Das Rudel dankt allen Lesern und geht heute mit Fantasygirl an den Start. Lasst euch von ihr in die Zeit der Rumtreiber entführen. Ihre Geschichten findet ihr unter:

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(Nehmt bitte die Leerzeichen nach www. und nach fanfiction. raus)

Das Rudel – Das Rudel – Das Rudel – Das Rudel – Das Rudel

Von Reimen und den Folgen von Holzleimen von Fantasygirl

James Potter, Sirius Black, Remus Lupin und Peter Pettigrew streckten sich genüsslich in ihren Sesseln im Gemeinschaftsraum der Gryffindors aus, noch letzte Reste von neongrünem Konfetti und goldenem Glitzerstaub an den Roben kleben. Die wohl berühmtesten selbst ernannten Brüder Hogwarts' Sirius & James klatschten sich lachend an den Händen ab, ein identisches Grinsen in den Gesichtern. „Krone, das war genial. Schwer, aber genial." Die vier hatten grade ihren letzten Rachezug gegen ein par 'zufällige' Slytherins ausgeführt und dabei 'ganz aus Versehen' klebendes Leuchtpulver in Neongrün und goldenen Weihnachtsstaub, mit einfachem Holzleim vermischt, auf die Roben der Schlangen gehext. Dass sie dabei dank Peter selber ein wenig von dem Zeug abbekommen hatten, interessierte die Rumtreiber herzlich wenig. Remus war eher ärgerlich über das kindische Verhalten seiner Freunde, nahm es jedoch wie so oft kommentarlos hin.

„Jungs, ich geh' noch kurz runter in die Küche, das Abendessen wegen Evans ausfallen zu lassen war dann wohl doch nicht so eine tolle Idee. Kommt ihr mit?" verkündete Krone, Sirius sagte natürlich gleich zu, aber Peter verdrückte sich schnell mit einem gemurmelten „Muss noch Zaubertränke machen, Slughorn bringt mich um!" und stieß dabei an den niedrigen Tisch, rieb sich das linke Bein und huschte davon. Remus gähnte herzhaft, schickte seine Freunde voraus und verdrückte sich in den Schlafsaal der Jungen der fünften Stufe. Sirius zuckte mit den Schultern, grinste schief und folgte seinem seelischen Zwillingsbruder aus dem Portrait.

Anders als geplant jedoch trafen die beiden Rumtreiber auf dem Weg zur Küche auf Snape und Malfoy, beide Zauberstäbe gezückt. Sirius hatte es gar nicht gern, wenn man James bedrohte, noch weniger als bei ihm selbst. Aber noch bevor die beiden einen Protego sprechen konnten, wurden sie entwaffnet und ein tintenblauer Fluch raste direkt auf James zu. Dieser wurde mitten auf die Stirn getroffen, öffnete noch den Mund um etwas zu sagen, verstummte jedoch überrascht und rutschte an der nächstbesten Wand in sich zusammen. Snape und Malfoy lachten hämisch, warfen Sirius noch ein „Viel Spaß mit deinem ach so tollen Freund!" zu und verschwanden eilends mit wehenden Umhängen. Tatze kümmerte sich nicht mal darum und stürzte sofort zu James, welcher regungslos am Boden lag. „Krone? Hey, komm schon, sag doch bitte was!" versuchte er es vorsichtig, wobei er eine Hand auf der Stelle von James' Herz und die andere unter seinem Kopf hatte, da der Steinboden doch ziemlich kalt war.

Die Augenlider des am Boden liegenden Rumtreibers zuckten, sein Gesicht verzog sich als hätte er in eine furchtbar saure Zitrone gebissen. Erleichtert richtete Sirius ihn in eine halbwegs sitzende Position auf, dachte jedoch nicht mal daran, ihn zu Pomfrey zu bringen - so oft, wie beide bei ihr waren nach diversen Quidditchspielen oder seltenen schief gegangenen Streichen... „Tatze, was bei Merlin ist da passiert? War der Fluch eigentlich an mich adressiert? Und warum spreche ich in Reimen? Ich hab' Schmerzen in den Beinen!" James riss die Augen auf, wurde dunkelrot vor Scham und sah betreten zu Boden. Sirius hatte mit allem gerechnet, aber nicht damit. Er krümmte sich vor lachen, lehnte sich an die nächstbeste Wand und schnappte nach Luft. „Hör auf Krone, das ist ja schlimm, von so 'nem Fluch hab ich noch nie gehört. So blöd kann noch nicht mal Sniefelus sein." japste er, Krone richtete sich hastig auf und knurrte unwillig.
„Glaub' mir, ich find's nicht witzig, sei Snape auch noch so hitzig. Lily wird mich auslachen für das hier, obwohl sie das schon tut bei uns allen vier."

Sirius schaute ihn einen Moment lang verblüfft an, unterdrückte mühsam einen weiteren Lachanfall und nickte einfach nur grinsend. „Lass uns hoch gehen, mir doch egal was Evans denkt. Du bist hier wichtig, Snape wird schon noch das dreckige Lachen vergehen. Aber hey, das ist deine Chance Krone; schreib' Evans doch ein Gedicht! Jetzt kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen, und wenn schon- übermorgen ist Vollmond, da haben wir Anderes zu tun als uns um unseren Ruf zu scheren." erwiderte er enthusiastisch, James gab sich geschlagen, verschwand unter dem Tarnumhang und war schon auf dem Weg zur Küche. Von den Hauselfen jedenfalls würde niemand lachen. Sirius wurde sich ganz plötzlich bewusst, dass er seinen besten Freund wohl ziemlich verletzt hatte.

„Hey, Krone, warte! So war das nicht gemeint, tut mir leid!- Merlinverdammter Hyppogreifenmist..." Der letzte Ausdruck war nur noch gemurmelt geflucht, da James längst nicht mehr zu sehen war. Also gab Sirius -ganz untypisch für ihn- auf und tapste gar nicht mehr so amüsiert in den Gryffindorturm zurück.

James kam erst kurz vor Mitternacht in den Schlafsaal, schweigend und mit neuer Sympathie für Hauselfen. Diese kleinen, treuen, fleißigen Wesen waren manchmal wirklich hilfreich und absolut niedlich mit ihren übergroßen Fledermausohren. „Master James soll sich keine Gedanken machen, der edle wird es nicht böse gemeint haben!"-„Gedichte sind was Wunderbares, der Fluch war nicht nett, aber vielleicht kann Master Potter das Herz seiner Geliebten dadurch erobern, sie darf nur nichts von dem Fluch wissen!"-„Ihr müsst mit Euren Freunden reden, sie werden Euch mit Sicherheit helfen!" und derartige Ratschläge hatten ihn wieder einigermaßen beruhigt.
Als James ins Zimmer kam und schon das leise Schnarchen von Peter vernahm, lag Sirius mit dem Kopf zur Tür auf dem Bauch auf seinem Himmelbett und schaute ihn einfach an. Sein Blick enthielt mehr als jede Pergamentrolle voller Verse hätte sagen können, seine Augen funkelten und ein entschuldigendes Lächeln umspielte seine Lippen. James hatte ihm noch nie böse sein können; so auch jetzt. Ein lächelndes Nicken in der Dunkelheit ließ den einzigen Black in Gryffindor erleichtert zurück in die Kissen sinken.

„Du kannst echt nur noch in Reimen sprechen?" flüsterte er eher mitleidsvoll als belustigt.
James hielt besser die Klappe und nickte nur grimmig. Sirius grinste freundschaftlich, kurz konnte man eine verblasste fünf Jahre alte Narbe an der rechten Seite seines Halses erkennen. „Das bekommen wir schon wieder hin, Dumbledore oder Poppy werden sicher was dagegen machen können. Lass uns schlafen, ich bin total müde!" bestimmte er gähnend, James nickte wieder nur und verschwand kurz darauf ebenfalls im warmen, kuscheligen Bett.

Der nächste Morgen war kompliziert, da Krone sich bemühte, möglichst wenig zu sagen. Remus und Peter würde das natürlich auf Kurz oder Lang seltsam vorkommen, aber er hatte nicht vor, das peinliche Ergebnis von Snape's Fluch so schnell Preis zu geben. Spätestens in der großen Halle scheiterte dieser Plan kläglich, als Lily ihm mal wieder die schönste Abfuhr erteilte, bevor er nur den Mund aufmachen konnte. „Nein, Potter!" zischte sie reflexartig mit zu Schlitzen verengten Augen, die James dennoch total fesselten. Wieder ein Stück mehr verletzt wollte er Konter geben und ignorierte Sirius' warnenden Stoß in die Rippen einfach. Den Fluch vergaß er dummerweise vollkommen.

„Lily Evans, wunderschön,
einmal möchte ich es seh'n,
dass du mich nicht verletzt, allmählich bin ich total entsetzt.

Du könntest so viel haben mit mir,
warum gibt es für dich kein 'wir'?
Ich liebe dich seit zwei Jahren schon,
dennoch ernte ich von dir nur Absagen und Hohn.

Warum greifst du mich immer wieder an,
bevor ich überhaupt was sagen kann?
Ist es Snape, der dich verführt,
oder wer hat dein wunderbares Herz berührt?

Sag' es mir doch nur einmal, beende es, beende meine Qual, oder ich werde auf ewig leiden
und dich den Rest der Ewigkeit trauernd meiden."

Mit offenen Mündern wurde er angestarrt, doch es war ihm egal. Snape grinste ihn vom Slytherintisch her schadenfroh an, aber das interessierte ihn ausnahmsweise nicht. Jetzt war es raus, es war gesagt, Lily würde ihm eine weitere Abfuhr geben und das diesmal für immer. Er hatte verloren, dank dieses dummen Fluches, der anscheinend auch noch einen Redefluss-Zauber beinhaltete. Starke Leistung, so viel musste man Snape lassen.

Sirius fasste sich als erstes wieder, klopfte seinem besten Freund anerkennend auf die Schultern und führte ihn zum Gryffindortisch hinüber. Professor Dumbledore bedachte die beiden Jugendlichen mit dem üblichen, wissenden Blick aus diesen hellblauen Augen, die alles und jeden zu röntgen schienen. Traurig und peinlich berührt zugleich senkte James den Blick und sah so nicht, was für ein Gesicht Lily machte und kurz darauf ohne Frühstück aus der Halle verschwand.

In den Unterrichtsstunden meldete sich James nicht, schrieb in VgddK fleißig mit und übte einfach ungesagt, so dass er nicht an jeden Zauber einen Reim hinten dran setzen musste. In Zaubertränke sollte man ohnehin besser nicht so viel reden, sondern lieber auf die Uhr schauen und Sekunden für bestimmte Zutaten zählen. Das war also auch kein allzu großes Problem. Kritisch wurde es dann in Verwandlung bei McGonagall, die den kleinen Zwischenfall heute morgen durchaus mitbekommen hatte. Es schien, als würde sie die Rumtreiber heute extra viel dran nehmen, insbesondere James. Dieser versuchte verzweifelt, nicht aufzufallen- erfolglos.

„, was für Gestalten sind als Animagusformen möglich?" Hilfesuchend sah er sich nach seinen Freunden um, aber die schenkten ihm nur aufmunternde Blicke anstatt einer Lösung. Seufzend ergab er sich seinem Schicksal.
„Animagusformen, groß und klein,
können alle möglichen Tiere sein. Ob dies' Tier nun magisch oder nicht, hängt von der Person ab, die sich beim ersten Mal verwandelt im Mondscheinlicht.
Verzeihen Sie mir die Reime, Snape hat uns wohl nicht verziehen die magischen Leime. Dass ich sein Opfer bin war ja klar, aber das finde ich alles andere als wunderbar." Die ganze Klasse lachte, mit Ausnahme der Rumtreiber. Professor McGonagall sah ihn über ihre Lesebrille hinweg schmunzelnd an und nickte. „Zehn Punkte für Gryffindor, richtig . Die Reime werden verfliegen, so lange sie nicht einem Dauerfluch erliegen. Hilfe, jetzt fange ich auch noch an..." Den letzten Satz hatte sie nur noch gemurmelt, jedoch laut genug, damit Lily und Remus es in der ersten Reihe verstehen konnten. James legte seinen Kopf resignierend auf die Arme. Wann das wohl ein Ende haben würde?
Und alles nur wegen diesem verdammten Streich, den die Slytherins nicht wie sonst weggesteckt hatten!

Den ganzen Tag über redete James nur, wenn es absolut notwendig war. Peinlich genug, dass er, ein stolzer Rumtreiber, sich verhexen lassen hatte! Damit war sein Ruf wohl vollends im Eimer... Poppy Pomfrey konnte auch nicht mehr sagen als McGonagall: Abwarten und sprichwörtlich Tee trinken. Höchstens drei Tage würde der Fluch anhalten, länger nicht. Trotzdem kam es James vor wie eine halbe Ewigkeit. Es war ja auch nur so, dass er sich vor der Frau seiner Träume total lächerlich gemacht hatte, Gryffindor wegen seinem Stillschweigen anstatt den üblichen Leistungen Punkte verlor, ganz Slytherin ein neues, gehässiges Lied auf ihn dichtete und seine Laune total im Keller war, aber wen interessierte das schon? Lily Evans? Sicher nicht. So viel zum herzerweichenden Liebesgedicht. Ha ha.

Die Stunden am dritten Tag zählte James fast fiebrig runter, übte um sich abzulenken die verschiedensten, nicht grade ungefährlichen Figuren auf seinem Besen, bereitete sich moralisch schon mal auf die bevorstehende, lange Nacht in der heulenden Hütte vor und schwor sich, Snape & co nie wieder so derartig zu reizen. Kleine Streiche waren in Ordnung, aber der Holzleim war vielleicht doch ein wenig zu weit unter der Gürtellinie. Der Abend kam, Remus verkroch sich wieder missmutig in 'seiner' Hütte, versank wie jedes Mal in den schrecklichen Erinnerungen an jene Nacht, die ihm seine Kindheit und ein normales Leben für immer nehmen sollte. Als der Mond dann voll und strahlend am sternenklaren Himmel stand, hörte man das tiefe Bellen eines Hundes, den langgezogenen Ruf eines Werwolfes und das Röhren eines Hirsches, der sich freute, dass er als Tier keine Gedichte machen konnte.
Und am nächsten Morgen war der ganze Spuk vorbei, James jedoch hatte seine Lektion glücklicherweise gelernt. Dass der selbst gewählte Waffenstillstand nicht lange anhielt, muss man nicht erst dazusagen, oder?