Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.
Die Originalstory ist von lizzy90.
Unerwarteter Besuch. Edwards Pov.
Wir fuhren früh wieder zurück nach hause, trotz dem Protest von Alice. Jasper, Emmett und ich mussten früh aufstehen und konnten nicht die ganze Nacht feiern. Demetris Worte gingen mir nicht mehr aus dem Kopf, Bella war noch so jung und musste sich um so vieles kümmern.
Langsam ging ich die Treppe hoch in mein Zimmer, in dem ich zu meiner großen Überraschung Tanya fand. Sie trug ein Hauch von einem Negligee, dass ihre Beine sehen ließ und das einen tiefen Ausschnitt hatte.
„Hallo." Schnurrte sie und strich sich mit dem Finger über den Ansatz ihrer Brüste.
„Was machst du hier?" Fragte ich und zog eine Augenbraue hoch, sie war bestimmt nicht gekommen, um mir eine gute Nacht zu wünschen.
„Ich will dir nur, süße Träume wünschen." Sie stand auf und kam, hüftwackelnd, auf mich zu.
„Tanya!" Ich hielt ihre Hände fest, die mein Hemd aufknöpfen wollten. „Du bist sehr schön." Sagte ich und sie lächelte befriedigt. „Aber ich will keine Probleme mit deinem Cousin bekommen, weil du meinst, dich nachts in mein Zimmer schleichen zu müssen, verstanden?"
„Ich bin schon ein großes Mädchen und Demetri hat mir nicht zu sagen, was ich zu tun und zu lassen habe." Antwortete sie lächelnd.
„Dann ist das zwischen uns geklärt?" Fragte ich. „Wir verstehen uns?"
„Natürlich." Schnurrte sie wieder und fing an mein Hemd auf zuknöpfen, streifte es mir von den Schultern und setzte kleine Küsse auf meine Brust. Ich hätte gelogen, wenn ich gesagt hätte, dass es mir nicht gefiel. Ich war ein Mann und mir gefiel Sex.
Sie kümmerte sich auch um meine Hose und, wie auch immer, landeten wir schnell auf meinem Bett. Tanya war über mir und sie wusste wirklich was sie zu tun hatte. Nur das ich mir wünschte, dass es eine dunkle und keine blonde Mähne war, die über meinen Bauch strich und ich lieber in braune Augen gesehen hätte. Trotzdem kam ich natürlich zu meinem Höhepunkt. Tanya hatte wirklich Talent.
„Ich hab dich gar nicht im Dorf gesehen." Sagte ich nach einer Weile.
„Ich dich schon, aber du warst zu sehr mit diesem Swan Mädchen beschäftigt." Ihr Ton war eindeutig abwertend.
„Ja, sie ist sehr hübsch." Antwortete ich nur.
„Zu simpel für meinen Geschmack. Sie glaubt hübsch und kokett zu sein und sie meint über allem und jedem zu stehen. Es gibt viele die ihr den Hof machen und sie sieht sie nicht mal an." Es war eindeutig, dass sie Bella nicht leiden konnte. „Sie ist ein eingebildetes und verzogenes Kind, genau wie ihr dummer Bruder." Aha, da war also auch was zwischen James und Tanya vorgefallen.
„Wow, du scheinst sie wirklich zu hassen." Stellte ich fest.
„Ich mag sie nicht...das ist alles." Sagte sie und lächelte mich an.
„Also dein Cousin redet nur gut von ihr." Sagte ich und sie schnaufte.
„Demetri ist genau wie alle anderen in diesem Dorf...er betet den Boden an, auf dem Isabella Swan geht." Kam es verärgert von Tanya. „Sie ist gar nicht so hübsch...ich verstehe gar nicht, warum alle das glauben."
„Isabella ist...hübsch." Tanya warf mir einen Killerblick zu. „Und auch nett und...süß."
„Du bist ihr also auch schon ins Netz gegangen." Sie seufzte.
„Sie ist intelligent, bescheiden, ein Familienmensch und..."Fing ich an aufzuzählen, als sie mich abrupt unterbrach.
„Und sie ist in ihren Vorarbeiter verliebt." Sagte sie giftig. „Hat sie dir das nicht erzählt?" Kam es dann schnippisch. „Es weiß doch jeder, dass Jakob und Bella sich verstehen...gut verstehen. Das kann dir jeder im Dorf bestätigen." Ich sah sie einfach nur ernst an.
„Geh, ich muss jetzt schlafen." Sie schnaufte wieder, stand auf, suchte ihre Sachen zusammen und knallte die Tür hinter sich zu. Ich ließ mich in meine Kissen fallen. Tanya war sauer, dass war eindeutig. Irgendetwas musste zwischen Tanya und Bella vorgefallen sein.
Wie immer wurde ich früh wach und ging vor dem Frühstück noch kurz in den Stall. Aus der Küche nahm ich einen Apfel mit, um meinem Hengst einen guten Morgen zu wünschen. Sobald Trueno mich sah, kam er auch schon zu mir, um sich seinen kleinen Leckerbissen abzuholen.
„Hallo Großer." Begrüßte ich ihn und streichelte ihm über die Flanken. Er war wirklich ein Prachtexemplar und ich war richtig stolz auf ihn.
Als ich wieder in die Küche kam, saßen die anderen schon am Tisch und sobald auch ich saß, wurde uns das Frühstück gebracht. Tanya zwinkerte mir ein paar mal zu und ging dann, hüftwackelnd, aus der Küche.
„Argh!" Kam es von Alice. „Wenn ich mir das jetzt jeden Morgen ansehen muss, werde ich krank." Schimpfte sie und Emmett lachte laut.
„Ey Edward, musstest du ausgerechnet das Mädchen nehmen, dass uns das Frühstück serviert?" gab Rosalie ihren Teil dazu.
„Ich habe nicht..." Fing ich an, aber Alice fiel mir sofort ins Wort.
„Trau dich bloß nicht, es ab zu streiten." Sie zeigte mit ihrer Gabel auf mich. „Ich habe letzte Nacht gesehen, wie sie, mit einem dämlichen Grinsen, aus deinem Zimmer gekommen ist."
„Alice!" Sagte ich tadelnd.
„Nichts da, Alice." Machte sie weiter. „Du könntest langsam aufhören mit deinen Eiern zu denken und mal erwachsen werden."
„Schatz." Sagte Jasper beschwichtigend und nahm ihre Hand. „Dein Bruder ist ein Mann und er weiß was er tut."
„Das weiß er nicht Jazz. Gestern hat er noch mit diesem Mädchen...Isabella, geschäkert und wirkte glücklich. Aber nein, er muss sich gleich diese Schlampe angeln."
„Ich weiß was ich tue Alice, hör also auf alles zu dramatisieren." Bat ich und trank meinen Kaffee.
„Ich dramatisiere nicht. Hier ist es nicht wie in der Stadt, dass hast du selber gesagt. Du wolltest aufs Land ziehen und dir eine anständige Ehefrau suchen."
„Du willst doch wohl nicht die heiraten?" Kam es entsetzt von Rosalie. „Sie ist eine..."
„Schlampe!" Vollendete Alice den Satz.
„Es reicht! Alle Beide!" Ich schlug auf den Tisch und erntete dafür einen Killerblick von Rose und Alice. „Sie ist nur ein Zeitvertreib und ich werde sie bestimmt nicht heiraten. Sie hat sich mir angeboten und ihr wisst doch wie ich bin." Versuchte ich mich zu verteidigen.
„Ja." Kam es von meiner Schwester. „Du kannst keinen Besen im Rock sehen, ohne gleich darüber herzufallen." Sie verschränkte die Arme vor der Brust. „Und was ist, wenn du jemanden findest, der dir wirklich wichtig ist, eh? Ich hoffe du bekommst einen Korb und musst richtig leiden."
„Alice." Bat Jasper. „Lass gut sein."
„Aber Jazz..."
„Schatz, dein Bruder weiß was es tut, lass ihn jetzt in Frieden." Ob sie wollte oder nicht, damit war das Thema beendet.
Nach dem Frühstück sattelte ich mein Pferd und ritt über meine Ländereien. Zuerst führte mich mein Weg zu dem kleinen See, in der Hoffnung Bella dort zu treffen, aber ich hatte kein Glück. So ritt ich weiter über die Wiesen, bis zu den Weinstöcken, die Hacienda Tanner war sehr groß und wir konnten viele verschiedene Sachen anbauen. Hacienda Tanner, dachte ich, wir mussten den Namen langsam ändern, aber wie sollte sie heißen?
Bevor wir ganz hergezogen waren, hatte ich das ganze Mobiliar ändern lassen, einige kleine Renovierungen Durchführen und alles neu streichen lassen. Alice und Esme hatten sich um die Dekoration gekümmert, nur an einen neuen Namen hatte ich nicht gedacht. Plötzlich sah ich Isabellas Gesicht vor mir...Bella, dass war ein hervorragender Name. Zu den anderen hatte ich nichts gesagt, aber was meine zukünftige Ehefrau betraf, da gab es eine Kandidatin und sie war die einzige die ich wollte. Bella!
Ob es an ihrer unschuldigen Aura, oder ihrer unglaublichen Schönheit lag wusste ich nicht, aber ich bekam sie nicht wieder aus meinem Kopf. Und das war schon so, seitdem ich sie in dem See gesehen hatte. In einem Versuch meinen Kopf frei zu bekommen, ritt ich im vollem Galopp zum Haus zurück. Im Stall wartete schon Demetri auf mich. Ich stieg ab und übergab mein Pferd einem der Stallburschen.
„Sattel ihn bitte ab und gib ihm Wasser." Bat ich und wand mich direkt an Demetri.
„Hast du gemacht worum ich dich gebeten habe?" Fragte ich ihn.
„Ja." Antwortete er zögernd. „Ich habe Gestern noch ein wenig mit Jakob geredet. Wie es aussieht, ist es schlimmer als ich gedacht hatte." Er seufzte.
„Wie schlimm?"
„Sie haben einen Kredit aufgenommen um Saatgut zu kaufen und die Ernte war schlecht...wenn sie den Kredit nicht bis Ende des Monats bezahlt haben, verlieren sie das Land am Fluss." Erklärte Demetri.
„Und das ist schlimm?" Wollte ich wissen.
„Ja, dass ist das fruchtbarste Land der Hacienda und außerdem ihre einzige Wasserquelle um das Land zu bewässern. Wenn sie das Land verlieren, verlieren sie die ganze Ernte."
„Und was kann man tun?"
„Die Bank gibt ihnen keinen Aufschub mehr, sie müssen bezahlen." Demetri seufzte wieder.
„Und sonst?" Ich wollte alles wissen.
„Im Haus fehlt es wohl auch an allen Ecken und Enden, sie mussten die Hälfte der Arbeiter entlassen."
„Gut, ich werde sehen was ich tun kann. Danke Demetri und ich gehe davon aus, dass du mit niemandem darüber reden wirst."
„Keine Sorge Chef." Antwortete Demetri und ich ging ins Haus.
„Wo warst du?" Überfiel mich sofort meine Schwester.
„Ich bin 26 Jahre alt Alice und muss dir keine Rechenschaft ablegen." Sagte ich härter als beabsichtigt.
„Mama hat angerufen." Erklärte sie schnell. „Sie wollte wissen, wie es uns geht."
„Ich rufe sie gleich an."
„Tut mir Leid Edward." Kam es zerknirscht von meiner Schwester, sie meinte unsere kleine Diskussion beim Frühstück. Ich seufzte und ging zu ihr, um sie zu umarmen. „Ich mag es gar nicht, wenn wir streiten." Fügte sie hinzu.
„Ich auch nicht Kleines." Ich umarmte sie und gab ihre einen Kuss auf den Kopf. „Vergessen wir es einfach."
„Ok." Antwortete sie und strahlte schon wieder.
Ich ging in mein Büro, um mich um einige Papiere zu kümmern und an das zu denken, was mir nicht mehr aus dem Kopf ging...Bella.
Bellas Pov.
„Angela!" Rief ich, als ich in die Küche kam.
„Guten Morgen Kind." Begrüßte mich Maria, unsere Köchin.
„Guten Morgen Maria, hast du Angela gesehen?" Fragte ich.
„Sie ist im Hühnerstall, Eier holen."
„Oh, ich werde sie da suchen. Mach Heute Mittag bitte was leckeres zu Essen Maria, mein Vater kommt heute aus der Stadt zurück." Bat ich und Maria sah mich seltsam an. „Ist was?" Wollte ich wissen.
„Die Vorratskammer ist leer Kind." Antwortete sie und seufzte.
„Es ist nichts mehr da?" Fragte ich entsetzt.
„Nur noch etwas Milch und Brot und ich habe kein Geld um einzukaufen." Murmelte sie leise.
„Was? James sollte dir das Geld am Montag geben." Maria schüttelte nur den Kopf. „Verdammter James!" Rief ich und Maria zuckte zusammen.
„Ist schon gut Maria, ich werde sehen, was ich machen kann und wenn du Jake siehst, schick ihn bitte zu mir." Bat ich sie, bevor ich wieder in mein Zimmer ging und mein altes Schmuckkästchen hervorholte, wenn man es noch so nennen konnte. Ich suchte einen Ring heraus, den mein Vater mir geschenkt hatte, als ich noch ein kleines Mädchen gewesen war. Es war ein zarter Ring, mit einem Saphir und so gut wie das letzte Schmuckstück, dass mir geblieben war, alles andere hatte ich schon verkauft. Jetzt blieb nur noch der Verlobungsring meiner Mutter, eine Perlenkette, zwei Ringe und meine Geburtsmedaille.
„Bist du da Bella?" Hörte ich Jakes Stimme vor der Tür.
„Ja, komm rein." Jakob kam mit einem strahlenden Lächeln in mein Zimmer.
„Wo warst du? Ich suche dich schon eine Weile." Ich machte mein Schmuckkästchen zu und drehte mich zu ihm um.
„Ja...tut mir Leid. Ich bin spät ins Bett gekommen, weil ich Gestern mit Demetri noch ein paar Bier getrunken habe. Heute Morgen bin ich dann direkt aufs Feld." Erklärte er mir.
„Wie geht es Demetri?" Ich hatte ihn schon eine Weile nicht mehr gesehen und am Abend hatte ich keine Möglichkeit gehabt mit ihm zu sprechen.
„Gut und er lässt dich grüßen."
„Ich muss dich um einen Gefallen bitten Jake." Bat ich und betrachtet zum letzten Mal meinen Ring.
„Was immer du brauchst Bella." Antwortete er wie erwartet.
„Kannst du das hier ins Dorf bringen und beim Juwelier verkaufen?" Fragte ich und er sah mich mitleidig an.
„Schon wieder?" Fragte er und ich zuckte nur mit den Schultern, obwohl es mir sehr weh tat diesen Ring zu verkaufen. Aber ich würde alles tun, damit wir die Hacienda nicht verlieren.
„Unsere Vorratskammer ist leer und mein Vater kommt Heute wieder, was soll ich sonst tun?" Fragte ich verzweifelt.
„Ach Bella, ich dachte mit dem, was ihr für die letzte Ernte bekommen habt würde es für eine Weile reichen." Sagte Jake und ich schüttelte nur den Kopf.
„Mateo hat das Geld was wir ihm noch schuldeten, von dem Gewinn abgezogen und den Rest James gegeben. Ich habe ihn gebeten, es mir zu geben, aber er hat sich geweigert und nicht mal Maria Geld zum einkaufen gegeben." Ich merkte, wie mir die Tränen in die Augen stiegen. „Warum macht er das Jakob?" Er nahm mich wortlos in den Arm und ich legte meinen Kopf an seine Brust. „Manchmal...manchmal möchte ich einfach alles hinschmeißen und gehen, sein wie jedes normale Mädchen meines Alters und mich nicht nur mit Problemen herumschlagen."
„Beruhige dich Bells." Jakob strich mir übers Haar.
„Ich weiß nicht mehr, was ich noch machen soll." Jetzt liefen mir die Tränen übers Gesicht. „Ich habe keine Kraft mehr..."
„Bella." Sagte Jakob fest, zwang mich dazu, mich auf mein Bett zu setzen und kniete sich dann vor mich. „Du bist das tapferste Mädchen das ich kenne. Du hast dich noch nie klein kriegen lassen und jetzt ist nicht der Moment damit anzufangen. Wir werden einen Weg finden die Schulden zu bezahlen." Er streichelte meine Wange. „Ich bin hier Bella und werde dich nie verlassen."
„Ach Jake, ich wüsste nicht, was ich ohne dich machen sollte." Ich schlang meine Arme um seinen Hals.
„Ich bin hier Hübsche und werde immer da sein." Ich legte meine Wange auf seine Schulter.
„Was für eine schöne Szene." Spottete eine Stimme von der Tür her. James lehnte am Türrahmen. „Hast du Spaß Schwesterchen?" Fragte er und ich schnaufte. Er hatte noch die gleichen Sachen an wie Gestern, sein Hemd war zerknittert und seine Hose schmutzig.
„Wir unterhalten uns nur." Antwortete Jake und stand auf.
„Ich hab sie gefragt und nicht dich Knecht." Knurrte mein Bruder.
„Es reicht James!" Schrie ich. „Mach bitte worum ich dich gebeten habe Jake." Der nickte und lächelte mich an.
„Sofort Bella."
„Genau Knecht, tu was man dir sagt." Kam es von James, aber Jake ging ohne etwas zu sagen an ihm vorbei.
„Wo zum Teufel warst du?" Schrie ich meinen Bruder an, sobald Jake aus dem Zimmer war.
„Unterwegs." Antwortete er lapidar und legte sich auf mein Bett. „Es gehört sich nicht, dass die Tochter des Hauses mit einem Knecht allein in ihrem Zimmer ist." Er sah mich von oben bis unten an. „Ich dachte du hättest verstanden, dass ich nicht will, dass du mit ihm redest."
„Zum Teufel damit! Verdammt James, Papa kommt in wenigen Stunden und sieh dich an, wie du wieder aussiehst. Wo warst du?"
„Unterwegs, dass hab ich doch schon gesagt." Er verschränkte seine Arme hinter seinem Kopf.
„Was hast du mit dem Geld von Mateo gemacht?" Wollte ich wissen.
„Investiert."
„In was? In die Kneipe? Siehst du nicht, dass wir immer weiter untergehen? Warum hast du das Geld nicht Maria gegeben?" Er antwortete nicht.
„James?"
„Hör auf mich wie einen kleinen Jungen zu behandeln...Du bist nicht Mama!" Ich zuckte zusammen und sah ihn nur an.
„Das wollte ich nicht sagen Bella...ich..." Das hatte weh getan, ich wusste, dass ich nicht meine Mutter war und es auch nie sein würde. Aber ich war jetzt die einzige, die sich um meinen Vater und meinen Bruder kümmerte.
„Du hast Recht, ich bin nicht Mama, aber du bist mein großer Bruder, verhalte dich endlich so. Es ist nichts zu essen im Haus, wie du vielleicht schon gemerkt hast, weil du mal wieder das Geld zum Fenster hinausgeworfen hast. Aber das sollte mich nicht überraschen, stimmts?" Sagte ich ruhig und jetzt sah er mich nur an. „Sei endlich ein Mann James, dass ist dein Job."
„Ich weiß, aber es wäre einfacher, wenn du endlich tun würdest was du zu tun hast!" Schrie er.
„Was ich zu tun habe? Gott weiß, dass ich jeden Tag meine Arbeit mache und tue was ich kann." Schrie ich zurück.
„Klar...heilige Bella. Entschuldige bitte, dass ich dir noch keinen Altar gebaut habe." Spottete er.
„Ich bin keine Heilige oder so, aber ich tue alles, damit diese Familie nicht untergeht." Ich zeigte mit dem Finger auf ihn. „Und was machst du? Karten spielen und dich betrinken?"
„Das ist mein Problem, nicht deines." Er stand auf.
„Es ist mein Problem, solange du unser Geld verprasst." Erwiderte ich.
„Das Geld gehört genauso mir wie dir Püppchen, auch ich arbeite jeden Tag, damit diese verdammte Ernte gedeiht." Kam es von James.
„Es reicht aber nicht, dass du auf dem Pferd ,wie ein Großgrundbesitzer, über die Felder reitest und den Herrn des Hauses spielst. Arbeite wie alle anderen, so wie ich es auch tue." Schimpfte ich.
„Anstatt mit den Händen im Dreck zu wühlen, solltest du dich lieber hübsch machen und endlich den Antrag von Mike annehmen. Das würde uns von den Schulden befreien." Er grinste mich schief an.
„Nur über meine Leiche! Nie werde ich Mike heiraten!" Schrie ich.
„Ich verstehe ehrlich nicht, warum du dich so sträubst. Er ist mein Freund."
„Toller Freund, der dich regelmäßig beim Kartenspielen übers Ohr haut." Manchmal verstand ich meinen Bruder wirklich nicht.
„Ich gehe jetzt besser." Sagte James und drehte sich um.
„Genau, flüchte, wie du es immer tust." Ohne noch etwas zu sagen, ging James aus dem Zimmer und knallte die Tür hinter sich zu.
„Verdammt!" Schrie ich ihm hinterher und trat gegen meinen Tisch. Wann hatte sich mein Bruder so verändert? Ich versuchte mich zu beruhigen und sah in den Spiegel, ich sah furchtbar aus und so durfte man mich nicht sehen. Unsere Arbeiter mussten mich stark und zuversichtlich sehen, ich musste sie animieren und nicht auch noch runter ziehen. Ohne unsere treuen Arbeiter und Freunde, wäre die Hacienda Swan schon lange untergegangen.
„Bella?" Hörte ich Angela vor der Tür.
„Komm rein." Rief ich und versuchte Ordnung in meine Haare zu bringen.
„Maria hat was zum Frühstück gezaubert...komm." Sie lächelte mich aufmunternd an.
„Danke, ich komm sofort." Antwortete ich und Angela ließ mich wieder allein. Ich warf noch einen kurzen Blick in den Spiegel und ging ihr dann nach.
Der Rest des Vormittags verlief ohne weitere Komplikationen und ich sah meinen Bruder nicht mehr. Angela hatte gesehen, wie er in sein Zimmer gegangen war, er verschlief anscheinend mal wieder alles. Jakob kam mit dem Geld für meinen Ring wieder, es war nicht viel, aber ich konnte wenigstens die Vorratskammer füllen und würde mir darüber für ein paar Wochen keine Sorgen machen müssen. Das war wenigstens schon mal etwas.
„Bella!" Rief mich irgendwann Pedro, einer unserer Stallburschen.
„Hallo Pedro. Was ist?"
„Deine Vater ist gleich hier, der Wagen ist gerade aufs Grundstück gefahren." Erklärte er und sofort erschien ein Lächeln auf meinem Gesicht. Mein Papa war wieder da.
„Danke!" Rief ich und rannte auch schon zum Haus. Angela war im Wohnzimmer und begleitete mich vor den Eingang, um meinen Vater zu begrüßen. Ich fühlte mich, als ob ich wieder sechs Jahre alt wäre und auf meine Eltern wartete, die von einem Ausflug zurück kamen, nur das meine Mama nie wiederkommen würde.
„Bella!" Rief mein Vater fröhlich, während Billy ihm aus dem Auto half. Ich rannte direkt zu ihm und umarmte ihn stürmisch.
„Oh Kleines, ich hab dich so vermisst." Mein Vater strahlte mich an.
„Ich dich auch Papa und wie!" Ich umarmte ihn wieder. „Aber wie geht es dir? Wie fühlst du dich?"
„Besser Kleines, jetzt wo ich wieder zu Hause bin, geht es mir viel besser. Diese Ärzte glauben, wenn sie den ganzen Tag irgendwelche Nadeln in mich pieksen geht es mir besser, aber das ist Quatsch." Erklärte er lachend.
Ich umarmte ihm wieder und mir war es egal, dass ich mich wie ein kleines Mädchen benahm, mein Vater war das einzige was ich noch hatte. Er war der einzige Grund weswegen ich noch im Dorf war und wenn er mich so anstrahlte wusste ich, dass ich das richtige tat.
Zusammen mit Billy und Jakob gingen wir ins Haus, wo alle anderen Arbeiter auf uns warteten und dann setzen wir uns alle an den Tisch, um zu essen. Maria hatte aus dem Vollen schöpfen können und uns ein köstliches Essen gezaubert.
„Geht es dir gut?" Fragte ich, als ich meinen Vater in sein Zimmer gebracht hatte.
„Ja." Antwortete er. „Und dein Bruder?" Ich wich seinem Blick aus.
„Er schläft, es ist Gestern spät geworden und..."
„Du musst ihn nicht entschuldigen ,mein Herz." Er nahm mich in den Arm. „Ich weiß wie dein Bruder ist."
„Ruhe dich jetzt aus Papa. Du musst wieder zu Kräften kommen, die Reise war bestimmt anstrengend." Er nickte und ich ließ ihn allein. Als ich fast unten war, sah ich Angela mit einem fremdem Mädchen reden, dass ich nicht kannte.
„Oh! Da bist du ja!" Rief das fremde Mädchen enthusiastisch als sie mich sah und jetzt erkannte ich sie. Ich hatte sie Gestern mit Edward gesehen. „Du bist Bella, richtig?" Sie kam zu mir und ich sah zu Angela, die zuckte nur mit den Schultern. „Ich bin Alice, Alice Cullen die Schwester von Edward." Sie strahlte mich an.
„Schön dich kennen zu lernen." Sagte ich und hielt ihr meine Hand hin, aber sie war schneller, umarmte mich und schmatzte mir einen Kuss auf die Wange.
„Ich freue mich auch, wir werden so gute Freundinnen werden." Alice nahm meinen Arm und zog mich die letzten Stufen herunter. Ich musste grinsen, genau wie Angela. Dieses Mädchen hatte sich einfach selbst eingeladen und war genauso selbstbewusst wie ihr Bruder. Aber sie war mir sympathisch und ich konnte eine Freundin gebrauchen.
