Kapitel 03 – Azkaban

Die Männer ließen sich los, eifrig den Kontakt abzubrechen. Draco hatte das Gefühl, als könnte er zum ersten Mal seit langer Zeit wieder atmen. Harry würde ihm Gehör schenken.

„Danke, Hermine", sagte Harry. „Du kannst gehen."

„Aber wie werde ich wissen, ob du deinen Schwur brichst?"

„Der Zauber wird es wissen."

Sie wollte bleiben. Offensichtlich bahnte sich etwas Großes an. Doch Draco funkelte sie an, deshalb erwiderte sie seinen giftigen Blick und verließ zum zweiten Mal an diesem Tag den Raum.

Eine Stunde später sah Hermine zu, wie Harry Malfoy aus seinem Büro führte. Das übliche Feixen und selbstsichere Stolzieren war wieder zurück. Der andere Mann, den sie in Harrys Büro gesehen hatte, der Geist, war verschwunden. Obwohl die Auroren vom Mittagessen zurückgekehrt waren, saßen die meisten in einem Meeting und nur einige wenige konnten einen Blick darauf erhaschen, wie Harry Draco Malfoy durch das Büro leitete, den Zauberstab auf seinen Rücken gerichtet. Harry fing Hermines Blick auf und bedeutete ihr, ihnen zu folgen.

Sie hastete hinter ihrem Schreibtisch hervor und lief schnell in den Korridor, wo sie rennen musste, um sie einzuholen. Weder Harry noch Draco sprachen ein Wort und sie bemerkte, dass Harry seinen Zauberstab weggesteckt hatte. Harry führte sie zum Aufzug, der sie in das unterste Stockwerk brachte, noch tiefer als die alten Gerichtssäle, in denen Harry einst vernommen worden war. Als sie in den kühlen, klammen Gang traten, waren sie allein.

„Hermine, Malfoy wird einige Zeit in Azkaban verbringen. Ich möchte, dass du ihn dorthin bringst und seine Einlieferung regelst."

„Ich?", fragte sie, unruhig bei dem Gedanken, eine lange Reise voller Untergrundkorridore mit einem Todesser als Begleitung zu unternehmen. Draco versetzte sie mit einem bösen Feixen, ihr Unbehagen sichtlich genießend.

„Ja, Hermine. Ich muss zu Moody und mich um ein paar Sachen kümmern. Es ist wichtig, dass das so schnell und ruhig wie möglich über die Bühne geht."

„Okay", sagte sie nervös. Es brannte ihr auf der Seele zu wissen, was zwischen den beiden Erzfeinden vorgefallen war.

Harry reichte ihr ein Blatt Pergament. „Gib das den Wachen. Es enthält meine Anweisungen. Ich werde dich auch bitten, einige Male nach Azkaban zu gehen, um Aussagen von ihm aufzunehmen. Keine Sorge", fügte Harry hinzu, als er Hermines Gesichtsausdruck bemerkte. „Er kann dir nichts tun. Als Teil der Vereinbarung und weil ich so viele Zauber auf ihn gelegt habe, wie ich noch wusste, um ihn davon abzuhalten, dich anzurühren."

„Nicht dass ich es wollen würde", murmelte Draco vor sich hin, doch laut genug, dass sie es hörte.

Hermine holte tief Luft, um ihren rasenden Herzschlag zu beruhigen. Sie konnte nur nicken.

Harry nahm sie an den Schultern und sah ihr in die Augen. „Danke, Hermine, das meine ich ehrlich. Ich weiß, dass es schwer ist. Es wird bald vorüber sein", sagte er, zu leise, als dass Draco es hörte. Sie nickte wieder und setzte einen entschlossenen Gesichtsausdruck auf. Harry ließ sie im Korridor zurück.

Hermine blickte ihm nach. Als sie das Summen des Fahrstuhls nicht mehr hören konnte, wandte sie sich um und setzte den langen Korridor hinunter zum Azkaban- Apparierpunkt. „Komm schon, Frettchen", sagte sie. Sie hörte, wie er ihr folgte, aber langsam. „Halt Schritt oder ich verhexe dich."

Sie liefen eine Viertelstunde lang schweigend. Draco begann gerade, sich um den dunklen, engen Raum Sorgen zu machen, als er ein Licht sah. Sie betraten eine kleine Kabine, die kaum groß genug für sie beide war. Sie drehte sich zu ihm um und er feixte angesichts ihrer unbehaglichen Miene.

„Sag kein Wort oder ich berühre dich", drohte sie. Ein Teil von ihm wollte laut auflachen, doch sie sah so wütend aus, dass sie tatsächlich zu glauben schien, es würde ihn stören. Er verdrehte die Augen und wand den Blick ab.

„Oh, hallo, Miss Granger, wohin soll's gehen?", ertönte eine glucksende Stimme aus dem Nichts. Dann tauchte ein weißer Kopf durch ein Fenster hinter Dracos Kopf auf, der zu einem kleinen, drahtigen Zauberer mit einem Blick gehörte, der vermuten ließ, dass er ein wenig zu lange im Dunkeln gesessen hatte. Er schien in einer Art Kontrollraum zu sitzen, doch es gab nur einen großen grünen Schalter.

„Was denken Sie denn?", keifte Hermine, die keinen Nerv für den Humor hatte, der in der Frage steckte, da es nur einen Ort gab, an den dieser Ein- Ziel- Transporter sie bringen konnte.

„Ja, das wird dann wohl Azkaban sein. Halten Sie sich gut fest!" Er bedachte sie mit einem verrückten Grinsen und betätigte fröhlich den Schalter.

Nach dem unbequemen Gefühl, das das Apparieren begleitete, kamen sie in einem Raum an, der dem vorigen ähnelte. Hermine führte Draco auf einen weiteren Korridor hinaus. Sie liefen zwanzig Minuten lang in quälender Stille, bevor sie am Ende des Tunnels anlangten, der sich mit einem kleinen Pfad kreuzte. Ein Wagen erschien vor ihnen und sie stiegen ein. Ein kleiner Zauberer mit weißen Augen saß darin. „Wohin?", fragte er.

Diese Leute haben einen kranken Sinn für Humor, dachte Hermine. Doch andererseits eskortierten sie die Verdammten zu einem Ort des Schreckens, weshalb anzunehmen war, dass sie ein wenig verschroben im Kopf wurden. „Winkelgasse, was denken Sie denn?", keifte sie. Der Zauberer gluckste und schüttelte den Kopf. Der Wagen begann sich zu bewegen, zuerst langsam, dann in einer lächerlichen Geschwindigkeit. Draco glaubte, sich übergeben zu müssen bei dem ständigen Rütteln.

Als sie einen relativ glatten Teil der Fahrt erreichten, schaute Draco zu Hermine, die überallhin hinsah außer zu ihm. „Hast du Angst vor mir, Granger?"

Sie drehte sich um und musterte ihn von oben bis unten. Er war mit Sicherheit furchteinflößend mit dem boshaften Gesichtsausdruck, der sein ständiger Begleiter war, und seiner Haltung, die Macht und Überlegenheit geradezu ausstrahlte. Doch sie wusste es besser. „Nicht im Geringsten", sagte sie verächtlich und wandte sich um, um wieder die Wand anzustarren.

„Warum nicht? Du solltest es", sagte er beiläufig und lehnte sich gegen die Kante des Wagens.

„Weil ich dein kleines Schauspiel durchschauen kann. Das Schauspiel, das du so lange durchgehalten hast, wie ich dich kenne. Ich weiß, dass du tief im Inneren nur ein verängstigter kleiner Junge bist, dessen Daddy ihm nie gesagt hat, dass er ihn lieb hat."

Dracos Maske der Gleichgültigkeit fiel auf der Stelle, an ihre Stelle trat blanke Wut. Er lehnte sich so nah wie möglich zu Hermine, ohne sie wirklich zu berühren. Sie konnte seinen Atem an ihrem Gesicht spüren und das zornige Funkeln in seinen Augen sehen. „Wag es nie wieder, von meinem Vater zu sprechen, hast du mich verstanden?" Er zischte durch zusammengebissene Zähne hindurch. „Andernfalls werde ich dafür sorgen, dass du nie wieder sprichst. Du hast keine Ahnung, wovon du redest, und wenn du weißt, was gut für dich ist, hältst du den Mund."

Hermine zuckte bei seinen groben Worten zusammen, weigerte sich aber, den Blickkontakt abzubrechen. Sie hielt ihn, bis er wegschaute, um weiter die Wand anzustieren. Dann schloss sie die Augen und holte tief Luft. Okay, dachte sie, vielleicht hatte ein kleiner Teil von ihr doch Angst vor ihm.

Ein paar Minuten vergingen in Schweigen. Dann eröffnete Draco wieder das Wort, locker, als wäre sein Ausbruch über seinen Vater nie geschehen.

„Ich wette, du fragst dich gerade, worüber Potter und ich gesprochen haben."

„Kannst du nicht mit Stille umgehen, Malfoy?", entgegnete sie.

Er zuckte die Achseln. „Wie auch immer."

Schweigen.

„Zu schade, dass Potter es dir nicht verraten kann", sagte er gedehnt. „Natürlich könnte ich es dir sagen, weißt du. Alles, was du tun musst, ist – "

„Verschon mich, Malfoy. Ich will es wirklich nicht wissen."

„Wie du willst", erwiderte er.

Hermine blickte zur Wand, den Mund fest zusammengekniffen. Sie wollte nicht geködert werden. Sie fuhren den Rest der Strecke in Schweigen. Hermine verbrachte die Zeit, darüber nachzudenken, was er verlangt hätte, damit sie ihn darum bettelte – was er und Harry besprochen hatten. Sie erinnerte sich entfernt, dass Malfoy gesagt hatte, er habe nicht die Absicht, Zeit im Gefängnis zu verbringen. Und doch war er im Augenblick im Begriff sich wegsperren zu lassen. Ihre Neugier war so groß, dass sie das Gefühl hatte zu platzen. Aber warte nur, sagte sie sich, Harry wird dich später in die Details einweihen. Oder nicht? Er hatte diesen Schwur geleistet, vielleicht würde er ihr nichts verraten können. Malfoy war der einzige Zugang zu der Information, die sie ersehnte. Doch ihr Stolz war stärker als ihre Neugier und Hermine fand sich damit ab, dass sie es möglicherweise niemals erfahren würde. Sie tröstete sich mit dem Wissen, dass Harry die Situation, wie auch immer sie aussah, unter Kontrolle hatte.

Als sie sich ihrem Ziel näherten, wurde die Fahrt noch ungemütlicher. Als sie aus dem Wagen stiegen, musste Draco sein Mittagessen unterdrücken, bevor er weitergehen konnte.

„Hätten wir nicht einfach apparieren können?", fragte er gereizt.

„Sorry, aber das würde keinen Sinn machen, oder? Apparieren in ein Gefängnis. Also wirklich, Malfoy, ich hätte gedacht, dass selbst du schlauer wärst."

Seine Miene verdüsterte sich, doch er sagte nichts. Er machte sich nicht die Umstände klarzustellen, dass es ihm natürlich bewusst war. Er hatte sich einfach nur über all die Mühen beschweren wollen, die es erfordert hatte hierher zu gelangen.

Hermine und Draco liefen einen weiteren Korridor entlang und kamen schließlich in einen kleinen quadratischen Raum, wo zwei Wachen saßen und den Propheten lasen.

„Was ist das denn?", wollte Draco wissen.

„Sicherheitskontrolle", erwiderte Hermine und reichte den Wachen die Papiere, die Harry ihr mitgegeben hatte. Sie blickte sich im Raum um und sah den Abschirmvorhang. Plötzlich war sie glücklich, dass sie diejenige war, die ihn hierher gebracht hatte. Sie sah ihn mit solch einem seltsamen Ausdruck der Begeisterung an, dass er schauderte.

Dann sagte Hermine: „Zieh dich aus." Malfoy erbleichte und riss die Augen auf. Sie versetzte ihn mit einem Feixen, das seinem eigenen alle Ehre machte. „Hinter dem Vorhang natürlich", fügte sie unschuldig und so süßlich hinzu, wie sie konnte. Er funkelte sie an und verschwand hinter dem Vorhang. „Und zieh das hier an." Sie reichte ihn die typische Gefängniskluft – eine graue Hose und ein Shirt. Er tauchte ein paar Minuten später wieder auf.

„Oh je, wie die Mächtigen fallen", kommentierte sie lächelnd.

„Ich bin so froh, dass du solch einen Spaß daran hast", erwiderte er und reichte ihr Umhang und Kleidung.

„Oh, den habe ich. Immens", sagte sie. Sie gab seine Kleidung an die Wache weiter, behielt aber den Umhang. „Wow, das ist ein wirklich schöner Umhang, Malfoy. Er ist so weich und aus so feinem Material." Sie ließ ihre Hände mit Absicht umständlich über das Material gleiten, während sie seine Qualität in Augenschein nahm. „Ich glaube, ich behalte ihn. Meine Katze braucht eine neue Kratzstelle."

Sie lächelte, als er ihr tödliche Blicke zuwarf. „Dieser Umhang ist mehr Geld wert, als du jemals gesehen hast."

Sie schien über etwas angestrengt nachzudenken. „Hmm... dann werde ich ihn vielleicht für mich selbst behalten. Das macht dir doch nichts aus, oder? Dass ein Schlammblut ihn berührt? Du kannst ihn natürlich wiederhaben, wenn du wieder rauskommst. Aber, jetzt da ich darüber nachdenke, bin ich mir nicht sicher, ob du ihn wieder sauber genug kriegst."

Er funkelte sie weiter an. „Denk daran, Granger, ich werde hier nicht sehr lange drin sein und wir werden uns sehr, sehr bald wiedersehen." Er feixte, als ihr Lächeln eine Spur blasser wurde.

„Stimmt", sagte sie und versuchte, unbefangen zu klingen. „Wir werden uns bald wiedersehen. Aber ich werde auf der einen Seite des Glases und du auf der anderen sein." Sie versetzte ihn mit einem gehässigen Blick und wandte sich dann um, um mit den Wachen zu sprechen. Der oberste Wachmann unterzeichnete die Einlieferungspapiere und gab sie Hermine zurück.

„Wir übernehmen von hier", sagte er und nickte ihr höflich zu.

„Danke. Fühlen Sie sich frei, ihn ein wenig zusammenzustauchen", sagte sie fröhlich, während sie auf die Tür zusteuerte, um zum Ministerium zurückzukehren.

Der Wachmann runzelte die Stirn. „Sorry, Miss Granger, aber wir haben strikte Anweisungen bekommen sicherzustellen, dass er unversehrt bleibt. Zumindest körperlich."

Draco erwiderte nun den gehässigen Blick und zwinkerte Hermine zu. „Später, Granger."

Die Wachen führten Draco Malfoy, den meistgesuchten Mann in der Zaubererwelt, nach Azkaban.

Sobald die Tür hinter ihnen zugefallen war, gaben Hermines Beine nach und sie sank zu Boden, zitternd. Sie holte mehrmals tief Luft, bevor sie sich zutraute wieder aufzustehen. Sie rappelte sich auf und sammelte die Pergamentblätter zusammen, die Harry ihr für Malfoy mitgegeben hatte. Dann machte sie sich auf den Weg zurück zum Ministerium, die gesamte Zeit über in Gedanken verloren.

Ihre Gedanken wirbelten um die Tatsache, Malfoy nach so vielen Jahren wieder begegnet zu sein. Das letzte Mal, da sie sein Gesicht gesehen hatte, war in der Nacht von Dumbledores Tod gewesen. Nun ja, in Wirklichkeit hatte sie sein Gesicht auf unzähligen Fahndungsplakaten gesehen, doch das waren alles Bilder jenes 16- jährigen Jungens gewesen. Heute hatte sie dem Mann gegenübergestanden, der er geworden war, und überraschend wenig Veränderung festgestellt. Sie verfluchte ihn für die guten Gene, die ihm makellose Haut und perfektes Haar verliehen hatten. Doch sie hatte Veränderungen bemerkt, hauptsächlich in seinen Gesichtszügen. Sie waren härter geworden, mit mehr Ecken und Kanten. Sie wünschte, sie hätte in seine Augen gesehen, um festzustellen, was sie dort vorfinden würde, doch dafür hätte sie ihn intensiv anstarren müssen, während er es ihr gestattete, und sie hatte Zweifel, dass er ihr so entgegengekommen wäre.

Mit einem Stirnrunzeln ging Hermine die Ereignisse des Tages durch, während sie zum Ministerium zurückging. Nichts machte Sinn für sie und sie war emotional so aufgewühlt, dass sie entschied, ihren Geist für den Rest des Weges dösen zu lassen. Nach 30 Minuten fand sie sich in dem letzten Tunnel wieder, der zum Ministerium führte. Sie rief den Aufzug und fuhr in den zweiten Stock, wo sie direkt in Harrys Büro ging und sich in einen Sessel fallen ließ.

„Hey", sagte er freundlich. „Wie lief es? Hat er dir Schwierigkeiten bereitet?"

„Nicht wirklich, nur die übliche „Heiliger- als- der- Papst"- Tour. Nichts, womit ich nicht umgehen konnte. Und ich habe seinen Umhang behalten." Sie hob ihn hoch.

„Sieht schick aus", kommentierte er.

„Ja. Weiß nicht, was ich damit anfangen soll. Ich habe es nur getan, um ihn aufzuregen."

„Hat es geklappt?"

„Ja", sagte sie und grinste erschöpft.

„Gut."

Hermine reichte Harry Dracos Papiere. „Alles ist in Ordnung, Harry. Obwohl ich nicht verstehe, warum du den Wachen verboten hast, ihn etwas gröber zu behandeln. Mir kommt es harmlos vor."

Harry gluckste. „Alles, was ich sagen kann, ist, dass ich ihn in bester Verfassung brauche."

Hermine lehnte sich über Harrys Schreibtisch. „Harry, was kannst du mir darüber verraten, was heute geschehen ist?"

Harry sah seine Freundin an. „Nicht viel. Wir haben eine Vereinbarung getroffen, per Ministeriumsregelung, mit Bedingungen und allem. Moody hat es unterschrieben. Der Rest wird dir zukommen müssen, wie Malfoy es will."

„Warum sollte er mir irgendetwas verraten wollen? Was hätte er gesagt haben können, das mich irgendwas angehen würde?"

Harry zuckte die Achseln, während er sie aus den Augenwinkeln beobachtete. „Er wird dich einweihen, wenn er es will, obwohl ich nicht glaube, dass er es in Bezug darauf sehr eilig hat. Er wird einige Gelegenheiten dazu haben, da du ihn ab und zu besuchen musst."

Sie stöhnte. „Oh, muss ich, Harry? Kann nicht jemand anderes gehen?"

„Nein, tut mir leid. Das ist nicht möglich. Es ist wirklich, wirklich wichtig für mich, Hermine, und ich bin dir einen großen Gefallen schuldig, in Ordnung? Sprich es nur aus und ich werde es für dich erledigen."

Sie beäugte ihn skeptisch und lächelte dann. „Okay, Harry, aber ich werde diesen Gefallen einfordern."

„Jederzeit", erwiderte er warm. Dann seufzte er. „Ich bin fix und fertig. Es war – ein unglaublicher Tag. Wenn jemand mir erzählt hätte, dass Draco Malfoy heute in mein Büro spazieren würde, hätte ich ihn zur Untersuchung nach St. Mungos geschickt."

„Ich weiß. Hat überhaupt irgendjemand darüber gesprochen?"

„Naja, ein paar von ihnen haben sich erkundigt, was vor sich geht, aber ich habe ihnen so wenig wie möglich verraten, mit der Versicherung, dass alles in Ordnung ist und es um Ministeriumsgeschäfte ging."

„Wann muss ich ihn besuchen gehen?", fragte sie.

„Wie wär's mit morgen?", schlug er vor und duckte sich, da er befürchtete, mit etwas beworfen zu werden.

„Morgen? Aber ich habe so viel mit meinen anderen Aufgaben zu tun, Harry."

„Betrachte diese Sache von jetzt an als deine Hauptaufgabe. Wenn du an etwas anderem arbeiten sollst, werde ich es dich wissen lassen. Für den Augenblick ist Malfoy das Größte, das wir haben."

Sie nickte. „Okay, Harry. Wenn du das sagst."

„Danke, ehrlich. Jetzt geh nach Hause und mach dir einen schönen Abend."

„Gleichfalls. Wir sehen uns morgen, Harry."

Er winkte, als sie sein Büro verließ. Dann setzte er sich und zog die Angebotseinigung hervor, die er mit Malfoy erzielt hatte. Er las sie abermals durch, um sich davon zu überzeugen, dass es real war, dann legte er einen Zauber darauf, damit sie nur von ihm gelesen werden konnte, und steckte sie in einen weißen Umschlag, den er versiegelte, so dass nur er, und unter zwingenden Umständen auch Hermine, ihn öffnen konnte. Er wusste, dass sie den Zauber auf der Einigung brechen könnte. Er ließ den Umschlag in seine Roben gleiten und machte sich auf den Weg nach Hause.


Na, irgendwelche Vermutungen, worauf Harry und Draco sich da geeinigt haben könnten? ^^