Kapiel 3
Alte Freunde
Disclaimer: Alle Charaktere sind geistiges Eigentum von JK Rowling (inzwischen eigentlich von Warner Brothers), allerdings gehört diese Geschichte allein mir.
Pairings: Hermione/Ron, weitere folgen...
Kommentar: So, hier ist das nächste Kapitel, ich weiß nicht recht, was man davon halten soll, doch seht selbst. Armer, naiver Harry. Und vielleicht kommt im nächsten Kapitel Harrys Geburtstagsparty dran, ich verspreche aber nichts.
Harry ließ sich auf einem Bett nieder, Ginny setzte sich auf den Boden und spielte mit Krummbein, der ihnen offensichtlich gefolgt war.
"Wie sind eigentlich deine Noten?", fragte sie beiläufig, während Krummbein ein Kuscheltier zerriss, um die Wolle aus dem Inneren im Raum zu verteilten.
Harry war verblüfft: "Welche Noten?"
"Na, du weißt schon", erinnerte sie den Jungen, "die ZAG-Prüfungsergebnisse. Bei Ron lief es nicht so gut, Hermione ist natürlich die beste, aber trotzdem nicht zufrieden."
"Ich habe keine Noten bekommen, nur den üblichen Brief von Hogwarts."
"Aber da stehen sie doch drin", sagte Ginny, "hol ihn doch einfach mal. Dann zeige ich es dir."
Harry lief rasch die Treppe hinunter und bemühte sich Mrs Weasleys Gekreische ("Dieses... dieses... Kraut in unserem Haus, in dem unschuldige Kinder leben...") zu überhören. Er holte den Brief aus der Tasche rannte wieder nach oben, dort hörte er Hermione schreien ("Ron, bist du eigentlich blöd? Was denkst du dir dabei so etwas zu tun, du weißt doch, was er durchgemacht hat."). Ihm war klar, dass er Gegenstand ihres Gesprächs war, wollte jedoch nicht wirklich wissen, um was sich ihr Streit genau drehte. Da Ron offensichtlich immer noch ein ziemlich ungehobelter Klotz war würde er sie in Hogwarts noch zu Genüge streiten hören.
Zurück in Fred in Georges Zimmer zog er den Brief hervor.
"Sieh nach unten, das PS", meinte Ginny.
Harry las:
PS: Hiermit senden wir Ihnen auch die ZAG-Ergebnisse. Da es sich um vertrauliche Informationen handelt sind sie verschlüsselt. Berühren Sie bitte das Hogwartssiegel mit ihrem Zauberstab und sprechen Sie Ihren vollständigen Namen laut aus um die Ergebnisse zu sehen.
Harry kam sich etwas lächerlich vor, als er seinen Zauberstab aus der Gesäßtasche zog, ihn auf das Siegel setzte und laut: "Harry James Potter" sagte.
Die smaragdgrüne Schrift verblasste langsam, bis sie gar nicht mehr zu sehen war, an ihrer Stelle erschien nun türkisblaue Tinte, sie verkündete:
ZAG-Bogen
Harry James Potter
Gryffindor, Klasse 5
Verwandlung: Erwartungen übertroffen
Zauberkunst. Erwartungen übertroffen
Kräuterkunde: Annehmbar
Zaubertränke: Erwartungen übertroffen
Verteidigung gegen die dunklen Künste: Ohnegleichen
Geschichte der Zauberei: Mies
Astronomie: Schrecklich
Pflege magischer Geschöpfe: Erwartungen übertroffen
Wahrsagen: Mies
Wir bitten Sie hiermit ihre UTZ-Fächer spätestens am Abend Ihrer Ankunft in Hogwarts Ihrem Hauslehrer zu melden. Bitte beachten Sie dabei, dass jeder UTZ-Kurs unterschiedliche Mindestanforderungen stellen kann.
Albus Dumbledore
Schulleiter
Minerva McGonagall
stellv. Schulleiterin, Hauslehrerin Gryffindor
Von wenigen Ausnahmen abgesehen war er wirklich gut — nur in Zaubertränke hätte er ein O gebrauchen können um noch in Snapes UTZ-Kurs zu schlüpfen, Denn er musste Zaubertränke belegen, wenn er wirklich Auror werden wollte.
Ein E war seine eindeutig beste Leistung in diesem Fach bisher und diesmal hatte er sogar bestanden, ohne dass Dumbledore seine Finger im Spiel hatte.
"Und?", wollte Ginny wissen.
Harry zeigte ihr den Brief: "Ich hätte nicht gedacht, dass ich so gut abschneide."
Ginny pfiff leise: "Da hast du es Ron aber ganz schön gezeigt. Er hat nur ein einziges E. In Astronomie ist er dafür besser als du" Er musste also seine UTZ-Kurse wählen, da er Auror werden wollte hatte er eine ziemlich genaue Vorstellung, vielleicht würde Professor McGonagall ihn ja doch irgendwie bei Snape unterkriegen. Nur Hagrid würde enttäuscht sein, wenn er Pflege magischer Geschöpfe abwählen würde. Als erstes wollte Harry unbedingt Wahrsagen loswerden, Zaubertränke mochte er vielleicht noch weniger, aber es war nicht so sinnlos wie der Unterricht bei der schrulligen Professor Trewlaney.
Inzwischen hatte sich Mrs Weasley beruhigt, nur Ron und Hermione schrieen sich noch an. Harry hörte wie sich Mundungus verabschiedete, dann viel ihm noch etwas ein.
Er stürmte die Treppe hinunter, im Garten erwischte er Mundungus Fletcher noch.
"He, 'Dung!". rief er.
Mundungus drehte sich um: "Joa, 'Arry?"
"Könntest du vielleicht noch einen Blick in die Nocturngasse werfen? Crabbe und Goyle wollten da anscheinend hin und es wäre ganz gut zu wissen, was sie vorhaben – falls sie denn den Weg finden", sagte Harry.
"Gute Idee, 'Arry", meinte Mundungus, "machst deinem Vater alle Ehre, guter Mann war er. Und is' sicher auch wichtig für'n Orden das zu wissen..."
Mundungus drehte sich um und disapparierte. Harry war zufrieden mit sich, für das Spionieren in der Nocturngasse, etwa im düsteren Laden von Borgin & Burkes, gab es wohl kaum jemand Geeigneteren als den Streuner Mundungus Fletcher.
"Hem, hem", hörte Harry es auf einmal in seinem Rücken. Mit Entsetzen drehte er sich um: Was machte Dolores Umbridge hier? Doch dort stand nur Ginny Weasley, die es perfekt verstand die ehemalige Lehrerin nachzuahmen.
"Du setzt 'Dung also auf verdächtige Gestalten an, was? Kannst es auch nicht lassen ihnen hinterher zu spionieren?", fragte sie.
"Vielleicht ist es ja wichtig", meinte Harry.
In diesem Augenblick öffnete sich die Tür des Fuchsbaus und Mrs Weasley trat ins Freie. Harry gebot Ginny mit einer Geste zu schweigen. Mrs Weasley sollte besser nichts von seinen Plänen mit Mundugus Fletcher erfahren.
Mit einem: "Wiedersehen, Kinder. Ich muss noch einige Besorgungen machen", verabschiedete sich Rons Mutter.
Zum Glück war es viel leichter sich mit Ginny zu unterhalten als mit Cho. Mit Schrecken dachte er daran zurück, dass er nie gewusst hatte, über was er mit ihr sprechen sollte.
"Wie ist das eigentlich mit Ron und Hermione passiert."
"Das weiß ich auch nicht. Sie sind zusammen weggegangen um etwas zu erledigen, als sie zurück kamen waren sie zusammen."
Während sie miteinander sprachen gingen sie wieder in den Fuchsbau und stiegen die Treppe hinauf. Auch der Streit zwischen Ron und Hermione war verstummt, als Harry gerade die Tür öffnen wollte zupfte ihn Ginny am Ärmel: "Ich würde da jetzt nicht rein gehen."
"Warum nicht?", fragte Harry.
Dann kam ein leises Stöhnen aus dem Raum.
"Nun", bemerkte Ginny.
Harry stand da wie angewurzelt: "Sie werden doch nicht etwa..."
Ginny musste schon wieder kichern: "Was denkst du denn? Und das in meinem Zimmer. Ich nehme ja an, dass sich Hermione nichts in Rons Saustall traut."
Auch Harry kicherte.
Vorsichtig zerrte Ginny Harry fort ins Zimmer von Fred und George.
Harry hätte wirklich nicht erwartet, dass Ron schon mit Hermione schlafen würde, sie waren zwar zusammen, doch für ihn war das noch etwas ganz anderes.
Er unterhielt sich noch mit Ginny über Ron und Hermione als er aus dem Nebenzimmer einen Fluch vernahm. Es klang wie Ron und Harry könnte schwören, dass er: "Wo ist meine Hose, verdammt noch mal?", gesagt hatte. Ginny und Harry kicherten wieder los, lauter noch als beim ersten Mal. Gerade als Harry schnelle Schritte auf dem Korridor hörte rutschte Ginny ein Stückchen näher und berührte ihn inmitten eines erneuten Lachanfalls zufällig mit der Hand am Arm. Sofort drang eine Wärme von seinem Arm durch den ganzen Körper und Harry schwieg. Ginny war wirklich sehr hübsch. Er streckte nun seinerseits die Hand aus und strich ihr durch das rote Haar, sie streichelte nun seinen rechten Arm, als plötzlich Ron in der Tür stand.
Er war nur mit einem orangefarbenen Bademantel bekleidet, auf dem zwei schon ziemlich verwaschene schwarze C zu erahnen waren. Harry hätte seinen besten Freund erschlagen können. Wie konnte er nur zu einem so unpassenden Zeitpunkt auftauchen.
"Hast du geduscht?", fragte Harry mit schneidender Stimme.
"Wie?", Ron schien verwirrt zu sein, "Nein, äh ich meine doch, also...", dabei blickte er an sich hinunter.
Ginny hatte einen erneuten Lachanfall, in den Harry kurz darauf einstimmte.
Bevor Ron seine Antwort weiter ausführen konnte gab es eine lauten PLOPP. Im Zimmer erschienen
"Fred! George!", rief Ginny und fiel ihren Brüdern um den Hals.
"Nanu, kaum ist man hier raus wird das Zimmer schon mehrfach belegt", sagten die Zwillinge, während Fred grinsend eine kastanienbraune Hose unter seinem Bett versteckte.
"Warum seid ihr denn jetzt schon da?", fragte Ron mit unterkühlter Stimme, dass es die Zwillinge waren, die seine Hose entwendet hatten, hatte er offensichtlich nicht bemerkt.
"Liebes Brüderchen, wenn du es genau wissen willst: Wir sollen auf dich aufpassen, damit du dich nicht in irgendetwas verstrickst..."
"Gefährliche Abenteuer...", meinte George.
"...giftige Substanzen..", ergänzte Fred.
"...oder waghalsige Liebesgeschichten", kam es wie aus einem Mund.
Ron würde rot, als wäre er gerade bei etwas ertappt worden (was ja auch nicht völlig falsch war, dachte Harry) und verdrückte sich.
"Na, Harry. du Held" begrüßte ihn Fred, "Wir haben ja schon immer gewusst, dass du die Wahrheit sagst."
"Percy übrigens auch", erklärte George.
"Wie?", rief Harry erstaunt.
"Ja, nachdem der Tagesprophet die Rückkehr von du-weißt-schon-wem groß angekündigt hat kam Percy zu Mum und Dad. Er hat gesagt: Ich habe es ja schon immer gewusst, und: ich habe Fudge erst dazu gebracht die Bedrohung ernst zu nehmen, und so weiter"
Harry war wirklich verblüfft. Im vergangenen Schuljahr war Percy ein ergebener Diener Fudges gewesen und nun behauptete er so etwas. Immerhin besser er ist nun auf unserer Seite, als dass er gegen uns arbeitet, dachte Harry.
"Percy will übrigens auch zu deinem Geburtstag kommen", sagte Ginny rasch, "Mum hat ihm fast sofort verziehen..."
"...Sie ist ja so froh ihren Schatz wieder zu haben, sie versteht sich mit ihm schon wieder besser als mit uns", meinte Fred, "dafür muss sich Dad unheimlich bemühen nicht sofort aus der Haut zu fahren, wenn er ihn sieht."
Harry konnte sich weitaus angenehmeres vorstellen als eine Party mit Percy. Aber er könnte sich ja mit Ginny beschäftigen, dann würde das Geschwätz ihres älteren Bruders wohl zu ertragen sein. Hoffte er zumindest.
"Und was machen Charlie und Bill", wollte Harry wissen.
"Charlie ist mit Hagrid unterwegs, wir wissen nicht genau warum", erzählte George.
"Und Bill, er hat sich übrigens die Haare ganz abrasiert, hat hier viel für den Orden zu tun, aber er ist wirklich noch mit Fleur Delacour zusammen", plauderte Fred.
"Mum gefällt Bills neue Frisur noch schlechter als die langen Haare. Sie versucht ihn ständig zu einem Haarwuchstrank zu überreden, aber da hat die ausnahmsweise mal Recht. Ich fand, dass ihm der Pferdeschwanz viel besser gestanden hat", sagte Ginny.
Mrs Weasley begrüßte die Zwillinge, als sie von ihren Besorgungen zurückkam, sehr kühl. Wahrscheinlich war sie immer noch nicht darüber hinweg, dass sie Hogwarts kurz vor ihrem Abschluss abgebrochen hatten, um einen Scherzartikelladen zu eröffnen. Harry und Ginny unterhielten sich noch eine ganze Weile mit den Zwillingen, während sich Ron und Hermione irgendwo im Fuchsbau herumtrieben. Am späten nachmittag kam endlich ein sichtlich überarbeiteter Mr. Weasley nach Hause. Er war stark abgemagert, seine ohnehin spärlichen Harre hatten sich noch weiter gelichtet und waren an den Schläfen ergraut, außerdem trug er eine noch abgewetztere Robe als sonst. Die Arbeit für den Orden belastete ihn wohl stark, außerdem hatte ihn der Schlangenbiss im vergangenen Jahr wohl stärker mitgenommen, als er selbst zugeben wollte.
Doch Harry war froh ihn zu sehen, wie alle anderen auch. Mr Weasley begrüßte ihn herzlich und schon bald rief Mrs Weasley sie zum Abendessen in die Küche. Offensichtlich hatte Ron inzwischen seine Hose gefunden, denn zumindest trug er beim Essen eine. Zudem war er den Zwillingen einen bösen Blick zu und meinte so etwas wie "Das werdet ihr mir büßen"
Mrs Weasley musste etwas gehört haben, sie blickte zwischen Ron und den Zwillingen hin und her, als sie meinte: "George, Fred, was ist denn los? Immer wenn ihr hier auftaucht gibt es nur Ärger."
Fred meinte daraufhin nur: "Es gibt keinen Ärger, wir machen uns nur Sorgen um unser Bruderherz. Mum, meinst du nicht, dass Ron ein paar neue Hosen gebrauchen könnte, sie werden ihm langsam zu... eng." Ron errötete, während seine Mutter ein Gespräch über Kleidung mit ihm begann.
Harry bereitete sich darauf vor, die Fragen, die ihm in der Seele brannten endlich zu stellen. Er wollte wissen, was der Orden genau unternahm, wo sich Dumbledore aufhielt und was mit den gefangenen Todessern geschehen sollte. Denn zumindest im Tagespropheten hatte noch nichts von einer Flucht gestanden, allerdings konnte sich Harry nicht vorstellen, dass Lucius Malfoy noch lange in Askaban versauern würde. Mit Hilfe der Dementoren sollte es doch ein leichtes für Voldemort sein, seine getreuen Diener zu befreien.
TBC
