Hermine bemühte sich still stehen zu bleiben und ihre Atmung zu kontrollieren. Sie glaubte sich hier im Vorteil, da er ihr damals in dem Hinterhof die Augen verbunden hatte, aber selber noch ihre Reaktionen im Mondlicht sehen konnte. Hier unten, in diesem alten Keller, war er so blind wie sie.
Sie wußte nicht, wie lange sie so standen, als er mit der Hand langsam über ihre Brust strich und fragte „Kalt?". Hermine fiel auf den Trick rein, sprang fast herum und fauchte in die Dunkelheit „Was soll diese dämliche Frage?". Erst als sie sein spöttisches Lachen hörte, fiel ihr der arrogante Tonfall auf, in dem er die Frage gestellt hatte – und daß er diese Frage offensichtlich nicht allgemein, sondern auf den Zustand bezogen, daß er ihre Brustwarze durch ihren dünnen Pulli gefühlt hatte - gemeint hatte.
Wieder wurde sich Hermione bewußt, daß sie sowohl die Stimme, als auch die Art und Weise zu reden und, wie sie manchmal meinte, sogar gewisse Wortwendungen, kennen müsste. Aber so sehr sie sich den Kopf zerbrach, es ergab keinen Sinn. Es blieb nur dieses Gefühl, daß sie diesen Mann kannte.
Aber nun wollte sie der Geschichte ein Ende setzen. Sie rannte einfach los. Ihr war klar, daß das eine dämliche Taktik war, aber die Dämlichkeit seit ihrem letzten Zusammentreffen würde sie damit nicht überbieten. Leider hatte sie in der absoluten Dunkelheit und ihrer Aktion sich dem Fremden zuzuwenden die Orientierung verloren und rannte förmlich in den Angreifer hinein. Wütend über ihre eigene dumme Aktion versuchte sie auf ihn einzuschlagen, bis er ihre Handgelenke festhielt und sie vor sich herschob, bis sie eines der riesigen schweren Archivregale im Rücken spürte. Er zog ihre Arme hoch über ihren Kopf, sie hörte ein leises Flüstern und bemerkte mit Entsetzen, daß ihre Handgelenke von etwas umschlungen wurden. Dieser Mistkerl hatte sie an eines der schweren Regale gefesselt. Nun schlugen bei Hermine alle Sicherungen durch.
Sie brüllte ihn an „Du verfluchte widerliche Missgeburt! Mach mich sofort los, du perverses Produkt der Inzucht!" Hermine fluchte und beschimpfte ihn, bis sie langsam heiser wurde. Gleichzeitig ging ihr auf, daß trotz ihrem lauten Gezeter niemand auf das Drama im Archiv aufmerksam geworden war. Sie war alleine im Dunkeln, mit einem Mann, von dem sie nicht wußte, was er von ihr wollte....".oder Du von ihm"...meldete sich eine unangenehme Stimme in ihr....
Nachdem sie eine Weile schweigend und lauschend in ihrer unangenehmen Position verharrt hatte, spürte sie plötzlich seine Nähe. Sie verstand nicht, wie es möglich war, aber sie wußte, daß er dicht neben ihr sein mußte, obwohl sie ihn weder spürte, hörte noch sah. Trotzdem zuckte sie zurück, als sie eine Berührung an ihrer Wange spürte. Er streichelte sanft ihr Gesicht und sagte „Wie schön, wir haben uns beruhigt....".
Hermine musste sich auf die Zunge beißen um nicht wieder los zu brüllen. Auch diese Art, wie er mit ihr sprach, zerrte an ihren Nerven. Weniger wegen des Inhalts, eher, weil seine leise flüsternde Stimme eine verheerende Wirkung auf ihren Körper ausübte. Sie wollte sich der Tatsache nicht stellen, daß seine Art zu reden sie wahnsinnig machte. Er hatte die Fähigkeit selbst banalste Sätze in einem Tonfall und mit einer leichten Arroganz zu sagen, daß sie den Wunsch verspürte ihm auch dieses Mal alles, aber auch alles, was er von ihr wollte, zu gewähren.
Wieder war sie geschockt, als sie ihn sagen hörte „Die Löwin würde sich unterwerfen?". Dieser Mistkerl wußte tatsächlich, was sie dachte? Wieder versuchte sie sich verzweifelt ins Gedächtnis zu rufen, welche Zauberer sie kannte, die diese Fähigkeit hatten. Während sie noch versuchte sich zu sammeln, um einen klaren Kopf zu bekommen, damit sie gezielt nachdenken konnte, spürte sie seine Küsse an ihrem Arm. Da ihre Arme über ihrem Kopf gefesselt waren, hatte sie keine Möglichkeit sich seiner Berührung zu entziehen und musste sich schließlich eingestehen, daß sie es auch nicht mehr wollte. Ihr Herzschlag wurde schneller, Schauer liefen über ihren Rücken und ihre Atmung beschleunigte sich. Ihr war klar, daß auch ihm das nicht entgehen würde.
Die Stimme in ihrem Kopf meldete sich unerwünschterweise auch wieder „Zum Teufel mit der Tugend...."
„Ich gebe auf", flüsterte sie leise und hatte die dunkle Ahnung, daß sie damit eine Einladung ausgesprochen hatte, die sie hier und jetzt nicht mehr würde zurück nehmen können.....
Als habe er auf diese Antwort gewartet, spürte sie seine Lippen auf ihren. Er küsste sie, wie er es bereits in dem Hinterhof getan hatte, hart, verlangend, besitzergreifend – Hermine gab ihren Widerstand auf und beschloss sich spätestens am nächsten Tag in eine geschlossene Anstalt einweisen zulassen, da sie mittlerweile sicher war, entweder unter einem Fluch zu stehen, oder aber nymphoman zu sein. Sie dachte nicht mehr, sie fühlte nur noch – was dieser Mann mit ihr und ihren Gefühlen anstellte, brachte sie an den Rand der Ekstase. Sie bemerkte die Fesseln nicht mehr, es war ihr einfach egal, daß sie ihm so ausgeliefert war. Sie wollte nur noch mit ihm zusammen sein, ihn so nah wie möglich spüren. Ihm die Erfüllung geben, die er in der Lage war, ihr zu geben....Als sie spürte, daß er sich auch seiner Kleidung entledigt hatte und nackt war, vergaß sie jegliche Erziehung und bog sich ihm verlangend entgegen. „Mylady haben ein Bedürfnis?" hörte sie leise an ihrem Ohr, bevor sie keuchte „Du verfluchter Mistkerl, weißt genau, was Du in mir auslöst, also nimm mich endlich!"
Als er in sie eindrang schrie sie ihre Lust hinaus, sie zerrte an ihren Handfesseln, weil sie ihn berühren wollte, aber er quälte sie weiter mit seinen Lippen und Händen, während er sie wild und hart nahm. Hermine stöhnte und wimmerte, als sie ihren Höhepunkt erlebte – um schließlich leise zu flüstern „Bitte, sag mir Deinen Namen. Ich will Deinen Namen wissen, ich muss ihn wissen".
Sie hatte nicht erwartet eine Antwort zu erhalten, aber nachdem er sich wieder mit diesem animalischen Ton, der ihr sagte, daß auch er einen Orgasmus gehabt hatte, gegen sie lehnte, hörte sie seine leise Stimme „Du kennst mich. Du wolltest mich. Vertrau auf Dich, meine Löwin."
Sie genoss den kurzen Moment der Entspannung, aber dann schaltete sich ihr Verstand wieder ein. Leise sagte sie „Bitte, laß mich gehen, das Gebäude wird freitags verriegelt, dann sitze ich hier über das Wochenende fest..." Sie spürte seine Hand sanft an ihrer Wange, als er ihren Kopf anhob, als könne er ihr in die Augen sehen, trotz der absoluten Dunkelheit. „Du kannst gehen wohin immer Du magst, Löwin.".
Hermine schnaufte etwas genervt „ich weiß, aber ich bin hier in einem Muggel-Viertel, da appariert man nicht einfach von A nach B". Gleichzeitig fragte sie sich, wieso ihr „Partner" ihre Situation nicht verstehen konnte oder wollte.
Ganz langsam hatte sie eine dunkle Ahnung, was ihren Fremden betraf. Er benahm sich so selbstverständlich, schien keine Grenzen zu kennen oder zu akzeptieren. Sie wagte fast nicht ihre Vermutung zu Ende zu denken. Plötzlich fügten sich einige Dinge zusammen, die sie lieber nicht in Kombination wissen wollte.
Der teilweise arrogante Klang seiner Stimme, die Selbstverständlichkeit mit der er sich benahm, generell sein Macho-Verhalten. Hermine wurde schlecht und sie weigerte sich weiter zu denken. Sie wollte erst nach Hause, dort würde sie in Ruhe die Fakten sortieren.....
„Ich....ich---würde gerne gehen.", flüsterte sie leise. „Natürlich, ich sorge für Deine unauffällige Rückkehr nach Hause, meine Löwin", bekam sie als geflüsterte Antwort. Sie war nicht sicher, ob nicht ein leises Lachen aus seiner Stimme klang......
