Harry Potter und das dunkle Trio
Kapitel 3
Die Schlange, die wie sich herausstellte Nagini hieß, erwies sich als eine hervorragende Informationsquelle. Ihre Sicht auf die Welt war zwar manchmal etwas merkwürdig da sie eine Schlange war, aber sie war außerordentlich intelligent und wusste eine ganze Menge über die Welt in der sie lebte. Bis jetzt hatte Harry erfahren das es eine ganze Welt dort draußen gab von der er nichts wusste, er hatte von Hogwarts und der Winkelgasse erfahren und Nagini wusste sogar etwas über seine Eltern!
::Soll das heißen du kanntest sie?:: fragte Harry Nagini aufgeregt nachdem sie erwähnt hatte das seine Eltern in Hogwarts gewesen waren. ::Deine Eltern? Nein nicht wirklich, ich hab sie ein paar Mal auf dem Schlachtfeld gesehen, aber sonst weiß ich nur aus Erzählungen von ihnen.:: Harry starte Nagini verwundert an. ::Auf dem Schlachtfeld? Was meinst du damit?::
::Weißt du Harry, ich kenn mich nicht gut genug mit Magie aus um dir zu erklären wie sie funktioniert, aber was ich weiß ist das es zwei Arten von Magie gibt. Schwarze und Weiße. Inwiefern diese sich unterscheiden kann ich dir nicht sagen, aber solange ich mich erinnern kann und das ist ziemlich lange wenn man meine Lebensspanne bedenkt, haben sich die Anwender dieser beiden Magiearten bekämpft. Ich hab keine Ahnung wieso, es erscheint mir lächerlich, aber sie tun es. Mein Meister ist der dunkle Lord, er ist ein Anwender der schwarzen Magie, ebenso wie alle seine Anhänger. Deine Eltern Harry waren beide Weißmagier und sehr im Krieg involviert, weshalb ich sie auch gesehen habe. Aber ich bitte dich diese Fragen nicht mir sondern meinem Meister zu stellen, denn es geht in diesem Krieg um sehr viel mehr als das was ich die erklären kann und du solltest dir keine Meinung bilden ohne alle Fakten zu kennen.::
Harry nickte nachdenklich, das erschien ihm logisch. Wenn man Entscheidungen traf ohne alles zu wissen, kam niemals etwas Gutes dabei heraus, soviel hatten alle Ereignisse über die er ihn seinem Buch gelesen hatte gemeinsam. ::Also kommst du mit?:: fragte Nagini. ::Zu deinem Meister? Aber wäre das denn in Ordnung für ihn?:: Harry war sich ein wenig unsicher darüber ob es klug war einfach bei einem fremden Mann hereinzuschneien und ihn über Magie und die Gründe des Krieges den er führt auszufragen.
Wenn Schlangen grinsen könnten hätte Nagini genau das gerade getan. ::Er wird sicher ein wenig, wie soll ich sagen, verwundert sein am Anfang, aber wenn er dich erst einmal kennen lernt und ich ihm von dir erzählt habe, wird er dir sicher nur zu gerne alle deine Fragen beantworten! Also, was ist, kommst du mit?::
Harry war schon immer wissensdurstig und seine Neugier überwog bald seine Bedenken und er nickte Nagini entschlossen zu. ::Wie kommen wir zu deinem Meister?:: ::Das ist kein Problem, er gibt mir immer einen Weg zu ihm zurückzukommen wenn ich das Nest verlasse. Halt dich einfach an meinem Schwanz fest und lass nicht los!:: Harry tat was sie gesagt hatte und griff nach Naginis Schwanzende. Kaum hatte er es berührt fühlte er plötzlich ein Ziehen hinter seinem Bauchnabel und die Umgebung löste sich in einem Strudel von Farben auf.
Eine Sekunde später stolperte Harry als seine Füße plötzlich wieder auf festem Boden standen und konnte sich nur mit Mühe davon abhalten hinzufallen. Er sah sich um und fand sich in der Eingangshalle von etwas das aus sah wie eine Villa wieder. ::Ist das das Haus deines Meisters?::, fragte er Nagini die gerade damit beschäftigt war das Schwindelgefühl loszuwerden das diese Form der Fortbewegung immer bei ihr auslöste. Schlangen waren dafür einfach nicht gemacht! ::Ja, das ist sein Nest::, antwortete sie, ::aber du solltest ihm mit mein Lord ansprechen wenn du ihn gleich triffst.::
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Seit Lord Voldemort von seinem eigenen Todesfluch getroffen wurde war er pausenlos angespannt, er fand keine Erklärung für die Ereignisse und das trieb ihn in den Wahnsinn. Er hatte Nagini losgeschickt um den jungen Potter zu beobachten aber er bezweifelt dass dabei etwas Sinnvolles herauskommen würde. Der Junge war nichts Besonderes gewesen, es gab absolut keine Erklärung für die Geschehnisse der Nacht des 31sten und wenn es eines gab was Lord Voldemort hasste, dann war das etwas nicht zu wissen.
In wütenden Gedanken versunken lief er in seinem Arbeitszimmer hin und her und so hörte er nicht die Schritte die sich ihm näherten und auch nicht das leise öffnen der Tür. Erst das Wahrnehmen einer fremden magischen Signatur ließ ihn überrascht und verärgert zur Tür sehen. Niemand betrat seine Räume ohne zu klopfen, die einzige der das erlaubt war, war Nagini und die Signatur die er wahrnahm gehörte ganz sicher keiner Schlange. Als sein Blick auf die Tür fiel konnte er nur gerade so verhindern, dass ihm die Kinnlade auf den Boden fiel.
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Nagini führte Harry bis zu einer schweren Holztür und wies ihn an hineinzugehen. Unsicher sah harry sie an, aber sie machte nur eine ungeduldige Kopfbewegung Richtung Tür. ::Na los, geh schon, er wird dir nicht den Kopf abreißen!::, zischte sie, im geheimen hoffend das sie damit recht hatte, ganz sicher konnte man sich bei ihrem Meister nämlich nie sein. Vorsichtig stieß Harry die Tür auf und trat ein.
Kaum hatte er einen Schritt in den Raum hinein getan fiel sein Blick auf eine hochgewachsene Person in schwarzer Robe die mit dem Rücken zu ihm vor einem gewaltigen Mahagoni Schreibtisch stand. Harry wollte sich gerade bemerkbar machen als die Person auch schon mit wütendem Gesichtsausdruck herumfuhr. Ein Paar stechend roter Augen starrte Harry an und er zuckte ein wenig vor dem Zorn in ihnen zurück. Die Wut in den Augen verwandelte sich in Überraschung als sie auf Harrys Gesicht fielen.
„Harry Potter?", fragte die Person die wie Harry vermutete Lord Voldemort war mit verblüfftem Gesichtsausdruck. Harry nickte „Ja, das bin ich…mein Lord.", fügte er schnell hinzu, sich an Naginis Worte erinnernd. Wenn möglich wurde die Überraschung auf Voldemorts Gesicht noch größer, bevor sie hinter einer undurchdringlichen Maske verschwand. „Ich gebe zu das habe ich nicht erwartet. Wie kommst du hierher?" „Uhm, eure Schlange hat mich hergebracht mein Lord." „Meine…" ::Nagini!:: rief Voldemort in Parsel wechselnd und wenige Sekunden später kam die Schlange die bis eben vor der Tür gewartet hatte um die Ecke geglitten.
::Ja Meister?:: ::Kannst du mir freundlicherweise erklären was zum Teufel das alles hier zu bedeuten hat?:: verlangte Voldemort. ::Das ist eine längere Geschichte die mich ehrlich gesagt auch etwas überrascht hat.:: Voldemort zog erwartend eine Augenbraue hoch. ::Willst du Harry nicht anbieten sich zu setzen::, sagte Nagini, ::das hier könnte etwas länger dauern und er muss mir beim Erzählen helfen, außerdem bin ich mir sicher das er eine ganze Menge Fragen an euch hat!::
Nachdem die drei sich an Voldemorts Schreibtisch niedergelassen hatten, Voldemort dahinter, Harry auf einem der Stühle davor und Nagini beschlossen hatte sich um Harrys Schultern zu winden, begann sie zu erzählen wie es zu dieser Situation gekommen war.
