In diesem Kapitel geht es endlich mal etwas mit den Beziehungen voran. Obwohl ich das meiste von diesem Teil nachträglich geschrieben habe. Gegen Ende fiehl mir einfach auf das was fehlte und das kam halt dabei raus.
Außerdem konnte ich mich so Prima davor drücken das Ende fertig zu schreiben. Das wehrte sich nämlich beharlich.
Viel Spaß.
Teil 03
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Montagmorgen
Wie jeden Morgen stand Joey an einer Straßenecke und wartete auf Yugi. Seit er zusammen mit ihm zur Schule ging, war er kaum noch zu spät dran. Selbst heute hatte er sich hoch gekämpft, obwohl er hundemüde war. Fast die ganze Nacht war er mit Marik unterwegs gewesen. Das saß ihm immer noch in den Knochen. Er war froh, dass Marik wirklich keine krummen Sachen drehen wollte. Jetzt war er wirklich bereit mit ihm Freundschaft zu schließen. Eigentlich hatte er ihm das Geld sogar wieder zurückgeben wollen. Aber Marik bestand darauf, dass er es behielt. Ihm war das ganze Recht. So konnte er sich endlich ein paar neue Klamotten kaufen. Sein Kleiderschrank war nicht grad der größte. Nur noch eine Sache machte ihm Sorgen. Wer zur Hölle hatte sie in dieser Nacht verfolgt und vor allem warum?
"Hallo Joey!" Yugis fröhlicher Begrüßungsruf lies ihn aufschauen. Wie immer rannte der kleine gutgelaunt die letzten Meter auf ihn zu. Und wie immer wunderte sich Joey wie jemand so früh morgens so gute Laune haben konnte. Trotzdem rang er sich selbst zu einem Lächeln durch um ihm nicht die Laune zu verderben. "Morgen Yugi."
Zu zweit gingen sie weiter. Dann begann Joeys Lächeln einen verschlagenen Zug anzunehmen. Er hatte sich vorgenommen den kleinen wegen Ryo auszuhorchen, so lange sie noch alleine waren. "Hey Yug hat deine Nacht mit Ryo spaß gemacht?"
"W-Was!?" Yugis Stimme war nur noch ein Piepsen und er lief rot an. Joey grinste jetzt breit über das ganze Gesicht. Es war zwar sehr gemein etwas so zweideutiges zu fragen aber auch sehr informativ. Wäre er nämlich nicht in Ryo verschossen, hätte er bestimmt nicht so heftig reagiert. Allerdings sollte er den kleinen endlich erlösen. "Na ich mein ob ihr euch nen guten Film angeschaut habt oder so."
Bei diesen Worten entspannte sich Yugi sichtlich. "Oh ... ja sicher. Leider nicht. Thea kam vorbei und bestand darauf so einen Tanzstreifen anzuschauen." Deutlich hörte Joey hörte Joey den Unmut aus seinen Worten heraus. War ja klar dass Thea dazwischenfunken musste.
"Sag mal Joey ... Wir hatten uns auch noch was zu essen bestellt. Da wo du arbeitest. Thea dachte wir sagen so mal hallo. Aber du hast das essen gar nicht gebracht."
Mist. Mist. Mist. Blöde neugierige Thea. Nein jetzt kommt auch noch dieser total wehleidige Dackelblick von Yugi. Denk nach. Denk nach. Genau das war's. "Ist doch kein Wunder Yugi. Ich hab dir doch erzählt dass ich für jemanden eingesprungen bin. Der Typ fährt eine ganz andere route als ich sonst. Deswegen hab ich auch nicht den Auftrag bekommen das essen zu euch zu bringen."
Er hatte versucht seine Stimme so ruhig wie möglich klingen zu lassen. Anscheinend mit Erfolg. Yugis Gesicht begann sofort sich wieder aufzuhellen. "Ach so war das."
Das hatte Yugi wohl ziemlich mitgenommen. Verdammt. Er war ein absolut mieser Freund. Vor allem wo er ihn noch einmal belügen musste. "Weißt du Yugi es tut mir echt Leid, aber ich muss nächsten Samstag wieder arbeiten. Mein Kollege ist leider noch länger krank. Tut mir echt leid."
Kurz fiel Yugis Laune wieder merklich ab. Nach kurzer Zeit hatte er sich wieder gefangen und lächelte ihn wieder an. "Das muss dir nicht Leid tun. Schließlich kannst du nichts dafür."
Er war mehr als nur ein mieser Freund. Wenigstens konnte er ihm eine gute Nachricht überbringen. "Danke Yugi. Aber ein gutes hat die Sache. Du kannst wieder Ryo einladen." Die letzten Worte hatte Joey besonders betont. Mit Erfolg. Yugi war wieder so rot wie eine Tomate angelaufen.
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Dienstag
"Wow schaut euch mal die tollen Klamotten an. Was meinst du Yugi, ob mir das gelbe Kleid da stehen würde?" Völlig euphorisch starrte Thea in ein riesiges Schaufenster in dem die neueste Mode zu bewundern war. Ihren fünf männlichen Begleitern hingegen konnte jeder die Langeweile deutlich ansehen.
"Komm Yugi wir gehen rein." Ohne eine Antwort abzuwarten, griff Thea nach Yugis Arm und versuchte ihn zum Eingang zu zerren. Bei diesem Anblick riss Joey endgültig der Geduldsfaden.
"Jetzt mach mal halblang Thea. Wir sind hier um Marik die Stadt zu zeigen. Nicht damit du dir neue Kleider kaufen kannst. Schon vergessen?" Die Worte waren in einem scharfen Tonfall gesprochen, sodass Thea sofort innehielt. Als sie in die Gesichter ihrer Freunde schaute sah sie, dass der Bogen überspannt war. Dies war wohl doch nicht der richtige Zeitpunkt mit Yugi zu flirten. Verlegen ließ sie seinen Arm los. "Entschuldigt bitte. Ich habe mich ein bisschen ablenken lassen."
Sofort mischte sich Tristan ein der Thea helfen wollte. "Das macht doch nichts. Wir können ja nachher wiederkommen damit du dir das Kleid anschauen kannst." Auf Theas Gesicht legte sich bei diesen Worten ein zuckersüßes Lächeln bei dem Tristan dahin zu schmelzen schien. Alle anderen konnten nur entnervt mit dem Kopf schütteln.
Joey, der keine Lust hatte sich das ganze Schauspiel weiter anzuschauen, ergriff erneut das Wort. "Los Leute zeigen wir Marik mal die Spielhallen. Wir sind ganz in der Nähe. Außerdem können wir da was finden was uns allen gefällt."
Von der Idee begeistert, machte sich die kleine Gruppe gleich auf den Weg. Joey und Tristan gingen in ein Gespräch vertieft voran. Gleich dahinter war Thea die immer noch sehnsüchtig in die Schaufenster schaute. Zuletzt gingen Ryo, Marik und Yugi, die darüber sprachen was sie spielen wollten.
Allein Marik blieb still und sagte kaum etwas. Als Ryo das bemerkte, fragte er besorgt nach. "Was ist Marik. Geht es dir nicht gut? Du bist so ruhig."
"Nein, Nein. Mir geht es gut. Es ist nur, dass ich noch nie in einer Spielhalle war." Ungläubig schauten die beiden ihn an. Dann begann Yugi breit zu lächeln. "Prima!"
Diesen freudigen Ausruf quittierte Marik nu mit einem verständnislosen Blick sodass Yugi gleich zu einer Erklärung ansetzte. "Yami spielt total gerne "Speed Highway". Aber die anderen haben häufig keine Lust dazu. Er meint, dass es ihm eine große Freude wäre, es dir beizubringen." Bei diesen Worten konnte Ryo nur noch die Augen verdrehen.
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Seit über einer Stunde blockierten Yami und Marik schon "Speed Highway". Beide saßen in zwei Sitzen die denen von Autos nachempfunden waren. Völlig versunken starrten sie auf den Bildschirm vor sich und hielten ihre Lenker umklammert. Mittlerweile beherrschte Marik das Spiel so gut, dass er sein erstes richtiges Rennen mit Yami fahren konnte. Hinter den beiden standen Joey und Ryo um sie anzufeuern. Gerade ging Yami, dicht gefolgt von Marik, durchs Ziel. Beide ließen sich erschöpft zurücksinken.
Begeistert klopfte Joey auf Mariks Schulter. "Das war spitze. Ich hab noch nie jemanden erlebt, der Yami so schell auf den Pelz gerückt ist. Noch ein paar Spiele und du stößt unseren König der Autorennen von seinem Thron."
Ryo begann ihn ebenfalls zu loben. "Genau das wäre toll. Dann müssten wenigstens wir nicht mehr gegen ihn fahren und er hätte einen besseren Gegner. Ich wette du schaffst das."
Yami dem der Unterton der Unterhaltung nicht entgangen war, mischte sich ebenfalls ein. "In der Tat. Ein würdiger Gegner fehlte mir in diesem Spiel. Doch wie es aussieht, habe ich ihn nun gefunden. Ich wäre sehr erfreut, wenn wir auch in Zukunft gegeneinander spielen könnten." Da Marik soviel Lob nicht gewöhnt war, lächelte er glücklich.
Bevor er jedoch antworten konnte, durchbrach ein lauter Ruf die Geräuschkulisse der Spielhalle. "Hallo Yami. Hier bin ich."
Vier Augenpaare schauten in die Richtung des Schreis. Sie sahen Thea die auf sie zugestürmt kam, dicht gefolgt von Tristan. Eigentlich waren sie mit einem Tanzspiel beschäftigt gewesen das Thea sich ausgesucht hatte. Aber nun schien es mit ihrer Ruhe vorbei zu sein. Bei ihnen angekommen, ergriff sie sofort Yamis Hand. "Ich wusste gar nicht, dass du auch spielen willst. Wie wäre es, wenn wir gegeneinander fahren?"
Die Augen des Pharao weiteten sich leicht, während er schnell nach einer Ausrede suchte. Seine Freunde hingegen versuchten sich das Lachen zu verkneifen. Leicht beugte sich Joey zu Marik hinunter, um ihm eine Erklärung zuzuflüstern. "Armer Yami. Thea ist wahrscheinlich die mieseste Fahrerin unter der Sonne. Die setzt alle zehn Minuten das Auto gegen nen Mast. Vor Verzweiflung hat Yami es schon aufgegeben es ihr beizubringen."
Der Gedanke, das jemand so schlecht fuhr, entlockte auch Marik ein kichern. Erst Yamis volltönende Stimme unterbrach ihn. "Es tut mir leid Thea. Aber ich habe versprochen pünktlich wieder zu Hause zu sein, um zu helfen. Deshalb müssen wir jetzt aufbrechen." Noch während Yami sprach, legte diese den traurigsten Gesichtsausdruck auf, den sie hinbekam. "Aber wir wollten doch wieder zu dem Kleidergeschäft. Ihr würdet mich doch nicht einfach alleine lassen."
Erneut konnte Joey nur innerlich aufstöhnen. Dieses Mädchen ging ihm manchmal wirklich auf den Geist. Höchste Zeit einzugreifen. Er begann mit der freundlichsten Stimme zu reden die er im Petto hatte. "Aber nicht doch Thea. Tristan und ich haben das vorhin bequatscht. Seine Eltern haben ihm länger Ausgang gewährt, also kann er dich begleiten."
"Genau das ist alles kein Problem. Lass uns gehen." Freudestrahlend nahm Tristan sie an der Hand und führte die überrumpelt aussehende Thea hinaus.
Als die beiden außer Reichweite waren gab Joey einen lauten Triumphschrei von sich. "Jeay. Die sind wir los. Kommt schon wir können endlich weitermachen."
"Das hattest du geplant." Stellte Ryo sachlich klar. Mit einem Nicken bestätigte Joey dies.
"Aber war das nicht ein wenig gemein gegenüber Thea?" Meinte Yami mit ernstem Gesicht. Entrüstet antwortete Joey ihm.
"Na hör mal Alter. Wer hat denn hier gelogen, dass er nach Hause muss?" Sich seiner eigenen Schuld bewusst werdend, lief Yami vor Verlegenheit rot an. Völlig verblüfft schauten alle ihn an, bis Ryo begann zu lachen. Nach und nach stimmten alle mit ein.
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Schnell stieg Marik in den Lift. Er war schon zehn Minuten zu spät dran. Odeon wartete bestimmt schon mit dem Essen auf ihn. Endlich war der Lift im dritten Stock angekommen. Die paar Schritte bis zur Wohnungstür stürmte er regelrecht entlang und versuchte gleichzeitig den Schlüssel aus seiner Tasche zu ziehen. Als er die Tür öffnete, zog er sich auch schon die Schuhe aus. Völlig außer Atem kam er in der Küche an. Wie er erwartet hatte, saß Odeon bereits am gedeckten Tisch und schaute ihn unbewegt an. Nach einem letzten tiefen Atemzug begann er sich zu entschuldigen.
"Entschuldige bitte, Odeon. Wir waren in einem Spielcenter. Wir haben "Speed Highway" gespielt. Das hat so einen Spaß gemacht, dass ich die Zeit total vergessen habe." Mit erhobener Hand stoppte Odeon sein nervöses Gerede. Sein Vater hatte Unpünktlichkeit früher hart bestraft. Selbst heute wurde Marik wegen solcher Kleinigkeiten noch nervös.
Aber er hatte bestimmt nicht vor Marik hart zu bestrafen. "Setz dich erst mal und hole Luft. Wenn es dir wirklich Leid tut, dann kannst du nachher abwaschen und dich in Zukunft um Pünktlichkeit bemühen. Nun möchte ich aber erfahren, was du den ganzen Tag getan hast."
Lange ließ Marik sich nicht bitten und begann wie ein Wasserfall zu reden. Es war einige Zeit her das er ihn das letzte mal so glücklich gesehen hatte. Als er mit Marik hier ankam, war der Junge sehr nervös gewesen. Wer wäre das nicht, wenn sich endlich ein lebenslanger Traum erfüllte. Ein normales Leben unter der Sonne zu führen. Obwohl Odeon zu Anfang noch unsicher gewesen war, wie die anderen ihn aufnahmen. Ein Blick in Mariks glückliches Gesicht zeigte ihm das alles in Ordnung war.
"Sag mal Odeon kann ich die anderen auch mal einladen?" Ertappt Blickte Odeon auf. Er war so in Gedanken versunken gewesen, dass er die letzten Worte gar nicht mitbekommen hatte. Mariks missbilligender Blick zeigte ihm, dass er es durchaus mitbekommen hatte.
"Entschuldige bitte. Ich war etwas in Gedanken versunken. Was wolltest du?" Mit einem Seufzen begann Marik noch einmal von vorne. "Nach der Schule treffen sich immer alle bei Yugi, weil er genug Platz dafür hat. Oder sie übernachten bei ihm. Unsere Wohnung ist doch auch groß genug. Deshalb wollte ich das auch gerne mal machen."
Hoffnungsvoll schaute Marik ihn an. Der Gedanke dass ihr ruhiges zuhause von einer Horde Jugendlicher übernommen wurde, gefiel Odeon nicht wirklich. Selbst so sympathische wie Yugi und seine Freunde. Trotzdem konnte er das nicht verbieten, denn so was gehörte wohl zu einem "normalen Leben" dazu. Irgendwie würde er es schon durchstehen.
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Donnerstag
Nervlich am Ende saß Odeon in der Küche. Er hatte Marik zwar erlaubt, dass er Freunde einlud, aber doch nicht gleich am nächsten Tag. Der Lärmpegel, den die vier verbreiteten, war einfach enorm. Dabei sollten sie doch Hausaufgaben machen. Bei dem Gelächter konnten sie doch unmöglich etwas lernen.
Zudem war Marik vor kurzem in der Küche aufgetaucht um "Proviant" zu besorgen. Am Anfang hatte er sich noch gewundert warum er dazu Joey brauchte. Bis die beiden lachend und scherzend anfingen den Kühlschrank auszuräumen. Deshalb saß er nun hier um eine Einkaufsliste zu schreiben. Er würde gleich losgehen.
Obwohl er die Jungen lieber nicht allein lassen wollte. Dieser Ryo konnte gefährlich werden. Schließlich konnte jederzeit der böse Geist aus dem Millenniums-Ring wieder auftauchen. Yugi und Joey waren regelrechte Magneten für Ärger. Oder er übertrieb es maßlos und er sollte ihnen ihre Ruhe gönnen. Besonders, weil es seinen kleinen Bruder glücklich machte. Selbst wenn sie ihm die Haare vom Kopf fraßen.
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"14."
"24."
"14."
"24."
"14!"
"24!"
"Äh Leute ... Ich fürchte ihr liegt beide falsch!" Ryo hatte am Ende schon fast schreien müssen, um die beiden zu übertönen. Dafür hatte er jetzt aber Joey und Mariks volle Aufmerksamkeit, sodass er ruhig weiter sprechen konnte. "Die Antwort ist 15."
"Ryo hat Recht. Das hab ich auch raus." Die Zustimmung von Yugi raubte den beiden ihre letzten Hoffnungen. Beide sanken regelrecht in sich zusammen. Mit Schwung warf Joey seinen Stift in die Ecke.
"Verdammt ich geb auf."
"Ich auch." Pflichtete Marik ihm mit hängendem Kopf bei. Sie saßen alle vier in seinem Zimmer auf dem Boden. Um sie herum ihre Schulsachen verteilt.
"Kommt schon. Wir erklären es euch noch mal. Dann versteht ihr es bestimmt." Yugis freundliches Angebot brachte beide dazu laut aufzustöhnen. Sie saßen mittlerweile knapp zwei Stunden an den Hausaufgaben und ihre Lernbereitschaft war auf den absoluten Nullpunkt gesunken.
"Nimms mir nicht übel, Alter, aber nein danke. Is mir egal ob das alles falsch ist. Hauptsache ich hab was im Heft stehen. Dann kann mir der Lehrer nicht an die Karre fahren."
"Aber Joey du musst es lernen, sonst fällst du bei der nächsten Mathe-Prüfung
durch." Der Protest von Yugi ging spurlos an Joey vorbei. Nachdem er seinen Blick stattdessen auf Marik legte begann dieser auch zu protestieren. "Nein. Ich will auch nicht mehr. Mein Kopf schwimmt schon vor lauter Zahlen."
"Genau Alter. Wir sollten uns von diesen Strebern nichts erzählen lassen. Warum machen wir nicht lieber was anderes?" Kaum gesagt, begann Joey auch schon seine Sachen einzupacken. Dem Beispiel folgend verstaute Marik ebenfalls seine Bücher.
"Tja. Dagegen haben wir wohl keine Chance Yugi."
"Ich weiß Ryo. Es ist nur, dass ich fürchte das Joey mit seiner Arbeitsmoral auf Marik abfärbt."
"Yugi ich fürchte das hat er schon." Beide seufzten bei diesem Gedanken ergebend und begannen ebenfalls aufzuräumen.
Inzwischen zeigte Joey Marik begeistert seine neueste Errungenschaft. "Das ist der neueste Action-Reißer auf DVD. Gott sei dank ist Thea bei ihrem blöden Tanzkurs also können wir ihn uns in Ruhe anschauen."
Inzwischen waren die anderen beiden fertig und Yugi bemerkte was er in der Hand hielt. "Ich weiß nicht Joey. Sind wir nicht noch ein wenig jung für so brutale Filme?" Deutlich hörte jeder die Zweifel aus Yugis Stimme heraus. Damit hatte Joey jedoch gerechnet.
"Keine Panik. Glaubst du echt die hätten mir den Film verkauft wenn ich zu Jung dafür wäre?" Unschuldig schaute er Yugi an. Erhoffte nur das denn anderen nicht auffiel. Den Film hatte er nämlich in einem Geschäft gekauft in dem es dem Personal egal war wie alt jemand ist."
"O.K. da hast du wohl recht."
"Spitze. Hier Marik schieb das Teil rein." Verwundert nahm er die DVD entgegen. Er musste sich eingestehen dass er keine Ahnung von diesen Dingen hatte. Zwar hatte ihm Odeon Fernseher und DVD-Player gekauft doch hatte er sie nie großartig benutzt. Deswegen war er umso gespannter was ihn erwartete. Schnell legte er die Disk ein. Seine Freunde hatten es sich auf seinem Bett bequem gemacht. Schnell nahm er den leeren Platz neben Joey ein und schaute gebannt auf den Bildschirm.
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"Tschüß bis Morgen."
Zufrieden schloss Marik die Tür. Der Abend war ein voller Erfolg gewesen. Seine neuen Freunde hatten sich gut amüsiert genau wie er. Nun gut. Er verstand Mathe immer noch nicht. Die Plünderung des Kühlschrankes hatte Odeon nicht gerade begeistert. Nach den ersten zehn Minuten des Filmes musste Yami übernehmen da es Yugi einfach zu brutal war. Ganz zu schweigen von Ryo der sich geradezu hinter diesem versteck hatte.
Um ehrlich zu sein, war es ihm ein zweimal genauso ergangen. Nur war er vor Schreck hinter Joey verschwunden. Der hatte ihm nur ein Lächeln zugeworfen und weitergeschaut. Trotzdem gefiel ihm der Film. Joey konnte ruhig mehr davon mitbringen.
Er konnte sich nicht daran erinnern, wann er jemals so glücklich gewesen war. Viele Freunde, ein Leben unter der Sonne und sein Bruder Odeon. Es war einfach perfekt. Das einzig störende waren die restlichen Papiere in seinem Versteck. Diesen Samstag würde es damit vorbei sein. Niemand würde von den Dingen erfahren die er getan hatte. - Er würde frei sein.
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Freitag
Marik saß im Unterricht und hatte soeben seine erste Arbeit wieder bekommen. Wie es aussah damit auch seine erste fünf. Das Fach war Chemie.
"Hey Marik hast du auch so eine schlechte Note abgegriffen wie ich?" Das leise Flüstern von seiner linken Seite verschob seine Aufmerksamkeit auf Joey. Marik hielt seine Arbeit so dass er sie sehen konnte. Mit einem schiefen Grinsen machte Joey das gleiche mit seiner eigenen. Als Marik ebenfalls eine fünf sah, begann er genauso zu Grinsen bevor er antwortete. "Ich verstehe überhaupt nicht warum ihr solch unsinnigen Sachen lernen müsst."
Diese Bemerkung brachte Joey zum lachen. "Das weiß keiner so genau."
"Meine Herren. Da sie anscheinend lieber darüber nachdenken, ob mein Unterricht sinnvoll ist oder nicht, werde ich ihnen gerne dazu Gelegenheit geben. Eine Stunde Nachsitzen." Der scharfe Ton des Lehrers warnte Joey sich jetzt ruhig zu verhalten.
Marik hingegen hatte noch keine Erfahrung mit solchen Lehrern. Sodass er seiner Verblüffung über dieses merkwürdige Verhalten Luft machte. "Warum sollten wir weiterhin über etwas nachdenken, das wir bereits als unsinnig ansehen?"
Der Lehrer war so überrascht über diese Erwiderung, dass er Marik nur verblüfft anstarrte. Dann erhob sich lautes Gelächter. Es war Joey der sich trotz aller guten Vorsätze nicht mehr zurückhalten konnte. Nach und nach begann die ganze Klasse mit einzustimmen. Es dauerte ein paar Sekunden bevor der Lehrer begriff, dass er ausgelacht wurde. Dann begann er vor Wut puterrot anzulaufen und schrie laut genug um die ganze Klasse zu übertönen. "Ruhe!!!!"
Alle verstummte augenblicklich. "Ihr beide könnt zusätzlich noch die ganze nächste Woche nachsitzen. Ist das Klar?" Lautes Klingeln verhinderte eine längere Standpauke. "Die Klasse ist entlassen."
Auf dem Absatz drehte sich der immer noch wütende Lehrer um. Die Schüler warteten noch bis er die Klasse verlassen hatte, bevor sie in das übliche Chaos ausbrachen. Joey konnte immer noch nicht glauben, was Marik da eben gesagt hatte und musste erneut lachen.
Erst die höhnische Stimme von Seto Kaiba holte ihn wieder zurück. "Gratuliere Wheeler. Da scheinst du ja jemanden gefunden zu haben, der dir in Dummheit nicht nachsteht." Bevor Marik oder Joey etwas erwidern konnten, war der schon zur Tür heraus.
Beschwichtigend redete Yugi auf den wütenden Marik ein. "Mach dir nichts draus. Der ist zu allen so." Trotzdem hatte Marik alles andere vor als die Beleidigung von sich und seinem neuen Freund auf sich sitzen zu lassen.
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Schlecht gelaunt verließ Kaiba die Klasse. Schon die ganze Woche lang musste er dieses Schauspiel ertragen. Wie Wheeler und dieser verdammte Ishtar immer besser miteinander zurechtkamen. Einfach grauenvoll.
Dieser Idiot von Privatdetektiv hatte auch noch versagt. Anstatt die beiden zu verfolgen ließ er sich von ein paar Straßenkids verprügeln und ausrauben. So ein Stümper. Was immer die beiden in der Gegend gewollt hatten, konnte nicht legal sein. Er wusste einfach das Ishtar etwas vorhatte. Und Wheeler lief auch noch blind in seine Falle.
Aber das würde er verhindern. Sollten sie diesen Samstag wieder einen Ausflug machen, würde er da sein. Einem Seto Kaiba würden sie nicht entkommen.
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"Komm schon Marik wir müssen hier rein." Joey blieb vor einer der vielen Türen auf dem langen Schulflur stehen. Unsicher schaute Marik ihn an.
"Bist du dir sicher, dass es hier ist?" Grinsend schob Joey die Tür auf und ging hinein. "Klar schließlich war ich schon oft genug hier."
Als Marik in das Klassenzimmer trat, schaute er sich verwundert um. "Passt den gar kein Lehrer auf uns auf?"
Mit einem breiten Grinsen machte Joey es sich auf einem Platz vorm Fenster
bequem. "Nö. Dafür haben die zu wenig Lehrer. Also kommt nur einer alle 15 Minuten um zu schauen ob wir noch da sind."
"Ach so." Immer noch etwas niedergeschlagen nahm Marik neben Joey platz. Er hatte eben erst mit Odeon telefoniert um ihm zu sagen dass er später kam. Sein Bruder war weder über die Begründung noch über die fünf besonders froh gewesen. Aber Odeon war glücklicherweise nicht sein Vater.
Joey hatte gemerkt wie melancholisch sein neuer Freund geworden war. Aus eigener Erfahrung wusste er, dass es half darüber zu sprechen.
"Woran denkst du?"
Der sanfte Tonfall der Stimme erinnerte Marik daran das er Joey trauen konnte. "An meinen Vater. Wie er mich früher Stundenlang die alten Schriften hat lernen lassen. Auch wie wütend er immer wurde, wenn ich etwas nicht konnte. Ich bin sehr froh das sich Odeon jetzt um mich kümmert."
"Nicht nur der. Yugi, mich und die anderen hast du jetzt auch am Hals." Um seine Worte zu untermauern, legte er Marik die Hand auf die Schulter. Dem bedeutete dieser Satz unendlich viel. Seit er klein war, hatte er sich genau danach gesehnt. Freunden.
Dann begann sich wieder ein Grinsen auf Joeys Gesicht breit zu machen. Er zog seinen Stuhl dichter an Mariks heran und senkte seine Stimme auf ein Flüstern herab. "Da du jetzt zu unserer Gruppe gehörst, gibt es ein paar wichtige Dinge die du wissen solltest. Die sind aber Top Secret klar?"
In Marik stieg bereits die Neugier auf, um was Joey solchen Wirbel machte und er nickte schnell. "Ich weiß nicht ob du es bemerkt hast, aber Yugi und Ryo mögen sich recht gern. Im Moment versuchen Tristan und ich die beiden zusammen zu bringen. Das haben die beiden auch bitter nötig, denn sie sind ziemlich schüchtern. Einzig Thea ist dabei ein Problem. Die ist nämlich in Yugi verschossen. Oder besser gesagt in sein alter Ego den Pharao. Der schien bis jetzt aber noch kein größeres Interesse an wem auch immer zu haben. Zu guter letzt hat Tristan endlich aufgehört meiner Schwester hinterher zu laufen. Dafür ist er leider in Thea verknallt, die davon überhaupt nichts mitkriegt. Alles kapiert?"
Mit weit aufgerissenen Augen starrte Marik ihn an. Da er erst so kurz mit den anderen zusammen war hatte er noch nicht viel von den Beziehungen untereinander mitbekommen. Nur Theas Versuche sich an Yugi ranzuschmeißen, waren ihm bis jetzt wirklich aufgefallen.
Während er versuchte sich von der ganzen Informationsflut zu erholen, bemerkte er, dass Joey sich selbst ausgelassen hatte. Sofort fragte er neugierig nach. "Und was ist mit dir? Hast du auch jemanden den du magst?"
Ein leicht wehmütiger Ausdruck ergriff Joeys Gesicht bevor er antwortete. "Nein. Bin leider noch Solo."
Marik wusste das es vielleicht der falsche Zeitpunkt war, um zu fragen aber er musste es einfach wissen. Also nahm er allen Mut zusammen und sprach. "Aber dieser Kaiba starrt doch ständig zu dir rüber."
In der ersten Sekunde sah Joey ihn nur ausdruckslos an. Dann begann er zu lachen. "Echt Marik wie kommst du nur auf so was? Nicht in tausend Jahren würde ich mich freiwillig mit einem Idioten wie dem abgeben."
"Wirklich?!" Überglücklich hatte er dem Wort wohl etwas zu viel Schwung beigegeben, denn Joey starrte ihn nur verblüfft an. Er merkte nur wie ihm die Röte ins Gesicht schoss und versuchte sich irgendwie da raus zu reden. "Ich meine nur ... ähm ... ich kann den Kerl auch nicht leiden ... und ... ich ..."
Als er bemerkte wie Joey ebenfalls rot wurde, gingen ihm die Worte endgültig aus. Wie zur Hölle sagte man jemanden, was die eigenen Gefühle waren? Er erinnerte sich noch, wie beeindruckt er damals von Joey war, als er seine Gedankenkontrolle durchbrochen hatte. Das er überhaupt noch bereit war mit ihm Freundschaft zu schließen. Nicht zu vergessen, dass er auch noch gut aussah.
Plötzlich wurde ihm bewusst, dass sie sich schon eine ganze Weile anstarrten. Ganz zu schweigen davon, wie eng sie eigentlich zusammen saßen. Nur ein kleines Stück und er könnte ihn berühren. Oder noch besser, ihn küssen.
Ich hoffe ja das es zumindest etwas Romantisch war. Meine Selbsteinschätzung ist bei sowas leider total daneben. Und wenn nicht was solls. Solange es spaß macht ist es eigentlich egal und ich hatte eine Menge spaß beim schreiben. Bis zum nächsten Teil.
