Disclaimer, Anmerkungen und so weiter stehen im ersten Kapitel. (Und da
bleiben sie auch! Zwingt mich nicht das zu wiederholen! War schon das erste
mal schlimm genug!)
Dieses Kapitel ist meinen ersten drei Reviewern Shelley, Feanen und Amilang gewidmet.
Kapitel 3-Lange Reise
Schon der zweite Tag. Schon den zweiten Tag ritten sie ohne unterlass. Legolas spürte wie sein Pferd begann müde zu werden. Die Zeit machte ihm zu schaffen. Trotz des gemächlichen Tempos schien Legolas fast am eigenen Leib die Müdigkeit seines Pferdes zu spüren. Leithian liebte es, auf schnelle Ausritte zu gehen und hohe Hindernisse zu überqueren. Diese Landschaft und Art zu reisen entsprach nicht seiner Natur. Darum bewunderte der junge Prinz die Treue mit der der Hengst noch immer seinen Befehlen gehorchte.
Weiter vorn sah er einen Elben in entgegen gesetzte Richtung reiten. Der junge Elb erkannte in ihm schnell Sílanell. Neben seinem jüngeren Bruder angekommen zügelte dieser sein Pferd um neben ihm reiten zu können. Lange Zeit sah er gerade aus und schien Legolas' forschenden Blick nicht zu bemerken. Dann wand sich sein Gesicht zu ihm. In seinen Augen war etwas, was Legolas nicht zu deuten vermochte, auch wenn er ihn nun schon so lange kannte.
Ganze leise begann er: "Es tut mir leid." Legolas konnte ihn kaum verstehen so leise und beschämt sprach er. "Ich hätte dich nicht so anfahren sollen. Du hast schon begonnen endlich zu dir selbst zu finden als ich das von dir gehört habe. In dir steckt so viel Gutes und Großes, dass es mir im Herzen wehtut deine Unsicherheit und innere Zermürbung zu sehen. Verzeihst du mir?" Legolas schwieg. Den Blick hielt er geradeaus gerichtet. Er dachte über das Gesagte nach, doch für Sílanell musste es scheinen als würde Legolas ihm immer noch grämen denn er fuhr fast verzweifelt fort: "Bitte, wir habe einander immer vertraut und waren zusammen. Ich möchte nicht wegen einer solchen Kleinigkeit unser gutes Verständnis aufs Spiel setzen. Bitte, vergib mir!"
Endlich wand Legolas sich um. Seine Züge waren ernst doch in seinen Augen lag ein jugendliches Lächeln. Er wand Aeriéls Lehren an und sprach nicht mit seinem Mund sondern mit seinem Herz. 'Sílanell, wir sind Brüder und gleichzeitig bist du auch mein bester Freund. Ich verzieh dir bereits bevor du darum batest. Ja, noch bevor du die Worte überhaupt ausgesprochen hättest, hätte ich dir vergeben. Du bist mir an meiner Seite und in meinem Herzen zu wichtig um lange ohne dich auskommen zu können! Ich gebe dir für nichts die Schuld und kann dir nur danken, dass du mich aufbaust.'
Sílanell sah ihn überrascht an: "Woher kannst du das?"
Legolas sah in nur lächelnd an und sagte: "Aeriél hat es mir beigebracht."
Der ältere Elb runzelte für einen Moment die Stirn. Legolas hatte sich in den letzten Tagen so sehr verändert. Er erkannte seinen Bruder kaum wieder. Bei diesem Anblick, wie der junge Prinz nun stolz, aufrecht und mit einem tiefen Glimmen in den Augen, das von Edelmut und Weißheit zeugte, auf seinem Pferd neben ihm her ritt, sprang Sílanells Herz vor Glück in seiner Brust.
Den Blick wieder nach vorn gerichtet waren bereits in weiter Ferne die Schwertelfelder zu sehen. Scherzhaft fragte er seinen Bruder nach einem Wettrennen. Legolas, der froh über die Abwechselung für sich und Leithian war, stimmte freudig zu und im Galopp stoben beide davon.
Legolas sah völlig konzentriert über den Hals seines Hengstes zum Zielpunkt, der Furt. Sie hatten gerade Thranduil passiert, der ihnen nachrief sie sollten sich nicht wie Kinder benehmen und wieder Vernunft annehmen.
Der junge Prinz beachtete ihn nicht und trieb sein Pferd nur noch etwas mehr an. Die ungezügelte Kraft Leithians wenn er so schnell rannte wie er konnte, war für Legolas eines der faszinierendsten Dinge in Mittelerde. Er kostete das Gefühl, das der Wind in seinem Gesicht hinter lies in vollen Zügen aus und genoss das leichte Zerren, welches von seinen wehenden Haaren verursacht wurde. Für einen Moment schloss er die Augen um sich ganz auf seine Umwelt mit Gerüchen und Geräuschen besinnen zu können. Das Gegenteil geschah. Es waren nur ganz kurze Bilder die an seinen Augen vorbei rasten.
Orks stürmten auf die kleine Gruppe ein. Sein Vater mit Pfeil und Bogen in den Händen, seine Brüder mit Dolchen oder Schwert Orks abschlachtend. Einer der Orks kam auf ihn zu und hob seinen Skimitar. Er lies sie herab sausen doch noch ehe sie auftraf riss Legolas die Augen wieder auf.
Ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein riss er an Leithians Zügeln. Folgsam blieb das Tier stehen. Wenige Meter vor ihm bremste auch Sílanell sein Pferd ab und ritt zu ihm: "Bruder, was hast du?"
Legolas jedoch starrte angestrengt an die Stelle, an der die Furt liegen musste. Tatsächlich sah er kleine schwarze Punkte und zwar unzählige von ihnen. Der Blick des Älteren folgte seinem. Als er das bemerkte, fragte er: "Sílanell, erkennst du was das ist?"
"Nicht genau aber was immer es ist, es kommt schnell näher und ich spüre Mordlust. Komm! Wir müssen Vater bescheid geben!"
Er lenkte Anarríma herum und ritt so schnell er konnte die paar hundert Meter zurück. Legolas blieb wo er war und beobachtete aus der Ferne wie sein großer Bruder dem König erzählte was sie gesehen hatten. Über sein Interesse an diesem Gespräch vergas er jedoch auch die Gefahr in seinem Rücken im Auge zu behalten.
Der zweite Tag ging zu Ende. Die Sonne näherte sich immer mehr dem Horizont und die Erilia suchten sich einen Rastplatz. Ihre Pferde waren müde und auch die Menschen ihrer Gruppe benötigten eine Pause.
An diesem Tag waren sie dem Anduin gefolgt. Unter den Hufen ihrer Reittiere waren viele Meilen dahin geflogen.
An einer kleinen Lichtung am südlichen Ende Düsterwalds angekommen sattelten sie ab und breiteten Decken für die Nacht aus. Wachen wurden eingeteilt und ein Feuer wurde geschürt. Ihre Raststätte lag kaum zwei Baumreihen hinter der Waldgrenze und dort stieg das Land leicht an.
Die Späher, die sie am frühen Tag ausgeschickt hatten, waren noch immer nicht zurück. Das bedeutete, es gab zwei Möglichkeiten über ihren Verbleib: Entweder es gab nichts zu berichten und sie waren weiter geritten um die Gegend weiter vorn zu beobachten oder es gab Probleme und sie würden nie wieder kehren. Bei der letzten Möglichkeit schnürte sich ihr die Luft ab. Gilmagon, ihr stellvertretender Anführer, war mit ihnen geritten.
Aeriél machte sich nicht die Mühe irgendwelches Gepäck oder auch nur eine Waffe abzulegen. Lediglich den Umhang lies sie beim Lager als sie durch die Bäume aufs freie Land trat. Im Westen wärmten die letzten Sonnenstrahlen ihr Gesicht. Sie wand sich von ihnen ab und blickte nach Osten. Dorthin waren ihre Freunde geritten. Gilmagon hatte gesagt, sie würden vor Anbruch des nächsten Tages wieder zur Gruppe dazu stoßen. Dieser Zeitpunkt war noch nicht gekommen doch Aeriél sorgte sich trotzdem. Sie hatte doch schon so viele gehen lassen müssen.
Verdutzt hielt sie in ihren Gedanken inne. Schon wieder dachte sie an den Tod. Schon wieder drohte die Trauer sie zu übermannen. Mit der Annahme der Führung der Erilia hatte sie eine große Bürde auf ihre Seele geladen und oft war sie sich nun nicht sicher ob sie diese Bürde würde tragen können. Sie war doch noch so jung. Vor allem in Lórien hatte sie sich mehr als einmal beim Anblick der kleinen Kinder, die zwischen dem Bäumen herum tollten, gewünscht ebenso sorglos zu sein wie sie.
Manch ein Mensch in ihrem alter hatte weniger zu erdulden und sie, die sie nach den Maßstäben ihres Volkes noch ein Kind war, sollte das alles tragen können? Schon mehr als einmal hatte sie an dem ihr vorherbestimmten Schicksal gezweifelt. Auch wenn viele ihr versucht hatten weiszumachen, sie gehöre zum einfachen Fußvolk so hatte sie doch immer gespürt wie vorsichtig, ja beinahe ehrfurchtsvoll und ängstlich, man sich benahm wenn es um sie ging. Eines Tages dann hatte sie den Herren Elrond darauf angesprochen und er hatte ihr Bruchstücke ihres Schicksals erzählt. Etwas von einer Waffe gegen den größten Feind des Lebens und einer Aufgabe, die sie zu erfüllen hätte. Aber von ihrer Vergangenheit wusste sie noch immer nichts und der Wunsch nach Freiheit war größer geworden, je mehr sie wusste und je mehr sie von der Natur um sich herum sah. Als eines Tages ein junges Mädchen vor ihr geflüchtet war und die Mutter es furchtsam an sich gepresst hatte war sie weggerannt. So weit sie nur konnte in die Wildnis hatte es sie getrieben.
Sie war auf die Dunedaín getroffen und hatte sich ihnen angeschlossen. Bald hatte sie gemerkt, dass auch hier alle außer ihr selbst über sie bescheid wussten. An sich hatte es sie damals nicht gestört und sie hatte Freunde gehabt aber ihr Herz sagte ihr, dass sie auch hier nicht dazu gehörte.
In der weiten Ebene von Celebrant hatte sie dann Gilmagon getroffen und sie waren zusammen weiter gezogen. Immer mehr hatten sie aufgelesen, Verstoßene und Leute, denen ein Schicksal auferlegt war, das ihnen nicht erlaubte sich bei ihren Freunden aufzuhalten. Sie alle hatten neue Freunde gefunden und hatten jemanden auf den sie vertrauen konnten. Sie wollten Gutes tun und da sie alle gute Kämpfer waren, hatten sie sich mit den Waldläufern zusammengetan und beschützen die ahnungslosen Bürger vor Leid und Kummer von außen.
Ohne es zu bemerken war Aeriél weitergegangen. Inzwischen musste sie gut zwei Meilen vom Lager entfernt sein denn der Wald machte hier einen Knick nach Norden hin. Mit ihren Elbenaugen sah sie die alte Furt weit hinten. Aber da war noch etwas. Angestrengt kniff sie die Augen zusammen. Schwarze Gestalten tummelten sich um eine Gruppe zu Pferd. Sie stieß zwei hohe Pfiffe aus. Ihr Pferd kam angetrabt und sie schwang sich schnell auf den Rücken des edlen Tieres und nur wenige Sekunden später kamen auch die Erilia hinzu. Sie deutete auf die angegriffene Gruppe und ritt ohne ein Wort der alten Furt entgegen.
~~~~~~~~***~~~~~~~~ Tut mir Leid. Das Kapitel ist etwas sehr kurz geworden aber das nächste wird länger. Versprochen! Ach ja, ich hätte ganz gern ein paar mehr Reviews. Jetzt(also das nächste Kapitel) wird ich das noch nicht machen aber wenn ich dann nicht mindestens fünf kriege wird das nächste Chapter nicht hochgeladen! : P Noch mal gaaaaaanz ganz lieben Dank an die Reviewer, die ich bis jetzt habe! *knutsch*
Dieses Kapitel ist meinen ersten drei Reviewern Shelley, Feanen und Amilang gewidmet.
Kapitel 3-Lange Reise
Schon der zweite Tag. Schon den zweiten Tag ritten sie ohne unterlass. Legolas spürte wie sein Pferd begann müde zu werden. Die Zeit machte ihm zu schaffen. Trotz des gemächlichen Tempos schien Legolas fast am eigenen Leib die Müdigkeit seines Pferdes zu spüren. Leithian liebte es, auf schnelle Ausritte zu gehen und hohe Hindernisse zu überqueren. Diese Landschaft und Art zu reisen entsprach nicht seiner Natur. Darum bewunderte der junge Prinz die Treue mit der der Hengst noch immer seinen Befehlen gehorchte.
Weiter vorn sah er einen Elben in entgegen gesetzte Richtung reiten. Der junge Elb erkannte in ihm schnell Sílanell. Neben seinem jüngeren Bruder angekommen zügelte dieser sein Pferd um neben ihm reiten zu können. Lange Zeit sah er gerade aus und schien Legolas' forschenden Blick nicht zu bemerken. Dann wand sich sein Gesicht zu ihm. In seinen Augen war etwas, was Legolas nicht zu deuten vermochte, auch wenn er ihn nun schon so lange kannte.
Ganze leise begann er: "Es tut mir leid." Legolas konnte ihn kaum verstehen so leise und beschämt sprach er. "Ich hätte dich nicht so anfahren sollen. Du hast schon begonnen endlich zu dir selbst zu finden als ich das von dir gehört habe. In dir steckt so viel Gutes und Großes, dass es mir im Herzen wehtut deine Unsicherheit und innere Zermürbung zu sehen. Verzeihst du mir?" Legolas schwieg. Den Blick hielt er geradeaus gerichtet. Er dachte über das Gesagte nach, doch für Sílanell musste es scheinen als würde Legolas ihm immer noch grämen denn er fuhr fast verzweifelt fort: "Bitte, wir habe einander immer vertraut und waren zusammen. Ich möchte nicht wegen einer solchen Kleinigkeit unser gutes Verständnis aufs Spiel setzen. Bitte, vergib mir!"
Endlich wand Legolas sich um. Seine Züge waren ernst doch in seinen Augen lag ein jugendliches Lächeln. Er wand Aeriéls Lehren an und sprach nicht mit seinem Mund sondern mit seinem Herz. 'Sílanell, wir sind Brüder und gleichzeitig bist du auch mein bester Freund. Ich verzieh dir bereits bevor du darum batest. Ja, noch bevor du die Worte überhaupt ausgesprochen hättest, hätte ich dir vergeben. Du bist mir an meiner Seite und in meinem Herzen zu wichtig um lange ohne dich auskommen zu können! Ich gebe dir für nichts die Schuld und kann dir nur danken, dass du mich aufbaust.'
Sílanell sah ihn überrascht an: "Woher kannst du das?"
Legolas sah in nur lächelnd an und sagte: "Aeriél hat es mir beigebracht."
Der ältere Elb runzelte für einen Moment die Stirn. Legolas hatte sich in den letzten Tagen so sehr verändert. Er erkannte seinen Bruder kaum wieder. Bei diesem Anblick, wie der junge Prinz nun stolz, aufrecht und mit einem tiefen Glimmen in den Augen, das von Edelmut und Weißheit zeugte, auf seinem Pferd neben ihm her ritt, sprang Sílanells Herz vor Glück in seiner Brust.
Den Blick wieder nach vorn gerichtet waren bereits in weiter Ferne die Schwertelfelder zu sehen. Scherzhaft fragte er seinen Bruder nach einem Wettrennen. Legolas, der froh über die Abwechselung für sich und Leithian war, stimmte freudig zu und im Galopp stoben beide davon.
Legolas sah völlig konzentriert über den Hals seines Hengstes zum Zielpunkt, der Furt. Sie hatten gerade Thranduil passiert, der ihnen nachrief sie sollten sich nicht wie Kinder benehmen und wieder Vernunft annehmen.
Der junge Prinz beachtete ihn nicht und trieb sein Pferd nur noch etwas mehr an. Die ungezügelte Kraft Leithians wenn er so schnell rannte wie er konnte, war für Legolas eines der faszinierendsten Dinge in Mittelerde. Er kostete das Gefühl, das der Wind in seinem Gesicht hinter lies in vollen Zügen aus und genoss das leichte Zerren, welches von seinen wehenden Haaren verursacht wurde. Für einen Moment schloss er die Augen um sich ganz auf seine Umwelt mit Gerüchen und Geräuschen besinnen zu können. Das Gegenteil geschah. Es waren nur ganz kurze Bilder die an seinen Augen vorbei rasten.
Orks stürmten auf die kleine Gruppe ein. Sein Vater mit Pfeil und Bogen in den Händen, seine Brüder mit Dolchen oder Schwert Orks abschlachtend. Einer der Orks kam auf ihn zu und hob seinen Skimitar. Er lies sie herab sausen doch noch ehe sie auftraf riss Legolas die Augen wieder auf.
Ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein riss er an Leithians Zügeln. Folgsam blieb das Tier stehen. Wenige Meter vor ihm bremste auch Sílanell sein Pferd ab und ritt zu ihm: "Bruder, was hast du?"
Legolas jedoch starrte angestrengt an die Stelle, an der die Furt liegen musste. Tatsächlich sah er kleine schwarze Punkte und zwar unzählige von ihnen. Der Blick des Älteren folgte seinem. Als er das bemerkte, fragte er: "Sílanell, erkennst du was das ist?"
"Nicht genau aber was immer es ist, es kommt schnell näher und ich spüre Mordlust. Komm! Wir müssen Vater bescheid geben!"
Er lenkte Anarríma herum und ritt so schnell er konnte die paar hundert Meter zurück. Legolas blieb wo er war und beobachtete aus der Ferne wie sein großer Bruder dem König erzählte was sie gesehen hatten. Über sein Interesse an diesem Gespräch vergas er jedoch auch die Gefahr in seinem Rücken im Auge zu behalten.
Der zweite Tag ging zu Ende. Die Sonne näherte sich immer mehr dem Horizont und die Erilia suchten sich einen Rastplatz. Ihre Pferde waren müde und auch die Menschen ihrer Gruppe benötigten eine Pause.
An diesem Tag waren sie dem Anduin gefolgt. Unter den Hufen ihrer Reittiere waren viele Meilen dahin geflogen.
An einer kleinen Lichtung am südlichen Ende Düsterwalds angekommen sattelten sie ab und breiteten Decken für die Nacht aus. Wachen wurden eingeteilt und ein Feuer wurde geschürt. Ihre Raststätte lag kaum zwei Baumreihen hinter der Waldgrenze und dort stieg das Land leicht an.
Die Späher, die sie am frühen Tag ausgeschickt hatten, waren noch immer nicht zurück. Das bedeutete, es gab zwei Möglichkeiten über ihren Verbleib: Entweder es gab nichts zu berichten und sie waren weiter geritten um die Gegend weiter vorn zu beobachten oder es gab Probleme und sie würden nie wieder kehren. Bei der letzten Möglichkeit schnürte sich ihr die Luft ab. Gilmagon, ihr stellvertretender Anführer, war mit ihnen geritten.
Aeriél machte sich nicht die Mühe irgendwelches Gepäck oder auch nur eine Waffe abzulegen. Lediglich den Umhang lies sie beim Lager als sie durch die Bäume aufs freie Land trat. Im Westen wärmten die letzten Sonnenstrahlen ihr Gesicht. Sie wand sich von ihnen ab und blickte nach Osten. Dorthin waren ihre Freunde geritten. Gilmagon hatte gesagt, sie würden vor Anbruch des nächsten Tages wieder zur Gruppe dazu stoßen. Dieser Zeitpunkt war noch nicht gekommen doch Aeriél sorgte sich trotzdem. Sie hatte doch schon so viele gehen lassen müssen.
Verdutzt hielt sie in ihren Gedanken inne. Schon wieder dachte sie an den Tod. Schon wieder drohte die Trauer sie zu übermannen. Mit der Annahme der Führung der Erilia hatte sie eine große Bürde auf ihre Seele geladen und oft war sie sich nun nicht sicher ob sie diese Bürde würde tragen können. Sie war doch noch so jung. Vor allem in Lórien hatte sie sich mehr als einmal beim Anblick der kleinen Kinder, die zwischen dem Bäumen herum tollten, gewünscht ebenso sorglos zu sein wie sie.
Manch ein Mensch in ihrem alter hatte weniger zu erdulden und sie, die sie nach den Maßstäben ihres Volkes noch ein Kind war, sollte das alles tragen können? Schon mehr als einmal hatte sie an dem ihr vorherbestimmten Schicksal gezweifelt. Auch wenn viele ihr versucht hatten weiszumachen, sie gehöre zum einfachen Fußvolk so hatte sie doch immer gespürt wie vorsichtig, ja beinahe ehrfurchtsvoll und ängstlich, man sich benahm wenn es um sie ging. Eines Tages dann hatte sie den Herren Elrond darauf angesprochen und er hatte ihr Bruchstücke ihres Schicksals erzählt. Etwas von einer Waffe gegen den größten Feind des Lebens und einer Aufgabe, die sie zu erfüllen hätte. Aber von ihrer Vergangenheit wusste sie noch immer nichts und der Wunsch nach Freiheit war größer geworden, je mehr sie wusste und je mehr sie von der Natur um sich herum sah. Als eines Tages ein junges Mädchen vor ihr geflüchtet war und die Mutter es furchtsam an sich gepresst hatte war sie weggerannt. So weit sie nur konnte in die Wildnis hatte es sie getrieben.
Sie war auf die Dunedaín getroffen und hatte sich ihnen angeschlossen. Bald hatte sie gemerkt, dass auch hier alle außer ihr selbst über sie bescheid wussten. An sich hatte es sie damals nicht gestört und sie hatte Freunde gehabt aber ihr Herz sagte ihr, dass sie auch hier nicht dazu gehörte.
In der weiten Ebene von Celebrant hatte sie dann Gilmagon getroffen und sie waren zusammen weiter gezogen. Immer mehr hatten sie aufgelesen, Verstoßene und Leute, denen ein Schicksal auferlegt war, das ihnen nicht erlaubte sich bei ihren Freunden aufzuhalten. Sie alle hatten neue Freunde gefunden und hatten jemanden auf den sie vertrauen konnten. Sie wollten Gutes tun und da sie alle gute Kämpfer waren, hatten sie sich mit den Waldläufern zusammengetan und beschützen die ahnungslosen Bürger vor Leid und Kummer von außen.
Ohne es zu bemerken war Aeriél weitergegangen. Inzwischen musste sie gut zwei Meilen vom Lager entfernt sein denn der Wald machte hier einen Knick nach Norden hin. Mit ihren Elbenaugen sah sie die alte Furt weit hinten. Aber da war noch etwas. Angestrengt kniff sie die Augen zusammen. Schwarze Gestalten tummelten sich um eine Gruppe zu Pferd. Sie stieß zwei hohe Pfiffe aus. Ihr Pferd kam angetrabt und sie schwang sich schnell auf den Rücken des edlen Tieres und nur wenige Sekunden später kamen auch die Erilia hinzu. Sie deutete auf die angegriffene Gruppe und ritt ohne ein Wort der alten Furt entgegen.
~~~~~~~~***~~~~~~~~ Tut mir Leid. Das Kapitel ist etwas sehr kurz geworden aber das nächste wird länger. Versprochen! Ach ja, ich hätte ganz gern ein paar mehr Reviews. Jetzt(also das nächste Kapitel) wird ich das noch nicht machen aber wenn ich dann nicht mindestens fünf kriege wird das nächste Chapter nicht hochgeladen! : P Noch mal gaaaaaanz ganz lieben Dank an die Reviewer, die ich bis jetzt habe! *knutsch*
