Vielen Dank für die Reviews, Marylein, Queen Jane, SeverusHermioneSnape und CaroloveSeverus!

Marylein vielen Dank ich hab diesmal aufgepasst und weniger Ausrufungszeichen verwendet. Hoffe ich zumindest. ;-)

Queen Jane in dieser Geschichte hat er es mit ihr nicht leicht. Darum bin ich heute grantiert etwas OOC.

SeverusHermioneSnape in dieser Geschichte hat eindeutig sie die Hosen an, oder so. ;-)

CaorloveSeverus he wer will das nicht? ;-)

Liebe Grüße Gaby

3 Die 3. Lektion oder sei unerreichbar für ihn.

ER hatte es wieder getan. Er hatte mit einer Schülerin geschlafen. Gut sie war nicht mehr länger seine Schülerin, aber das machte kaum einen Unterschied. Er drehte den Kopf zur Seite und betrachtete sie. Sie lag neben ihm in seinem Bett, schon wieder und es war wundervoll gewesen, noch besser als beim ersten Mal…

Irgendwie war küssen nicht genug. Ungeduldig begann er an ihrer Kleidung zu zerren, riss dabei einen Knopf an ihrer Bluse ab, aber weder sie noch ihn schien das weiter zu stören. Er musste ihre Haut unter seinen Händen spüren und zwar gleich. Sie selbst blieb nicht untätig, öffnete ihrerseits die unzähligen Knöpfe an seiner Robe und verfluchte sie innerlich dabei. Es dauerte viel zu lange sie alle zu öffnen.

Frustriert trat er einen Schritt von ihr zurück und zog sich selbst aus. Knopf für Knopf kam der ganze begehrliche Mann vor ihren Augen zum Vorschein. Hermione schob sich die Bluse von den Schultern und ließ sie einfach fallen, als nächstes folgte der BH. Es konnte ihnen beiden nicht schnell genug gehen. Bewundernd beobachtete er sie dabei. Seine schwarzen Augen wurden noch eine Spur dunkler. Es folgte ihre Hose, Slip, Schuhe, Socken…Sie war nackt und bereit. Nun war es an ihm sich zu beeilen. Hastig riss er sich die restlichen Sachen vom Körper und war schon in der nächsten Minute bei ihr.

Er presste sie hart gegen die Tür und hob sie hoch. Mit einem Stoss war er in ihr. Keuchend bewegte er sich in ihr. Er war genau dort wo er sein wollte und genoss jede verdammte Sekunde. Hermione ging es nicht anders, unruhig warf sie ihren Kopf hin und her und trieb ihn so zu einem schnelleren Tempo an. In wenigen Minuten erreichten beide einen gigantischen Höhepunkt. Schweißgebadet standen sie so einen Augenblick da. Ihnen fehlte die Kraft sich zu trennen und sie wollten es auch nicht. In diesem Moment waren sie eins. Severus lehnte seine nasse Stirn an ihre.

Das war mit Abstand das verrückteste was ich jemals getan habe." Flüsterte er leise und ließ sie langsam an sich herab gleiten, bis sie wieder auf eigenen Füssen stand. Ihre Knie fühlten sich wackelig an. Zärtlich nahm sie sein Gesicht in beide Hände.

Schön verrückt." Wisperte sie an seinen Lippen und strich sanft darüber. Sie ließ ihre Hände sinken und tastete nach seiner.

Komm!" Sie zog ihn mit sich in sein Schlafzimmer und zwang ihn mit sanfter Gewalt in die Kissen. Wie selbstverständlich schmiegte sie sich an seine Seite und schloss die Augen.

Vielleicht können wir das später wiederholen?" fragte sie ihn hoffnungsvoll. Er schmunzelte, aber das konnte sie nicht sehen. Er starrte an die Decke und dachte „Vielleicht" …

Nachdenklich betrachtete er sie. Sie hatte die Augen geschlossen, schien zu schlafen.

Sie war so jung, so voller Leben und litt was Männer betraf unter einer schlimmen Geschmacksverirrung, aber er würde sich nicht darüber beschweren. Sachte strich er mit dem Fingern einige Strähnen aus ihrem Gesicht. Sie wirkt so zart, so verletzlich auf ihn und ein unbekanntes Gefühl schnürte ihm die Brust zu.

Er sollte sie auf der Stelle rauswerfen, sie brachte nur Unordnung in sein geordnetes, ruhiges Leben. Er war ganz durcheinander und tat Dinge die er nie, niemals zuvor getan hätte. Wie sonst sollte er sich erklären sie verträumt und völlig nackt in seinem Bett, an seiner Seite, zu finden und dabei begehrte er sie schon wieder, wie nur zu deutlich an der beginnenden Schwellung seines Penis zu erkennen war.

Seufzend holte er Luft und brachte sie so dazu die Augen zu öffnen. Liebevoll sah sie ihn an, hob eine Hand und legte sie an seine Wange. Er sah ihr in die Augen und fand sich selbst darin wieder. Sie fand ihn schön. Wieso? Bevor er den Gedanken weiterverfolgen konnte hob sie sich ihm entgegen und bedeckte mit ihren Lippen seinen Mund. Sie küsste und liebkoste ihn als wäre er zerbrechlich, was in ihm erneut die merkwürdigsten Gefühle auslöste. So hatte ihn noch nie jemand behandelt. Wie war das möglich? Was sah sie in ihm was sonst keiner, einschließlich ihm, auf der ganzen Welt sah?

Er sank zurück auf sein Kissen und überließ sich ganz ihren Küssen. Sie lag halb auf ihm und erkundete seinen Mund mit einer Gründlichkeit die er von ihr sonst nur im Unterricht kannte. Sie löste ihre Lippen von ihm und ließ ihre Hand auf Wanderschaft gehen. Was sie entdeckte entlockte ihr ein sinnliches Lächeln.

„Ich denke wir könnten eine zweite Runde riskieren. Die Aussichten dafür erscheinen mir jetzt recht günstig." Frech blitzte es in ihren Augen. Sie neckte ihn! Schon schwang sie ein Bein über seine Mitte und setzte sich rittlings auf ihn. Sie packte seine Hände und hielt sie über seinem Kopf fest.

„Jetzt gehörst du mir!" flüsterte sie, ihre Augen waren dunkel vor Erregung. Das Haar fiel ihr zerzaust über die Schultern, das war sein Werk gewesen, sie sah aus wie ein wilder Engel. Besitzergreifend küsste sie ihn erneut, knabberte an seinen Lippen, ließ ihre Zunge in seinen Mund gleiten und umspielte die seinige.

Ihre Brüste streiften stimulierend über seinen Oberkörper, er spürte wie er hart wurde. Noch einmal und dann würde er sie rauswerfen und nie wieder in sein Leben lassen. Sie war Gift für seine ruhige Welt. Dachte er, erwiderte ihre Küsse und ließ sich von ihr ins Reich der Sinne entführen.

Sie verließ seinen Mund, glitt über sein Kinn hinab auf seine Brust. Leckend und saugend erforschte sie seinen Körper, kostete jede Stelle die sie mit den Lippen erreichen konnte und registrierte mit Genugtuung sein Entgegenkommen. Er wollte berührt werden, wollte das sie all diese sündigen Dinge mit ihm tat. Sie war bei seinem besten Stück angelangt.

Einen Augenblick umspielte sie es zärtlich mit der Hand, fuhr seine Länge entlang und glitt wieder hinab. Hart packte er sie an den Schultern, nicht wissend ob er sie fortschieben, oder noch näher herandrücken wollte. Keine Sekunde länger konnte er diese Folter noch ertragen, aber sie war noch lange nicht mit ihm fertig. Kurz sah sie ihm in die schwarzen Augen.

„Ich werde dich so sehr verwöhnen, dass du ohne mich nicht mehr leben kannst!" versprach sie ihm und in diesem Augenblick war er mehr als nur geneigt ihr zu glauben. Sie senkte ihren Kopf und umschloss ihn sanft mit ihrem Mund. So verwöhnt zu werden gab seinem Denken endgültig den Rest.

Unruhig fuhr er mit den Händen durch ihr Haar und brachte es so noch mehr in Unordnung. Er glaubte nicht mehr länger durchhalten zu können. Das hatte noch keine Frau mit ihm gemacht. Hielt er sie vor gar nicht allzu langer Zeit noch für ein Mädchen, so hatte sie seine Meinung heute gründlich revidiert. Sie war durch und durch eine Frau und was für eine. Als er schon dachte sich nicht länger beherrschen zu können, verschwand ihr Mund. Sie setzte sich auf ihn, umschloss seinen Penis zärtlich mit der Hand und führte ihn zu ihrem Eingang. Seufzend ließ sie ihn in sich gleiten. Sie hatte die Augen geschlossen, doch er sah sie an.

Sie war genauso gefangen wie er. Er legte seine Hände auf ihre Hüften und passte sich ihrem Rhythmus an. Immer tiefer nahm sie ihn in sich auf, immer heftiger wurden ihre Bewegungen. Auch er schloss die Augen und ließ sich fallen. Als er spürte wie sie kam, war es auch um ihn geschehen. Hart stieß er noch ein paar Mal in sie und dann erreichte auch er seinen Höhepunkt. Sie sank auf ihn und blieb still liegen. Lange Zeit sprach keiner der beiden, genoss einfach die Nähe des anderen. Plötzlich schob er sie fort und erhob sich. Ohne sie anzusehen, zog er sich an.

„Du solltest gehen!" kam es kühl von ihm. Der Verlust seiner Nähe ließ sie frösteln. Sie zog die Decke über ihren nackten Körper.

„Und warum sollte ich das tun?" Er drehte sich ihr zu, sein Hemd stand noch offen und gab so den Blick frei auf seine Brust. Augenblicklich blieben ihre Augen dran hängen.

„Ich, du – das geht so nicht." Sie umklammerte die Decke und erhob sich ebenfalls. Dicht trat sie an ihn heran, hob die Hand und versuchte eine Strähne die ihm in die Stirn gefallen war zurückzustreichen, doch er wich ihr aus. Kurz blitzte es verletzt in ihren Augen auf, aber gleich verschwand dieser Ausdruck wieder, dennoch war es ihm nicht entgangen. Fest presste er die Lippen aufeinander.

„Geh! Komm nicht mehr hierher. Wir beide - das passt einfach nicht." Er wandte den Blick von ihr ab und wartete. Traurig schritt sie an ihm vorbei, hielt dann noch einmal inne und drehte sich zu ihm.

„Ich liebe dich." Sagte sie leise und verschwand in den anderen Raum.

Er verharrte an der Stelle und starrte ins Leere. Wartete auf das Zuschlagen seiner Tür. Ganz leise schloss sie sie, doch als das Schloss einhakte zuckte er erschrocken zusammen. Sie war fort.

Erst dann wagte er sich nach nebenan. Er war ein verdammter Lügner. Er wollte nicht das sie ging, aber besser er schickte sie jetzt fort, als das sie ihn später verließ und genau so würde es kommen. Sex war keine gute Basis für eine Beziehung. Er sah sich um, alles war wie als wäre sie nie hier gewesen, alles bis auf die Tür. Dort stand mit dem Zauberstab dick eingebrannt eine Botschaft an ihn.

Du hältst das wahrscheinlich nur für Sex,

aber wir beide wissen dass es mehr ist.

Kaum hatte er die Nachricht gelesen begann sie zu verblassen. Zornig ließ er sich auf die Couch fallen und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie war eingebildet, besserwisserisch, dickköpfig, stur und ging ihm auf die Nerven und er vermisste sie kein bisschen. Erklärte er sich selbst streng. Das all diese Eigenschaften auch auf ihn zutrafen, daran wollte er erst gar nicht denken.

*

Betrübt verließ sie das Schloss und übersah dabei vollkommen Professor Dumbledore. Dieser blickte ihr neugierig hinterher, zuckte mit den Schultern und ging weiter. Vielleicht hatte sie nur etwas vergessen. Dachte er sich und betrat das Schloss. Darin war es totenstill, denn außer ihm und Severus war keine Seele sonst hier und natürlich noch vor ein paar Minuten Miss Granger. Wieder stutzte er kurz. Sie und Severus? Er schüttelte seinen Kopf und hielt sich selbst für albern. Unbewusst dachte er an den Zwischenfall vom letzten Schultag. Severus Snape hatte seinen Unterricht vergessen. Er war paranoid. Die zwei waren so verschieden wie Tag und Nacht, außerdem war er sich gar nicht sicher ob Severus überhaupt noch Interesse an Frauen hatte. So wie es aussah, hatte dieser mit diesem Thema schon vor Jahren abgeschlossen. Nein, er spann sich da nur was aus. Seufzend betrat er sein Büro und machte sich an seine Post. Vergessen waren Hermione und Severus.

*

Wieder ließ er seine Bettwäsche von den Hauselfen wechseln. Der bloße Gedanke in diesen Kissen und Laken, die voll von ihrem Geruch, ihrem Duft waren, trieben ihn fast in den Wahnsinn. Sein ganzes Schlafzimmer roch nach wilden, leidenschaftlichen Sex. Darin konnte er unmöglich schlafen. Wieder überkamen ihn die Erinnerungen. Sie war noch keine Stunde fort und er dachte schon wieder an Sex. An ihren wundervollen Körper dicht an seinem.

Hastig erhob er sich und stellte sich samt seiner Kleidung unter die kalte Dusche. Dort verharrte er solange bis seine Lippen blau gefärbt waren und er sich selbst jeden hitzigen Gedanken ausgetrieben hatte. Er stellte den harten Strahl ab und stieg heraus. Sein Körper war eiskalt, aber sie war dennoch in seinem Blut und wirbelte sein Denken durcheinander.

Entschlossen zog er sich trockene Sachen an und machte sich auf den Weg in die Halle. Dort traf er auf Dumbledore. Auch dieser war über die Ferien im Schloss. Beide lebten sie hier, hatten keine Familie zu der sie gehen konnten. Zwei alte Narren, das waren sie. Er nahm neben Albus Platz und schweigend aßen sie. Nach einer Weile hob Albus den Kopf.

„Miss Granger war hier. Was wollte sie?"

Diese Frage ließ Severus mitten in der Bewegung erstarren. Automatisch entstanden lustvolle Bilder in seinem Kopf, von all den Dingen die sie wollte und mit ihm gemacht hatte.

„Keine Ahnung." Erwiderte er trocken und aß weiter als wäre nichts, aber das kalte Wasser hatte er völlig umsonst verschwendet, stellte er zu seinem Leidwesen fest. Sie hatte ihn verhext, eindeutig.

Eine Eule kam herein geflogen. Gespannt sah ihr Severus entgegen. Sie wird doch nicht? Sie flog auf die beiden Männer zu und im ersten Augenblick sah es tatsächlich so aus als würde sie auf Severus zusteuern, überlegte sich es aber dann anders und landete direkt vor Albus. Diesem war Severus angespannte Miene nicht entgangen.

„Erwartest du Post?" fragte er ihn beiläufig und befreite die Eule dabei von ihrer Last. Severus schüttelte verneinend seinen Kopf.

„Nein nicht wirklich." Lügner! Schrie alles in ihm. Er wollte dass sie ihm schrieb, nicht das er vorhatte darauf zu antworten. Wieder schüttelte er seinen Kopf. Was war nur los mit ihm? Er war wie jedes Jahr alleine mit dem Schulleiter in den Sommerferien im Schloss und es war gut so gewesen für ihn, bisher. Aber heute hatte er das Gefühl es wäre nicht genug. Es müsste einfach mehr geben und daran war ganz alleine Miss Granger schuld. Sie und ihre aufdringliche Art. Ärgerlich presste er die Lippen aufeinander.

*

Hermione sah aus dem Fenster und traute ihren Augen nicht. Sie hatte schon fast jede Hoffnung aufgegeben. Hatte gedacht, sich diesmal wirklich geirrt zu haben, aber sie sollte sich besser kennen. Sie biss sich vor Freude auf die Lippen. Da stapfte er. Er, der so gar nicht gerne nachgab, ihre Auffahrt herauf. Schnell zog sie sich vom Fenster zurück. Er sollte sie auf keinen Fall sehen. So leicht würde sie es ihm nicht machen. Er sollte sich nach ihr verzehren, sollte sie bis aufs Blut begehren, sie jede Stunde in seinem Leben, in der sie nicht an seiner Seite war vermissen, aber so etwas erforderte Zeit und vor allem Geduld.

Sie hörte das Klopfen an der Tür und wie ihre Mutter hinging um diese zu öffnen. Hörte leises Stimmengemurmel zu ihr herauf steigen, verstand aber kein Wort. Ihre Mutter erschien in ihrer Tür und sah sie merkwürdig an.

„Da unten wartet ein ehemaliger Lehrer auf dich!?" Ihre Worte waren Frage und Feststellung zugleich.

„Hat er gesagt was er will?" fragte Hermione hoffnungsvoll. Verneinend schüttelte ihre Mutter den Kopf.

„Wenn du mich fragst ist das ein sehr mürrischer Zeitgenosse." Murmelte sie halblaut.

„Ich arbeite gerade daran dies zu ändern." Hermione seufzte und zog ihr Handy aus der Tasche.

„Roland? Hast du Zeit?"

„Gut in fünf Minuten?"

„Wir sehen uns und danke!" Sie legte auf und sah auf ihre Mutter.

„Sag ihm ich bin nicht da." Bat sie sie. Fragend sah Mrs. Granger ihre Tochter an, aber diese hob abwehrend die Hand.

„Später, Mutter, erkläre ich dir alles, aber jetzt schick ihn bitte weg." Mrs. Granger verschwand und kurz darauf war erneut Stimmengemurmel zu hören, dann kehrte Stille ein.

Hermione rannte zum Fenster und sah nach unten. Da ging er den Weg den er gekommen war zurück. Sie zählte leise bis fünf und eilte dann nach unten. Sie wollte ihm nicht in die Arme laufen, aber dennoch sollte er sie sehen. Sie lief die Einfahrt hinab und kaum auf der Straße angelangt hielt sie Ausschau nach ihm. Unauffällig schielte sie über ihre Schulter zurück und trödelte herum. Sie hatte es nicht eilig. Tatsächlich er drehte sich um und entdeckte sie.

Nun schritt sie zügig voran, gab sich ganz so als hätte sie ein bestimmtes Ziel im Auge. Wieder sah sie unauffällig zurück und sah mit Freuden dass er ihr folgte. Nicht weit von ihrem Elternhaus entfernt betrat sie ein Kaffee. Dort wartete bereits Roland auf sie. Er war ein Bild von einem jungen Mann, sah verteufelt gut aus und wusste das auch und er war ihr liebster Cousin. Fröhlich lief sie auf ihn zu und küsste ihn auf beide Wangen.

„Schön das du Zeit für mich hast!" sagte sie und nahm ihm gegenüber Platz.

„Um was geht's eigentlich? Wofür brauchst du mich?" Roland war angehender Schauspielschüler und besaß einen sehr klugen Kopf. Ihm etwas vorzumachen war nicht leicht.

„Guck mal über meine Schulter. Was siehst du?" Roland streckte seinen Hals und sah auf die einzelnen Tische, doch dann blieb sein Blick an etwas anderem hängen.

„Sagt dir ein großer dunkler, finster dreinblickender Mann etwas?"

Ihre Augen wurden groß, sie fasste nach seinen Händen.

„Was tut er?" fragte sie leise. Roland lehnte sich seinerseits zurück und sah nun direkt über ihre Schulter.

„Tja ich würde sagen er steht hinter dir." Roland schluckt mühsam und machte sich Sorgen um sein Gesicht. Automatisch duckte Hermione sich und drehte den Kopf zu ihm um.

„Professor Snape – Severus?" vorsichtig sah sie hoch zu ihm und versuchte dabei unerschrocken auszusehen, aber ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und sie fühlte sich ganz und gar nicht sicher.

Finster blickte er sie an, um seinen Mund lag ein harter Zug. Sie hatte ihn belogen und betrogen. Er hatte Recht, sie spielte nur mit ihm. Zornig wandte er sich um und verließ mit großen Schritten das Kaffee.

Hermione sprang schnell auf die Beine, rief Roland „Ich ruf dich an!" zu und lief hinter Severus her. Sie musste sich ganz schön beeilen um ihn einzuholen.

„Was machst du eigentlich hier?" fragte sie ihn leicht außer Atem als sie endlich zu ihm aufgeholt hatte. Kurz hielt er im Schritt inne und dachte an all die Gründe die ihn heute dummerweise hierher gebracht hatten.

*

Das Abendessen verlief , bis auf die Eule, so unspektakulär wie man sich es bei zwei Männern die einander schon eine Ewigkeit kannten nur vorstellen konnte. Einzig das Klappern der Gabeln und Messer auf den Tellern war zu hören. Sie hatten einander nach all den Jahren nicht mehr viel zu erzählen und da ihrer beider Leben eher ruhig verlief, gab es eigentlich nichts über das sie sprechen konnten. So beendeten sie das Dinner im gegenseitigen Schweigen.

Severus kehrte in seinen verlassenen Kerker zurück und wieder empfing ihn außer Stille nichts. Er setzte sich mit einem guten Buch auf sein Sofa und versuchte zu lesen, doch haselnußbraune Augen verhinderten das sehr erfolgreich. Ständig musste er an sie denken. Er klappte das Buch zu und verließ seine Räume. Langsam stieg er den Astronomieturm hoch und betrachtet die Sterne. Etwas das er, auch wenn es keiner wusste, immer wieder gerne tat.

In der Unendlichkeit des Universums versuchte er seine Unzufriedenheit, die ihn in den letzten Tagen und heute besonders überfiel zu ergründen und kam nur zu einer einzigen Lösung – Hermione Granger. Sie war an allem Schuld. Vorher war ihm die Leere in seinem Leben gar nicht aufgefallen. Menschliche Nähe und Sex war für ihn sowieso nie ein großes Thema gewesen. Bis jetzt.

Zu seinem Leidwesen wollte er all das wieder spüren. Wollte sie wieder sehen, ihr Lachen, ihren sinnlich verklärten Ausdruck, selbst dieses überlegen, spitzbübische Grinsen, das sich immer dann zeigte wenn sie dachte er würde es nicht sehen, aber er hatte. Er schritt ruhelos an den Zinnen entlang und strich mit der Hand über den kalten Stein. Sie spielte mit ihm, das wusste er und trotzdem hatte er Feuer gefangen.

Ob sie wieder kam? Sie wird doch nicht aufgegeben haben? Sinnierend starrte er in die dunkle Nacht. Die Tage vergingen, aber sie kam nicht zurück. Belästigte ihn nicht länger. Schickte auch keine Nachrichten, geschweige denn, das er ihr aus Versehen in der Winkelgasse über den Weg lief, auch wenn er zweimal noch ganz dringend hin musste, um Besorgungen zu machen, die keinerlei Aufschub duldeten.

Ging es doch um Bücher die er für übernächstes Schuljahr unbedingt brauchte und er wollte gut vorbereitet sein. Betrübt schlich er im Schloss herum und erschreckte Dumbledore dabei fast zweimal zu Tode. Sie hat gesagt das sie ihn liebte – was meinte sie damit? Das sie ihn wirklich liebte? War sie nur verliebt, oder schwärmte sie einfach für einen Lehrer.

Verächtlich schnaubte er durch die Nase. Wenn sie schon für einen Lehrer schwärmen wollte, wieso dann nicht für Lockhart oder Lupin? Die waren für so was die geeigneteren Kandidaten. Er hatte es ganz sicher nicht drauf angelegt, obwohl…Vielleicht hat sie gemerkt, dass er sie, wenn es keiner sah, heimlich beobachtete? War er zu unvorsichtig gewesen?

Dieses Lachen war ihm nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Immerzu musste er daran denken und auch wie sie ihr Haar mit der Hand hinter das Ohr schob und wie sie schrieb, wie leicht ihre Feder über das Pergament glitt. Ihre Stirn war dabei konzentriert in Falten gelegt. Mehr als einmal war er versucht sie mit den Fingern glatt zu streichen. Sie sollte nicht so ernst sein.

Sein Herz begann aufgeregt zu flattern, wenn sie ihm ihre Hausarbeiten, oder sonstiges in die Hand drückte und ihm dabei ganz nahe kam. Er gab es nur ungern zu, aber das waren die Höhepunkte in seinem trostlosen Leben. Er konnte ihre Wärme spüren, ihren Duft in sich aufnehmen. Und nun kam sie nicht mehr.

*

Und deswegen war er heute gekommen. Er wollte sie fragen, warum sie nicht mehr kam. Aber das war bevor er sie mit diesem hübschen, jungen Mann gesehen hatte, der dummerweise tausendmal besser zu ihr passte, als er es jemals könnte.

„Ich weiß es nicht mehr." Antwortete er schroff und schritt weiter energischen Schrittes aus. Fort. Nur fort von hier. Hermione eilte einen Schritt voraus, drehte sich um und ging verkehrt vor ihm her.

„Hab ich dir gefehlt?" Sie hatte den Kopf leicht schräg gelegt und blickte hoch in sein wütendes Gesicht.

„Nein! Warum?" kam es kalt von ihm. Sie blieb stehen und zwang ihn so, wenn er nicht um sie herumlaufen wollte, ebenfalls stehen zu bleiben.

„Lügner" flüsterte sie ihm laut zu. Zornig funkelte er sie an, schob sie zur Seite und lief weiter.

„Ach der Mann im Kaffee…" rief sie hinter ihm her und sah wie er im Schritt zögerte. Er wollte hören was sie zu sagen hatte. „…war mein Cousin Roland."

Abrupt drehte er sich um und sah ihr prüfend ins Gesicht. Sprach sie die Wahrheit? Sie kam wieder auf ihn zu und legte ihre Hand auf seinen Arm.

„Ich mag ihn sehr und durch meine Zeit in Hogwarts war es uns nur selten möglich uns zu sehen, darum habe ich mich heute mit ihm getroffen." Sprach sie sanft weiter und sah ihm noch immer aufrichtig ins Gesicht.

Das war eine Lüge. Sie wollte das er sie mit ihm sah, und ja sie liebte ihren Cousin wie einen Bruder, aber heute war er einfach Mittel zum Zweck gewesen, denn wie sonst sollte Severus erkennen was er an ihr hatte, wenn er den Verlust nicht spürte falls es sie nicht mehr in seinem Leben gab. Aus einem Impuls heraus stellte sie sich auf die Zehenspitzen und gab ihm mitten auf der Straße einen Kuss.

„Du hast mir gefehlt." Wisperte sie an seinen Lippen und wippte zurück auf die Fersen.

Wie machte sie das nur? Er war doch gerade noch so wütend gewesen? Sie hakte sich bei ihm unter und spazierte mit ihm die Straße entlang.

„Verrätst du mir jetzt warum du gekommen bist?" fragte sie ihn erneut neugierig. Sie wollte so gerne etwas Nettes von ihm hören.

„Den Teufel werde ich tun." Kam es bissig von ihm.

Vor dem Haus ihrer Eltern blieb er stehen. Unschlüssig sah er auf sie herab. Was nun?

„Ich muss gehen." Sagte sie leise und schritt auf das Haus zu.

„Warte!" rief er hinter ihr her.

„Sehe ich dich wieder?" Nun war es heraus. Er hatte sie gefragt. Hermione lachte leise in sich hinein. Er mochte sich noch so sträuben, aber er gehörte ihr.

„Wer weiß?" Sie zuckte mit den Schultern und ließ ihn stehen.