zu müssen, verfolgte der traurige und leidende Blick aus den dunklen Augen ihn doch sogar in die alkoholgeschwängerten Alpträume seiner kurzen und qualvollen Nächte.

"Yaten...Bitte, sei vorsichtig und trink nicht so viel...Wir haben morgen schließlich auch wieder Schule...", Taikis allabendlicher Einwand, um ihn zurückzuhalten, aber wie immer reagierte er gar nicht darauf, sondern verschwand auch schon wieder in Richtung der Haustür.

45 Schritte bis zur Haustür.

Freiheit.

Die Tür war hinter ihm ins Schloss gefallen und hatte ihn von all seinen Sorgen und Nöten abgetrennt. Niemand wollte hier draußen etwas von ihm und er konnte tun und lassen was er wollte.

Wenn er sich betrinken wollte, dann konnte er es tun.

Und, er tat es auch.

Die Sonne ging bereits auf, die Strahlen vertrieben die Dunkelheit, die auf dem Weg des weißhaarigen jungen Mannes gelegen hatte, als er nun nach Hause schwankte. Er war betrunken, sogar mehr als betrunken, aber es ging ihm gut.

Die Ereignisse der Nacht waren nur noch verschwommen.

Erträglicher.

Es war an der Zeit nach Hause zu gehen.

Er schwankte in Richtung seines Hauses und suchte nachdenklich und unsicher nach dem Schlüssel, versuchte ihn irgendwie in das Schloss zu bringen, um die Tür aufzuschließen möglichst ohne einen seiner Freunde aufzuwecken.

Dabei wusste er es besser, Taiki würde auf ihn warten.

Taiki, die gute Seele dieses Hauses würde wieder, wie immer in letzter Zeit, im dunklen Wohnzimmer sitzen und auf ihn warten. Er würde ihn schweigend in Empfang nehmen, ihn danach die Treppe hinauf zu helfen und ihn dann auch wieder einmal in das Bett zu bringen.

Yaten kicherte betrunken und stolperte überrascht vorwärts, als er es letztendlich doch noch schaffte und die Tür sich öffnete. Ein kleiner Beistelltisch ergab sich dem Ansturm des betrunkenen Threelights und viel zusammen mit ihm, polternd zu Boden.

"Hubs.", er saß mit einem dümmlichen Grinsen auf den Boden und schloss müde die Augen. Die Schritte, die sich ihm nährten, hörte er kaum und erst als Taiki ihn ansprach, nahm er seine Gegenwart wahr "Yaten...Komm, her."

Er wurde empor gezogen und ein starker Arm stützte ihn und bewahrte ihn vor einem weiteren Sturz auf den kalten und harten Fußboden. "Komm, ich bringe dich ins Bett.", Taiki klang nicht einmal vorwurfsvoll und für einen kurzen Moment schämte Yaten sich für sein Verhalten, so einen guten Freund wie den Braunhaarigen hatte er nun wirklich nicht verdient.

Ein Danke, oder eine andere verständliche Aussage konnte er nicht mehr wirklich artikulieren, so lehnte er sich nur an den Größeren, schlug die müden Augen nieder und ließ sich von ihm durch das dunkle Haus führen.

Er konnte ihm vertrauen.

Es war ja nicht Seiya.

An der Treppe angekommen, öffnete er kurz die Augen und schaffte es, wenn auch wackelig und nur mit Hilfe von Taiki, die ersten paar Stufen zu überwinden. Das Angebot getragen zu werden, schlug er gleich wieder aus, das kam für den sturen Yaten erst gar nicht in Frage.

Achtlos ließ er seinen Blick schweifen und schließlich blieb er an einer halb im Schatten verborgenen Gestalt hängen. Er brauchte nicht darüber nachzudenken, die Trunkenheit fiel sofort von ihm ab und er löste sich auch sogleich aus Taikis Griff und straffte seine Gestalt, nur um dann ohne ein Wort zu verlieren, mehr oder weniger sicher an Seiya vorbei die Treppe zu erklimmen.

Seiya sollte ihn nicht so sehen.

Gerade er nicht.

Er sollte diese Schwäche nicht sehen.

Er sollte nicht sehen, wie sehr ihn das Ganze belastete.

Nicht noch eine Blöße!

Nicht noch mehr Schwäche!

Das würde er nicht überleben.

Oben öffnete der Kleinste der Threelights mit Tränen in den Augen die erst beste Tür und fiel einfach auf erst beste das Bett, um dann sogleich müde einzuschlafen.

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