Es geht fix weiter :)
ZauBaerin: Ach, wann ist unser Lieblings-Snape denn schon mal nett zu Schülern? :D Wär ja noch schöner. Und nun ja… NOCH ist Elena nur eine Schülerin von vielen ^^ D.h. er verschwendet keinen weiteren Gedanken an sie (und ihre Mutter). Aber das wird sich noch ändern, versprochen ;)
Alexielxsama: *vom Zaunpfahl getroffen werd* *kopf reib* Ok, ok… das hier ist ein bisschen länger :D Ich versuche, mich zu bessern!
Waljona: Willkommen im Kreis der Reviewer :) Ich denke, zu der Parker/Granger-Sache bekommst du in diesem Kapitel schon mal eine Teilantwort ;) Alles Weitere klärt sich später :) Versprochen!
NickTessFan: Du hast nix übersehen! Siehe oben ;) Und: Ein Severus Snape beschäftigt sich nicht länger als nötig mit rotznäsigen, kleinen Schülerinnen! (Glaubt er! *diabolisches Lachen* Aber er hat seine Rechnung nicht mit Albus Dumbledore gemacht!)
Viel Spaß beim Weiterlesen :) *Kekse und Kürbissaft hinstell*
Einbruch
Hermine taumelte fast vor Müdigkeit, als sie von ihrer Schicht im St. Mungos heim kam. Ein Fall hatte den nächsten gejagt, sie war nicht eine Minute zur Ruhe gekommen und zu allem Übel hatte Amanda Applegate, ebenfalls Heilerin auf ihrer Station und eigentlich mit ihr zum Dienst eingeteilt, just an diesem Tag einen kleinen Unfall mit einem aggressiven Rasenmäher gehabt und war nicht zur Arbeit erschienen.
Die Straßenlaternen erleuchteten die Straße nur spärlich und natürlich war keine Menschenseele mehr auf der Straße. In dem kleinen Vorort von London – ausschließlich von Magiern bewohnt – wurden um 18 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt. Und jetzt war es viertel vor 8, anfangnovemberwetterlich kalt und stockdunkel.
Trotz allem – Hermine war zu sehr geprägt durch den Krieg, als dass sie auch bei größter Müdigkeit ihre Aufmerksamkeit schwinden ließ.
Und sie war noch nicht einmal durch die Gartenpforte ihres kleinen Häuschens getreten, als sie schon bemerkte, dass jemand an den Abwehrzaubern herumgewerkelt hatte, die ihr Häuschen umgaben.
Nach dem Krieg und seinen Ereignissen war ihre erste „Renovierungsmaßnahme" an dem Haus ein umfassender Schutz aus vielen Zaubern gewesen. Den Fidelius-Zauber hatte sie damals abgelehnt – zu einschränkend waren ihr die Konsequenzen für Elena erschienen.
Hermine zückte ihren Zauberstab und schlich lautlos zur Haustür, froh, dass sie einen schwarzen Umhang trug.
Die Haustür war nur angelehnt, Hermine warf nur einen kurzen Blick auf den Türbogen, bei dem ihr Blick kurz das Schild streifte, das neben der Klingelschnur im Türrahmen hing. „Mina Parker" stand darauf.
Mina Parker alias Hermine Granger lauschte angespannt. Von drinnen drang kein Ton. Für einen kurzen Moment überlegte Hermine, ob sie nicht einfach umgehend zu den Potters apparieren sollte... doch dann warf sie den Plan über den Haufen.
Mit einem dreckigen Einbrecher würde sie jawohl noch alleine fertig werden.
Und so schlich sie angespannt weiter zur Hintertür.
Im Haus war alles ruhig, nicht einmal die Vorhänge bewegten sich.
Leise öffnete sie die Hintertür und schlich in die Küche. Niemand da.
Auch nebenan im Wohnzimmer und dem gegenüberliegenden Bad war niemand.
Als sie gerade zurück in den Flur wollte, hielt sie inne.
Da waren Schritte. Schwere Schritte von einer schweren Person, die sich bemühte, leise zu sein. Hermine erlaubte es sich kaum zu atmen, jede Müdigkeit war wie weg geblasen.
Unterdrücktes Atmen sagte ihr, dass der Eindringling gerade am Bad vorbei Richtung Wohnzimmer schlich – er wollte anscheinend abhauen.
,Jetzt, Hermine... von hinten auf ihn!', feuerte ein kleines Stimmchen in ihrem Kopf sie an, doch sie stand wie angewurzelt und lauschte auf die Schritte, starr, unbeweglich.
Als die Haustür leise ins Schloss klickte, schrak sie zusammen und schalt sich innerlich eine feige Idiotin.
Den Zauberstab wie ein Schwert vor sich haltend, riss sie sich endlich zusammen und schlich ins Wohnzimmer. Doch die Tür war zu und der Fremde war weg. Trotz allem machte Hermine noch einen Kontrollgang durchs Haus, doch nirgendwo fand sie Spuren von Magie oder gar einen weiteren Eindringling.
Als sie wieder unten im Wohnzimmer stand, bröckelte ihre Mauer, fiel und zerbrach. Zitternd kauerte sie sich auf den Boden, panisch den Zauberstab umkrampfend. Irgendwie schaffte sie es, sich genug zu sammeln, um zu den Potters zu apparieren.
Warm erleuchtete Fenster empfingen sie, als sie im Vorgarten landete und mehr stolpernd als gehend zur Haustür stürmte und klingelte.
Harry riss die Tür auf und fuhr zusammen, als die aufgelöste Freundin ihm entgegen fiel. „Mine, um Merlins Willen, was ist los? Ginny! Ginny!"
Ginny kam herbei geeilt und erschrak ebenfalls. „Hermine, Merlin, was ist passiert?"
Mit vereinten Kräften halfen sie ihrer Freundin ins Haus, Harry setzte sie in einen Sessel und Ginny deckte sie liebevoll zu und nahm sie in den Arm.
„Ist etwas mit Elena, Minchen?", fragte Harry besorgt und sie schüttelte den Kopf und versuchte krampfhaft, Herr über ihre Panik zu werden.
Unter Ginnys beruhigendem Streicheln kam sie langsam zur Besinnung, während ihre beiden Freunde unruhig warteten.
Noch immer zitternd wischte Hermine sich mit dem Ärmel durchs Gesicht und versuchte, ihre Fassung zurück zu gewinnen. Sie kam sich unendlich albern vor.
„Jemand war in meinem Haus als ich kam", presste sie schließlich hervor und Harrys Blick wurde schärfer.
„Weißt du, wer es war?"
„Ich hab ihn nicht gesehen... nur gehört. Er war noch im Haus... ich weiß nicht, was er wollte... ich weiß nicht, ob ER mich gefunden hat..."
Ginny drückte sie fester und für einen Augenblick drohte die Panik wieder Überhand zu nehmen, doch sie kämpfte sie nieder, so tief durchatmend, dass ihr schwindelig wurde.
„Es muss ein kräftiger Mann gewesen sein... seine Schritte klangen ziemlich wuchtig und er hat schwer geatmet, obwohl er versucht hat, leise zu sein. Er ist verschwunden, bevor ich ihn angreifen konnte..." Seltsamerweise brachte sie es nicht einmal vor den Freunden über sich, zuzugeben, dass sie wie erstarrt gewesen war.
Allerdings konnten sie sich das vermutlich selber ausrechnen – Hermine hätte die Gunst der Überraschung auf ihrer Seite gehabt.
„Warum bist du nicht direkt gekommen, als du gemerkt hast, dass jemand im Haus ist?" Harry schüttelte den Kopf. „Du bleibst für heute hier und wir gehen morgen zusammen hin. Ich sag Nigel noch Bescheid und wir nehmen dein Haus unter die Lupe – sicherlich hat er irgendwelche Spuren hinterlassen."
„Ich mach dir einen Tee... du bleibst einfach hier sitzen."
Hermine nickte und Ginny und Harry tauschten einen Blick, als Ginny aufstand, um in die Küche zu gehen. Sie wussten beide, was der Einbruch bei Hermine auslöste.
Obwohl die Fürsorge und Unterstützung ihrer Freunde sie beruhigt hatten, schlief Hermine in dieser Nacht nicht. Zu greifbar war die Angst.
Ihr Haus war nicht beeindruckender als die anderen Häuser in der Straße. Und ungleich besser geschützt war es auch.
Also hatte der Eindringling gezielt ihr Haus ausgesucht, weil er entweder etwas gesucht hatte ... oder jemanden. Sie.
Harry kam stirnrunzelnd zu Hermine, die etwas hilflos in ihrem Wohnzimmer stand. Er fuhr sich durch sein unbändiges, schwarzes Haar und seufzte dann.
„Wir haben nichts gefunden. Gar nichts. Bis auf den Öffnungszauber und die Neutralisierung der Abwehrzauber haben wir keine magischen Spuren. Sichtbare Spuren hat er auch keine hinterlassen."
Er sah sie ernst an. „Ich glaube, dieser jemand hat nichts Materielles gesucht. Er wollte nur wissen, ob die Person, die hier wohnt, die ist, die er sucht."
Hermine war kalkweiß, obwohl sie ziemlich genau das befürchtet hatte.
Nachdrücklich führte Harry sie zu einem ihrer Sessel und drückte sie darauf. Dann ging er vor ihr in die Hocke, sodass er ihr direkt ins Gesicht sehen konnte.
„Wir müssen noch einmal zusammen durchs Haus, Hermine. Vielleicht sind irgendwo Zauber untergebracht, die erst durch dich aktiviert werden. Vielleicht fällt dir eine Ungereimtheit auf, es ist dein Haus. Wenn du dich also in der Lage fühlst, mit mir einmal hier durchzugehen, werden wir das tun."
Sie atmete tief durch, strich sich eine widerspenstige Strähne aus der Stirn und nickte dann.
„Ich bin bereit."
„Gut." Er hielt ihr die Hand hin und sie reichte sie ihm. Sie wusste, sie durfte ihn nicht los lassen – sollte irgendein Gegenstand eine Art Portschlüssel sein, würde er mit ihr portiert werden.
Sie gingen das gesamte Haus ab – im Schlafzimmer traf Nigel, Harrys Kollege, zu ihnen. Auch er hatte nichts gefunden.
Hermine fiel nichts weiter Auffälliges auf und so gingen sie nach nebenan ins Arbeitszimmer.
Sie überflog den Raum und blieb an ihrem Schreibtisch hängen. Harry merkte, wie ihr Griff um seine Hand fester wurde und sah auf.
„Was hast du gefunden?", fragte er leise und sie wies zum Schreibtisch.
Ihre alte Ausgabe „Geschichte Hogwarts'" lag auf dem Schreibtisch. „Ich hab sie nicht dahin gelegt. Im Gegenteil, ich hab sie seit Ewigkeiten nicht angerührt."
Sofort zog Harry sie dorthin, überprüfte das Buch intensiv auf versteckte Zauber und befand es für sauber. Lieblos hob er es am Einband hoch und schüttelte es etwas. Und wurde fündig.
Ein Zettel fiel heraus.
Gespannt beugten die beiden Zauberer und die Hexe sich über den Zettel.
In gestochen ordentlicher Schrift stand da: „Ich kenne dich."
Hermine schlug die Hände vor den Mund. Elena. Elena war in Gefahr und ER wusste, wer Mina Parker war. Und wenn er das wusste, war es nur ein kleiner Schritt zu Elena Parker. Und wenn er das wusste...
„Hermine!"
Sie schrak auf. Harry hatte sie an den Schultern gepackt und leicht geschüttelt.
„Hermine... mach dir keine Sorgen. Wir schalten Dumbledore ein, er wird uns helfen."
Sie starrte ihn nur an. Er schüttelte sie noch einmal leicht.
„Mine... ER wird euch nichts tun, okay? Wir passen auf dich auf. Pack dir ein paar Sachen zusammen, ich nehm dich erst mal mit zu mir und dann reden wir mit Dumbledore. Verstehst du? Elena wird nichts passieren."
Sie schaffte gerade ein Nicken und begann dann rasch, einige Dinge zusammen zu packen.
Harry wandte sich an Nigel. „Nimm den Zettel mit und analysier ihn von vorne bis hinten durch. Wenn du weißt, wer ihn geschrieben hat, schick mir bitte sofort eine Eule. Ich bring jetzt Hermine erst mal zu Ginny."
„Ist klar." Nigel legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Sie soll sich keine Sorgen machen – wer auch immer das war: Den kriegen wir schon." Er tütete den Zettel ein und apparierte.
Mit grimmigem Gesichtsausdruck starrte Harry auf den Tisch. Er wusste, wer das gewesen war.
Dann raffte er sich auf und ging zu Hermine, um ihr beim Packen zu helfen.
Sie setzten sich sofort mit Albus Dumbledore in Verbindung und am Abend erschien er in Harrys Wohnzimmer, wo Ginny wieder bei Hermine saß, die den Kopf in den Händen vergraben hatte. Beide sahen auf, als Dumbledore durch den Kamin herein gesaust kam.
In Hermines Augen glitzerte hilflose Wut, doch sie sah unbestreitbar erleichtert aus, als sie den Direktor erkannte.
„Albus, Merlin sei Dank. Geht es Elena gut?"
„Kein Grund zur Beunruhigung, Hermine, Elena geht es gut. Sie ist in Sicherheit und Minerva hat vorerst ein Auge auf sie." Er setzte sich zu ihnen und nickte Ginny zur Begrüßung zu. „Ist Harry nicht da?"
„Er ist noch im Büro, einige letzte Tests machen." Ginny sah vom Direktor zu Hermine und wieder zum Direktor. „Was machen wir jetzt, Albus? Hermine kann nicht alleine in ihr Haus, wenn ER weiß, dass sie Mina Parker ist."
Beruhigend hob Albus die Hand. „Keine Sorge. Ich denke, wir können dich im Hauptquartier des Ordens unterbringen, Hermine, dort wird dich niemand finden. Wir passen auf Elena auf, wir haben alle ständig ein Auge auf sie."
„Danke, Albus. Aber ich kann mich nicht ewig verstecken. Ich kann nicht ewig darauf warten, dass er wieder auftaucht und mir das Leben schwer macht." Hermine fuhr sich seufzend mit den Händen durchs Gesicht. Die Erschöpfung nach mehr als 36 Stunden ohne Schlaf war ihr merklich ins Gesicht geschrieben. „Ich laufe seit fast 13 Jahren vor ihm davon. Wie lange noch? Wie lange dauert es noch, bis ich Elena Rede und Antwort stehen muss? Ich habe einen Job, wie soll ich vernünftig arbeiten gehen, wenn hinter jeder Häuserecke dieser... wenn ER hinter jeder Häuserecke auf mich lauern kann?"
Ginny drückte ihren Arm und Albus nickte nachdenklich.
„Du arbeitest als Heilerin im St. Mungos, nicht wahr?"
Hermine nickte.
„Ich werde mir etwas einfallen lassen. Vorerst bitte ich dich, dich im Hauptquartier einzurichten, mit der Arbeit etwas kürzer zu treten und dir keine Sorgen um Elena zu machen. Wir passen auf sie auf."
„Sie kann auch hier bleiben", bot Ginny hilfsbereit an, doch Hermine winkte ab.
„Vielleicht ist ER nicht allein... ich kann euch nicht in Gefahr bringen, Ginny."
„Sie hat Recht. Es ist zu gefährlich." Albus schien noch über etwas nachzudenken. „Hermine?"
„Ja, Albus?"
„Was ist Elenas Lieblingsfach?"
„Nun... äh... wenn man das unabhängig vom Lehrer betrachtet würde ich mit Sicherheit sagen: Zaubertränke."
Ein Schmunzeln überzog das Gesicht des Direktors, als er an den miesepetrigen Zaubertrankprofessor dachte. „Das hab ich mir gedacht. Er wird begeistert sein."
„Um Himmels Willen, Albus, du willst sie doch nicht mit Snape zusammen stecken?"
„Professor Snape, meine Liebe, ist ein hervorragender Verteidigungszauberer. Bei ihm wird Elena sicherer sein als bei uns allen zusammen. Ja, je länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir die Idee. Ein Tränkeprojekt, ein Angebot für begabte Nachwuchstränkemeister und -meisterinnen. Wenn sie nach dir kommt, ist sie vermutlich sowieso die Einzige, die sich für dieses Projekt interessiert."
Ein sarkastisches Lächeln überzog Hermines Gesicht. „Ich schätze fast, damit könntest du Recht haben", meinte sie grimmig.
„Eine wirklich gute Idee. Ich werde das Projekt für die Erstklässler zur Vertiefung ihrer Fähigkeiten ausschreiben."
„Ich glaube nicht, dass Professor Snape begeistert sein wird."
„Natürlich wird er das nicht sein. Aber das braucht er auch nicht." Albus kicherte vergnügt. „Er wird es nicht wagen, seinen Unmut an Elena auszulassen, glaub mir. Ich werde ihn schon überzeugen."
Bei dem Gedanken an Albus' Überzeugungskünste musste Hermine wieder Lächeln. „Danke, Albus."
„Keine Ursache, Kindchen. Euer Wohlergehen liegt uns allen am Herzen. Du versprichst mir also, in den Grimmauld Platz zu ziehen?"
„Ich versprech's dir."
„Gut. Lass mich wissen, wenn du noch etwas brauchst. Ich sage dir Bescheid, wenn ich mit Severus alles für das Projekt abgeklärt habe... gegebenenfalls braucht Elena einen Schubs in die richtige Richtung. Ein Hinweis von deiner Seite, dass du das Projekt toll findest und sie dazu aufmunterst, wäre sicherlich ein guter Schritt, um sie zur Teilnahme zu bewegen."
*TBC*
