Karin war außer sich vor Wut, als sie erfuhr was sich ihr Vater und Ihre Schwester peinliches geleistet hatten. Wütend lief sie vor beiden auf und ab während sie sie ausschimpfte. Beiden war es natürlich ausgesprochen peinlich.

„Echt, du bist gerade mal einen Tag hier und schon machst du dich und uns zum Affen!" maulte Karin.

„Aber Töchterchen... in deinem Zustand ist es nicht so gut sich aufzuregen..." jammerte Isshin, der wollte das sich die schwangere Karin doch bitte beruhigen möge.

„Was zum Teufel noch mal hat euch dazu gebracht?" fragte Karin wütend bevor jemand an der Tür klopfte und Karin anfing zu schreien: „WAS DENN?"

Die Tür öffnete sich und Rukia und Renji betraten mit fragenden blicken und einem Geschenkkorb das Büro.

„Hallo!" sagte Rukia und lächelte wieder als sie Isshin sah und ihm den Geschenkkorb überreichte. „Hallo, Kurosaki-kun! Alles Gute zum neuen Job!"

„Ja, wenn er ihn überhaupt noch behalten darf, nach dem Vorfall?!" murmelte Karin.

„Ich sagte doch das war keine Absicht!" jammerte Isshin zurück.

„Hä... Was ist passiert?" fragte Rukia.

„Mich würde auch interessieren wie es dazu kam." schimpfte Karin und verschränkte die Arme.

Isshin seufzte: „Vorhin, als ich mich hier drin eingerichtet hatte... ging ich auf den Balkon, sah nach unten und habe Asano gesehen!"

„WAS?" schrien Karin, Renji und Rukia. Karin vergaß ihre Wut sofort.

„Dann kam Yuzu rein, ich habe ihr ihn gezeigt und sie hat ihn auch gesehen." erklärte Isshin weiter.

„Dann sind wir nach unten gerannt um ihn zu sehen und haben ihn aus den Augen verloren." fügte Yuzu hinzu. „Und auf der Suche nach ihm, bin ich halt aus versehen in den Männer- und Papa in den Frauen-Duschraum gelandet..."

Die anderen waren baff.

„Asano? Ihr wollt wirklich Asano gesehen haben? Hier? In der Akademie?" fragte Rukia.

„In der Shinigami-Akademie?" fügte Renji hinzu. Sofort fing er an zu lachen.

„Was ist so komisch?" fragte Yuzu.

„HA HA HA HA HA... HA HA... Ich... HA HA... kann einfach nicht glauben... das der Typ... HA HA HA HA... Das ist wirklich zum schießen..."

„Ich gebe zu es klingt unglaublich, aber wenn ich es nicht selbst gesehen hätte würde ich es auch nicht glauben." jammerte Isshin und zerrte die anderen raus auf den Balkon um nach unten zu zeigen. „Da... da unten stand er. Während der Pause!"

Der Hof war inzwischen leer, weil alle im Unterricht waren.

„Hmmm... Jetzt ist hier jedenfalls niemand." murmelte Rukia.

„Wir haben uns das doch nicht eingebildet." jammerte Yuzu.

„Na ja... Yuzu vielleicht ist die Tatsache das Keigo so plötzlich nach dir gestorben ist... nicht ganz spurlos an dir vorbeigegangen." erklärte Rukia.

„Willst du damit sagen, ich habe so große Schuldgefühle das ich mir Keigo hierher wünsche?" fragte Yuzu ungläubig. „Und wieso hat mein Vater ihn dann zuerst gesehen?"

Während in dem Büro gestritten wurde, saß Keigo gerade im Klassenraum und beendete eine Arbeit. Als einer der ersten, was den Lehrer nicht groß überraschte. Nachdem Keigo die Arbeit abgegeben hatte und den Raum verlassen hatte ging er durch die Gänge in den Speisesaal.

Es war hier viel besser als im Wald. Damals vor 6 Monaten, wachte er dort auf. Nicht wissend wer er war, hungrig, allein und verletzt. Er konnte nicht einmal sprechen! Da traf er diesen Typen in der schwarzen Kleidung. Er gab ihm essen, wenigsten nachdem er es geklaut hatte... und dann wachte er eines Tages hier auf. Mit Kopfschmerzen, der Typ in der schwarzen Kleidung war wieder da, wusch ihn und schnitt ihm die Haare. Dann brachte er ihn hierher. Hier bekam er auch einen Namen: Keigo Asano! Es kam ihm bekannt vor. Und hier erfuhr er auch das er eine Seele war. Ein Toter, der nach seinem Leben in der Welt der lebenden hierher kam... Hier lernte er wieder zu sprechen, lesen und schreiben... das er das überhaupt konnte wusste er gar nicht. Er traf andere Leute... Männer, Frauen, Kinder, Alte, Junge... hier war jeder nicht so wie der andere. Hier wirst du zum Shinigami, sagten sie ihn... bei dem Wort klingelte was... aber er wusste nicht was. Aber er nahm es so hin. Sie sagten, du wirst gegen Hollows kämpfen und die Seelen der Toten in diese Welt geleiten. Es klang interessant.

Er war stark, sagten ihm die Lehrer. Er besitze ein großes Maß an spirituellen Kräften. Nur hier könne er lernen damit umzugehen. Den er strahlt sehr viel davon aus. Albträume plagten ihn. Stimmen in seinem Kopf nervten ihn... eine Tatsache die noch schwere Folgen haben wird.

Als Keigo den Speisesaal erreichte, nahm er sich bei der Ausgabe etwas zu essen und suchte sich einen freien Platz. Da entdeckte er an einem Tisch ein paar bekannte Gesichter...

Eine Gruppe aus seinem Jahrgang... sie fingen damals alle zusammen an hier an der Akademie. Keigo aß regelmäßig mit ihnen. Nun streckten diese die Köpfe zusammen und schienen sich wie wild über etwas zu unterhalten. Und das auch noch klammheimlich...

„Doch ich sag es euch... er ist es!" sagte einer von Ihnen und wies auf das Foto in der Zeitung aus der Welt der Lebenden die vor ihm Ausgebreitet war. Es zeigte Keigo, als er noch am Leben war. „Er ist der Typ hier! Er war berühmt!"

„Hier steht das er Drogensüchtig war!" sagte eines der Mädchen in der Gruppe. „Er muss dieser Freund von Ichigo Kurosaki sein! Habe davon gehört, sie sollen ihn auf eine Straße gescheucht haben wo er dann überfahren wurde..."

„Er kennt Ichigo Kurosaki? Den berühmten Ichigo Kurosaki... das ist unglaublich! Wieso hat er das nie erwähnt?" sagte eines der anderen Mädchen. „Ich versuche schon ewig, ein Exemplar von seiner Autobiographie zu bekommen."

„Kurosaki hat seine eigene Autobiographie?" fragte der Junge wieder.

„Ja! Sie ist nicht autorisiert aber... verdammt da ist er, pack das Ding weg!"

Sofort versteckten sie die Zeitung unter dem Tisch als sie sahen das der über den sie sich gerade unterhielten auf sie zukam. Keigo lächelte wie immer und gesellte sich dazu. Jeder tat so unschuldig wie möglich.

„Hallo! Was stand in Zeitung!" sagte Keigo. Er hatte zwar wieder sprechen gelernt, sprach aber immer noch wie ein kleines Kind.

„Zeitung? Welche Zeitung?" sagten die anderen und zerknüllten die Zeitung unter dem Tisch. Keigo, schnell wie er war, gelang es die Zeitung an sich zu bringen um sie sich anzusehen.

Keigo entknüllte die Zeitung und war erschrocken. Da war ein Foto das ihn zeigte: „Schau-spiele... stierb-t... auf... of-fe-ner... Stra...ße... Schauspieler stirbt auf offener Straße."

Keigo konnte zwar wieder halbwegs lesen, jedoch verstand er es nicht. Aber er realisierte das er das war, der da auf dem Foto lächelte.

„Hey, du warst eine bekannte Persönlichkeit bevor du gestorben bist." erklärte ihm einer der Anwesenden.

„Und du kanntest Ichigo Kurosaki!"

„Wen?" Keigo war verwirrt. Die anderen fingen an zu schmunzeln.

„Ichigo Kurosaki! Den kennt doch jeder!"

„Und wer ist das?"

Die Anwesenden fingen an zu lachen. „Also bitte, jeder Shinigami und Shinigami-Anwärter kennt ihn..."

Während der unwissende Keigo aufgeklärt wurde, betraten Renji und Rukia den Saal um sich etwas zu Essen zu holen.

„Ach, Renji... ich werde das Gefühl nicht los das die Kurosakis sich bis heute wegen Keigo selbst fertig machen." erklärte Rukia während sie sich etwas zu essen nahmen. „Es war übrigens ziemlich taktlos von dir einfach zu lachen."

„Aww... Ich weiß, aber kannst du dir den Typen als Shinigami vorstellen?" maulte Renji.

„Ja ich gebe zu, es klingt unglaublicher als wahr zu sein. Aber du musst doch selbst zugeben, das seine eigenen spirituellen Kräfte groß genug waren um sich selbst hierher in die Soul Society zu überführen." sagte Rukia nachdem sie ihr Essen hatten und sie sich einen freien Platz suchten. „Gut aber Keigo ist andernfalls bestimmt stinksauer und wird die Shinigami auf jeden Fall hassen, also kann ich mir auch nicht denken das er über seinen Schatten springt und... agghh..."

Rukia hielt inne und trat auch Renji auf den Fuß damit er stehen blieb und sie ihm zeigen konnte was sie sah. Auch Renji war entsetzt. Da saß er. Keigo saß nur ein paar Meter weit weg. Seine Haare waren viel kürzer, aber sie erkannten ihn zweifelsfrei. Keigo Asano... war hier in der Akademie.

Beide ließen ihr Essen fallen, wobei das Geschirr lautstark auf dem Boden zersprang und alle Blicke auf sie gerichtet wurden. Auch Keigo wurde auf die Beiden aufmerksam, wie sie mit offenem Mund zu ihm rüberstarrten und sofort zu ihm zu rannten.

„OH MEIN GOTT... DU BIST ES!" schrie Rukia als sie vor Keigo stand. „Du bist du... du... Keigo!"

„Asano!" korrigierte Keigo die ihm Fremde Rukia.

„Warum so formell? Keigo-kun... ich bins!" sagte Rukia aufgeregt. „Und Renji hier kennst du doch auch!"

Renji war viel zu baff um irgendetwas zu sagen. Allein der Anblick Keigos hier in einer Schuluniform der Akademie war zu viel für ihn.

„Bitte, Keigo! Sieh mich an! Du musst mich doch erkennen! Du warst immer so begeistert wenn wir uns sahen!" flehte Rukia.

Keigo sah Rukia nun direkt ins Gesicht und hatte tatsächlich ein wenig das Gefühl diese Frau zu kennen, die sich in seinen Augen ziemlich unhöflich ihm gegenüber verhielt und ihn einfach, ohne das sie sich kannten mit dem Vornamen ansprach. Keigo erhob sich von seinem Platz und sah zu Rukia hinab. „Ja..."

„Aww... ich wusste doch du erinnerst dich an uns!" Rukia war schon ganz froh.

„Ja... natürlich... Ich habe Ihr Foto in dem großen Raum gesehen. Sie sind die Kommandantin der 13. Kompanie!" sagte Keigo freundlich und verbeugte sich, was jedoch bei Rukia nichts weiter als Frust hervorrief. „Es ist mir eine große Ehre, Abarai-taichou!"

„NEIN! DAS MEINE ICH DOCH NICHT!" brüllte Rukia wütend und merkte langsam das alle Blicke auf sie gerichtet waren. Wütend hob sie ihr Zanpakutou und scheuchte alle gaffenden Anwesenden aus dem Saal. „VERLASST SOFORT DIESEN SAAL! DAS IST EIN BEFEHL! RAUS!"

Sofort sprangen alle Schüler, und die Shinigami die das Essen ausgaben auf und verließen fluchtartig den Saal. Auch Keigo wollte weg, wurde jedoch von Rukia an seiner Uniform festgehalten und merkte das die Kommandantin wohl böse auf ihn war.

„Aber... Frau Kommandantin, warum sind Sie so böse auf mich?"

„Keigo-kun bitte... erinnerst du dich den nicht an uns?" fragte Rukia und wies auf Renji. „Hier, und an ihn? Du hasst ihm doch einen Feuerlöscher gegen den Kopf geknallt?!"

„Warum sollte ich Ihnen den einen Feuerlöscher gegen den Kopf knallen? Und was ist ein Feuerlöscher, überhaupt?" fragte Keigo verwirrt. Seine Erinnerung war weg.

„Du erinnerst dich also nicht an uns?" sagte Rukia traurig. „Bitte. Du hasst dich selbst gekonzot und erinnerst dich nicht?"

„Nein! Es tut mir leid... Sie verwechseln mich vielleicht mit jemandem!" sagte Keigo unruhig und ging.

Rukia und Renji sahen dem aufgeregten Keigo verstört hinterher als dieser den Raum verließ und sahen dann einander verwirrt an.

„Renji, ich glaube das ist nicht mehr der Keigo den wir kannten?!"

„Und ich kann nicht glauben das du gerade genau so eine Szene gemacht hast wie er es getan hätte wenn er noch am leben wäre!"

Rukia sah sich um in dem nun leeren Speisesaal und wurde aus Scham ganz rot. „Oh... Ich hole Isshin und die Mädchen. Und wir treffen uns oben im Büro der Verwaltung..."

Nur wenige Minuten später, hatten Rukia und Renji die Kurosakis aufgeklärt und gingen mit diesen die Treppen nach oben zur Verwaltung. Der Direktor und die Administration hatten ihre Büros in der obersten Etage. Rukia hatten einen Verdacht wen sie auf die Sache mit Keigo ansprechen sollten. Wütend stießen sie die Tür zu einem Büro auf und stürmten auf den Angestellten zu. Dem ehemaligen Vorsitzenden der Untersuchungskommission...

„Wann gedachten Sie uns davon zu erzählen?" fragte Rukia wütend als sie vor seinem Schreibtisch stand.

Der ehemalige Vorsitzende der Untersuchungskommission, der seinen Posten nach dem Skandal um Keigos Tod geräumt hatte, fiel fast vom Stuhl als er peinlich berührt fast unter seinen Tisch rutschte. „Oh, Abarai-taichou... was für eine angenehme Überraschung..."

„Reden Sie nicht so um den heißen Brei rum! Ich will wissen warum Sie mich nicht darüber informiert haben?" maulte Rukia.

„Ich glaube... Sie hatten wohl gerade Kontakt zu ihrem Freund Asano?" jammerte der Mann als er merkte wie wütend die Anderen auf ihn waren.

„Wieso haben Sie uns nichts erzählt? Sie wussten doch das wir seit 6 Monaten nach ihm suchen?" jammerte Yuzu.

„Genau! Sie... Sie..." Karin hatte sich bedrohlich vor dem Shinigami hingestellt und sah plötzlich wieder ganz blass aus. Dem Mann schwärmte böses.

„Wenn Sie wieder kotzen müssen, dann bitte in den Eimer!" jammerte er. Er erinnerte sich an das letzte mal als sie so vor ihm stand und griff vorsichtshalber nach dem Mülleimer um diesen schützend vor sich zu halten.

Karin wich zurück und nahm müde auf einem der Stühle platz um sich ihren Babybauch zu reiben: „Entschuldigung, aber könnte ich ein Glas Wasser bekommen. Das waren gerade ziemlich viele Treppen!"

Der Shinigami war erleichtert und reichte Karin sofort ein Glas mit Wasser. Während sie trank, trat ihr Vater vor.

„Also, was war der Grund, weshalb Sie uns nichts gesagt haben?" fragte Isshin.

„Nun, als er hierher gebracht wurde..."

„Er wurde hierher gebracht? Von wem?" fragte Rukia.

„Ich habe keinen Namen. Das war eine Seele aus dem Ost-Rukongai. Hat ihn hier abgeliefert und gesagt so ein Shinigami hätte ihn darum gebeten."

„Ochi...!" zischte Rukia.

„Wissen wir nicht! Jedenfalls, haben sie ihn die Standard-Aufnahmetests machen lassen... Und er hat alles mit Bravour bestanden. Ich habe Ihnen nichts erzählt, weil ich ein sehr schlechtes Gefühl hatte. Nachdem Sie sich so zerstritten hatten, und damit ich die Sache wiedergutmachen kann, wollte ich erst einmal warten ob er wirklich noch irgendwelchen Groll gegen Sie hatte." erklärte der Shinigami und öffnete einen Aktenschrank. „Eigentlich dürfte ich Ihnen das nicht zeigen. Aber da sie ja seit heute bei uns unterrichten Kurosaki-san, sind wenigstens Sie berechtigt."

Der Shinigami zog eine dicke Akte aus dem Schrank, die Isshin ihm sofort entriss. Zusammen mit den Anderen überflog er die Aufnahme Tests.

„Sie haben ihn in die Begabtenklassen aufgenommen?" fragte Rukia erstaunt.

„Wie schon gesagt... Bei den Aufnahmetests hat er mit Bravour bestanden! Und abgesehen davon das er nicht einmal mehr sprechen konnte als her hier ankam... lernt er extrem schnell. Seine Lehrer überlegen sich, ob sie ihn nicht schon früher den Abschluss machen lassen..."

„Wie, er konnte nicht sprechen?" fragte Yuzu. „Ich konnte es doch auch?"

„Nun, er hat sich genauso wie Sie damals selbst gekonzot! Deshalb nahmen wir ursprünglich an, das er sich genau wie sie an alles erinnert und sich aus Wut oder aus Angst irgendwo im Rukongai versteckt. Aber als er dann hierher gebracht wurde, war ich sehr überrascht als es hieß er wisse gar nichts mehr. Aber ich habe ihn untersucht und bin der Sache natürlich nachgegangen. Er strahlt wirklich sehr starkes Reiatsu aus. Er kann nur hier lernen es zu kontrollieren. Ihnen wollte ich Bescheid geben, wenn wirklich sicher ist das auch Sie dazu bereit sind..."

„So, ich unterrichte hier aber ab heute?! Also muss ich ihm ja zwangsläufig begegnen. Also wann sollte wenigstens ich darüber informiert werden?" fragte Isshin.

„Ehm... heute!" murmelte der Shinigami verlegen.

„Heute?! Na was für ein Zufall?"

„Seht euch mal dieses komische Anmeldeformular an!" sagte Renji und wies auf den Fragebogen den Keigo damals ausfüllen musste. „Hat er das selbst geschrieben?"

„Nein! Ein Helfer musste es ihm vorlesen und seine Antworten aufschreiben. Wie gesagt er konnte damals kaum sprechen... und gedauert hat es auch ein paar Stunden."

Ein paar Stunden für nur eine Seite war schon sehr viel. Zusammen lasen sie das Formular:

„Name: Keigo Asano; Alter: unbekannt; Geburtstag: unbekannt; Adresse: obdachlos, laut eigener Aussage ein Wald 'weit weit weg'; Zeit in der Soul Society: unbekannt, wahrscheinlich nur 1 oder 2 Wochen; In der Soul Society geboren oder hineingekonzot: Konzo; Todesursache: unbekannt; Erfahrung im Umgang mit Spirituellen Kräften: keine; Erfahrung in Kontakt mit Hollows: keine, wahrscheinlich doch, als er noch am Leben war; Erinnerung an sein Leben vor dem Tod: keine."

Renji blätterte eine Seite weiter und jetzt lasen sie das Datenblatt das von der Akademie ausgefüllt war. Das war etwas ausführlicher:

„Name: Keigo Asano; Alter: 30; Geburtstag: 01.04.1986; Todestag: 07.09.2015 (29 Jahre); Letzter Wohnort vor Eintritt in die Akademie: 79. Distrikt, obdachlos; Zeit in der Soul Society vor Eintritt in die Akademie: 11 Tage; Todesursache in der Welt der Lebenden: Verkehrsunfall, in extremer Wut und Angst gestorben; Erinnerungen an das Leben vor dem Tod: keine, bedarf genauerer Untersuchung da möglicherweise gelogen; Einschätzung der Spirituellen Kräfte: sehr hoch; Ausstrahlung von Reiatsu: unkontrolliert, weißt Spuren von Hollowfizierung auf. Hollowfizierung am 01.12.2015 nach eingehender Untersuchung ausgeschlossen."

Karin war aufgestanden und nahm Renji die Akte aus der Hand um selbst ein bisschen darin zu lesen:

„Shinigami-Anwärter Asano Keigo, eingetreten am 19.09.2015, steht unter besonderer Beobachtung. Grund ist sein langjähriger Kontakt zum Aushilfsshinigami Ichigo Kurosaki in der Welt der Lebenden. Besaß schon zu Lebzeiten ein grobes Maß an Spirituellen Fähigkeiten, unter anderem die Fähigkeit Geister und Shinigami zu sehen. Litt unter schweren psychologischen Problemen, aufgrund von Häuslicher-Gewalt in der Kindheit und Jugend, Verstoßung durch die eigene Familie sowie durch Freunde sowie Drogen- und Alkoholkonsum! Da er zum Zeitpunkt seines Todes unter extremer Wut, Trauer und Verzweiflung stand, ist eine Spätfolge in Form von Gereiztheit, Ungeduld und chronischer Trübsinnigkeit nicht ausgeschlossen. Vorfälle von plötzlichen Wutausbrüchen und Gewalt gegen andere sind bekannt und müssen sofort mit Asano behandelt werden. Eine regelmäßige Kontrolle auf einen inneren Hollow ist zwingend Vorgeschrieben!"

„Innerer Hollow? Was ist das den?" fragte Yuzu.

„So etwas hat euer Bruder auch! Ich erkläre es euch später!" sagte Rukia und nahm nun selbst die Akte an sich um selbst ein bisschen zu lesen und fand einige Tests. „Er... hat ja Top-Noten! Und was steht hier... 'Leidet nach eigener Aussage unter schweren Albträumen in denen er mehrere Stimmen hört. Eine würde ihn warnen, die andere vor der anderen warnen und ihn anstacheln. Hat in seinen Träumen wohl leichten Kontakt zu Erinnerungsfetzen aus seiner Zeit in der Welt der Lebenden. Wird in seinen Träumen misshandelt, gefoltert und getötet. Von unbekannten Personen.'... Soll das bedeuten er... hat in seinen Träumen bereits Kontakt zu seinem Zanpakutou."

„Davon gehen wir zur Zeit aus. Weil er im Schlaf schon ziemlich laut geschrien haben soll, hat er ein Einzelzimmer erhalten. Die Tatsache das er Stimmen hört, nehmen wir sehr ernst... es ist nämlich ungewöhnlich gleich mehrere Stimmen zu hören. Eine davon könnte wirklich sein Zanpakutou sein, bei der anderen könnte es sich wirklich um einen inneren Hollow handeln." erklärte der Shinigami.

Jetzt nahm Yuzu die Akte an sich und las etwas weiter:

„Aufgrund herausragender akademischer Leistungen, erhält besagter Schüler die Erlaubnis für selbstständige und begleitete Trainingsausflüge in die Welt der Lebenden."

„WAS?" schrie Renji und entriss ihr die Akte um den Eintrag selbst zu lesen. „Die lassen ihn nach 6 Monten schon auf die Welt der Lebenden los. Und auch noch allein? Ich habe bis zu meinem dritten Jahr warten müssen bis ich einmal in die Welt der Lebenden auf Trainingsmission gehen durfte. Wo ist er gerade? Ich würde mir diese 'herausragenden akademischen Leistungen' gerne mal ansehen!"

Der Shinigami blickte auf die Uhr: „Hmm... Jetzt um diese Zeit, müsste er beim Hakuda-Training in der Trainingshalle sein!"

Als der Shinigami sich umdrehte waren alle bereits herausgestürmt...

Die Halle, in der das Hakuda-Training stattfand, war voller Schüler. Isshin, Karin, Yuzu, Rukia und Renji hatten sich an der Seite in den Büschen verkrochen und beobachteten das Geschehen im Inneren. Keigo hockte in seiner Uniform, in einer Reihe mit einigen anderen Shinigami-Anwärtern. Allein der Anblick war schon komisch. Keigo beim Shinigami-Training...

„Ich gebe zu das ist wirklich etwas was ich nicht erwartet habe." murmelte Isshin während sie Keigo beobachteten.

„Wir müssen es Ichigo sagen!" sagte Yuzu.

Die anderen erschraken sofort.

„WAS?" schrie Rukia laut auf und sofort drehten sich die anwesenden Schüler zu ihr um.

Keigo und alle anderen bemerkten sofort das sie jemand heimlich durch das offene Fenster beobachtete. Außer Rukia duckten sich sofort alle. Nur Renjis hochgesteckte Frisur war noch zu sehen.

„Sie? Warum sind Sie so zu mir?" fragte Keigo sofort.

„Ich... ehm... Entschuldigung. Asano,... Ich muss mit Ihnen sprechen! Können Sie ihn einen Moment entbehren?" fragte Rukia den Trainer.

Keigos Hakuda-Trainer nickte und gab Keigo die Erlaubnis kurz rauszugehen. Keigo überkam dieses mulmige Gefühl als er von der Kommandantin, die vorher sehr merkwürdig zu ihm war zu einem Gespräch gebeten wurde. Keigo verließ den Trainingsraum und betrat den Flur. Nachdem er die Tür geschlossen hatte... wurde alles schwarz...

„Trau dieser Hexe nicht!" sagte diese dunkle Stimme.

„Nein, du darfst ihm nicht glauben. Hör auf meine Stimme!" sagte diese andere Stimme, die viel freundlicher klang.

„Nein, hör mir zu... Sie ist der Tod! Sie will dich töten!"

„Ich bin doch schon tot!" murmelte Keigo kleinlaut. Um ihn herum war alles schwarz geworden. Er stand im nichts. „Wer seid Ihr... und warum quält ihr mich so..."

„Trau mir, sie wird dir nichts als Lügen erzählen."

„Nein, er lügt. Sie ist eine von den Guten. Kämpf dagegen an."

„Nein, kämpf gegen Ihn an!"

„Nein, gegen Ihn!"

„Gegen Ihn!"

„Gegen Ihn!"

„Gegen Ihn!"

Keigo sank auf die Knie. Sein Kopf pochte vor schmerzen. „Lasst mich in ruhe! Lasst mich in RUHE!"

Ihm wurde schwindelig, es war als würde ihn etwas wie wild in alle Richtungen drehen. Er schien zu fallen... bevor es schlagartig wieder besser wurde und er wieder im diesem Flur war... gerade als die Haupttür aufgeschoben wurde und diese Gruppe von vom Fenster hinein gestürmt kam.

„Kei... Ehm, Asano!" sagte Rukia.

„Oh, du bist es! Du bist es tatsächlich!" sagte Yuzu lächelnd.

„Oh, du siehst fabelhaft aus Keigo. Nicht mehr so abgemagert, wie früher!" lobte Karin.

„Wer hätte gedacht das es dich so schnell hierher verschlägt!" murmelte Renji.

Keigo war verwirrt und sah sich die Anwesenden genau an. Er wusste das Rukia die Kommandantin der 13. Kompanie war. Renji war der Vizekommandant der 6. Kompanie. Er hatte ihre Fotos gesehen. Die anderen drei kannte er nicht...

„Ehm... Es tut mir leid... Aber mit wem habe ich das Vergnügen?" fragte er.

„Aww... Das hab ich total vergessen... Du erinnerst dich ja nicht mehr an uns?" jammerte Yuzu. „Oh, wie traurig!"

„Wieso? Kenne ich Sie irgendwoher?" fragte Keigo verwirrt bevor er Karin genauer ansah. „Obwohl... Ich glaube ich habe gesehen Foto in Zeitung. Sie haben geheiratet! Sie sind... Karin Hitsugaya, ja!"

„Kuros... ehm... ja! Karin Hitsugaya! Sorry, an den neuen Nachnamen hab ich mich bis heute nicht gewöhnt."

„Und wieso... sind Sie so, komisch zu mir?"

„Oh, wir sind einfach nur so froh dich wieder zu sehen! War kein schöner Anblick als du von dem Lieferwagen erfasst worden bist!" erklärte Rukia.

„Was ist ein Lieferwagen?"

„Aww... er ist völlig weg!" jammerte Rukia.

„Hmm... Es gibt eine Möglichkeit die wir ausprobieren könnten. Also in den Märchen klappt es immer." erklärte Yuzu.

„Was den?" fragte Isshin.

Yuzu legte einen Arm um Keigos Hals und küsste ihn...

Dutzende anderer Shinigami-Anwärter, die sich zum spicken an die Türen gedrängt hatten, waren erstaunt und ließen ein lautes johlen aushallen. Yuzu lies von Keigo ab. Die anderen waren erstaunt und leicht geschockt. Am meisten geschockt war jedoch Keigo.

„Und? Hat es funktioniert?" fragte Yuzu, die glaube ein Kuss würde den Fluch brechen.

Keigo war völlig perplex. „Sollten wir uns nicht vorher erst besser kennenlernen?"

„Aww... In den Märchen klappt es immer! Dann eben anders... Keigo, du kommst heute Abend zum Essen. Ich koche ein Festmahl und wir feiern das wir dich wieder gefunden haben!" erklärte Yuzu, von dieser Idee waren die Anderen mehr begeistert.

„Oh... Essen?!" Keigo liebte essen. In der Akademie war er zum nimmer-satten Vielfraß geworden und sogar bekannt für seinen großen Appetit.

„Ist das ein ja? Gut, dann heute Abend. Dann erklären wir dir auch alles, du musst dir ja sonst was denken... im Haus der Abarais, auf dem Kuchiki-Anwesen!" sagte Yuzu und überraschte die Abarais.

„WAS? In meinem Haus?" rief Rukia.

„Ja, ihr habt eine bessere Küche als ich... und bei euch ist mehr Platz." sagte Yuzu.

„Oh, klingt nett. Ich komme gern!" sagte Keigo lächelnd und verbeugte sich.

„Gut, dann bis heute Abend!" sagte Yuzu und erlaubte Keigo wieder zurück in den Trainingsraum zu gehen, wo dieser seine grinsenden Kameraden sah die ihn alle neidisch anstarrten. Ein Kuss von Yuzu, war etwas was sich viele wünschten...

„Yuzu... Hasst du gerade Keigo, zu einem Abendessen eingeladen? In unser Haus? Und das ohne uns vorher zu fragen?" fragte Rukia.

„Hey, haben wir uns damals nicht geschworen das wir Keigo mit offenen Armen willkommen heißen, egal ob er sich an uns erinnert oder nicht?" fragte Yuzu. Die anderen nickten. „Okay, dann steht es ja fest... Ich gehe jetzt einkaufen. Und ihr geht euer Haus putzen."

Yuzu ging mit breitem lächeln davon und ließ die anderen verdutzt zurück.

„Okay... dann können wir ja in ruhe besprechen, wie wir das Ichigo beibringen!" jammerte Karin.

Die anderen sahen einander besorgt an... Keiner wusste wie sie das anstellen sollten.

Und Keigo... erlitt wieder einen Anfall...

Bitte um Review.