Eine wunderschöne Begegnung

Carlisles POV:

Ich musste sie sehen. Und ich wollte nicht das erste Gespräch über Telefon machen. Es war leicht einfach aufzulegen und ich konnte ihre Reaktion auf die gesagten Sachen nicht mitbekommen. Aber als ich bei ihr ankam, fand ich nur eine verlassene Hauseinfahrt und ein dunkles Haus vor. Deshalb kletterte ich durch das Fenster. Ich wusste ich würde nicht der erste Vampir sein der das tat. Ich entschied mich an der Treppe auf sie zu warten, sodass sie mich sofort sehen würde. Es hatte nicht lange gedauert, bis ich das Auto die Straße herauffahren hörte, denn nur ihr Auto konnte einen solchen Lärm machen. Ich hörte einen Jungen sagen, dass er ihr das Auto morgen wieder vorbeibringen würde, aber ich wusste, dass sie keinen neuen Freund gefunden hatte. Alice hätte es uns erzählt. Edward war sich uneinig, was das Thema „neuer Freund" anging. Er wollte, dass sie wie ein normaler Mensch lebte, aber er konnte den Gedanken nicht ertragen, dass sie mit jemand anderen zusammen ist.

Ich hörte ihre Schritte zur Tür, sie ging langsam und mit schleifenden Schritten. Wurde sie verletzt? Die Tür wurde aufgeschlossen und sie kam herein. Und sie stoppte sofort. "Bella?" Sie bewegte sich nicht, nicht mal einen Zentimeter. "Bella? Geht´s dir gut?" Sie drehte sich langsam um und ich konnte die Tränen in ihren Augen sehen. Sie schaute verletzt, erschüttert und verwirrt drein. Und das alles zur gleichen Zeit. "Carlisle?" Ihre Stimme brach in der Mitte meines Namens. Ich machte einen Schritt auf sie zu, doch sie wich gleichzeitig einen Schritt zurück. Sie schloss ihre Augen und schüttelte den Kopf, als wollte sie versuchen, einen Tagtraum abzuschütteln. Ich wollte sie trösten, aber ich wusste nicht, ob sie dazu bereit war. Sie öffnete ihre Augen wieder und ich schaffte es ihr in die Augen zu sehen. "Bella, ich bin es wirklich!"

Sie sank zu Boden und fing an zu weinen. Ich sah meine Chance gekommen, ging zu ihr rüber, hob sie hoch und brachte sie in Wohnzimmer. Sie starte mich mit ihren schokoladenbraunen Augen an, als würde ich verschwinden, wenn sie sie schlösse oder wegschauen würde. Ich legte sie auf die Coach und setzte mich auf den Boden vor ihr. Ich weiß nicht wielange wir da so saßen. Wir bewegten uns nicht und sprachen auch nicht. Die einzigen Töne im Zimmer, waren ihr Atmen und das Schlagen ihres Herzen. Ich wollte, dass sie die erste war die Sprach. Wenn ich anfangen würde zu sprechen ohne dass sie soweit war, würde sie wahrscheinlich kein Wort verstehen. Langsam fing ihr Herz an wieder normaler zu schlagen und ihre Tränen trockneten. Sie schaute ein paar Minuten weg, atmete tief ein und begann zu sprechen.

"Warum seid ihr nach Forks zurück gekommen?" Das würde eine der leichtesten Fragen sein, die anderen würden später kommen und mehr Tränen und Schmerz bringen. "Wegen dir! Jeder von uns ist verwirrt, wir hätten dich nicht verlassen dürfen!" Ihr Mund fiel auf und ihre Augen weiteten sich. Wir hatten ihr nicht erzählt, was sie uns alles bedeutet und Edward erzählte ihr, das er sie nicht mehr wollte. Er war so unfair gewesen. Konnte er sich nicht denken was es für sie bedeuten würde ihr das zu erzählen? Sie biss sich in die Lippe und ich konnte eine weitere Träne zu Boden fallen sehen. "Aber warum bist du hier und nicht Alice oder..." Sie konnte nicheinmal mehr seinen Namen sagen. Ich fühlte wie sich die Wut in mir entwickelte, obwohl ich keinen Grund hatte, böse auf Edward zu sein. Er hatte wirklich geglaubt, dass dadurch das wir Bella verließen sie ein normales Leben abseits von den Gefahren unserer Welt leben könnte. Doch das war eine der härtesten Fragen.

"Bella, wenn ich sage das jeder verwirrt ist, meinte ich auch jeden. Ich bin alleine hier!" Sie schaute auf mich und ich konnte den Unglauben in ihren Augen sehen und ich wusste warum. Unsere Familie war nie getrennt gewesen. Besonders nicht Esme und ich. "Wo sind dann die anderen?" "Esme lebt in unserem Haus in Alaska. Rosalie und Emmett sind ausgezogen, weil sie nicht mit ansehen konnten wie die Familie zerbrach. Jasper ist die größte Zeit weg, manchmal alleine und manchmal mit Alice. Es ist hart für ihn zu fühlen was wir anderen alle fühlen." Ich wusste nicht ob ich ihr das mit Edward erzählen sollte, es würde nur mehr Schmerz verursachen. Sie schaute weg. Es sah nicht so aus als wollte sie über ihn reden. "Das ist alles nur wegen mir?" Ich machte sie nicht dafür verantwortlich. Aber Bella würde sich dafür selbst verantwortlich machen.

"Nein Bella, es ist nicht deine Schuld. Niemand hat schuld!" Sie sah mich an als wollte sie protestieren. "Ich meine es so, wie ich es sage. Wir hatten nicht gewusst, dass das alles passieren würde, wenn wir das gewusst hätten, wären wir nie abgereist!" Ich wusste, dass ich nicht abgereist wäre. Edward wäre dennoch gegangen. Er hatte gedroht die Familie zu verlassen, wenn wir uns geweigert hätten, mit ihm zu gehen. Er konnte den Gedanken nicht ertragen, das Bella verletz wurde. Und sie zu einer von uns machen, kam nicht in Frage. Er zog es nicht mal in Erwägung als Alice ihm erzählte, wie gerne Bella ein Vampir werden wollte. Sie räusperte sich und ich begriff, dass sie nach dem ganzen weinen wahrscheinlich Durst hatte. "Soll ich dir was zu Trinken holen?" Ich wartete nicht auf ihre Antwort sondern verschwand in die Küche und goss ein Glas Wasser ein. Ich war wieder zurück bevor sie Zeit hatte, darüber nachzudenken. "Danke" Ich reichte ihr das Glas und sie nippte daran.

Sie sah erschöpft aus. Sie hatte Augenringe und die normalerweise Elfenbeinfarbene Haut war jetzt rot, wegen all den Tränen. Sie hatte auch Gewicht verloren, und das machte sie nicht schöner. Die Kleidung schien jetzt größer. "Wie ging es dir Bella?" Sie zögerte. Wahrscheinlich dachte sie darüber nach ob sie mir die Wahrheit sagen sollte oder nicht. Sie blickte herab. "Die Wahrheit? Ich fühle mich als hätte sich der gleiche Tag immer und immer wiederholt. Es wurde nicht schlimmer, aber auch nicht besser." Sie atmete tief ein und sprach weiter. " Ich fühlte mich zurückgewiesen und verraten. Ich kann nicht einmal eine Nacht durschlafen ohne Albträume zu bekommen. Ich konnte mir nicht mal alle Einzelheiten von ihm merken. Er nahm alle Bilder und die CD mit. Er versprach mir es würde sein als hätte es ihn nie gegeben, aber es war nicht die Wahrheit." Sie fing wieder an zu weinen. Die Erinnerungen waren einfach zu stark. Dieses Mal konnte ich dem Drang sie zu trösten nicht wiederstehen.

"Es wird alles gut werden, Bella!" Ich setzte mich auf die Coach neben sie und legte ihr einen Arm um die Schulter. "Ich weiß das es schmerzt" Ich wusste was Edward zu Bella gesagt hatte. Und ich wusste den echten Grund. Ich konnte ihr nicht erzählen, dass er es nur tat um sie zu beschützen. Noch nicht. Sie würde nur versuchen ihn zu finden und er würde sie wieder verletzen. Sie sollte den Albtraum nicht nochmal durchmachen müssen. Ich wusste nicht was ich sagen konnte, was sollte ich auch sagen, dass ihr den Schmerz nahm. "Du bist nicht alleine Bella. Du bist nie alleine Gewesen. Wir wären binnen ein paar Stunden hier gewesen wenn Alice gesehen hätte, das etwas Schlimmes passiert!" Sie hörte nicht auf zu zittern. Sie müsste es nur verstehen. Ich legte meine Hand auf ihr Gesicht um das Brennen der verärgerten Haut zu lindern. Sie entspannte sich ein bisschen und rückte näher zu mir. Wir saßen dort für eine weitere Stunde, und schließlich legte sich das Schluchzen. Ihr Atem wurde ruhiger und ihr Kopf rollte zu meiner Schulter.

Sie war eingeschlafen.