Wortanzahl: 1330 Wörter

Kapitel 3

"Ich bring ihn um. Langsam, schmerzhaft, sadistisch ... Ich habe VIELE Spritzen."

Neugierig und fasziniert sah Daniel zu als Janet beinahe die Gabel in ihrer Hand zerknüllte. Fast wie Uri Gellar, nur eben ohne Telekinese, sondern eher mit Muskelkraft und sehr, sehr viel Zorn. Aber nun ja ... immer noch besser als würde sie Jack in die Hände kriegen ...

Beruhigend legte Daniel seine Hand auf ihre und strich langsam über sie.

„Atmete ganz ruhig ein und aus. Ganz ruhig. Dann wird auch keinem etwas geschehen. Denk an was anderes … an eine grüne Wiese und an Sonnenschein … und bitte lass die Gabel am Leben."

"Muss ich ja", knurrt Janet wütend. "Wie sonst kann ich die Augen von O'Neill ausstechen?"

„Wir stehen niemandem die Augen aus … wir sind gute, nette Menschen. Also bitte … sei nett und spiel artig mit den anderen Kindern wenn du sie das nächste Mal siehst.", sagte Daniel ganz langsam und mit so viel Freundlichkeit in der Stimme, wie es nur ging.

Nichts verriet, dass er sein Lachen kaum noch halten konnte. Er kannte Janet nun schon seit mehreren Jahren, doch nie hatte er sie so erlebt.

Nicht, als sie beide 4 Jahre alt waren und ihre Sandformen verschwunden waren.

Nicht, als sie in der 3. Klasse waren und sie, trotz ihrer Größe, für ihn eintrat und sich mit den anderen Jungs prügelte.

Nicht, als ihr mit 16 Jahren das Herz gebrochen wurde und sie nur mit einem Schulterzucken reagierte als sie ihren Freund in inniger Umarmung mit einer anderen sah.

Egal was passiert war, sie war niemals so ausgeflippt.

Das Einzige mal wo sie wirklich Gefühle gezeigt hatte, war als Daniel wegziehen musste.

Sie hatte an ihrem Fenster gestanden, ihm gewunken und Tränen liefen ihr dabei über das Gesicht.

Diesen Anblick würde er nie wieder in seinem Leben vergessen.

Umso glücklicher war er gewesen als er Janet nach all den Jahren wieder getroffen hatte. Nun würde er ihr auch als Freund wieder zur Seite stehe wie sie es all die Jahre zuvor für ihn getan hatte.

„Ok Janet. Du musst runter kommen. Und das meine ich jetzt ernst. Das bringt rein gar nichts wenn du dich so fertig machst.", sagte er leise und doch mit einer gewissen Schärfe in der Stimme.

Sekundenlang fixierte Janet immer noch den Tisch von Sam und Jack, bevor sie fast ruckartig ihren Kopf abwandte und auf ihren Teller herunterblickte. Hektisch nickte sie und nahm schnell einen Bissen.

Daniel seufzte leise auf und fing an in seinem Essen herumzustochern.

„Ich weiß wie du dich fühlst … ich würde Sam am liebsten in die nächste Besenkammer sperren und sie nie wieder raus lassen … aber wir können leider nichts machen … nur zusehen und lernen … lernen, dass wir uns nicht wieder in die falschen verlieben."

"Haben wir uns das nicht schon vor Jahren vorgenommen?"

Endlich blickte Janet wieder auf und sah ihren Freund mit erhobener Augenbraue an.

„Ja schon aber … ich weiß auch nicht! Ich wollte dich doch nur aufbauen! Und mich gleich dazu. Du bist eben besser in solchen Sachen als ich.", gestand er seufzend.

"Ich weiß ... und ich wusste wirklich nicht, was ich ohne dich machen sollte ... Wenn ich nur daran denke, was für ein Chaos ich bei meiner Scheidung war. Du glaubst gar nicht wie sehr ich mir damals gewünscht habe, dass du bei mir wärst."

Zärtlich ergriff Janet Daniels Hand, bevor sie sie kurz drückte und sie dann wieder losließ.

„Hey nun bin ich ja da … und wir stehen das durch … gemeinsam! Und eins muss ich endlich mal loswerden … WIE KONNTEST DU NUR DIESEN IDIOTEN HEIRATEN UND DAZU WAR ER AUCH NOCH EIN MANN!"

Geschockt wich Janet leicht zurück als sie auf einmal so von Daniel angeschrien wurde. Aus den Augenwinkeln sah sie wie sich alle Blicke zu ihnen wandten und sie konnte nicht anders als leicht zu erröten. Sie wollte gerade antworten als auf einmal eine leise lachende Stimme sie unterbrach.

"Sag mal Daniel, was hast du denn gegessen oder eher was hat dir der Doc weggegessen, dass du sie so anschreien musst?"

Ihre beiden Köpfe schnellten regelrecht zur Seite und blickten in das Gesicht von Jack O'Neill.

Janet fand ihr nur eine Sekunde lang interessant, ehe sie sich leicht zur Seite lehnte und gerade noch sah wie Sam hastig die Kantine verließ. Doch bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, griff sich Jack einen Stuhl und stellte ihn verkehrt herum an den Tisch, sodass er sich zu ihnen setzen konnte. Die Arme auf die Lehne gelegt, musterte er die beiden mit undurchdringlichen Augen, bevor er Daniel fixierte.

"Na, Danny-Boy, was hat der Doc nun getan, das du sie so laut anschreien musstest, dass es der halbe Berg hört?"

„Ach so dies und das … der neuste Klatsch und Tratsch eben … kennst du doch sicher zu genüge.", meinte Daniel ausweichend und fixierte dann wieder angestrengt sein Essen.

Jack wandte sich nun Janet zu, die ebenfalls ihr Essen interessanter fand als ihn.

"Ach... Klatsch und Tratsch über einen Mann ... und eine Heirat ... wollen Sie mir vielleicht was verraten, Doc?"

Wie konnte die Stimme von Jack nur so verdammt ruhig bleiben. Janet wünschte sich eher weglaufen zu können anstatt hier Smalltalk oder eher Verhör zu spielen und nach Daniels Blick dachte er ähnliches.

„Ich war eben Mal verheiratet. Jeder hat so seine Vergangenheit … sie doch sicher auch oder Colonel?", fragte sie scheinheilig und doch könnte sie jeden Moment platzen. Da saß er und tat so als wenn er nichts, rein gar nichts, getan hätte.

"Aber sicher doch, Doc. Da haben Sie natürlich Recht ... wenn gleich ich Sie mir nie als braves Ehefrauchen vorgestellt habe."

Immer noch so verdammt ruhig. Gott, Janet wollte ihn schlagen. Eine richtig kräftige Ohrfeige, aber wie sollte sie erklären warum sie den CO der Basis geschlagen hatte?

„Jeder hat so seine Geheimnisse …", sagte sie leise und versuchte ihre Gedanken unter Kontrolle zu halte.

Doch unweigerlich wanderten sie, wie immer in letzter Zeit, zu Sam. Janet fragte sich warum die Blonde einfach verschwunden war ohne kurz vorbei zu schauen wie sie es sonst immer tat.

Hilfesuchend sah sie Daniel an. Vielleicht konnte er den Colonel abwimmeln, aber dieser fixierte ihn nur mit einem leicht traurigen Lächeln.

Er fühlte sich nämlich nicht gerade besser. Er verstand einfach nicht warum Jack so an Janets Vergangenheit interessiert war. War Sam vielleicht nicht genug für ihn?

„Da ihr beide so gesprächig seid werde ich dann mal wieder gehen. Viel Spaß ihnen noch.", verabschiedete sich Jack breit grinsend und stand dann auf.

Ohne, dass Daniel es richtig mitkam, hielt er jedoch auf einmal den Älteren am Arm fest.

"Warte...", sagte er hastig, bevor er abbrach als er die fragend erhobene Augenbraue von Jack sah.

"Ist was Daniel?"

Daniel öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch dann änderte er seine Meinung.

„Äh nein … ich wollte nur … nur wissen … wo Sam hin ist?", sagte er mehr als nur lahm und versuchte doch dabei überzeugend zu klingen.

Doch nach den ungläubigen Blicken seiner beiden Tischgenossen schien es ihm nicht gelungen zu sein und er merkte wie er immer röter im Gesicht wurde.

Janet sah jedoch ihre Chance, stand schnell auf und entfernte sich hastig von den beiden.

„Ich werde sie mal suchen und na ja … wir sehen uns dann später, Daniel … Colonel."

Und schneller als es Daniel lieb war, war er nun mit Jack allein und das war eigentlich nicht genau das gewesen, was er geplant hatte.

Insbesondere, weil dieser ihn nur mit einer erhobenen Augenbraue musterte und seinen Kopf auf seine Handfläche abgestützt hat, während er Daniel nicht aus den Augen ließ. Gott, er fühlte sich beinahe als wäre er ein Insekt unter einem Mikroskop. Bevor er jedoch etwas sagen konnte, brach Jack das Schweigen mit einer simplen Frage die eine ganz andere Art von Stille heraufbeschwor.

"Nun...willst du mir sagen, was los ist oder soll ich raten?"

Ende Kapitel 3