Misunderstanding!

Wäre Zero nicht so impulsiv, wäre er wohl geblieben und hätte die Situation als das erkannt, was sie war: Yuki machte sich Sorgen um ihn.

"Ich mache mir wirklich Sorgen um Zero. Er scheint nicht richtig zu schlafen, hat ständig Kopfschmerzen und ist in letzter Zeit immer öfter mit seinen Gedanken ganz woanders."

Yuki seufzte und Tränen liefen ihr über die Wangen und landeten auf Kanames Uniform.

Sie war wirklich besorgt um den Ex-Human, immerhin war dieser ihr bester Freund und eine Art Bruder für sie.

Oh, er würde sie hassen, wenn er wüsste, dass sie mit ihren Sorgen und seinen Problemen zu Kaname gegangen war.

Naja, er musste es ja nicht erfahren.

Kaname, der nichts von Yukis innerem Monolog mitbekommen hatte, hing inzwischen seinen eigenen Gedanke nach.

Yuki hatte Recht, wenn sie sagte, dass sich der hunter seltsam verhielt und sein

gesundheitlicher Zustand mit Sicherheit schon bessere Tage gesehen hatte...

nicht, dass er persönlich da viel helfen konnte.

Würde er Zero seine Hilfe anbieten, würde dieser ihn erst geschockt ansehen und dann entweder wütend seine Faust mit Kanames Gesicht bekannt machen, oder ihn erst auslachen und ihm dann eine runterhauen...so oder so keine angenehme Aussicht.

Aber er wollte Yuki helfen. Sie schien wirklich bedrückt und Kaname sah das Mädchen nicht gerne traurig.

Er mochte ihr Lächeln.

"Ich weiß nicht, wie ich dir helfen soll. Zero würde meine Hilfe ablehnen und ich kann es ihm auch nicht verübeln.", teilte der Vampir seine Gedanken nun der braunhaarigen mit, die in seinen Armen lag und endlich aufgehört hatte zu weinen.

"Aber irgendwas müssen wir doch tun!"

okay, so einfach würde sie also nicht lockerlassen...

"Nein Yuki, nicht WIR müssen etwas tun, sondern DU musst das.

Er braucht deine Hilfe, deinen Beistand."

Yuki schaute ihn erstaunt an. Damit hatte sie nicht gerechnet...ihr war nicht klar, wie sehr Zero

sie brauchte und wäre die Situation nicht so ernst, hätte Kaname wohl über ihre Unwissenheit gelacht. So begnügte er sich damit, zuzusehen, wie die Information langsam in Yukis gehirn sickerte.

"Aber er will mein Blut nicht! und die Tabletten verträgt er nicht und..und..d-die Anfälle werden stärker...er sagt es mir nicht, aber ich weiß es ganz genau! Ich sehe es ihm an!"

Jetzt war Kaname entsetzt.

"Ich habe nie gesagt, er soll dein Blut nehmen! das kommt nicht in Frage, verstanden?

er wird sich an die Tabletten gewöhnen müssen, denn, ich will ganz ehrlich sein, eine andere Wahl bleibt ihm nicht. Aber du kannst bei ihm sein, ihm zeigen, dass seine Situation nichts an eurer Beziehung ändert und vorallem, dass er mit seinen Problemen zu dir kommen kann.

Mehr kann ich dazu nicht sagen...es tut mir leid."

Langsam löste sich Yuki aus Kanames Umarmung und stand auf.

"Danke trotzdem für deine Zeit. iIch gehe jetzt lieber schlafen."
Damit drehte sich das Mädchen um und machte sich auf den Weg in ihr Wohnhaus.

Wäre Kaname nicht so mit Yuki beschäftigt gewesen, hätte er Zeros kurze Anwesenheit wohl bemerkt. So war er sich dessen, was der hunter gesehen und falsch interpretiert hatte, nicht bewusst.

In ihrem Zimmer machte sich Yuki bettfertig und sank dann in einen tiefen und traumlosen Schlaf.