A/N
Danke an alle Leser und besonders an Feahthum: Ja, darüber hab ich mir eine Weile den Kopf zerbrochen. Aber es wird ja immer wieder gesagt, die smaragdgrüne Farbe sei so aussergewöhnlich und niemand ausser Lily und Harry habe so strahlend grüne Augen, deshalb dachte ich es sei vielleicht auffällig. Das mit der Form werde ich glaube ich noch ändern. Ich war mir schon ziemlich unsicher, ich denke es hat sich einfach besser angehört, aber du hast eigentlich schon Recht. Stattdessen habe ich dann den Mund gleich gelassen, denn den muss Ginny schliesslich küssen :D Aber vielen Dank für das Review!
KAPITEL 3
Er trat durch die beiden letzten Bäume und erkannte eine kleine Lichtung voller Menschen. Am Rande stand eine grosse Gestalt mit roten Augen und richtete seinen Zauberstab geradewegs auf ihn. „Komm, Harry", sprach Voldemort und er tat, was von ihm verlangt wurde. Wieso tat er das? Er wusste es nicht, aber als er nahe bei der Gestalt stehenblieb spürte er, wie sein Geist losgelassen und statt dessen der Körper blockiert wurde. Also der Imperius. „Sieh, Harry. Ich habe all diese Menschen vergiftet und hier ist das Gegenmittel. Aber wenn du es ihnen nicht gibst, werden sie qualvoller sterben, als du es dir vorstellen kannst." Damit drückte die Gestalt ihm eine Flasche in die starre Hand und lachte höhnisch. Dann ging die Gestalt zur Seite und er hatte gute Sicht auf eine Reihe Menschen, und sie alle schrieen und wanden sich auf dem Boden vor Schmerzen. Er erkannte Hermine, Ron, Ginny, Remus, Tonks, Sirius, Fred, George, Hagrid und Colin Creevey, und alle waren sie am sterben. „Hilf uns, Harry! Du hast ja das Gegenmittel", rief Sirius. „Willst du für unseren Tod verantwortlich sein? Bist du jetzt etwa auch dunkel?", fügte Ron hinzu. Nein!, wollte er zurückrufen, er wollte ihnen helfen, er konnte sie nicht sterben lassen! Aber immer noch war er von einer Ganzkörperklammer erfasst und konnte sich nicht bewegen. Die Gestalt stand hinter ihm und lachte höhnisch. Sirius, Remus, Tonks, Fred und Colin lagen schon regungslos auf dem schmutzigen Waldboden, alle Anderen sahen ihn enttäuscht an und riefen weiter. „Wieso hilfst du uns nicht, Harry?" „Harry, jetzt bist du Schuld an unseren Tod!" „Harry!" „Harry, komm schon!" „Harry, mach endlich!" Am Schluss veränderten sich die Stimmen, aber er merkte es nicht. Sie alle hatten Recht, er war Schuld. „Harry!"
Plötzlich aber spürte er einen stechenden Schmerz in seinem Gesicht und im nächsten Moment sah er über sich ein weinrotes Baldachin und drei besorgte Gesichter. Blitzschnell zog er seinen Zauberstab unter dem Kopfkissen hervor und richtete ihn auf die drei, bevor man blinzeln konnte. Aber wo war er? Wer waren diese Leute und wieso war eine davon er selbst?
„Hey, ganz ruhig, wir tun dir nichts! Du bist in Hogwarts, erinnerst du dich? Es war nur ein Traum.", sagte er selbst mit braunen Augen.
„Geht's, Kumpel? Tut mir leid dass ich dich geschlagen habe, du bist einfach nicht aufgewacht!", sagte einer der Gesichter und im nächsten Moment kehrte die Erinnerung mit einem Schlag zurück. Nur ein Traum. Es war nicht wirklich passiert. Das über ihm waren die Marauder. Sofort liess er seinen Stab sinken, schloss kurz die Augen und atmete tief durch, als er sich seines Zustandes bewusst wurde. Er war am ganzen Körper schweissnass, sie Shorts und das Shirt, welche er zum Schlafen anhatte, klebte an seinem Körper, ebenso wie die Haare und noch dazu zitterte er wie Espenlaub. „Tschuldigung", murmelte er leise und wischte sich das Haar aus dem Gesicht. Wie hatte er vergessen können, einen Schweigezauber auf sich zu sprechen? Schliesslich hatte er jede Nacht Alpträume, wenn er nicht bei Ginny war. Und die war jetzt im Mädchenschlafsaal.
„Alter, du brauchst dich nicht zu entschuldigen! Ist schon okay... Hier, trink ein Glas Wasser... Ist alles in Ordnung?" Sein Vater sah aus, als mache er das nicht zum ersten Mal. Wieder vermutete Harry Sirius, der bei seiner Familie so einiges durchgemacht hatte.
„Klar. Ja, natürlich. Tut mir wirklich leid, dass ich euch geweckt habe. Und dann noch bedroht..." Leise stöhnte er und richtete sich im Bett auf. „Ich... ich geh kurz nach draussen, okay? Ich komm dann später." Da war er auch schon aufgesprungen und aus dem Raum gelaufen, bevor einer von ihnen reagieren konnte. Beim Rausgehen sah er aus den Augenwinkeln noch die laut schnarchende Ratte. ‚Zum Glück war er nicht bei meinem Bett als ich aufgewacht bin' dachte er noch und lief weiter, durch das ganze Schloss bis er den See erreicht hatte. Dort liess er sich schwer atmend ans Ufer sinken und schaute in den klaren Sternenhimmel. Seufzend suchte er nach Sirius, dem hellsten aller Sterne und liess seinen Gedanken freien Lauf...
Währenddessen bei den Maraudern
Lautlos fügte sich die Türe ihres Schlafzimmers wieder in den Rahmen ein, bevor einer der Jungs den Mund aufgemacht hatte. Sirius brach als Erster die Stille, indem er leise pfiff. „Okay, der Junge hat eine anständige Reaktion. Ich jedenfalls habe nicht mal gesehen, wo er seinen Zauberstab hergenommen hat." „Nein, ich auch nicht. Und von seinem Bett aufgestanden und zur Türe gelaufen ist er auch ziiiiemlich schnell", fügte sein bester Freund hinzu und starrte nachdenklich auf die Tür.
„Ich finde ihn irgendwie unheimlich. Es scheint, als verbergen sie- das Mädchen auch- etwas sehr wichtiges."
„Ja, das würde ich auch sagen. Vielleicht bilden wir uns das alles ja auch nur ein, man weiss ja nie. Aber irgend etwas komisches haben sie an sich, dass kann man nicht abstreiten!"
„Ginny sieht aber richtig heiss aus! Denkt ihr, die Zwei sind zusammen?" Die Freunde wurden durch Remus unterbrochen, der sich nun zum ersten Mal auch zu Wort meldete. „Jungs, können wir das morgen oder so weiter besprechen? Es ist halb vier Uhr morgens. Lasst uns wieder schlafen gehen." Müde kroch er zu seinem Bett und liess sich drauffallen, ebenso James und Sirius, wenn auch murrend. Die Beiden brauchten eben kaum Schlaf, er schon. Er hörte sie noch etwas reden und lachen, allerdings waren seine Gedanken zu diesem Zeitpunkt schon in den Schlaf abgedriftet.
Wieder bei Harry
Als Harry wieder zum Schloss zurückging, war der Himmel am Horizont schon etwas orange gefärbt. Er war mehrere Stunden am See gesessen und hatte nachgedacht, über alles mögliche, auch über seine Eltern. Er hatte gemerkt dass zumindest sein Vater und James ihn nicht vertrauten, und das verletzte ihn tief, obwohl sie die Wahrheit natürlich nicht wissen konnten. Zwar war er den ganzen Abend bei ihnen gesessen und hatte sich unterhalten, aber er hatte hauptsächlich den Maraudern zugesehen, wie sie sich miteinander amüsiert hatten, oder mit Remus geredet. Das an sich hatte ihm nichts ausgemacht; Harry war sehr froh seinen Vater und Sirius glücklich zu sehen, aber da es um seine Eltern und Paten ging, wollte er sich nicht unbeliebt machen. Lily machte einen sehr freundlichen Eindruck, aber da sie James mied, hatten sie nicht viel miteinander zu tun gehabt. Harry hatte auch noch keine Gelegenheit gehabt, mit Ginny zu reden und konnte es kaum erwarten, das zu tun. Hoffentlich hatte sie keine Albträume gehabt.
Seufzend machte er vor der fetten Dame an, sagte das Passwort(Löwentatze) und liess sich drinnen auf einen Sessel am Kamin fallen. Er hatte sich an sehr wenig Schlaf gewöhnt und war jetzt nicht müde, deshalb blieb er im Gemeinschaftsraum bis es Frühstück gab. Er nahm ein Buch über Verteidigung vom Tisch und fing an zu lesen, bis er schon bald die ersten Schritte hörte und warme Arme ihn von hinten umarmten.
„Morgen mein Schatz", murmelte Ginny lächelnd und küsste ihn zärtlich, als er den Gruss erwiderte.
„Wollen wir schon mal runter gehen? Dann können wir noch ein bisschen ungestört reden", schlug er vor.
„Gerne. Bist du schon lange wach?"
„Seit etwa drei Stunden."
„WAS?"
„Jaah, ich hatte einen Albtraum und bin aufgewacht. Dann bin ich runter zum See um mich zu entspannen und vor einer halben Stunde wieder raufgekommen. Wieso bist du so früh wach?"
„Oh, Harry. Das ist ja schrecklich? Kann ich irgendwas für dich tun? Vielleicht sollten wir zu Dumbledore und.."
„Nein. Komm schon Gin, das ist nicht so schlimm. Ich will ihn nicht belästigen, auch er kann nichts dagegen tun. Sag, was ist mit dir?"
„Einfach so. Ich habe im Krieg angefangen, den ganzen Tag nutzen zu wollen und mich mittlerweile daran gewöhnt. Ausserdem, ich bin nicht um drei Uhr morgens aufgestanden, an einem Montag!" Grinsend griff er nach ihrer Hand und lief ungerührt weiter. Bei der grossen Halle angekommen setzten sie sich als Einzige an den Gryffindortisch und unterhielten sich leise. Zwar war Niemand in der Halle, nicht mal Dumbledore, aber was sie besprachen, durfte man nicht belauschen. Auch das Frühstück stand noch nicht bereit.
„Und? Wie kommst du mit deinem Vater zurecht? Habt ihr euch angefreundet?"
„Ach, ich weiss nicht so recht... Es ist schwierig mit der elenden Ratte im gleichen Schlafsaal zu sein. Und noch schlimmer, weil ich es niemandem sagen kann! Ich weiss, dass die Ratte meine Eltern schon in wenigen Jahren verraten wird und alles, aber kann nichts dagegen tun! Es macht mich wahnsinnig, die Zukunft nicht verändern zu dürfen. Ausserdem glaube ich nicht, dass Sirius und Dad mich mögen. Vielleicht sind wir zu geheimnisvoll, keine Ahnung. Schliesslich sind die Beiden es gewöhnt, alles zu wissen." Für einen kurzen Augenblick zuckte tiefer Schmerz über sein Gesicht, worauf das Mädchen mitleidig nach seiner Hand griff und mit dem Daumen darüberstrich. Zaghaft versuchte er zu lächeln, was ihm gründlich misslang, doch dann durchfuhr ein Ruck seinen Körper und er sass wieder aufrecht und blickte selbstsicher wie eh und je.
„Und was ist mit dir? Wie sind Mum und ihre Freundinnen?"
„Oh, sie ist toll. Ehrlich, ich kann es verstehen, wenn dein Vater in sie verliebt ist. Sie ist so freundlich und lustig, wir sind schon recht gute Freundinnen geworden. Sie hat, glaube ich, auch gemerkt dass wir etwas verheimlichen, allerdings ist sie eher mitleidig als misstrauisch. Nicht mitleidig im Sinne von nervig, sondern mitfühlend und so... Ich mag sie wirklich. Ausser ihr habe ich nur noch ein Mädchen in unserer Klasse kennengelernt, Mary Macdonald. Sie ist Lilys beste Freundin und auch toll. Ich wollte mich nicht zwischen sie drängen, aber sie waren total nett zu mir." Harry lächelte jetzt, ein richtiges, fröhliches Lächeln. Zwar war er sehr traurig, so eine tolle Frau nicht als Mutter kennenlernen zu dürfen, aber jetzt hatte er ja die Gelegenheit. Glücklich unterhielt er sich weiter mit der Rothaarigen, bis die erste Person- Dumbledore natürlich- mit grossen Schritten die Halle betrat.
„Schüler, die vor mir in der Halle sind? Das habe ich kaum einmal erlebt. Wie kommen Sie hier rein, ich bin sicher, ich hatte die Türe gestern Abend abgeschlossen!" Harry wurde ein wenig rot, ersparte sich aber die Antwort, weil der Schulleiter ihn anzwinkerte und sich nach einem „Viel Spass noch" auf den Weg zum Lehrertisch machte, wobei er fröhlich vor sich hin pfiff. Die Gryffindors wussten beide nicht mehr, wieso sie nicht einfach im Gemeinschaftraum geblieben waren, aber da nun auch schon das Frühstück erschien und bald die ersten Schüler oder Lehrer eintreffen sollten, blieben sie, wo sie waren und sprachen leise weiter, wenngleich über unwichtige Themen, die nichts von ihrem Geheimnis verrieten.
Etwa zehn Minuten bevor die Schule begann, erschienen die Marauder am Tisch und setzten sich zu Harry's Freude neben sie. Kurz darauf erschien Professor McGonagall und verteilte die Stundenpläne der Siebtklässler, wobei natürlich nicht alle die gleichen Fächer hatten James und Sirius hatten beide die Fächer genommen, die sie als Auror brauchen würden, die Ratte ohne Gehirn natürlich die einfachsten Fächer und Remus ziemlich alle ausser Wahrsagen. Die Zeitreisen hatten während der Ferien gewählt und hatten ähnliche Fächer wie James und Sirius.
„Ganz toll, jetzt gleich eine Doppelstunde Geschichte der Zauberei und dann auch noch Zaubertränke! Wie sollen wir das jeden Montag überleben?" James wurde beinahe panisch, als er die ersten Stunden sah, und Sirius ähnelte ihm in diesem Moment sehr stark. Harry und Ginny lächelten sich an; Auch sie hatten diese Stunden, aber es wäre schön, wenn das ihre schlimmsten Sorgen wäre.
Geschichte der Zauberei verlief genau wie in ihrer Zeit, der alte Geist hatte die neuen Schüler nicht einmal bemerkt. Wie üblich leierte er langweilige Fakten runter, während die Schüler alles machten, ausser zuhören. Reden, zeichnen, schlafen, Striche spielen, schminken, essen, und nur eine Person im Raum machte sich Notizen- Lily Evans. Harry grinste, Sirius hatte Lily einmal mit Hermine verglichen, was anscheinend zutreffender als erwartet war. Er selbst unterhielt sich leise mit Ginny, denn dieser Unterricht konnte schlichtweg nicht anders als langweilig bezeichnet werden.
Als die Doppelstunde vorbei war, gingen sie zum Zaubertrankunterricht. Professor Slughorn war bei weitem interessierter, vor allem an das Mädchen. Wie gewohnt war Harry eine Niete in diesem Gebiet, aber seine Freundin hatte den gewünschten Trank schon nach kurzer Zeit perfekt gebraut, schneller waren nur Lily und Severus Snape.
An Snape hatte der Auserwählte bisher noch gar nicht gedacht, obwohl er im gleichen Jahrgang wie er selbst jetzt war. Seit er seine letzten Erinnerungen gesehen hatte, wusste er ja, dass die alte Fledermaus nur ein Spion für Dumbledore gewesen war und alles nur zur Täuschung getan hatte, aber nicht, wie er nun zu ihm stand. Theoretisch hatte er zur guten Seite gehört, aber er konnte nicht einfach alles vergessen. Der ehemalige, beziehungsweise zukünftige Zaubertranklehrer hatte ihn tyrannisiert und verhöhnt. Auch sein Vater und sein Pate hatten schon einen tiefen Hass gegen ihn gehegt, ausserdem hatte der Spion, der er damals noch nicht war, Voldemort von der Prophezeiung erzählt, die zum Tode seiner Eltern geführt hatte, und so was verzieh man nicht leicht. Alles in allem beschloss er, Snape in dieser Zeit aus dem Weg zu gehen und, falls James und Sirius ihn verhexen würden, sie weder aufzuhalten noch zu unterstützen. Aber er hoffte sowieso, dass es nicht dazu kam.
Harry wurde in seinen Gedankengängen unterbrochen, als ein aufgeregter Horace Slughorn mit etwas weniger Bauchumfang und mehr Haaren herwuselte und mit den Händen fuchtelte.
„Mr. Priston, konzentrieren Sie sich bitte! Sie müssen auf der Stelle die Temperatur runterdrehen, sonst wird Ihr Trank in Kürze explodieren! Schnell, schnell!"
„Ja, Sir. Verzeihen Sie, es wird nicht wieder vorkommen." Der Lehrer nickte zerstreut und wandte sich nun dem Nachbartisch zu, während Ginny leise in sich hineinkicherte.
„Das ist nicht lustig! Ich bin eben nicht besonders gut, Sn... Unser alter Lehrer hat mich verdorben. Warte nur bis Verteidigung, dann zeige ich es dir!" Die Andere wusste natürlich, dass er Recht hatte, aber das würde sie doch niemals zugeben! Stattdessen lachte sie ihn aus, weil er wegen ihr abgelenkt wurde und den Zaubertrank endgültig verdorben hatte.
Einige Tische weiter sassen die vier Rumtreiber- Zaubertränke war eines der einzigen Fächer, die alle gemeinsam hatten- und lästerten über Harry Priston. Zumindest James und Sirius, Remus ignorierte sie lieber und Peter liess nur hin und wieder ein zustimmendes Geräusch hören.
„Bei Merlin, ist der eine Niete! Habt ihr gesehen, wie er vorhin fast Aalaugen statt Fischaugen in den Kessel geworfen hat? So dumm muss man auch erst sein!"
„Und wenn Sluggy nicht gekommen wäre, wäre der Trank schon lange explodiert!"
„Das Mädchen aber, sie hatte den Trank schnell perfekt gebraut und ich habe gehört, wie sie zum Slug-club eingeladen wurde! Sie sieht toll aus und ist schlau- wie kann sie sich mit dem abgeben?"
„Paddy, wir haben verstanden, dass du auf sie stehst. Oder sie zumindest scharf findest, immerhin warst du gestern Abend mit dieser Ravenclaw im Raum der Wünsche und niemand will wissen, was ihr getan habt."
„Oh, wenn du darauf bestehst. Zuerst habe ich sie dazu gebracht, mir einen zu bl-" Sirius wurde von einem zweistimmigen „SIRIUS!" unterbrochen, das von zwei seiner besten Freunden kam und von angeekelten Gesichtern begleitet wurde.
„Das wollten wir definitiv nicht wissen!"
„Hey, was soll das? Ich dachte, ihr interessiert euch für mich und meine Hobbys!"
„Nein, Padfoot, das haben wir nie getan. Niemals. Es interessiert uns kein bisschen. Weißt du überhaupt, wie das arme Mädchen hiess?"
„Oh, ich glaube etwas mit M. Namen kann ich mir nicht so gut merken. Und hey, wieso arm? Und so was schimpft sich bester Freund! Sie hatte auch ihren Spass, immerhin hofft jedes Mädchen an dieser Schule von einer solchen Gelegenheit! Und ich kann das verstehen, denn ich bin wirklich gutaussehend und charmant und überhaupt, bin ich gut. Ich meine im-"
„Wir wissen, was du meinst! Jetzt halt endlich den Mund und konzentrier dich auf den Neuen. Jetzt hat er den Trank komplett verdorben. Stroh im Kopf hat er wohl."
„James, ich darf dich daran erinnern, dass auch dein Trank auf vollem Wege misslungen ist."
„Och, Moony! Wieso verteidigst du den Idioten? Ausserdem bin ich nur in diesem Fach nicht übernatürlich begabt, sonst überall! Er dagegen..."
„Du hast keine Ahnung, wie er sonst ist! Ausserdem hat er euch nichts getan, nur teilt er nicht gerade alles mit den Menschen, die er einen halben Tag land kennt. Seht ihm mal in die Augen und euer Hass wird sich vielleicht etwas in Mitleid wandeln."
„Was soll das denn wieder heissen? Was ist mit seinen Augen nicht in Ordnung?"
„Nun, Sirius, wenn du es nicht siehst, hat es keinen Sinn. Aber sie sehen zu alt aus. Als hätten sie viel zu viel gesehen. Er hat die Augen eines Hundertjährigen. Und sie auch."
James und Sirius sahen sich an und wussten nicht, wie sie reagieren sollten. Sie wollten lachen und den Anderen in Ruhe hassen können, aber beide wussten, dass ihr Wolfsfreund in solchen Dingen mehr sah als Andere. Sie konnten sich einer Antwort entziehen, da es in diesem Moment klingelte und der Lehrer alle aufforderte, eine Phiole des Trankes nach vorne zu bringen.
„Ich mag ihn trotzdem nicht", murmelten Sirius und James wie aus einem Mund und machten sich, schon wieder grinsend, auf den Weg aus dem Raum, nachdem sie eine Probe Zaubertrank abgegeben hatten.
In Verwandlung, der nächsten Stunde, wurde James' Theorie zerstört. Als Animagi hatten er und seine Freunde viel gelernt und waren mittlerweile fast unschlagbar in Verwandlung. Aber so nahe, wie die beiden Neulinge an ihr Niveau rankamen, war noch nie jemand gelangt. Tatsächlich überragten sie Peter und Remus und waren praktisch gleich begabt wie James und Sirius. Das Thema dieser Stunde war es, ein bewegtes Bild aus dem Nichts zu beschwören. Zu beginn beteuerte Professor McGonagall die Schwierigkeit einer solchen Aufgabe, da das abgebildete Objekt sich bewegen und in Nachbarsbilder gehen können sollte. Sprechende Portraits aus dem Nichts zu beschwören war leider nicht möglich Sie erwarte nicht, dass es jemandem in dieser Stunde gelang. Trotzdem existierten am Schluss ganze fünf magische Bilder: James und Sirius hatten den jeweils Anderen auf einem Gemälde verewigt, Remus das Schloss von Hogwarts, während Ginny ein Portrait eines grinsenden rothaarigen Jungen um die zwanzig erscheinen liess und Harry ein Bild von Ron und Hermine beschwor. Im letzten Jahr hatte er es geschafft, mit Ron und Hermine ein Animagus zu werden und in den vier Monaten, die er mit Ginny in dieser Zeit verbracht hatte, hatte er auch angefangen das Mädchen in diese Kunst einzuführen. Deshalb waren beide durch das viele Lesen aussergewöhnlich gut in Verwandlung. Als McGonagall die Bilder sah, war sie sehr gerührt und vergab ganze fünfzig Punkte an Gryffindor.
„Ich muss zugeben, ich habe Sie deutlich unterschätzt. Mr. Potter, Mr. Black und Mr. Lupin, Sie waren immer aussergewöhnlich begabt, aber so was hätte ich nun niemals erwartet. Kompliment an Sie! Und Miss Weasley und Mr. Priston, auch Ihre Begabungen in diesem Gebiet sind unglaublich. Ich hoffe, dass Sie alle so weitermachen! Ich bin stolz, fünfzig wohlverdiente Punkte an Gryffindor zu vergeben, denn eine solche Leistung hat noch nie jemand in der ersten Stunde geschafft!" Und bei diesen Worten sah sie tatsächlich aus wie ein stolzer Vater, der seinen Sohn lobt. Sirius und James sahen lustig aus: einerseits stolz und etwas prahlerisch, anderseits wegen Harry's und Ginny's Leistung so, als hätten sie gerade in eine besonders saure Zitrone gebissen.
Remus dagegen hatte einen Ich-habs-euch-ja-gesagt- Blick aufgesetzt und grinste.
„Na, Gehirn aus Stroh? Siehst du Prongs, auch Andere sind in Zaubertränke weniger begabt als anderswo. Ihr solltet euch daran gewöhnen, ab jetzt Konkurrenz zu haben."
„Oh, Moony! Das war bestimmt nur Glück! Und selbst wenn, Verwandlung ist ein Fach. Ich weiss jetzt schon, dass sie sonst überall überhaupt nicht gut sind. Ausserdem, wie kannst du sie als Konkurrenz bezeichnen? Wir haben keine Konkurrenz und werden sie niemals haben! Sie haben uns nicht übertroffen!", rief Sirius entrüstet, während sein bester Freund hinter ihm zustimmend nickte.
„Ich muss sagen, ihre Bilder waren mindestens so lebensecht wie eure."
„Moony! Das ist nicht wahr! Und so was nennt sich Freund!"
„Ja, ich stimme Prongsie vollkommen zu! Und ausserdem, was sind das für Leute? Bestimmt gibt es sie gar nicht, sodass niemand weiss, ob es lebensecht gemalt ist!"
„Nein, ich bezweifle es. Habt ihr nicht die Blicke der Beiden gesehen, als Ginny fertig war? Ich könnte mir den Mann als Ginny's Bruder vorstellen, eine gewisse Ähnlichkeit besteht zumindest. Vielleicht ist etwas mit ihm passiert, beide sahen so traurig aus..."
„Bei Merlin, Moony! Wie kannst du immer solche Sachen sehen, noch während du mit uns sprichst und an deiner Arbeit sitzt? Das ist doch nicht mehr menschlich! Siri und ich spionieren ihnen sogar nach und merken nichts!"
„Weißt du, Prongs, sie haben euch nichts getan. Wieso lasst ihr sie nicht einfach in Ruhe? Bis später, ich hab jetzt Arithmantik.", fügte er schnell hinzu und bog in einen anderen Gang ein. Die Anderen sahen sich an, zuckten mit den Schultern und gingen für eine Doppelstunde Kräuterkunde weiter nach draussen zu den Gewächshäusern.
Etwas früher bei Ginny und Harry
Sie waren kaum einige Meter vom Verwandlungszimmer entfernt, als Harry Ginny unauffällig in einen Geheimgang hinter dem Portrait eines Einhorns zog und sie in den Arm nahm. Es war für beide hart gewesen, dass das Mädchen ein so lebensechtes Gemälde von Fred beschworen hatte. Schon während dem Unterricht hatte er sich beherrschen müssen, sie nicht vor aller Augen tröstend zu küssen, sondern hatte unter dem Tisch beruhigend nach ihrer Hand gegriffen. Er wusste nicht genau, wieso er sich so zurückhielt, aber er wollte nicht Aufmerksamkeit heischen. Hätte er sie in diesem Moment in die Arme genommen, hätte jeder im Raum den Grund wissen wollen, und das brauchten sie nun wirklich nicht. Er konnte sich ja jetzt um sie kümmern. Und kaum hatte er sie in die Arme genommen, da schluchzte sie auch schon leise in sein Hemd und fing an zu zittern, worauf er sie noch etwas fester an sich drückte.
„Schhhh... schon gut, meine Kleine. Ich vermisse ihn auch, sie alle. Du bist so stark, Gin." Während er ihr weiterhin süsse Nichtigkeiten ins Ohr flüsterte, beruhigte das Mädchen sich langsam. Sie holte einmal tief Luft, bevor sie ihn anlächelte und die Umarmung erwiderte.
„Danke, Harry. Ich liebe dich auch, so sehr. Verzeih, dass ich so schwach bin, für dich ist es ja noch viel härter und du-" Angesprochener unterbrach sie mit einem leidenschaftlichen Kuss auf den Mund. Wie konnte sie so einen Blödsinn reden?
„Wie kannst du nur so einen Blödsinn reden? Wie kommst du darauf, dich entschuldigen zuwollen, wenn du menschlich bist? Ja, ich weiss, das würde besser zu Dumbledore passen als zu mir, aber ich habe es mittlerweile so oft gehört, dass ich es sogar verstehe. Und ausserdem, jeder, wirklich jeder wäre längst zusammengebrochen, wenn er das erlebt hätte, was du erlebt hast! Du ahnst gar nicht, wie stark du bist, Liebes." Sie sah ihn dankbar an und küsste ihn nochmals kurz, bevor sie ihn zurück auf den Gang zog, wo glücklicherweise gerade niemand war, und weiter nach draussen, wo eine Doppelstunde Pflege magischer Geschöpfe auf dem Plan stand. Dieses Fach unterrichtete ein Zauberer mittleren Alters, de eine Hand fehlte und der eine Beinprothese sowie unzählige Narben hatte. Er stellte sich kurz bei den Neuen als Silvanus Kesselbrand vor, bevor er auch schon sehr enthusiastisch in den verbotenen Wald lief, die Schüler hinter sich herwinkend. Etwas später erreichten sie eine kleine Lichtung mit seltsamen Tierwesen, die er noch nie gesehen hatte. Sie sahen aus wie kleine Giraffen, aber babyblau und aus Gummi. Viele der Schüler(Gryffindor und Ravenclaw) lachten, aber der Professor stoppte es mit einer barschen Handbewegung.
„Diese Tiere sind höchst gefährlich! Man nennt sie fiese Gummlinge(A/N ich habe die Tiere und auch ihr Verhalten frei erfunden. Ist also nicht von fantastische Tierwesen und so :) ). Ihre Gefährlichkeit ist einerseits dass sie ihre Form verändern können, wenn sie jagen. Zum Beispiel in etwas, was man anfassen möchte, wie eine Blume oder eine Süssigkeit, schliesslich sind sie gummig. Und alles, was sie berühren, wird ebenfalls zu Gummi! Seht her!" Leichtsinnigerweise ging er zu einem der Wesen und streckte seine Beinprothese nach ihm aus. Kaum berührte er es, verwandelte sich ein Teil des Metalls in dieselbe gummige Masse, aus der auch die Wesen bestanden.
„Man kann das mit einem sehr komplizierten Zaubertrank rückgängig machen, allerdings sind die wenigsten dazu fähig, diesen zu brauen. Also berührt sie ja nicht!" Dann forderte er die Schüler auf, die Tiere im Buch nachzulesen und dann zu beobachten. Er selbst hüpfte auf einem Bein umher und beobachtete sowohl die Tiere als auch die Schüler. Nach zwei Lektionen liefen, in Professor Kesselbrands Fall hüpften sie zum Schloss zurück. Der Lehrer war noch immer gleich unbesorgt und gutgelaunt wie zwei Stunden zuvor, was Harry und Ginny gleichermassen verwirrte. Die anderen Schüler dagegen sahen nicht aus, als sei etwas ungewöhnliches passiert. Wahrscheinlich war der Lehrer einfach so. Es gab Anderes, wofür sich das Nachdenken mehr lohnte.
In der grossen Halle angelangt, setzten sie sich zu Lily und Mary, die sie zu sich winkten, und so sprach Harry Potter das erste Mal im Leben mit seiner Mutter.
„Bei Merlin! Jetzt macht der Schleimbeutel sich auch noch Lily an! Und sie schreit ihn nicht mal an! Naja, wahrscheinlich hat sie Mitleid mit seiner armseligen Erscheinung."
„Ooch, Prongsiie, bist du etwa eifersüchtig? Das ist jetzt aber unerwartet."
„Padfoot, ich hasse dich. Ich bin nicht eifersüchtig, und ausserdem hasst du ihn auch!"
„Ah, ich bin zutiefst verletzt.", schmatzte Sirius mit vollem Mund und fröhlichem Gesicht. „Jaaha, ich finde sie auch gruselig, aber er macht Evans definitiv nicht an! Sieh dir mal dich selbst an, bevor du so was sagst!"
„Nun, ich muss unserem Flohfänger Recht geben. So sehr mir eure Argumente egal sind, denn ich mag die Beiden irgendwie, sind sie irgendwie logisch. Aber glaub mir, er macht Lily nicht an. Zumindest jetzt nicht.", fügte der gerade hinzugekommene Remus dazu. Beleidigt darüber, entweder von seinen Freunden überstimmt beziehungsweise von einem der Freunde Flohfänger genannt zu werden, senkten sowohl James als auch Sirius den Kopf gespielt beleidigt in das Essen und schwiegen Remus an. Dieser liess sich darüber nicht im Geringsten stören und ass fröhlich weiter.
„Ah, wie ruhig es hier heute ist! Daran könnte ich mich gewöhnen. So stelle ich mir Entspannung vor! Ich frage mich, wie lange das wohl noch andauern wird, ich hoffe aber, noch lange! Peter muss ja jetzt Nachhilfe nehmen, aber ich denke dass er sowieso nicht viel zu sagen hätte. Das ist wunderbar. Schliesslich hat diese Still-"
„HALT DEINE HAARIGE SCHNAUTZE!", riefen die Anderen wie aus einem Mund, als der Werwolf immer weitersprach. Noch während sie Remus mit Blicken erdolchten, fing dieser so herzlich an zu lachen, dass er damit sowohl seine beiden Freunde als auch einige Umstehende ansteckte, bis schliesslich der gesamte Gryffindortisch sich vor Lachen kugelten, obwohl manch einer keinen blassen Schimmer hatte, wieso er das tat.
Bitte Bitte Reviews!
