Eigentlich wollte ich ja schneller sein. Aber mein geliebter altersschwacher PC hat sich für ein langsames Sterben entschieden und klinkt sich einfach immer wieder aus. Na ja, bald werde ich mir einen Neuen anschaffen und dann hat sich das Problemchen zum Glück erledigt.
Einen Riesen-Dicken-Knuddler für
Cissylein: Das Gespräch zwischen Narzissa und dem Tantchen hat mir auch beim Schreiben richtig Spaß gemacht, kicher. Toujours pur liebste Cissa. Pailo : Toujours Pur ist der Wahlspruch der Familie Black und bedeutet so grob: Ewig rein. Silver Snake: Das ist Fein, dass Du Dich auf Tonks einlässt, smile. Tjaja was hat die gute Narzissa wohl gesucht. Es stimmt schon die haben viel weggeschmissen damals, aber wirklich alles? Viper4: Tja schnell war ich diesesmal nicht, seufz. SkateZ: Das war der Grund für mich was über die beiden zu schreiben. Das mit dem Sofort hat leider nicht geklappt. Avallyn Black: Hier ist die lange Nacht, hat mich ein ganzes Kapitel gekostet, gg. Maxine01: Jep, Narzissa das kleine Mysterium, grins. Oh ich denke es wird noch wesentlich mehr Infos über die andere Seite geben. Blub in tha house: Da geb ich Dir recht mit dem rauskommen, aber diesemal wars wirklich mein PC, plinker.
Johnny flasht: Darauf bin ich selber auch gespannt, hihi. Roh-diamant: Hey danke, so was hört man immer gerne. Rosenfeuerdrache: Der Schutzzauber von Dumbledore hat durch die Änderung der Besitzverhältnisse nicht mehr gewirkt, wegen dem konnte Zissa rein. Hihi, natürlich verrat ich jetzt noch nicht was sie gesucht hat, aber es wird schon heftig werden. Und natürlich kommt noch einiges von der ehrenwerten Familie. Und von Tonks werdet ihr auch noch einiges erfahren, versprochen. Mahoony: Ein Teil erfährst Du jetzt schon, Tonks kommt allerdings heute noch nicht, aber bald, evilsmile.
So jetzt hab ich genug geratscht. Es wird Zeit für Lupin und seine Nacht-Aktion. Ich hoffe ihr habt Spaß dabei.
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3. Blutsschwur
Schlaftrunken blickte Harry in die braunen Augen des Werwolfes, der ihn freundlich anlächelte. Nur langsam kam Harry zu sich. Es war alles nur ein Traum gewesen. Sein Arm war nicht verletzt und an der Stelle wo ihn Beatrix Messer getroffen hatte, lag nun die beruhigende Hand des Werwolfes, welcher ihn sanft wachrüttelte. Die aufmerksamen Augen Lupins folgten ihm, als er sich langsam aus dem Bett schwang.
„Zieh Dich an und vergiss Deinen warmen Umhang nicht", flüsterte ihm Lupin, mit einem Seitenblick auf den schnarchenden Ron zu.
Mit fahrigen Bewegungen kleidete sich Harry wieder an, seine Gedanken kreisten immer noch um diesen seltsamen Traum, der ihm so wirklich vorgekommen war.
Benommen folgte Harry Remus die knarrende Treppe hinab. Im Flur war es eiskalt, man spürte dass in diesem Haus seit Monaten nicht mehr richtig geheizt worden war. Nur vereinzelt flackerten die alten staubigen Gaslampen, gaben ein unwirkliches Licht ab. Die geköpften Hauselfen warfen auf dem Treppenabgang bizarre Schatten an die Wand, irgendwie sahen sie alle für Harry wie Kreacher aus. In Gedanken machte sich Harry eine Notiz, dass er unbedingt als nächstes diese Ahnengalerie der Hauselfen abhängen wollte. Hermione würde ihm bestimmt gerne dabei helfen.
In der Halle angekommen stellte Harry fest, dass das Trollbein nicht mehr auf seinem Platz stand. Remus hatte es einige Meter auf die Seite gerückt. Erst jetzt fiel Harry die schwere getäfelte Tür ins Auge, welcher er bisher nie groß Beachtung geschenkt hatte. Zielstrebig ging Lupin darauf zu und öffnete sie mit einem erbärmlichen Quietschen. Diese Tür war offensichtlich schon lange nicht mehr benutzt worden.
Gespannt folgte Harry dem Werwolf in einen großen hohen Raum. Die Wände waren bis an die Decke mit Bücherregalen vollgestellt. Diese Regale, sowie der überdimensionale schwere Schreibtisch waren aus einem alten edlen Holz. Die dunklen Möbel wirkten erdrückend und der ganze Raum machte einen kalten und düsteren Eindruck. Harry überkam einen unangenehmen Schauer, dieses Zimmer mochte er wirklich nicht.
„Hier war ich noch nie", bemerkte Harry, als er sich neugierig umblickte. An der Wand über dem Schreibtisch hing ein ausgestopfter Löwenkopf, der ihn mit toten Augen anstarrte.
„Das ist das Arbeitszimmer vom alten Black," erklärte ihm Remus, „Sirius hat dieses Zimmer gehasst, ich glaube er war nach seinem Ausbruch kein einziges Mal hier drin."
Ein freudiges Schuhuen ließ Harry herumfahren. „Hedwig!" Da kam seine weiße Schneeeule auch schon angeflogen und setzte sich auf seine Schulter. Mit einem liebevollen Kniff in sein Ohrläppchen wurde er von ihr begrüßt. „Wo kommst Du denn her?" Harry empfand aufrichtige Freude, als er seiner Eule über das weiche Gefieder strich.
„Dumbledore hat sie geschickt. Damit wir hier nicht so ganz von der Außenwelt abgeschnitten sind."
„Warum hat sich Sirius eigentlich mit seiner Familie zerstritten?" Diese Frage schwirrte Harry eigentlich schon länger im Kopf herum. Aber er hatte sich früher einfach nicht getraut, seinem Paten diese Frage zu stellen und jetzt war es zu spät dafür.
Remus setzte sich auf den Sessel, der mit Schlangenleder überzogen am Schreibtisch stand und schaute versonnen ins Feuer. „Ich weiß es eigentlich nicht so genau, Harry." Der braunhaarige Mann seufzte tief auf. „Der erste große Krach hatte Sirius mit seinen Eltern an Weihnachten, bevor es dann im darauffolgenden Sommer zum endgültigen Bruch kam. Er hätte sich eigentlich an Ostern verloben sollen und nach seinem Schulabschluss war die Heirat geplant."
„Verloben? Mit Wem?"
„Mit Mable Mullington. Die Beiden waren sich schon von Kindheit an versprochen. Bei den Reinblütigen Familien ist es schon seit vielen Generationen üblich, dass die Eltern die Heirat ihrer Kinder schon in frühester Kindheit arrangieren. Die Auswahl ist ja nicht so groß unter den Reinblütlern und daher wird das immer von langer Hand geplant."
„Sirius hat sich geweigert?" Harry fand die ganze Geschichte immer interessanter.
„Ja, er hat seinen Eltern klipp und klar gesagt, dass er dieses Mopsgesicht niemals heiraten würde."
„Wollten die Blacks Sirius zu dieser Heirat zwingen? Wollte er wegen dem nichts mehr mit ihnen zu tun haben?" Für Harry klang dies alles eher nach einem Drama von Shakespeare.
„Nein, ich denke nicht dass das den Ausschlag gab. Es gab natürlich zuerst eine große Aufruhr. Der alte Black musste die Mitgift und eine Entschädigung zurückzahlen und die Familie Mullington war natürlich stinkesauer. Aber Mable hat dann kurz darauf den alten Parkinson geheiratet, der war verwitwet und wohl sehr angetan davon, eine so junge Ehefrau zu bekommen. Sie haben später eine Tochter bekommen, diese müsste so in Deinem Alter sein."
„Parkinson? Ist das vielleicht Pansy Parkinson aus Slytherin?" Neugierig schaute Harry zu Remus, der mit einem bejahenden Lächeln nickte. Innerlich schüttelte Harry mit dem Kopf bei dem Gedanken, dass Sirius fasst die Mutter von Pansy geheiratet hätte. Aber dann hätte es wohl Pansy nie gegeben.
Remus riss ihn aus seinen Gedanken. „Erst im Sommer darauf hat sich Sirius dann mit seinen Eltern endgültig überworfen. Ich glaube nicht dass es etwas mit der missglückten Heirat zu tun hatte. Solange Sirius keine Muggel heiratete, konnte die Familie Black ja immer noch die Hoffnung haben, dass er eine andere standesgemäße Frau ehelichen würde. Ich weiß nicht was in diesem Sommer damals passiert ist und Sirius weigerte sich darüber zu sprechen. Sirius und seine Eltern haben bis zu ihrem Tod nie mehr ein Wort miteinander gewechselt."
Jetzt konnte Harry zumindest verstehen, warum Sirius dieses Arbeitszimmer immer so gemieden hatte, wenn es ihn so sehr an seinen Vater erinnert hatte.
Auf dem großen schweren Schreibtisch hatte Remus mehrere Pergamentrollen ausgebreitet. Er hatte wohl schon irgendwas daran gearbeitet, die Kerzen waren schon halb heruntergebrannt. Neugierig warf Harry einen Blick auf die Papiere und erkannte einen Grundriss. Dieser war durch mehrere dünne Linien in kleinere Raster aufgeteilt, aber alles in allem ergab dies für Harry wenig Sinn.
Remus schien den neugierigen Blick von Harry bemerkt zu haben. „Das sind die Pläne von diesem Haus, Deinem Haus." Erstaunt blickte Harry auf.
„Du wirst heute Geheimniswahrer dieses Hauses werden. Damit wir keinen unliebsamen Besuch mehr bekommen und damit ihr hier sicher seid. Es kann dann nur derjenige ins Haus kommen, dessen Gesellschaft Du ausdrücklich wünschst."
Diesen Gedanken fand Harry beruhigend und er hatte selbst noch nie an solch einem Zauber teilgenommen. Dies versprach eine spannende Nacht zu werden. Mit glänzenden Augen nahm er auf dem Stuhl, den der Werwolf neben seinen Sessel gestellt hatte, Platz.
Lupin zeigte im den Umriss des Grundstückes und des Hauses. Im gleichmäßigen Abstand hatte der Werwolf auf dem uralten Pergament Punkte eingezeichnet. „Das sind die Grenzpunkte, alles was sich innerhalb dieser Punkte befindet, wird dann durch Dich geschützt werden. Jetzt komm, wir haben noch einiges zu tun."
Gespannt folgte Harry ihm zu einer großen Flügeltür, welche auf die Veranda führte. An der Türe lehnten zwei große Bündel mit langen Stäben. Auf den ersten Blick hatten sie für Harry Ähnlichkeit mit Bambusstäben.
Remus schulterte sich selbst ein Bündel auf und drückte das andere Harry in den Arm. Als er die Verandatür öffnete, schlug Ihnen die beißende Kälte ins Gesicht. In Hogwarts lag im Dezember meistens schon Schnee. Jedoch hier in London war der Winter bisher nur an der unangenehmen Kälte zu spüren, die man empfindet bevor der erste Schnee fällt. Als Harry Remus in den Garten folgte war er froh, dass wenigstens der Boden schon gefroren war, denn schon nach kurzer Zeit verließ Remus den geplättelten Fußweg und schlug einen Weg quer durch das Dickicht ein. Im sonst so regnerischen London wären sie sonst garantiert bis zu den Knöcheln im Morast versunken.
Der Garten musste irgendwann einmal gepflegt gewesen sein, jemand hatte ihn einmal mit viel Liebe angelegt. Obwohl mittlerweile alles überwuchert war, konnte Harry im Schein seines Zauberstabes noch erkennen, dass früher einmal die Sträucher mit Bedacht eingepflanzt worden waren.
Jetzt in der Dunkelheit wirkte er jedoch eher bedrohlich. Die Zweige peitschten Harry ins Gesicht und einmal ging ihm ein Schrecken durch Mark und Bein, als ein Astloch im schwachen Licht seines Zauberstabes die Form einer hässlichen Fratze hatte.
Harry musste sich beeilen, damit er den Anschluß an den Werwolf nicht verlor. Dieser bewegte sich zielstrebig durch das Dickicht, hielt alle paar Meter inne und überprüfte den Standort mit dem Plan des Grundstückes. „Harry, hierher, an dieser Stelle bringen wir die erste Markierung an."
Remus löste einen Stab aus seinem Bündel und stieß ihn mit Kraft in die gefrorene Erde. „Im Sommer hätten wir es leichter, aber manchmal kann man es sich nicht aussuchen," meinte Lupin mit einem Grinsen. Kaum hatte er den Stab losgelassen, flammte dessen Spitze in einem grünlichen Licht auf.
„Harry, gehe 10 Fuß in die östliche Richtung und drücke einen Stab genauso in die Erde, wie Du es bei mit gerade gesehen hat. Wenn er in diesem grün aufleuchtet, hast Du es richtig gemacht. Dann wieder 10 Fuß bis zum nächsten Stab. Wenn Du sieben Stäbe angebracht hast, ändert sich die Richtung, Du gehst dann nach Norden und machst das gleiche auch siebenmal."
Harry nickte und machte sich auf den Weg, während Remus die entgegengesetzte Richtung einschlug. Kurze Zeit später war der Werwolf um die Ecke des Hauses verschwunden und nicht mehr zu sehen.
Konzentriert machte sich Harry an die Arbeit, welche sich bei dem zugefrorenen Boden als nicht so einfach herausstellte. Er benötigte einige Zeit bis er die Markierungen angebracht hatte. Vor allem behinderte ihn sein eigener Zauberstab bei der Arbeit, für die er eigentlich beide Hände benötigte. Die schmale Sichel des Mondes spendete nur wenig Licht. Wenn die dichten Wolken vorbeizogen, war es teilweise sogar stockdunkel. Somit hatte er teilweise nur das Licht seines eigenen Zauberstabes, damit er überhaupt etwas in diesem verwilderten Garten entdecken konnte.
Trotz seines warmen Umhanges spürte er die klirrende Kälte, welche unerbittlich durch seine Kleidung drang. Seine Hände waren mittlerweile steifgefroren, als er den letzten Stab in den Boden rammte. Zufrieden drehte er sich um, als das letzte Licht in seinem irisierenden grün aufflammte. Schon nach wenigen Schritten war das unwirkliche Licht kaum in der Dunkelheit auszumachen. Die Nachbarn hätten sich sonst wohl auch über dieses Fackelmeer, mitten in dieser unangenehmen Winternacht gewundert.
An der Verandatür traf er auf Remus, dieser hatte offensichtlich auch seine Aufgabe erfüllt. In seiner Hand hielt er nur noch die lose Schnur und den Lageplan des Hauses. Zitternd betraten sie das Arbeitszimmer und ließen sich erschöpft am Schreibtisch nieder. Mit klammen Fingern rollten sie das Pergament wieder aus und Harry konnte jetzt erkennen, dass alle Punkte auf dem Plan in genau dem gleichen grün, wie ihre angebrachten Stäbe flimmerten.
„So den ersten Teil unseres Vorhaben haben wir schon einmal erfüllt, wir haben die Markierungen gesetzt. Jetzt müssen wir den Zauber noch aktivieren," erklärte ihm Remus, während Harry seine Finger anhauchte um sie aufzuwärmen.
Remus forderte Harry auf, ihm seinen Arm zu geben. Harry legte ihn auf den Schreibtisch und Lupin rollte bedächtig seinen Ärmel hoch. Dann öffnete er die Schublade und zu Harrys Erstaunen holte er einen alten Silber-Dolch hervor.
Irritiert beobachtete Harry jede Handbewegung des Werwolfes. Dieser breitete sorgfältig den Plan des Hauses aus und schlug ein altes ledergebundenes Buch auf. Dann zündete er eine Kerze mit zwei Dochten an.
Mit der einen Hand griff er nach Harrys Arm und hielt ihn fest und mit der anderen zückte er den Dolch.
Ruckartig riss sich Harry von Lupin los und zog seinen Arm vom Tisch. Das durfte jetzt nicht wahr sein! Was hatte Lupin vor? Vorhin hatte er noch den Traum, dass ihm Beatrix genau an dieser Stelle das Messer in den Arm gerammt hatte. Schockiert und mit weit aufgerissenen Augen starrte er auf Lupin, der ihn verwundert beobachtet hatte. Bisher hatte er dem besten Freund seines Paten vertraut, wollte dieser ihn wirklich verletzen?
„Harry, was ist los?" Langsam senkte der Werwolf seine Hand, in der er immer noch den Dolch hielt.
„Wurmschwanz, ... er hat mir damals auf dem Friedhof in diesen Arm gestochen. Ich..., ich dachte... Du würdest mir mit dem Dolch..." Stockend kamen Harry die Worte über seine Lippen.
Lupin war blaß geworden. „Harry, daran habe ich nicht gedacht. Es tut mir wirklich leid. Natürlich hätte ich Dir vorher erklären müssen was ich vorhabe."
Remus holte tief Luft. „Das ist uralte Magie. Ein sehr alter Zauber. Dieser wirkt nur wenn er mit Blut geschlossen wird. Ich brauche Dein Blut. Mit Deinem Blut schließt Du den Pakt als Geheimniswahrer dieses Hauses."
Ungläubig blickte Harry in das schuldbewusste Gesicht des Werwolfes. „Mein Blut? Warum? Geht das nicht anders?"
„Nein Harry, dieser Pakt muß mit Blut geschlossen werden. Es ist ein Blutsschwur," hörte Harry die mitfühlende Stimme Lupins.
Harry atmete tief ein und aus und krempelte dann entschieden den Rest seines Ärmels hoch. „O.K., wenn es sein muß, aber mach schnell."
Remus machte einen kurzen tiefen Schnitt, die Wunde brannte erst höllisch und trieb Harry die Tränen in die Augen. In einer kleinen Nieren-Schale fing der Werwolf das heruntertropfende Blut auf. Gebannt schaute Harry auf das tiefrote Rinnsal, welches sich seinen Weg bahnte, das Blut mit dem nun dieser Schwur geschlossen werden sollte. Alles erschien ihm in diesem Moment so unwirklich.
Als Remus genug Blut aufgefangen hatte, schloß er die klaffende Wunde mit seinem Zauberstab. „Da ich Dir diesen Schnitt mit einem Silber-Dolch zugefügt habe, dürfte keine Narbe zurückbleiben. Hast Du noch Schmerzen?"
Harry schüttelte den Kopf, außer einem leichten Schwindel ging es ihm eigentlich gut.
Vorsichtig nahm Remus die Nieren-Schale, welche leicht in seiner Hand zitterte. Bedächtig ließ er auf jeden Punkt des Planes ein wenig von Harrys Blut tropfen. Die grünlichen Lichter zischten in einem grellen Gelb auf. Bei jedem Tropfen murmelte Lupin „Tacitum habere" und die Punkte veränderten sich in ein flammendes Rot.
Nachdem der letzte Punkt blutrot wurde, begann sich auch das eingezeichnete Raster langsam zu verfärben. Wie ein Gitternetz spannte es sich jetzt über den ganzen Plan. Remus richtete sich wieder auf. „So Harry, hiermit wurde das Blutsband geschlossen, wir sind bald fertig."
Vorsichtig zog Lupin das in Leder gebundene Buch näher zu sich. Den Plan rollte er zusammen und hielt es in die beiden Flammen der Kerze. Dann begann er etwas aus dem Buch zu lesen, von dem Harry allerdings kein einziges Wort verstehen konnte. Das Pergament flammte auf und verbrannte restlos. Remus stand vorsichtig auf, ging mit der Asche zur Verandatür und öffnete diese.
Eisige Luft strömte sofort in das Arbeitszimmer, während der Werwolf die Asche in den Wind streute.
„So, das war es. Hiermit bist Du Geheimniswahrer dieses Hauses und es kann nur von demjenigen betreten werden, dem Du es erlaubst."
Harry fühlte sich irgendwie erleichtert. Dieses war jetzt wirklich sein Haus. Ganz langsam fühlte er ein wenig Besitzerstolz in sich aufkeimen. Dieses Haus konnte ihm niemand mehr nehmen.
Remus legte ein Pergament und eine Feder vor ihn auf den Tisch. „Dumbledore wird mich heute nacht noch abberufen. Uns hat Narzissas Besuch überhaupt nicht gefallen und ich werde ein paar Nachforschungen anstellen müssen."
„Du gehst?"
„Ja ich muß. Aber Dumbledore wird jemanden vom Orden schicken, also es wird immer jemand von uns bei Euch sein. Darum musst Du jetzt diese Zeilen schreiben, damit die Ablösung ins Haus kommen kann."
Harry nickte verstehend. „Weißt Du wer für Dich einspringen wird?"
„Keine Ahnung, wer gerade Zeit hat. Ich schätze Moody oder Tonks."
Harry gefiel die Aussicht, die nächsten Tage mit dem alten Moody zu verbringen, nicht gerade besonders.
Aufseufzend beugte er sich über das leere Pergament und begann zu schreiben. Es war ein seltsames Gefühl zu wissen, dass nur jemand mit diesen Zeilen ins Haus kommen konnte. Danach banden sie die Botschaft an Hedwigs Bein und schauten ihr nach bis sie in der Dunkelheit verschwunden war.
Harry fühlte sich auf einmal erschöpft, eine lähmende Müdigkeit hatte von ihm Besitz ergriffen. Nachdem sich Lupin vor Harrys Zimmertür von ihm verabschiedet hatte, legte sich Harry erschöpft ins Bett. Kurz darauf versank er in einen tiefen und diesesmal traumlosen Schlaf.
