Hi, hier bin ich wieder! Es hat etwas gedauert, aber daran ist die blöde Schule schuld. Drei Tests in der zweiten Woche! Stellt euch das mal vor! Das ist Wucher!
Chrm, chrm... ich merke schon, das interessiert euch nicht. Ihr wollt das Kapitel, oder? °sich fragend umschaut° Jepp, dann will ich euch mal nicht länger auf die Folter spannen.
Kapitel 3
„Hier ist Johnson. Ich hab einen neuen Auftrag für dich."Sofort wurde Hermines Gesicht völlig ausdruckslos. Jegliche Emotionen, die sich zuvor vielleicht noch angedeutet hatten, waren verschwunden. „Wann und wo?"
„Morgen Abend im Central Park."„Wer?"
„David Miller, reicher Geschäftsmann, hat ziemlich viel Dreck am Stecken. Muss schon um die hundert Familien in den Ruin getrieben haben."
„Ich rufe dich an, wenn es erledigt ist", sagte Hermine, bevor sie den Hörer wieder auflegte. Morgen würde es wieder so weit sein. Das letzte Mal war fast vier Monate her. Sie dachte an das Gespräch mit Snape am letzten Schultag. Morgen würde sie wieder ein Stück ihres Herzens töten. Sie zwang sich mit diesen Gedanken aufzuhören und steckte sich einmal.
„Ich werde gleich einkaufen gehen. Wenn Sie wollen können Sie mitkommen", sagte sie an Snape gewandt, der versuchte etwas aus ihrer Stimme herauszuhören, aber er scheiterte kläglich. Weder Freundlichkeit, noch Schmerz, noch irgendein anderes Gefühl. Wer war bloß dieser Typ gewesen, mit dem sie geredet hatte?
Er nickte mürrisch. „Dann kann ich auch dieses idiotische Modell von der Freiheitsstatue kaufen, wenn es keine Umstände macht", sagte er.
Hermine machte eine wegwischende Geste mit einer Hand. „Das ist nur ein kleiner Umweg", meinte sie, während sie zu ihrem Zimmer ging. „Geben Sie mir nur fünf Minuten", sagte sie noch, bevor sie die Tür schloss. Snape schnaubte. Sie würde garantiert länger als fünf Minuten brauchen, um sich umzuziehen. Er sah auf die Uhr und wartete. Sein Jackett hing an der Garderobe, er würde also nicht noch einmal in sein Zimmer gehen müssen.
Die Minuten vergingen und er sah sich immer mehr in seiner Vermutung bestätigt, dass sie sich unmöglich in fünf Minuten fertig machen konnte. Doch gerade als die letzte Sekunde vergangen war, ging die Tür zu ihrem Zimmer wieder auf und sie trat hinaus. Er konnte es sich nicht verkneifen, eine Augenbraue überrascht hochzuziehen.
Hermine bemerkte es und in einer Ecke ihres Bewusstseins glimmte ein Funken Belustigung auf. Sie hatte es doch tatsächlich geschafft, den sonst so eiskalten Tränkemeister zu verblüffen.
Ihr Blick blieb zwangsläufig am Spiegel hängen, der an der Wand neben der Tür zum Fahrstuhl angebracht war. Die Veränderung war wirklich überraschend. Statt der schwarzen Freizeithose trug sie nun eine helle Jeans, die ihre schlanken Beine betonte und das schwarze Wickeltop war einem kuscheligen, naturfarbenen Pullover.
Sie angelte sich ihren Mantel und packte ihre Autoschlüssel in ihre Tasche. „Können wir?", fragte sie Snape, der immer noch an der Theke saß und sie beobachtete.
„Miss Granger, Sie scheinen zu vergessen, dass ich eigentlich nur auf Sie gewartet habe", schnarrte er, während er sich erhob und sein Jackett anzog. Seine Laune war in den Keller gesunken, da er sich soeben bewusst geworden war, dass er wieder in dieses Höllending würde steigen müssen. „Wo wollen Sie eigentlich einkaufen?", fragte er, als ihm wieder eines dieser Frauenklischees in den Sinn kam.
Hermine bedachte ihn mit einem verständnislosen Blick. ‚Anscheinend hat sie doch nicht alle Gefühle verbannt', dachte er bei sich, während er auf eine Antwort wartete.
„In einem Supermarkt", erwiderte sie, als sie in den Fahrstuhl trat und einen Knopf drückte. „Ich hoffe, Sie können damit leben, dass ich dieses Mal fahren werde." Sie ließ einen Schlüssel an zwei Fingern hin und her baumeln.
Snape runzelte die Stirn. „Sie fahren? Ist das nicht erst (ich nehme jetzt einfach mal das Alter aus Deutschland und übertrage es auf England) ab 18 erlaubt?" So viel wusste er von den ständigen Vorträgen über die Muggelwelt von Albus noch, dass sie eigentlich nicht die Erlaubnis haben dürfte, ein Auto zu fahren.
Hermine schüttelte den Kopf. „Hier in den USA ist es schon ab 16 erlaubt", sagte sie und bemerkte, wie er noch etwas bleicher um die Nase herum wurde, als er eh schon war.
Als die Fahrstuhltür wieder aufging, befanden sie sich zu Snapes Überraschung nicht in dem großzügig angelegten Foyer, sondert in einer Art Kerker, wo einige dieser Aotus, nein Autos geparkt waren. Hermine ging zielstrebig auf einen silbernen Geländewagen zu, der zur Begrüßung mit zwei gelben Lampen blinkte.
Snape runzelte die Stirn. Hatte sie das Auto verzaubert? So weit er wusste, konnten Muggeldinge so etwas im allgemeinen nicht. Wahrscheinlich hatte Albus sich einen Spaß erlaubt und ihm einen Bären aufgebunden. Er schnaubte wütend. Das sah dem Direktor mal wieder ähnlich. Er blieb neben diesem „metallenen Monster" stehen, das äußerst gut in Hagrids Sammlung gepasst hätte, und betrachtete es erst einmal misstrauisch.
Hermine, die sein Zögern bemerkt hatte, sah ihn an. Bei diesem Blick lief ihm ein Schauer den Rücken hinunter. Hätte er nicht hundertprozentig gewusst, dass sie noch unter den Lebenden weilte, hätte er gesagt, dass sie garantiert tot wäre. Sie hatte so ausdruckslose Augen... Innerlich schalt er sich dafür, dass er sich so viele Gedanken um sie machte, aber sie erinnerte ihn zu viel an sich selbst, nur dass er sich hinter einer Mauer aus eisiger Kälte versteckte anstatt endloser Meere aus Emotionslosigkeit.
Er bemerkte, dass sie sich schon hinter das Steuer gesetzt hatte und zwang sich endlich dazu, ebenfalls eine Tür zu öffnen und in das Auto zu steigen. Wann war er so zurückhaltend geworden? Er hatte sich kaum hingesetzt und angeschnallt, als Hermine den Motor startete und aus der Tiefgarage fuhr. „Sind Sie sicher, dass sie Autofahren können?", fragte er. Er konnte seine Verunsichertheit nicht vollkommen verbannen und hasste sich im nächsten Moment selbst dafür.
Doch ein Gutes hatte sein kleiner Ausrutscher, wie er bemerkte. Hermines Mundwinkel zuckten. Ob aus Belustigung oder Verärgerung konnte er nicht sagen, aber er war froh, dass sie wenigstens eine Reaktion zeigte. Mental schüttelte er den Kopf. Seit wann konnte er nicht mehr sagen, was in seinem Gesprächspartner vorging?
Sein Blick fiel auf die vielen Knöpfe und Schalter, die sich am Armaturenbrett befanden. Hieße er Arthur Weasley, würde er mit Hermine ein nie enden wollendes Frage-Antwort-Spiel spielen, doch so wandte er einfach seinen Blick nach draußen und beobachtete die Menschen, die die Straßen entlang eilten. Hier ging es noch hektischer zu als in der Winkelgasse.
Ihm fiel auf, dass Hermine abgebogen war und anscheinend in einer weiteren Tiefgarage parken wollte. Bevor sie in diesen neuen Kerker hineinfuhren, konnte er noch einen Blick auf ein Schild erhaschen, das „Frische Lebensmittel rund um die Uhr" versprach. Wieder blieb ihm nichts anderes übrig, als mental den Kopf zu schütteln. In welcher chaotischen Stadt war er denn hier gelandet?
Er folgte Hermine zu einem weiteren dieser metallenen Kästen und stieg hinein. Es interessierte ihn genau genommen schon, wie diese Dinger nun eigentlich hießen, aber er befand es für unter seiner Würde, nachzufragen. Er würde sich während der nächsten zwei Wochen wahrscheinlich schon genug blamieren.
Er staunte nicht schlecht, als der Kasten anhielt und den Blick auf das wohl luxuriöseste Lebensmittelgeschäft freigab, das er je gesehen hatte. Das war wirklich eine merkwürdige Stadt. Er war so in seine Betrachtung des Eingangsbereiches fixiert, dass er nicht bemerkte. wie Hermine einen Einkaufswagen holte.
„Professor?", fragte sie und riss ihn so aus seiner Betrachtung. Er hatte sie soeben in ihrer Vermutung bestätigt, dass es leichter war einen Haufen kleiner Kinder zu hüten, als auf einen Tränkemeister aufzupassen, der noch nie zuvor in der Muggelwelt gewesen war und einem jegliche Peinlichkeit später in der Schule zurückzahlen konnte.
Ohne jeden weiteren Kommentar ging sie an ihm vorbei, durch die metallene Absperrung zu den Obstauslagen. Snape konnte nicht verhindern, dass ihm ein kalter Schaue den Rücken hinunter lief. So langsam aber sicher wurde sie selbst ihm unheimlich. Sie war völlig emotionslos. Ihm kamen die Worte in den Sinn, die sie bei dem Gespräch vor nicht ganz zwei Tagen gesagt hatte.
Das Herz ist mit jeder Tat ein bisschen gestorben, bis es schließlich nur noch ein Haufen Ruinen ist. Was hatte sie danach noch gesagt? Doch um es wieder aufzubauen, fehlt sowohl die Kraft als auch die Liebe oder Unterstützung einer anderen Person, sodass man entweder nur weiter machen kann, es zu zerstören, oder sich von seiner Umwelt isoliert.
Damals hatte er nicht geahnt, dass es ihr noch schlechter ging als ihm. Er hatte wenigstens noch Gefühle. Er wusste wenigstens noch, wie man Lachen oder Weinen konnte. Und er war sich sicher, dass sie es schon vor einer langen Zeit vergessen hatte.
Er folgte ihr durch die Absperrung und wanderte scheinbar teilnahmslos hinter ihr her. Doch in Wirklichkeit war er sehr erstaunt darüber, was man bei den Muggeln alles zu essen kaufen konnte. Mal ehrlich: wer hatte schon etwas von Sojasprossen gehört? Umso mehr erstaunte es ihn, dass Hermine eben diese in ihren Einkaufswagen verfrachtete mitsamt einiger Gewürze, von denen er noch nie etwas gehört hatte.
„Sie können kochen?", fragte er, als sie gerade eine Packung Nudeln in den Wagen legte. Es wunderte ihn doch etwas, schließlich lebte sie die ganze Zeit in Hogwarts und bei dem, was er aus dem Gespräch erfahren hatte, war das Verhältnis zu ihren Adoptiveltern nicht sonderlich gut.
Hermine nickte. „Alfred hat mich so lange genervt, bis ich mich schließlich in den Sommerferien vor dem sechsten Schuljahr in einen Kochkurs eingeschrieben habe", antwortete sie und steuerte auf die Kasse zu. „Ich glaube, er war es leid, dass ich mir so oft etwas vom Chinesen mit nach Hause gebracht habe."
Snape nickte verstehend. Er konnte sich diesen alten Mann gut vorstellen, wie er sich um Hermine kümmerte. So in Gedanken versunken kümmerte er sich recht wenig um seine Umwelt, bis schließlich ein heller Blitz aufleuchtete und er ein paar mal mit den Augen blinzeln musste, um wieder richtig sehen zu können.
„Was-?" Bevor er jedoch seine Frage vollenden konnte, trat Hermine neben ihm. Sie hatte zwei große Plastiktüten in den Armen. Sie maß den Fotographen mit einem kritischen Blick, bei dem jeder andere klein beigegeben und das Weite gesucht hätte, doch anscheinend war dieser Mann entweder dumm oder lebensmüde oder sogar beides.
Auf jeden Fall senkte er seine Kamera und grinste Hermine dreckig an. „Habe ich es doch gewusst, dass du nicht in völliger Abstinenz lebst", sagte er eindeutig zweideutig und hob erneut die Kamera, um weitere Bilder zu machen.
Snape war in Angesicht dieser Unverschämtheit sprachlos. Wie konnte er es wagen...? Anscheinend hatte man sein Zähneknirschen nur allzu deutlich hören können, denn Hermine legte ihm eine Hand auf den Arm und dirigierte ihn zum Fahrstuhl, während der Mann weitere Fotos machte.
Kaum hatten sich die Fahrstuhltüren hinter ihnen geschlossen, schüttelte er wütend ihren Arm ab. „Was fällt Ihnen ein?", keifte er außer sich. „Dieser Mann hat-"
„kein einziges Foto, das er verwenden kann. Er wird nämlich unglücklicherweise stürzen, wenn er das Geschäft verlässt und dabei wird leider sein Fotoaperrat aufspringen und somit werden alle seine Bilder, die er gemacht haben will, unbrauchbar sein", sagte sie ohne jede Regung im Gesicht. Ein leises ‚Kling' verkündete, dass sie wieder in der Tiefgarage waren und Hermine ging schnell zum Wagen um die Tüten im Kofferraum zu verstauen.
„Sie haben ihn verflucht?", fragte er und hätte sich im nächsten Moment am liebsten selbst dafür geohrfeigt, dass er so eine blöde Frage stellte. Natürlich musste sie das getan haben, sie war ja schließlich keine Wahrsagerin!
Hermine nickte und schloss den Kofferraum etwas zu heftig, sodass der Knall in der ganzen Tiefgarage widerhallte. „Das kann übrigens noch öfter passieren, dass er uns oder besser gesagt mir auf die Pelle rückt. Er ist der felsenfesten Überzeugung, dass ich nicht so eine brave Millionenerbin bin, wie ich zu sein scheine."
Snape zog eine Augenbraue in die Höhe. Millionenerbin? Er hatte es zwar schon geahnt, aber es aus ihrem Mund zu hören war schon etwas anderes. Er stieg in das Auto und lehnte sich in dem bequemen Sitz zurück.
„Wenn Sie wollen, können wir jetzt zum Battery Park fahren, damit sie ein Modell von der Freiheitsstatue kaufen können und gleich auch noch ein Foto machen lassen, damit Ihnen der Direktor nicht vorwerfen kann, dass sie nicht dort gewesen sind", schlug sie vor. Sie startete den Motor und fuhr aus der Tiefgarage.
Snape nickte nur und beobachtete wieder die Menschen auf der Straße. Er konnte kaum glauben, dass sie sich alle freiwillig in dieser Eiseskälte hinausbewegt hatten. Ein paar Minuten später waren sie beim Battery Park angekommen und gingen zu einer der vielen Verkaufsbuden, die vor kleiner Freiheitsstatuen fast überquollen. Schnell hatte Snape eine in seinem Besitz und wenig später hatte Hermine auch ein Foto mit ihrem Handy gemacht, da sie vergessen hatte eine Kamera mitzunehmen.
Snape wunderte sich immer mehr, wie die Muggel ohne Zauberei so eine Technik auf die Beine gestellt hatte. Allerdings erklärte das auch, warum die Zauberer sich immer mehr von der Muggelwelt distanziert hatte. Wann hatte man schon einmal von einem Gerät gehört, mit dem man miteinander sprechen, Briefe schreiben und sogar Fotos machen konnte?
Allerdings war er sehr froh, dass er Albus' Auftrag schon am ersten Tag so schnell hatte erledigen können. Es wäre ihm wirklich ein Dorn im Auge gewesen, wenn sich das noch eine Weile hingezogen hätte, so etwas hasste er nämlich wie die Pest.
Er war doch ziemlich erleichtert, als sie wieder in der Wohnung waren. Es behagte ihm nämlich wenig, in diesem komischen Auto zu sitzen und genau zu wissen, dass es ganz an Hermine lag, dass er an einem Stück blieb. Wenn er da an die Horrorszenarien dachte, von denen Albus ihm erzählt hatte, liefen ihm eiskalte Schauer den Rücken hinunter.
Kaum war das ‚Kling' des Fahrstuhles ertönt, ging er schnurstracks in sein Zimmer und knallte die Tür unmissverständlich zu. Hermine seufzte nur resignierend und räumte die Einkäufe ein. Sie hatte sich die ganze Zeit Gedanken gemacht, wie sie ihren Job morgen Abend vor Snape geheim halten konnte. Sie war sich nämlich sicher. So weit reichte sein Verständnis nicht.
Mit einer Routine, als würde sie es jeden Tag machen, machte sie Wasser heiß für die Spaghetti, die sie kochen wollte. Doch mit ihren Gedanken war sie nicht wirklich anwesen. Wie sollte sie das am nächsten Tag nur bewerkstelligen? Snape würde es bestimmt bemerken, wenn sie ihn anlügen würde, wenn er es nicht schon längst getan hatte.
Ihr Blick fiel auf die Kommode im Flur. Sie sah zwar harmlos aus, aber Hermine wusste, was in ihr verborgen war. Jemandem, der es nicht wusste, würde es mit Sicherheit nicht auffallen, aber die unterste Schublade hatte einen doppelten Boden, der einen Teil ihres geheimen Lebens barg.
Nicht lange und der leckere Geruch von Tomatensoße erfüllte die Wohnung und lockte sogar Snape aus seinem Zimmer. Hermine registrierte es durchaus, aber es löste keinerlei Gefühlsregung bei ihr aus. Und das war ihr nur zu deutlich bewusst.
Es barg eine große Gefahr in sich, dass sie so emotionslos war, aber es war ihre einzige Möglichkeit den Verstand zu bewahren. Aber Würde sie es nicht tun, hätte sie schon längst ihren Verstand verloren und hätte wohlmöglich Selbstmord begangen.
Das Essen verlief schweigend. Keiner der beiden schien auch nur den Drang danach zu verspüren, sich mit dem anderen zu unterhalten. Kaum hatte Snape seinen Teller geleert, stand er auch schon wieder auf, schob seinen Stuhl an den Tisch und verschwand wieder in seinem Zimmer. Hermine war es nur Recht. Seine Gegenwart war das, was sie momentan am wenigsten gebrauchen konnte.
Sie räumte das Geschirr in die Spülmaschine. Es wunderte sie, dass er sich überhaupt mit ihr an den Tisch gesetzt hatte. Sie wusch sich die Hände und ging zu dem Bild, das über dem Sofa hing. Die Leere in ihrem Herzen wurde auf einmal von einer Flutwelle an Trauer überspült und ihr traten die Tränen in die Augen.
Sie schüttelte den Kopf. Sie durfte keine Emotionen zulassen oder sie würde es morgen nicht durchhalten! Sie musste kalt sein! Mühsam rang sie gegen die Trauer an und tötete sie schließlich ab. Es war immer das Gleiche. Traten endlich einmal Emotionen zum Vorschein, musste sie sie abtöten, weil sie keine andere Wahl hatte.
Automatisch bewegte sie die Hand zur linken, unteren Ecke des Rahmens und drückte ein Ornament tiefer in das Holz hinein. Augenblicklich bewegte sich das Bild zur Seite und gab den Blick auf einen weiteren Raum frei. Diese Änderung hatten schon ihre Eltern vornehmen lassen und dafür war sie ihnen dankbar.
Sie trat hinein und schloss das Bild hinter sich wieder. Sie hatte keine Lust, dass Snape ihr folgte und einen auf Dumbledore machte, indem er lauter unangenehmer Fragen stellte. Und wenn er sie suchen würde, würde sie es so wie so schnell erfahren.
In der Mitte des Raumes befand sich eine dicke Übungsmatte, die jede schwerere Verletzung verhinderte. Hermine nahm sich einen Holzstab, der nur wenig kürzer war, als sie groß war, und begann mit den Übungen. Am Anfang geschah es durchaus, dass der Stab ungeschickt über ihren Handrücken wanderte und schmerzhaft gegen den einen oder anderen Knochen schlug, aber das änderte sich schnell.
Bald tanzte der Stock nur so über ihre Hände und war meist nur noch als Schemen zu Erkennen. Auf einmal verlor ihre Umwelt die Farben und in einer schnellen Reihenfolge von Bildern sah sie sich, Snape und jemanden an der Tür. Sie war auf diese Vision nicht vorbereitet gewesen und so war es auch nicht verwunderlich, dass sich ihre Hände verkrampften und ihr der Stock aus den Händen fiel.
„Verflucht!", murmelte sie und ließ den Stock kurzerhand liegen, wo er war. Schnell verließ sie den Raum wieder und ging in ihr Zimmer, sodass es aussah, als hätte sie etwas gelesen oder Ähnliches getan. Sie hatte kaum die Tür hinter sich leise ins Schloss gezogen, als es klingelte. Sie zählte innerlich bis drei, bevor sie die Tür wieder öffnete und zu der Wohnungstür ging.
Nicht wenige Leute fanden es merkwürdig, dass keine zwei Meter hinter der Wohnungstür die Fahrstuhltür war, aber sie fand das durchaus angenehm noch eine Absicherung zu haben. In nicht wenigen Häusern war eben diese Wohnungstür nicht üblich.
Hermine öffnete die Tür und war nicht wenig überrascht, als sie Johnson erkannte. „Was willst du hier?", fragte sie leise in der Hoffnung, dass Snape nicht aus seinem Zimmer kommen würde.
„Ich wollte dich besuchen", sagte er gut gelaunt und trat, ohne eine Aufforderung von ihr abzuwarten, in die Wohnung. Er hatte eine Sporttasche dabei, in der sich wahrscheinlich der Lohn von ihrem letzten Job befand. Seine nächste Aussage bestätigte ihre Annahme. „Und ich wollte dir dein Geld vorbeibringen. Immerhin hattest du im Sommer nicht die Gelegenheit-" Er stockte, als er die Gästezimmertür aufgehen und Snape hinaustreten sah. „Oh, du hast endlich mal Besuch! Das hättest du mir früher sagen können."
Snape betrachtete das Geschehen interessiert. Konnte das der Anrufer vom Morgen sein? Möglich wäre es. So wie Hermine auf seine Anwesenheit reagierte, war es sogar sehr wahrscheinlich. Auf einmal wurde ihm der forschende Blick seines Gegenübers bewusst und er erwiderte ihn stechend.
„Da hast du dir jemanden ausgesucht, der zu dir passt", meinte der Mann auf einmal und grinste Hermine schelmisch an, die ihn durchdringend ansah. Snape bekam mehr und mehr den Eindruck, dass dieser Mann eine ziemlich große Rolle in Hermines Leben spielte, da jeder andere sich schon hundert Mal aus dem Staub gemacht hätte.
„Du irrst dich", sagte sie mit leiser Stimme. „Er ist mein Chemieprofessor. Der Direktor hat ihm eine Reise nach New York geschenkt, es aber versäumt, ein Hotelzimmer zu reservieren und deshalb habe ich ihm das Gästezimmer angeboten. Außerdem fände ich es besser, wenn du jetzt gehst. Danke, dass du mir die Sachen vorbei gebracht hast." Sie nahm ihm die Sporttasche ab.
„Nicht so schnell, meine Liebe", lachte er und kramte in der Umhängetasche, die er gezwungenermaßen mit sich herumtrug. „Dein ehemaliger Boss hat sich über deine Arbeit so sehr gefreut, dass er dir noch eine Flasche seines besten Rotweines geschenkt hat." Mit diesen Worten beförderte er eine ziemlich alte Flasche aus der Tasche und drückte sie ihr in die Hand.
Hermine schüttelte den Kopf. „Du weißt, dass ich keinen Alkohol trinke. Du kannst sie wieder mitnehmen", meinte sie und wollte sie ihm wieder in die Hand drücken, doch er war schon halb aus der Wohnung verschwunden.
„Und was ist, wenn dein Professor nicht so ignorant ist wie du und durchaus Rotwein trinkt?", fragte er, bevor er die Tür schloss und Hermine im Flur stehen ließ. Diese atmete ein paar Mal tief durch und versuchte sich wieder zu beruhigen. Johnson war zwar ein netter Kerl, der durchaus mal die Klappe halten konnte, aber gerade eben, war er schlimmer als jede Art der Folter auf dieser Erde gewesen.
Sie verfrachtete die Sporttasche in eine Ecke des Flures und ging dann zu Snape, der immer noch im Türrahmen stand und sie mit Argusaugen beobachtete. „Möchten Sie die Flasche? Wenn nicht, ist nicht schlimm, dann landet sie eben im Mülleimer", sagte Hermine und hielt den Rotwein so, dass er das Etikett lesen konnte.
Ein Blick auf dieses schon etwas vergilbte Papier sagte ihm, dass es sich hierbei um einen Wein handelte, für den Lucius Malfoy einige Galleonen hingeblättert hätte. Er sah sie verständnislos an. „Diesen Wein wollen Sie in den Mülleimer schmeißen?", fragte er. „Der ist um die fünfhundert Galleonen wert."
Hermine zuckte mit den Schultern. „Wie gesagt: Ich trinke keinen Alkohol und ich habe auch nicht vor das zu ändern. Aber Sie schon, oder habe ich das falsch verstanden?"
Snape nickte vage. „Allerdings und wenn das diese Flasche vor dem Müll rettet..." Er ließ den Satz offen, da er wusste, dass sie ihn verstanden hatte. Hermine nickte und drückte ihm die Flasche in die Hand, bevor sie die Sporttasche nahm und in ihr Zimmer verschwand. Snape sah ihr kopfschüttelnd nach. Anscheinend rührte sie wirklich nicht den kleinsten Tropfen an, wenn sie ihm einfach so die Flasche überließ.
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Einen Tag später saß Snape auf dem Sofa und genoss ein Glas dieses erstklassigen Weines. Hermine war an diesem Tag noch emotionsloser gewesen als am Vortag, doch er hatte sie nicht darauf angesprochen, da er ahnte, wie sie reagiert hätte. Er schwenkte das Glas leicht in der Hand. Und nun – am Abend – war sie spazieren gegangen, wie sie gesagt hatte. Er glaubte ihr nicht wirklich, aber was sollte er tun?
Er legte den Kopf in den Nacken und atmete tief durch. Was sollte er tun? Und: Sollte er überhaupt etwas tun? Würde er etwas unternehmen, würde sie ihm garantiert den Kopf abreißen. Und nach dem, was Draco ihm im dritten Schuljahr erzählt hatte, hatte sie einen ziemlich heftigen Schlag drauf. Würde er allerdings nichts unternehmen, wäre Albus sauer auf ihn und würde ihm wahrscheinlich seine Gryffindorhauslehrerin auf den Hals hetzten.
Es war zum aus der Haut fahren!
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Ein Mann ging gemütlich durch den Central Park und pfiff ein Liedchen vor sich hin. Sorgen, dass ihn jemand überfallen könnte, hatte er keine, seine Leibwächter waren nicht umsonst die besten, die man auf der Welt finden konnte.
Eine dunkle Gestalt huschte hinter einen Baum und sprang gelenkiger als ein Affe hinauf. Scharfe Klingen blitzen im Licht, das von den Wohnhäusern herüberstrahlte, auf. Sie saß wie eine Katze auf dem Baum und zwar so still, dass die Leibwächter, so sehr sie sich auch bemühten, sie nicht sehen konnten.
Ein Windstoß wirbelte die Blätter auf und rauschte durch die Bäume. Sofort drehten sich die Leibwächter alarmiert mit dem Rücken zu dem Mann, den sie beschützten, um ihn vor etwaigen Angreifern zu bewahren. Als der Wind wieder abflaute und sie sich wieder zu ihm umdrehten, war er tot.
°°°
Über fünfhundert Meter entfernt vom Tatort trat Hermine ins Foyer und begrüßte Alfred mit einem müden Nicken.
Ende Kapitel
Seraphime: Glaub mir, das mit dem verbittert ist Absicht. Und du wirst dich noch wundern, ihr geht es nämlich in Wirklichkeit noch schlechter, als man ihr auf den ersten Blick ansieht. Schön, dass dir meine Geschichte gefällt! Ich grinse grade, wie ein Honigkuchenpferd! Ich hoffe doch, du liest weiter, oder? O.O °hypnotisiert°
Ninna: Schön, dass die Kekse geschmeckt haben. War eine Eigenkreation meiner Oma! Keine Kritik? Auch keine positive? °Schnute zieht und Kulleraugen macht° Mag ich aber. Die schmeckt so gut!
Granger: Ein Smily? Nur für mich? Juhuuuu! Danke für die Eisschokolade, die hat mich vor dem Davonschmelzen bewahrt! Sorry, dass es etwas länger gedauert hat, aber die Lehrer hatten mal wieder eine schlechte Woche. Ich hoffe, dir hat das Kapitel gefallen!
Sassy: Nächstes Kapitel wird das Geheimnis gelüftet! Versprochen! Jaja, Snape ist wirklich still, aber das eigentlich nur aus Eigennutz. Überleg mal, wenn Dumbledore das rausbekommen würde, dass er Hermine runtergemacht hat in den Ferien... aua, sag ich da nur... ich würde nicht mit ihm tauschen wollen. Wohlmöglich würde er dann sogar eines dieser Brausebonbons essen müssen! °lach° Danke für dein Review!
Saxas13: Hier kam mehr, aber das, was du lesen wolltest, war wahrscheinlich noch nicht dabei, oder? Ich kann nur sagen: Nächstes Kapitel werdet ihr es erfahren! Versprochen! Ich hoffe, du hältst es bis dahin durch!
Vampire Lady: Also freiwillig wird sich Hermine dem lieben Snape nicht anvertrauen. Er wird zu etwas... ähm... ungewöhnlichen Mitteln greifen müssen um hinter ihr Geheimnis zu kommen. Aber wie gesagt: nächstes Kapitel! °trällert°
Skoyer: Danke für dein liebes Review! Du bist schon fast süchtig? Das bin ich auch, aber nach Reviews! °lacht° Ich hoffe, ich höre wieder etwas von dir!
Minnnie: Jaja, solche Schuhe sind aber auch wirklich mörderisch! Ich sage nur Abschlussball und Konzerte, einfach ätzend! Die Auflösung des Rätsels kommt (teilweise) im nächsten Kapitel! Das mit dem ins Bett gehen... Meine Güte, darauf wäre ich im Leben nicht drauf gekommen! °lacht° Respekt! Hilfe! Zum Glück ist Hermine kein ganz so blasser Typ, das heißt, sie kann durchaus schwarz anziehen. (hab ich mir gerade zusammengereimt) Ja, der liebe Snape überrascht mich auch immer wieder. Vor allem, dass er so ruhig ist. °nach hinten zu Snape schielt° Er sagt wirklich überhaupt nichts. °Kopf schüttelt° Ich mag keinen Kaffee, deshalb der Cappuccino. Dumbledore wird sich später mal melden. das wird was! °Lacht° Ach ja, danke für dein Review!
snowflake: Danke für das aufbauende Review und für den Smily! Ich grinse gerade genauso wie dieses kleine Ding! Ich hoffe, dir gefällt auch das Kapitel hier!
schokosherry: Ich hoffe, es ist immer noch interessant für dich! Die kleinen Dinge sind mir wirklich wichtig. Sie entscheiden, ob man sich in eine Geschichte hineinversetzen kann oder nicht. Mit Animexx... nun ja... ich habe keine Ahnung wie ich mich da zurechtfinden soll, wenn ich ehrlich bin, aber ich werde es mal versuchen... demnächst... Danke für den Vorschlag!
Sjofna: Danke für die Salbe, hat wirklich gut geholfen! Ich hoffe, dass es dieses Mal schneller geht. °sich verlegen am Kopf kratzt° Ich hoffe, es bleibt weiter so interessant für dich!
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Reviewantworten fanfiktion.de:
SeviFan: Das, mein lieber Fan von Sevi, erfährst du im nächsten Kapitel! Ich weiß ich bin fies, aber ich will doch noch ein paar Leser behalten! °snifsnif° Hab euch doch so gerne!
stella dubh: Ja, das ist mal etwas anderes. Ihre Herkunft ist eine Hälfte des Geheimnisses, wie du bald erfahren wirst! Das mit dem poetischen Schreibstil könnte daran liegen, dass ich Gedichte schreibe und seit neuestem auch in einer Philosophie AG bin. °lacht° Ich hoffe, ich höre wieder was von dir!
Lear: Du hast mich! Ich bin totaler Herr der Ringe Fan, aber mir ist das gar nicht aufgefallen, dass ich da die Elben kopiert habe. Ups, muss wohl mal ein bisschen besser aufpassen.
Aranel Niphredil: Es gefällt dir? Juhuuuu! °Auf dem Bett auf und ab hüpft° Das freut mich! Und meinen Hamster, der mit ab und an beim Schreiben hilft, auch! DANKE!
Crimegirl: So gut gefällt dir meine Geschichte? Wow, mein Hamster musste mich von der Wand abkratzen °lacht° Freut mich!
Cyberrat: Danke für deine Reviews, aber wer sagt, dass du noch nicht so gut schreiben kannst? °Kopf schief legt° versteh ich nicht! Kannst du mir das erklären? Das mit der Wohnung und dem Butler... ähm, nun ja, in New York gibt es einige Häuser, wo im EG ein Butler oder Portier ist, er eben aufpasst, wer in das Haus geht. Und der Fahrstuhl... glaubst du wirklich, so feine Leute nehmen Treppen? Hermine doch nicht! °lacht° Ciao
Vampire Lady: Dich kenne ich von irgendwoher, da bin ich mir sicher. °hochscrolt° Hab dich gefunden! Gleich zwei Reviews! Danke, welch eine Ehre! °sich verbeugt° Danke
Mrs W: Hermines Geheimnis wird erst im nächsten Kapitel so halb gelüftet werden. Ich hoffe, du hältst es so lange aus. Snape wird noch sein blaues Wunder in der Muggelwelt erleben. Ich sage nur U-Bahn! Die Gefühle müssen sich leider noch etwas entwickeln und das nächste Kapitel wird da auch nicht sonderlich förderlich sein, aber die beiden werden es schaffen, versprochen!
Yella: Bei den Beiden wird es im nächsten Kapitel heftig knirschen, das kann ich dir versichern. Sie wird ihm sogar eine scheuern! Das Geheimnis wirst du übrigens auch im nächsten Kapitel zumindest teilweise erfahren!
Taucherin87: Wow, so deutlich und kompakt hat mir noch niemand gesagt, dass ihm meine Geschichte gefällt! Danke! °lacht° Das baut einen wieder auf um weiterzuschreiben!
Hermine Snape: Danke! Das freut mich jetzt! Das Geheimnis kommt im nächsten Kapitel und Snape wird auch „etwas" seiner Slytherinader erliegen, soviel schon einmal vorweg. Ich hoffe, ich höre noch mal etwas von dir!
Elfling: Gern geschehen! Die Gespräche werden noch geführt, wenn auch ein ganzes Stück später, wenn sie wieder in Hogwarts sind. Da wird Dumbledore noch kräftigst mitmischen, das kann ich dir sagen! °auf die Notizen schielt° oh, ja...
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Habe ich jetzt alles geschafft? Ich hoffe doch! Wenn ich jemanden vergessen habe, einfach schreien! Ich werde es hoffentlich hören!
°Schokomuffins hinstellt° Bitteschön! Als kleines Dankeschön fürs Lesen!
Und die übliche Frage: Bekomme ich ein paar (winzige, mikroskopische) Reviews? °Kulleraugen macht° Büdde!
