Hallo,

kurz bevor ihr alle gespannt auf die Wahlstatistiken schaut, oder euch an die vergessenen Hausaufgaben erinnert - ein neues Kapitel.

Wir hoffen es gefällt euch, dann schreibt ein Review. Wenn nicht, dann erst recht.

Gruß Rudi


3. Wo ist Parker?

Irgendwie war Hermine unzufrieden. Der Schwur am Vorabend war für sie kein Problem gewesen, es störte sie mehr die Tatsache, dass die festliche Stimmung so schnell in den Alltag übergegangen war. Heute Morgen war es, als wäre gestern nichts geschehen. Alles war so normal, wie eben Sonntage auf Hogwarts waren. Eigentlich recht beschaulich oder gar langweilig, wenn die Freunde nicht mit einem durch das große Schloss zogen.

Mit Ginny hatte sie nach dem Frühstück noch gesprochen und für sich festgestellt, dass die Freundin noch einiges an sich tun musste, um in die Stellvertreterrolle von Harry zu passen. Bis diese sich endlich entschieden hatte, wo sie auf Nachricht von ihm und Feli warten wollte. Nun war sie auf Black-Castle. Ron, nun ja, der musste ja unbedingt mit seiner Quidditch-Mannschaft trainieren. Vielleicht lenkte er sich so am besten ab.

"Na Hermine, so nachdenklich?"

"Ja Luna, ich frage mich, ob ich mich mit Sport auch auf andere Gedanken bringen kann. Ich habe das Gefühl, ständig für uns etwas tun müssen. Nicht immer nur zu lernen und mich hinter Büchern zu vergraben. Irgendetwas, das allen hilft und mich etwas aus der Rolle der selbstredenden Bibliothek holt."

"Das muss ich mir merken, Rolle der selbstredenden Bibliothek, hört sich sehr nebulös an." Luna sah sie dabei ganz freundlich an, doch plötzlich blitzte es in ihren Augen.

"Mine, du kennst doch Hagrid auch recht gut. Du kommst am besten mit Neville und mir zu ihm. Er weiß immer so nette Geschichten. Seine Versprecher beinhalten oft sehr viel Wahres und Hintergründiges."

Hermine sah sie überrascht an. "Einfach so zu Hagrid gehen und reden, mehr ihn reden lassen. Hast du da nicht noch einen Hintergedanken oder vielleicht sogar mehrere?"

Luna winkte Neville zu, dem dritten Besucher in der sonst leeren Bibliothek. "Mine geht mit zu Hagrid, ist das nicht toll!"

Der etwas füllige Junge nickte. "Ich denke, der freut sich ehrlich, der ist immer so allein, wenn nicht gerade Unterricht ist. Vielleicht erfahren wir von ihm, was im Phönixorden so gesprochen wird." Er packte seine Unterlagen zusammen. "Dann haben wir gleich mehrere gute Dinge getan. Er merkt, dass wir ihn nicht vergessen haben und ich kann ihn über sein Wissen zu Heilkräutern befragen. Oft wissen die, die es täglich anwenden, mehr als die Bücher."

"Und vielleicht verspricht er sich auch wieder einmal versehentlich. Am Nachmittag muss ich dann aber zu Kyrill. Im Sommer haben wir immer alles sofort besprochen, ich darf den Kontakt nicht schleifen lassen."

"Psst! Kinder, ihr stört hier!" Madame Pince erschien hinter einem der hohen Regale. "Es ist verboten, in der Bibliothek zu lärmen. Miss Granger, Sie sollten dies doch wissen!"

Pünktlich wie von ihr erwartet traf Hermine an der mit Neville und Luna vereinbarten Stelle ein. Die Beiden kamen wie immer zu spät. Sie war ihnen deshalb nicht böse, denn sie mochte diesen Raum. Staunend sah Hermine sich um, sie könnte hier Stunden lang stehen und allein diese Eingangshalle bewundern. Sie wurde nur noch von der großen Halle übertroffen, vielleicht auch noch vom Treppenhaus. Die aber hatten alle ihren Grund für ihre Ausmaße, wenn der Zuschnitt auch schon sehr üppig war. Dieser Raum hier sollte wohl nur durch seine Wucht die Besucher beeindrucken.

"Du bist ja leider nicht zum ersten Mal hier, also was starrst du hier so herum." Nachdem Hermine nicht reagierte, legte der blonde Junge nach: „Jetzt habe ich verstanden, du verabschiedest dich von Hogwarts. Dies ist ein kluger Einfall von dir. Sobald der Dunkle Lord die Macht übernommen hat, wird kein verdammtes Schlammblut Hogwarts je wieder betreten."

Goyle grinste dümmlich.

Hermine beschwor durch eine kleine Bewegung mit ihrem Zauberstab ein Schutzschild herauf. So unauffällig wie möglich. "Ja, mein lieber Draco, dann wird mehr Intelligenz vor dem Tor sein, als es durchschreitet. Dein Vater würde es sicher freuen, dass du dann Jahrgangsbester bist. Zumindest so lange, bis er erfährt, dass der gute Gregory der Zweitbeste ist. Nun lass mich in Ruhe!" Blitzschnell hatte sie ihren Zauberstab gezogen. Malfoy sah sie verärgert an, ungern musste er sich eingestehen, dass sie im Vorteil war. Würde ihm jetzt nicht etwas Geniales einfallen, könnte er auch gleich gehen. Gut, dass außer Goyle niemand Zeuge dieser dummen Szene war. Er irrte, denn hinter einer Säule stand ein rothaariger, zu allem entschlossener Junge, der eigentlich in Ruhe mit der Jahrgangsbesten sprechen wollte.

Seamus klärte die Situation, wie er es in VgdK und vor allem in der DA gelernt hatte. Gregory Goyle und Draco Malfoy lagen total durchnässt, mit einem Klammerfluch versehen auf dem Boden. Ein großer Wasserballon hatte sich über ihnen entleert. Nachdem der Fluch wieder aufgehoben war, zogen beide sich sofort zurück, das undeutliche Gemurmel beider konnte nichts Gutes bedeuten. Seamus stand nun etwas zaudernd vor Hermine.

Sie nahm ihn einfach in den Arm und küsste ihn unerwartet auf die Wange. Sie war erleichtert und er hatte mehr bekommen, als er sich erhofft hatte. Wie konnte sie nur so sein? Man kannte sie als personifizierte Vernunft, und nun die unüberlegte Eskalation mit Malfoy und seine eigene Belohnung. Er konnte nicht mehr fragen, denn Neville und Luna erschienen, und er stand etwas unschlüssig herum. Hermine nahm ihn einfach an der Hand und zog ihn mit. Langsam wurde ihm bewusst, dass dies tatsächlich ein neuer Anfang im Umgang mit ihr war.


Sie liefen quer über die Ländereien von Hogwarts, Luna ließ sich ausführlich erklären, worum es in dem Streitbei der Situation mit Malfoy ging.

"Die werden sicher sehr wütend sein, das könnte Ärger bedeuten!"

"Ärger haben wir mit Draco ja beinahe ständig, da kommt es auf die Dusche auch nicht mehr an. Sie haben hoffentlich gemerkt, dass wir immer in Begleitung sind. Neville, stell dir vor, Seamus hätte einen anderen Fluch verwendet, dann wären sie Geschichte."

"Ja, Mine und Seamus in Askaban!"

Seamus sah überrascht Hagrids Hütte an. Er wusste, wo der Wildhüter lebte, aber besucht hatte er ihn noch nie.

"Oh, ich glaube, der ist nicht da!"

"Wie kommst du darauf, Neville?"

"Du hast ihn noch nie besucht. Hagrid hat einen riesigen Hund. Fang bellt jedes Mal, wenn sich jemand seiner Hütte nähert. Jetzt ist es ruhig."

Das überraschte Gesicht von Seamus störte Hermine nicht im Geringsten. Jeder von der kleinen Gruppe bekam seine Rolle zugewiesen. So waren sie vor dem, was aus der Hütte herauskommen konnte, wie vor einem Angriff von hinten gesichert. Ohne zu zögern, öffnete Hermine die Türe. Sie sprach ihren Zauberspruch aus sicherer Entfernung, aber aus der Hütte stürzte nichts heraus. In der Hütte sah es anders aus als sonst. Auf dem riesigen Tisch lagen sortierte Kräuter und Blätter und in dem beeindruckenden Kessel köchelte keine Suppe, sondern, dem Geruch nach, ein Heiltrank.

"Seamus, es zieht, mach die Türe zu! Wir warten erst mal eine Stunde auf ihn, wir müssen ja nicht unbedingt gleich wieder Draco begegnen."

"Was ist, wenn Hagrid kommt?"

"Dann begrüßen wir ihn freundlich und er wird uns erzählen seit wann er unter die Apotheker gegangen ist." Er schloss die Türe und sah sich um. Die anderen Drei benahmen sich, als wenn sie hier zu Hause wären. Neville besah sich die Kräuter auf dem Tisch genauer und fing mit Luna an sie neu zu sortieren, während Hermine sich um den Trank kümmerte, dessen Rezept mit einem Dolch an einem Balken befestigt war.

Draußen hörten sie nach geraumer Zeit schwere Schritte und einen aufgeregten Hund bellen. Schon flog die Türe auf und der mächtige Halbriese mit seinen zotteligen langen Haaren stand im Türrahmen.

"He, wie kommt das? Der alte Hagrid hat Besuch! Fang lass es! Luna hat sich bestimmt schon gewaschen. Sie braucht nicht deine nasse Zunge im Gesicht."

Er setzte sich neben Seamus auf die große Bank. Hagrid konnte nicht mit den Füßen schaukeln wie alle anderen, ihm war auch nicht danach zumute.

"Mine, machst du mir einen guten Grog, so mit viel Rum und wenig Tee. Ihr anderen bekommt nur den Tee, sonst muss sich der alte Hagrid sagen lassen, dass er euch zu Säufern macht."

"Sag mal, Hagrid, was ist los? Wenn du krank bist, kannst du das nicht mit Rum kurieren." Hermine stellte vor Hagrid einen großen Humpen ab und für den Rest schwebte das Teegeschirr durch die Hütte.

"Mach ruhig weiter, Neville, ich bin da nicht so sorgfältig wie du. Bei mir muss zurzeit alles schnell gehen, täglich werden es mehr und keiner kommt und hilft ihnen." Seine große Hand schlug, seine Empörung unterstützend, auf den Tisch. "Bist den ollen Hagrid so nicht gewohnt, Seamus. Bin froh, dass du dich dieser Truppe da angeschlossen hast. Kannst viel fürs Leben lernen. Mine, ich bin nicht krank, aber im Wald habe ich eine ganze Krankenstation. Alles magische Wesen, um die sich keiner mehr kümmert."

"Ähm?"

"Nein Mine, keine Monster, wie du sie nennen würdest, es ist ein Kobold dabei. Zwei oder drei Einhörner und Wesen, die ihr noch nie gesehen habt. Seit keiner mehr von St. Mungo mehr kommt, verrecken sie elendig oder sie tragen Schäden davon, die sie zu Krüppeln macht."

"Normalerweise heilen doch bei Tieren die Wunden von selbst? Noch nie habe ich von einem Walddoktor gehört."

"Gut aufgepasst, mein Junge, aber die Verletzungen haben ihnen Menschen zu gefügt. Ganz gemeine Todesser."

Hermine half auf ihre Weise, ein Reinigungszauber nahm Hagrid wenigstens diese Arbeit ab. Der beobachtete das Mädchen zufrieden.

"Gab es einen Kampf im Wald?"

"War es Parker, der den Tieren geholfen hat?"

"Nein, Luna, oder besser, ich weiß es nicht. Ich befürchte, da haben sich welche im Wald festgesetzt. Sobald mein Halbbruder zurück ist, werden wir den Wald mal absuchen. Weiß ja nicht, wie viele das sind." Er nahm einen kräftigen Schluck und man sah, dass er langsam die nötige Bettschwere bekam. Er klopfte Seamus auf die Schulter. "Musst nicht denken, der alte Hagrid geht immer am späten Vormittag ins Bett und kippt ein paar Krüge Rum davor. Ne ne, Hagrid war die ganze Nacht im Wald, etwas kann ich die Tiere ja schützen. Die meisten Kräuter sammelt man bei Mondlicht oder beim Morgengrauen und das bei meinen alten Knochen."

"Hast du das mit den Kräutern bei Parker gelernt, als er noch die Tiere verarztete?"

"Ne, Hermine, der Parker war ganz selten hier. Nur wenn die alte Ainslie nicht mehr weiter wusste. Nur ist die schon seit Tagen nicht mehr im Wald unterwegs. Die haben sie einfach umgelegt, Parker hat dabei auch eins auf die Nase bekommen. Sie hatte ihn gerufen, weil sie bei dem jüngsten Sohn von Bane nicht mehr weiter wusste. Einfach umgelegt, alle, nur der Doktor kam davon. Den werden sie im Ministerium aber hoffentlich schützen. Nun geht, der alte Hagrid hat genug gesagt. Vielleicht, Hermine, kann Harry was für den Doc tun. Sie dürfen ihn nicht bekommen, bevor er ausgesagt hat. Reden wird er nur in Sicherheit!"


"Nie wieder will ich einen Kommentar über Felis Methoden von dir hören, ist dir das klar, Mine!"

Schnell zog Hermine ihre Hand über dem Saftglas von Seamus zurück, die kleine Flasche war leer und ihr Gewissen plagte sie nicht. Es war typisch von Ginny, alles zu bemerken, aber im Gegensatz zu ihrem Bruder, kamen ihre Kommentare leise. Hatte dieses kleine Luder mitten in der großen Halle von Hogwarts die Kunst der mentalen Beeinflussung angewandt. Ganz wie ihr größeres Vorbild Felicitas, die kannte keine Hemmungen, wenn es um ihre Interessen ging.

"Seamus, wenn wir stören, sag es uns doch!"

"Wie kommst du darauf, Ginny?"

"Weil du das ganze Mittagessen über nur mit Ron über das Training heute Nachmittag sprichst."

Seamus grinste verlegen, hatte sie ihn doch wieder erwischt. Schon öfter hatte sie sich darüber mokiert.

"Wir meckern auch nicht, wenn ihr über Mode oder Schauspieler sprecht", motzte Ron.

"Wenn du dich nur mit Sport beschäftigst, braucht Mum sich wenigstens keine Gedanken über deine Hochzeit machen. Es gibt an deiner Seite nur den goldenen Schnatz."

"Halt die Klappe, Kleine!"

Ginny hob ihr Glas: „Wer keinen abgestandenen Kürbissaft mag, sollte trinken. Prost ihr Sportler!"

Die Jungs standen als Erste vom Tisch auf, während Ginny immer noch grinste. "Ganz typische, aber sehr unterschiedliche Reaktionen. Der eine sieht den Fehler wenigstens für ein paar Minuten ein, der andere gar nicht. Was war so dringend, dass wir es sofort besprechen müssen? Ist es wegen Seamus?"

"Nicht hier, lass uns ins Zimmer gehen." Hermine korrigierte ihr Bild von Ginny. Am Morgen hielt sie diese noch nicht für fähig, Harry oder gar Feli zu vertreten. Nun hatte sie nicht nur per Legilimentik Kontakt mit ihr aufgenommen, sondern auch noch den Grund ihrer Unruhe gefunden. „Seamus habe ich das Mittel gegeben, dass er beim Training endlich mal Ron in den Schatten stellt. Vielleicht kommt der dann wieder zur Vernunft. Nur Sport, Training und die Mannschaft, sonst hat er kein Thema mehr."

Hermine und Ginny gingen über das Treppenhaus zum Gemeinschaftsraum der Gryffindors, verschwanden aber kurz davor in einem kleinen Flur. Kaum einer beachtete ihn, hier gab es keine Klassenzimmer und eine Abkürzung war er auch nicht. Sie hielten vor einer der vielen Rüstungen einer Nische, hier befand sich eine magisch verschlossene Türe. Leise schloss sich die Türe hinter den beiden Mädchen.

"Und wo ist Parker jetzt?"

"Hagrid weiß es nicht, er hat nur Angst um ihn. Du weißt ja, dass er sich da nicht so ausdrücken kann."

Ginny kramte in ihrer Tasche und steckte das Mobiltelefon wieder zurück. "Funktioniert hier ja nicht. Komm mit Hermine, wir werden Divina von Black-Castle aus anrufen, das Ministerium sollte ja wissen, wo der Heiler ist."

Über den privaten Kamin verschwanden beide.

Es dauerte etwas, bis sich eine verschlafene Divina meldete.

"Hallo Divina, sag mal wo ist denn der Heiler Parker?"

"In Sicherheit, natürlich! Warum?" Man merkte, dass die Angerufene, nach den wenigen Worten schlagartig hellwach war. "Woher wisst ihr von ihm? Habt ihr vielleicht etwas erfahren?"

"Wovon?"

"Na von Parker, wie es passiert ist, er kann immer noch nicht reden."

"Wenn du mir sagst, wo er ist, dann könnte ich mich vielleicht an ein Gespräch erinnern."

"He Ginny, das ist keine Angelegenheit, um hier ein großes Schauspiel zu geben. Die arme Sau hat es ganz toll erwischt. Irgendwer hat die Auroren informiert. Sie haben ihn auf einer Lichtung im Verbotenen Wald gefunden. Keine Spuren oder Ähnliches. Er wurde dort auch nicht angegriffen. Viel mehr darf ich dir nicht sagen, sonst lande ich wegen Geheimnisverrat in Askaban, das Ganze ist geheime Chefsache."

Ginny sah Hermine fragend an, diese nickte.

"Wir suchen ihn, weil wir uns Sorgen machen. Er hat uns hin und wieder sehr geholfen. Harry hat von seinem Verschwinden erfahren, als er mit dir zu ihm wollte. Du weißt, wegen deiner Allergie. Heute haben wir mehr erfahren. Wir sollten uns kurz treffen, da aber weder Nanda, Harry oder seine Liebste da sind, braucht das etwas Zeit. Wo?"

"Im Pub bei mir um die Ecke, du weißt, wo ich wohne?"

"Nein, vielleicht doch. Ich schau mal in Harrys Unterlagen."

Sandy, die kleine Hauselfe, war mit einem kleinen Zettel erschienen. Ginny überflog ihn kurz. "Ja Divina, ich habe deine Adresse, bis gleich im Pub. Wir können dir mehr über den Angriff berichten."

Ginny sah, nach dem Ende des Gesprächs, auf Sandy. "Danke Sandy, das war genau im richtigen Moment."

"Lady Ginny, Sandy hat eine Bitte!"

Die Angesprochene nickte, sie spürte die Nervosität ihres Gegenübers.

"Hauselfen bitten selten, Lady Ginny. Sandy bittet nicht für sich. Sandy bittet für Miss Divina. Sie hat Angst, mehr zu reden, als erlaubt ist, bitte nicht stärker nachfragen. Angst vor Ärger in London und mit denen, die es taten."

"Wird gemacht, versprochen. Wir wollen ihr ja helfen, indem sie das erfährt, was Hagrid erzählt hat. Du weißt, was mit dem armen Parker geschehen ist?"

Die Hauselfe nickte. "Die Hauselfen meinen, dass es die alte Kräuterhexe besser hat als der Doktor. Der arme Junge aber, noch nicht gelebt und schon tot."

Addy, der alte Hauself, erschien mit den Mänteln und Handtaschen der Mädchen im Raum. Hermine, die befürchtete, dass Sandy jetzt Ärger bekam, irrte sich.

"Lady Ginny, wir Hauselfen wissen oft mehr als die Magier. Es war bisher immer besser, wenn das Wissen unter uns bleibt." Addy schluckte etwas, eine Überraschung für die beiden Hexen. Ganz selten hatte sie Gefühlsregungen bei Hauselfen bemerkt. "Viele, viele Hauselfen haben furchtbar dafür gelitten, wenn zu viel über ihre Lippen kam."

"Keine Sorge, Addy, bei uns kommt so etwas Schlimmes nicht vor."

"Danke, Miss Hermine. Die Hauselfen wissen dies. Wir wollen dem neuen Orden helfen. Die Hauselfen werden Parker finden und berichten. Niemals soll jemand wissen, wer es gesagt hat."

"Versprochen!"

Sandy strahlte und Addy war wohl mit seinen Gedanken, wo anders, denn er verschwand mit den Mänteln und Taschen. Kurz darauf erschienen die Sachen wieder im Raum.

"Danke, Lady Ginny und Miss Hermine. Sandy hat Miss Divina gern und darf ihr helfen."

Mit einem Portschlüssel verschwanden die beiden Hexen in das London der Muggel.