Anm.: Mit diesem Kapitel bin ich irgendwie nicht so glücklich, aber ich veröffentliche es trotzdem ;-) Es ist zwar ziemlich kurz, aber ich bin schon dabei, am nächsten Kapitel zu arbeiten.

Als ich das Zimmer wieder betrat, schreckte Nyota auf und sah mich besorgt an. „Was ist?", fragte ich verwundert. „Wie geht's dir?" Ich sah sie verständnislos an. „Nyota, es geht mir gut, wirklich. Ich brauchte nur etwas frische Luft.", erwiderte ich etwas genervt. Ich sah ihr an, dass sie langsam misstrauisch wurde. „Warum bist du so gut gelaunt? Warum grinst du so?", fragte sie. Ich versuchte, sie mit einem neutralen Gesichtsausdruck vom Gegenteil zu überzeugen, merkte aber schnell, dass mir das nicht besonders gut gelang. Ich merkte, wie sich meine Mundwinkel wie von selbst wieder nach oben bewegten. Ich zuckte die Schulter. „Ich bin einfach gut drauf, das ist alles. Der Spaziergang hat mir gut getan." „Spaziergang? Du warst zwei Stunden draußen. Hast du mal auf die Uhr geschaut? Oder aus dem Fenster? Es ist stockdunkel, ich hab mir Sorgen gemacht!", meckerte sie und sah mich dabei vorwurfsvoll an. „Warum? Ich bin erwachsen, ich bin die ganze Zeit auf dem Campus gewesen, kein Grund, sich zu sorgen. Du führst dich auf wie meine Mutter.", erwiderte ich und begann, meinen Schlafanzug anzuziehen. „Warst du die ganze Zeit alleine? Zwei Stunden lang?" Mein Blick schweift langsam zum Fenster. Würde ich ihr sagen, dass ich nicht alleine gewesen bin, würde sie wissen wollen, wer bei mir gewesen ist. Und würde ich ihr wiederum das erzählen...ich verzog mein Gesicht, fing mich aber leider nicht schnell genug wieder, sodass sie es sofort bemerkte. „Du warst nicht alleine...", schlussfolgerte sie und nun grinste sie mich verschwörerisch an. „Verheimlichst du mir was? Einen Verehrer? Warum hast du mir nichts gesagt?" Ich seufzte. „Es war kein Verehrer dabei." „Moment mal, waren es mehrere? Du hättest mich auch rufen können, wir hätten bestimmt einen schönen Abend gehabt..." Sie sah mich enttäuscht an. „Glaub mir Nyota, es ist besser, dass du nicht dabei warst. Du hättest nämlich garantiert keinen schönen Abend gehabt." Verwirrt sah sie mich an, bis ihr ein Licht aufzugehen schien. Zuerst sah sie mich wissend, dann schockiert an. „Nein..?!", fragte sie. „Ich weiß nicht worauf du hinaus willst. Und ehrlich gesagt, bin ich ziemlich müde.", gab ich zurück und warf mich auf mein Bett. „Sag mir, dass das nicht wahr ist." „Dass was nicht wahr ist, Nyota?" „Dass du die zwei Stunden mit Jim Kirk unterwegs warst!", fuhr sie mich an. Ich verdrehte die Augen. „Nein, war ich nicht", sagte ich und sah die Erleichterung in ihrem Gesicht. „McCoy war auch dabei. Also kein Grund, auszurasten." Ehrlich gesagt, fing es gerade an, etwas Spaß zu machen. „Dann bist du ja sicher auch auf den Geschmack, seines außerordentlichen Charmes gekommen.", sagte sie mit sarkastischem Unterton und sah mich an. „Also ehrlich gesagt, haben wir uns ganz nett unterhalten. Er hat nicht mal versucht, mich anzumachen.", meinte ich beiläufig. Sie schnaubte und ich warf ihr einen warnenden Blick zu. „Du willst mir also sagen, ihr habt zwei Stunden lang nur geplaudert?" „Was sollen wir deiner Meinung nach sonst gemacht haben? Hältst du mich für eine der Tussis, die sich nach ein paar Komplimenten 'rum kriegen lassen? Ich dachte du kennst mich besser." Sauer drehte ich mich um und zog mir die Decke bis unters Kinn. „Mel...tut mir leid. Ich..ich kenne den Kerl nun mal, deshalb mache ich mir ja Sorgen. Nach der Sache mit Will, möchte ich einfach nicht, dass du wieder auf den falschen hereinfällst." Langsam setzte ich mich hin. „Es ehrt dich, dass du dir sorgen machst, aber ich kenne Kirk nun mal nicht. Ich will mir kein Bild von einem Menschen machen, nur weil ich über tausend Ecken mal irgendetwas über ihn gehört habe. Ich finde, er hat einen netten Eindruck gemacht, wir haben uns lediglich unterhalten, das ist alles. Und was William betrifft, das ist vorbei. Der Kerl ist mir egal. Und wie ich dir vor zwei Stunden bereits erklärt habe, bin ich an keinerlei Beziehungen interessiert.", erwiderte ich mit kaltem Unterton und legte mich wieder, mit dem Rücken zu ihr, hin. Ich spürte, wie sich meine Augen mit Tränen füllten. Ich hatte eigentlich nicht an Will denken wollen. Ich wollte endlich damit abschließen. Mit der Tatsache, dass er und meine beste Freundin... . Energisch wischte ich mir die Tränen aus dem Gesicht, atmete tief ein und schloss die Augen. Ich hörte, wie sich Nyota mit einem Seufzen ebenfalls hinlegte und das Licht löschte. Ich schob die Gedanken weg und merkte erleichtert, wie ich langsam in einen tiefen Schlaf glitt.