Kapitel 3. Feuer und andere Kleinigkeiten
Heute ist Montag, der erste Tag mit unseren neuen Stundenplänen. Wie vereinbart treffen wir Draco vor der Grossen Halle. Zu viert setzen wie uns an einen der langen Tische. Da Dumbledor letzte Woche die obligatorischen Haustische abgesetzt hat, können wir jetzt auch alle zusammen essen.
Nach dem Essen machen wir uns auf den Weg zum Unterricht. Wir haben Pflege Magischer Geschöpfe, bei Hagrid. Schon kurz nachdem wir das Schloss verlassen haben, sind viele verschiedene Geräusche zu vernehmen. Vorsichtig und etwas eingeschüchtert begeben wir uns zum Gehege hinter Hagrids Hütte. Dort wartet der Halbriese mit einer verängstigten Klasse im Rücken. Auf seinem Gesicht ist ein breites Grinsen zu erkennen, das mir doch etwas Angst macht.
„Was glaubt ihr? Sind die Geschöpfe sehr gefährlich, die er ins zeigen will?", frage ich eich mit zugewandtem Rücken.
„Sein Grinsen spricht doch Bände", gibst du mir zur Antwort. Endlich sind wir bei Hagrid angekommen, der es fast nicht mehr aushalten kann, uns die Geschöpfe zu zeigen.
„Hallo ihr vier. Da nun alle anwesend sind, können wir ja beginnen", nun wendet er sich wieder der ganzen Klasse zu.
„Wie euch Dumbledor ja schon gesagt hat, bekommt ihr on mir ein magisches Geschöpf zur Seite gestellt. Mit euren neuen Partnern werden wir uns auch weiterhin im Unterricht befassen. Ihr werdet lernen euch mit ihnen zu verständigen und zu unterhalten. Dazu werdet ihr auch mehr von den Fähigkeiten eurer Partner erfahren und wie sie euch im Kampf von Nutzen sein können. Ich selbst habe die Geschöpfe für euch ausgesucht. Meine Entscheidung habe ich nach den Eigenschaften und der Seele desjenigen gefällt. So, nun genug der Erzählungen. Folgt mir und ich werde euch euren neuen Verbündeten übergeben." Er geht auf den Verbotenen Wald zu und bleibt keine Sekunde stehen, um sich zu vergewissern, ob ihm seine Schüler auch folgen. Die gesamte Klasse folgt dem Halbriesen leicht rennend, da wir für seine Schritte einfach zu kurze Beine haben. Wir bleiben an einer grossen Koppel stehen, die mit Käfigen überfüllt ist. Doch trotzdem ist in keinem etwas zu erkennen.
„Hermine?", Hagrid wartet, bis du dich ihm zugewendet hast und der Rest der Klasse den Versuch aufgegeben hat, einen Blick in einen der Käfige zu erhaschen, bevor er weiterspricht.
„Würdest du bitte den Anfang machen?" Zuerst zögerst du, doch deine natürliche Neugier gewinnt rasch die Überhand. Du trittst drei Schritte vor und gibst Hagrid mit einem kräftigen Nicken dein Einverständnis. Erfreut dreht sich Hagrid von dir weg und ruft ganz laut:
„Wren!" Einer der grösseren Käfige fängt an zu schwanken, bevor er plötzlich verschwindet. Zum Vorschein kommt ein katzenähnliches Geschöpf, das sich jetzt langsam auf dich zu bewegt. Erst vor dir bleibt sie stehen und lässt sich auf ihre Hinterläufe nieder. Zum ersten Mal hebt es den Blick. Blonde Haare fallen ihr ins Gesicht, dass eine unglaubliche Ähnlichkeit mit dem, der ägyptischen Statue hat. Der Rest des Körpers ist der einer Löwin, doch die Augen, die sind ganz klar die einer Katze. Der, die vom Auftauchen des Geschöpfes, entstandene Stille unterbricht ist niemand anderes als Hagrid.
„Hermine? Darf ich dir Wren vorstellen, sie ist eine Sphinx und wird von nun an deine neue Partnerin sein." Dein Blick richtet sich wieder auf die Sphinx vor dir und auf deinem Gesicht breitet sich ein erfreutes Lächeln aus.
„Ich bin sehr erfreut, dich kennen zu lernen Wren", sagst du und reichst ihr deine rechte Hand.
„Die Freude ist ganz meinerseits Hermine Granger", antwortet sie und legt eine ihrer Tatzen in deine dargebotene Hand.
„Bitte nenn mich doch Hermine, Mine oder Herm, die Förmlichkeiten können wir doch getrost auslassen."
„Gerne Hermine."
„Lass uns doch zu meinen Freunden gehen, ich will sie dir gerne vorstellen." Du wartest noch, bis sich Wren erhebt und kommst dann, mit der Sphinx an deiner Seite, auf uns zu.
„Schön dich kennen zu lernen Wren", begrüsse ich euch fröhlich, „ ich darf dich doch so nennen oder?"
„Natürlich dürfen Sie, Mister Harry Potter, es ist mir eine Ehre Sie kennen zu lernen. Ich freue mich einer Freundin von Ihnen helfen zu können. Denn selbst unter den magischen Geschöpfen heisst Ihr Name Hoffnung in diesen schweren Zeiten." Schnell habe ich die Überraschung überwunden und führe das Gespräch fort:
„Bitte nenn mich einfach Harry und vergiss diese Höflichkeitsfloskeln, ein „du" reicht doch völlig aus."
„Ich werde es versuchen, das verspreche ich dir Harry" Schnell habe wir uns alle mit der Sphinx angefreundet. In der Zwischenzeit haben schon viele der anderen Schüler ihren Partner erhalten. Wir unterhalten uns gerade mit Wren über die Mythologie Ägyptens, als Hagrid einen weitern Namen ausruft.
„Draco Malfoy, du bist als nächstes dran." Mit einem gespannten Gesichtsausdruck geht er auf den lächelnden Halbriesen zu. Sie hatten sich schnell angefreundet, als wir Draco vor ein paar Tagen, mit zu einer Teeeinladung Hagrids genommen haben. Der Halbriese stösst schnell einen Ton, mit leicht erhöhter Stimme, aus, der sich stark nach Pan anhörte. Einer der Käfige, der am weitesten der Wiese mit den Schülern entfernt ist, beginnt zu verblassen. Als sie ersten erkennen können, was sich gerade auf sie zu bewegt, entlockt es den meisten einen entzückten Schrei. Nun steht es vor ihm, ein in weis und silbern gehaltenes Pferd. Das Fell glänzt in der Sonne im reinsten Weis, das ich jemals gesehen habe. Die Mähne und der Schweif sind mit einem silbernen Schimmer durchzogen. Es stupst seinen Kopf an den von Draco, der fasziniert seine Hand hebt um es zu streicheln. Erst jetzt fallen mir seine Hufe auf, die in einem wunderschönen Silber strahlen. Die Augen haben ein so tiefes, fesselndes, klares Blau, wie ich es noch nie zuvor in meinem Leben gesehen habe. Dracos Hand wandert über sein Horn, es ist silberweiss und reckt sich in einer Spirale gegen den Himmel.
„Dies ist ein Einhorn, wie du sicher schon weißt, aber Pan ist kein gewöhnliches Einhorn, Er ist etwas Besonderes. Nur Personen mit einem reinem herzen können sich ihm ungefährdet nähern, alle anderen werden es unter Schmerzen lernen müssen. Aber das ist nicht alles, Pans Fähigkeiten übersteigen, die eines gewöhnlichen Einhornes, in Längen, wobei ich leider zugeben muss, dass ich noch nicht herausgefunden habe, was für Fähigkeiten Pan noch habhaft ist." Nach dieser kleinen Rede macht sich Draco auf den Weg zurück zu uns. Wie sich herausstellt haben wir alle reine Herzen, denn Pan folgt Draco, ohne auch nur einen Moment zu zögern. Jeder von uns betrachtet dieses mystische Wesen, die sich nur sehr selten einem Menschen so weit nähern. Es vergehen noch viele Minuten, bevor ein weiterer Name mich und meine 5 Freunde aufhorchen lässt.
„Ronald Weasley!", laut ertönt die Stimme unseres Lehrers für Pflege magischer Geschöpfe an unsere Ohren. Die Nervosität ist Ron regelrecht ins Gesicht geschrieben. Man sieht sogar von weitem, dass er weiche Knie hat. Noch bevor er überhaupt bei Hagrid angekommen ist, wir er von einem Schatten aus Weiss und Schwarz zu Boden gerissen. Erst nachdem sich Ron nach wenigen Sekunden beruhigt hat und nicht mehr wie wild zappelt, können wir das Geschöpf näher betrachten. Sofort erkennt man Ihr menschliches Aussehen, leicht gebräunt und mit zarter Statur hat sie ihre Arme um Rons Hals geschlungen. Das pechschwarze, rückenlange Haar versperrt ihm wohl die Sicht, denn seine linke Hand wandert langsam zu seinem Gesicht und streicht sich den seidenen Vorhang aus dem Blickfeld. Puterrot wird sein Kopf, als er begreift, was für ein wunderschönes Mädchen in den Armen liegt. Sie trägt ein schneeweisses Kleid, schulterfrei und nur wie von einer dünnen, weissen Halskette getragen. Ab der Hüfte haben beide Seiten des Kleides einen langen Schnitt, der es vorne im Entferntesten an einen Lendenschurz erinnert. Doch das Kleid scheint nicht aus Stoff zu sein, nein, es erinnert mehr an die Gischt eines kleinen Waldwasserfalls. Es scheint als würde das Kleid fliessen. Um ihre Armgelenke winden sich noch weitere Stücke dieses besonderen Stoffes, die sich zu Rosen geschlungen haben.
„So Ron, das ist deine neue Partnerin…", doch der Halbriese kann seinen Satz nicht zu Ende bringen, denn er wird von dem Mädchen und Ron gleichzeitig unterbrochen:
„Atlanta, die Herrin der Wasser- und Waldnymphen."
„Woher weißt du das?!", kommt es von uns vieren und Hagrid zugleich.
„Weil ich sie kenne, sie hat mir vor 9 Jahren das Leben gerettet, als ich im nahen Wald, bei uns zu Hause, von einem wilden Bären angegriffen wurde. Ich hatte mir etliche Knochen gebrochen und schlimme Fleischwunden erlitten, die sie mit ihrer mächtigen Pflanzenheilmagie behandelt hat. Meine ganze Familie ist fast verrückt geworden vor Sorge, da ich 2 ganze Tage verschollen blieb. Ich habe mich während dieser Tage mit Atlanta angefreundet, sie war natürlich auch noch jünger und sie hat mir sogar das Zauberschachspielen beigebracht, weil ich nichts anderes tun konnte, ausser das Bett zu hüten. Wir haben uns auch vor 9 Jahren ein Versprechen gegeben, wir wollten heiraten wenn ich mit der Schule abgeschlossen habe, ich sollte als Auror arbeiten und sie würde ihr Volk als Herrin geleiten.
Nun macht Hagrid weiter und ruft den nächsten Schüler auf. Nach sehr langem warten und vielen Gesprächen mit Wren und Atlanta, hat nun jeder seinen Partner erhalten, nur ich noch nicht. Doch die Kuppel mit den Käfigen ist leer, kein einziger ist mehr zu sehen. Traurig schaue ich mich um und betrachte die vielen verschiedenen Wesen, Nymphen, Wasserfeen, Muffler, Feuersalamander, Kobolde, Wichtel, Greife, Nymphen, Harpyien, Feuerkrabben, Knallrümpfige Kröter, Zentauren, kleine Drachen, Satyrs und viele andere Geschöpfe sind vertreten, aber keines Arten zweimal. Aber kaum einem ausser euch ist es aufgefallen. Doch nun kommt Hagrid zu mir hinüber und lässt seine Stimme durch den Bart brummen:
„Harry, für dich habe ich etwas Besonderes. Du wirst dich sicher über ihn freuen. Er müsste eigentlich jeden Augenblick hier sein." Und er behält Recht, denn plötzlich erscheint wie aus dem Nichts eine riesige Stichflamme. Die Flammen umspielen sich, wie in einem Wirbel. Langsam beruhigen sich die Flammen wieder und ohne dass ich es bemerke, gebe ich leise einen Spruch wieder, der mir plötzlich im Geiste erschienen ist:
„Aus der Asche entsteigt ein Vogel des Lichts, wiedergeboren in tiefster Not, mit heilenden Tränen und anmutigem Gesang, führt er das Gute zum Lichte sodann."
Alle, selbst hagrid, starren mich fassungslos an, auch du gehörst zu ihnen. Doch schon nach kurzem wenden sich die ersten wieder der Feuersäule zu. Bald folgen ihnen auch die anderen, so dass auch ich wieder ins Innere des Feuers blicke. Genau in diesem Moment beginnen die Flammen an Kraft zu verlieren. Schon nach kurzem ist die Kontur eines Vogels zu erkennen. Der Schatten im immer weiter nachlassenden Feuer bewegt sich. Er hebt die Flügel mit einem plötzlichen Ruck an, so dass sein Feuerkäfig zerspringt und in einem glühenden Regen auf uns niederfällt. Mit zwei kräftigen Flügelschlägen erhebt sich der Vogel in die Lüfte und hält auf mich zu. Sanft landet er auf meiner Schulter, so dass ich mir dieses Geschöpf endlich näher betrachten kann. Es ist der schönste Vogel, den ich in meinem ganzen Leben gesehen habe. Sein Gefieder schimmert in den Farben des Feuers. Mit dem zartesten Gelb, das schon fast wieder weiss sein könnte, beginnt die wunderbare Farbenpracht. Das Gelb wird immer kräftiger und vermischt sich schon bald mit Orange. Auch diese Farbe nimmt an Intensität zu und wechselt zu einem kräftigen Rot. Die Enden der Flügel und des Schweifes sind in ein dunkles Violett getaucht. Der Schnabel und die Krallen glühen in einem leichten Goldgelb und die Augen strahlen in einem wunderschönen, tiefen Himmelblau. Die Federn der Flügel, es scheint als würden sie aus Feuer bestehen und die Form der Flügel könnte man mit den Schwingen eines Engels vergleichen. Jetzt wo er auf meiner Schulter sitzt, reichen seine Schwanzfedern mir fast bis in die Kniekehlen. Die längsten zwei, sie sind fast komplett in Violett gehalten, enden in einer Art, wie die Enden einer Pfauenfeder. Das Bild zweier Flammen sticht aus diesen Federn hervor, die Rot im Schein des Lichtes schimmern. Vier weitere lange Federn umranden diese beiden Augenweiden. Sie leuchten in einem Orangerot und sind ein Stück kürzer als die anderen zwei. Die Mitte des Schweifes bilden drei etwa 20cm lange Federn. Zwei sind Blutrot und liegen direkt hinter der dritten, die in der Mitte prangt. Sie trägt die kräftigste Farbe von allen, so ein intensives Gold habe ich noch nie gesehen. Auf dem Kopf sind auch noch drei Federn zu erkennen, die in einem Rotorange gehalten sind. Aber das. Was mich im Moment am meisten fasziniert ist das Funkeln, das sich über die ganze Gestalt des Vogels, im Licht der untergehenden Sonne, gelegt hat.
Die meisten der Schüler haben schon erkannt was für ein Vogel da auf meiner Schulter sitzt, aber viele von ihnen sind genauso an diesen Anblick gekettet, dass sie gar nicht mehr genug von diesem Vogel bekommen können. Die Stille wird von einem Räuspern unterbrochen, als Hagrid versucht sich wieder gehör zu verschaffen.
„So, genug der verblüfften Gesichter. Das Harry, ist Shea, wie du dir sicherlich schon denken kannst, ist er ein Phönix. So, da nun jeder seinen Partner erhalten hat, werde ich euch noch eine Hausaufgabe mit auf den Weg geben und euch noch zwei Mitteilungen überbringen, bevor ihr ins Schloss zurückkehren könnt. Also, eure Aufgabe ist es, so viel wie möglich über die Kräfte eures Partners herauszufinden. Natürlich sollt ihr auch versuchen euch mit ihnen zu verständigen, hierbei werden ein paar keine grossen Schwierigkeiten haben, da ihre Partner unsere Sprache sprechen. In der nächsten Stunde werden wir über die Fähigkeiten eurer neuen Freunde sprechen und die ersten Kampfversuche unternehmen. So, kommen wir nun zu den beiden Mitteilungen. Als erstes, eure magischen Partner werden fortan nicht mehr von eurer Seite weichen. Sie werden alle mit euch im Schloss wohnen und in euren Schlafräumen übernachten. Zudem werden sie auch am Unterricht teilnehmen", nach dieser Mitteilung geben ein grosser Teil der Schüler einen Freudenschrei von sich, die Hagrid überhört wie das Summen einer lästigen Fliege,
„nun zur zweiten Nachricht. Heute Abend wird die erste Unterrichtsstunde für die Animagusverwandlung stattfinden. Professor McGonagall hat mich gebeten euch zu benachrichtigen und euch zu sagen, dass der Unterricht in der Grossen halle stattfinden wird. Da nun alles gesagt wurde, wünsche ich euch noch einen schönen Abend." Glücklich darüber, dass der Unterricht endlich zu Ende ist, begibt sich die Welle aus Schülern zurück zum Schloss.
Der Abend ist mit rasender Geschwindigkeit auf uns zu gekommen und schon ist die Zeit gekommen, dass wir uns auf den Weg zur Grossen Halle machen. Zu viert machen wir uns auf den Weg zum Animagusunterricht, da Ron und Atlanta nicht dran teilnehmen dürfen und wir Draco seit betreten des Schlosses nach Pflege magischer Geschöpfe nicht mehr gesehen haben. So ist die Gruppe aus Acht Mitgliedern auf die Hälfte zusammengeschrumpft. Wir bahnen uns einen Weg durch die gut 50 Schüler, während ich ein kurzes Gespräch mit dir beginne:
„Hermine, das sind mehr Schüler als ich gedacht hätte."
„Ja, da hast du recht, aber je mehr Schüler zu Animagi ausgebildet werden, desto grösser ist Überraschung der Todesser." Eine wohlklingende Melodie erklingt, die all meine Ängste aus mir vertreibt. Ich weiss ja, dass Phönixe eine wunderbare Stimme haben, aber nicht einmal Fawks reicht im Entferntesten an die atemberaubende Stimme von Shea heran. Ein leises Wiehern ist hinter uns zu vernehmen, kurz nachdem Sheas Stimme verstummt ist. Um zu erfahren, von welchem Wesen dieses Geräusch stammt, wenden wir uns der Richtung zu, aus der es erklungen ist. Vor uns steht nun ein Einhorn und an dessen Seite ein blonder Junge. Doch noch bevor wir Draco begrüssen können, öffnen sich die schweren Flügeltüren der Grossen Halle und die Traube aus Schülern reisst uns mit ins Innere der Halle. Die Tische und Bänke sind verschwunden und haben etwa hundert Kissen platzt gemacht und einem Raum, der nur aus Glas zu bestehen scheint. Wir lassen uns weit vorne auf ein paar Kissen sinken und warten auf dass Erscheinen der Professorin. Eine Katze mit einem Kreismuster um die Augen, das wie eine Brille wirkt, betritt den Raum und verwandelt sich vor aller Augen in Professor McGonagall zurück, die sogleich mit dem Unterricht beginnt:
„Ihr seid die einzigen aus drei Jahrgängen, die die Chance bekommen ein Animagus zu werden. Heute werde ich jeden einzelnen von euch mit einem Zauber belegen, der euch für fünf Minuten in eure Tiergestalt verwandelt. Das Problem dabei ist leider, dass ihr während dieser fünf Minuten keine Kontrolle über die Instinkte dieser Tiere haben werdet, weswegen ihr aus Sicherheitsgründen in diesem Glaskäfig eingeschlossen werdet."
„Entschuldigen Sie Professor, ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein einfacher Glaskäfig den Kräften schwerer oder kräftigen Tieren standhalten wird", dieser Satz durchbricht die Stille, die seit McGonagalls Worten geherrscht hatte.
„Da haben sie Recht Mister Finnigan, doch hierbei handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Glaskäfig, er ist so verzaubert, dass er jeder Kraft und jedem gewicht standhalten wird. Mister Potter? Würden sie bitte den Anfang machen?" Etwas nervös aber doch auch zu gespannt darauf, was für eine Animagusgestalt ich habe, um Angst zu haben, betrete ich unter den Augen aller anderen Schüler den Glaskäfig.
„Sie müssen keine Angst haben Mister Potter, sie werden keine Schmerzen haben. Schliessen sie ihre Augen und beruhigen sie sich. Ich werde nun den Zauber sprechen." Die Lehrerin für Verwandlung führt ein paar Bewegungen mit dem Zauberstab aus spricht den Zauber mit klarer, deutlicher Stimme:
„Animus monstrare!" Ein gelber Lichtblitz verlässt Ihren Zauberstab und trifft mich mitten in die Brust. Ein Kribbeln durchfährt meinen Körper und ich bemerke, dass meine Kleider immer enger werden und das ist bei den alten Kleidern von Dudley eigentlich unmöglich. Meine Kleider verschmelzen mit mir und bilden so eine zweite Haut. Meine Haare wachsen unglaublich schnell, sie reichen mir jetzt schon bis zu den Schultern. Auf meiner Haut bildet sich ein Fell, ein Oranges Fell. Meine Zähne wachsen mir schon aus dem Mund, so gross sind sie schon geworden und von der Schärfe ganz zu Schweigen. Meine Hände werden grösser und bilden sich zu Pranken, genauer gesagt in die Pranken eines Wildtieres. Meine Augen beginnen fürchterlich zu schmerzen und durch meine Brille verschwimmt meine Umgebung. Ich nehme meine Brille ab und will mir mit meinen neugewonnenen Pranken gerade die Augen reiben, da fällt mir auf, dass sich mein Sehvermögen stark verbessert hat. Das Gurgeln das ich höre gefällt mir dagegen weniger, denn es hört sich so an, als würden sich meine Eingeweide verschieben. Nein! Ich weiss, dass sich meine Innereien verschieben! Ein leichtes Ziehen an meinem Hintern verrät mir, dass sich da etwas tut. Mein Steissbein verlängert sich, keine paar Zentimeter, sondern etwa einen Meter. Und an der Spitze meines Schwanzes entsteht ein Büschel Haare. Mein Gesicht wölbt sich nach aussen und passt sich meinem zu gross gewordenen Gebiss an. Meine Arme und Beine werden immer stärker, die Muskulatur baut sich in jeder Sekunde weiter auf. Plötzlich lässt mich mein Gleichgewichtssinn im Stich. Ich falle auf die Knie und stütze mich mit meinen Pranken ab. Ein Knirschen und Kribbeln sagt mir, dass sich meine Knochen der Knochenstruktur meiner Animagusgestalt anpassen. Ich höre wie sich ein paar Schüler flüsternd unterhalten, was eigentlich unmöglich sein sollte, ausser wenn sich mein Gehör auch verbessert hat. Das gleiche geschieht nun auch mit meinem Geruchssinn. Erst jetzt bemerke ich, dass sich meine Haare immer noch verändern. Sie haben sich inzwischen verfilzt und zu einer Art Mähne verbunden. Die Farben meiner Kleider, meiner Haut und meiner Haare verblasst und an ihre Stelle treten Braun-, Gelb- und Beigetöne. Bevor mich die Instinkte förmlich überschwemmen, wird mir bewusst, was für ein Tier ich als Animagusgestalt habe. Es ist die Gestalt eines Löwen, eines kräftigen, furchteinflössenden Löwen, der König der Tiere und das Wappentier des Hauses Gryffindor. Wachsam schleiche ich im Käfig umher, mein Verstand wurde in den hintersten Teil meines Denkens verbannt. Ich sehe zwar immer noch was ich mache, aber ich habe keinerlei Kontrolle über meinen Körper. All meine Gefühle, die ich vor den anderen verborgen habe, lässt der Löwe in mir in einem furchteinflössenden Brüllen hinter sich. All diese Gefühle, die Liebe zu dir oder die Angst vor dem Krieg sind in diesem Brüller verbunden. So befreit habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Doch diese fünf Minuten vergehen leider viel zu schnell und so verberge ich alle Gefühle wieder hinter einer Mauer, während ich mich zurückverwandle. Nachdem ich zuletzt auch noch den Kopf des Löwen losgeworden bin, verlasse ich den Glaskäfig und kehre zu dir, Shea, Wren, Draco und Pan zurück. Shea setzt sich nun wieder auf meine Schultern und legt sachte seinen Kopf an den meinen.
„Mein Freund……Trauer…..Stimme" Mit einem Ruck wende ich meinen Blick meinem Partner zu und schaue ihn verwundert an.
„Hast du gerade etwas gesagt?"
„Redest du mit uns Harry?"
„Nein Draco, ich glaube, dass ich gerade ein paar Gedankenfetzen von Shea aufgegriffen." Ihr zwei starrt mich verwundert an, als würde es das unmöglichste der Welt sein. Was man ja wahrscheinlich auch annehmen kann. Wer hört denn schon die Gedanken eines Vogels? Für wenige Sekunden erhasche ich noch einen Blick auf Neville in seiner Schimmelgestalt, bevor er sich wieder zurückverwandelt. Seit diesem Vorfall im Ministerium hat Neville in vielen Fächern bessere bis sogar zu exzellente Ergebnisse erzielt.
Die Zeit vergeht nur langsam, schon eine geschlagene Stunde warten wir darauf, dass ein weiterer von euch beiden aufgerufen wird. Und endlich ist es so weit, nach einem Mädchen aus Slytherin, das sich in eine Anakonda verwandelt hat, wird nun Draco von Professor McGonagall gebeten in den Glaskäfig zu steigen. Gleich nachdem der Zauber Draco in die Brust getroffen hat, beginnt er ohne unterlass zu wachsen. Erst nachdem er schon fast die Hälfte des Käfigs eingenommen hat, hält sein Wachstumsschub inne. Er schaut uns noch verwundert an, bevor sich sein Mund mit messerscharfen Zähnen füllt. Seine Augen wandern immer weiter auseinander, so dass sie schlussendlich an den Seiten seines Kopfes liegen. Während Draco immer schlanker wird, zieht sich auch sein Körper in die Länge und aus seinem Steissbein entspriesst auch ein Schwanz. Doch an diesem Ende befindet sich kein Büschel mit Haaren, sondern eher eine Art Pfeilspitze mit zwei Widerhaken. Seine Beine verschmelzen mit dem Rest seines Körpers während der Zeit, in der sich nun auch sein Hals in die Länge streckt. Dracos gesamter Körper verfärbt sich nun silbern und weiss mit einem Stich ins blaue. Aus seinen Schulterblättern spriessen zwei riesige Schwingen. Sie haben eine entfernte Ähnlichkeit mit den Flügeln einer Fledermaus, doch statt einer Flughaut, besitzt dieses Wesen winzigkleine, blausilbrige Schuppen. Als letztes wächst auf Dracos Haut ein geschmeidiges Fell und an seiner Brust bilden sich grosse, weisse Schuppen, die das Herz dieses Drachens vor Angriffen beschützen soll. Eine faszinierende Stille breitet sich im Saal aus, seit mehr als einem Jahrhundert gab es keinen Zauberer mehr, der die Gabe besass, sich in eines der höheren Magischen Wesen verwandeln zu können. Doch diese Stille wird je unterbrochen, als ein gewaltiger Feuerball die Glaswand erzittern lässt. Die ungeheure Kraft, die von diesem Aufprall ausgeht, lässt selbst die gesamte Halle ausserhalb des Glaskäfigs erzittern. Panische Angst breitet sich auf den Gesichtern der anderen Schülern aus, als der zweite Feuerball das magische Glas zum zerspringen drohen lässt. Alle Schüler, selbst McGonagall, schliessen sich zu einer Traube zusammen und erheben ihre Zauberstäbe, um sich im Notfall verteidigen zu können. Nur wir zwei und unsere drei tierische Freunde bleiben in Ruhe sitzen und warten darauf was weiter geschieht. Erst nachdem Draco den Käfig zerstört hat und sich uns fünfen zuwendet bewegt sich einer von uns auf den Drachen zu. Es ist Pan, er schaut Draco ganz tief in die Augen und wer hätte es gedacht? Der Drache lässt sich auf seine beiden Pranken nieder und rollt sich brav zusammen. Er blickt uns tief aus seinen bernsteinfarbenen Augen an, während wir auf das vergehen des Zaubers warten.
„Mister Malfoy, es ist unglaublich, sie sind der erste Zauberer seit einem Jahrhundert, der eine hohe Animagusform besitzt. „ Doch es scheint, dass dieses Kompliment Draco gar nicht interessiert, denn er streichelt nur geistesabwesend Pan's Fell. Nach acht weiteren Schülern, wird auch endlich dein Name ausgerufen. Irgendwoher kommt mir deine Verwandlung sehr bekannt vor, doch mir fällt einfach nicht ein woher, bis sich deine Haut in ein Gelborange färbt. Du bist eine wirkliche weibliche Gryffindor, denn deine Gestalt ist die einer Löwin. Überglücklich kehrst du zu uns zurück und beginnst sogleich ein Gespräch mit Wren über die Vor- und Nachteile einer Katze, an dem ich mich nach kurzer Zeit auch beteilige. Nachdem die Unterrichtsstunde beendet wird, verabschieden wir uns schnell von Draco und Pan, bevor wir in den Gemeinschaftsraum eilen, um den Zauber an Ron auszuprobieren. Wie sich an diesem Abend noch herausgestellt hat, ist die Animagusgestallt von Ron, die eines Elefanten.
