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Chap 3

Antworten und noch mehr Fragen

Mit einem lauten Knall flog die Schlafsaaltür der Marauder auf und ein panisch aussehender und laut schnaufender Peter Pettigrew stand im Zimmer. Ängstlich blickte er auf das Bett von Sirius, doch als er sah, dass dieses leer war, atmete der junge Mann erleichtert aus.
Peter hatte schon ein Donnerwetter von Seiten Sirius erwartet, da er James einfach allein im Gras hat liegen lassen, doch so wie es aussah, war dieser noch gar nicht hier angekommen. In Peter machte sich das schlechte Gewissen breit und er sah sich suchend im Raum um, als er Lily auf James Bett entdeckte.
„Wa…was…was machst du denn hier, Lily?", fragte er stotternd und machte einen Satz nach hinten, als er Lilys zornigen Blick sah.
„Im Gegensatz zu dir helfe ich deinem Freund hier", zischte Lily vorwurfsvoll und bedachte den Kleinsten der Marauder mit einem tadelnden Blick.
„Ich…", begann Peter, brach aber sichtlich nervös ab und rannte, wie von der Tarantel gestochen, wieder aus seinem Schlafsaal, ohne seine Mitschülerin zu fragen, wo Sirius sei, worauf Lily nur mit dem Kopf schütteln konnte.
„Schöne Freunde hast du, Potter", meinte sie daraufhin an James gewandt und blickte diesen für einen Augenblick mitfühlend an, als ihr Blick auf James Wecker, der auf seinem Nachtschrank stand, fiel.
‚Wo bleibt Black denn so lange? Er müsste doch schon längst wieder hier sein', dachte Lily eben, als besagte Person den Schlafsaal betrat.
Argwöhnisch musterte Sirius James, der nun ohne seine Brille, dafür aber in Pyjamahose und mit aufgeknöpftem Pyjamaoberteil in seinem Bett lag.
„Was ist mit ihm?", wollte Sirius auch sogleich wissen und eilte an dessen Bett.
„Hast du alles?", verlangte Lily zu wissen, ohne auf Sirius Frage einzugehen.
‚Was denkt der denn, was ich mit seinem Freund in seiner Abwesenheit angestellt habe?', entrüstete sich Lily in Gedanken und verzog grimmig den Mund.
„Evans…", kam es knurrend von Sirius.
„Es geht ihm soweit ganz gut. Er schläft jetzt. Hast du die Verbände und das Jod?", antwortete Lily, da sie es für ratsamer hielt, Sirius nicht noch gereizter zu machen, als er ohnehin schon war.
Im Laufe der Jahre hatte Lily sehr wohl gelernt, wie weit man bei einem Sirius Black gehen konnte, ohne selbst ernsthaften Schaden zu nehmen. Lily wollte in diesem Moment gar nicht daran denken, zu was Sirius Black alles fähig wäre.
Wortlos hielt Sirius Lily die besagten Sachen entgegen und verfolgte ihr Tun mit Argusaugen, doch die Rothaarige ließ sich dadurch nicht irritieren. Sie nahm Sirius einen Verband und das Jod aus der Hand, und beschwor mit dem Zauberstab ein sauberes Tuch herauf.
„Hast du Prongs etwa alleine gelassen?", fragte Sirius und deutete auf Lilys Zauberstab, worauf diese den Kopf schüttelte.
„Falls du es vergessen haben solltest, wir haben den Aufrufezauber schon Ende des ersten Schuljahres gelernt", entgegnete Lily augenrollend, sah Sirius aber dabei nicht an, da sie gerade damit beschäftigt war, James Wunde mit Jod zu desinfizieren, worauf dieser anfing zu wimmern.
„Was hat er? Musst du ihm noch mehr wehtun", herrschte der Marauder Lily an.
„Ich kann nichts dafür, wenn Potter nicht auf sich aufpassen kann, Black. Jod brennt nun mal", antwortete Lily spitz.
Lily bemerkte, wie Sirius sich neben ihr etwas entspannte, seinen Umhang abstreifte und diesen achtlos auf sein Bett schmiss.
„Hast du mich nur deswegen los geschickt, damit du Prongsie mal nackt sehen kannst, Evans?", neckte Sirius Lily und wackelte dabei anzüglich mit den Augenbrauen.
Empört über diese absurde Unterstellung funkelte Lily ihren Gegenüber wütend an und wenn Blicke töten könnten, wäre Sirius auf der Stelle tot umgefallen.
„Ich wusste es ja schon immer, dass du auf Prongs stehst, oder willst du mir ernsthaft weiß machen, dass du ihn mit geschlossen Augen ausgezogen hast, hm", setzte Sirius noch einen drauf und zeigte auf James.
„Du bist ja nur neidisch, dass ich dich nicht nackt sehen wollte, Black. Und jetzt mach den Mund wieder zu, nimm deinen Zauberstab und befördere deinen Freund etwas in die Luft, damit ich ihm den Verband anlegen kann", konterte Lily, sichtlich um Fassung bemüht, musste dann aber doch innerlich über Sirius verdutztes Gesicht schmunzeln.
„Warum? Können wir ihn nicht einfach etwas aufrichten?"
„Nein, du Schlaumeier, können wir nicht. Es sei denn, du willst, dass die Wunde wieder anfängt zu bluten", belehrte Lily den jungen Mann und stampfte ungeduldig mit dem Fuß auf.
Sirius verstand den Wink auch sofort, richtete seinen Zauberstab auf James und ließ ihn etwas über dessen Bett schweben, sodass Lily ihm mit flinken Fingern den Verband anlegen konnte.
„Ich muss schon sagen, Evans, du besitzt echt scharfe Unterwäsche", grinste Sirius und hätte sich für diese Dummheit am liebsten selbst auf die Zunge gebissen, als er Lilys ärgerliche Gesicht und vor Zorn funkelnde Augen sah.
„Ich kann nichts dafür, Evans, ehrlich. Sie lag auf deinem Bett. Ist doch nicht meine Schuld, dass deine Mutter sie noch nicht in den Schrank geräumt hat", rechtfertigte sich Sirius, und hoffte insgeheim, Lily damit etwas besänftigen zu können.
Doch weit gefehlt, Lily schnaubte wütend auf, während sie den Verband weiter um James Oberkörper wickelte. Sirius wusste genau, dass er Lily nun Rede und Antwort stehen musste und fluchte still in sich hinein, da James ihm in dieser unangenehmen Situation nicht beistehen konnte.
Mit einem tiefen Seufzen ließ Sirius James vorsichtig wieder auf sein Bett sinken, nachdem Lily ihm durch ein Kopfnicken zu verstehen gegeben hatte, dass sie fertig war.
Ohne darauf zu achten, dass Sirius neben ihr stand und sie merkwürdig ansah, knöpfte Lily James Pyjamaoberteil zu.
„Welche Farbe?", fragte Lily, und holte Sirius somit aus seinen Gedanken zurück in die Realität.
„Was?", hakte dieser dann auch sichtlich verwirrt nach.
„Welche Farbe hatte die Wäsche, die du gesehen hast?", wiederholte Lily ihre Frage.
„Ähm, rot", antwortete Sirius wahrheitsgemäß und sofort stahl sich wieder ein breites Grinsen auf sein Gesicht.
„Dann warst du im Zimmer meiner Schwester. Ich besitze nämlich keine rote Unterwäsche", entfuhr es Lily, und erst jetzt bemerkte sie, zu wem sie das gesagt hatte.
Hastig drehte sie sich um, griff nach James Bettdecke und legte diese fürsorglich über ihn, da sie bemerkte, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg.
„Nenene, Evans, dass war nicht das Zimmer deiner Schwester, und wenn du es genau wissen willst, an diesen scharfen Teilen hingen noch so kleine Zettelchen", stellte Sirius klar und weidete sich an Lilys Verlegenheit.
„Bin gespannt, was Prongsie dazu sagen wird, wenn ich ihm dieses heiße Outfit beschreibe", gluckste Sirius leise vor sich hin, allerdings nicht leise genug, da Lily ihn sehr wohl verstanden hatte.
„Wenn du auch nur irgendjemandem davon erzählen solltest, Black, kastrier ich dich, haben wir uns verstanden? Und versuch erst gar nicht, mich auszutricksen, ich bekomme es eh heraus. Schließlich weißt nur du davon", presste Lily drohend durch die Zähne, worauf Sirius reflexartig seine Beine zusammen presste.
Er zweifelte keine Sekunde an Lilys Worten, und erinnerte sich an den Tag, wo James und er Schniefelus unten am See kopfüber in der Luft haben schweben lassen. Lily brachte James dazu, Snape wieder herunter zulassen, worauf dieser sie zum Dank ein „Schlammblut" nannte. Zu diesem Zeitpunkt ließ sich Lily nicht anmerken, wie sehr er sie damit verletzt hatte, doch kurz nach dem Abendessen, entdeckte Sirius die beiden in einem leeren Gang und traute seinen Augen und Ohren kaum. Lily Evans, die immer brave, korrekte, strebsame und nach den Regeln lebende Nervensäge, stand mit erhobenem Zauberstab vor dem Slytherin und beschimpfte diesen mit Worten, die Sirius bis dahin noch nie aus ihrem Munde gehört hatte. Anschließend belegte sie Snape mit einem Fluch, der ihn alle fünf Schritte auf die Nase fielen ließ. Snape hatte nie jemanden erzählt, wer ihn verhext hatte, da Lily ihm zu verstehen gegeben hatte, dass dies nur der Anfang wäre, sollte er auch nur ein Wort über diese Begegnung verlieren.
„Ach komm schon, Evans. Siehst bestimmt heiß aus…", forderte Sirius Lily heraus, doch ein Blick von ihr genügte, um ihn zum schweigen zu bringen.
„So, und nun, da dein Freund für heute außer Lebensgefahr ist, wirst du mir erklären, wann und warum ihr bei mir zu Hause wart, klar? Also, raus mit der Sprache, Black", herrschte Lily ihren Mitschüler an, was diesem zu einem lauten Seufzen veranlasste.
„Das war letztes Jahr in den Weihnachtsferien. Prongs, Moony und ich waren in der Winkelgasse, als wir deine Freundinnen, Grace und Andrea, bei Flourish & Blotts getroffenen haben. Sie haben sich über einen Brief, den du ihnen geschrieben hast unterhalten und gemeint, wie sehr sie dich wegen Petunia bedauern würden. Tja, und da kam Prongs halt auf die Idee, dich zu besuchen, um dich etwas aufzuheitern", erzählte Sirius die ganze Wahrheit, da er kaum noch seine Augen aufhalten konnte und endlich ins Bett wollte.
„Und weiter? Woher wusstet ihr, wo ich wohne und welches mein Zimmer war?", verlangte Lily zu wissen, die sich mit dieser Antwort alles andere als zufrieden gab.
„Na ja, wo du wohnst, wusste Prongs zu diesem Zeitpunkt schon lange und so sind wir dann eines Abends in eine kleine Seitenstrasse nahe eurem Haus appariert. Ein Fenster im Erdgeschoss stand offen, durch das wir dann geklettert sind. Wir sind anschließend leise durch die Küche gegangen und die Treppe rauf. Ja, und dann haben wir einfach die erste Tür aufgemacht, und es stellte sich sehr schnell heraus, dass es deins war, da dein Verwandlungsbuch auf dem Nachtschrank lag", berichtete Sirius augenzwinkernd, verschwieg Lily aber, dass er und James Lilys Elternhaus unter James Tarnumhang erkundet hatten.
Klatsch!
Bevor Sirius Zeit hatte zu reagieren, spürte er schon schmerzhaft Lilys Hand auf seiner Wange.
„Was erlaubt ihr euch eigentlich, ihr hirnlosen, arroganten Möchtegern Machos? Ihr brecht einfach so mir nichts dir nichts in mein Haus ein und kommt euch dabei auch noch mächtig toll vor, oder was? Wahrscheinlich habt ihr mich auch noch unter der Dusche beobachtet, ihr notgeilen Schweine", schrie Lily hysterisch, wobei ihre Augen vor Wut nur so funkelten.
„Ich fass es nicht, ich fass es einfach nicht! Jetzt ist man noch nicht mal mehr in seinem eigenen Haus vor euch Perverslingen sicher", redete sich Lily mit hochrotem Kopf immer mehr in Rage und warf dabei ihre Arme in die Luft.
Sirius bereute es bitterlich, mal wieder sein großes Mundwerk nicht gehalten zu haben. Vorsichtig rieb er sich über die nun langsam rot werdende Wange. Er hatte schon so einige Wutausbrüche von Lily miterlebt, aber dieser hier übertraf alle bis jetzt da gewesenen.
„Evans! Evans, so beruhig dich doch endlich", rief Sirius, und wich gerade noch rechtzeitig einem weiteren Schlag von Lily aus.
„Ich soll mich beruhigen? Ich soll mich beruhigen?", brüllte Lily und trommelte wie wild auf Sirius ein.
„Jetzt reichst aber", herrschte Sirius nun Lily an, packte sie fest an den Schulter, wobei er sie etwas von sich weg schob, um nicht weiter ihren Attacken aus gesetzt zu sein.
„Wir haben dich nicht beobachtet, okay? Weder unter der Dusche, noch beim Schlafen. Du warst nämlich gar nicht da", redete Sirius auf die Schweratmende Lily ein.
„Woher willst du Troll wissen, dass ich nicht da war? Ich kann durchaus unter der Dusche gestanden haben?", schnappte Lily, die sich keineswegs, wie Sirius gehofft hatte, beruhigt hatte.
„Wir haben gehört, wie sich deine Eltern unterhalten haben. Deine Mutter sagte, dass sie es nicht gerne sehe, dass du so spät am Abend den weiten Weg vom Krankenhaus zu Fuß nach Hause gehen würdest. Darum wusste ich ja auch, dass du in den Ferien im Krankenhaus gearbeitet hast", erklärte Sirius sein Wissen und sah Lily mit einem entschuldigenden Hundewelpenblick an, von dem er hoffte, Lily damit milde stimmen zu können.
„Und ich Idiot helfe euch auch noch, dafür dass ihr meine Intimsphäre verletzt habt", meinte Lily kopfschüttelnd und schüttelte angewidert, so als wolle sie ein lästiges Insekt verscheuchen, Sirius Hände von ihren Schultern.
„Es tut mir Leid, ehrlich. Wir wollten dich nur ein bisschen aufheitern, dass war alles", sagte Sirius ernst, und wenn Lily ihm in die Augen gesehen hätte, hätte sie gewusst, dass er es ehrlich meint.
„Kein Wort mehr, verstanden? Halt einfach deinen Mund", presste Lily tief Luft holend hervor und versuchte ihren immer noch rasenden Herzschlag unter Kontrolle zu bringen.
„Aber…", setzte Sirius zu sprechen an, ein Blick von Lily genügte aber, um ihn zum schweigen zum bringen.
„Potter wird noch mindestens zwei bis drei Stunden schlafen. Wenn er aufwacht, gib ihm das hier", sagte Lily und hielt Sirius ein kleines Fläschchen hin, welches sie aus ihrer Umhangtasche geholt hatte.
„Was ist das und woher willst du wissen, wie lange Prongs noch schläft?", hakte Sirius misstrauisch nach und begutachtete die Flasche, die Lily ihm gegeben hatte, argwöhnisch.
„Das ist ein Schmerzmittel, und pass' auf, dass er sich nicht zuviel bewegt. Zur Not fessle ihn mit dem ‚Vincitus' ans Bett", antwortete Lily matt und fuhr sich mit der Hand über die Augen.
„Woher hast du das Schmerzmittel?"
„Aus meinem Schlafsaal und nein, leider ist da kein Gift drin", antwortete Lily bedauerlich, und ging zur Tür.
„Wohin willst du? Du kannst Prongs doch nicht einfach so hier liegen lassen", rief Sirius und schauten zwischen den noch immer schlafenden James und Lily hin und her.
„Dein Freund ist außer Lebensgefahr, und wenn du meine Anweisungen befolgst, wird er in zwei drei Tagen wieder die gleiche Nervensäge sein, wie vor seinem nächtlichen Streifzug durch den Wald", belehrte Lily ihren Mitschüler und öffnete die Tür.
„Woher weißt du, dass wir im Wald waren?", hakte Sirius leicht panisch nach, worauf Lily ihn nur mit hoch gezogenen Augenbrauen ansah.

Sie kann nichts von Moonys kleinem pelzigem Problem wissen. Ich muss unbedingt herausfinden, ob Evans das nur so gesagt hat, oder ob sie nur davon ausgeht, dass wir im Wald waren', schoss es Sirius durch den Kopf.

„Verfluchter Drachenmist, dass wird Evans uns nie verzeihen. Aber mal ehrlich, Prongs, die Kleine hat ein echt feuriges Temperament", lachte Sirius leise, während er sich vergewisserte, dass es James gut ging und er gleichmäßig atmete.
„Keine Sorge, Kumpel. Ich werde noch mal mit ihr reden und ihr alles erklären, aber erst, wenn sie sich wieder etwas beruhigt hat", versprach Sirius James, bevor er sich seine Kleidung auszog, und sich hundemüde auf sein Bett fallen ließ.

Ich hoffe, es hat euch gefallen

liebe Grüße jas