Part 3
Der Streit
Eine Woche später.
Mittlerweile hatten sie sich geeinigt wie die Farm geleitet werden sollte. Tess war für die ihre Alpaka-Zucht und die Schafe zuständig. Stevie kümmerte sich um die Instandhaltung und die Rinder, Charly um die Verwaltung und die Pferdezucht. Meg hatte sich entschieden wieder auf Drovers zu leben. Sie wollte in der nähe von Charlotte sein. Es rief Erinnerungen wach und auch die Trennung von Terry wäre ihr zu schwer gefallen. Eine Entscheidung gegen ihre Schriftsteller Karriere dachte sie. Aber es sollte anders kommen.
Jodi war das Mädchen für Alles, was sie sehr ärgerte, doch dann änderte sie ihre Meinung. Seit Gestern war Kate da. Ihre Freundin Kate. Nun hatte sie wieder eine Freundin in der Nähe. Sie telefonierte zwar viel mit Becky, aber es war anders. Becky war nun verheiratet und lebte ihr Leben. Jodi freute sich auf die nächste Zeit, denn es würde sich einiges ändern. Charly war anders, sie war es gewohnt einen gewissen Lebensstandard zu haben und dieses billigte sie auch anderen zu. Sie dankte Meg ihre Loyalität mit einen Stück Land und ein Startkapital für ein kleines Häuschen. Stevie zog bei ihr ein, bis auch ihr kleines Häuschen fertig war. Es war viel los auf Drovers. Das Cottage wurde renoviert und sollte für Jodi und Kate ein Zuhause sein. Es wurde etwas ausgebaut. Charly erklärten Jodi und Kate, dass sie nicht wisse, wie sich Drovers entwickelt. Das Cottage sollte ein Wohnhaus für Angestellte sein. Eine Wohngemeinschaft für das Stammpersonal. Derzeit wären es zwar nur Kate und Jodi, aber es könnte sein, dass sich dieses noch ändert. Die anderen Unterkünfte wurden auch renoviert. Was auch dringend nötig war. Jodi musste jetzt noch lachen, als Charly das Loch in der Wand der Unterkünfte sah fragte sie wer das war und Jodi erklärte ihr wie es dazu kam. Charly hob eine Augenbraue und sagte nur. „OK, einmal kommst du damit durch, im neuen Haus gibt es derartige Spielereien nicht verstanden"
Irgendwie entwickelte es sich Drovers und damit auch Charly zum Mittelpunkt. Tess sah einiges mit gemischten Gefühlen. Sie war mit Nick glücklich und bald sollte geheiratet werden. Sie hatte es noch niemanden erzählt. Es fragte auch keiner danach. Alle schienen es hinzunehmen, dass sie bei Nick lebte. Es war jeder damit beschäftigt etwas Normalität in den Alltag zu bringen, was etwas schwer war.
Tess ritt gerade auf Drovers zu. Sie hielt am Hügel an und schaute zum Haupthaus. Was macht denn der Bagger da. Tess schaute noch eine weile zu. RUMS Tess gab Oskar die Sporen und ritt schnell zum Haupthaus.
„CHARLY" Tess war wütend und das hörte man auch.
„Ja Tess?" Charly kam aus dem Stall und hatte Charlotte an der Hand.
„Ist etwas passiert" Tess war wütend und das sah man ihr deutlich an. Charly schaute sie fragend an.
„Sag mal reißt du das Haus ab? Hätte ich das gewusst, dann wäre ich da eingezogen"
Nun wurde Charly klar warum Tess wütend war. „Nein, nein, natürlich nicht. Aber das Haus ist zu klein. Wir brauchen ein größeres Büro, du musst immer warten, bis ich fertig bin und auch für andere Sachen fehlt der Platz. Ich lasse nur die hintere Wand rausreißen und erweitere das Haus. So haben wir zwei Büros. In dem einem haben Alex und ich Platz und das andere bekommst du. Dann wird noch das Wohnzimmer vergrößert. Ich will mehr Platz haben und auch mein Klavier fehlt mir. An der Küche kommt noch ein Anbau für die Vorräte."
Tess schaute sie geschockt an. „Das sind doch keine kleinen Änderungen" Allerdings wusste sie auch nicht, was sie gegen diese Umbauten sagen sollte. Charly hat an alles gedacht. Sie saßen oft am Abend zusammen und da wurde es schon mal eng. Auch Meg brauchte mehr Platz in der Küche. Sie hatten schon zusammen neue Küchenmöbel ausgesucht. Aber den Rest hatte Charly wohl alleine entschieden.
Charly merkte, dass Tess irgendwie enttäuscht war. „Hör mal Tess, ich weiß es ist nicht einfach, aber du hast entschieden, dass es mein Zuhause wird. Lass mir den Freiraum es nach meinen Wünschen zu gestalten. Ich möchte nicht das Gefühl haben, nur etwas mit deiner Zustimmung machen zu dürfen. Ich rede dir auch nicht bei deinem Zuhause rein."
Es waren klare Worte und Tess wusste nicht, was sie sagen sollte. Charly hatte ja Recht, aber sie konnte nicht erklären. In letzter Zeit gab es zu viele Veränderungen und das Haupthaus war ein Fels in der Brandung gewesen. Sie hatte es mit 4 Jahren verlassen und es war unverändert als sie wieder nach Drovers kam. Doch jetzt änderte sich alles.
Sie schaute Charly an. „ Ich weiß nicht wie ich es erklären soll. Aber irgendwie dachte ich .." Tess stockte, wie sollte sie es Charly erklären.
„Tess ich glaube ich versteh dich. Du dachtest alles bleibt so, wie es seid deiner Kindheit ist. Tut mir leid, aber es ist jetzt mein Zuhause.." Tess Blick verdunkelte sich
„Sorry, so wollte ich es nicht sagen, auch wenn es so ist. Tess lass es los." Sie schaute Tess ernst an.
Tess schluckte „Tut mir leid. Ich versuche es, hab Geduld"
Tess drehte sich um und ging zu den Alpakaställen.
All dies beobachte Alex vom Stall aus, beide Frauen hatten ihn nicht gesehen. Eigentlich müsste er erst ab Nachmittags hier sein. Sie hatten die Arbeit aufgeteilt. Charly übernahm die Pferde bis 14 Uhr und danach kümmerte sich Alex um die Pferde. Er musste schließlich auch seine Arbeit auf Killarney erledigen. Obwohl er glaubte, dass Harry nichts sagen würde. Sobald es um Charly ging, hatte Harry für alles Verständnis. Alex fühlte wie er hier auf Drovers zu Ruhe kam, er brauchte noch die Nähe zu Charlotte. Er hatte immer noch das Gefühl, dass alles ein Traum war. Charlys nähe jedoch mied er. Er konnte sie nicht lange ansehen oder mit ihr reden. Sie erinnerte ihn zu stark an Claire. Alex schüttelte den Kopf. Sie war nicht Claire. Aber die Gestik, wie sie lachte, die Mimik, sie waren sich so ähnlich und doch so verschieden. Es war schwer aus Charly klug zu werden. Nur wenn sie mit Charlotte, Stevie, Terry und Harry zusammen war, erlebte man sie ganz gelöst. Da konnte man erkennen wie Charly wirklich war und genau dann unterschied sie sich von Claire. Sie war offener und flirtete. Etwas was Claire selten gemacht hat. Letztens hatte er ein Telefonat mitbekommen. Sie lachte fast ununterbrochen und dann ihre Stimme. Sie war genauso knallhart im Berufsleben wie Claire, ein Kumpel und locker und offen bei Leuten denen sie vertraute. Er fühlte sich einfach nicht wohl in ihrer Nähe. Er schüttelte den Kopf und ging zu Charly und Charlotte. „Hey" Charlotte drehte sich um. „ Hallo Alex, was machst du denn schon hier"
Alex schaute ihr in die Augen und für Sekunden versank er in ihnen. „Ich wollte Charlotte heute mit nach Killarney nehmen. Ich muss zum Stausee reiten und die Zäune ausbessern, es ist eine gute Gelegenheit, dass ich mir einen schönen Nachmittag mit Charlotte am See mache" Charly schaute ihn ernst an „OK, wenn du Charlotte heute nimmst, dann übernehme ich deine Arbeiten heute Nachmittag. Geh bitte ins Haus und nimm den Sonnenschutz für Charlotte mit" Charly wusste nicht genau wie sie Alex Verhalten einordnen sollte. Sie wusste von Stevie, dass er seid langer Zeit wieder etwas gelöster war. Aber immer wenn er in ihrer Nähe war, schien er auf der Hut zu sein. „Ok, komm Prinzessin, zeig mir wo deine Sachen sind und dann geht's Baden" Charlotte jauchzte vor Freude. Alex ging mit Charlotte auf dem Arm in Richtung Haus.
Charly sah ihm nachdenklich hinterher. Sie fühlte sich als Außenseiterin. Jeder war auf der Hut, egal ob es sich um Meg, Jodi, Tess oder Alex handelte. Immer hatte sie das Gefühl sich erklären zu müssen. Immer musste sie Rechenschaft ablegen. Nur Nick war anders, er kam ihr offen entgegen. Sie würde am liebsten laut schreien. Zum Glück waren da noch Harry, Terry und Stevie. Sie vermisste ihre Familie so sehr.
Nachdenklich ging sie zu den Pferden zurück, auf dem Weg dahin begegnete sie Stevie.
„Hi Charly" Stevie sah, dass ihre Freundin bedrückt war. „Was ist los?"
Charly seufzte „ Das übliche, ich musste mich wieder vor Tess rechtfertigen, warum ich welche Umbauten am Haus vornehme und dann war Alex da und hat Charlotte zum Baden abgeholt."
Stevie nahm sie in den Arm. „Gib ihnen Zeit. Du bist wie Claire…" Charly schaute sie verärgert an „Ruhig .." Stevie lachte und ging einen Schritt zurück „ Erschieß mich nicht" Charly grinste. Stevie schaute sie nun ernst an. „Ich habe euch beide zusammen erleben dürfen und weiß, dass ihr hättet Zwillingsschwestern sein können. Du bist wie sie und sie war wie du! Ihr habt eure Mimik von Prue! Ihr seid wie eure Mutter. Du bist das Ebenbild von Prue, offen, fröhlich und unternehmungslustig. Während Claire auch sehr viel von Jack hatte. Nur wer euch zusammen erlebt hat, der sieht den Unterschied. Gib ihnen Zeit und auch sie werden es sehen." Charly schaute nachdenklich in die Ferne. Gib ihnen Zeit. Wenn das so einfach wäre. Sie lächelte Stevie kurz zu und ging zu den Pferden.
Stevie hatte Charlys Blick gesehen. Sie kannte Charly und bekam Angst. Was ist, wenn Charly keine Geduld mehr hatte. Was ist wenn Charly hier alles aufbaute und dann wieder ging. Sie erinnerte sich an das Gespräch am ersten Abend am Lagerfeuer. Charly hatte in die Ferne geschaut und gesagt, Charlotte soll hier aufwachsen, das war Claires Wunsch, nun ist alles geregelt, selbst wenn ich nicht mehr da bin, fällt das Sorgerecht an Alex. Nun muss ich Charlotte nur noch ein Zuhause geben. Stevie fühlte wie sich ein ungutes Gefühl breit machte.
Fortsetzung folgt…
