Die Figuren gehören immer noch nicht mir, sondern zum größten Teil J.K.
Rowling. Nur die Geschichte gehört mir und leider, leider verdiene ich wie
auch zuvor kein Geld damit. *schnief*
*~*~*
Also da bin ich wieder. Erstmal zu meinen Reviewern:
@Pe: Ich schreib dir doch gerne ne Review. Schreib bitte mal wieder etwas, vielleicht dieses Mal eine Geschichte, würd ich mich drüber freuen. Danke, dass du mir, trotz so wenig Handlung und einem sehr kurzen Chapter, eine Review geschrieben hast. Ich musste ein wenig Hintergrundinfos in das Chapter bringen, jetzt kommt aber wieder ein etwas längeres Chapter mit (wie ich hoffe *g*) mehr Handlung. Ich bitte um Nachsicht. *bittendschau*
@curlylein: Ich kann nur sagen: Danke dafür, dass du meine Beta bist und danke für deine Review. *ganzdollknuddel*
So, jetzt kommen wir zum nächsten Kapitel, damit die Vorrede dieses Mal nicht genauso lang ist *g*.
*~*~*
3. Kapitel: Wiedersehen mit Folgen
Der Weg zur Post war eigentlich relativ lang, aber dieses Mal kam es ihr wie ein Katzensprung vor. Sie war zu Fuß gegangen, obwohl ein Bus sie viel schneller dorthin gebracht hätte. Sie wollte heute einfach entspannen und hatte daher kein Interesse daran, sich in den überfüllten Bus zu quetschen, um dann bis zu der Haltestelle an der Post hin und her geschaukelt zu werden. Sie kriegte nie einen Sitzplatz und hasste es durch die Gänge zu stolpern. Es reichte ihr, dass ihr in der Woche nichts anderes übrig blieb, als den Bus zur Arbeit zu nehmen. Sie schlenderte den Weg gemütlich entlang und genoss die Natur um sich herum, die heute eine besonders intensive Wirkung auf sie hatte. Sie fühlte sich eins mit ihr und wollte dieses Gefühl so lange wie möglich genießen. Sie wunderte sich, als sie vor der Post stand. Ihr war der Weg sonst immer viel länger vorgekommen. Die Briefmarken waren ihr ausgegangen, daher kaufte sie sich welche, klebte eine auf den Brief und warf ihn in den Postkasten.
'So, jetzt ab zu den Geschäften!' dachte sie euphorisch.
Sie schlenderte ihre Lieblingsgeschäftsstraße entlang. Kleine Boutiquen mit allerlei Schnickschnack. Sie schaute in die Schaufenster, ging in etliche Geschäfte hinein und ließ sich viel Zeit damit, alles Mögliche anzuschauen und an- und auszuprobieren. Schließlich kam sie an einem Juweliergeschäft an. Es waren viele, schöne Schmuckstücke in den Vitrinen, doch ein Armkettchen weckte besonders ihr Interesse. Es war ein silbernes Kettchen. Es bestand aus einer Kette von Zierkonen, einfachen, ovalen Verbindungsstücken, die sich abwechselten und wurde an jeder fünften Stelle mit einem Stern in einem Stern verbunden. Dieses Kettchen gefiel ihr schließlich so gut, dass sie es sich kaufte. Es erinnerte sie an irgendetwas, aber sie wusste nicht woran.
'Es hat irgendetwas Magisches an sich, ' dachte sie schmunzelnd.
Auch wenn ihre Shoppinglust unendlich groß war und sie die tollen Modegeschäfte noch nicht alle abgeklappert hatte, beschloss sie, sich erst einmal einen Cappuccino zu gönnen. Nicht weit von dort, wo sie sich gerade befand, war ein hübsches, kleines Cafe. Sie genoss ihren Cappuccino und überlegte sich, noch einen kleinen Abstecher in den nahe gelegenen Bücherladen zu machen. Sie hatte schon lange kein gutes Buch mehr gelesen und wollte sich eins als Bettlektüre mitnehmen, bevor sie sich wieder den Klamotten zuwenden würde. So machte sie sich gleich nach dem Bezahlen dorthin auf.
"Einen schönen Tag noch, Sally" sagte der Kellner, den sie mittlerweile schon eine kleine Ewigkeit kannte.
Seit sie in London lebte, kam sie her. Er hatte an dem Tag hier angefangen, als sie sich das erste Mal in dieses Cafe gesetzt hatte. Seitdem plauderten sie immer ein wenig, wenn sie wieder hier war. Heute war er allerdings gerade erst zu seiner Schicht angetreten und konnte sie so nur noch verabschieden.
"Danke, Andrew. Man sieht sich, " sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen.
'Auf zum Bücherladen, ' dachte sie und schlenderte in dessen Richtung.
Sie schaute noch in dieses und jenes Geschäft, steuerte aber den Bücherladen an. Er war sehr klein. Es gab nicht unbedingt immer die allerneusten Bücher vorrätig, aber man konnte hier alles bestellen. Was aber noch viel wichtiger war, war, dass man hier ansonsten all die wirklich guten Bücher finden konnte, die es definitiv wert waren, gelesen zu werden. Der Besitzer des Buchladens hatte seinen eigenen Geschmack und der traf genau ihren. Es war hier irgendwie gemütlich und sie konnte hier Stunden verbringen.
Während sie so in den Bücherregalen stöberte, fiel ihr ein Mann auf. Er passte aus irgendeinem Grund nicht wirklich in das Bild von London. Hier in dem Bücherladen wirkte er allerdings wie eine Einheit mit all den Büchern. Sie schaute ihn sich genauer an. Er war groß, hatte weiße Haare und einen weißen Bart. Beides war sehr lang und er wirkte auf sie, wie ein Märchenonkel, der kleinen Kindern Geschichten vorlesen und sich für Weihnachten perfekt als Weihnachtsmann eignen würde. Als sie sein Gesicht studierte, fiel ihr nicht nur auf, dass er eine Brille trug, sondern dass ihr sein Gesicht sehr bekannt vorkam.
Eine Stimme in ihr sagte: "Dem bist du schon mal begegnet. Und das nicht nur einmal."
Woher kannte sie ihn bloß? Sie grübelte und grübelte, aber er passte in keine Schublade. Er hatte weder etwas mit ihrem Beruf, noch mit ihrer Familie in 'Maize- Field-Town' zu tun. Er war auch kein Nachbar, der sich nur selten blicken ließ und den sie daher nicht sofort einordnen konnte. Ihr wurde mulmig. Hatte dieser Mann vielleicht etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun? Mit der Zeit bevor sie auf der Wiese aufwachte?
'Nein, alles nur Einbildung!' sagte sie zu sich selbst, ärgerlich, dass sie überhaupt darüber nachgedacht hatte.
Damit hatte sie sich irgendwie selbst die gute Stimmung verdorben. Aber wenn er doch...sie konnte ihn ja einfach mal ansprechen. Warum musste sie immer wieder darüber nachdenken, obwohl sie genau wusste, dass es zu nichts führte?
Er hielt ein Buch in der Hand, das ihr bekannt war und das sie einst mit Begeisterung in einem Rutsch gelesen hatte. Sie beschloss ihn doch einfach anzusprechen. Sie konnte ja einfach mit ihm über das Buch sprechen, ganz unverbindlich natürlich. Langsam ging sie auf ihn zu. Er war so in das Buch vertieft, dass er sie erst bemerkte, als sie direkt vor ihm stand und ihn ansprach.
"Ein tolles Buch, nicht wahr?" sagte sie nach einiger Überwindung. "Ich habe es regelrecht verschlungen."
Sie war sich immer noch nicht sicher, ob sie das Richtige tat. Der Mann schaute auf. Er schaute sie erstaunt an.
"Ähm - ja, da haben Sie Recht."
Er musterte sie von oben bis unten. Irritiert schaute sie ihn an.
"Entschuldigen Sie, aber ich bin mir sicher, dass ich Sie kenne, mir fällt nur leider gerade nicht ein, woher, " rechtfertigte er sich.
Ihr wurde flau. Sollte sie der Mann doch kennen? Eigentlich wünschte sie sich nichts sehnlicher, als endlich zu erfahren, wer sie war. Andererseits konnte sie auch Dinge über sich und ihre Vergangenheit erfahren, bei denen sie sich nachher wünschen würde, nie danach gefragt zu haben. Vielleicht war sie einst ganz anders gewesen als jetzt und hatte Dinge getan, für die sie sich nun schämen würde. War sie vielleicht sogar selbst daran schuld, dass sie auf dieser Wiese gelandet war? War es im Endeffekt besser für sie gewesen und wäre es nun auch besser für sie, einfach alles auf sich beruhen zu lassen, wie es ihr die meisten Freunde rieten? Sie verstanden zwar ihre Neugierde, meinten aber, dass es ihr so gut ginge, dass es eigentlich nur schlechter werden könnte, wenn sie nach ihrer Vergangenheit forschen würde.
Sie hatte schon den Entschluss gefasst einfach auf die Uhr zu gucken und zu sagen: "Oh, schon so spät? Ich hab die Zeit wohl ganz vergessen. Entschuldigen Sie mich, ich habe noch einen Termin und muss schleunigst los, sonst verpasse ich ihn."
Doch gerade in diesem Moment hörte sie den Mann sagen: "Angie, bist du das?"
Mit dem Namen konnte sie nichts anfangen, aber die Neugierde siegte nun doch. Sie würde es sich sicherlich später niemals verzeihen, wenn sie diese Chance einfach so in den Sand setzen würde. Und immerhin glaubte er, sich an ihren Namen zu erinnern. Ihr war klar, dass es wieder einmal nur ein Strohhalm war, an den sie sich klammerte. Aber das war ihr jetzt egal. Ob sie wirklich Angie hieß?
"Wie heißen Sie?" fragte sie vorsichtshalber.
Schließlich konnte er ja auch nur ein Spinner sein, der auf diese Weise versuchte, ihren eigentlichen Namen herauszubekommen.
Bereitwillig sagte er:"Albus, Albus..."
"...Dumbledore" vervollständigte sie es wie in Trance.
Sie konnte sich an ihn erinnern, na ja, zumindest an seinen Namen. Ihr Herz schlug schneller.
"Ja, " sagte er überrascht und etwas zögerlich. "Dann...dann bist es wirklich du, Angie?"
Einerseits freute sie sich unendlich, dass es der richtige Name war. Immerhin hätte er ja auch "nein" sagen können und all ihre Hoffnungen wären wie sonst auch wieder zerstört worden.
"Wenn ich das nur wüsste, " antwortete sie dennoch traurig. "Mein Name ist im Moment Sally Jefferson, aber meine Erinnerung reicht nur bis zu vor ungefähr 7 Jahren zurück. - Totaler Gedächtnis- und damit verbundener Identitätsverlust."
Allein der Gedanke daran machte sie traurig und sie war jetzt nicht in der Lage, es zu verbergen.
"Das passt. Vor ca. 7 Jahren ist die Angie, die ich kenne, spurlos verschwunden."
"Wirklich?"
Sie konnte es noch immer kaum glauben. Entweder spielte der Mann nur mit ihr und machte sich einen Spaß daraus, auf ihren Gefühlen herumzutrampeln, oder sie würde wirklich endlich erfahren, wer sie war.
"Trinkst du noch immer am liebsten Cappuccino und isst Marmeladenbrot zum Frühstück?" fragte er sie mit einem warmen Lächeln.
Sie fühlte sich gleich viel wohler. Der Mann war ihr sympathisch.
"Ja, " gab sie bereitwillig zu, obwohl noch Zweifel blieben.
Er konnte sie im Cafe den Cappuccino trinken sehen haben, ob heute oder an einem anderen Tag. Und Marmeladenbrot aßen viele zum Frühstück, selbst hier in England. Es war halt eine willkommene Abwechselung zu Spiegelei und Schinken.
"Aber du singst nicht mehr 'Sweet Inspiration' von Vonda Shepard unter der Dusche, oder?"
Das war eindeutig. Ja, sie sang es unter der Dusche. Aber dieses Mal konnte er nicht einfach gut geraten haben. Dieses Lied war uralt, die meisten ihrer Freunde kannten es überhaupt nicht. Es war auch keiner von den allseits bekannten Oldies, sonst hätten es die älteren Verwandten und Bekannten ihrer Adoptiveltern kennen müssen, doch auch ihnen war es völlig fremd. Ihr Herz machte einen Hüpfer. Sie hieß also Angie.
"Doch! " sagte sie euphorisch.
Aber gleichzeitig schoss ihr ein Gedanke in den Kopf: Woher wusste er eigentlich, was sie unter der Dusche sang? Er war eindeutig zu alt für sie, also fiel der Bereich aus. Aber vielleicht war er ihr Vater?
Er musste ihr Grübeln wohl bemerkt haben, denn er sagte: "Du hast mal eine Zeit bei mir gewohnt, weil deine Eltern da beruflich unterwegs waren und sich somit nicht um dich kümmern konnten."
Sie lächelte.
"Sie kennen meine Eltern, wie geht es ihnen?"
"Ja, " antwortete er. "Aber alles zu seiner Zeit. Es würde zu viel auf einmal sein, wenn ich dir jetzt gleich alles erzählen würde. Das können wir besser bei einem Cappuccino besprechen. Ich würde mich erst einmal freuen, wenn du einfach wie früher 'du' zu mir sagen würdest, " sagte er noch immer lächelnd.
"Ok, welches Cafe schlägst du vor? Ich kenne da ein kleines in der Nähe von hier, ich war zwar heute schon mal da und die Leute werden sich vielleicht ein wenig wundern, wenn ich da schon wieder auftauche, da die mich kennen, aber..."
"Ich kenne hier auch ein sehr nettes, in dem du mindestens schon 7 Jahre, wenn nicht länger, nicht mehr warst. Vielleicht treffen wir dort auch ein paar Personen, die du aus deiner Vergangenheit kennst. Wollen wir dort hingehen?"
"Ja, gerne. Vielleicht erinnere ich mich auch noch an ein paar andere Leute, " sagte sie strahlend und folgte ihm.
*~*~*
Das war es mal wieder fürs erste. Ob sich das Leben der Hauptperson dieser Geschichte wohl durch diese Begegnung verändern wird? Könnte schon sein... Nun klickt bitte wieder auf das kleine Knöpfchen unten und schreibt mir eine Review. Ich freue mich immer wieder über Rückmeldungen! Danke im Voraus.
*~*~*
Also da bin ich wieder. Erstmal zu meinen Reviewern:
@Pe: Ich schreib dir doch gerne ne Review. Schreib bitte mal wieder etwas, vielleicht dieses Mal eine Geschichte, würd ich mich drüber freuen. Danke, dass du mir, trotz so wenig Handlung und einem sehr kurzen Chapter, eine Review geschrieben hast. Ich musste ein wenig Hintergrundinfos in das Chapter bringen, jetzt kommt aber wieder ein etwas längeres Chapter mit (wie ich hoffe *g*) mehr Handlung. Ich bitte um Nachsicht. *bittendschau*
@curlylein: Ich kann nur sagen: Danke dafür, dass du meine Beta bist und danke für deine Review. *ganzdollknuddel*
So, jetzt kommen wir zum nächsten Kapitel, damit die Vorrede dieses Mal nicht genauso lang ist *g*.
*~*~*
3. Kapitel: Wiedersehen mit Folgen
Der Weg zur Post war eigentlich relativ lang, aber dieses Mal kam es ihr wie ein Katzensprung vor. Sie war zu Fuß gegangen, obwohl ein Bus sie viel schneller dorthin gebracht hätte. Sie wollte heute einfach entspannen und hatte daher kein Interesse daran, sich in den überfüllten Bus zu quetschen, um dann bis zu der Haltestelle an der Post hin und her geschaukelt zu werden. Sie kriegte nie einen Sitzplatz und hasste es durch die Gänge zu stolpern. Es reichte ihr, dass ihr in der Woche nichts anderes übrig blieb, als den Bus zur Arbeit zu nehmen. Sie schlenderte den Weg gemütlich entlang und genoss die Natur um sich herum, die heute eine besonders intensive Wirkung auf sie hatte. Sie fühlte sich eins mit ihr und wollte dieses Gefühl so lange wie möglich genießen. Sie wunderte sich, als sie vor der Post stand. Ihr war der Weg sonst immer viel länger vorgekommen. Die Briefmarken waren ihr ausgegangen, daher kaufte sie sich welche, klebte eine auf den Brief und warf ihn in den Postkasten.
'So, jetzt ab zu den Geschäften!' dachte sie euphorisch.
Sie schlenderte ihre Lieblingsgeschäftsstraße entlang. Kleine Boutiquen mit allerlei Schnickschnack. Sie schaute in die Schaufenster, ging in etliche Geschäfte hinein und ließ sich viel Zeit damit, alles Mögliche anzuschauen und an- und auszuprobieren. Schließlich kam sie an einem Juweliergeschäft an. Es waren viele, schöne Schmuckstücke in den Vitrinen, doch ein Armkettchen weckte besonders ihr Interesse. Es war ein silbernes Kettchen. Es bestand aus einer Kette von Zierkonen, einfachen, ovalen Verbindungsstücken, die sich abwechselten und wurde an jeder fünften Stelle mit einem Stern in einem Stern verbunden. Dieses Kettchen gefiel ihr schließlich so gut, dass sie es sich kaufte. Es erinnerte sie an irgendetwas, aber sie wusste nicht woran.
'Es hat irgendetwas Magisches an sich, ' dachte sie schmunzelnd.
Auch wenn ihre Shoppinglust unendlich groß war und sie die tollen Modegeschäfte noch nicht alle abgeklappert hatte, beschloss sie, sich erst einmal einen Cappuccino zu gönnen. Nicht weit von dort, wo sie sich gerade befand, war ein hübsches, kleines Cafe. Sie genoss ihren Cappuccino und überlegte sich, noch einen kleinen Abstecher in den nahe gelegenen Bücherladen zu machen. Sie hatte schon lange kein gutes Buch mehr gelesen und wollte sich eins als Bettlektüre mitnehmen, bevor sie sich wieder den Klamotten zuwenden würde. So machte sie sich gleich nach dem Bezahlen dorthin auf.
"Einen schönen Tag noch, Sally" sagte der Kellner, den sie mittlerweile schon eine kleine Ewigkeit kannte.
Seit sie in London lebte, kam sie her. Er hatte an dem Tag hier angefangen, als sie sich das erste Mal in dieses Cafe gesetzt hatte. Seitdem plauderten sie immer ein wenig, wenn sie wieder hier war. Heute war er allerdings gerade erst zu seiner Schicht angetreten und konnte sie so nur noch verabschieden.
"Danke, Andrew. Man sieht sich, " sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen.
'Auf zum Bücherladen, ' dachte sie und schlenderte in dessen Richtung.
Sie schaute noch in dieses und jenes Geschäft, steuerte aber den Bücherladen an. Er war sehr klein. Es gab nicht unbedingt immer die allerneusten Bücher vorrätig, aber man konnte hier alles bestellen. Was aber noch viel wichtiger war, war, dass man hier ansonsten all die wirklich guten Bücher finden konnte, die es definitiv wert waren, gelesen zu werden. Der Besitzer des Buchladens hatte seinen eigenen Geschmack und der traf genau ihren. Es war hier irgendwie gemütlich und sie konnte hier Stunden verbringen.
Während sie so in den Bücherregalen stöberte, fiel ihr ein Mann auf. Er passte aus irgendeinem Grund nicht wirklich in das Bild von London. Hier in dem Bücherladen wirkte er allerdings wie eine Einheit mit all den Büchern. Sie schaute ihn sich genauer an. Er war groß, hatte weiße Haare und einen weißen Bart. Beides war sehr lang und er wirkte auf sie, wie ein Märchenonkel, der kleinen Kindern Geschichten vorlesen und sich für Weihnachten perfekt als Weihnachtsmann eignen würde. Als sie sein Gesicht studierte, fiel ihr nicht nur auf, dass er eine Brille trug, sondern dass ihr sein Gesicht sehr bekannt vorkam.
Eine Stimme in ihr sagte: "Dem bist du schon mal begegnet. Und das nicht nur einmal."
Woher kannte sie ihn bloß? Sie grübelte und grübelte, aber er passte in keine Schublade. Er hatte weder etwas mit ihrem Beruf, noch mit ihrer Familie in 'Maize- Field-Town' zu tun. Er war auch kein Nachbar, der sich nur selten blicken ließ und den sie daher nicht sofort einordnen konnte. Ihr wurde mulmig. Hatte dieser Mann vielleicht etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun? Mit der Zeit bevor sie auf der Wiese aufwachte?
'Nein, alles nur Einbildung!' sagte sie zu sich selbst, ärgerlich, dass sie überhaupt darüber nachgedacht hatte.
Damit hatte sie sich irgendwie selbst die gute Stimmung verdorben. Aber wenn er doch...sie konnte ihn ja einfach mal ansprechen. Warum musste sie immer wieder darüber nachdenken, obwohl sie genau wusste, dass es zu nichts führte?
Er hielt ein Buch in der Hand, das ihr bekannt war und das sie einst mit Begeisterung in einem Rutsch gelesen hatte. Sie beschloss ihn doch einfach anzusprechen. Sie konnte ja einfach mit ihm über das Buch sprechen, ganz unverbindlich natürlich. Langsam ging sie auf ihn zu. Er war so in das Buch vertieft, dass er sie erst bemerkte, als sie direkt vor ihm stand und ihn ansprach.
"Ein tolles Buch, nicht wahr?" sagte sie nach einiger Überwindung. "Ich habe es regelrecht verschlungen."
Sie war sich immer noch nicht sicher, ob sie das Richtige tat. Der Mann schaute auf. Er schaute sie erstaunt an.
"Ähm - ja, da haben Sie Recht."
Er musterte sie von oben bis unten. Irritiert schaute sie ihn an.
"Entschuldigen Sie, aber ich bin mir sicher, dass ich Sie kenne, mir fällt nur leider gerade nicht ein, woher, " rechtfertigte er sich.
Ihr wurde flau. Sollte sie der Mann doch kennen? Eigentlich wünschte sie sich nichts sehnlicher, als endlich zu erfahren, wer sie war. Andererseits konnte sie auch Dinge über sich und ihre Vergangenheit erfahren, bei denen sie sich nachher wünschen würde, nie danach gefragt zu haben. Vielleicht war sie einst ganz anders gewesen als jetzt und hatte Dinge getan, für die sie sich nun schämen würde. War sie vielleicht sogar selbst daran schuld, dass sie auf dieser Wiese gelandet war? War es im Endeffekt besser für sie gewesen und wäre es nun auch besser für sie, einfach alles auf sich beruhen zu lassen, wie es ihr die meisten Freunde rieten? Sie verstanden zwar ihre Neugierde, meinten aber, dass es ihr so gut ginge, dass es eigentlich nur schlechter werden könnte, wenn sie nach ihrer Vergangenheit forschen würde.
Sie hatte schon den Entschluss gefasst einfach auf die Uhr zu gucken und zu sagen: "Oh, schon so spät? Ich hab die Zeit wohl ganz vergessen. Entschuldigen Sie mich, ich habe noch einen Termin und muss schleunigst los, sonst verpasse ich ihn."
Doch gerade in diesem Moment hörte sie den Mann sagen: "Angie, bist du das?"
Mit dem Namen konnte sie nichts anfangen, aber die Neugierde siegte nun doch. Sie würde es sich sicherlich später niemals verzeihen, wenn sie diese Chance einfach so in den Sand setzen würde. Und immerhin glaubte er, sich an ihren Namen zu erinnern. Ihr war klar, dass es wieder einmal nur ein Strohhalm war, an den sie sich klammerte. Aber das war ihr jetzt egal. Ob sie wirklich Angie hieß?
"Wie heißen Sie?" fragte sie vorsichtshalber.
Schließlich konnte er ja auch nur ein Spinner sein, der auf diese Weise versuchte, ihren eigentlichen Namen herauszubekommen.
Bereitwillig sagte er:"Albus, Albus..."
"...Dumbledore" vervollständigte sie es wie in Trance.
Sie konnte sich an ihn erinnern, na ja, zumindest an seinen Namen. Ihr Herz schlug schneller.
"Ja, " sagte er überrascht und etwas zögerlich. "Dann...dann bist es wirklich du, Angie?"
Einerseits freute sie sich unendlich, dass es der richtige Name war. Immerhin hätte er ja auch "nein" sagen können und all ihre Hoffnungen wären wie sonst auch wieder zerstört worden.
"Wenn ich das nur wüsste, " antwortete sie dennoch traurig. "Mein Name ist im Moment Sally Jefferson, aber meine Erinnerung reicht nur bis zu vor ungefähr 7 Jahren zurück. - Totaler Gedächtnis- und damit verbundener Identitätsverlust."
Allein der Gedanke daran machte sie traurig und sie war jetzt nicht in der Lage, es zu verbergen.
"Das passt. Vor ca. 7 Jahren ist die Angie, die ich kenne, spurlos verschwunden."
"Wirklich?"
Sie konnte es noch immer kaum glauben. Entweder spielte der Mann nur mit ihr und machte sich einen Spaß daraus, auf ihren Gefühlen herumzutrampeln, oder sie würde wirklich endlich erfahren, wer sie war.
"Trinkst du noch immer am liebsten Cappuccino und isst Marmeladenbrot zum Frühstück?" fragte er sie mit einem warmen Lächeln.
Sie fühlte sich gleich viel wohler. Der Mann war ihr sympathisch.
"Ja, " gab sie bereitwillig zu, obwohl noch Zweifel blieben.
Er konnte sie im Cafe den Cappuccino trinken sehen haben, ob heute oder an einem anderen Tag. Und Marmeladenbrot aßen viele zum Frühstück, selbst hier in England. Es war halt eine willkommene Abwechselung zu Spiegelei und Schinken.
"Aber du singst nicht mehr 'Sweet Inspiration' von Vonda Shepard unter der Dusche, oder?"
Das war eindeutig. Ja, sie sang es unter der Dusche. Aber dieses Mal konnte er nicht einfach gut geraten haben. Dieses Lied war uralt, die meisten ihrer Freunde kannten es überhaupt nicht. Es war auch keiner von den allseits bekannten Oldies, sonst hätten es die älteren Verwandten und Bekannten ihrer Adoptiveltern kennen müssen, doch auch ihnen war es völlig fremd. Ihr Herz machte einen Hüpfer. Sie hieß also Angie.
"Doch! " sagte sie euphorisch.
Aber gleichzeitig schoss ihr ein Gedanke in den Kopf: Woher wusste er eigentlich, was sie unter der Dusche sang? Er war eindeutig zu alt für sie, also fiel der Bereich aus. Aber vielleicht war er ihr Vater?
Er musste ihr Grübeln wohl bemerkt haben, denn er sagte: "Du hast mal eine Zeit bei mir gewohnt, weil deine Eltern da beruflich unterwegs waren und sich somit nicht um dich kümmern konnten."
Sie lächelte.
"Sie kennen meine Eltern, wie geht es ihnen?"
"Ja, " antwortete er. "Aber alles zu seiner Zeit. Es würde zu viel auf einmal sein, wenn ich dir jetzt gleich alles erzählen würde. Das können wir besser bei einem Cappuccino besprechen. Ich würde mich erst einmal freuen, wenn du einfach wie früher 'du' zu mir sagen würdest, " sagte er noch immer lächelnd.
"Ok, welches Cafe schlägst du vor? Ich kenne da ein kleines in der Nähe von hier, ich war zwar heute schon mal da und die Leute werden sich vielleicht ein wenig wundern, wenn ich da schon wieder auftauche, da die mich kennen, aber..."
"Ich kenne hier auch ein sehr nettes, in dem du mindestens schon 7 Jahre, wenn nicht länger, nicht mehr warst. Vielleicht treffen wir dort auch ein paar Personen, die du aus deiner Vergangenheit kennst. Wollen wir dort hingehen?"
"Ja, gerne. Vielleicht erinnere ich mich auch noch an ein paar andere Leute, " sagte sie strahlend und folgte ihm.
*~*~*
Das war es mal wieder fürs erste. Ob sich das Leben der Hauptperson dieser Geschichte wohl durch diese Begegnung verändern wird? Könnte schon sein... Nun klickt bitte wieder auf das kleine Knöpfchen unten und schreibt mir eine Review. Ich freue mich immer wieder über Rückmeldungen! Danke im Voraus.
