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Die Ereignisse hatten sich nach Beckys Verschwinden überschlagen, da erst Jennifer wie verabredet vorbeigekommen war, um eine Spritztour mit Martys Wagen zu machen und kurz darauf Doc Brown mit dem überarbeiteten DeLorean, direkt aus der Zukunft, vor seiner Haustür parkte. Viel Zeit hatte der Wissenschaftler nicht zum Erklären, doch er hatte Jennifer und Marty gesagt, dass sie mit in die Zukunft müssten, da es um die Kinder der Beiden ging. Ohne wirklich zu zögern waren die Beiden in die Zeitmaschine gestiegen und fanden sich kurz darauf weit in der Zukunft wieder. Alles war dort hochmodern, technisch so viel weiterentwickelt und fantastisch anzusehen gewesen. Allerdings blieb für das Staunen darüber ebenfalls so wenig Zeit wie für Erklärung bei Doc Browns Auftauchen. Jedoch hatte der Wissenschaftler alles Nötige unterwegs erklärt und Marty war geradezu schlecht geworden von den Ereignissen die er, Doc Brown und Jennifer wieder gerade biegen sollten.

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Zum Glück hatte sich am Ende alles mit seinen Kindern zum Guten gewendet und doch, dadurch das Jennifer ohnmächtig geworden und verschwunden war, weshalb Doc Brown vermutete, dass sie im Haus der zukünftigen McFlys war, stand der DeLorean nun in der Straße an einer Ecke, wo es zu Martys zukünftigem Haus ging. Doc Brown hatte ihn mit der Anweisung zurückgelassen, dass er sich nicht von der Zeitmaschine entfernen sollte. Für den Moment gehorchte er auch, weshalb er an der geschlossenen Fahrertür lehnte und sich alles genau ansah. Noch immer war es für ihn einfach nur unglaublich faszinierend hier in der Zukunft zu sein und all das zu sehen. Doch ein wehmütiger Gedanke schlich sich ein, als er zum Sternenhimmel aufsah. Er musste wieder daran denken wie er Becky die Abfuhr erteilt und wie gefasst sie gewirkt hatte. Marty war sich sicher, dass sie vor ihm nur die Starke gemimt hatte und erst zu Hause weinen wollte. Sein Herz wurde sehr schwer, als er daran dachte und am liebsten wäre er nun zu ihr, zurück in die Gegenwart, gereist, um mit ihr nochmal darüber zu reden und sich richtig zu entschuldigen. Doch bevor er das tun konnte mussten sie erst Jennifer finden und auch Doc Brown musste erstmal wiederauftauchen.

„Marty!", ereilte ihn ein Ruf von einer sanften Stimme, woraufhin er sofort in die Richtung der Person blickte. Was er dann zu sehen bekam, verschlug ihm vollkommen die Sprache. Auf ihn kam eine schlanke, großbusige, brünette und junge Frau zu, die mit einem engen, kurzärmeligen und neongelbem Oberteil und einem perlweißen Knöchellangen Rock, welcher ganz offensichtlich einen Schlitz bis zur Hüfte auf der rechten Seite hatte, zu. Ihre Schuhe waren hohe Pumps, die ihre Waden sogar mit verspielten Schnüren schmückten. Das braune Haar war ein frech geschnittener Bob und eine zweifarbige Strähne, in den Farben blau und pink, zierte den schrägen Pony der jungen Frau. So befremdlich das Aussehen auch war, doch dieses Puppengesicht hätte er unter Tausenden wiedererkannt. „Becky...", kam es geradezu ehrfürchtig von Marty, der die vor sich stehende Frau mit offenem Mund anstarrte. Diese jedoch weitete die Augen schockiert, ehe sie ihre Hand an seine Wange legte und über diese streichelte. „Mein armes Schnäuzelchen, du hast wohl bei der Rauferei mit Griff doch mehr eingesteckt als ich dachte.", schnurrte sie ganz liebevoll, während sie sachte mit den Fingerspitzen zu seinem Nacken wanderte und sein dunkelblondes Haar durch ihre Finger gleiten ließ. Die Berührung war so sanft, so zärtlich und liebevoll, dass er beinahe begann sie über die Verblüffung hinweg zu genießen. „Es amüsiert mich dennoch, dass du mich für meine Mutter hältst und das obwohl Mama schon gar nicht mehr so gut aussieht wie früher.", fügte sie verschmitzt kichernd hinzu, woraufhin es Marty mit einem Schlag dämmerte. Vor ihm stand Beckys zukünftige Tochter, die mit all diesen Vorzügen bestückt war, die Becky ebenfalls aufwies. Die blauen Augen Martys untersuchten die junge Brünette vor sich nun viel akribischer und erst jetzt fielen ihm die kleinen aber sichtbaren Unterschiede auf. Die Nase von Becky war viel stupsiger, als die ihrer Tochter und auch war die Gesichtsform ihrer Tochter eher schmal und nicht so rundlich wie das ihrer Mutter. Selbst die Augen waren nicht identisch, da Beckys Augen groß waren und die ihrer Tochter kleiner und etwas schmaler wirkten, wenn auch nur minimal.

In diesem Moment fiel Marty auf wie gut er die verschiedenen Gesichtsmerkmale von Becky kannte und wie genau er sie sich stets und ständig angesehen hatte. Sein Herz wurde wieder schwer, als er an sie dachte und doch war die Verblüffung, über das was hier gerade geschah, viel größer. Er brauchte dringend eine Idee wie er ihren Namen herausfinden konnte, da er nicht wollte, dass sie etwas anderes dachte. Noch immer streichelten die sanften Finger der jungen Frau seinen Nacken und spielten ab und an mit seinem Haar. Mit einem Mal kam ihm der rettende Einfall, weshalb er nun nach ihrer Hand an seinen Nacken griff und sie fest in seine Hände schloss. „Entschuldige, aber der Arzt sagte ich hätte eine leichte Amnesie. Du wirst mir ein wenig auf die Sprünge helfen müssen, nur so kann ich mein fehlendes Gedächtnis wieder zusammensammeln.", erklärte Marty ihr verlegen lächelnd, woraufhin er in das besorgte Gesicht seines Gegenübers sah und hoffte, dass sie ihm glaubte. Sollte sie das nicht tun, dann würde er sich etwas Neues einfallen lassen müssen und zwar schnell. Zu Martys Glück nickte sie verstehend, streichelte mit dem Daumen seinen Handrücken und erzählte nun mit liebevoller Stimme: „Ich bin Donna Miller, deine feste Freundin seit zwei Jahren. Du bist Marty McFly Jr. und unsterblich in mich verliebt. Haha, sogar so sehr, dass du auf der HighSchool alles dafür getan hattest mich zu erobern." Sie begann voller Liebe und Freude zu lächeln, woraufhin Marty ganz deutlich erkannte das sie dieses von ihrer Mutter hatte. Becky lachte genauso herzerwärmend und steckte damit jeden regelrecht an. Wenn sie lachte ging für Marty die Sonne auf, aber das wurde ihm leider erst jetzt vollkommen bewusst.

Schließlich fiel der Blick von Donna auf den DeLorean und sie löste sich abrupt von Marty, um sich vor die Motorhaube zu stellen und verblüfft zu fragen: „Dein Vater hat dir tatsächlich einen Wagen im Retro-Look gekauft?" Was hätte er auf diese Frage antworten sollen? Er wollte auch nichts Falsches sagen. Es erschien Marty jedoch richtig, dass er in diesem Moment log. „Ja, hat er. Ziemlich cool, oder?" Auf seine Gegenfrage nickte Donna eifrig und frech lächelnd, ehe sie sich einfach auf die Motorhaube setzte, ihre Beine etwas spreizte und Marty mit dem Finger zu sich lockte. Oh weh, was hatte sie vor? Donna sah ihn geradezu verrucht an und eine böse Vorahnung beschlich ihn. „Na komm, mein Held. Ich werde dich gebührend für deine glorreiche Tat belohnen.", raunte sie und sah ihr Gegenüber aufreizend lächelnd an. Marty tat besser was sie wollte, nur damit sie nicht den Verdacht bekam, dass sie es hier gar nicht mit ihrem eigentlichen Freund zu tun hatte. So ging er auf sie zu und stand wenige Augenblicke später zwischen ihren Schenkeln und spürte wie sie ihre Arme um seine Schultern legte. Verliebt blickte sie ihm in die Augen und strich liebend über seine Schulterblätter. „Ich bin so glücklich mit dir, Marty. Mama ist so stolz und glücklich, dass ich dich an meiner Seite hab. Was allerdings wohl auch daran liegt, dass sie selbst gern einen McFly ihren Mann nennen würde." Marty war mutiger geworden, hatte die Arme um ihre schlanke Taille gelegt und Donna so ein wenig mehr an seinen Körper gedrückt. Zärtlich strich er über den dünnen Stoff an ihrem Rücken, wobei er sich fragte, ob es an Donna lag oder ob es in Zukunft modern war, dass junge Frauen keinen BH mehr trugen. Ihre Worte jedoch ließen ihn fragend dreinblicken. „Wie meinst du das?" Die dunklen Augen Donnas wurden mitfühlender. „Mama ist immer noch so unsterblich in deinen Vater verliebt. Selbst Papa, Gott hab ihn selig, hatte sie nie so sehr geliebt wie ihn. Noch heute himmelt sie ihn an und beneidet deine Mutter, um ihr großes Glück. Es macht Mama umso glücklicher, dass wir Beide zueinander gefunden haben. Ich glaube sie sieht uns Beide als das was sie selbst nie haben konnte."

Autsch! Das tat weh. Selbst in der Zukunft war Becky noch immer so verliebt in ihn wie damals? Sie wünschte sich noch immer mit ihm zusammen zu sein? Tiefe Bewunderung stieg in Marty auf, denn das hätte er nicht erwartet. Er hätte nicht erwartet, dass er für sie wirklich damals der einzige und wahre Mann gewesen war. Wieder wurde sein Herz unendlich schwer, als er daran dachte, dass er ihr eine Abfuhr erteilt hatte. Für den Moment fragte er sich wie viele Frauen sowie Becky waren, dass sie ein Leben lang dem einen Mann nachhingen, der sie nicht wollte? Vor allem wie viele Frauen gab es, die danach nicht zu Furien wurden, sondern dem Mann sein Glück mit der anderen gönnten? In diesem Moment wurde Marty klar was für ein wundervolles und sanftes Wesen Becky hatte.

Aus seinen Gedanken wurde er gerissen, als er die sanften Küsse Donnas auf seiner Haut am Hals spürte. Sie war dabei ganz zärtlich und vorsichtig, während ihre filigranen Hände über seine Schulterblätter und seinen Nacken strichen. Marty konnte nicht leugnen, dass er es genoss was Donna mit ihm anstellte und doch war es falsch ihr vorzugaukeln der zu sein der er nicht war. Ihre Küsse unterbrach sie nur, um seinem Gesicht ganz nah zu kommen und gegen seine Lippen zu flüstern: „Vergessen wir das, Marty... ich habe ganz anderes im Sinn." Ohne eine Reaktion abzuwarten und ziemlich forsch, wie Marty empfand, verschloss sie seine Lippen mit Ihren. Donna schlang die Arme dabei enger um seine Schultern und ließ sich langsam mit ihm nach hinten auf die Motorhaube sinken. Warum auch immer, aber in diesem Moment fühlte sich der Kuss unglaublich richtig an. Sie wusste was sie tat und vor allem wie sie es tun musste, damit ein Mann sich bei ihr wohlfühlte. In diesem Moment fühlte er sich Becky unendlich nah und fragte sich insgeheim, ob sie genauso gut schmecken würde. Seine Hände begannen über ihre Seiten, Hüften und Schenkel zu streicheln, bis Donna mit ihrer Zunge zärtlich in seinen Mund glitt und seine Zunge zu einem sachten Zungenkuss aufforderte.

Nach dieser Entwicklung des Kusses griff Marty in das volle Haar von Beckys Tochter und ging auf diesen Kuss gänzlich ein. Für ihn war es in diesem Augenblick nicht Donna die er küsste, sondern Becky. Sein Körper und Herz begannen seinem Verstand immer mehr klar zu machen, dass es nicht Jennifer, sondern Becky war, die er an seiner Seite wollte. Ein Glück war sein Verstand in diesem Moment nicht ganz anwesend, denn sonst hätten seine Gedanken dies vermutlich unterdrückt und die Wahrheit eingesperrt gelassen. Zärtlich und doch mit Leidenschaft umkreisten sich ihre Zungen, während Donnas Hände über seinen Rücken und seine Seiten streichelten. Mit verlangendem Griff hielt Marty sie bei den Haaren und presste seinen Körper an ihren. Ihr linkes Bein legte sie dabei um seine Hüfte und presste diese gegen ihr Becken, woraufhin Donna ihren vermeidlichen Freund noch hingebungsvoller küsste.

Dieses Zungenspiel wurde jedoch von ihrer Armbanduhr unterbrochen, da diese begann schrill zu piepen. Sofort blickte Donna auf diese und weitete entsetzt die Augen, während Marty ein wenig außer Atem und fragend zu ihr sah. Langsam richtete er sich auf, löste sich von ihr und lehnte sich neben sie an die Motorhaube. Das Donna einen Anruf über die Armbanduhr entgegen genommen hatte entging Marty dabei vollkommen, denn der Kuss hing ihm noch heftig nach. Allerdings kamen nun seine Gefühle und Gedanken wieder dazu und sowohl Gedanken wie auch Gefühle kreisten nur um Becky. In diesem Moment wurde Marty schmerzlich bewusst, dass es nicht Jennifer war, die er an seiner Seite wissen wollte, sondern Becky. Sein Herz hatte ihm schon vorher versucht es ihm zu sagen, doch sein Verstand hatte ihm gesagt, dass er die Beziehung zu Jennifer nicht einfach so beenden oder wegschmeißen sollte. Bevor er eine richtige Entscheidung treffen wollte, wollte er sich nochmal mit Doc Brown darüber unterhalten wie weit es die Zukunft verändern würde, wenn er sich am Ende doch dazu entschied mit Becky zusammen zu sein.

„Entschuldige, Süßer. Ich muss nach Hause. Mama geht es gar nicht gut. Ich glaube ihr Herz macht wieder Probleme.", sagte Donna nun sehr besorgt und auch Marty sah sorgenvoll zu ihr, als er hörte, dass es Becky nicht gut ginge. War sie in der Zukunft etwa schwer krank geworden? Zum Nachfragen blieb keine Zeit, denn Donna hauchte Marty einen letzten Kuss auf die Lippen und verschwand schließlich in der Dunkelheit der Nacht.

Mit nachdenklichem Blick sah er ins Leere und dachte über all das nach, was dieser Kuss ihm endgültig und wirklich offenbar hatte. Wieder sah er zum Himmel hinauf, seufzte lautlos auf und hoffte, dass er am Ende den Weg einschlug, der ihn glücklich machen würde.

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