Hallo!

Danke für euer Feedback- Neli und ich sind review-süchtig (na ja, ich mehr als Neli weil sie für sich selbst schreibt...)! Antworten auf Fragen etc. wie immer unter dem Kapitel- viel Spaß beim Lesen!

Brandy


Disclaimer: Harry Potter ist Eigentum J.K. Rowlings und verschiedener Publizisten einschließlich aber nicht ausschließlich Scholastic Books, Bloomsbury Publishing, Warner Bros. und Carlsen Verlag. Diese Geschichte will nicht in deren Rechte eingreifen, ist nur zur Unterhaltung geschrieben worden und jeder Versuch, aus ihr Profit zu schlagen steht im ausdrücklichen Widerspruch zur Absicht der Autorin.


Kurzinfo:

Titel: Harry Potter und die Zweite Prophezeiung

Autor: starlight, aka Neli

Rating: PG-15

Kontakt: Hoshiakariweb.de (Neli), nosebitingteacupyahoo.com (Brandy)

Kurzzusammenfassung: Nach einem eher aufregenden Sommer kehrt Harry Potter nach Hogwarts zurück. Sirius' Tod belastet ihn schwer, trotzdem gibt er sein Bestes, um zu der Waffe zu werden, die Voldemort vernichten kann. Wenn da nur nicht die Zweite Prophezeiung Professor Trelawneys und der mysteriöse Talisman des Ourouboros wäre! Und was meint ein Mädchen, wenn es um Hilfe mit den Wahrsage-Hausaufgaben bittet? Harrys Jahr wird vieles werden, nur eines nicht: langweilig!

Written: Sept 2003


"..." = sprechen

... = denken

-...- = Orts-/ Zeitwechsel (was, dürfte klar sein)


Kapitel 3: Besuch mit Folgen

Wenn Dudley Harrys Nervosität während ihres morgendlichen Joggingtrainings bemerkt hatte dann hatte er es sich nicht anmerken lassen. Harry war recht froh darüber, dass er seinem Cousin nicht erklären musste, warum er fast achtzig Zentimeter hoch in die Luft sprang nur weil eine von Mrs. Figgs Katzen eine leere Bierdose vor sich her gekickt hatte. Das knallende Geräusch, als die Dose gegen die Bordsteinkante stieß, hatte ihn zu sehr an einen apparierenden Zauberer erinnert, und er hatte sich nur mit Mühe soweit beherrschen können, dass er seinen Zauberstab nicht gezogen hatte. Allein der Gedanke, dass er sich in eine jüngere Version von Mad-Eye Moody verwandeln könnte hielt ihn letztendlich davon ab, alle fünf Meter nach verfolgern Ausschau zu halten, trotzdem war er ein nervöses Wrack als er endlich wieder im Ligusterweg angekommen gewesen war.

Die Schrecken des frühen Morgens waren vergessen, Harrys Nerven lagen aber noch immer blank. Mit zitternden Händen und weichen Knien überprüfte er sein Aussehen in dem kleinen Spiegel im Badezimmer. Seine Haare standen ab wie immer- Harry bezweifelte, dass selbst Hermines Wunder-Haarglätter wirken würde. Seine Krawatte saß richtig- er trug einen Anzug unter den schwarzen Schulroben. Mehr konnte er nicht erwarten.

Harry hatte sich beinahe überzeugt, dass es besser wäre, wenn er einfach vorgab, dass es ihm schlecht war als Professor Dumbledores höfliche Stimme an der Türe klang.

"Mrs. Dursley, könnten Sie bitte Ihren Neffen herunterbitten?" Harrys Beine widersprachen seinem Kopf und hatten sich schon auf die Treppen zubewegt bevor Dumbledore endete. Er wollte eigentlich nichts lieber, als sich in seinem Zimmer zu verkriechen und darauf zu warten, dass dieser schreckliche Tag vorbeiging, aber ehe er sich es recht versah stand er vor der hochgewachsenen Gestalt des Schulleiters und nickte höflich und ernst.

"Guten Morgen, Professor Dumbledore. Eine Tasse Tee?" fragte er so höflich wie er nur konnte. Tante Petunia klang daraufhin wie ein Auto mit Starterproblemen als sie hinter ihm darum kämpfte, ihre Sprache wiederzufinden und ihm zu verbieten, Zauberern in ihrer Küche etwas zu servieren. Dudley hingegen hatte sich hinter dem Sofa in Sicherheit gebracht und beäugte den seltsamen Mann mit den langen weißen Haaren misstrauisch- würde er ihm etwa auch Süßigkeiten geben, die seine Zunge ins Unermessliche anschwellen ließen? Um ehrlich zu sein löste der Anblick Professor Dumbledores auch in Harry gemischte Gefühle aus- es war nicht einfach, zu übergehen, dass er am Ende des Schuljahres das Büro des Schulleiters verwüstet hatte, die kleinen, empfindlichen Silberapparate zertrümmert hatte, und selbst die Glasscheiben in den Fenstern waren unter seiner Wut zersprungen. Dieselbe Wut spürte er auch jetzt- Dumbledore hatte ihn belogen, hatte ihm jahrelang einen Schleier über die Augen gebreitet und heile Welt vorgespielt, hatte ihn manipuliert, benutzt und... Harry unterdrückte seine Wut mit aller Macht, versuchte, seine weißen Wände zum Einsatz zu bringen, Es würde ihn nicht gerade auf Tante Petunias gute Seite bringen wenn ihr kostbares Royal Dalton-Porzellan vor ihren Augen zersprang.

"Ah, Harry," Dumbledore blickte auf seine merkwürdige goldene Uhr mit den zwölf kleinen Zeigern, dann ließ er sie mit einem leisen Schniefen wieder in einer Tasche seiner Roben verschwinden. "Ja, wir haben noch Zeit für eine Tasse Tee. Ich würde auch gerne mit dir sprechen, denn so viel ich weiß warst du noch nie bei der Testamentsverkündung eines Zauberers, richtig?" Harry ballte die Hände zu Fäusten.

Nein, und wenn Sie mir gesagt hätten, warum genau ich Okklumentik lernen muss und ich den Sinn dahinter erkannt hätte und gewusst hätte, dass ich nach den Stunden erst einmal anfälliger bin, dann wäre das auch gar nicht nötig gewesen! Außerdem- wer sagt denn, dass Sirius tot ist? Er ist nur durch diesen Schleier gefallen, und keiner weiß, was dahinter ist! donnerte seine eigene Stimme wütend hinter seiner Stirn. Mit aller Kraft errichtete er eine dünne mentale Barriere. Sie schwächte die Stimme seiner Wut und Verzweiflung, konnte sie aber nicht zum Verstummen bringen.

"Nein. Ich mache Tee, Professor," brachte er heraus und klopfte sich augenblicklich selbst auf die Schulter. So ebenmäßig, wie der Satz geklungen hatte konnte Professor Dumbledore unmöglich etwas hineinlesen.

"Ah, mit zwei Stückchen Zucker bitte, Harry." Dumbledores blaue Augen funkelten, wenn auch gedämpft, hinnter den halbmondförmigen Brillengläsern hervor. "Ich mag Tee gerne süß."

Und ich würde gerne wissen, warum Sie diese Verordnung nicht außer Kraft setzen. Wenn die Todesser den Ligusterweg angreifen und ich mich verteidige dann sind sie wahrscheinlich Unschuldige, die meiner 'blühenden Phantasie' zum Opfer gefallen sind und ich fliege von der Schule!

"In Ordnung." Er zuckte nur mit den Schultern. Dumbledores Blicke folgten ihm- Harry konnte sie zwischen seinen Schulterblättern spüren während er darauf wartete, dass das Wasser kochte. Tante Petunia war vorsichtshalber mit Dudley ins Wohnzimmer geflüchtet, Dumbledore war ihnen beiden wohl unhheimlich.

"Harry, ich hoffe, dein Sommer war so weit angenehm?" Harry drehte sich um. Auch wenn er Dumbledore im Moment weniger als je vertraute waren zehn Jahre in einem Schrank unter der Treppe nicht so einfach abzuschütteln, und Höflichkeit war eines der wenigen Dinge, auf die Tante Petunia auch bei ihm Wert gelegt hatte.

"Ganz okay," antwortete er darum. Dumbledore nickte.

"Der Orden hat das bestätigt." Harry beherrschte sich. Er wollte nicht schon wiederexplodieren, und er hatte schließlich von seinen Bewachern gewusst. Dass sie ihm nachspioniert hatten war ihm allerdings neu.

"Der Tee ist fertig. Zwei Stück Zucker, Professor?" fragte er in einem neutralen Tonfall. Dumbledore nickte und lächelte.

"Danke, Harry. Ich weiß, dass heute kein einfacher Tag für dich ist." Beinahe wäre er herausgeplatzt dass Dumbledore sich unmöglich vorstellen konnte, wie furchtbar dieser Tag für ihn war, doch sein Okklumentik-Training rettete ihn auch diesesmal.

"Ja," sagte er. Dumbledore sah ihm tief in die Augen, und Harry hatte das Gefühl als ob eiskalte Finger in seinen Kopf fassen wollten. Sanfter als Snapes Methode- aber genauso unwillkommen.

"Professor?" fragte er. Dumbledore schreckte zurück, die Finger verschwanden.

"Ja... Harry, ein Zauberertestament unterscheidet sich von denen der Muggel. Einmal ist es unwichtig, welchen legalen Status der Erblasser hatte. Das heißt also, dass sowohl Minderjährige als auch vermutete Kriminelle all ihre Besitztümer aufteilen können, ohne dass das Ministerium eingreift. Die Beschlagnahmung von Besitz ist in der Zauberwelt fast völlig unbekannt... Zum Zweiten kann ein Testament nur geöffnet werden, wenn der Erblasser wirklich tot ist. Ein Zauber verhindert es sonst... Nun zu den wichtigeren Details. Soviel ich weiß schreiben Muggel nur auf, wer ihre Besitztümer erben soll. Bei Zauberern ist das anders. Du erinnerst dich an mein Denkarium?"

"Ja, Professor." Harry gefiel die Richtung, in die Dumbledore steuerte, ganz und gar nicht. Wenn er sich anstrengte und die weißen Wände so stark wie nur möglich machte dann konnte er inzwischen schon fast drei Stunden durchhalten, ohne an Sirius zu denken. Wenn ein Zauberertestament nun wie ein Denkarium war, dann...

"Gut. Ein Zauberertestament funktioniert so ähnlich- es ist eine Projektion des lebenden, atmenden Erblassers. Und es akualisiert sich automatisch bis zum Tag der Verlesung. Ein Teil der Persönlichkeit des Erblassers lebt in der Testamentskugel, und sie spürt genau, wenn einer der Nutznießer nicht mehr freundlich gesinnt ist, oder sich in unverzeihlicher Weise benommen hat. Sirius hat sozusagen ein Stück von sich dagelassen, das nun aufgeteilt wird."

Eine lebende, atmende Wiedergabe von Sirius, die nach der Verlesung verschwand? Die ihm bestätigte, dass sein Pate wirklich tot war? Harry fühlte sich, als hätte man ihm eine Kanonenkugel in den Bauch geschossen. "Es ist so... als ob Sirius da wäre, und dann ist er weg?" fragte er ungläubig und spürte die vertraute säurehafte Wärme der Wut aus seinem Bauch emporsteigen.

"Nein, Harry- ein Stück von ihm ist dann bei dir, und bei jedem anderen, den er in seinem Testament bedacht hat. Er wird nicht verloren sein, sondern er ist in dir. Für Zauberer ist die Verlesung des Testaments ein wichtiger Schritt auf dem Weg des Trauerns." Harry nickte. Er hörte zwar Dumbledores Worte, aber der Sinn dahinter blieb ihm fremd. Warum sollte er einen Schritt auf dem Weg des Trauerns gehen wenn Sirius doch vielleicht nur in einer anderen Welt lebte? Was war überhaupt der Weg des Trauerns, und was wusste Dumbledore davon? Er hatte schließlich nicht den letzten Menschen verloren, der ihm eine Familie hätte sein können.

"Harry, ich weiß, dass es sehr schwer für dich sein wird, Sirius noch einmal wiederzusehen, aber du musst dir selbst einen Gefallen tun und weitergehen. Du kannst nicht ewig auf der Stelle treten- Sirius würde nicht wollen, dass du dein Leben verschwendest und nur an ihn denkst!" Harry spürte, wie das Blut in seinen Ohren hämmerte. Dumbledore hielt sich wohl für seinen Großvater!

"Was Sirius wollte werde ich nie wisse, Professor. Und was ich mit meinem Leben anstelle ist meine Sache. Keine Sorge, ich werde die Voldemort-Sache schon in Ordnung bringen- das bin ich Sirius schuldig. Aber alles andere..." Der eisige Tonfall, den er wählte, entging Dumbledore natürlich nicht und malte Enttäuschung und Müdigkeit auf das Gesicht des alten Zauberers.

"Ich weiß, Harry." Er leerte seine Tasse. "Bist du bereit? Ich habe einen Portschlüssel für uns hier."

Harry fragte sich zwar, ob es Dumbledore überhaupt interessierte, ob er bereit war oder nicht- schließlich würde er ohnehin einfach gehen müssen. Aber er nickte wiederum und überwand seinen Zorn für den Moment- er musste ruhig sein, um Sirius in die Augen sehen zu können. Er durfte nicht außer Kontrolle geraten, oder er würde Dumbledore zeigen, was er gelernt hatte. Auch wenn der alte Zauberer auf derselben Seite kämpfte- Harry konnte nicht vergessen, was er mit ihm gemacht hatte. Und wenn er eines aus dem Ministeriums-Fiasko gelernt hatte dann, dass man nie alle seine Karten offen zeigen sollte.

"Harry?" Harry rückte den Kragen seines Umhangs zurecht und trat neben Dumbledore. Der Schulleiter hatte ein altes Stück Pergament aus seinen Roben gezogen und seinen Zauberstab gezückt.

"Portus," murmelte er. Harry legte eine Hand auf das Pergament, das Professor Dumbledore noch immer in der linken Hand hielt. Der Ruck hinter seinem Bauchnabel sandte eine Welle der Übelkeit durch seinen Körper- er mochte es noch immer nicht, per Portschlüssel zu reisen, zu sehr erinnerte ihn das Gefühl an sein erstes Opfer, Cedric Diggory.

Und außerdem stolperte er jedesmal bei der Ankunft. Nur Dumbledores schnelles Zugreifen verhinderte, dass Harry kopfüber in den Schlamm fiel. Es hatte viel geregnet in der letzten Nacht, und zwischen dem Kopfsteinpflaster der Winkelgasse rannen kleine, dreckige Wasseradern die große, schlammige Pfützen bildeten wo der Boden uneben war. Es war wieder einmal ein Beweis für Harrys 'Glück' dass Professor Dumbledore und er genau in der Mitte einer solchen Pfütze gelandet waren...

"Die Verlesung ist in der Gringotts-Bank, richtig, Professor?" fragte er, obwohl er sich sicher war, dass Remus genau das gesagt hatte.

"Ja, Harry. Hast du deine Einladung?" Harry zückte den schwarzen Umschlag mit seinen beiden gekreuzten Zauberstäben, die in der Mitte durchgebrochen waren, wo er den Brief geöffnet hatte.

"Ja, Professor." Dumbledore reinigte seine und Harrys Roben mit einem schnellen Ratzeputz! von Schlamm, dann machte er sich an der Seite seines fünfzehnjährigen Schülers auf den Weg zu nahen Gringotts-Bank. Das weiße Gebäude strahlte förmlich unter der Sommersonne, der Regen der vorigen Nacht hatte den Staub der heißen Tage abgewaschen und der Welt neuen Glanz verliehen. Harrys Stimmung hingegen wurde umso dunkler, je heller der Tag war.

Die Koboldwachen vor Gringotts nickten Dumbledore zu, als er mit Harry durch das mächtige Eingangstor schritt. Der alte Zauberer erwiderte die Respektsbezeugung, während Harry nur auf die Inschrift auf dem halb offenen, silbernen Türflügel starrte.

... sei gewarnt und sage dir,

Mehr als Gold harrt deiner hier.

Zum Beispiel ein Stück von Sirius, dachte Harry dumpf. Er hasste diesen Tag wirklich.

In der Bank herrschte das übliche geschäftige Treiben- Kobolde wogen Edelsteine von unfassbarer Größe, Berge von Gold wurden auf Schlitten durch die Halle gezogen, und Zauberer und Kobolde wuselten durch die vielen Türen an der Rückwand. Uhrmacherlupen und Messingwaagen funkelten um die Wette mit silbernen Sickeln und glitzernden, kleinen Schmuckstücken die sich ein älterer, sehr gesetzt aussehender Zauberer auszahlen ließ.

"... Lavinia Coretto. Sie ist jetzt im vierten Jahr, in Ravenclaw," erzählte eine hübsche Hexe in den Mittdreißigern ihrer neben ihr stehenden Freundin und packte eine kleine Brosche in eine in ihren Roben versteckte Tasche. Harry duckte seinen Kopf so gut wie möglich in den Kragen seines Umhangs. Er wollte möglichst nicht erkannt werden- jetzt auch noch den Rummel um seine Person mitzumachen würde ihn wahrscheinlich in den Abgrund schicken. Er platzte ohnehin schon fast vor einer Mischung aus Gefühlen, über die er sich selbst nicht im Klaren war.

"Albus Dumbledore und Harry Potter, hier zur Verlesung des Letzten Willens und Testaments von Sirius Black," sagte Dumbledore zu dem Kobold hinter dem Informationsschalter. Harry schluckte. Einerseits konnte er es nicht erwarten, Sirius wiederzusehen, auch wenn es nur als Phantom war, und andererseits... andererseits war er einfach noch nicht bereit, die Konsequenzen der Verlesung zu tragen, sich einzugestehen, dass Sirius wirklich nicht mehr lebte.

"Einladungen?" quäkte der Kobold. Harry zog langsam seine Einladung hervor, und auch Dumbledore präsentierte seinen versiegelten schwarzen Umschlag. Seltsamerweise hatte Dumbledore seinen Umschlag nicht geöffnet- die Zauberstäbe waren nach wie vor intakt.

Der Kobold untersuchte ihre Einladungen unter der Lupe, die er ständig in sein schwarzes, glänzendes linkes Auge geklemmt hatte. Er räusperte sich ein paar Mal und drehte vor allem Harrys Umschlag dreimal hin und her bevor er endlich zufriedengestellt war.

"Sehr gut. Ich werde Ihnen gleich einen Führer schicken," sagte der Kobold mit krächzender Stimme. "Griphook!"

Harry erinnerte sich an Griphook, den Kobold, der ihn vor seinem ersten Schuljahr zu seinem Verlies geführt hatte. "Hallo, Griphook," sagte er freundlich. Der Kobold starrte mit ausdrucksloser Miene zurück.

"Kenne ich Sie?" fragte er kurz angebunden. Harry schluckte. Wahrscheinlich war es zuviel verlangt, dass Griphook sich nach vier Jahren noch an einen Elfjährigen erinnerte, den er zu seinem Verlies geführt hatte.

"Mein Name ist Harry Potter- Sie haben mich vor meinem ersten Schuljahr zu meinem Verlies begleitet," erklärte er.

"Ich kenne Ihren Namen, und ich erinnere mich. Woher wissen Sie, dass ich das war?" Griphooks neutraler Tonfall hatte nun eine fast interessierte Färbung angenommen. Harry schluckte. Hatte er Griphook etwa beleidigt?

"Ich... ich erinnere mich an Ihren Namen, Griphook," sagte er schließlich. Dumbledore räusperte sich hinter seinem Rücken, und Harrys Verwirrung wuchs. Er hate nur freundlich sein wollen, hatte er etwa schon wieder einen Fehler gemacht und eines der ungeschriebenen Gesetze der Zauberwelt gebrochen? Der Kobold jedenfalls versteifte seine Schultern und drehte sich aprupt zu ihm um. Seine Lampe schwang wild hin und her und warf unheimliche Schatten an die Tür, vor der er angehalten hatte.

"Danke. Es ist selten, dass ein Zauberer einem Kobold so viel Aufmerksamkeit schenkt. Sie scheinen wirklich das zu sein, was man von Ihnen sagt," meinte Griphook. Harrys Augen weiteten sich.

"Aber... es ist doch nur höflich, dass man sich Namen merkt," platzte er heraus. Dumbledore hinter ihm schwieg dazu, und Harry fing an, sich sicherer zu fühlen.

"Die Zauberer denken nicht so. Zumindest nicht bei uns Kobolden." Harry konnte nicht umhin, die Verbitterung in Griphooks Stimme zu bemerken.

"Ich freue mich jedenfalls, Sie wiederzusehen, Griphook," sagte Harry diplomatisch. Griphook verbeugte sich.

"Und es ist mir eine Freude, Ihnen wieder zur Verfügung zu stehen, Harry Potter. Wir sind da. Hier ist der Konferenzraum." Nach einer einzigen Berührung durch Griphooks lange Finger schwangen die hohen Doppeltüren, die etwa in der Mitte der Eingangshallenrückwand lagen, dramatisch auf. Bevor sie gegen die Wände knallen konnten wurden sie von zwei Drachenstatuen, die zu diesem Zweck zum Leben erwachten, aufgefangen. Der Kobold trat zur Seite und verbeugte sich tief, als Harry hinter Dumbledore an ihm vorbeischlurfte. Nun, da es soweit war wollte er den Moment der Wahrheit so weit als möglich hinauszögern.

"Danke, Griphook," murmelte er, in Gedanken schon bei Sirius.

"Ich werde Sie dann später wieder hinausführen, Harry Potter," erwiderte Griphook.

Die Türen fielen hinter Harry mit einem Donnern ins Schloß, doch bevor Harry sich einen Überblick über den Konferenzraum verschaffen konnte wurde er von Dumbledore zurückgehalten.

"Du hast dir soeben einen wichtigen Freund und Verbündeten geschafen, Harry," flüsterte der alte Zauberer eindringlich. "Die Kobolde sind stolz, und die Verachtung, die ihnen die meisten Zauberer entgegenbringen, verletzt ihre Selbstachtung. Trotz all der Revolutionen werden sie von der Zauberwelt als minderwertige Wesen gesehen. Du hast mit diesem Griphook nicht nur wie mit einem Ebenbürtigen gesprochen, sondern hast dir auch noch seinen Namen gemerkt. Ich glaube, dass die Gringotts-Kobolde dir nie Probleme machen werden." Dumbledore war sichtlich stolz auf ihn wie auf einen Sohn, aber Harry fühlte nichts dabei. Dumbledore sah wohl wieder einmal eine Möglichkeit, ihn zu benutzen, um neue Verbündete zu gewinnen, und alles nur, weil er ein Wesen ganz normal behandelt hatte.

"Ich bin nun einmal nicht als Zauberer aufgewachsen," wehrte er ab. Dumbledore hatte ihn doch schließlich mit seiner Entscheidung, ihn bei den Dursleys zu lassen, zu dem gemacht, was er war. Dumbledore verstärkte den anerkennenden Griff um seine Schulter, und Harry musste sich beherrschen, um ihn nicht abzuschütteln. Er war kein besonderer Mensch- wenn Hermine das getan hätte, was er getan hatte, dann wäre Dumbledore sicher nicht so aus dem Häuschen.

"Selbst Hermine hat die Kobolde noch nie mit Namen angesprochen," sagte Dumbledore als hätte er seine Gedanken gelesen. Harry verstärkte rasch seine Okklumentik-Schilde, die er vernachlässigt hatte. Innerlich kochte er, aber äußerlich wirkte er gelassen als er Dumbledore in die Augen sah.

"Was soll ich jetzt tun, Professor?" fragte er, vom Thema ablenkend.

"Setz dich einfach, wir warten noch auf die anderen," erwiderte Dumbledore.

Harry bemerkte nun zum ersten Mal die hochlehnigen, goldfarbenen Stühle die um eine ebenfalls goldene Säule in der Mitte des relativ kleinen Raumes angeordnet waren. Die weißen Marmorwände strahlten ein sanftes Licht, nicht unähnlich dem der untergehenden Sonne aus, das rotes Feuer über die gesamte rote und goldene Inneneinrichtung warf. Außer der Säule und den Stühlen fand sich nur noch ein kleiner Kamin an der Schmalseite des Zimmers und vier hohe, dorische Marmorsäulen, eine in jeder Ecke.

Neugierig trotz seiner reservierten Haltung trat Harry in den Kreis der Stühle. Die goldene, halbhohe Säule in der Mitte leuchtete mit ihrem ganz eigenen Licht, und als er näher trat und in die halbrunde Vertiefung auf ihrer Spitze sehen wollte bemerkte er, dass sie mit einer wabernden, nebligen Flüssigkeit wie der in einem Denkarium gefüllt war.

"Nein, das ist nicht das Testament," meinte Dumbledore. Harry zuckte zusammen, er hatte nicht bemerkt, dass der Schulleiter von Hogwarts hinter ihn getreten war. "Auf diese Säule wird es nachher gelegt, und die Flüssigkeit aktiviert es. Es ist pure Gedanken-Sammelflüssigkeit, in die noch nie ein Gedanke abgelegt wurde- wie ein unbenutztes Denkarium. Man kann allerdings auch keine Gedanken darin ablegen, sie ist nicht zum Speichern bestimmt."

Harry nickte und riss sich von den hypnotischen silbernen Nebelschwaden los. Mit drei schnellen Schritten hatte er wieder den Kreis der Stühle erreicht und setzte sich still. Obwohl die Stühle mit ihren hohen Lehnen und schmalen, purpurnen Polstern eher unbequem gewirkt hatten waren sie doch, wie vieles in der Zauberwelt, nicht nur was das Auge sah. Kaum dass Harry saß hatte sich der Stuhl auch schon seinem Körper angepasst, und in rot leuchtenden Buchstaben erschien sein Name auf der Lehne über seinem Kopf. Ihm gegenüber hatte Dumbledore Platz genommen und wartete ruhig auf die anderen Mitwirkenden an der Testamentsverlesung.

Die Türen schlugen mit einem Zischen komprimierter Luft auf, und wurde wieder nur knapp von den beiden Drachenstatuen auf der Innenseite der Türflügel aufgefangen. Herein kamen, mit gemessenen Schritten, vier bekannte Gestalten.

"Hallo Harry!"grüßte Nymphadora Tonks, die zum Anlaß der Testamentsverkündung ihr Haar ausnahmsweise einmal in schwarz trug- allerdings ein Schwarz, das mit kleinen, glitzernden Sternen durchsetzt war. Ihre glänzenden, schwarzen Augen waren rot umrandet, und ihr herzförmiges Gesicht war bleich und verquollen. Neben ihr ging Remus Lupin, dessen Roben und Umhang, obwohl wahrscheinlich die besten, die er besaß, dennoch leicht verblichen und stellenweise eher grau als schwarz waren. Er sah noch erschöpfter aus als sonst, und seine Haare waren grauer als Harry sie in Erinnerung hatte.

"Hallo, Harry," sagte er müde. Harry nickte den beiden zu.

"Hi Remus, Tonks," sagte er tonlos. Beide suchten sich einen Platz im Kreis der Stühle und gaben somit den Blick auf das letzte Paar Besucher frei.

"Hallo, Albus, Harry," begrüßte sie Kingsley Shacklebolt. "Wie ich sehe, gehts dir wieder gut, Harry." Dumbledore warf einen fragenden Blick auf Harry, aber der wehrte mit einer nichtssagenden Handbewegung ab.

"Voldemort hat sich ruhig verhalten," meinte er. Shacklebolt grinst.

"Ist gut. Ich geh dann mal wieder- muss noch was in der Winkelgasse abholen. Albus, Tonks, Dädalus, wir sehen uns später!" Er winkte einmal kurz mit der Hand und verschwand dann wieder durch die Tür. Dädalus Diggel, der klein gewachsene, quirlige Zauberer, den Harry eigentlich nur in einem violetten Zylinder und mit übertriebener Gestik kannte, zeigte sich heute einmal von einer ganz anderen Seite.

"Guten Tag, meine Herren, guten Morgen, Tonks," grüßte er. In einer schwarzen Robe, mit einem schwarzen Zaubererhut an dessen Krempe drei silberne Sterne prangten und einem angemessen ernsthaft-traurigen Gesichtsausdruck erkannte Harry ihn fast nicht wieder.

"Ah, da ist ja unser Anwalt," erwiderte Dumbledore die Begrüßung, "guten Morgen, Dädalus."

"Sind alle versammelt, Albus?" fragte Diggel anstatt auf die Begrüßung einzugehen. Dumbledore nickte. "Alle, die eine Einladung erhalten haben, sind hier."

"Gut. Du!" wandte er sich an Griphook, der auch diese Besucher ins Konferenzzimmer geleitet hatte und nun an der Innenseite der Tür Wache hielt, "lass das Testament herbringen."

Harry konnte nicht umhin- er fand es nicht in Ordnung, wie Dädalus Griphook behandelte. Seine Augen funkelten wütend. Er konzentrierte sich fest auf diesen Gedanken. Er wollte nicht daran denken, dass er gleich Sirius wiedersehen musste.Griphook verbeugte sich mit ausdrucklosem Gesicht und murmelte etwas in Gobbeldigook in das kleine Gringotts-Symbol an seinem Kragen. Harry vermutete, dass es sich dabei um eine Art Zauberer- Walkietalkie handelte.

Diggel nahm mit einem pompösen Schwingen seiner Roben auf dem fünften Stuhl im Kreis Platz. "Ich bin Dädalus Diggel, zugelassener Anwalt und Vollstrecker des Testaments von Sirius Orion Black. Alle hier Anwesenden sind von zuvor genanntem Zauberer in seinem Testament bedacht worden. Anwesend sind: Dädalus Diggel, Testamentsvollstrecker. Remus John Lupin. Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore. Nymphadora Tonks," Tonks schnitt eine Grimasse, "und Harry James Potter."

Harry nickte, ebenso wie seine Vorgänger, als Diggel ihn nach Nennung seines Namens scharf anblickte. Der Knoten in seinem Magen, der in der letzten Nacht entstanden war, wuchs weiter als Griphook die Tür für einen zweiten Kobold einen Spalt weit öffnete und eine in allen Regenbogenfarben schimmernde, etwa handtellergroße Kristallkugel entgegennahm.

"Alle im Testament Begünstigten sind anwesend. Ich schreite nun zur Eröffnung des Testaments." Diggel nahm Griphook ohne ein Wort des Dankes die Kugel aus den Händen. Harrys Magen verkrampfte sich schmerzhaft, und er spürte ein stechendes Prickeln in den Augenwinkeln. Das war sie nun, die letzte Chance, Sirius... er schluckte schwer, spürte, wie die Welt vor seinen Augen zu verschwimmen drohte.

Nein, ich... Sirius... Er spürte den Drang, einfach nur davonzulaufe, weg aus diesem verdammten Raum, weg vond em alten Mann, der ihn sein Leben lang manipuliert hatte, weg von Tonks, die Sirius' Cousine war, weg von Diggel und seinem lächerlich professionellen Gehabe... weg...

Aber es war schon zu spät. Diggel hatte die oszillierende Kugel in die silbrige Flüssigkeit in der Vertiefung auf der Spitze der Säule gelegt. Ein regenbogenschimmernder Strahl brach hervor, verzweigte sich an der Decke und erfüllte für einen Augenblick das ganze Zimmer mit gleißendem Licht. Harry fror mitten in der Bewegung ein, halb sitzend, halb schon aufgestanden. Blinzelnd versuchte er, dem Licht zu entkommen, aber bevor er auch nur Anstalten machen konnte, zu entfliehen schrumpfte der Lichtstrahl zusammen und jeder Gedanke an Flucht schmolz wie Schnee in der Sonne dahin.

Neben der Säule, ein schiefes, halb bitteres, halb fröhliches Lächeln auf den Lippen stand Sirius Black, in voller Lebensgröße, so, wie Harry ihn in Erinnerung hatte. Jeden Moment würde er, so wie an Weihnachten, 'Morgen kommt der Hippogreif' singen und Harry in eine warme Umarmung ziehen.

Stattdessen wandte sich die Sirius-Projektion von ihm ab und wischte sich seufzend die schulterlangen schwarzen Haare aus den Augen. Und dann... Harrys Herz blieb stehen.

"Hallo Albus," sagte Sirius- nein, die Sirius-Projektion, das war nicht Sirius, das war nicht Sirius... Sirius war noch hinter dem Schleier, das da war nicht Sirius. Es sah aus wie Sirius, es bewegte sich wie Sirius, es hatte Sirius' Stimme aber es war nicht Sirius! Harrys Hände klammerten sich so fest ineinander dass seine Fingernägel die Haut auf seinen Handflächen durchbrachen, aber er merkte es nicht einmal. Die Sirius-Projektion seufzte noch einmal, fuhr sich mit der anderen Hand durch die Haare und stellte sich endlich entschlossen Dumbledore gegenüber.

"Weißt du eigentlich, wie albern ich mir vorgekommen bin, als ich das hier gemacht habe, Albus? Aber du weißt es ja immer besser, und dieses Mal hast du auch wieder Recht gehabt... jedenfalls seid ihr alle hier, um mein Testament zu hören, und deswegen fange ich besser gleich mal an. Albus, dir und dem Phoenixorden hinterlasse ich das Haus am Grimmauldplatz solange ihr es braucht. Danach... das kommt später. Außerdem noch 12 000 Galleonen, um es zu renovieren- und vielleicht bekommst du ja das Porträt meiner Mutter von der Wand ab." Dumbledore lächelte müde.

"Das fürnehme und gar alte Haus der Blacks soll jedenfalls noch zu etwas gut sein," schloss die Sirius-Projektion mit einem halb verächtlichen, halb um Verzeihung bittenden Lächeln bevor sie sich an Tonks wandte. Die junge Aurorin schnüffelte hörbar und wischte sich mit dem Ärmel ihrer Roben über Augen und Nase.

"Hallo, Nymphadora... gut zu wissen, dass du mich jetzt nicht verhexen kannst," grinste Sirius. Tonks schnüffelte lauter und griff mit der Hand, die nicht damit beschäftigt war, ihre Tränen wegzuwischen, nach Remus' Hand. "Für dich hab ich nicht viel- die alten Kristallflakons meiner Mutter, mit denen du als Kind gespielt hast, und wenn du willst die Hauselfen-Köpfe, an denen du zielen üben kannst. Außerdem 20 000 Galleonen aus dem Familienverlies, und liebe Grüße an deine Mutter. Andromeda war immer meine Lieblingscousine." Tonks brach offen in Tränen aus, ihr toughes Auror-Image vergessen. Remus legte ihr tröstend eine Hand auf die Schulter, schluckte jedoch selbst schwer und musste sich über die Augen wischen, da Sirius sich nun ihm zuwandte.

"Remus... du bist mein bester Freund, und ich weiß nicht, was ich sagen soll. Moony muss jetzt ohne Tatze durch den Verbotenen Wald rennen, tut mir Leid, alter Freund. Ich kann dir nicht sagen, wie dankbar ich dir für alles bin, angefangen damit, dass du mir geglaubt hast, als ich aus Askaban ausgebrochen bin bis dahin, dass du ich nicht verraten hast, als ich Snapes Haare in unserem ersten Jahr in Hogwarts gelb gefärbt hab. Dir hinterlasse ich die Hälfte des Black-Familienverlieses, und sag ja nicht, du willst es nicht haben. Außerdem hinterlasse ich dir das Sommerhaus am Loch Ness. Es ist mit Muggel-Abwehrzaubern belegt, und du weißt ja, wieviel Spaß wir hatten als wir diese Wasserdrachen-Illusion in den See gezaubert haben. Auf alle Fälle ist es ein sicherer Ort für dich." Lupin sah aus, als wollte er die Projektion umarmen und ihr gleich danach einen Kinnhaken versetzen, aber stattdessen murmelte er nur leise "Danke, Tatze," vor sich hin. Sirius war aber noch nicht fertig.

"Das Letzte, was ich dir hinterlasse, ist Harry. Du bist der Letzte von uns Herumtreibern- und erzähl mir nicht, dass Wurmschwanz schließlich auch noch lebt! Er ist ein mieser Verräter und hat unseren Namen schon lange abgelegt! Auf alle Fälle bitte ich dich: kümmer dich um Harry, bis er volljährig ist, und danach auch. Werd sein Pate wenn das geht und wenn er das will. Du warst immer der von uns, der alles wieder gerade richten konnte- pass auf meinen Patensohn auf, ja? Verwalte seine Angelegenheiten, bis er es selber kann, und pass auch auf Seidenschnabel auf. Schick ihn vielleicht zu Hagrid zurück. Remus, ich... es tut mir Leid. Du und James, ihr wart immer meine besten Freunde, und ich hab vermutet, dass du der Verräter unter uns bist. Entschuldigung." Die Sirius-Projektion fuhr sich nervös mit der Hand durch die Haare, lachte einmal kurz und seufzte dann erleichtert. "Das wollte ich eigentlich schon lange sagen. Also, mein Freund, auf Wiedersehen. Du weißt ja- der Tod ist nur das letzte große Abenteuer!"

Remus schluckte und hielt Tonks' Hand fest in seiner eigenen. Tonks weinte immer noch, und auch Lupin beherrschte sich nur mit Mühe. "Bis dann, Tatze," sagte er leise.

"Harry," Harry konnte der Sirius-Projektion nicht ins Gesicht sehen. Er wollte es nicht. Sirius war nicht tot! "Harry, mach nicht so ein Gesicht. Mir war klar, was für ein Risiko ich eingegangen bin. Ich bin im Phoenixorden, Harry, wir tragen alle dieses Risiko. Wenn du so ein Gesicht machst dann gewinnt Voldemort!" Seine Schultern sackten nach unten.

"Ich bin gar nicht gut in so was, was? Aber wenigstens kann ich dir sagen, dass ich stolz auf dich bin, egal was ist, du bist mein Patenkind. Ich hab mich seit fünfzehn Jahren nicht mehr so gut gefühlt wie an Weihnachten im Grimmauldplatz. Auch wenn alle anderen dich immer noch für ein Kind halten- du bist ganz schön erwachsen geworden. Es tut mir Leid, dass ich nicht da war, als du kleiner warst- erinner mich daran, den Dursleys noch einen Heuler zu schicken! Aber ich bin froh, dass ich dich kennengelernt habe." Harry hob den Blick. Sirius grinste ihn schief an, und er streckte eine Hand aus, um seinen Paten zu berühren, aber da, wo Sirius' Körper hätte sein sollen fand sich nur Licht und Luft. Eine einzelne Träne rann aus seinem Augenwinkel. Er konnte sich nicht mehr abwenden, so schmerzhaft es auch war, diesen fröhlich-melancholischen Sirius anzusehen, der ohne eine Pause zu machen weitersprach.

"Du bist deinem Vater unglaublich ähnlich. Sicher, das kannst du bestimmt nicht mehr hören, aber du siehst nicht nur aus wie er, du hast auch seinen Humor, und seinen Sinn für Gerechtigkeit. James wäre stolz auf dich- ich bin es sicher. Und Lily würde sich freuen, dass du ihre Fähigkeit, Streit zu schlichten und ihr Temperament geerbt hast.

"Deine Eltern waren die besten Freunde, die man sich wünschen kann, Harry, und in dir leben sie weiter. Aber genug damit- ich soll dir ja eigentlich sagen, was ich dir hinterlasse. Also, da wäre zuerst einmal das Haus am Grimmauldplatz, sobald der Orden es nicht mehr braucht. Hilf Dumbledore bei der Renovierung, und lock ihm dabei ein paar Geheimnisse des Phoenixordens aus der Nase. Du hast ein Recht darauf, dass man dir alles erzählt, glaub mir.

"Dann der Rest des Inhaltes des Black-Familienverlieses. Klar, deine Eltern haben dir schon ihre Sachen hinterlassen, aber du sollst es trotzdem haben. Alle Häuser, die sonst noch in unserem Besitz sind, gehören auch dir. Oh, und meine persönlichen Sachen, die du in meinem Schlafzimmer hinter der dritten Kachel auf dem Kaminsims findest. Besonders die zwei Bücher dürftest du ziemlich interessant finden...

"Harry, ich wollte eigentlich für dich da sein und zusehen, wie du vollends erwachsen wirst. Weil du das hier jetzt hörst sollte es nicht so sein. Tut mir Leid, war wahrscheinlich wieder mal ein dummer Fehler von mir. Meinetwegen kannst du mich deswegen verfluchen, aber bitte, sei nicht traurig. Halt dich an Remus, er ist mein bester Freund abgesehen von dir und deinem Vater, und hör auf Dumbledore, er hat eigentlich immer Recht. Schick Seidenschnabel zu Hagrid wenn Remus es nicht macht- er kann nicht länger eingesperrt sein, ich weiß, dass ich es nicht länger kann. Und vergiss nicht, zu lachen und mit deinen Freunden Spaß zu haben. Du hast in diesem Krieg schon zu viel geleistet. Ich hab eine Ahnung, dass es damit immer noch nicht vorbei ist, und es tut mir Leid, dass ich nicht an deiner Seite stehen kann. Remus wird das für mich machen, da bin ich sicher, aber trotzdem... ich hoffe, du vergisst nicht, zu leben. Ich konnte es in diesem Haus nicht... Harry, ich liebe dich wie einen Sohn. Ich hätte nichts lieber gewollt als dass wir beide dieses Museum am Grimmauldplatz in ein Haus verwandeln, in dem wir zusammen leben können, aber auch so: ich bin über nichts in meinem Leben glücklicher und stolzer als dein Pate zu sein. Pass auf dich auf, Harry, und such dir die Leute, die dich so lieben, wie ich es getan habe. Werd glücklich- und spiel hin und wieder anderen einen Streich, du hast viel zu wenig nachgesessen für den Sohn eines Herumtreibers und das Patenkind eines anderen. Bis dann, Harry!"

Die Sirius-Projektion zerbarst in tausende gleißende Lichtsplitter. Harry verbarg den Kopf in den Armen und versuchte mit aller Macht, seine Tränen zurückzuhalten, die jedoch ungehindert über seine Wangen flossen. Aus der Kugel auf der Säule brach wieder das helle Licht hervor, nun auch begleitet von den sanften Klängen eines singenden Phoenix. Harry hob den Blick. Die Kugel war aus der Vertiefung hervorgeschwebt, ihre hell leuchtenden Regenbogenfarben verblassten, bis sie einem glitzernden Diamanten ähnelte. Das Lied des Phoenix wurde lauter und hoffnungsvoller während sich kleine Risse in ihrer Oberfläche bildeten. Alle Blicke lasteten nun auf ihr... und dann gab es einen mächtigen Knall. Kugelsplitter wirbelten in einem Tornado aus Licht zur Decke des Konferenzraumes hinauf, kreisten wild über den Köpfen der Trauernden, bildeten verschlungene Muster, in denen jeder der Anwesenden seine eigenen Erinnerungen an Sirius Black zu erkennen glaubte und vereinten sich schließlich zu fünf kleineren, aber ebenso leuchtenden Sphären, die langsam, eine nach der anderen, herabsanken und vor dem Gesicht jedes der Begünstigten schwebten.

Harry spürte die Wärme, die von der Sphäre ausging, dieselbe Wärme, die er gespürt hatte, als Sirius ihn eingeladen hatte, mit ihm zusammen zu leben, dieselbe Wärme, die jede Umarmung seines Paten gehabt hatte, die Wärme, die er in sich getragen hatte, wannimmer er an den zotteligen schwarzen Hund gedacht hatte, der die Animagus-Form seines Paten gewesen war. Ein trockenes Schluchzen löste sich aus seiner Kehle.

"Sirius," flüsterte er, und versuchte, die Sphäre mit einem Finger zu berühren. Ein helles Licht brach aus ihr hervor, bevor er sie anfassen konnte, und er riss beide Hände nach oben, um seine Augen zu schützen. Als er wieder hinter seinen Brillengläsern hervorblinzeln konnte war die Sphäre verschwunden- aber stattdessen spürte er ein neues Gewicht auf seinem Schoß.

Harry tastete mit den Fingern nach der Ursache- er war noch immer halb geblindet durch das helle Licht. Sie schlossen sich um etwas Glattes, Fingernagelgroßes. Vorsichtig hob er es hinauf zu seinen Augen- einen tropfenförmigen, silbrig schimmernden Stein, durchsichtig wie ein Diamant. In seinem Inneren waberten dieselben Schlieren wie in einem Denkarium. Als Harry genauer hinsah verzogen sie sich für einen Moment und er konnte den zottigen Hund Schnuffel sehen, der ihm fröhlich entgegenbellte. Seine Faust schloss sich fest um den Stein, und dieselbe Wärme, die er aus der Sphäre gespürt hatte, rann wieder durch seine Adern.

Sirius, dachte er. Das heisere Bellen verstummte im Inneren des Steins, und für einen Augenblick grinste sein Pate zu ihm hinauf bevor auch dieses Bild verschwand und nur die wabernden Nebelschwaden übrig ließ, die sich lässig durch Harrys Stein wälzten.

"Du hast einen wunderschönen Gedächtnisstein bekommen." Harry sah auf. Vor ihm stand Tonks, die schwarzen Augen hell und verquollen, aber sie lächelte ihn an. "Ich glaube, Sirius wäre froh, dass deiner so schön ist."

"Gedächtnisstein?" fragte Harry und wunderte sich, ob er es wirklich gewesen war, der gesprochen hatte- seine Stimme klang so rauh!

"Wenn das Testament zerspringt bekommt jeder ein Teil davon, hat Dumbledore dir das nicht erklärt? Dieses Teil ist ein Gedächtnisstein, und er bleibt so lange bei dir, bis du ihn nicht mehr brauchst. Deiner ist besonders schön... hier ist meiner." Sie streckte ihm ihre Handfläche entgegen, auf der ein violetter Stein von derselben Größe und wie Harrys lag. Tonks' Stein war allerdings kugelförmig und hatte keine schimmernden Schlieren im Inneren. Als Harry näher hinsah entdeckte er einen gutaussehenden Teenager, der ihm zuzwinkerte. Er hatte diesen Teenager erst einmal gesehen, in Snapes Denkarium.

"Ist das... Sirius?" fragte er. Tonks nickte.

"Eine meiner Erinnerungen an Sirius. Siehst du, ein Teil von ihm ist jetzt immer bei dir. Pass auf, ich zauber dir schnell eine Kette dazu." Sie wirbelte ihren Zauberstab einmal herum. Neben ihrem Stein lag nun eine schlichte, silberne Uhrenkette.

"Gib mir deinen Stein," bat sie. Harry streckte ihr die Hand mit dem Tropfen hin.

"Adiungo(1)," sagte Tonks, und die Kette heftete sich magisch an den Stein. "Hier, alles fertig. Jetzt kannst du den Stein nicht mehr verlieren, Harry."

"Danke, Tonks." Er schob den Stein in eine Tasche seiner Roben und befestigte die andere Seite der Kette an einem Knopfloch seines Anzugs. Harry hatte immer mehr Mühe, zu sprechen. In seinem Kopf schwirrte alles durcheinander. Sirius' Grinsen, das Testament, Sirius' Stimme, Dumbledore, der plötzlich vor ihm stand und ihm eine Hand auf die Schultern legte, Sirius' Blick, als er ihm sagte, dass er ihn wie einen Sohn liebte, Remus, der ihn in die Arme schloss...

"Lass uns gehen, Harry," sagte Remus. Harry nickte nur, ihm war schwindlig. Er fühlte sich taub, taub und abgestumpft. Sirius hatte es ihm gesagt- es war noch nicht vorbei. Zu seinem Glück erinnerte er sich an seine weißen Okklumentikwände, aber noch bevor er sie zum Einsatz brachte legte sich weiße Watte über seine Gedanken und die Welt rückte in weite Ferne.

"Harry, ich weiß, dass ich Sirius nicht ersetzen kann, und ich möchte es auch nicht- aber ich bin für dich da." Harry nickte.

"Harry, wir müssen noch das Testament bestätigen. Soll dein Teil von Sirius' Vermögen in dein Verlies übertragen werden?" fragte Dädalus Diggel. Harry sagte nichts.

"Nehmen Sie meinen Teil in mein Verlies und schreiben Sie das Black-Familienverlies auf Harrys Namen um. Bringen Sie die Papiere morgen in das Hauptquartier," ordnete Lupin an. Diggel nickte eifrig.

"Wenn ich noch mein Beileid...?" Lupin knurrte ihn förmlich an.

"Lassen Sie Harry in Ruhe!" Diggel schrak zurück. Harry war dankbar. Remus war bestimmt in noch schlechterer Verfassung als er selbst, aber er schaffte es, trotzdem all diese lästigen Fragen zu klären.

"Harry, ich bringe dich zurück in den Ligusterweg. Remus, wenn du schon einmal vorgehen könntest, ins Hauptquartier...?" Lupins Augen blitzten bernsteinfarben hinter der Trauer hervor, aber er ließ Harrys Schultern trotzdem los.

"Es tut mir Leid, dass du wieder zu diesen Muggeln musst, Harry. Aber morgen komme ich dich wieder besuchen. Halt dich einfach an Sirius' Bitte, ja? Er will nicht, dass du dein Leben verschwendest." Er umarmte den Teenager, bemerkte die verspannten Schultern und das Zittern der Muskeln. "Harry, ich bin für dich da. Und nicht nur, weil Sirius mich darum gebeten hat."

Harry antwortete nicht. Dumbledore steuerte ihn mit einer Hand auf seiner Schulter aus Gringotts hinaus, zurück in die blendende Helligkeit eines sonnigen britischen Julitages. Er blinzelte und hielt mit der linken Hand seinen Gedächtnisstein umklammert.

"Hier, der Portschlüssel." Dumbledore streckte ihm dasselbe Stück Pergament, das er schon für die Hinreise benutzt hatte, entgegen. Harry legte die rechte Hand darauf, und nach einer kurzen, schwindelerregenden Reise durch die Dimensionen fand er sich wieder vor der Haustür seiner Tante Petunia.

"Ich verlasse dich hier, Harry. Ich muss zurück ins Hauptquartier, Voldemorts letzte Attacke hat ein Ordensmitglied getroffen. Ich komme morgen abend wieder vorbei- wir müssen ein paar Dinge besprechen. Zum Beispiel, wie du dein Haus am Grimmauldplatz gerne gestaltet hättest." Harry nickte nur- es war ihm egal, was Dumbledore tat. Hinter der weichen, weißen Watte, in die seine Wände sich verwandelt hatten, war die Welt barmherzigerweise verschwommen und undeutlich. Nichts konnte ihn erreichen. Dumbledore verschwand die Straße hinunter, aber er rührte sich nicht vom Fleck, stand einfach nur da, den Gedächtnisstein auf der erhobenen Handfläche und wartete darauf, dass Sirius noch einmal mit ihm sprach. ...wie einen Sohn... sagte Sirius' Stimme.

"Freak!" schrillte Tante Petunia, "wo warst du so lange? Vernon hat angerufen, er bringt Tante Magda noch vor dem Mittagessen vorbei! Komm sofort rein, Freak!" Harrys watteumnebeltes Gehirn registrierte nur die letzten vier Worte.

"Komme, Tante Petunia," murmelte er. Tante Petunia schien dadurch befriedigt, jedenfalls verschwand ihr langer Hals und Kopf aus dem Küchenfenster. Harry folgte kurz darauf, allerdings durch die Haustür.

Wenig später hatte er Tante Petunia dabei geholfen, ein herzhaftes Mittagessen für acht Personen (Hackbraten, Sauce und zum Nachtisch Plumpudding) zu kochen, hatte den Tisch im Wohnzimmer für die vier Dursleys gedeckt und darauf geachtet, dass die Wasserschüssel für Magdas Hund Ripper draußen vor der Tür stand. Dass Onkel Vernons verhasste Schwester zu Besuch kam, hatte er zwar gehört aber genau wie ihm momentan sogar Voldemort egal war kümmerte auch das ihn nicht. Was konnte ihm schon passieren? Er war keine zehn mehr, und Ripper würde seinen zauberstablosen Verbannungszauber zu spüren bekommen. So ruhig, wie sein Geist gerade war würde wahrscheinlich sogar Reparo klappen.

Vernons Mercedes tuckerte den Ligusterweg hinauf. Dudley war hinter der Türe schon in Bereitschaft, auch wenn er Tante Magdas schlabbrige Küsse hasste so liebte er doch die druckfrischen Zwanzigpfundnoten, die sie ihm stets zusteckte. Tante Petunia wuselte durch die Küche und testete, ob die Sauce in ihrer kleinen Kanne auf dem Tisch noch so warm war wie dreißig Sekunden zuvor. Harry saß in seinem Zimmer und las in 'Gezügelte Geister- Okklumentik im Wandel der Zeiten', einem Buch, das er bis jetzt vermieden hatte. Langweilig war das Buch eigentlich nicht- es war eine interessante Aneinanderreihung von Worten, deren Sinn Harry zwar nicht ganz klarwurde, die er aber sicher eines Tages verstehen würde.

"Wo ist mein kleiner Neffe? Wo ist mein Diddy-Champion?" Tante Magda war angekommen. Ihre stampfenden Beine verursachten beinahe ein Erdbeben, und selbst Dudley, der nicht gerade geschrumpft war, verschwand in ihrer massigen Umarmung. "Wir haben uns ja so lange nicht mehr gesehen, mein Neffilein!"

Tante Petunias Stimme schrillte über die Begrüßungsfreude von Vernons Schwester hinweg. "Wenn du ins Wohnzimmer kommen würdest, Magda- ich habe Hackbraten und Sauce fertig!"

"Oh, wie wundervoll! Ripper wird sicher enttäuscht sein, dass er dieses Mal nicht mitkommen konnte, aber er wird alt... Ich werde ihn wohl bald von seinen Leiden erlösen müssen, es scheint als würde er die Räude haben... wo ist eigentlich dieser räudige kleine Neffe von dir, Vernon?" Harry grinste. Das war wohl dann er.

"Freak! Komm runter und sag Tante Magda Guten Tag!" donnerte Vernon bevor er halb die Treppe heraufkam. Harry schlenderte aus seinem Zimmer, die Feder, die er für seine Notizen benutzt hatte, noch hinter seinem Ohr wo er sie vergessen hatte.

"Nimm das Ding aus den Haaren! Und wehe es passiert noch einmal etwas Komisches- dann werfe ich dich eigenhändig zur Türe raus!" Er zerrte Harrys Feder aus seinen widerspenstigen Haaren und warf einen kritischen Blick auf seine Roben. "Und zieh gefälligst diese... Dinger aus! Magda weiß nichts von deiner Abnormalität, schon vergessen?" Harry zog seine schwarzen Roben über den Kopf und stand in einem etwas verknitterten, zu kurzen und zu weiten Anzug vor seinem Onkel.

"Runter jetzt!" Eine Treppenstufe nach der anderen... Harry hätte sie beinahe laut gezählt, aber sein Onkel lief purpurn an und so ließ er es doch lieber bleiben.

"Ah, da ist er ja, der kleine Nichtsnutz. Schau ihn dir an, bleich und mager- warum du ihn behältst ist mir ein Rätsel. Was haben sie denn dieses Jahr mit dir in deiner Schule gemacht, huh? Dudley hier ist ja der Junior-Schwergewichtsmeister von ganz Südengland, aber du?" Tante Magda geiferte in Erwartung einer schlechten Neuigkeit. Unglücklicherweise war Vernon schlecht auf Harry zu sprechen, und da er an seinem Vormittag im Büro nicht einen Mitarbeiter zum Anschreien gefunden hatte, entlud sich seine ganze Wut nun auf einmal.

"Der Freak hat seinen Paten umgebracht, das ist es, was er gemacht hat! Unheilbar kriminell, jawohl!" platzte der rotgesichtige, übergewichtige Mann heraus.

Harrys Wattewelt verschwand in einem kreiselnden Schwarzen Loch. Hat seinen Paten umgebracht... war wahrscheinlich wieder mal ein dummer Fehler von mir... Konzentrier dich, Potter- Legilimens!... Das kannst du besser... Bellatrix Lestrange, triumphierend... Sirius... tot... meine Schuld...

"Das war doch dieser Kriminelle, nicht? Hast du mir doch erzählt, Vernon... das war... ah, dieser Sirius Black. Um den ist es nun wirklich nicht schade- ein krimineller Verein, diese Familie! Ich verstehe nicht, wie ihr es mit dem Balg da aushalten könnt!"

"SPRICH NICHT SO ÜBER SIRIUS!" Harrys Blut sang in seinen Adern. Die Zauberkraft, die er tief in sich spüren konnte, wenn er ganz still war, wuchs zu einem übermächtigen Sturm.

Sei glücklich... lebe... wenn du so ein Gesicht machst dann gewinnt Voldemort...

"ER WAR KEIN KRIMINELLER! ER WAR UNSCHULDIG! UND ER WAR DER BESTE PATE AUF DER GANZEN WELT, UND ES IST MEINE SCHULD, DASS ER GESTORBEN IST. GANZ ALLEIN MEINE SCHULD! ABER DAS GIBT DIR NOCH LANGE NICHT DAS RECHT, SO ÜBER IHN ZU SPRECHEN!" Es half, seinem Ärger auf diese Art und Weise Luft zu machen.

"Sicher doch, Junge. Er war wahrscheinlich ein ebenso großer Nichtsnutz wie dein Vater- was er bekommen hat, hat er auch verdient. Sie scheinen ja den Stock nicht mehr so richtig zu gebrauchen in St. Brutus', wenn du schon so mit denen, die besser sind als du sprichst," meinte Magda vorwurfsvoll, "aber was will man? Räudiger Köter bleibt räudiger Köter- ihr tut mir Leid, Vernon. Jetzt ist er auch noch verrückt!"

"ICH- BIN- NICHT- VERRÜCKT- UND SIRIUS- IST UNSCHULDIG!" donnerte Harry, sprang vom Tisch auf und rannte nach oben in sein Zimmer. Sirius' Stimme in seinem Kopf lachte ihm zu, bat ihn, zu leben, seine eigene Stimme schrie dagegen, dass er es gewesen war, der ihn getötet hatte und dass er gar kein Recht auf ein Leben hatte, dass er Voldemort verdient hatte, dass er alles verdient hatte, was mit ihm geschah, dass er doch nur ein hilfloses, hochmütiges Kind war, dass Dumbledore seinetwegen nichts als Scherereien hatte und dass bald der Nächste sterben würde, mit dem er Kontakt gahebt hatte, weil er schließlich alle umbrachte, die ihn mochten...

Sein Tarnumhang lag ganz oben in seiner Truhe. Harry schnappte ihn sich, stülpte ihn über seinen Kopf. Seine Zehen lugten noch hervor- er zog den Umhang ein Stück herunter, er hatte sich an der Uhrkette mit dem Gedächtnisstein verfangen gehabt... die Kette riss aus dem Knopfloch, an dem Harry sie befestigt hatte, aber in seiner Hast merkte er es gar nicht. Er musste weg, fort, raus aus diesem Haus bevor er noch jemanden tötete.

Die Wache des Phoenixordens bemerkte Harrys Verschwinden nicht. Sicher, sie hatten seinen Ausbruch gehört, wie sie das ganze 'Gespräch' mit dieser Tante Magda angehört hatten- weder sie noch Harry hatten sich darum bemüht, leise zu sprechen. Leider hatten weder Tonks noch Mundungus Fletcher ein magisches Auge wie Mad-Eye Moody, und leider sprach Mundungus immer noch gerne dem Feuerwhisky zu, weswegen die Hintertür des Ligusterwegs Nr.4 einen Moment lang unbewacht blieb, als Fletcher in seinen Taschen nach seiner kleinen Feldflasche kramte.

Harry rannte, so wie er noch nie gerannt, war, ohne seine Atmung zu kontrollieren, ohne darauf zu achten, dass er im Rhythmus blieb, ohne seine Reserven zu schonen. Die Energie, die er in sich spürte, wurde von Minute zu Minute stärker, und er hatte Angst, dass er als menschliche Bombe enden würde, wenn er auch nur einen Moment länger blieb. Seine Füße schmerzten in den schwarzen Halbschuhen, die er zu seinem Anzug trug, der Tarnumhang behinderte seine Sicht und verfing sich ab und zu in seinen Füßen, aber wannimmer er stolperte raffte er sich sofort wieder auf und rannte weiter. Der Ligusterweg flog unter ihm vorbei, die Akazienallee folgte, und bald schon fand Harry sich am Eingang zum öffentlichen Park von Little Whinging, Surrey.

Sein Atem kam in schnellen, keuchenden Schluchzern. Seine Ohren sausten vom Tumult der Gefühle, und sein Herz schlug so schnell wie seine Füße auf dem Asphalt trommelten. Harry floh vor sich selbst, vor Sirius' Testament, vor der grausamen Eintönigkeit, die sein Sommer war, vor der Prophezeiung, die ihn mit fünfzehn Jahren schon zum vorsätzlichen Mörder machen wollte- wenigstens war es weder bei Cedric noch bei Sirius Vorsatz... aber ich habe sie getötet.... Mörder...-, vor der Dunkelheit in seinem Herzen, die ihm zuflüsterte, dass es doch viel einfacher wäre, wenn er Voldemort einfach alles erledigen ließe.

Der Eingang zum Park flog vorbei, genau wie die Abzweigung zu seiner und Dudleys üblicher Jogginstrecke. Die Enten in dem kleinen, künstlichen Bach, der zu einem algenbewucherten See führten, flogen vor Schreck über den unerwarteten, unsichtbaren Besucher auf. Entlang dieses Weges kamen sehr selten irgendwelche Menschen... und schon gar nicht nach einer verregneten Nacht. Harry hörte das entrüstete Quaken der Vögel und blickte einen Moment mit blinden Augen nach oben.

Eine Baumwurzel ergriff die Gelegenheit und griff nach seinen Knöcheln. Haltlos schlug Harry der Länge nach hin, sein Umhang nutzlos weil voller Schlamm, den der Regen über den kleinen Trampelpfad, den er entlanggerannt war, gespült hatte. Er blieb einfach liegen, die Taubheit gewichen, aber auch seine Wut, seine Energie waren verraucht. Stattdessen fühlte er sich müde, einsam, und leer. Seine Füße brannten, seine Knie waren aufgeschürft und bluteten. Er hatte sich irgenwann während seines wilden Laufes einen Knöchel verstaucht- er pochte dumpf zwischen derOberkante seiner Socken und der Unterkante der zu kurzen Anzughose hervor. Sein Kopf hämmerte, und seine Augen prickelten schon wieder.

Eine Hand griff nach dem Kragen seines Tarnumhangs, zog das verschmutzte Gewebe von seinem müden Gesicht. Harry fühlte sich alt und ausgebrannt, er wollte einfach nicht mehr weitergehen. Dennoch stolperte er auf die Füße und die wenigen Schritte bis zu einer Teakholz-Parkbank am See. Der Verwesungsgeruch des toten Gewässers störte ihn nicht. Blicklos starrte er auf die sorgsam getrimmten fremdartigen Gehölzer, die auf der ihm gegenüberliegenden Seite des Tümpels wuchsen. Genau wie sie gehörte Harry nicht hierher. Er konnte es nicht mehr aushalten- der Knoten in seinem brannte, und bevor er sich wieder unter Kontrolle bringen konnte, würgte er krampfartig. Harry fiel auf seine Hände und Knie vor der Bank, auf der er saß. Tränen fielen, während sein Magen sein Bestes tat, sich vollkommen zu entleeren. Glücklicherweise hatte er noch nichts gegessen... Als die Krämpfe endlich nachließen, sank er erschöüft wieder auf die Parkbank zurück

"Es hätte alles schon damals enden sollen, als Voldemort mich zum ersten Mal töten wollte. Dann wärst du noch am Leben, Sirius, und ich..." Harrys Gesicht verschwand in seinen roten Handflächen. Auch wenn der Tarnumhang ihn vor größerem Schaden bewahrt hatte schmerzte sein Körper doch von seinem Sturz, und er fühlte sich schwach- nicht, dass es ihn besonders kümmerte. Ein anderer Schmerz war größer...

"Wie soll ich denn leben, Sirius? Denn keiner kann leben während der Andere überlebt, heißt es. Ich... ich habe genug, ich will nicht mehr. Warum müssen alle sterben, die mich lieben?" Schluchzer schüttelten Harrys Schultern. Alleine spürte er nicht mehr die Verpflichtung, seine Gefühle vo der Welt zu verbergen. Die Welt hatte ihm übel mitgespielt, nun sollte sie sehen, was sie angerichtet hatte.

"Ich will nicht mehr, Sirius." Er suchte nach seinem Gedächtnisstein, doch das Knopfloch, in das er die Kette geheftet hatte, war leer, und er erinnerte sich dumpf daran, wie er sie ausgerissen hatte, als er den Umhang überstreifte. "Selbst mein Gedächtnisstein hat mich lieber verlassen."

"Und das ist auch kein Wunder, Potter, wenn du so jammerst!" Harry zuckte zusammen.

"Wer ist da?" rief er heiser. Er versuchte krampfhaft, den Eigentümer der Stimme, die ihn angesprochen hatte, ausfindig zu machen. Ein eiskaltes Gefühl der Vorahnung krampfte seine Magenmuskeln zusammen.

"Hallo, Potter." Er zuckte zusammen, als ein Todesser nach dem anderen seinen Tarnumhang abstreifte. "Du hast doch nicht etwa geglaubt, dass der Phoenixorden die einzigen waren, die dich beobachtet haben?"

Er hatte es nicht wirklich geglaubt. Nach der Niederlage im Ministerium war es eigentlich klar gewesen, dass Voldemort seine Anstrengungen, Harry zu fangen vervielfachen würde. "Nein," sagte er und versuchte, das bittere Gefühl in seinem Mund loszuwerden.

"Sitzt da und heult wie ein Schlosshund- erbärmlich." Harry glaubte, die Stimme zu erkennen, war dieser Todesser etwa auch im Ministerium gewesen?

"Was wollt ihr?" fragte er mutiger, als er sich fühlte.

"Wir haben nur darauf gewartet, dass du hinter deinen Schutzzaubern hervorkriechst. Unser Meister wartet schon auf dich, er hat ein paar... interessante Fragen." Harry konzentrierte sich. Sein Zauberstab war in seiner hinteren Tasche... Der Todesser wandte den Blick von ihm ab und den anderen zu während er ihnen das Zeichen zur Attacke gab. Harry rollte mit der Gewandtheit eines Suchers beim Quidditch unter die Parkbank, auf der er einen Moment zuvor noch gesessen hatte- nicht eine Sekunde zu spät. Der Betäubungsfluch, den der Todesser mit der Harry bekannten Stimme gesprochen hatte, zersprengte die Parkbank in tausende sägespangroße Teakholzstückchen, traf jedoch nicht sein beabsichtigtes Ziel. Harry griff nach seinem Zauberstab und floh hinter einen der kleinen Büsche neben der Parkbank, eine kurzzeitige Deckung...

"Diffindo!" ...die soeben von einem anderen Todesser zunichte gemacht worden war, der seinen Zauberstab als Heckenschere einsetzte. Er hatte schnellte vom Boden los, auf den Todesser, der den letzten Fluch gesprochen hatte, zu und rammte ihn mit dem Kopf voraus. Nicht auf einen solchen Angriff nach Muggelart gefasst fiel der Mann hintenüber und verlor seinen Zauberstab, den Harry so weit er nur konnte wegkickte. Der Mann fluchte und begann, auf Händen und Knien nach seiner Waffe zu suchen während sein Gegner schon dem nächsten Fluch ausweichen musste. Harry keuchte, die Anspannung des Tages hatte ihm schon schwer zugesetzt, er war nicht in bester körperlicher Verfassung und gerade mehr als vier Kilometer am Stück schneller, als es gut war, gerannt.Sein Zauberstab war warm in seiner Hand, ein vertrauenerweckendes Gewicht, aber... Wenn du zauberst, fliegst du von der Schule!

Harry zögerte nur den Bruchteil einer Sekunde- doch das war genug. Er hatte nicht mehr genug Zeit, einen Fluch auszusprechen, musste sich mit einem halben Hechtsprung vor dem nächsten Stupor! in Sicherheit bringen. Seine Schulter knackte, ein scharfer Schmerz fuhr durch seine linke Seite, aber er rappelte sich wieder hoch, duckte sich unter einem weiteren roten Lichtstrahl hindurch, fuhr zusammen, als der Schmerz stärker wurde, fiel nach links, um einem dritten Stupor zu entkommen- und schrie auf, als seine ausgerenkte Schulter mit dem Boden Bekanntschaft machte. Seine rechte Hand verlor jedes Gefühl- ein Fluch hatte ihn getroffen! Sein Zauberstab fiel zu Boden, er verlor den Sichtkontakt zu seiner einzigen Waffe, als er sich schon wieder hinter einem Baum in Sicherheit bringen musste. Die Rinde an seiner Wange war kühl, nass und rauh, im Gegenteil zu dem feuchten, bewölkten Himmel... Harry wusste, dass er ohne seinen Zauberstab verloren war.

"Accio Zauberstab!" schrie er. Eine Sekunde später fühlte er das warme Holz zwischen den tauben Fingern seiner rechten Hand. Zeit, zurückzuschlagen- aber da kam schon wieder ein Fluch auf ihn zugeschossen. Die Augen geweitet erkannte Harry das grelle Rot des Reductor-Fluchs. Wenn er es nicht schaffte, auszuweichen dann würde der Fluch seine Knochen zerschmettern... er warf sich zu Seite, erinnerte sich zu spät daran, dass seine linke Seite verletzt war... Als er wieder zu sich kam, waren vier Zauberstäbe auf ihn gerichtet.

"Tja, Potter, das war's dann!" Der fünfte Todesser, der endlich seinen Zauberstab wiedergefunden hatte, gesellte sich zu den anderen. "Sag Gute Nacht... " Er nickte den anderen vier Todessern zu. Auf Kommando senkten sich alle Zauberstäbe, bis sie auf Harrys Brust zeigten.

"Stupor!" Die Welt wurde dunkel.

... to be continued ...

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Information:

(1) Adiungo ist der erste meiner selbsterfundenen Zaubersprüche. Er dient dazu, eine Sache mit einer anderen zu verbinden, etwas anzufügen – wie das lat. adiungo schon sagt.

(2) Das Zauberer-Testament ist eine meiner Erfindungen. Ich habe es mir ausgedacht, nachdem ich meine Wut über meine Krankheit überwunden hatte. Ich habe mir einfach jeden Tag in meinem Leben, der schön war, als einen leuchtenden Edelstein vorgestellt und alle meine Edelsteine in eine Schatztruhe in meinem Kopf abgelegt. Das Zauberer-Testament ist sozusagen eine physische Manifestation dieses Gedankens- ich finde, es ist eine schöne Vorstellung, dass ich ein Stück eines Menschen, den ich gerne habe, immer bei mir tragen kann- in Gestalt eines Edelsteins, so lange, bis ich merke, dass er auch ohne diesen immer bei mir ist.

(3) Ich wei, dass es in den Büchern immer 'Rumtreiber' heißt. Aber als Ausländerin habe ich gelernt, dass 'rum' Slang für 'herum' ist, und da 'marauder/marauding' im Englischen doch eher ein 'gehobenes' Wort ist, habe ich mir erlaubt, den Slang durch die Vollversion zu ersetzen (ich kann den Klang von Rumtreiber nicht ausstehen!)

(4) 'Phoenix'- diese Schreibweise hat Neli die ganze Geschichte hindurch beibehalten, weswegen ich sie nicht verändern will. – Brandy

(5) Chapter and notes by: Neli; last revision by: Brandy, 2004-05-13


Soundtrack:

Franz Schubert: Klaviersonaten (gespielt von meinem Lieblingspianisten Murray Pereiha!)

Modest Mussorgski: Bilder einer Ausstellung (Fassung für zwei Klaviere)

Klaus Badelt: Pirates of the Caribbean soundtrack (mein Lieblingsfilm letztes Jahr- wenn ich könnte würde ich die Fechtchoreographien lernen!)

Antonin Dvoøak: Symphonie Aus der Neuen Welt


Review replies:

hapooh: Danke für deine lieben Worte- um ehrlich zu sein ist das Schreiben für mich leider überhaupt nicht altruistisch. So lange ich mich in eine andere Welt hineindenken kann bleibt meine mal vor der Tür. Danke, dass dir mein Dudley gefällt! Neli liebt das Schreiben- ich glaube, niemand kann sie davon abhalten! Freue mich auch, dass dir die Charas gefallen!

kathleen potter: Richtig 'Dark' wird es wohl nicht werden- weder Neli noch ich sind Fans von Evil! Harry, aber teilweise gibt es schon ein paar ziemlich heftige Szenen, vor allem zwischen Snape und Harry. Brandy ist ein kleines Plappermaul! Aber... es stimmt °grins°

Padfoot's mate: Ich kann guten Gewissens sagen- der einzige Zweck dieser Geschichte ist, jemanden zurückzuholen. Allerdings... Und wer ist jetzt das Plappermaul? Nyo, uns geht's genau wie dir. Deswegen... Okay, Schluß! Bevor wir noch unseren ganzen Plot verraten!

YanisTamiem: Wow, danke für dein Angebot. Mein Bruder studiert Biochemie und traktiert mich immer schon mit Anatomie... Ich selbst habe mich allerdings nur ein bisschen in Krebstherapien eingelesen. Weißt du zufällig etwas über eidetics? Ich konnte in den letzten beiden Monaten nicht lesen und würde gerne wissen, ob es Neuigkeiten über Leute wie mich gibt... Ich glaube, ich hätte auch ein bisschen Medizin studieren sollen, so oft wie ich mir rgendwas verstauche... danke für dein Angebot- ich werde dich in den späteren Kapiteln wahrscheinlich mit Fragen löchern, bin nämlich eine ziemliche Niete in Humanbiologie/Medizin °drop°.

BlackRoseLily: Danke von uns Beiden!

Coop: Da wir noch nicht fertig sind kann ich deine Frage nicht beantworten... aber nach dem letzten Stand sind es am Ende von Kapitel 9 über 110 000. Unbetagelesen. Hoffe, wir haben dich jetzt nicht abgeschreckt °grins°.

Alex Black5: Drei Tage und der nächste Lesestoff ist da! Bis Kapitel 4 wird es dann allerdings etwa eine Woche dauern- wir müssen noch einmal drübergehen und versuchen, noch ein paar Fehler zu finden °zwinker°!

Lord Mystic: Klingt toll! Muss ich mir demnächst dann gleich mal anschauen... wenn ich lese dauert es allerdings länger bis zum nächsten Kapitel,ich habe nämlich momentan sehr viel mit der Uni zu tun.... Yup, Brandy ist eine viel beschäftigte Studentin, die gerade an ihrer Master's thesis schreibt und ich kann leider noch nicht so lange sitzen und schreiben wie ich gerne will. Wir können leider nicht täglich posten weil wir nur 9 Kapitel fertig haben und es durchaus mal zwei, drei Wochen dauern kann, bis wir ein 20 000-Wort-Kapitel fertig geschrieben und bearbeitet haben. Wenn du gerne betaliest kannst du ja unser Beta werden- dann gibt's die Kapitel im Voraus °grins°! Einfach ne e-mail an Brandy (weil sie öfter als ich online ist)!

!!!DANKE euch allen!!!


Nächstes Kapitel von Brandy und mir gibt's entweder bei 30 reviews oder in einer Woche!

Cya!!!

Neli