Sehr schade dass nur eine mir Revs schreibt, obwohl ich in den Stats sehen kann, dass wesentlich mehr lesen… (Da kann man übrigens auch Fav-Einträge sehen! *mit der Zaunlatte wink*) Leute, ein zwei Worte sind doch nicht zu viel verlangt, oder? Ihr müsst ja keine Romane schreiben, aber das Feedback ist der einzige Lohn, den wir Schreiberlinge hier auf FF bekommen!
Vielen Dank, Ani9, wenigsten weiß ich, dass es dir gefällt ;)
Soo, und jetzt zu unserem Hauptfilm :)
Kapitel 3
Sookie fühlte sich gut, als sie sich auf den Weg zur Arbeit machte. „Ich habe heute die Nachtschicht in der Tankstelle." Das klang so schön normal, so natürlich…
Lächelnd stieg sie in ihr kleines Auto und drehte die Musik voll auf. Die Fahrt über den Highway war wunderschön, die Bäume glühten in der untergehenden Sonne und zauberten eine ganze besondere Atmosphäre. Sookie fühlte sich an die Fabelwelt des Feenreichs erinnert, doch der erwartet Schmerz blieb aus. Sie gehörte tatsächlich hier her, alles andere konnte nie wieder mehr als ein Kurztrip sein.
Alles war wunderbar ruhig und sie kam völlig entspannt an der Tankstelle an, genau als die Sonne ihre letzten Strahlen über den Himmel schickte. Mit einem Lächeln auf den Lippen übernahm sie die Kasse von ihrem Vorgänger, einem netten Highschoolschüler, dessen Gedanken sie nicht lesen musste um zu wissen war er dachte, aber selbst das konnte ihre gute Laune nicht trüben.
Sookie hatte schon früher im Verkauf gearbeitet, es war also nichts völlig neues.
Die ersten Stunden vergingen recht ereignislos, ein paar Jugendliche wollten Alkohol kaufen, ein paar Trucker hatten Hunger, einem Pärchen war der Sprit ausgegangen…
Als es gegen zehn Uhr zuging, wurde sie etwas aufgeregt, gleich würde sie ihre Kollegin kennen lernen, was sie wohl für eine Person war? Sookie erinnerte sich daran, dass sie ein Vampir war, anderseits hatte sie einen normalen Job, also schien sie ja recht bürgerlich zu leben…
Leider fuhren zwei Autos auf den Hof, genau als sie den Schlüssel in der Angestelltentür hörte. Sie musste weiterhin den Bildschirm der Überwachungskameras im Auge behalten und konnte nur ein freundliches „Hallo!" nach hinten werfen. Sie bekam ein ebenso abgelenktes „Guten Abend!" zurück.
Die zwei Fahrer kamen herein, kauften noch ein paar Dosen Ravioli und gingen auch schon wieder. Jetzt wartete Sookie hibbelig darauf, dass dieses Mädchen wieder aus dem Mitarbeiterraum herauskam. Die Tür ging auf und:
…
„Sookie!"
„Jessica?"
Sookie starrte das Vampirmädchen an und wusste nicht, wie sie reagieren sollte.
Schreien? Wegrennen? Den Pflock rausholen?
Da stand die Rothaarige auch schon in Vampirgeschwindigkeit vor ihr und umarmte sie begeistert. Sookie wurde mitgerissen und gab sich einfach der Wiedersehensfreude hin. „Schön dich zu sehen!"
„Oh mein Gott Sookie! Wo warst du? Oh ist das schön dich zu sehen! Ich muss dir so viel erzählen! Ich wohne jetzt mit Hoyt zusammen, wusstest du das schon? Seine Mama hat doch tatsächlich versucht mich zu erschießen, kannst du dir das vorstellen? Sie ist mit einem Pflockgewehr auf mich losgegangen!"
Jessica sah sie erwartungsvoll und begeistert an, Sookie fiel im ersten Moment keine Antwort ein, vor allem wusste sie nicht, welche Frage zuerst dran sein sollte… Sie überließ sich ihren Gefühlen und strahlte die Jüngere an. „Man, ist das schön dich zu sehen!"
„Also, wo warst du? Ich hab dich total vermisst!" Innerlich zuckte Sookie zusammen, sie hatte oft darüber nachgedacht wer ihr fehlte, aber wer sie vielleicht zuhause vermisst hatte… Das hatte sie geflissentlich verdrängt und das genau jetzt unter die Nase gerieben zu bekommen verpasste ihr einen schmerzhaften Stich. Sie versuchte lockerzubleiben und sich ihre Nervosität nicht anmerken zu lassen.
„Ach, weißt du, ich hab einfache eine Auszeit gebraucht, nach all dem was passiert ist…" Sookie zwinkerte Jessica zu und hoffte, das die mal wieder zu aufgeregt war, um die feinen Nuancen zu erkennen. „Oh, das kann ich verstehen… Wo warst du denn?"
„Och, ich bin mit ein paar neuen Bekanntschaften durch Amerika und Kanada gereist, hab mir Nationalparks angeschaut und so." Sie lächelte wieder und stupste Jessica an. „Aber jetzt erzähl mal, was hat Hoyts Mum gemacht?"
Das Vampirmädchen erzählte ihr die schockierende Geschichte.
Es war recht kurz nach ihrem Zusammenzug geschehen, Hoyt war noch nicht von der Arbeit nach Haus gekommen gewesen, er musste an diesem Tag bis in die Nacht hinein den Straßenbau vorbereiten. Die Dämmerung setzte ein und Jessica stand etwas früher als gewöhnlich auf, um noch einen Anruf zu erledigen, solange das Büro noch besetzt war. Immerhin war ihr kleines Haus größtenteils lichtdicht, also konnte sie sich relativ frei bewegen.
Im Nachhinein hatte ihr genau das das Leben gerettet. Sie war gerade in einer dem Eingang gegenüber gelegenen Ecke des Wohnzimmers, als die Tür heftig aufgedrückt wurde und eine Dampfwalze, wie Jessica es ausdrückte, direkt zu ihrem Schlafplatz rauschte.
Ein lauter Knall, ein splitterndes Geräusch und das Vampirmädchen wusste, dass diese Person durch die Tür in ihren Schlafplatz gefeuert hatte. Mit Vampirgeschwindigkeit raste sie dahin und wollte nach eigenen Aussagen gerade zubeißen, als sie erkannte. Sie schlug sie bewusstlos und wartete auf Hoyt.
Sookie setzte sich geschockt, so etwas hatte sie von Francine nicht erwartet. Sie war scheinheilig, verlogen, penetrant und selbstgerecht, aber gewalttätig? „Und, was habt ihr mit ihr gemacht?"
Jessica zog eine Grimasse. „Hoyt hat mich gezwungen sie zu bezirzen, sie denkt jetzt, dass sie ihn rausgeschmissen hat und dass er alleine in diesem Haus wohnt." Sie zuckte mit den Schultern. „Das muss ich jetzt regelmäßig wiederholen und ich werde ihr gegenüber wohl nie offiziell mit Hoyt zusammen wohnen…"
Die Vampir drehte sich weg und tat so als müsste sie irgendetwas am Wischmopp herum nesteln, Sookie übersah das blutige Taschentuch freundlich.
„Warum arbeitest du eigentlich hier? Was ist aus deinem Job im Merlotte's geworden?"
Jessica zuckte bedauernd mit den Schultern. „Als die Kunden immer weniger wurden, musste Lafayette mich entlassen. Ich kann es verstehen, ich darf ja keinen Alkohol ausschenken und deswegen musste immer eine zweite Kellnerin da sein." Dann lächelte sie wieder. „Aber jetzt arbeite ich hier, was mir auch Spass macht. Und während ich hier bin, kann Hoyt schlafen, sodass er keine Probleme bei der Arbeit bekommt."
Sie klang so erfüllt und lebensfroh…
Sookie versuchte krampfhaft NICHT an die ersten Wochen mit Bill zu denken, in der es ihr genauso gegangen war. Immerhin war doch alles nur eine Lüge gewesen.
„Das heißt, bei euch läuft alles super?" presste sie hervor.
„Oh ja, wir sind so glücklich!" Jessica lächelte sie noch einmal so freudig an, dann wandte sie sich ihren Putzsachen zu. „Tut mir leid, Sookie, ich muss jetzt wirklich langsam anfangen, sonst werde ich nicht mehr rechtzeitig fertig. Aber lass uns später weiter reden, ja?" Die Angesprochene nickte mechanisch und war erleichtert, als das Vampirmädchen in Richtung Toiletten verschwand.
„Mist." Murmelte sie und schlug leicht mit der Faust auf den Tresen. Wer hätte denn schon erwarten können, dass sie genau hier wieder mit der Nase auf ihre Vergangenheit gestoßen wurde? Das war so absurd…
Anderseits, Jessica lebte nun mit Hoyt zusammen, sie hatte Bill bisher mit keinem Wort erwähnt und schien auch nur ein normales Leben führen zu wollen, also vielleicht würde das ja gar keine Auswirkungen auf sie selbst haben…
Sookie atmete tief durch, und lächelte schon wieder als der nächste Kunde den Laden betrat.
Mehrere Stunden später war ihre Schicht zu Ende. Sookie plauderte noch kurz mit ihrem Kollegen und nahm dann Jessica mit zurück. „Ist es eigentlich immer so ruhig?" fragte Sookie dann das, was ihr schon die ganze Zeit unter den Nägeln brannte. Die Vampir kicherte.
„Nein, nicht immer… Manchmal geht es da auch ganz schön rund, wen wundert das, so kurz vor Shreveport. Ich finde das meistens ganz witzig…"
„Gibt es… bitte versteh mich nicht falsch, Vampirprobleme?" Jessica zuckte mit den Schultern. „Hin und wieder machen welche ein bisschen Ärger, aber es geht noch." Auf Sookies Blick präzisierte sie: „Etwa einmal pro Woche gibt es ein bisschen mehr Probleme, da meinen dann welche sie müssten ihre Fangzähne heraushängen lassen… Die Aussicht auf Silber oder einen Pflock helfen dann meistens schon recht gut, manchmal helfe ich auch ein bisschen mit… Gegenwehr hat sie bisher immer vertrieben. Aber… der Chef hat durchblicken lassen, dass es einmal einen etwas unangenehmeren Vorfall gegeben hat…"
Sookie runzelte die Stirn.
„Was genau weiß ich auch nicht."
Jessica dirigierte die Fee zu ihrem neuen Zuhause. Die beiden Frauen lächelten sich an. „Ich freu mich richtig auf morgen!" meinte Jessica. „Danke fürs heimbringen, bis morgen!" Danach sprang sie aus dem Wagen und Sookie fuhr weiter zu ihrem Haus.
Dieses Allein sein mit ihren Gedanken behagte ihr gar nicht, ihre Gedanken blieben nicht bei Jessica sondern wanderten immer wieder weiter…
