Kapitel 3: Kakarott
Radditz stürzte sich, schreiend vor Zorn, auf Piccolo. Der Kampf, das konnte gesagt werden, verlief nicht so, wie er wollte. Piccolo sprang über Radditz, der stolperte, während er versuchte, seine Balance wiederzuerlangen, und dann vor Schmerz ächzte, als er den Einschlag von Piccolos Fuß auf seinem Hinterkopf spürte. Er schüttelte den pochenden Schmerz ab, drehte sich um, und schwang seine Faust nach Piccolo. Aber der Dämon lächelte nur und hob eine Hand, die Handfläche nach vorn gerichtet, und feuerte einen Energiestrahl ab, der bei Kontakt explodierte und Radditz nach hinten schleuderte.
Radditz hielt mitten in der Luft an, atmete schwer, und Griff wieder an, wobei er die Konsequenzen blindlings ignorierte. Jeder Treffer, den er einsteckte, machte ihn nur noch wütender und es wurde unwahrscheinlicher, dass er versuchen würde, eine Strategie zu entwerfen. Er begann einen wütenden Sturm von Schlägen und Tritten, denen Piccolo links und rechts auswich und langsam zurücklief, während Radditz' Zorn seine Zielgenauigkeit verschlechterte. Nach ein paar Sekunden hatte Piccolo genug und schlug Radditz mit dem Ellbogen in den Nacken. Er folgte mit einem Schlag in den Magen, und Radditz krümmte sich und schnappte nach Luft. Piccolo trat ihn weg, flog schnell hinter ihn, bevor er auf dem Boden aufkommen konnte, und stoppte Radditz' Fall mit seiner Faust. Sie hingen so in der Luft, bis Piccolo Radditz auf den Boden warf. Der Saiyajin stöhnte und versuchte, wieder aufzustehen, aber versagte.
Piccolo wandte sich Goku und Tenshinhan zu, die entsetzt zusahen. „Er werde ihn gleich erledigen.", sagte er und lief auf sie zu. Sie bereiteten sich auf einen Kampf vor, von dem sie wussten, dass sie ihn nicht gewinnen konnten. „Ich habe fünf Jahre darauf gewartet, gegen dich zu kämpfen, also kann dieser vermeintliche Bruder von dir warten." Die Erde bebte, als Piccolo seine Energie konzentrierte, und sich bereit machte, auf das Duo zuzustürmen. Plötzlich sah er aus dem Augenwinkel eine Bewegung. Er versuchte sich umzudrehen, aber er war nicht schnell genug.
Radditz ist von hinten aufgesprungen, und hielt mit einem Arm Piccolos Hüfte, und mit dem anderen seinen Nacken umschlungen. „Drehe deinem Gegner niemals den Rücken zu!", zischte Radditz. „Vor allem, wenn er der tödlichsten Kriegerrasse im Universum angehört!" Er warf Piccolo über seine Schulter, und dann, als er auf den Boden krachte, landete Radditz auf ihm und bohrte sein Knie in Piccolos Rücken. Er packte mit beiden Händen Piccolos Kopf und schlug ihn auf den Boden. Beim dritten Mal schlug Piccolo zu, und als Radditz gerade zurückwich, nutzte er die Gelegenheit, um auf die Beine zu kommen. Radditz fing an, Energiesalven in seine Richtung abzufeuern und Piccolo sah sich gezwingen, sie alle wegzuschlagen. Als das Sturmfeuer weiter andauerte, sprang er in die Luft, und lud einen riesigen Energieball auf.
„Oh, das kann nicht gut sein.", murmelte Radditz, und fing an zu rennen, als Piccolo ihn vergnügt grinsend abfeuerte. Er flog in die Luft und hob seine Beine gerade, als der Ball unter ihm vorbeiflog.
„Pass auf!", schrie Goku. Er und Tenshinhan flohen, sobald der Ball der Boden berührte und mit einer unglaublichen Kraft explodierte. Radditz schaute hinunter in den Krater.
„Das war zu knapp.", sagte er und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Dann tauchte Piccolo vor ihm auf und schlug ihn zu Boden. Radditz zuckte leicht, als er Mühe hatte, seinen zerschmetterten Körper zu bewegen. „Nein...ich darf nicht besiegt werden...nicht so..." Seine Finger gruben sich in den Dreck, er hob seinen Kopf, und strengte sich an, wieder aufzustehen.
Piccolo flog auf den Boden, genau vor ihn. „Versuchst immer noch zu kämpfen, was? Du bist entschlossen, das muss ich dir lassen." Er ließ seine Knöchel knacken. „Aber du musst endlich einsehen, dass du auf keinen Fall gewinnen kannst. Oh, und danke für den Tipp – ich werde dich jetzt erledigen, nur um sicherzugehen." Er bereitete sich darauf vor, auf Radditz' Genick zu treten, als etwas mit seinem Gesicht kollidierte.
„Aagh!" Piccolo taumelte zurück und ging in Verteidigungsstellung. „Was zum–" Goku stand zwischen ihm und Radditz, mit einem düsterem Blick im Gesicht. Mit einem Schauer realisierte Piccolo, dass er diesen Blick schon einmal gesehen hat – in den Erinnerungen, die er von seinem Vater geerbt hat. Das war Gokus Gesicht, bevor er den originalen Oberteufel Piccolo getötet hat.
„Halte dich von meinem Bruder fern.", sagte Goku, und bereite sich auf das vor, was kommen würde.
„Ka...Kakarott?", krächzte Radditz, die Worte kamen langsam. „Warum? Du hast mich abgewiesen – du hast gesagt, dass du dich mir nie anschließen würdest. W-warum hilfst du mir?"
„Weil du zur Familie gehörst.", antwortete der jüngere Saiyajin. „Außerdem ist Piccolo eine größere Bedrohung als du."
Piccolo runzelte die Stirn. „Was glaubst du, was du ausrichten kannst, Goku? Du hast meine Kraft gesehen. Nicht einmal dieser 'Radditz' kann es mit mir aufnehmen. Was hast du für Chancen?"
Goku flog auf ihn zu, komplett furchtlos. „Es ist mir egal, wie stark du bist! Du musst aufgehalten werden!"
„Du kannst es ruhig versuchen!", schrie Piccolo. Goku hatte Piccolo beinahe erreicht, als er seine Hände an die Seiten seines Kopfes hob.
Radditz–ich werde dir Zeit verschaffen, um dich zu erholen! SONNENBLITZ!", schrie er. Piccolo hat diese Technik den Bruchteil einer Sekunde vorher erkannt und drehte sich in die andere Richtung, um seine Augen vor dem blendenden Lichtblitz zu schützen.
„Glaubst du, dass das funktionieren wird? Ich kenne diesen Trick–" Piccolo wurde unterbrochen, als er Tenshinhan sah, der in der selben Haltung hinter ihm stand.
„SONNENBLITZ!", wiederholte Tenshinhan. Piccolo hatte es kein zweites Mal erwartet, und dieses Mal wurde er geblendet.
„Aah! Meine Augen! Verdammt!" Seine Augen brannten unertäglich, und er packte sie, heulend vor Schmerz.
„Jetzt, Goku!", sagte Tenshinhan, und sprang direkt neben Goku. Goku legte seine Hände an die Seite und konzentrierte seine gesamte Energie, während Tenshinhan seine Hände vor sich hob, ein Dreieck formte, und einen Teil seiner Lebensenergie als Kraft verwendete.
„KA...ME...HA...ME..."
„KIKU-KANONE..."
„HAAA!", schrien sie gemeinsam, als Zwillingsstrahlen, ein helles blau und gelb, hervorbrachen und mit Piccolo zusammenstießen, wobei sie meilenweit Schockwellen aussandten.
Radditz, der mühsam wieder auf die Beine kam, war sehr erstaunt. „Was zum...sie können ihre Energie in einen Punkt konzentrieren–ihre vereinigte Kampfkraft liegt über 1000!" Eine neue Entschlossenheit überkam ihn, und er stand gerade, leicht zitternd. „Ich...bin ein Saiyajinkrieger...und ich werde nicht besiegt werden von dieser...grünen Kreatur! Mein gedächtnisloser, schlecht trainierter, lang verlorener Bruder behauptet sich in diesem Kampf." Er ballte seine Fäuste. „Warum sollte ich das nicht auch können?!" Er fing an, nach vorne zu laufen und wurde mit jedem Schritt selbstbewusster. „Kakarott! Tritt beiseite!"
„Huh?" Goku schaute sich um und sah seinen Bruder wieder auf den Beinen. „Radditz! Geht's dir gut?" Bevor Radditz antworten konnte, tauchte Piccolo aus der Staubwolke auf und sah nicht sehr mitgenommen aus. Er trat Goku mit Leichtigkeit zu Boden und schlug Tenshinhan beiseite.
„Das Spiel ist vorbei!", knurrte Piccolo und in beiden Händen Energie auf. „Versuch ruhig auszuweichen..." Er grinste. „Natürlich nur, wenn du nicht glaubst, dass du stark genug bist, um das hier zu überleben!"
„Was?! Bist du taub? Ich gehöre zum mächtigsten Volk im Universum! Nennst du mich immer noch schwach?!"
„Nein, Radditz!", schrie Goku, aber Piccolo stampfte auf seinen Rücken. „Hör...agh! Hör nicht auf ihn! Verschwinde!"
„Komm schon!", schrie Radditz. „Ich werde mit allem fertig, was du mir entgegenwirfst!
„Finden wir's heraus!" Piccolo brachte beide Hände zusammen und feuerte einen beinahe komplett weißen Energiestrahl. Radditz blieb standhaft, er war genau im Weg des Strahles, als er auf ihn zuraste.
Es gab eine weitere Explosion, als der Strahl sein Ziel traf, die alles in einer Salve von Licht und Geräuschen ertränkte. Goku schaute geschockt–Radditz hat genau in Piccolos Hände gespielt und sich wieder von seinen Emotionen kontrollieren lassen. Und, gefangen unter Piccolos Fuß, konnte Goku nichts tun, um ihm zu helfen.
Der Staub verzog sich. Jemand stand da. Aber–Goku kniff die Augen zusammen, um besser durch den Rauch sehen zu können–etwas schien nicht richtig. Der Umriss war anders... Der Rauch wurde weggeblasen und enthüllte Tenshinhan, der, mit seinen Armen vor dem Gesicht gekreuzt, vor Radditz stand, und sich so vor dem Angriff schützte.
„Was...das kann nicht sein! Verdammt!" Piccolo atmete schwer. „Diese Energieangriffe haben meine Kraft gesenkt...und Radditz lebt immer noch..."
Tenshinhan keuchte, als seine Kraft ihn verließ und er fiel nach hinten. Radditz fing ihn auf. „Warum?!", fragte er, nicht in der Lage zu verstehen. „Warum würdest du so etwas für mich tun? Du weißt, dass ich der Feind deiner gesamten Spezies bin!" Er war geschockt. Dass sein Bruder ihn rettet, war eine Sache, aber dieser Erdling...
Tenshinhan lächelte und hustete Blut. „Weil...du Gokus Bruder bist...er ist der beste Kerl, den ich kenne, also...kannst du nicht nur böse sein...oder?" Sein Körper verkrampfte sich und er schloss die Augen.
„Tenshinhan!", schrie Goku und hielt eine Hand aus in die Richtung seines Freundes. „Halte durch! Gib nicht auf!"
„Es ist zu spät, Kakarott.", sagte Radditz ruhig. „Er ist von uns gegangen." Er legte Tenshinhan auf den Boden, und stand dann auf, um sich Piccolo zuzuwenden. „Das war ein mächtiger Angriff–er muss dich ziemlich viel Kraft gekostet haben." Er nahm langsam eine Kampfhaltung ein. „Auch wenn es unklug war, hat mir der Mut von Kakarotts Freund endlich die Möglichkeit gegeben, diesen Kampf zu beenden. Er dauert sowieso schon viel zu lang."
Piccolo trat Goku weg und schaute dann wütend auf Radditz. Beide waren verletzt, Blut tropfte aus kleinen Schnittwunden, Schrammen und Kratzern auf ihren Körpern, die Kleidung zerrissen, die Rüstung zerbrochen. Es war eine reine Vermutung, ob Piccolo immer noch stärker war. Radditz warf sich nach vor, prallte mit Piccolo zusammen und drückten ihre Hände gegeneinander.
Sie rangen miteinander und zwangen all ihre Kräfte nach vorn, gruben mit ihren Füßen Krater in den Boden, Adern traten auf ihren Stirnen hervor. Piccolo stoß langsam nach vorn, seine prasselnde Energie drohte, Radditz zu überwältigen. Radditz' Knie begannen, sich zu beugen und er wurde nach unten und zurück gezwungen. Piccolo fing an, seine Hände zu zerquetschen, und kleine Energiefunken schnitten sich in Radditz' Haut. Bilder erschienen seinen Gedanken, als sich seine Augen schlossen, beinahe abgefunden mit seinem Schicksal. Saiyajins lachten ihn aus. Sein Vater wies ihn ab. Hatten sie recht? Er war zu schwach, um sich selbst zu retten. Er hat das verdient. Unerwartet fuhren die Bilder fort, diesmal anders. Kakarott kommt zu seiner Rettung. Der Erdling opfert sein Leben. Wieder, sein Vater Bardock. Aber jetzt hat er es gemerkt. Er sah den Blick in Bardocks Gesicht als das, was er wirklich war: eine Herausforderung. Die anderen Saiyajins würden nur recht haben, wenn er verlieren würde.
Radditz öffnete blitzartig seine Augen. Er biss die Zähne zusammen und zwang sich auf die Beine. Er griff tief in sich hinein und fand Reserven, von denen er nie wusste, dass er sie hatte. Piccolo schaute ihn böse an und konnte es nicht verstehen.
„Du...kannst nicht gewinnen!", schrie Radditz, drückte mit all seiner Kraft und schleuderte Piccolo mit einer Welle reiner Kraft weg. Der Dämon stürzte durch die Luft, vollkommen verwirrt, seine Knochen gebrochen.
Stille trat ein. Radditz holte tief Luft. „Es ist vorbei..." Er taumelte nach vorn, einen schmerzvollen Schritt nach dem anderen, und blieb vor Piccolos liegendem Körper stehen. Langsam hob er eine Hand. „Ich werde nicht den selben Fehler wie du machen. Ein Kampf ist nicht gewonnen, bis man nicht das Leben aus seinem Gegner gequetscht hat." Bevor er aber den finalen Schlag landen konnte, spürte er eine Hand auf seiner Schulter.
„Stopp.", befahl Goku ihm. Der gefährliche Blick war wieder in seinen Augen.
„Was?! Kakarott, bist du verrückt geworden?", stotterte Radditz.
„Heute stirbt niemand mehr." Goku blieb standhaft. „Ich lasse es nicht zu, dass du ihn tötest. Ich will keine Gewalt anwenden müssen, aber wenn ich es tun würde, hättest du nicht genug Energie übrig, um zurückzuschlagen."
Radditz stand eine qualvoll lange Zeit da. Endlich senkte er seine Hand. „Verdammt, Kakarott. Diese Welt...sie hat dich weich gemacht. Er hat deinen Freund getötet! Ist dir das egal?"
„Natürlich ist es mir nicht egal! Aber auf der Erde haben wir diese Dinger namens Dragonballs. Wir können sie benutzen, um uns jeden Wunsch zu erfüllen–wie, Tote wiederzubeleben."
„Man...man kann sich jeden Wunsch erfüllen lassen? Du könntest unsterblich sein! Du könntest unendliche Macht haben...und du denkst nur an ihn?", fragte Radditz geschockt.
Scheinbar aus dem Nichts sprach eine raue Stimme. „Jeden Wunsch sagst du? Unsterblichkeit? Unendliche Macht?" Sie lachte, und Goku bemerkte, dass sie aus Radditz' Scouter kam. „Das finde ich gut..."
Radditz schluckte. „Ve...Vegeta..."
Und hier noch ein paar Kampfkräfte, für die, die es interessiert.
Goku - 416
Tenshinhan - 250
Piccolo - 1800
Radditz - 1500
