Was ist mit Alice?
Das Wochenende war wie immer zu kurz. Am Samstag klingelte der Wecker um acht Uhr. Acht Uhr??? Wer hat diesen Wecker gestellt? Rose! Ganz bestimmt! Aber damit würde sie nicht so einfach davon kommen! Leise schlich ich ins Bad und kühlte meine Hände mit kaltem Wasser. Dann öffnete ich leise Roses' Tür und ging bis zu ihrem Bett.
Sie lag dort in ihrer roten Decke eingewickelt, ein rotes Top und eine weiße Hose an und schlief Seelenruhig. Rot war ihre Lieblingsfarbe, was man ganz leicht an ihrem Zimmer sehen konnte. Die eine Hälfte der Wände waren rot und die anderen beiden weiß. An der weißen hingen verschiedene Bilder. Das Bett nahm den größten Teil des Raumes ein. Dann hatte sie noch ein Nachtschränkchen mit einem Flachbildfernseher darauf. In einer anderen Ecke stand ein großer Mahagonifarbener Schrank und daneben ein Schreibtisch mit Laptop. In der Mitte stand noch ein kleiner Tisch mit weißen Hockern davor.
Aber nun zurück zu meiner Rache. Ich schlich auf sie zu und fuhr mit meinen eiskalten Händen unter ihr Oberteil. Quietschend wachte Rose auf und schlug nach mir. „Rache ist kalt!", grinste ich sie an. Rose verschlafene Augen wurde langsam wach. Dann grinsten sie plötzlich. „Und lustig!" Mit diesen Worten begann sie mich zu kitzeln. Ich wollte weg laufen, doch sie packte mich um die Hüfte und warf mich zurück auf das Bett. „Neeeeeeeeeein!", kicherte ich, doch Rose war erbarmungslos. „Gnade, Gnade!!! Ich ergebe mich!", flehte ich meine Schwester schließlich an.
Sie erbarmte sich nun doch. Keuchend lag ich unter ihr und sie lachte. „Hab ich dir nicht beigebracht, dich nicht mit deiner älteren Schwester anzulegen?" Langsam setzte ich mich auf. „Frühstück?", fragte ich nach einem Moment der Ruhe. Roses' knurrender Magen war mir Antwort genug.
Wir gingen hinunter in unsere Küche, die inzwischen hochmodern war und in silbernem Stahl glänzte. Wir hatten nun sogar eine Theke, wo Rosalie sich auch gleich dransetzte, während ich dahinter ging um uns Spiegeleier mit Speck zu machen.
„Um elf kommt Angela zum shoppen vorbei. Deshalb hab ich dich auch schon geweckt", teilte mir Rose mit. Mein Blich wurde unheilvoll. „Um elf??? Und wieso weckst du mich dann um acht Uhr morgens?", fragte ich bedrohlich ruhig. „Weil ich es witzig fand!" Ich hätte sie am liebsten umgebracht, aber ich würde sowieso verlieren.
Jetzt fiel es mir auch wieder ein. Heute wollten ich, Rose und Angela shoppen gehen. Angela war ruhig, aber liebenswürdig. Ihr Freund Ben war mit der Familie weg und so war sie froh etwas mit uns unternehmen zu können. Eigentlich wollte Alice auch mitkommen, also suchte ich mein Handy. Aber egal wie oft ich sie anrief, ich konnte sie nicht erreichen. Und ehrlich gesagt bereitete es mir Sorgen.
Alice gehörte, genau wie ich, Rose und Angela, zu den Menschen, die ihr Handy immer dabei hatten! Das nicht dranging war beunruhigend. Seufzend ging ich ins Bad um mich anzuziehen. Ich entschied mich für ein einfarbiges lila Oberteil zu einer weißen Jeans. Dazu trug ich schwarze Pumps ein weißes Halstuch und eine Sonnenbrille. Wegen dem kühlen Wetter draußen schnappte ich mir noch eine hellbraune Lederjacke und eine auch hellbraune Tasche und es konnte los gehen.
Rose hatte sich wie zu erwarten für ein rotes knielanges Kleid entschieden, dazu eine schwarze Strumpfhose, dazu schwarze Pumps, wie ich, und einen schwarzen Mantel. Natürlich hatte sie eine passende rote Tasche und ihren langen blonden Haaren hatte sie einen schwarzen Haarreif.
Rose sah unbeschreiblich gut aus. Da wir beide adoptiert waren, sahen wir uns kein bisschen ähnlich und ohne Alice wäre nicht nur ich, sondern auch noch meine Outfits unauffällig, aber so weit hatte sie es nie kommen lassen. Ich wurde von der Türklingel aus meinen Gedanken gerissen. Draußen stand Angela in einer schwarzen Hose und darüber ein gelbes T-Shirt und einer schwarzen Jacke. Ihre Füße steckten in gelben Chucks und außer der ebenfalls gelben Jacke hatte sie keine Accessoires. Wir alle waren bereit für Port Angeles. Mit Alice wären wir wahrscheinlich nach Seattle gefahren, aber so reichte Port Angeles völlig.
Wir schlenderten durch die verschiedensten Boutiquen und wir alle fanden etwas. Wäre Alice hier gewesen, hätten wir alle mindestens 5 neue Outfits gehabt.
Okay, ich sah es nun ein. Ich vermisste Alice und machte mir wirklich Sorgen um sie! Nach dem Shoppen gingen wir noch etwas Essen. Ich bestellte mir, einfallsreich wie ich war, Spagetti Bolognese. Rose aß eine Meeresfrüchteplatte und Angela eine Pizza Hawaii. Wir erzählten und lachten und machten Späße und trotzdem konnten sie mich nicht mehr von Alice ablenken!
War sie auf dem Nachhauseweg doch zu schnell gefahren und hatte einen Unfall? War sie zurück gefahren und hatte Lauren Mallory umgebracht und saß nun deswegen im Gefängnis? Diese und andere Monsterszenarien gingen mir durch den Kopf!
Als wir um sieben daheim waren, lud Rose Angela noch auf einen gemütlichen DVD-Abend ein. Ich klingte mich aus, denn ich wollte es noch einmal bei Alice probieren, auch wenn ich nicht glaubte, dass es beim 82. Versuch funktionieren würde. Wie zu erwarten ging die Mailbox dran, aber diesmal entschloss ich mich darauf zu sprechen.
„Hey, Alice. Ich bin es, Bella. Was ist bei dir los? Warum gehst du nicht ans Handy? Wo bist du? Melde dich bitte, wenn du das hier hörst, egal…-", gerade in diesem Moment piepte es zum Zeichen, dass die Aufnahme beendet wurde. Egal, das wichtigste war nun gesagt!
Anschließend ging ich ins Bett, denn ich wollte mich davon ablenken, dass ich mir solche Sorgen machte. Im Bett machte ich mir Regina Spektor an, eine Sängerin, die kaum jemand kannte, aber von der ich fand, dass sie eine tolle Stimme hatte. Allerdings waren manche ihrer Lieder auch etwas eigen. (Diese Sängerin gibt es wirklich, schaut einfach mal auf youtube nach ihr, wenn ihr wollt.)
Es funktionierte und schon bald glitt ich in einen unruhigen Schlaf hinüber.
Sein Blick aus diesen grünen Augen machte mich verrückt! Was wollte er? Was könnte er wollen? Ich öffnete meinen Mund, um ihn zu fragen, doch bevor ich das tun konnte, ertönte Alice' Stimme. „Lauf Bella! Weit weg!" Ich drehte mich um und sah sie dort stehen. „Alice!", rief ich und wollte zu ihr laufen, doch ich kam nicht vorwärts. Plötzlich gingen Lauren und Jessica auf Alice zu und packten sie lachend. „Bella!!!", schrie Alice noch, dann war sie verschwunden. Und dann spürte ich, wie auch mich zwei Arme packten. Arme, die in einer Lederjacke steckten…
Mit einem Schrei erwachte ich aus diesem Albtraum. Fast im selben Augenblick stürmten Rosalie und Angela herein. „Bella? Bella!", rief Angela und schüttelte mich sanft. Ich konnte sie nur anstarren. „Es ist okay, mir geht es gut!", sagte ich mechanisch. Sie schauten mich noch einen Moment an und gingen dann wieder hinaus. An der Tür drehte sich meine Schwester noch einmal um und sagte: „In einer halben Stunde gibt es Frühstück, wenn du magst!" Dann ging auch sie hinaus.
Als ich alleine war, holte ich als erstes mein Handy aus der Tasche und rief Alice an. Erneut nur die Mailbox. Frustriert und noch besorgter legte ich auf und lief nach unten in die Küche.
Der gesamte Sonntag verging schnell und langsam zugleich. Die Stunden wo ich allein war zogen sich wie Gummi. Doch von zwei bis sechs Uhr hatte ich Tanztraining. Ich war eine Solotänzerin und zwar eine ziemlich gute. Ich fuhr sogar zu Meisterschaften mit Choreographie. Ich konnte auch Sachen wie Flick Flack und Salto. Es waren verschiedene Tanzstile ein wenig gemischt.
Abend ging ich eigentlich sofort nach dem Essen ins Bett und wälzte mich eine Zeit lang hin und her. Alice hatte sich immer noch nicht gemeldet. In dem Moment kam Rose durch die Tür. „Bella, mach dir keine Sorgen. Warte bis morgen in der Schule, bevor du voreilige Schlüsse ziehst!", bat sie leise und ging, ohne eine Antwort abzuwarten wieder hinaus.
Und verdammt ja! Rose hatte Recht! Mit diesem Gedanken schlief ich erstaunlich schnell ein.
Der Friede, den man beim Schlafen hatte, sollte mir nicht lange vergönnt sein, da mich mein Wecker schon um sechs Uhr morgens wieder aus dem Traumland riss.
Ich Taumelte ins Bad und duschte erst einmal. Dann suchte ich mir Anziehsachen raus. Ich entschied mich für eine graue Jeans, einen dunkelblauen Pulli und blaue Chucks raus. Noch schnell eine Regenjacke übergeworfen, die Schultasche und einen Apfel geschnappt und in Rose' rotes Cabrio gesprungen.
Rose hatte sich heute für ein rotes Kleid, mit passenden Accessoires entschieden. Ich hatte schon erwähnt, dass es ihre Lieblingsfarbe ist, ja?
Nach ungefähr zehn Minuten Fahrt kamen wir endlich an der Forks Highschool an. Und etwa zwanzig Meter von unserem Parkplatz entfernt entdeckte ich – Alice!
Ich sprang aus dem Wagen und rannte zu ihr. Dabei rief ich: „Alice!!!" Als diese ihren Namen hörte drehte sie sich um. Ich blickte direkt in ihre Augen! Geschockt blieb ich stehen, als ich das Szenario vor mir erblickte…
A/N: ich weiß... böses böses cliffi... *sich versteckt*
was denkt ihr was mit Alice ist?
Wisst ihr was lustig ist? Bisher ham mir nur Leute die nicht angemeldet sind en review geschrieben… aber es stört mich nicht =D
ich hoffe ihr verzeiht mir auch das
bis zum nächsten chap dann ;)
lg whiteLION
