Kapitel 3: Die verheerende Schrumpelfeige
Anm: Das Kapitel gefällt mir besser als das vorige, ich hoff es ist für euch auch leserlich. Es ist ein bisschen schwer einzuschätzen, wann was passieren sollte. Ich hoffe es passiert nicht alles zu schnell oder eben zu langsam ...
Gloria, die in diesem Kapitel ein paar Mal erwähnt wird, hat die Vorlage einer meiner besten Freundinnen, die ihm Gegensatz zu dieser hier großartig tanzen kann xD
Tragen Sie hier die Kurse ein, die sie belegen wollen
Rose tauchte ihre Feder in das Tintenfass und schrieb dann:
Tanzen
Entschlossen faltete sie das Blatt zusammen und packte es in die Schultasche.
Sie eilte die Stufen hinab Richtung Kerker. Ihr Kanarienwecker war unzufrieden mit der Behandlung, die ihm zuteil wurde und hatte heute Morgen gestreikt. Sie hatte nicht einmal mehr Zeit zum Frühstücken gehabt.
Mit zehnminütiger Verspätung betrat sie Slughorns Unterricht.
„Ah, Miss Weasley! Schön, dass Sie doch noch gekommen sind!", rief Slughorn erfreut.
Rose war einer seiner Lieblinge und musste regelmäßig seine „Abendrunden" ertragen, doch wenigstens nahm er ihr ihre Verspätung nicht übel.
„Wir arbeiten heute am Haarsträubetrank. Nehmen Sie schnell Platz!"
Rose ließ ihren Blick durch die Klasse gleiten. Al saß neben Gloria, einer Gryffindor aus ihrem Jahrgang, und zuckte entschuldigend mit den Schultern.
Der einzige freie Platz war in der letzten Reihe – neben Scorpius Malfoy. Dieser schien das auch bemerkt zu haben, denn er blickte sie mit zusammengezogenen Augenbrauen an.
Seufzend ging sie auf den Tisch zu und nahm neben ihm Platz.
Sie bückte sich und packte Zaubertränke für Fortgeschrittene aus ihrer Schultasche. Dann begann sie die Zutaten auszuwählen und die richtigen Mengen abzuwägen.
Während sie mit der rechten Hand den Trank umrührte und ab und zu die benötigte Zutat in den Kessel warf, wanderte ihre linke automatisch zu der Kette um ihren Hals.
Sie wollte die Schlange nicht ansehen, sie hatte Angst davor, wieder so seltsame Sachen zu hören, aber sie konnte die Kette auch nicht abnehmen. Ihre Finger ertasteten den Anhänger.
„Tanzen?", flüsterte eine Stimme.
Erschrocken fuhr Rose auf und ließ eine Abessinische Schrumpelfeige in den Kessel fallen.
„Miss Ich-weiß-alles-besser will tanzen?"
Sie drehte sich ruckartig um.
Malfoy sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Woher weißt du -?", begann sie und sah dann den Zettel in seiner Hand.
„Gib das her!", zischte sie und riss ihm das Anmeldeformular aus der Hand.
Es gab einen lauten Knall und Rose spürte eine heiße Flüssigkeit über ihren Kopf und auf den Umhang fließen. Sie sah an sich hinunter und plötzlich begann der giftgrüne Trank wie Feuer zu brennen.
Malfoy schrie auf. Er war ebenfalls von oben bis unten angeschüttet.
Die Flüssigkeit ätzte sich durch Roses Kleider und verbrannte ihr die Haut. Ihr stiegen die Tränen in die Augen, während Malfoy panisch versuchte, den Trank aus seinen Augen zu wischen, wobei er ihn gut in seinem ganzen Gesicht verteilte.
Slughorn kam angewatschelt und mit einem Wink seines Zauberstabs verschwand der Trank von den beiden Schülern.
„Herrje, was haben Sie da in den Trank gemischt? Keine Antwort, ab in den Krankenflügel mit Ihnen beiden, und zwar sofort!", rief er laut aus.
Rose stand sofort auf und rannte aus dem Klassenzimmer. Ihr Körper fühlte sich an, als würden tausende kleine Tierchen sich durch ihre Haut fressen.
Sie presste die Reste ihres Umhangs, die der Trank nicht weggeätzt hatte, an sich und versuchte dabei nicht ihre Brandwunden zu berühren.
Auf der Treppe holte Malfoy sie ein.
Er hatte eine große Verbrennung im Gesicht und sein Umhang sah nicht besser aus als Roses.
Schweigend stolperten sie nebeneinander her.
Als Madame Pomfrey sie sah rief sie laut aus: „Um Himmels willen! Was haben Sie angestellt?"
„Zaubertrankunfall.", antwortete Rose.
Madame Pomfrey drückte die beiden Schüler auf ein Krankenbett und verschwand in ihrem Zimmer.
Rose schielte seitlich zu Malfoy. Schlechtes Gewissen überkam sie. Sie blickte wieder zu Boden.
„Tut mir leid.", sagte sie leise.
„Mir auch", sagte Malfoy.
Überrascht sah Rose auf. „Wieso dir?"
Malfoy antwortete nicht sondern sah zu der Tür zu Madame Pomfreys Zimmer, aus der selbige jetzt trat.
Mit einem großen Gefäß bewaffnet machte sie sich daran, deren Inhalt auf Roses und Malfoys Wunden zu verteilen.
Nach wenigen Sekunden begannen die Wunden zu verheilen und einige Minuten später sah man ihnen den Unfall nicht mehr an, abgesehen von den durchlöcherten Kleidern. Madame Pomfrey entließ sie und zusammen gingen sie den Korridor entlang. Kurz vor der Treppe sagte Malfoy wie aus dem Nichts:
„Ich wette du tanzt gut", und stieg die Stufen hinunter.
Verwirrt blickte Rose ihm nach. Wieso war er nett zu ihr, nachdem sie ihn sozusagen bei lebendigem Leibe verbrannt hatte?
Kopfschüttelnd ging sie die Treppe zum Gryffindor Turm hinauf.
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Unsicher blickte Rose in ihren Kleiderschrank. Was sollte sie anziehen? Sie wusste ja nicht, was sie tanzen würde. Es war ihr auch einerlei, sie tanzte Ballett genauso gerne wie Jazzdance, HipHop oder Gesellschaftstänze. Schließlich beschloss sie, ihr Trikot anzuziehen und eine Trainingshose darüber, und um für jeden Fall gewappnet zu sein, packte sie einen Rock, ihre Ballettschläppchen, Spitzenschuhe und hohen Tanzschuhe in einen Rucksack. Sie bezweifelte, dass sie die Spitzenschuhe in ihrer ersten Stunde, selbst wenn es Ballett sein sollte, schon brauchen würde, aber besser zu viel als zu wenig, das war ihre Devise und daran hielt sie sich nicht nur beim Lernen.
Sie nahm ihr Informationsblatt zur Hand, das sie von McGonnagal nach ihrer Anmeldung am Vortag bekommen hatte.
„...Der erste Tanzkurs wird am Donnerstag um 17 Uhr in der Großen Halle stattfinden. Ihren Tanzlehrer werden Sie dort kennen lernen"
Sie warf dem Kanarienwecker einen strengen Blick zu.
„Sechzehn Uhr fünfundvierzig", sagte er widerwillig.
Rose band ihre roten, lockigen Haare zu einem langen Pferdeschwanz zusammen und versteckte den Anhänger unter ihrem Trikot. Sie hatte ihn seit der ersten Verteidigung gegen die Dunklen Künste Stunde noch immer nicht angesehen. Sie schnappte sich ihren Rucksack und verließ den Schlafsaal.
Sie betrat die große Halle. Die Tische und Bänke waren an die Wand geschoben, am vorderen Ende des Raumes war eine Spiegelwand angebracht worden. Einige Schüler hatten sich auf den Boden gesetzt, unter anderem Gloria, Ana und Chang, die sie glücklicherweise noch nicht gesehen hatte sondern mit einer anderen Slytherin ihres Jahrgangs redete.
Rose setzte sich neben Ana.
„Hi", begrüßte Rose sie freundlich.
„Hi", sagte auch Ana.
„Und, wie gefällt es dir in Hogwarts bis jetzt?"
„Es ist toll!", strahlte Ana. „Dad hat mir nie viel erzählt, er hält nicht so viel von Zauberei und so."
Rose erinnerte sich an einige, nicht unbedingt nette, Geschichten von Harry über seine Kindheit.
„Wie ... hat er denn die Nachricht aufgenommen, dass du eine Hexe bist?", fragte Rose vorsichtig.
„Zuerst wollte er mich nicht gehen lassen, aber dann hab ich ihn angefleht, und Mum hat ihn letztendlich damit überzeugt, dass Harry ja auch Zauberer ist."
Rose war überrascht, das zu hören.
„Hat er denn nichts gegen Harry?"
„Nein, absolut nicht! Er hat oft von ihm erzählt und gemeint, so müsse ein richtiger Mann sein, sollte er je einen Sohn bekommen, will er, dass er so wird wie Harry", lachte Ana. „Mum hat mal gesagt, er hat sie bestimmt nur geheiratet, weil sie ist wie er. Sie sieht zumindest gleich aus."
„Ist sie ... ich meine, ist sie eine Hexe?", fragte Rose.
Wieder lachte Ana. „Ich glaube Mum hat den unmagischsten Beruf, den man sich vorstellen kann. Sie ist Physik Professorin! Aber ich wette sie wäre eine tolle Hexe! Sie hat so was Magisches an sich."
Ihr Gespräch wurde unterbrochen, als eine junge Frau, Rose schätzte sie auf Mitte zwanzig, die Große Halle betrat. Sie ging aufrecht mit festen Schritten auf die Schüler am Boden zu und sagte freundlich lächelnd:
„Willkommen! Ich bin Ella und eure neue Tanzlehrerin! Bevor wir mit dem Unterricht beginnen können, möchte ich euch erst einmal tanzen sehen. Ich werde Standardtänze, Jazzdance, klassisches Ballett, Lateinamerikanische Tänze und Flamenco Kurse anbieten, ihr könnt dann einen oder mehrere davon auswählen. Gibt es Fragen?"
Keiner hob die Hand.
„Gut. Also, wer von euch hat schon getanzt?"
Etwa die Hälfte der Anwesenden hob die Hand, so auch Rose.
„Nun denn, alle die ein paar Gesellschaftstänze kennen, werden jetzt der Reihe nach mit mir tanzen!"
Sie holte einen nach dem anderen in die Mitte der Halle und fragte ihn nach seinem Namen. Dann ließ sie mit einem Schwenker ihres Zauberstabs Musik ertönen und tanzte ein paar Takte aus jedem Tanz.
Chang machte ihre Sache erstaunlich gut und ließ sich von Ella durch die Halle wirbeln.
Rose wusste, dass sie Gesellschaftstänze recht gut beherrschte und die Lehrerin nickte ihr anerkennend zu, bevor sie sie zurück zu ihrem Platz schickte.
Als nächstes ließ sie alle, die bis jetzt noch keinen Tanzkurs besucht hatten, ein paar Schritte nachmachen und fragte sie, in welche Kurse sie wollten.
Schließlich sagte sie: „Alle, die Ballett oder Jazzdance tanzen werden mir jetzt einfach ein wenig vortanzen! Wer möchte zuerst?"
Keiner meldete sich. Schließlich hob Ana mutig die Hand und trat in die Mitte. Musik ertönte und sie begann zu tanzen. Rose sah ein paar Fehler, die Anfängern vielleicht nicht aufgefallen wären, aber Ana tanzte zweifellos gut und mit viel Leidenschaft. Ella lobte sie und jetzt trauten sich auch die anderen vorzutanzen.
So nett Gloria auch war, sie tanzte wie ein kleiner Elefant, selbst wenn das beinah süß aussah. Aber nur beinah.
Schließlich blieb Rose als Letzte übrig und trat vor. Alle sahen sie erwartungsvoll an; sie wurde leicht nervös.
Doch dann begann die Musik zu spielen und Rose atmete einmal tief ein und begann zu tanzen.
Sie liebte das Tanzen, es war, als könnte sie jeden Moment vom Boden abheben und in den Himmel fliegen, wenn sie sich nur schnell genug drehte und hoch genug sprang.
Als sie schließlich völlig außer Atem aufhörte zu tanzen, sah sie zu Ella um ihr Urteil zu hören.
Die Schüler applaudierten, doch Ella sah sie nur seltsam an. Sie fragte sie auch nicht in welche Gruppe sie wollte, sondern wandte sich wieder den anderen Schülern zu.
„Ich habe mir eure Namen in eine Liste eingetragen. Wenn ihr euch doch umentscheiden wollt könnt ihr das in der nächsten Woche noch tun. In Zukunft wird jeder Tanzkurs zwei Mal in der Woche stattfinden. Ballett und Flamenco montags und freitags um 16 Uhr Ballett, um 17 Uhr Flamenco. Standardtänze und Lateinamerikanische Tänze werden zu einem Kurs zusammengefasst. Wir haben für diesen Kurs ein paar Jungs zu wenig, also wäre es gut, wenn ihr euch alle einen Tanzpartner auftreiben könntet!
Gesellschaftstanz und Jazzdance werden dienstags und freitags, ebenfalls um 16, beziehungsweise, 17 Uhr stattfinden. An alle Gesellschafts- und Jazztänzer: Bis morgen! An alle anderen: Bis Montag!"
Alle packten fröhlich tratschend ihre Sachen zusammen und verließen in kleinen Grüppchen die Große Halle. Rose blieb verwirrt zurück. Als alle Schüler gegangen waren, ging sie schüchtern auf Ella zu.
„Entschuldigen Sie?", begann sie.
„Ah, Rose, mit dir wollte ich noch reden! Ich habe dich eben tanzen gesehen, und mich gefragt, ob du nicht lieber Einzelstunden haben möchtest? Du bist wesentlich besser als die anderen hier und ich denke in den normalen Kursen würdest du dich nur langweilen."
Ella strahlte sie an. Das hatte Rose nicht erwartet. Erfreut sagte sie:
„Gerne! Das wäre fantastisch!"
„Also gut, sagen wir Mittwoch und Sonntag nach dem Abendessen um acht? Ich werde noch einen Raum für uns finden."
Rose verabschiedete sich und ging glücklich in den Schlafsaal.
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„Das Training ist so viel gezielter und effektiver! Vor allem kann Hooch das professionell machen, nicht so wie James."
„Aber du musst zugeben, dass James das Training auch nicht schlecht macht!"
„Woher willst du denn das wissen?"
„Na, ich hab doch oft genug zugesehen!"
Sara und Al diskutierten wieder einmal über Quidditch, genauer gesagt über die Kurse, die sie beide belegt hatten. Sara war im Ravenclaw Team Sucher und Al im Gryffindor Team Jäger.
Rose hörte weg und löffelte gedankenverloren ihre Haferflocken.
Sie hatte letzte Nacht einen seltsamen Traum gehabt, aber konnte sich nicht mehr genau daran erinnern. Sie war durch trübes Wasser geschwommen, als eine Hand sie plötzlich gepackt und in die Tiefen gezogen hatte. Als sie dachte, sie müsse ertrinken, war sie aufgewacht.
Etwas Braunes fiel in Roses Haferflockenschüssel, und die Milch spritzte ihr ins Gesicht.
„WAS ZUM-!?", rief sie und blickte in ihren Teller.
Seufzend zog sie das Etwas aus ihrer Schüssel und gab es Al, der sein Gespräch mit Sara unterbrochen hatte.
„Post für dich", sagte sie.
Er nahm die Eule und strich ihr liebevoll über die milchgetränkten Federn, dann nahm er ihr den Brief ab.
Nachdem er einen kurzen Blick darauf geworfen hatte sagte er aufgeregt:
„Er ist von George!"
Er öffnete ihn, las ihn und gab ihn dann weiter an Sara und Rose.
Aha, da hat sie also doch endlich jemand gefunden! Ich hätte wetten können, es wäre James, aber bei euch ist sie sicher auch in würdigen Händen.
Wenn ihr die Karte lesen wollt, tippt einfach mit dem Zauberstab darauf und sagt: Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin!
Wenn ihr sie wieder löschen wollte, einfach antippen und sagen: Unheil angerichtet (Ich hoffe, das entspricht dann auch der Wahrheit!)
Ich sag's euch gleich: Der Geheimgang hinter dem Spiegel im 4. Stock ist eingestürzt.
Ich setze mein Vertrauen in euch, viel Spaß damit.
George
Die drei rückten enger zusammen und Al holte die Karte heraus.
„Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin!", flüsterte er und tippte die Karte an.
Auf der Karte war plötzlich eine Karte Hogwarts' zu sehen, auf der viele kleine Punke in der Großen Halle dicht beieinander gedrängt waren. Über jedem Punkt stand in winziger Schrift der Name der Person. Begeistert fuhren sie mit dem Finger alle Wege nach, die sie kannten.
„Ich hab einen!", jubilierte Sara und zeigte auf einen Geheimgang, der von dem dritten Stock direkt aus Hogwarts hinaus in Richtung Hogsmead führte.
Al fand den unter der Peitschenden Weide ( „Wie soll man da denn reinkommen?", stellte Sara die berechtigte Frage) und den hinter dem Wandteppich im 4. Stock.
Rose stellte sich ihre Eltern in Hogwarts vor. Das Bild ihrer Mutter, nachts heimlich im Schloss herumschleichend, schien ihr irgendwie unpassend.
Sie dachte an ihren Vater und Harry und die vielen Abenteuer die sie erlebt hatten.
Und dann fiel ihr etwas ein.
Sie zog Al die Karte aus der Hand und sah sie genau an. Sie überprüfte es drei Mal und sagte schließlich:
„Es fehlt ein Gang."
Al und Sara sahen sie fragend an.
„Der in die Kammer des Schreckens."
