So, und hier bin ich also schon wieder mit dem nächsten Kapitel. Vielleicht habe ich es schon einmal erwähnt, aber ich habe wirklich schon einiges an Material geschrieben, das heißt, am Anfang geht es noch schneller mit dem Hochladen voran.
Danke schön Katnissloves für die lieben Worte ;-) so etwas höre ich immer gerne.
So, und das war es auch schon wieder von mir. Ich freue mich über jede Rückmeldung und versuche natürlich, Kritiken etc. auch umzusetzen.
Viel Spaß beim Lesen :-) Eure
GlowDraconis
Kapitel 2
Die Tage zogen sich wie Kaugummi. Lord Voldemort war nach seiner Rückkehr an jenem Samstag sofort nach unten in den zum Kerker umfunktionierten Keller gerannt und hatte Mr. Ollivander angeschrien und ihn gefoltert. Das hatte Draco sofort gesagt, dass Harry Potter wieder überlebt hatte. Seit dem hatte er sich so viele Gedanken gemacht, wie er mit Harry Potter Kontakt aufnehmen könnte und hatte jede Idee sofort wieder verworfen.
Sogar die Muggel-Post habe ich bedacht... Es war zum Verrückt werden. Eine Eule würde abgefangen, er hatte keine Adresse und das Flohnetzwerk wurde vom Zaubereiministerium, also von den Todessern, kontrolliert.
Er sprach kaum mit den anderen, verweilte die meiste Zeit oben in seinem Schlafzimmer, lag auf seinem großen, runden Bett und starrte an die Decke. Noch ließ man ihn gewähren, schließlich kam er zu den Treffen im Speisesaal nach unten, doch er glaubte, der Dunkle Lord würde ihm bald eine Aufgabe geben, die seinen so lange aufrecht erhaltenen moralischen Vorstellungen komplett widersprach...
Seine Gedanken schweiften ab. Er musste sich selbst eingestehen, dass er in letzter Zeit immer häufiger an Harry Potter dachte, wo er war, was er tat, ob er in Sicherheit war. Wie er herausgefunden hatte, wollte er ihn bald wieder wohlbehalten vor sich stehen sehen.
Was für ein Unsinn... zornig stand er auf, das dringende Bedürfnis, seinem Ärger durch einen Tritt gegen den Bettrand Luft zu machen, was er jedoch gleich bereute, als er den Schmerz sein Zehen hinauffahren spürte. Und doch...Die Gedanken an Harry Potter hatten ihn aufgewühlt. Dummerweise, so glaubte er, betrachtete ihn Harry Potter als einen seiner schlimmsten Feinde. Und er, Draco, war auch noch selbst daran schuld. Hätte er nur nicht immer diese bescheuerten Witze über ihn gerissen; wäre er nur nicht die ganze Zeit dieser Kotzbrocken gewesen...
Hätte, wäre, aber... das hilft mir jetzt auch nicht weiter. Und ihm auch nicht. Und es bringt die Vergangenheit auch nicht zurück. Scheiße, wie kann ich ihm helfen?
Das war doch wichtiger als irgendwelche trübseligen Gedanken über die Vergangenheit zu verlieren.
Plötzlich begann das Dunkle Mal auf seinem Arm stark zu brennen. Voldemort rief ihn und die anderen Todesser. Was er wohl wollte? Schwerfällig, mit jedem Schritt zögernd, als würde ihn ein unsichtbares Seil in seinem Zimmer zurückhalten wollen, stapfte Draco nach unten in den Speisesaal. Die schnarrende Stimme seines Herrn ließ ihn zucken und, wenn er gekonnt hätte, wäre er sofort nach draußen gerannt. Doch er konnte nicht, durfte nicht.
„Draco, mein jüngster Diener." Draco verneigte sich, schauernd ob der Stimme Voldemorts. „Du bist mir ein wenig zu abwesend in letzter Zeit. Wir fragen uns, was das zu bedeuten hat."
Er hörte sofort, dass etwas nicht stimmte, schluckte schwer und schüttelte dann nur den Kopf, außer Stande, einen kompletten korrekten Satz zu formulieren. Er war wie gelähmt.
„Nun, wie dem auch sei", fuhr der Dunkle Lord fort. „Ich habe einen Auftrag für dich." Ein schreckliches Lächeln verzog sein Gesicht zu einer Grimasse der Boshaftigkeit. Noch einmal schluckte Draco, versuchte seine Kehle aus der Dürre herauszuholen, in die sie getaucht war. Doch es wurde nur noch schlimmer; sein Speichel floss wie flüssiges Feuer seine Kehle hinunter, brannte wie Salzsäure und ließ ihn nur stockend und keuchend atmen.
„Schon so aufgeregt?" ein kaltes Lachen entwand sich der schlangengleichen Fratze, die sich sein Herr nannte. Oh, wenn ich doch nur... „Nun, du bist der einzige, der dieser Aufgabe...würdig ist", wieder dieses ekelerregende Lachen, „wer sonst könnte Harry Potter aufspüren, wenn nicht du?"
Draco stockte der Atem, ihm wurde heiß und kalt zugleich, speiübel. Ihn schwindelte. Er musste Acht geben, dem Dunklen Lord nicht kurzerhand vor die blassen, geschuppten Füße zu brechen. Der letzte Satz seines … „Herrn"... spukte schwindelerregend durch seinen Kopf, ließ ihn alles andere vergessen.
Wer sonst könnte Harry Potter aufspüren... Wer sonst?...Wer, ja wer könnte das? Harry Potter aufspüren...ihn aufspüren...Harry Potter... Scheiße, verfickte Scheiße, was soll ich tun? Was, verdammt WAS? So will ich das nicht, so nicht! Ich darf ihn nicht finden, auch wenn das vielleicht meinen Tod bedeuten könnte. Aber ich bin unwichtig, Harry zählt. Nur Harry...Harry Potter muss leben.
Ein zurückgedrängter Schrei ließ ihn beinahe ersticken. Das schlimmste an allem war, dass er diesem Auftrag folgen musste. Der Dunkle Lord merkte, wenn man ihn betrog, wenn man versuchte zu flüchten.
„Nun, Draco", diese Stimme, die er am meisten von allen anderen hasste, fürchtete und verabscheute, riss ihn aus seinen Gedanken, „was also, gedenkst du zu tun, um Harry Potter aufzuspüren und hierher zu bringen?" Harry Potter. All seine Gedanken waren nur auf ihn gerichtet. Was sollte er Voldemort antworten?
„Ich... ich bin noch nicht sicher, Herr." Wie ein Wurm kroch er sprachlich vor diesem Geschöpf...diesem Monster. Er verstand Menschen wie Bellatrix Lestrange nicht, die alles für dieses...etwas taten, beinahe schon in exzessiver Liebe mit ihm umsprangen, sich vollkommen unterwerfend unter den Willen Voldemorts. „Ich denke, ich werde das auf meiner Reise entscheiden."
„Nun denn. Du wirst noch heute aufbrechen. Sofort. Geh." Wieder verneigte sich Draco in gespielter Unterwerfung, wandte sich um und schritt zur Tür, als: „Ach, Draco. Eines noch... Wage es ja nicht, mich noch einmal zu enttäuschen. Wage es ja nicht, zu versagen." Er nickte und ging nach draußen in den Flur, über die Treppe, in sein Zimmer, schloss die Tür und brach in hilflose Tränen der Verzweiflung aus. Harry Potter aufzuspüren, würde ihn wahrscheinlich seinen Verstand kosten.
