Chapter three
Luke's
„Hey Luke! Was hat mein Prince Charming heute wieder für mich gemacht?" Lorelai stütze sich mit beiden Händen auf die Theke und lächelte Luke ahnungslos an.
Luke drehte sich zu Rory um, die gerade die Tür zu machte.
„Hast du gehört wie sie mich gerade genannt hat?"
„mhhhh.....lass mich überlegen. Ich glaube nicht."
„Gut! Sonst müsste ich dich nämlich umbringen."
„Hey! Niemand tut meiner Kleinen irgendwas, nicht war Mini-me?"
„Oh ja Dr. Evil."
„Wenn ich mir noch länger so was am frühem Morgen anhören muss, vergeht mir die Lust Pancakes zu machen."
Lorelai und Rory schrien gleichzeitig auf.
„Oh nein! Bitte nicht. Wir hören auch sofort auf. Hilf mir Mum."
„Ja stimmt, wir hören sofort auf wenn du uns deine leckeren, wunderbaren, weltbesten Pancakes machst. Biiiiittteee!!!!"Lorelai schaute Luke mit treuem Hundeblick an und fing an Laute von sich zu geben die wie Hundewinseln klangen.
„Mum, stopp das reicht. Die Leute gucken schon."
„Stimmt genau, ihr vertreibt meine Kundschaft. Solange ihr frei herumlauft ist niemand vor euch sicher. Taylor sollte den Stadtrat fragen, ob sie nicht ein Gesetz erstellen können, indem ihr dazu gezwungen werdet euch gleichmäßig in der Stadt zu verteilen.....und bloß nicht zu zweit zusammen.
„Das kannst du uns nicht antun Luke!!"
„Genau, sie ist mein Fleisch und Blut!"
Luke schaute genervt Lorelai an und sagte mürrisch: „Ich gehe jetzt und mache meine Arbeit."Und damit marschierte er in den hinteren Teil des Ladens.
„Meinst du er macht uns die Pancakes?"flüsterte Lorelai in Rorys Ohr.
„Er konnte uns noch nie etwas abschlagen."Rory grinste ihre Mum verschwörerisch an.
„Jaaa, du hast Recht. Wetten das er gleich fragen wird, ob wir sie mit Ahornsirup oder Früchten wollen?!"
Bevor Rory antworten konnte hörten sie Lukes Stimme rufen: „Ahornsirup oder Früchte?"
Rory sah Lorelai an: „Schlagen wir über die Strenge?"
„Oh ja, lass uns sündigen und 4 Portionen mit Ahornsirup bestellen."
Chilton
Nachdem sie bestellt und aufgegessen hatten liefen die beiden zurück zu ihrem Haus und Lorelai brachte Rory zur Schule. Als sie auf den Parkplatz vor Chilton fuhren, sah Rory eine bekannte Person am Haupteingang stehen. Tristan stand mit dem Gesicht zu ihr gewandt und sie konnte sehen wie er lachte. Alle seine Freunde und die, die sich wünschten seine zu sein standen um ihn herum. Ohne Frage, würde er jetzt wieder von seiner Wochenend-Eroberung erzählen und alle Mädchen die an ihm vor bei gingen würden sich wünschen, sie wären es gewesen. Rory schnaubte ärgerlich. Lorelai schaute ihre Tochter mit fragendem Blick an. Rory antwortete nur mit einem Wort.
„Tristan."
„Wo?"Lorelai streckte den Hals und schaute in Rorys Blickrichtung. „Der Böse-Tristan?"
„Seit wann heißt er der Böse-Tristan?"
„Seit er böse ist. Seit er dich jeden Tag mit arroganten Sprüchen angräbt und seit dem du ihn nicht mehr aus deinen Gedanken bekommst."
„Was? Woher?...wie kannst du das nur behaupten?"
„Süße, ich sehe doch wie dein Blick immer verklärter wird sobald das Thema auf Chilton fällt. Und du denkst bestimmt nicht die ganze Zeit über Paris nach oder wie süß dein Geschichtslehrer ist oder wie du deine Bücher...."
„Stopp, es reicht. Und ja, du hast recht. Aber ich will es eigentlich nicht, es passiert einfach so. Ich meine ich habe ja einen Freund."
„Aha, du denkst über ihn also schon in dieser Form nach. Mhhh muss ich beunruhigt sein?"
„Mum!"
„Okay schon gut, kleiner Scherz am Rande.
Rory sah hoch zu dem großen, steinernen Haupteingang von Chilton. Blonde Haare stachen ihr in die Augen und sie konnte sich sogar das Lachen in seinen tiefblauen Augen vorstellen. Es stimmte. Sie hatte mehr als einmal über Tristan Dugrey nachgedacht, den Prinz von Chilton. Sie fand seinen großspurigen, aufgeblasenen, viel zu selbstsicheren Charakter total nervend und die Art in der sich die Chiltonmädchen an ihn warfen abartig. Aber dann waren da diese Momente, in denen er ihr nah kam, zu nah kam. Sie wusste nicht warum, aber wenn sie dann seinen heißen Atem auf ihrem Hals spürte, wenn seine Hände sie berührten, bekam sie Gänsehaut, Sie konnte ihn nicht mehr so gut abwehren wie früher. Vielleicht war sie auch einfach müde geworden gegen ihn zu kämpfen, aber sie wusste, dass solche bestimmten Situationen immer öfter geschahen, und sie ließ sie geschehen. Und vor drei Tagen.....am Freitag, als zu erst die ganze Sache mit dem Kaffee passierte und dann der Anruf. Der Anruf. Sie fühlte sich schuldig, sie hatte einfach aufgelegt denn sie hatte einen totalen Panikanfall bekommen als Dean auf einmal erschienen war. Sie musste sich heute unbedingt bei ihm entschuldigen.
„Rooooryyy! Es klingelt gleich. Los, verschwinde schon, sonst kommst du schon wieder zu spät."
Lorelai hatte sie aus ihren Gedanken gerissen und Rory war wieder in der Gegenwart.
„Ja, machs gut Mum, viel Spaß mit Michelle."
„Oh gott, ja den wird ich haben mit diesem dämlichen Möchtegern Franzosen. Ich wünsch dir einen schönen Tag, Darling! Tschüs."
Rory sprang aus dem Jeep heraus und winkte ihrer Mutter zum Abschied zu. Nervös ging sie in Richtung Haupteingang, vor dem noch immer Tristan mit seinen Freunden rum alberte. Sie stieg die Stufen hoch und wappnete sich gegen einen seiner dreisten Sprüche. Ein Schritt, zwei Schritte und nichts passierte. Sie ging langsamer und schaute dabei aus den Augenwinkeln auf Tristan. Er hatte sie kurz bemerkt aber noch nicht einmal aufgehört mit seinen Kumpeln zu reden. Rory war wirklich verwundert aber sie beschloss erst mal ihre Bücher aus dem Spinnt zu holen und dann zu ihrer ersten Stunde zu gehen.
Es war Mittagspause und Rory ging durch den großen Essensaal auf einen freien Tisch zu. Sie war es gewöhnt alleine zu sitzen, ihre Musik zu hören, zu lesen und dabei zu essen. Sie schlug ihr Buch auf und griff mit der anderen Hand nachdem heißen Kaffeebecher. Die Augen auf das Buch gerichtet um bloß ja keine Zeile zu verpassen nahm sie einen Schluck, und spuckte ihn fast wieder zurück in den Becher.
„Ah. Verdammt, ist der heiß."Fluchte Rory und merkte das der Kaffee auf ihr Buch tropfte. Hastig stellte sie den Becher ab, legte das Buch weg und griff nach der Servierte. Als sie aufblickte und mit der Servierte ihr Buch abtupfte, bemerkte sie aus den Augenwinkeln jemanden der sie an starrte. Sie wandte ihren Kopf und schaute in Tristans Gesicht. Er hatte nicht wie üblich das selbstbewusste Grinsen im Gesicht, im Gegenteil, er schaute sie ernst an und schien ganz in seine Gedanken versunken zu sein. Unschlüssig was sie tun sollte, denn sie wollte sich ja noch bei ihm entschuldigen, starrte auch sie ihn weiter an. Langsam merkte sie, wie sie ihre Hand hob um ihn zu grüßen. Auf einmal schien er aus seinen Gedanken gerissen und schaute sie aufmerksam, aber mit immer noch unverändertem Gesichtsausdruck an. Rory versuchte ein Grinsen das aber sofort wieder von ihrem Mund verschwand, denn Tristan hatte, ohne sie zu grüßen, sich umgedreht und Rory starrte nur noch auf seinen Rücken. Verwundert schaute sie sich um, ob irgendwer ihre peinliche Situation gesehen hatte, was aber nicht so schien. Sie schaute auf die Uhr und merkte das bald schon wieder der Unterricht los gehen würde. Mit einem Seufzer stand sie auf und verließ mit den anderen Schülern den sich lehrenden Essensaal. Da erblickte sie ihre Chance zu einem kurzen Gespräch mit Tristan. Ein paar Meter vor ihr sah sie seine blonden Haare und sie kämpfte sich durch die Menge zu ihm.
„Tristan!"rief sie atemlos und wurde gleichzeitig von ein paar anderen Schülern gegen ihn geschubst. Er sah ihr nur kurz in die Augen, bevor er Rory, die noch immer an seinem Oberkörper gedrückt wurde, die Hände auf die Schultern legte und aus der Menge manövrierte. Als sie auf dem leeren Flur standen ließ er abrupt los und ging ein einen Meter auf Abstand zu ihr.
„Guten Morgen, Mary."
„Hey...wie geht's?"Rory versuchte ein normales Gespräch zu führen.
„Gut, und dir?"Er fragte sie, schien aber gar nicht an ihrer Antwort interessiert.
„Oh, ja mir geht's auch gut."Rory merkte, dass sie so nicht weiter kam.
„Tristan, es tut mir leid das ich Gestern...einfach so aufgelegt habe. Ich wollte mich eigentlich noch verabschieden aber..."
„Rory, ehrlich gesagt weiß ich nicht wo von du redest. Ich habe schon viel früher aufgelegt, denn ich hatte einfach keine Lust zu warten."
„Oh...dann ist ja alles Ok, wir haben also beide aufgelegt. Na ja, aber das macht man ja auch beim Telefonieren, also eigentlich meine ich, macht man das am Ende des Telefonates"O Nein! Was redest du da für einen Mist! Konzentrier dich, es ist nur Tristan, dachte Rory fieberhaft.
„Nun, und wie geht's deinem Ladenjungen?"
Da wurde Rory klar warum er so kühl und reserviert zu ihr war. Er musste mitbekommen haben warum sie aufgelegt hatte, er hatte gemerkt das Dean gekommen war.
„Du hast gemerkt, dass Dean gekommen ist? Und das wir uns...?"Sie wusste nicht wie sie fragen sollte.
„Rory, mach es dir doch nicht so schwierig. Ja ich habe alles gehört, aber soll ich dir mal was sagen: das macht mir nicht das geringste aus."Die letzten Wörter hatte er lauter gesprochen und nun schien er wirklich etwas ärgerlich und unruhig.
Er blickte sich um, und dann viel sein Blick in Rorys Augen. Er sah sie an, sah ihr in die Augen und plötzlich sah er etwas, was ganz nach einem Funken Enttäuschung aussah. War sie etwa...? Hatte sie vielleicht erwartet etwas anderes von mir zu hören? Er entschied sich diesen Moment zu nutzen und ein unwiderstehliches Lächeln erschien auf seinem Gesicht.
„Sei nicht so enttäuscht Rory."
„Waaas? Ich bin doch nicht... wieso sollte ich! Was denkst du denn? Ich..."
Er unterbrach sie, hauchte ein „Schhhh"und legte seinen Finger auf ihre Lippen. „Ruhe!"
Rory bewegte sich keinen Millimeter. Sie hatte das Gefühl versteinert zu sein und sie merkte, dass sie Angst hatte, er könnte seinen Finger von ihren Lippen nehmen falls sie sich bewegte. Sie bekam eine Gänsehaut, versuchte aber sich nichts anmerken zu lassen.
„Es macht mir nicht das geringste aus, denn ich weiß ja, dass du eigentlich nur mich willst."Er wunderte sich, dass sie sich noch nicht weggedreht hatte. Gleichzeitig sah er wie Rorys Wangen langsam rosa wurden. Langsam kam ihm die Erkenntnis, dass er diese Wirkung auf sie hatte und er machte weiter.
„Wenn du mich wirklich nicht mögen würdest, dann sag mir jetzt ich soll aufhören deine wunderschönen Lippen zu berühren, mit meiner Hand durch deine schokobraunen Haare zu fahren. Sag mir das ich aufhören soll immer näher zu kommen...Rory?"
Rory spürte seinen Finger ihre Lippenlinie entlang streichen und sie hatte das Gefühl, ihr Kopf wäre leer. Sie wusste nicht was sie machen sollte, sie hatte keinen Spruch mit dem sie Tristan abwehren könnte. Sie hatte keine Kraft mehr. Sie ließ sich einfach mit dem Rücken an die Wand hinter ihr fallen, so konnte sie mehr Abstand zwischen sich und Tristan bringen. Ihr Plan funktionierte nicht. Tristan kam noch näher. Sie schloss ihre Augen.
„Bitte hör auf."Es war nur ein flüstern von ihr gewesen aber er hatte es gehört. Sie merkte, wie er sich umdrehte und hörte seine Schritte immer leiser werden. Dann war alles still und sie öffnete ihre Augen. Nach ein paar Blicken zu beiden Seiten stellte sie fest das sie alleine in dem langen Flur stand, und das war auch kein Wunder denn die Stunde hatte schon längst angefangen. Rory atmete einmal tief durch, fuhr sich mit der Hand durch ihre langen Haare und machte sich auf den Weg zum Physik Hörsaal.
Chilton/ Schulhof
„Und dann sagte diese Verkäuferin wirklich zu mir, sie hätte den Rock gerade an einen anderen Kunden verkauft! Stell dir das mal vor!"Madeline hatte die Beine übereinander geschlagen und feilte sich ihre Fingernägel. „Natürlich habe ich ihr erst mal einen Vortrag darüber gehalten wie hinterhältig sie wäre, du weißt ja, ich hatte den Rock extra für mich zurücklegen lassen."
Louise schaute Madeline verständnislos an: „Aber war das nicht vor 3 Wochen gewesen?"
„Ach sei doch nicht so dumm Louise. Ob es vor drei Wochen oder vor drei Tagen war spielt ja wohl keine Rolle. Ich habe ihn zurücklegen lassen und dann habe ich mir Nagellack in genau der gleichen Farbe gekauft, wie die des Rockes. So, und jetzt frage ich dich, was soll ich mit Nagellack anfangen, zu dem ich kein passendes Kleidungsstück habe?"
Rory sah von ihrem Buch auf und drehte sich zu Madeline um. „Benutz ihn doch einfach nicht, oder schenk ihn jemanden."Rory hatte bis vor ein paar Minuten noch gelesen, doch dann hatten sich Madeline und Louise zu ihr gesetzt und jeder Versuch sich auf ihr Buch zu konzentrieren war fehl geschlagen. Überhaupt, fragte sich Rory wie die beiden sie hatten finden können. Um ja nicht auf Tristan zu stoßen, hatte sie sich möglichst weit von dem belebten Schulhof entfernt und sich eine Bank im Schatten gesucht.
Louise fing an zu kichern: „Wer will denn schon Nagellack in einem schlammigen Braunton haben?"
„Zu dem Rock sah es wunderbar aus, aber jetzt da..."Madeline wollte gerade fort fahren ihren Hass auf die Verkäuferin kund zu tun als Paris sie unterbrach.
„Na endlich! Ich habe schon den ganzen verdammten Schulhof nach euch Idioten abgesucht!"
„Hallo Paris, ich finde es auch schön dich zu sehen."Rory sah Paris, die vor ihr stand und auf jeder Hand einen Stapel Bücher balancierte, mit einem genervten Blick an.
„Was willst du denn hier Gilmore?"
„Diese Frage könnte ich auch dir, oder besser gesagt Louise und Madeline stellen, denn sie haben sich zu mir gesetzt."
Paris blickte die beiden grinsenden Mädchen neben Rory fragend an.
„Na wie auch immer, ihr beide kommt jetzt mit mir, wir müssen unser Referat für die nächste Englischstunde vorbereiten."
Seufzend standen sie auf und Louise blickte zu Rory: „Komm doch schon mal mit, du hast doch jetzt auch Englisch oder?"Rory nickte und Louise beugte sich zu ihr hinunter und flüsterte: „Und du wirst Paris live erleben, wenn sie merkt das Madeline ihre Unterlagen vergessen hat."Kichernd ging sie den beiden anderen hinterher und Rory schloss sich ihnen an.
Die Pausenglocke läutete und langsam betraten die anderen Schüler die Klasse. Paris, Madeline, Louise und Rory hatten die Tische an die Wand gerückt und alle Stühle zu einem Halbkreis aufgestellt. Paris hatte wirklich eine Art von Tobsuchtsanfall bekommen aber nachdem sie ein paar Tabletten genommen hatte, ging es ihr schon wieder besser. Rory hatte sich auf einen Stuhl am Ende der letzten Reihe gesetzt und ihr Buch aufgeschlagen. Sie versuchte wie immer, jede freie Minute mit lesen zu verbringen. Allmählich füllten sich die Reihen und Rory merkte wie sich jemand neben ihr auf dem Stuhl niederließ. Doch sie schaute nicht auf, sondern las weiter. Nach weiteren 5 Minuten betrat der Englischlehrer die Klasse und alle wurden leise. Rory schlug ihr Buch zu, sah auf und drehte sich um und währe fast mit Tristan zusammen gestoßen. Vor schreck entfuhr ihr ein erstickter Schrei.
„Entschuldigung Maria falls ich dich erschreckt haben sollte."Er hatte seinen Ellenbogen auf den Stuhl gestützt und sich so mit seinem Körper zu ihr gewand. Wie immer wenn er sie sah, huschte ein Lächeln über seinen Mund.
Sie starrte ihn immer noch fassungslos an und meinte kühl: „Ja das hast du."Sie setzte sich grade in ihrem Stuhl auf und fing an mit konzentrierter Miene dem Lehrer zu zuhören.
Die erste Viertelstunde verlief ohne einen Zwischenfall, ganz abgesehen davon, dass Rory und Tristan nicht ein Wort des Lehrers mitbekamen. Rory machte der Gedanke so nah neben Tristan zu sitzen Angst. Immer wieder versuchte sie ihre Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Natürlich ihre Gefühle zu Dean, den sie jedes Mal zu vergessen schien, sobald er in der Nähe war. Das Gefühl Dean zu lieben und von ihm geliebt zu werden rückte in ungreifbare Tiefen sobald sie ihn sah. Doch umso stärker war ihr schlechtes Gewissen, obwohl sie nichts verbotenes tat, wie sie sich immer wieder sagte.
Tristan konnte nicht aufhören Rory zu beobachten. Es war nicht so, als ob sie Miss World oder ähnliches wäre, doch für Tristan hatte sie eine Ausstrahlung die er noch nicht mal sich selbst erklären konnte. Diese Ausstrahlung musste erforscht werden, er wollte sie kennen lernen, er wollte lernen Rory Gilmore zu lieben. Im Moment wusste er nur, dass sie das Einzige war, was er haben wollte, was er besitzen wollte. Doch um sie zu bekommen, musste er erst sich, und dann sie von der Wirklichkeit seiner Liebe überzeugen. Und dafür musste sie ihm erst mal eine Chance geben.
Die Stunde neigte sich dem Ende zu und Rory und Tristan waren immer noch in ihren eigenen Gedanken. Tristan hatte gemerkt, dass sie sich keine Notizen machte und er konnte ahnen das sie über ihn nachdachte. Ein selbstgefälliges Lächeln erschien auf seinem Gesicht und als wäre es ein Reflex gewesen berührte er vorsichtig ihre Hand. Rory erschrak, zog aber ihre Hand nicht weg. Sie war zu neugierig auf das was kommen würde. Tristan ließ seine Hand über ihre wandern und drehte ihre Hand langsam um. Seine Fingerspitzen gruben sich in ihre Handfläche. Rory starrte immer noch wie gebannt grade aus, sie konnte ihm in diesem Moment auf keinen Fall in die Augen sehen. Es würde ihr viel zu peinlich sein. Ganz anders ging es Tristan, der seine Augen nicht mehr von ihr nehmen konnte. Er wollte ihre milchige, weiche Haut berühren und wenn er durfte wollte er sie auch küssen. Seine Hand strich ihr Handgelenk hoch, weiter über die Innenseite ihres Armes. Tristan wusste das diese Situation einmalig war, und er wollte sie voll ausnutzen. Er rutschte etwas tiefer in den Stuhl damit er fast auf gleicher Höhe war wie Rorys. Langsam schob er ihren Ärmel nach höher über ihren Ellenbogen. Mit einem schnellen, letzten Blick in ihr Gesicht beugte er seinen Kopf über ihren Arm und...vor Schreck blieb Rory fast das Herz stehen.....berührte mit seinen Lippen die Innenseite ihres Armes. Ein heißes Schauer lief durch Rorys ganzen Körper als sie merkte wie zärtlich er seine Lippen auf ihre Haut presste. Tristan konnte sein Glück nicht fassen. Er wusste, früher oder später würde sie sich losreißen und weglaufen, aber nur der Augenblick zählte. Rorys Herz überschlug sich fast und sie war sich ihres hochroten Kopfes sehr gut bewusst. Mit all ihren Sinnen spürte sie nur zu deutlich Tristans heißen Atem auf ihrer Haut und die Worte des Lehrers schienen immer leiser zu werden. Die anderen hatten nichts von dem gemerkt was in der letzten Reihe zwischen den beiden geschah aber auf einmal stellte Rory sich ihre Blicke vor falls sie es bemerken würden....Plötzlich veränderten sich ihre Gefühle von einer Sekunde auf die andere. Was machte sie da? Oder besser : Was machte Tristan da? Angst kroch in Rory hoch. Die Gefahr entdeckt zu werden war das einzige an dass sie noch denken konnte. Sie musste hier weg.
„Mr. Edwards?"Mit einem Ruck war Rory hochgesprungen und hätte dem erstaunten Tristan fast aus versehen ins Gesicht geschlagen.
Ein bisschen erstaunt wegen der plötzlichen Unterbrechung blickte Mr. Edwards Rory an und fragte: „Ja Miss Gilmore, was gibt es?"
„Uhm...Mir ist übel, kann ich kurz zur Toilette?"
„Natürlich, gehen sie nur."
Rory murmelte ein „Danke, Sir", drehte sich um und ging mit schnellen Schritten aus der Klasse. Tristan ließ sich langsam in seinen Stuhl zurück fallen, atmete tief durch und fuhr sich gleichzeitig durch seine Haare. Er wusste das es passieren würde, aber trotzdem fühlte er sich plötzlich allein gelassen und er machte sich Gedanken über Rorys Befinden.
Rory stand zitternd an einem der Schließfächer gelehnt. Sie fühlte das kalte Metall an ihrem Rücken und fröstelte. Jetzt wo sie alleine war, verstand sie fast nicht mehr warum sie weggelaufen war. Es stimmte! Sie hatte es genossen, und sich gewünscht er würde nie aufhören. Was ihr aber am meisten Angst machte war, dass sie für einen Moment lang vergessen hatte, dass sie einen Freund hatte. Sie liebten sich beide doch so, wie konnte das nur passieren? Was habe ich nur gemacht? Warum hab ich meine Hand nicht gleich von Anfang an weg gezogen? Rory hatte keine Zeit darüber noch länger nachzudenken, denn sie hatte nicht gemerkt wie sich langsam Schritte genähert hatten.
„Rory?"Rory erkannte die Stimme sofort und wollte gerade versuchen weg zu laufen als er um die Ecke bog.
Tristan sah sie an. Mit einem ausdruckslosem Blick, so schien es ihr. Rory konnte es nicht länger ertragen. Ihr war die ganze Sache so peinlich und sie wünschte es wäre nie passiert.
„Hey, was gibt's?"
Er grinste und konnte sich den Kommentar nicht ersparen: „Ich dachte, wir könnten das was wir in der Klasse angefangen hatten, hier draußen weiterführen?"
„Träum weiter!"
„Ahh.....Jede Nacht, Maria!"Er wartete auf eine Entgegnung von ihr, doch es kam nichts.
„Was? Keine schlaue Antwort auf Lager?"
„Ich hab keine Lust, mich noch länger mit dir abzugeben, das ganze ist total verrückt, und ich wünschte du würdest mich einfach nur in Ruhe lassen."
Tristan schluckte seine Wut runter und antwortet stattdessen mit blitzenden Augen: „Ach ja? Rory, ich hab gemerkt das du es genossen hast, gib es doch endlich zu!"
Rory fühlte sich sofort ertappt. Sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen: „Ich hab einen Freund Tristan, wir lieben uns. Gib es auf! Das einzige auf das du je hoffen kannst ist eine platonische Freundschaft zwischen uns."Sie sah ihn mit großen Augen an und sagte verächtlich: „ Und selbst davon bist du meilenweit entfernt!" Damit drehte sie sich um und ging auf den Haupteingang zu. Tristan konnte sich nicht mehr zurück halten und mit wütendem Gesicht schrie er ihr nach: „Schönen Tag noch mein Prinzesschen!!!"
Luke's
„Hey Luke! Was hat mein Prince Charming heute wieder für mich gemacht?" Lorelai stütze sich mit beiden Händen auf die Theke und lächelte Luke ahnungslos an.
Luke drehte sich zu Rory um, die gerade die Tür zu machte.
„Hast du gehört wie sie mich gerade genannt hat?"
„mhhhh.....lass mich überlegen. Ich glaube nicht."
„Gut! Sonst müsste ich dich nämlich umbringen."
„Hey! Niemand tut meiner Kleinen irgendwas, nicht war Mini-me?"
„Oh ja Dr. Evil."
„Wenn ich mir noch länger so was am frühem Morgen anhören muss, vergeht mir die Lust Pancakes zu machen."
Lorelai und Rory schrien gleichzeitig auf.
„Oh nein! Bitte nicht. Wir hören auch sofort auf. Hilf mir Mum."
„Ja stimmt, wir hören sofort auf wenn du uns deine leckeren, wunderbaren, weltbesten Pancakes machst. Biiiiittteee!!!!"Lorelai schaute Luke mit treuem Hundeblick an und fing an Laute von sich zu geben die wie Hundewinseln klangen.
„Mum, stopp das reicht. Die Leute gucken schon."
„Stimmt genau, ihr vertreibt meine Kundschaft. Solange ihr frei herumlauft ist niemand vor euch sicher. Taylor sollte den Stadtrat fragen, ob sie nicht ein Gesetz erstellen können, indem ihr dazu gezwungen werdet euch gleichmäßig in der Stadt zu verteilen.....und bloß nicht zu zweit zusammen.
„Das kannst du uns nicht antun Luke!!"
„Genau, sie ist mein Fleisch und Blut!"
Luke schaute genervt Lorelai an und sagte mürrisch: „Ich gehe jetzt und mache meine Arbeit."Und damit marschierte er in den hinteren Teil des Ladens.
„Meinst du er macht uns die Pancakes?"flüsterte Lorelai in Rorys Ohr.
„Er konnte uns noch nie etwas abschlagen."Rory grinste ihre Mum verschwörerisch an.
„Jaaa, du hast Recht. Wetten das er gleich fragen wird, ob wir sie mit Ahornsirup oder Früchten wollen?!"
Bevor Rory antworten konnte hörten sie Lukes Stimme rufen: „Ahornsirup oder Früchte?"
Rory sah Lorelai an: „Schlagen wir über die Strenge?"
„Oh ja, lass uns sündigen und 4 Portionen mit Ahornsirup bestellen."
Chilton
Nachdem sie bestellt und aufgegessen hatten liefen die beiden zurück zu ihrem Haus und Lorelai brachte Rory zur Schule. Als sie auf den Parkplatz vor Chilton fuhren, sah Rory eine bekannte Person am Haupteingang stehen. Tristan stand mit dem Gesicht zu ihr gewandt und sie konnte sehen wie er lachte. Alle seine Freunde und die, die sich wünschten seine zu sein standen um ihn herum. Ohne Frage, würde er jetzt wieder von seiner Wochenend-Eroberung erzählen und alle Mädchen die an ihm vor bei gingen würden sich wünschen, sie wären es gewesen. Rory schnaubte ärgerlich. Lorelai schaute ihre Tochter mit fragendem Blick an. Rory antwortete nur mit einem Wort.
„Tristan."
„Wo?"Lorelai streckte den Hals und schaute in Rorys Blickrichtung. „Der Böse-Tristan?"
„Seit wann heißt er der Böse-Tristan?"
„Seit er böse ist. Seit er dich jeden Tag mit arroganten Sprüchen angräbt und seit dem du ihn nicht mehr aus deinen Gedanken bekommst."
„Was? Woher?...wie kannst du das nur behaupten?"
„Süße, ich sehe doch wie dein Blick immer verklärter wird sobald das Thema auf Chilton fällt. Und du denkst bestimmt nicht die ganze Zeit über Paris nach oder wie süß dein Geschichtslehrer ist oder wie du deine Bücher...."
„Stopp, es reicht. Und ja, du hast recht. Aber ich will es eigentlich nicht, es passiert einfach so. Ich meine ich habe ja einen Freund."
„Aha, du denkst über ihn also schon in dieser Form nach. Mhhh muss ich beunruhigt sein?"
„Mum!"
„Okay schon gut, kleiner Scherz am Rande.
Rory sah hoch zu dem großen, steinernen Haupteingang von Chilton. Blonde Haare stachen ihr in die Augen und sie konnte sich sogar das Lachen in seinen tiefblauen Augen vorstellen. Es stimmte. Sie hatte mehr als einmal über Tristan Dugrey nachgedacht, den Prinz von Chilton. Sie fand seinen großspurigen, aufgeblasenen, viel zu selbstsicheren Charakter total nervend und die Art in der sich die Chiltonmädchen an ihn warfen abartig. Aber dann waren da diese Momente, in denen er ihr nah kam, zu nah kam. Sie wusste nicht warum, aber wenn sie dann seinen heißen Atem auf ihrem Hals spürte, wenn seine Hände sie berührten, bekam sie Gänsehaut, Sie konnte ihn nicht mehr so gut abwehren wie früher. Vielleicht war sie auch einfach müde geworden gegen ihn zu kämpfen, aber sie wusste, dass solche bestimmten Situationen immer öfter geschahen, und sie ließ sie geschehen. Und vor drei Tagen.....am Freitag, als zu erst die ganze Sache mit dem Kaffee passierte und dann der Anruf. Der Anruf. Sie fühlte sich schuldig, sie hatte einfach aufgelegt denn sie hatte einen totalen Panikanfall bekommen als Dean auf einmal erschienen war. Sie musste sich heute unbedingt bei ihm entschuldigen.
„Rooooryyy! Es klingelt gleich. Los, verschwinde schon, sonst kommst du schon wieder zu spät."
Lorelai hatte sie aus ihren Gedanken gerissen und Rory war wieder in der Gegenwart.
„Ja, machs gut Mum, viel Spaß mit Michelle."
„Oh gott, ja den wird ich haben mit diesem dämlichen Möchtegern Franzosen. Ich wünsch dir einen schönen Tag, Darling! Tschüs."
Rory sprang aus dem Jeep heraus und winkte ihrer Mutter zum Abschied zu. Nervös ging sie in Richtung Haupteingang, vor dem noch immer Tristan mit seinen Freunden rum alberte. Sie stieg die Stufen hoch und wappnete sich gegen einen seiner dreisten Sprüche. Ein Schritt, zwei Schritte und nichts passierte. Sie ging langsamer und schaute dabei aus den Augenwinkeln auf Tristan. Er hatte sie kurz bemerkt aber noch nicht einmal aufgehört mit seinen Kumpeln zu reden. Rory war wirklich verwundert aber sie beschloss erst mal ihre Bücher aus dem Spinnt zu holen und dann zu ihrer ersten Stunde zu gehen.
Es war Mittagspause und Rory ging durch den großen Essensaal auf einen freien Tisch zu. Sie war es gewöhnt alleine zu sitzen, ihre Musik zu hören, zu lesen und dabei zu essen. Sie schlug ihr Buch auf und griff mit der anderen Hand nachdem heißen Kaffeebecher. Die Augen auf das Buch gerichtet um bloß ja keine Zeile zu verpassen nahm sie einen Schluck, und spuckte ihn fast wieder zurück in den Becher.
„Ah. Verdammt, ist der heiß."Fluchte Rory und merkte das der Kaffee auf ihr Buch tropfte. Hastig stellte sie den Becher ab, legte das Buch weg und griff nach der Servierte. Als sie aufblickte und mit der Servierte ihr Buch abtupfte, bemerkte sie aus den Augenwinkeln jemanden der sie an starrte. Sie wandte ihren Kopf und schaute in Tristans Gesicht. Er hatte nicht wie üblich das selbstbewusste Grinsen im Gesicht, im Gegenteil, er schaute sie ernst an und schien ganz in seine Gedanken versunken zu sein. Unschlüssig was sie tun sollte, denn sie wollte sich ja noch bei ihm entschuldigen, starrte auch sie ihn weiter an. Langsam merkte sie, wie sie ihre Hand hob um ihn zu grüßen. Auf einmal schien er aus seinen Gedanken gerissen und schaute sie aufmerksam, aber mit immer noch unverändertem Gesichtsausdruck an. Rory versuchte ein Grinsen das aber sofort wieder von ihrem Mund verschwand, denn Tristan hatte, ohne sie zu grüßen, sich umgedreht und Rory starrte nur noch auf seinen Rücken. Verwundert schaute sie sich um, ob irgendwer ihre peinliche Situation gesehen hatte, was aber nicht so schien. Sie schaute auf die Uhr und merkte das bald schon wieder der Unterricht los gehen würde. Mit einem Seufzer stand sie auf und verließ mit den anderen Schülern den sich lehrenden Essensaal. Da erblickte sie ihre Chance zu einem kurzen Gespräch mit Tristan. Ein paar Meter vor ihr sah sie seine blonden Haare und sie kämpfte sich durch die Menge zu ihm.
„Tristan!"rief sie atemlos und wurde gleichzeitig von ein paar anderen Schülern gegen ihn geschubst. Er sah ihr nur kurz in die Augen, bevor er Rory, die noch immer an seinem Oberkörper gedrückt wurde, die Hände auf die Schultern legte und aus der Menge manövrierte. Als sie auf dem leeren Flur standen ließ er abrupt los und ging ein einen Meter auf Abstand zu ihr.
„Guten Morgen, Mary."
„Hey...wie geht's?"Rory versuchte ein normales Gespräch zu führen.
„Gut, und dir?"Er fragte sie, schien aber gar nicht an ihrer Antwort interessiert.
„Oh, ja mir geht's auch gut."Rory merkte, dass sie so nicht weiter kam.
„Tristan, es tut mir leid das ich Gestern...einfach so aufgelegt habe. Ich wollte mich eigentlich noch verabschieden aber..."
„Rory, ehrlich gesagt weiß ich nicht wo von du redest. Ich habe schon viel früher aufgelegt, denn ich hatte einfach keine Lust zu warten."
„Oh...dann ist ja alles Ok, wir haben also beide aufgelegt. Na ja, aber das macht man ja auch beim Telefonieren, also eigentlich meine ich, macht man das am Ende des Telefonates"O Nein! Was redest du da für einen Mist! Konzentrier dich, es ist nur Tristan, dachte Rory fieberhaft.
„Nun, und wie geht's deinem Ladenjungen?"
Da wurde Rory klar warum er so kühl und reserviert zu ihr war. Er musste mitbekommen haben warum sie aufgelegt hatte, er hatte gemerkt das Dean gekommen war.
„Du hast gemerkt, dass Dean gekommen ist? Und das wir uns...?"Sie wusste nicht wie sie fragen sollte.
„Rory, mach es dir doch nicht so schwierig. Ja ich habe alles gehört, aber soll ich dir mal was sagen: das macht mir nicht das geringste aus."Die letzten Wörter hatte er lauter gesprochen und nun schien er wirklich etwas ärgerlich und unruhig.
Er blickte sich um, und dann viel sein Blick in Rorys Augen. Er sah sie an, sah ihr in die Augen und plötzlich sah er etwas, was ganz nach einem Funken Enttäuschung aussah. War sie etwa...? Hatte sie vielleicht erwartet etwas anderes von mir zu hören? Er entschied sich diesen Moment zu nutzen und ein unwiderstehliches Lächeln erschien auf seinem Gesicht.
„Sei nicht so enttäuscht Rory."
„Waaas? Ich bin doch nicht... wieso sollte ich! Was denkst du denn? Ich..."
Er unterbrach sie, hauchte ein „Schhhh"und legte seinen Finger auf ihre Lippen. „Ruhe!"
Rory bewegte sich keinen Millimeter. Sie hatte das Gefühl versteinert zu sein und sie merkte, dass sie Angst hatte, er könnte seinen Finger von ihren Lippen nehmen falls sie sich bewegte. Sie bekam eine Gänsehaut, versuchte aber sich nichts anmerken zu lassen.
„Es macht mir nicht das geringste aus, denn ich weiß ja, dass du eigentlich nur mich willst."Er wunderte sich, dass sie sich noch nicht weggedreht hatte. Gleichzeitig sah er wie Rorys Wangen langsam rosa wurden. Langsam kam ihm die Erkenntnis, dass er diese Wirkung auf sie hatte und er machte weiter.
„Wenn du mich wirklich nicht mögen würdest, dann sag mir jetzt ich soll aufhören deine wunderschönen Lippen zu berühren, mit meiner Hand durch deine schokobraunen Haare zu fahren. Sag mir das ich aufhören soll immer näher zu kommen...Rory?"
Rory spürte seinen Finger ihre Lippenlinie entlang streichen und sie hatte das Gefühl, ihr Kopf wäre leer. Sie wusste nicht was sie machen sollte, sie hatte keinen Spruch mit dem sie Tristan abwehren könnte. Sie hatte keine Kraft mehr. Sie ließ sich einfach mit dem Rücken an die Wand hinter ihr fallen, so konnte sie mehr Abstand zwischen sich und Tristan bringen. Ihr Plan funktionierte nicht. Tristan kam noch näher. Sie schloss ihre Augen.
„Bitte hör auf."Es war nur ein flüstern von ihr gewesen aber er hatte es gehört. Sie merkte, wie er sich umdrehte und hörte seine Schritte immer leiser werden. Dann war alles still und sie öffnete ihre Augen. Nach ein paar Blicken zu beiden Seiten stellte sie fest das sie alleine in dem langen Flur stand, und das war auch kein Wunder denn die Stunde hatte schon längst angefangen. Rory atmete einmal tief durch, fuhr sich mit der Hand durch ihre langen Haare und machte sich auf den Weg zum Physik Hörsaal.
Chilton/ Schulhof
„Und dann sagte diese Verkäuferin wirklich zu mir, sie hätte den Rock gerade an einen anderen Kunden verkauft! Stell dir das mal vor!"Madeline hatte die Beine übereinander geschlagen und feilte sich ihre Fingernägel. „Natürlich habe ich ihr erst mal einen Vortrag darüber gehalten wie hinterhältig sie wäre, du weißt ja, ich hatte den Rock extra für mich zurücklegen lassen."
Louise schaute Madeline verständnislos an: „Aber war das nicht vor 3 Wochen gewesen?"
„Ach sei doch nicht so dumm Louise. Ob es vor drei Wochen oder vor drei Tagen war spielt ja wohl keine Rolle. Ich habe ihn zurücklegen lassen und dann habe ich mir Nagellack in genau der gleichen Farbe gekauft, wie die des Rockes. So, und jetzt frage ich dich, was soll ich mit Nagellack anfangen, zu dem ich kein passendes Kleidungsstück habe?"
Rory sah von ihrem Buch auf und drehte sich zu Madeline um. „Benutz ihn doch einfach nicht, oder schenk ihn jemanden."Rory hatte bis vor ein paar Minuten noch gelesen, doch dann hatten sich Madeline und Louise zu ihr gesetzt und jeder Versuch sich auf ihr Buch zu konzentrieren war fehl geschlagen. Überhaupt, fragte sich Rory wie die beiden sie hatten finden können. Um ja nicht auf Tristan zu stoßen, hatte sie sich möglichst weit von dem belebten Schulhof entfernt und sich eine Bank im Schatten gesucht.
Louise fing an zu kichern: „Wer will denn schon Nagellack in einem schlammigen Braunton haben?"
„Zu dem Rock sah es wunderbar aus, aber jetzt da..."Madeline wollte gerade fort fahren ihren Hass auf die Verkäuferin kund zu tun als Paris sie unterbrach.
„Na endlich! Ich habe schon den ganzen verdammten Schulhof nach euch Idioten abgesucht!"
„Hallo Paris, ich finde es auch schön dich zu sehen."Rory sah Paris, die vor ihr stand und auf jeder Hand einen Stapel Bücher balancierte, mit einem genervten Blick an.
„Was willst du denn hier Gilmore?"
„Diese Frage könnte ich auch dir, oder besser gesagt Louise und Madeline stellen, denn sie haben sich zu mir gesetzt."
Paris blickte die beiden grinsenden Mädchen neben Rory fragend an.
„Na wie auch immer, ihr beide kommt jetzt mit mir, wir müssen unser Referat für die nächste Englischstunde vorbereiten."
Seufzend standen sie auf und Louise blickte zu Rory: „Komm doch schon mal mit, du hast doch jetzt auch Englisch oder?"Rory nickte und Louise beugte sich zu ihr hinunter und flüsterte: „Und du wirst Paris live erleben, wenn sie merkt das Madeline ihre Unterlagen vergessen hat."Kichernd ging sie den beiden anderen hinterher und Rory schloss sich ihnen an.
Die Pausenglocke läutete und langsam betraten die anderen Schüler die Klasse. Paris, Madeline, Louise und Rory hatten die Tische an die Wand gerückt und alle Stühle zu einem Halbkreis aufgestellt. Paris hatte wirklich eine Art von Tobsuchtsanfall bekommen aber nachdem sie ein paar Tabletten genommen hatte, ging es ihr schon wieder besser. Rory hatte sich auf einen Stuhl am Ende der letzten Reihe gesetzt und ihr Buch aufgeschlagen. Sie versuchte wie immer, jede freie Minute mit lesen zu verbringen. Allmählich füllten sich die Reihen und Rory merkte wie sich jemand neben ihr auf dem Stuhl niederließ. Doch sie schaute nicht auf, sondern las weiter. Nach weiteren 5 Minuten betrat der Englischlehrer die Klasse und alle wurden leise. Rory schlug ihr Buch zu, sah auf und drehte sich um und währe fast mit Tristan zusammen gestoßen. Vor schreck entfuhr ihr ein erstickter Schrei.
„Entschuldigung Maria falls ich dich erschreckt haben sollte."Er hatte seinen Ellenbogen auf den Stuhl gestützt und sich so mit seinem Körper zu ihr gewand. Wie immer wenn er sie sah, huschte ein Lächeln über seinen Mund.
Sie starrte ihn immer noch fassungslos an und meinte kühl: „Ja das hast du."Sie setzte sich grade in ihrem Stuhl auf und fing an mit konzentrierter Miene dem Lehrer zu zuhören.
Die erste Viertelstunde verlief ohne einen Zwischenfall, ganz abgesehen davon, dass Rory und Tristan nicht ein Wort des Lehrers mitbekamen. Rory machte der Gedanke so nah neben Tristan zu sitzen Angst. Immer wieder versuchte sie ihre Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Natürlich ihre Gefühle zu Dean, den sie jedes Mal zu vergessen schien, sobald er in der Nähe war. Das Gefühl Dean zu lieben und von ihm geliebt zu werden rückte in ungreifbare Tiefen sobald sie ihn sah. Doch umso stärker war ihr schlechtes Gewissen, obwohl sie nichts verbotenes tat, wie sie sich immer wieder sagte.
Tristan konnte nicht aufhören Rory zu beobachten. Es war nicht so, als ob sie Miss World oder ähnliches wäre, doch für Tristan hatte sie eine Ausstrahlung die er noch nicht mal sich selbst erklären konnte. Diese Ausstrahlung musste erforscht werden, er wollte sie kennen lernen, er wollte lernen Rory Gilmore zu lieben. Im Moment wusste er nur, dass sie das Einzige war, was er haben wollte, was er besitzen wollte. Doch um sie zu bekommen, musste er erst sich, und dann sie von der Wirklichkeit seiner Liebe überzeugen. Und dafür musste sie ihm erst mal eine Chance geben.
Die Stunde neigte sich dem Ende zu und Rory und Tristan waren immer noch in ihren eigenen Gedanken. Tristan hatte gemerkt, dass sie sich keine Notizen machte und er konnte ahnen das sie über ihn nachdachte. Ein selbstgefälliges Lächeln erschien auf seinem Gesicht und als wäre es ein Reflex gewesen berührte er vorsichtig ihre Hand. Rory erschrak, zog aber ihre Hand nicht weg. Sie war zu neugierig auf das was kommen würde. Tristan ließ seine Hand über ihre wandern und drehte ihre Hand langsam um. Seine Fingerspitzen gruben sich in ihre Handfläche. Rory starrte immer noch wie gebannt grade aus, sie konnte ihm in diesem Moment auf keinen Fall in die Augen sehen. Es würde ihr viel zu peinlich sein. Ganz anders ging es Tristan, der seine Augen nicht mehr von ihr nehmen konnte. Er wollte ihre milchige, weiche Haut berühren und wenn er durfte wollte er sie auch küssen. Seine Hand strich ihr Handgelenk hoch, weiter über die Innenseite ihres Armes. Tristan wusste das diese Situation einmalig war, und er wollte sie voll ausnutzen. Er rutschte etwas tiefer in den Stuhl damit er fast auf gleicher Höhe war wie Rorys. Langsam schob er ihren Ärmel nach höher über ihren Ellenbogen. Mit einem schnellen, letzten Blick in ihr Gesicht beugte er seinen Kopf über ihren Arm und...vor Schreck blieb Rory fast das Herz stehen.....berührte mit seinen Lippen die Innenseite ihres Armes. Ein heißes Schauer lief durch Rorys ganzen Körper als sie merkte wie zärtlich er seine Lippen auf ihre Haut presste. Tristan konnte sein Glück nicht fassen. Er wusste, früher oder später würde sie sich losreißen und weglaufen, aber nur der Augenblick zählte. Rorys Herz überschlug sich fast und sie war sich ihres hochroten Kopfes sehr gut bewusst. Mit all ihren Sinnen spürte sie nur zu deutlich Tristans heißen Atem auf ihrer Haut und die Worte des Lehrers schienen immer leiser zu werden. Die anderen hatten nichts von dem gemerkt was in der letzten Reihe zwischen den beiden geschah aber auf einmal stellte Rory sich ihre Blicke vor falls sie es bemerken würden....Plötzlich veränderten sich ihre Gefühle von einer Sekunde auf die andere. Was machte sie da? Oder besser : Was machte Tristan da? Angst kroch in Rory hoch. Die Gefahr entdeckt zu werden war das einzige an dass sie noch denken konnte. Sie musste hier weg.
„Mr. Edwards?"Mit einem Ruck war Rory hochgesprungen und hätte dem erstaunten Tristan fast aus versehen ins Gesicht geschlagen.
Ein bisschen erstaunt wegen der plötzlichen Unterbrechung blickte Mr. Edwards Rory an und fragte: „Ja Miss Gilmore, was gibt es?"
„Uhm...Mir ist übel, kann ich kurz zur Toilette?"
„Natürlich, gehen sie nur."
Rory murmelte ein „Danke, Sir", drehte sich um und ging mit schnellen Schritten aus der Klasse. Tristan ließ sich langsam in seinen Stuhl zurück fallen, atmete tief durch und fuhr sich gleichzeitig durch seine Haare. Er wusste das es passieren würde, aber trotzdem fühlte er sich plötzlich allein gelassen und er machte sich Gedanken über Rorys Befinden.
Rory stand zitternd an einem der Schließfächer gelehnt. Sie fühlte das kalte Metall an ihrem Rücken und fröstelte. Jetzt wo sie alleine war, verstand sie fast nicht mehr warum sie weggelaufen war. Es stimmte! Sie hatte es genossen, und sich gewünscht er würde nie aufhören. Was ihr aber am meisten Angst machte war, dass sie für einen Moment lang vergessen hatte, dass sie einen Freund hatte. Sie liebten sich beide doch so, wie konnte das nur passieren? Was habe ich nur gemacht? Warum hab ich meine Hand nicht gleich von Anfang an weg gezogen? Rory hatte keine Zeit darüber noch länger nachzudenken, denn sie hatte nicht gemerkt wie sich langsam Schritte genähert hatten.
„Rory?"Rory erkannte die Stimme sofort und wollte gerade versuchen weg zu laufen als er um die Ecke bog.
Tristan sah sie an. Mit einem ausdruckslosem Blick, so schien es ihr. Rory konnte es nicht länger ertragen. Ihr war die ganze Sache so peinlich und sie wünschte es wäre nie passiert.
„Hey, was gibt's?"
Er grinste und konnte sich den Kommentar nicht ersparen: „Ich dachte, wir könnten das was wir in der Klasse angefangen hatten, hier draußen weiterführen?"
„Träum weiter!"
„Ahh.....Jede Nacht, Maria!"Er wartete auf eine Entgegnung von ihr, doch es kam nichts.
„Was? Keine schlaue Antwort auf Lager?"
„Ich hab keine Lust, mich noch länger mit dir abzugeben, das ganze ist total verrückt, und ich wünschte du würdest mich einfach nur in Ruhe lassen."
Tristan schluckte seine Wut runter und antwortet stattdessen mit blitzenden Augen: „Ach ja? Rory, ich hab gemerkt das du es genossen hast, gib es doch endlich zu!"
Rory fühlte sich sofort ertappt. Sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen: „Ich hab einen Freund Tristan, wir lieben uns. Gib es auf! Das einzige auf das du je hoffen kannst ist eine platonische Freundschaft zwischen uns."Sie sah ihn mit großen Augen an und sagte verächtlich: „ Und selbst davon bist du meilenweit entfernt!" Damit drehte sie sich um und ging auf den Haupteingang zu. Tristan konnte sich nicht mehr zurück halten und mit wütendem Gesicht schrie er ihr nach: „Schönen Tag noch mein Prinzesschen!!!"
