Kapitel 2 – Beunruhigende Enthüllungen

In der Vergangenheit hatte er schreckliche Fehler gemacht, aber er beging denselben Fehler nie zweimal in seinem Leben. Das war der Grund, weshalb die dunkle Gestalt lautlos hinter den Büschen am Rand der Wälder kauerte und wachsam durch zusammengekniffene Augen die Ruinen der ehemaligen Residenz von Lord Voldemort beobachtete.

Snape war im Auftrag seines Mentors, der genauso sehr wissen wollte was hier geschehen war wie er selbst, hierher zum Ort der Verdammnis gekommen. Hier zu sein war ein Risiko, denn falls der Dunkle Lord sich noch irgendwo in der Nähe befand, würde es sein Tod sein ohne Vorladung hier aufzutauchen.

In der näheren Umgebung nahm Snape keine andere Präsenz war, dennoch stürmte er nicht vorwärts, zu viele sahen das Ende ihres Lebens, weil sie zu selbstsicher waren. Es drängte ihn zu erfahren, was geschehen war, aber zögerte weiter zu gehen. Was immer der Dunkle Lord gedacht hatte zu erreichen, es war ein Rätsel, dessen Lösung mehr als nur sein eigenes Leben ändern würde.

Vor ein paar Tagen waren die Erschütterungen einer Explosion roher magischer Energie über das ganze Land spürbar gewesen. Selbst die weniger begabten Zauberer und Hexen fühlten, daß sich etwas tief im magischen Kern, der jedes lebende Wesen durchdrang und die Welt selbst umgab, veränderte.

Snape selbst war für einen Augenblick betäubt erstarrt und vergaß alles andere und ging vollkommen auf in dem Gefühl von Lebendigkeit und Macht in einer Stärke so furchterregend, daß es selbst die reinste der Seelen beflecken würde. Und so plötzlich wie es gekommen war, wich das Gefühl dem dumpfen Grau des Alltäglichen und ließ ihn atemlos zurück, sein Herz schmerzhaft in einer zu engen Brust pulsierend.

Eine halbe Stunde später fühlte er sich noch immer leicht schwindlig und unfähig einen klaren Gedanken zu fassen, immer wieder jede Sekunde dieser unglaublichen Erfahrung abrufend, um sie erneut zu erleben, wie ein Drogenabhängiger.

Das war der Augenblick in dem das Dunkle Mal verschwunden war, und Snape konnte nichts weiter tun als auf dem Boden zu sitzen und auf seinen linken Unterarm zu starren wie auf ein fremdes Wesen. Ehe er sich fangen und eventuell zum Direktor gehen konnte, rollte er sich vor Schmerzen zusammen, als das Dunkle Mal nur Momente später zurückkehrte, jetzt jedoch in einem gefährlich schimmernden Purpur, das nach Minuten zu einem kaum sichtbaren Violett verblasste.

Der ganze Vorgang ließ Snape keuchend auf dem Boden zurück, seine Stimme heiser geschrien. Er war bis ins Innerste erschüttert. So etwas war niemals zuvor geschehen, wenigstens hatte er noch nichts über deratiges gehört.

Zur Hölle, Snape fühlte selbst jetzt wie sein ganzer Körper zitterte wenn er darüber nachdachte und er, wie all die anderen die für den Rest ihres Lebens gebrandmarkt waren – ob der Sache verschrieben oder nicht – hatte mit wachsender Erwartung auf einen Ruf ihres Meisters gewartet. Bis jetzt war der Ruf jedoch ausgeblieben. Umso mehr Zeit verging ohne das der Dunkle Lord sie versammelte, desto fester wuchs in Snape der Glaube, daß es – nur vielleicht – niemals wieder dazu kommen würde. Darauf folgte ein abschreckender und in sich selbst lächerlicher Gedanke.

Vielleicht hatte dieses nervtötende Potter-Balg irgendwie getan was niemand wagte laut auszusprechen. Sollte aus irgendeinem Grund der Potter-Junge vollendet haben, wovon gesagt wurde, daß es sein Schicksal sei, mußte man zweifelnd fragen, warum das Dunkle Mal weiterhin seine Nerven unter qualvollen Schmerzen wegbrannte.

Snape hielt sich selbst rigoros davon ab in dieselbe Falle wie jeder sonst zu tappen. Er weigerte sich zu glauben, daß ein Junge so unverantwortlich und arrogant wie dieser, fähig sein sollte irgendetwas zu tun wozu erfahrene Zauberer nicht ebenso imstande wären mit dem Schnipsen eines Fingers.

Irgendwo in dem ganzen Schlamassel mußte ein Haken stecken. Snape verzog finster das Gesicht. Warum war es überhaupt geschehen? Potter mußte mittendrin sein; und um dem Faß die Krone aufzusetzen, konnte sich das schreckliche Balg nicht einmal mehr daran erinnern was eine Explosion von dieser gewaltigen Stärke ausgelöst hatte.

Es war absolut lächerlich und wenn er nicht der gewesen wäre der er war, hätte Snape sich seit langem schon auf dem Boden gewälzt und sich das Haar vor Lachen ausgerissen – jedenfalls nach dem Report den der Werwolf und seine Bande so widerwillig Dumbledore gegeben hatten. Verständlich, nachdem sie ihren berichtet hatten, wie sie sich von einem Dummkopf überlisten ließen.

Anscheinend hatten sie nicht bemerkt, daß der Junge nach Hause gekommen war. Der Werwolf und das verrückte Mädchen saßen am Küchentisch bei einem frühen Snack als Moody nur ein paar Stunden nachdem Albus ihm den Auftrag gegeben hatte, Potter zu kontrollieren, im Lingusterweg ankam.

Angeblich hatte der Junge friedlich geschlafen, und natürlich regte sich Moody über Potters Mangel an Respekt gegenüber seinen Älteren auf; der Wolf schien ziemlich kleinlaut und verloren, als ob er nicht wüßte wohin er gehen sollte.

Snape, während er in den dunklen Schatten im Verborgenen lag, konnte ehrlich nicht ergründen, was dieses räudige Biest von Wert in Potter sah. Der Junge war zu sehr wie der Vater. Snape konnte das faule Ei und sein Gehabe nicht ausstehen, wieviel Glück auch immer das Schicksal dem Balg nachzuschmeißen schien. Die Geschehnisse der letzten Tage trugen es ein bißchen zu weit.

Das der Dunkle Lord dem Jungen aus reinem Übermut einen Vergessenszauber überstülpte, soviel gab Snape zu. Aus welcher Richtung er es aber auch betrachtete, Snape konnte sich nicht dazu bringen zu glauben, daß der Dunkle Lord Potter aus seiner Reichweite hinausspazieren ließ mit nichts als veränderten Erinnerungen.

Das war einfach nicht möglich. Zu lange hatte der Zauberer, in dem Versuch seine armselige Existenz endgültig zu beenden, nach einem Weg gesucht, Potter in seine Hände zu kriegen. Warum sollte der Junge jedem erzählen das er seine Erinnerungen verloren hatte, statt sich hämisch zu freuen und sich die neuen Höhen seiner Popularität schmecken zu lassen? Nein, irgendwo war der Dunkle Lord noch sehr lebendig. Er mußte es sein, denn das Dunkle Mal war, selbst verändert, noch immer in seine Haut gebrannt und eine ständige Mahnung seiner vergangenen Taten.

Der neue, experimentelle Trank den er an diesem Tag dabei war zu brauen, war offensichtlich ruiniert. Das, logischerweise, war ebenfalls Potters Fehler. Dennoch verabscheute er das Balg nicht voll und ganz wie er während des Schuljahres zur Schau stellte. Verabscheuen war ein zu starkes Wort und einzig reserviert für den Dunklen Lord.

Wenn Snape über den Jungen nachdachte und sein offenes, hell und verschmitzt grinsendes Gesicht, fand er jedoch, daß er das elende Kind immens hasste, wenigstens so lange er nicht gut gezielte Beleidigungen auf seinen anschwellenden Kopf abfeuern konnte. Der Junge machte einen guten Job als - er dachte der korrekte Terminus war Sandsack, den die Muggel benutzten um ihre aufgestauten Aggressionen loszuwerden. Auf Snapes Liste voller Leute die es nicht wert waren kennen zu lernen, hielt Potter unerschütterlich seinen Platz unter den ersten zwei.

Tief eingetaucht in seine Gedanken, ließ Snapes Aufmerksamkeit niemals nach und er hielt wie tot auf seinem Weg wenn er das Rascheln der Blätter und das Knacken eines Zweigen hörte, nur ein paar Meter von seiner Position entfernt im Wald.

Seine Muskeln gespannt wie Drahtfedern, beobachtete er lautlos die sich wiegenden Reihen der Bäume. Höchst alarmiert wartete darauf das die Quelle der Geräusche die Schatten hinter sich ließ. Sein Atem verfing sich in seiner Brust, umso näher es seinem Versteck kam, das in sich selbst nicht wirklich ein sicherer Ort war um für lange Zeit unbemerkt zu verweilen. Bewegung hätte die Aufmerksamkeit nur eher auf sich gelenkt, deshalb blieb Snape wo er war, griff seinen Zauberstab fester und hoffte das seine Sterne heute glückverheißend waren.

Es waren vier Männer, die sorglos gegenüber Gefahren aus den Wäldern traten und total überzeugt von sich selbst – wenn die Art und Weise auf der sie arrogant durch den Dreck stolzierten irgendeine Indikation war. Dunkle, blutrot gefärbte Roben waren eng um ihre Körper gehüllt, die Kapuzen tief hinab in ihre Gesichter gezogen.

Ahnungslos über ihren schweigenden Beobachter, Snape konnte gerade die Konturen ihrer Masken erkennen, ähnlich denen die Todesser trugen bei ihren Versammlungen oder wenn sie ihrer Arbeit nachgingen, aber nichtsdestotrotz sehr unterschiedlich in ihrer Erscheinung wenn sie an ihm vorbeischlenderten, als hielten sie sich für die Herren der Welt.

Roben gleichermaßen wie die Masken waren von feinster Qualität, gesäumt mit schwarzen Samtbändern und bei einem von ihnen glitzerten im Sonnenlicht goldene Bordüren an den Ärmeln wie feinst geschliffene Diamanten.

Sie sprachen miteinander mit leisen Stimmen, ein merkwürdig summendes Geräusch brach hier und da aus ihren Kehlen hervor. Zu seinem äußersten Erstaunen konnte Snape nicht ein Wort von dem verstehen was sie sagten.

Das Rätsel war gerade schwieriger geworden als erwartet.

Es war als hätte Albus seine Hände im Spiel. Er würde etwas wie das fertigbringen währenddessen er zu dem was aus seinen Komplott resultierte, komplette Unschuld vortäuschte und mit diesem verrückten Funkeln in seinen Augen zusah, wenn alle anderen versuchten mit so wenig Verlusten sie schafften ihre Haut zu retten.

Die einzige Tatsache die für Dumbledores Unschuld in dieser Sache sprach, war seine ehrliche Überraschung, nachdem Snape mit den erstaunlichen Neuigkeiten über die Veränderung des Dunklen Mals zu dem Mann gegangen war.

An diesem Punkt war alles aus dem Ruder gelaufen. Die Suche nach dem Potter-Jungen wurde für kurze Zeit dringender, bis Albus sie alle auf einmal ohne weitere Nachricht zurückrief. Nur Moody bekam den Auftrag den Lingusterweg zu kontrollieren.

Jeder suchte nach dem Zentrum für den plötzlichen Ausbruch von Magie, wie er niemals zuvor in Dichte und Stärke vorgekommen war. Snape wußte nicht einmal ob es überhaupt möglich war soviel Magie in sich selbst aufzurufen und fähig zu sein es zu nutzen. Vielleicht war es nicht möglich und das war der Grund für die Transformation des Dunklen Mals.

Nachdenklich blickte Snape auf seinen bedeckten linken Unterarm hinab, bewußt was er sehen würde, sollte er den schwarzen Stoff seiner Robe zurückziehen. Fast unsichtbar war das Tattoo nur ein dünnes violettes Bild auf seinem Arm. Es sah aus wie eine schlecht gemalte Kinderzeichnung, war aber ziemlich oft während der letzten Tage aufgeflammt und hatte sich zu den ungünstigsten Zeiten schmerzhaft erhitzt.

Seine Kontakte, die jahrelang diskret als eine der verlässlichsten Quellen für Informationen für den Orden gedient hatten, waren plötzlich unauffindbar; und die rechte Hand des Dunklen Lords saß noch immer in Askaban und verrottete, ohne Kenntnis von Plänen mit denen sein Gebieter nach Wochen des Herumbrütens aufwartete, um Rache an einem einfachen Kind zu nehmen, nachdem es ihn einmal mehr an der Nase herumgeführt hatte.

Trotz seiner sich windenden Eingeweide, ignorierte Snape seine Instinkte, die ihm rieten so schnell und so weit zu rennen wie er irgend konnte. Zahllose Male hatte ihm dieser Instinkt in der Vergangenheit das Leben gerettet. Dieses Mal entschied er sich bewußt dafür die Warnung seiner eigenen Magie nicht wahrzunehmen und trat weiter auf die Überreste der abscheulichen Burg zu, gräßlich in ihren gewaltigen Dimensionen und äußerst passend für einen Mann der seine Menschlichkeit seit langem hinter sich gelassen hatte.

Snape wartete geduldig, lang genug für die unbekannten Besucher um in einem Spalt zu verschwinden, der doppelt so hoch wie ein ausgewachsener Mann war aber gerade breit genug das ein Kind sich hindurchzwängen konnte. Mit einem tiefen Atemzug und einem langen Blick über die Umgebung schlich er vorwärts, aufmerksam darauf achtend sich in den Schatten zu halten.

Vorsichtig setzte er seinen Fuß auf stabilen Boden und verfluchte die Fügung, die ihm eine Aufgabe wie diese überließ. Erregung pumpte durch seine Venen und die Knöcheln seiner Hand verfärbten sich weiß, bis er merkte wie hart der Griff um seinen Zauberstab war und seine Hand zwang sich zu lockern, so daß er fähig war seine einzige Waffe mit all seinem Geschick zu schwingen, sollte sich die Notwendigkeit ergeben.

Snape war sich des Risikos, das er auf sich nahm sollte er weitergehen, bewußt, aber er mußte wissen, was diese seltsamen Fremden an einem Ort taten, an dem bis vor wenigen Tagen der meist gefürchtete Dunkle Lord residiert hatte. Snape kannte den Einsatz in seinem job, und daher lauschte er sorgsam auf das kleinste Anzeichen für Bewegung, bevor er seine Position für ein sicheres Versteck aufgab.

Verborgen hinter einem viel dunkleren Teil einer kollabierten Wand, verschmolz Snape in den Schatten als ob er selbst nicht mehr als ein bloßes Gespenst wäre. Erst als sich seine Augen an das Zwielicht seiner neuen Umgebung gewöhnt hatten, nahm er Kurs auf die unterirdischen Gewölbe, wo die Kerker und Laboratorien untergebracht waren, ebenso wie die Folterhalle.

Zahllose Muggel und Zauberer gleichermaßen hatten in diesem Raum ihr Leben gelassen, während die Todesser sich heiser lachten vor Vergnügen an ihrem Leiden und mit verrücktem Glanz in ihren Augen beteiligten wenn die Schreie ihrer Opfer nach Erbarmen durch die Gewölbe hallten.

Snape rümpfte seine Nase, als ein verdorbener Geruch durch die Korridore driftete, in denen Steine, gebrochene Säulen und umgestürzte Statuen ihm den Weg versperrten. Etwas, oder besser jemand, warganz offensichtlich in diesen Räumen vor nicht allzu langer Zeit gestorben. Es war der faulige Gestank des Todes dem Snape inmitten des Verfalls folgte.

Mehrmals hielt er auf der Suche nach der Magie an, welche die Männer umgab. Nicht nur ihr sorgloses Verhalten schien seltsam an einem Ort wie diesem. Snape versteckte seinen Körper in einer kleinen, teilweise eingestürzten Nische und blickte mißtrauisch zum Zentrum des Raumes, wo die in rote Roben gehüllten Männer sich zu einem lockeren Kreis zusammengefunden hatten.

Snape erstarrte und neigte seinen Kopf zur Seite. Seine Augen weiteten sich verständnislos in einem seltenen Augenblick von offen gezeigter Verblüffung.

Etwas Tageslicht schien durch Risse in der Decke und beleuchtete schwebende Strahlen von Staub. Die ganze Szenerie wirkte wie aus einem schlechten Roman und das Dutzend lebloser Körper auf dem Grund, alle von ihnen in die dunklen Roben und weißen Masken die Zeichen ihres Knechtschaft zum Dunklen Lord waren, schienen diesen Eindruck nur noch zu verstärken.

Was hatte diese rare Zurschaustellung seiner Emotionen bewirkt? Es waren nicht die Leichen seiner ehemaligen Kollegen, obwohl er die meisten wenn nicht alle zu einer Zeit gekannt hatte. Es war die Magie, die sein Interesse gefangen hatte, weil alles davon zutiefst ... gestört war. Es gab kein anderes Wort es zu beschreiben.

Die Magie der Fremden war nicht an das Innerste ihrer selbst gebunden wie die Zauberkraft eines jeden anderen Zauberers. Zwar war ihr magischer Kern nicht sehr viel mächtiger als der eines durchschnittlichen Zauberers, aber die Art und Weise auf der ihre Magie mit der Umwelt reagierte war was Snape vollkommen vor den Kopf schlug.

Sie schienen fortwährend die Magie aus der Erde selbst zu ziehen, in einer Menge die überraschend stark war. Was sie taten war etwas bei dem selbst Dumbledore sich abmühen würde, unmöglich für irgendjemand sonst. Diese Männer brauchten es nicht einmal bewußt versuchen. Sie taten es einfach, und wie sie es taten!

Abrupt kroch Snape, der einzige Zeuge dessen was die Zauberer in Bewegung setzten, tiefer in die Unkenntlichkeit der wallenden Schatten zurück, doch er wandte niemals seinen Blick auch nur für einen Moment ab, um nichts von Bedeutsamkeit zu verpassen.

Tentakel der Magie wogten durch den Raum und saugten brutal ein was immer sie an Energie habhaft wurden.

Von seinem Versteck aus hatte Snape einen guten Blick über die Halle, aber war vorsichtig nicht, nicht zu nah zu kommen. Er würde das Schicksal versuchen, ginge er noch viel weiter. Es war ohnehin kaum möglich weiterzugehen ohne bemerkt zu werden. Jedes Geräusch in diesem Raum hallte durch die ganze Burg.

Snape hatte sein Versteck mit Bedacht gewählt. Die Folterhalle war ein weiter Raum, aber von seinem Standpunkt aus konnte er in jede Ecke blicken und das Zentrum lag offen vor ihm. Dennoch konnte er die Zauberer nicht ergründen. Unbeeindruckt von den toten Männern zu ihren Füßen, dem Summen Fliegen und dem durchdringenden Geruch sangen sie wortlos weiter, zu Snapes größtem Erstaunen ohne Zauberstäbe. Die Arme hoch über ihre kapuzenbedeckten Köpfe erhoben, geöffnet um die wirbelnd wilde Energie zu empfangen, die sie von ihrer Umgebung einsaugten, schien es als versuchten sie eine Art Ritual zu vollziehen. Doch bis auf die unglaubliche Menge Magie die sie kontrollierten, taten sie nichts das ihm einen Aufschluß darüber gab, was die gefährlichen Zauberer dort taten.

Snape wußte nicht ob sie Verbündete oder Feinde waren. Es gab nichts, daß ihm half die richtigen Schlüsse zu ziehen und die unglaublichen Geschehnisse zu erklären. Mit einem Gefühl des Unbehagens wandte Severus Snape ihnen den Rücken zu und verschmolz im selben Augenblick tiefer mit der Dunkelheit. Tief in seinem Inneren wußte er, daß er die mysteriösen Männer wiedersehen würde, eher als ihm jemals lieb sein konnte.

Mit diesem Gedanken apparierte er direkt nach Hogsmeade und beeilte sich, den Direktor so schnell wie möglich zu erreichen, um ihn von dem was er beobachtet hatte zu informieren. Eine dritte Partei war angekommen und mußte mit einkalkuliert werden.