Kapitel 3 – Mein Feuer und Eis
15. April 2010
Ryo
Wieso zerrte sie mich jetzt diesen verfluchten Gang entlang? Ich wollte nur eines: Nach Japan, zu der Beerdigung meines Vaters! Da ich das allerdings leider nicht konnte, hätte sie mich immerhin dort unten sitzen lassen können. Kurzzeitig war es mir durch den Whiskey zumindest gelungen, zu vergessen, was geschehen war. Wusste sie eigentlich, was sie hier tat? Ich liebte diesen Nebel um mich herum und eigentlich wollte ich wieder komplett davon eingehüllt werden und alles vergessen. Im Grunde ging sie das doch überhaupt nichts an!
„Lass los", drängte ich murmelnd und versuchte mit einer Hand nach hinten zu schlagen, jedoch verfehlte ich Rika, die mich mit ihren Händen auf meinem Rücken unerbittlich geradeaus schob. „Rika!"
„Halt einfach deine Klappe. Es reicht!", entgegnete sie energisch.
Ein paar Sekunden später blieben wir stehen und endlich ließ mich Rika los. Die Schlüssel klirrten hinter mir. Durch das schwere Gefühl in meinen Beinen konnte ich mich nicht aufrecht halten, fiel gegen sie zurück und spürte ihren Oberkörper an meinem Rücken. Erst jetzt bemerkte ich, wie sehr ich mich danach sehnte Nähe und Wärme zu spüren. Rika versuchte mich fluchend wieder aufrecht hinzustellen und nachdem sie die Tür geöffnet hatte, drängte sie mich hindurch. Im Zimmer schupste sie mich auf mein Bett. Ich war zu schwach, um mich wieder aufzurichten und blieb mit dem Gesicht auf der weichen Decke liegen.
„Worauf habe ich mich nur eingelassen?", schimpfte Rika sofort los. „Ich bin doch nicht dein Kindermädchen! Hättest du mir nicht zuvor sagen können, dass du dich betrinken willst? Dann hätte ich mich nämlich gar nicht auf diesen Unsinn mit der Zimmerteilung eingelassen. Du kannst froh sein, wenn sie dich nicht aus dem Hotel werfen!"
Ich bemerkte, dass ich in dieser Position schlecht Luft bekam. Träge drehte ich den Kopf und blinzelte Rika entgegen. Ihre Worte waren nicht wirklich bei mir angekommen, doch ihr Anblick tat das umso mehr. Sie fixierte mich mit einem wütenden Blick und hatte die Hände in die Hüften gestemmt. Wusste sie eigentlich, wie schön sie war? Wie sehr hatte ich doch ihr loderndes und wütendes Feuer vermisst. Ja, selbst ihre Kälte mir gegenüber. Rika war mein Feuer und Eis. Plötzlich überkam mich doch unendliche Dankbarkeit ihr gegenüber, dafür, dass sie mich aus der Bar geholt hatte. Ihre Anwesenheit war das einzige, war mir jetzt Trost spenden konnte.
Langsam, doch entschlossen, stemmte ich meine Hände aufs Bett und zog mich dadurch wieder auf die Beine. Wankend bewegte ich mich auf Rika zu und dachte nur daran, dass sie mich trösten musste.
„Hörst du mir eigentlich-"
Rika verstummte, als ich sie in eine Umarmung zog. Ich drückte sie fest an meinen Körper und sog ihren Duft ein. Mein Kopf war zu benebelt, um ihren Geruch einzuordnen, aber ich wusste, dass sie süß und einfach himmlisch roch. Ihr Körper fühlte sich weich und zart an. Unwillkürlich wanderten meinen Lippen an ihrem Nacken entlang und ich schob ihr die Strickjacke über die Schulter. Schließlich reagierte Rika wieder. Sie stieß mich von sich, ich geriet ins Wanken und fiel dabei rücklings aufs Bett zurück.
„Du bist ja vollkommen verrückt geworden!", rief Rika zornig. „Komm sofort her!"
Grob packte sie meine Handgelenke und zerrte mich wieder auf die Beine.
Oh ja, ich wollte sie auch.
Rika verstand darunter jedoch etwas anderes. Sie zog mich ins Badezimmer und drückte meinen Kopf in die Badewanne. Plötzlich traf ein Strahl kaltes Wasser auf meinen Kopf und rannte mir ins Gesicht. Ein Schauer übermannte mich und ließ mir die Adern gefrieren. Ich schnappte erschrocken nach Luft und wedelte mit den Armen, doch Rika kannte keine Gnade.
Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich wieder einigermaßen klar bei Verstand. Zumindest soweit, sodass ich die Kälte um mich herum zu bemerken begann. Der Kragen und die Kapuze meines Sweatshirts waren bei Rikas Wasseraktion nass geworden und die Feuchtigkeit hielt sich nun penetrant in dem schweren Stoff. Von meinem Haar brauchte ich erst gar nicht zu reden. Rika hatte mich anschließend wieder hinausgeschoben, mir einen giftigen Blick geschenkt und war dann mit frischen Kleidern erneut ins Bad verschwunden. Mit einer gewissen Genugtuung hatte ich festgestellt, dass ich durch mein Hampeln auch sie nass gemacht hatte.
Jetzt lag ich auf meinem Bett und starrte mit trüben Augen zur Decke. Eigentlich sollte ich aufstehen und mir ein neues Sweatshirt anziehen, doch meine Glieder fühlten sich furchtbar schwer an. Mit dem sinkenden Alkoholpegel wurde mir auch langsam bewusst, was ich getan hatte. Ich war stundenlang in der Bar des Hotels gesessen, hatte mich im wahrsten Sinne des Wortes zulaufen lassen und bin der hübschen blonden Barkeeperin gegenüber aufdringlich geworden. Rika hatte recht. Ich konnte von Glück sagen, dass sie mich nicht aus dem Hotel geworfen haben.
Und dann war ich sogar noch Rika gegenüber aufdringlich geworden. Sie war wütend auf mich und ich war mittlerweile auch nun so weit wieder bei Verstand, dass ich es vollkommen nachvollziehen konnte.
In diesem Moment klackte wieder das Schloss der Badezimmertür und Rika kam ins Zimmer zurück. Sie hatte nur ein anderes Top angezogen. Die Strickjacke trug sie noch immer. Bei deren Anblick überwältigten mich kurz wieder die Erinnerungen an diesen Moment, als ich sie an mich herangezogen hatte. Ich spürte erneut Rikas weichen Körper dicht an meinen gedrückt und ihre zarte Haut unter meinen Lippen. Plötzlich sehnte ich mich danach, sie erneut zu berühren.
Sie sollte wirklich nicht sauer auf mich sein. Der Alkohol nicht, doch die Umarmung und das, was ich eigentlich im Sinn gehabt hatte, waren nur ein dämlicher Ausrutscher gewesen. Wirklich.
„Mein Vater ist tot", flüsterte ich leise. Zwar wollte ich, dass Rika mich verstand, dennoch wusste ich nicht so recht, warum ich ihr das eigentlich erzählte. In diesem Moment folgte ich einfach einem schwachen Impuls, ohne großartig darüber nachgedacht zu haben.
Rika hatte mir den Rücken zugedreht und in ihrer Tasche herumgewühlt. Bei meinen Worten sah sie sich zu mir um. Ihre Miene war teilnahmslos. Ich sah weder Mitleid für mich in ihrem Blick, noch Trauer um meinen Vater. Sie sah mich so an, wie sie mich immer ansah und ich war ihr dankbar dafür. In meinem jetzigen Zustand wusste ich nicht, wie ich sonst reagiert hätte. Mein Stolz verbot es mir, vor ihr zu weinen, obwohl mir am liebsten danach gewesen wäre. Bis jetzt hatte ich noch keine Träne um ihn vergossen, doch die vergangenen Stunden hatten mir gezeigt, wie sehr sie in mir brodelten.
„Ich wollte eigentlich zur Beerdigung. Sie findet in zwei Tage statt", fuhr ich langsam fort und schauderte dabei. Die Kälte kroch mir immer mehr in die Knochen und machte mich anfälliger für meine Worte. „Es tut mir leid."
Rika sah mich noch lange mit ihrem undefinierbaren und ausdruckslosen Blick an, dann besah sie sich mein nasses Sweatshirt. „Du frierst", deutete sie mein Schaudern richtig. Sie wartete auf keine Reaktion, sondern ging an meine Reisetasche und kramte darin herum, ehe sie ein weiteres Sweatshirt in Blau herauszog. „Kannst du es alleine anziehen?"
Angetrieben durch den Restalkohol war ich kurz in Versuchung den Kopf zu schütteln, doch der hatte da schon genickt. Rika warf mir mein Sweatshirt zu und ich setzte mich unter dem Quietschen der Matratze aufrecht aufs Bett. Ich kam nur langsam aus dem schweren Stoff meines Sweatshirts heraus. Während ich mich damit abquälte, ertönte plötzlich der Klingelton eines Handys. Ich erkannte das Lied nicht, meines war es nicht.
Rika fluchte und warf einen hektischen Blick in den Raum. Nirgends war ein Handy zu entdecken. Sie stürmte zu ihrer Tasche und wühlte darin herum, ehe sie das kleine Ding endlich fand.
„Ja?", fragte sie hastig hinein.
Die Stimme auf der anderen Leitung sagte etwas, jedoch zu leise, als dass ich sie verstehen konnte. Ich kämpfte mich weiter mit meinem Sweatshirt ab. Eigentlich wollte ich wieder nicht lauschen, doch Rika interessierte mich. Natürlich fragte ich mich, was aus der Frau, mit der ich vor vielen Jahren diese aufregende und abenteuerreiche Zeit erlebt hatte, inzwischen für ein Mensch geworden war.
„Tut mir leid. Ich habe vollkommen vergessen dir Bescheid zu geben. Mir geht es gut, ja. – Ja, ich sitze hier in Amsterdam fest. Es geht einfach nichts mehr. – Ich weiß nicht wie lange es dauert. – Falls etwas sein sollte, weißt du, wo die Notrufnummern sind. Ich werde Takeshi anrufen, damit er … – Das interessiert mich nicht. Es ist wichtig, dass jemand nach dir sieht!"
Rikas Stimme wurde gereizter, dennoch wirkte sie besorgt. Sie wäre aber nicht Rika, wenn sie meine Anwesenheit vergessen hätte und versuchte, ihre Stimme zu zügeln und leiser zu sprechen. Offensiv drehte sie mir den Rücken zu.
Dennoch verstand ich jedes ihrer Worte. Vor allem bei den Notrufnummern und dem Namen Takeshi hatte ich aufgehorcht. Unwillkürlich fragte ich mich plötzlich, ob sie einen Freund hatte, obwohl ich mich zugleich dabei schlecht fühlte, denn es wirkte, als würde sie mit jemandem sprechen, der Hilfe benötigte.
War ihr Freund vielleicht derjenige, der Hilfe benötigte? Ich schellte mich im selben Augenblick selbst innerlich dafür. Wie konnte ich nur einen solchen Schwachsinn denken?
„Bitte, lass es einfach, ja? Du weißt, dass ich meinen Kopf durchsetzten werde. Lass ihn also einfach rein, wenn er kommt, okay? – Gut, danke. Ich hoffe, dass ich bald zurück sein werde. – Ja, ich dich auch."
Rika legte auf und ich war inzwischen fertig damit, mir mein blaues Sweatshirt anzuziehen. Sie wählte eine neue Nummer und ich begann mir furchtbar dämlich vorzukommen, denn jetzt konnte ich nichts mehr machen, dass mich beschäftigt wirken ließ, um mein Desinteresse für ihr Gespräch vorzuheucheln.
„Hey Takeshi, hier ist Rika. Tut mir leid, wenn ich dich so spät störe. – Ja, ich weiß, du hast schon geschlafen, aber ich habe eine dringende Bitte. Ich sitze gerade in Amsterdam fest. Vielleicht hast du davon gehört: In Europa ist ein Flugchaos ausgebrochen und jetzt komme ich hier nicht mehr so schnell weg. Könntest du vielleicht mal nach ihr sehen? – Oh, das ist toll. Vielen Dank. Und wenn sie dir nicht aufmacht, dann weißt du, wo der Schlüssel ist, nicht wahr? – Ja, genau. Also, dann will ich dich nicht länger stören. Ich bin dir wirklich dankbar. Wir sehen uns. Gute Nacht."
Nach diesem Gespräch konnte ich folgende Schlüsse ziehen: Takeshi konnte nicht ihr Freund sein, wenn sie mit ihm ohne Zuneigung sprach, als wäre er lediglich ein entfernter Bekannter (– allerdings musste das nicht unbedingt etwas heißen, denn wir redeten hier immerhin von Rika –) und er sollte nach einer Frau sehen.
Plötzlich fragte ich mich noch viel mehr, was wohl aus Rika geworden war. Insgeheim hatte ich das Gefühl, dass auch sie ihr Päckchen zu tragen hatte. Sie modelte, obwohl sie es als Kind bereits gehasst hatte. Sie gab vor, inzwischen glücklich damit zu sein, obwohl die Lüge ganz genau in ihrem Gesicht zu lesen war und anscheinend hatte sie jemanden zu Hause, um den sie sich kümmern musste. War es vielleicht ihre Großmutter? Aber dann gab es immer noch ihre Mutter, die die Pflege übernehmen konnte, sobald sie für ein paar Tage vereist war. Vielleicht war es also ihre Mutter?
„Rika? Geht dir gut?", fragte ich unwillkürlich.
Rika wirbelte zu mir um und schob ihr Handy in ihre Jeanstasche. „Natürlich", erwiderte sie in einem neutralen Tonfall. Ihre Gesichtsmimik war dabei perfekt in Szene gesetzt und sie sah so unbeteiligt wie eh und je aus. Ich glaubte ihr nicht und irgendwie traf es mich, von ihr angelogen zu werden. Immerhin hatte ich ihr gerade erzählt, dass mein Vater gestorben war.
Sicherlich war ich noch immer nicht ganz zurechnungsfähig, als ich mich wieder von meinem Bett erhob, auf sie zuging und vor ihr stehen blieb. Rikas Blick wurde misstrauisch. Das war ebenfalls eine Vertrautheit, die mir von früher her bekannt war. Mir gegenüber war sie schon immer misstrauischer gewesen, als gegenüber anderen, so wie Takato, Henry oder Jen. Verständlicherweise, denn sie kannten sich viel besser, dennoch musste ich erkennen, dass sich in den vergangenen Jahren keineswegs etwas daran geändert hatte, dass es mich auch noch heute störte, wenn sie mir nicht ihr vollstes Vertrauen schenkte.
„Du kannst es mir sagen, das weißt du."
Sie verengte die Augenbraue. „Da ist nichts", sagte sie knapp und wollte an mir vorbei, doch ich umfasste ihr Handgelenk, ehe sie mir entkommen konnte.
Früher hatte ich Rikas abweisende Haltung akzeptiert und es war nicht so, dass ich sie jetzt nicht mehr akzeptierte, doch ich war keine 14 mehr und wusste, dass man manchmal einfach jemanden zum Reden zwingen musste.
„Ryo, du-"
„Du lügst", unterbrach ich sie barsch und ignorierte ihre Verärgerung. „Ich habe dir gerade erzählt, warum es mir schlecht geht. Warum kannst du es nicht tun?"
Rika versuchte sich aus meinem Griff zu befreien, doch ich war zu stark für sie. Erst war sie fassungslos, dann wurde sie zornig. „Wenn du mich nicht sofort loslässt, dann schreie ich", zischte sie mit bedrohlicher Stimme.
Ich glaubte ihr aufs Wort und dennoch hielt ich ihr Handgelenk fest umklammert. Es musste wirklich der Alkohol sein, der mich den Ernst der Lage nicht erkennen ließ. Immerhin gab Rika nie leere Versprechungen von sich und außerdem wäre ich heute fast aus dem Hotel geflogen, weil ich der Barkeeperin bereits zu nahe gekommen war – ein zweiter Ausrutscher und ich landete sicherlich auf der Straße.
Statt jedoch klar zu erkennen, was besser für mich wäre, dränge ich Rika plötzlich gegen die Wand und drückte meinen Körper an ihren. Im Grunde war ich selbst nicht mehr Herr der Lage. Seitdem ich sie am Flughafen wiedergesehen hatte, musste ich mich ständig unter Kontrolle halten, um nicht auf sie zu reagieren, doch die Umarmung hatte mir den Rest gegeben und jetzt stachelte mich ihre Wut an. So sehr, dass ich den eigentlichen Wunsch, sie würde sich mir anvertrauen, verdrängt hatte.
Meine Hände stemmten sich hinter ihr an der Wand ab und ich vergrub meinen Kopf in ihrem Nacken. Da war er wieder, dieser süße und betörende Duft und im selben Moment begriff ich, welchen Fehler ich gerade machte.
Erschrocken wollte ich zurückweichen, machte mich schon auf ihre Ohrfeige gefasst, doch plötzlich spürte ich, wie ihre feingliedrige Hand in meinen Nacken fuhr und ihre Lippen sich ebenfalls über meinen Hals bewegten. Rika drängte sich weiter an mich. Ich glaubte meinem Verstand und meinen Sinnen selbst nicht, als sich unsere Lippen plötzlich zu einem Kuss fanden und ihr Mund meiner Zunge Einlass gab.
In dem Kuss spürte ich, wie wütend und aufgewühlt Rika war und ihre Gefühle verleiteten mich dazu, meinen letzten Funken Selbstkontrolle vollkommen zu vergessen. Sie war mir so vertraut und fremd zugleich. Ich begehrte nur noch, liebte ihr Feuer und die Gefahren über die Auswirkungen, wenn ich ihr zu nahe kam. Fahrig fuhren meine Hände ihren Körper entlang. Sie spreizte willig ihre Beine, als mein Knie zwischen sie drängte. Ich steifte ihr die Strickjacke herab und zog ihr das Top über den Kopf, ehe sie mir ebenfalls mein Sweatshirt auszog und ich bin dann an ihrer Gürtelschnalle zu schaffen machen konnte. Fast zerrte ich sie schon aus der Jeans.
Am liebsten hätte ich sie sofort genommen. Ich kam mir wie ein wildes Tier vor, doch Rika verkörperte all das, wonach ich mich schon so lange sehnte und jetzt, da ich endlich einen Einblick bekam, konnte ich mich nicht mehr zurückhalten.
Schon immer war etwas zwischen uns gewesen. Ich war mir ziemlich sicher, dass sie nie daran gedacht hatte, mit mir Sex zu haben, denn dafür waren wir damals einfach zu jung. Ich wusste aber immer, worauf es hinauflaufen würde, wenn wir eines Tages als Erwachsene gegenüberstünden. In gewisser Art und Weise hatte ich sie schon immer begehrt. Sie war schon immer meine Konkurrentin gewesen und ich wollte sie stets übertrumpfen. Mir war bei jeder meiner Handlungen bewusst, dass es etwas sein könnte, dass ihr anschließend missfiel, doch das hatte mich nur noch weiter angestachelt. Ich wollte ihr Feuer spüren, mich mit ihr messen und auch von ihr geschätzt werden. Letzteres hatte Rika in gewisser Art und Weise immer getan, auch wenn sie das heute noch immer nicht zugeben würde.
Während sich mein Gedankenkarussel unentwegt gedreht hatte, hatte ich auch irgendwann meine Jeans durch Rikas Hand verloren. Sie zerrte mir jetzt meine Boxershorts über den Hintern und ich entledigte sie ihres Slips. Es war keine Zeit mehr für Spielchen und das war ebenfalls in ihrem Sinne. Ich griff nach Rikas Beinen und sie schlang sie um meinen Körper. Hart drang ich in diesem Moment in sie ein und drückte ihren Körper noch fester gegen die Wand.
Die Welt um uns erlosch in einem Augenblick. Ich starrte ihre wilden violetten Augen und genoss das Gefühl, in ihr zu sein, diesen Moment zu erleben, den ich schon so lange herbeigesehnt hatte. Unsere Atem waren unregelmäßig. Ihre Wangen waren erhitzt und ich spürte die Hitze auch in meinem Körper. Das Herz schlug mir heftig gegen die Brust, als wollte es meinen Brustkorb zum Zerbersten bringen.
Ich begann mich in ihr zu bewegen und genoss den süßen Schmerz der Lust. Meine Stöße waren vorsichtig und zaghaft, während ich meinen Blick nicht von ihr abwenden konnte. Rika schloss die Augen und drehte ihren Kopf stöhnend zur Seite. Jede Regung ihres Gesichts wollte ich in mir aufnehmen, um zu verhindern, dass ich diesen Moment jemals vergessen würde.
Schließlich konnte ich mich aber nicht mehr zurückhalten. Ihre Enge trieb mich in den Wahnsinn. Auch ich musste meine Augen schließen und konnte nun ebenfalls ein Stöhnen nicht unterdrücken. Intensiver drang ich in sie ein, wurde schneller und stieß immer härter zu. Mit einem letzten kräftigen Stoß, übermannten mich die Wellen des Orgasmus', ein Rauschen begann in meinen Ohren und vollkommene Befriedigung und pure Glücksseligkeit durchflutete meinen Körper.
Fortsetzung folgt …
