Life Renovations
Kapitel 3
Mind's Eye
Draco Malfoy fühlte sich nicht wohl. Kein bisschen, und er war es nicht gewohnt, dass ihm unbehaglich war. Und jetzt lag er auf einem ungemütlichen Bett, neben Harrys Bett, was die Situation noch unbequemer machte, und er hatte gerade eine peinliche Unterhaltung mit Pomfrey und Dumbledore darüber, wie er Harry vor etwas Schmerz bewahrt hatte. Pomfrey erklärte, dass er im Bett bleiben sollte, da dass, was er mit Harry gemacht hatte, auch seinen eigenen Körper zu einem gewissen Maße betroffen hatte. Zu dem Zeitpunkt, als er in Grimmauldplatz ankam, hatte Draco den Effekt gespürt, aber das Stechen und den Schmerz in seinem Körper ignoriert. Es war leicht gewesen, es zu ignorieren, dank des Adrenalienschubs der ganzen Situation, aber nun fühlte er es, und er zuckte, als der leichte Schmerz schon bei der kleinsten Bewegung aufkam. Madam Pomfrey versicherte ihm, dass er sich morgen Nachmittag besser fühlen würde. Das war nicht wirklich früh genug in Dracos Meinung.
Und nun lag er hier, in den frühen Stunden des Morgens, wartend auf eine weitere unangenehme Diskussion mit seinem Paten. Er war es nicht gewohnt, über seine Gefühle zu sprechen, aber er war im Moment so verwirrt, dass er mit jemandem sprechen musste. Draco hatte immer zu seinem Patenonkel aufgeschaut, ihn respektiert. Severus war ein guter Zuhörer für Draco und er gab fast immer einen guten Rat zurück.
„Draco, wir können morgen reden, nachdem du etwas geschlafen hast. Der Ruck von der Kraft deiner Heilfähigkeiten hat deinen Körper geschockt. Du wirst für ein paar Tage müde sein, aber der Muskelkater sollte morgen verschwunden sein."
Draco wollte diesmal keinen Rat, also ignorierte er die Sorge seines Paten über seine Gesundheit und begann zu reden, als hätte er Severus nicht gehört. „Wie konnte ich das machen, was ich mit Potter gemacht habe? Ich verstehe nicht, was über mich gekommen ist."
„Redest du vom Helfen mit dem Schmerz? Oder beziehst du dich auf deine Gefühle für Potter, während du das getan hast?"
„Ich bin nicht sicher, vielleicht beides."
„Ich habe von Beispielen gehört, bei denen eine Person fähig ist, die Schmerzen eines anderen ohne Zauberstab zu nehmen, aber ich werde es recherchieren müssen und dann können wir darüber diskutieren."
Draco bemerkte, dass Severus etwas ausweichend war. Er wusste mehr, als er zugab, und Draco war sicher, Dumbledore wusste auch etwas, da seine verdammten Augen die ganze Zeit hell geglitzert hatten, während er die ungemütliche Diskussion mit Draco hatte.
„Ich hasse ihn nicht. Das habe ich schon eine lange Zeit nicht mehr. Ich sollte ihn töten wollen, dafür, dass er meinen Vater ins Gefängnis geschickt hat, aber ich will nicht. Und ich … ich fühle, als ob ich ihn beschützen will, Severus. Ich hab fast seine Verwandten getötet. Da pulsierte dieser Zorn in mir, fast unkontrollierbar. Ich fühlte, dass ich wirklich töten könnte … und das schlimmste an dem ganzen ist, dass ich …" Draco schaute hoch in das Gesicht seines Paten mit weiten silbernen Augen, die schon fast ans hysterische grenzten. „Ich hatte eine angenehme Konversation mit eine paar Weasleys. Und ich hab noch nicht einmal das freche Luder getötet, nachdem sie meine Haare verhext hat!"
Severus hätte gelacht, wenn er nicht wüsste, wie er sich kontrollieren kann. Draco sah so niedergeschlagen aus über seine Zivilisiertheit mit Weasleys und er wusste alles über die Besessenheit seines Patenkindes mit seinem Haar.
„Ich denke, ich bin besessen! Das kann die einzige Erklärung sein.", sagte Draco hoffnungsvoll. Aber Severus schüttelte seinen Kopf.
„Draco, das ist nicht möglich. Mit Betreten des Hauptquatieres des Ordens wäre alles besessene oder in Besitz genommene von diesem Ort entfernt worden. Du wärst nicht hier, wenn du besessen wärst."
„Nun dann, was ist es?", zischte Draco, höllisch verärgert. Severus erhob eine dunkle Augenbraue über den Ton seiner Stimme, dann erhob er sich von seinem Stuhl.
„Vielleicht ist es Verleugnung.", feixte Severus zu ihm, bevor er sich umdrehte und zur Tür ging.
„Wovon redest du?" Draco schaute wütend zu ihm, während er sich wieder hinlegte mit den Armen über der Brust verschränkt.
Er sieht aus, wie ein bockiges Kind, dachte Severus mit gleichen Teilen Zuneigung und Abscheu. „Draco, ich meine mich zu erinnern, dass du die Konfrontationen mit Potter letztes Jahr in Hogwarts gestoppt hast. Und wenn ihr beiden aufeinander getroffen seid, dann war es nicht so unberechenbar wie zuvor. Du warst nicht mehr kalt gegenüber Potter, oder? Tu nicht so, als wäre heute der Auslöser gewesen."
„Ich weiß nicht, wovon du redest.", murmelte Draco, vom Tränkemeister wegschauend rüber zu Potter. Severus beobachtete, wie sein Patensohn Potter vorwurfsvoll anschaute, aber nach einem Moment wurde dieser Blick weicher und wich etwas anderem; etwas, worauf Severus nicht vorbereitet war es zu sehen. Oh Merlin!
„Nimm deinen Schlaftrank!", verlangte er, bevor er schnell das Zimmer verließ.
Draco schaute zur Tür als sie schloss und durchbohrte sie gut und fest mit seinem Blick, bevor er diesen zur Decke richtete. Er hatte keine Absicht den Schlaftrank zu nehmen. Er wollte ihn nicht! Er wollte nicht, dass etwas seine Gedanken störte; nicht einmal Schlaf.
Harry rannte gemächlich entlang des grauen Labyrinths, welches er in seinem Geist gebildet hatte. Er dachte nicht wirklich über etwas nach, nicht einmal über die Albträume, die er gehabt hatte. Irgendwas würde immer als nächstes kommen. Er war von einem Traum zum nächsten gesprungen seit er das Bewusstsein verloren hatte und der letzte Albtraum war brutal gewesen. Aber er war in der Situation fest entschlossen. Er war darauf vorbereitet diesem Albtraum niemals wieder zu entkommen, da er annahm, dass er mehr Leben retten würde, wenn er nicht mehr da war.
Da war auch kein Grund um sich hier zu verstecken und das war auch ein Vorteil, da er müde war sich zu verstecken. Sicher, er versteckte sich gerade in seinem eigenen Geist, aber wenigstens in den Windungen seines Gehirns musste er nicht verstecken, wer er wirklich war. Da war kein Sinn jeden Tag die sorglose Maske aufzusetzen um seiner 'Freunde' willen oder für Dumbledore. Harry wurde nie wirklich die Chance in seinem Leben gegeben, herauszufinden, wer er war; in sich hineinzusehen und herauszufinden, wer er sein wollte, anstatt nur Harry Potter, der Junge-der-lebt zu sein. Wäre er irgendjemand anderes gewesen und ohne die Marionettenschnüre, als Ron verrückt zu ihm wurde, als er herausfand, dass Harry schwul war, er hätte den Rotschopf in den Hades geschickt. Ich hätte nicht überrascht sein sollen, dachte er bitter. Ron war bekannt dafür, rasche Entscheidungen zu treffen und es war nicht das erste Mal, dass er sich von Harry abgewandt hatte, genauso wie es andere aus Griffindor getan hatten am Ende des letzten Semesters.
Harry schüttelte seinen Kopf, als er sich drehte um einen weiteren langweiligen, grauen und abstrakten Gang hinunterzulaufen. Er wusste, dass, wenn Voldemort nicht besiegt wurde, es das Ende von der Welt, wie sie jeder kannte, sein würde, aber ehrlich, wie sollte er die Aufgabe das verrückte Schlangengesicht zu zerstören bewältigen, wenn er alleine war? Harry wusste, es war unmöglich das alleine zu schaffen, aber er hatte nicht wirklich jemanden. Und seine Freunde? Seine alten Freunde, dachte er bitter, sie waren sowieso nie stark genug. Außer Hermine und Ginny. Aber sie waren jetzt weg. Keiner der Weasleys wollte noch etwas mit ihm zu tun haben. Zumindest war es das, was Ron ihm gesagt hatte. Und ohne Unterstützung, hatte er da wirklich eine Chance?
„Aber es muss gemacht werden. Ich muss ihn besiegen. Was bedeutet, ich muss raus hier und meine eigenen Pläne entwickeln." Er sprach laut, um sich eine Art Vorbereitungsrede zu halten. Er hatte begonnen von seiner eigenen Mitleidstour müde zu werden.
„Bleib hier.", sagte eine Stimme nahe hinter Harry; eine vertraute Stimme. „Wir wollen, dass du verschwindest. Aus unseren Leben. Weg für immer."
Harry drehte sich um und starrte überrascht auf Ron, der nicht mal fünf Fuß weg stand. Und der Ausdruck im Gesicht seines ehemaligen Freundes konnte es mit einem der grässlicheren Grimassen von Malfoy aufnehmen.
„Du bist schon immer ein Freak gewesen, Potter. Und jetzt bist du ein verdammter schwuler Freak! Bleib hier, wo du glücklicher sein wirst. Weil niemand wird dich jemals lieben."
„Nein, du liegst falsch."
Ron grinste und schaute zur Seite, wo die Luft ergraute und Hermine materialisierte. Sie lächelte zu Harry, ihre Augen traurig und bemitleidend. „Es ist wahr, Harry. Niemand wird dich je lieben. Es interessiert auch niemanden. Ich wollte es dir zuvor nicht sagen, weil wir dich gebraucht haben."
„Nein!" Sein Schrei hallte überall, das Echo schien sogar noch lauter zu werden, selbst als es verblasste. „Ich glaub euch nicht!"
„Wir sagen dir die Wahrheit.", sagte Hermine und nickte, als ob das, was sie sagten in einem Buch gedruckt wäre.
„Sieh es ein, Harry. Du hättest niemals geboren werden sollen.", spuckte Ron aus.
„Warum macht ihr zwei das?" Harry schüttelte seinen Kopf, Tränen liefen sein Gesicht herunter. Er hatte gehofft, dass wenigstens Mine sich nicht komplett von ihm abgewandt hatte, aber er lag falsch. Niemanden interessierte es …
Er erinnerte sich plötzlich, wie er am Fuße der Stufen bei den Dursleys gelegen hatte, silberne Augen voll Sorge während sein Kopf gehalten wurde. Draco hatte so ausgesehen, als ob es ihn interessierte. Es war ein absolut lächerlicher Gedanke, aber Harry konnte ihn nicht loslassen. Er hielt an dem Gefühl mit Draco zu sein fest, als ob es eine Rettungsleine wäre und als sich diese Gedanken festigten, tat dies auch die Person, an die er dachte.
Draco stand ein paar Schritte vor Ron und Hermine, lächelte auf eine spöttische Art und Weise zu ihm, während seine silbernen Kugeln mit Verachtung überzogen waren. „Wirklich Potty? Was denkst du, was du tun kannst?", sagte er schleppend. „Denkst du wirklich, du kannst den dunklen Lord besiegen?" Draco stoppte um mit der Hand leicht über seine zurückgegelten Haare zu streichen. Harry dachte, das wäre komisch, da Draco seine Haare seit zwei Jahre nicht mehr gegelt hatte.
„Du bist nutzlos, Potter!" Harry zuckte zurück und zitterte vom Hass, den Draco ausströmte. Das hatte er nicht mehr gefühlt seit dem Ende des fünften Jahres und es schmerzte ihn mehr als alles andere. „Keiner braucht dich." Draco kam ein paar Schritte näher, ein hämisches Grinsen auf seinen Lippen. „Ich werde dich niemals brauchen." Er tat einen weiteren Schritt vorwärts und Harry begann sich zurückzuziehen, seinen Kopf schüttelnd über den völligen Hass in Malfoys Augen. „Ich werde dich niemals wollen. Keiner wird dich jemals wollen. Es ist besser, wenn du hier bleibst."
Harry zog sich weiter zurück, aber er begann zu nicken, da er dachte, dass Draco vielleicht recht hatte. Er fühlte wie all seine Kraft ihn verließ, die Luft kondensierte und machte es ihm schwerer zu atmen. Vielleicht wäre es besser …
Harry zog sich zurück, bis sein Rücken gegen etwas warmes und festes stieß. Erschrocken, schaute Harry über seine Schulter und fand sich auf Augenhöhe mit einer Schulter. Harry versuchte ruhig zu bleiben, aber als er hochschaute und auf heiße silberne Augen traf, konnte er ein keuchen nicht zurückhalten.
Dracos Gedanken waren kurz vor Dämmerung immer noch in Aufruhr, als er von einem Geräusch vom anderen Bett aus seinem brütenden Zustand gerissen wurde. Er sprang sofort aus seinem Bett und eilte hinüber zu Harrys Bett. Er schluckte ein überraschtes Keuchen runter, als er bemerkte, dass Harrys Augenlider flatterten, als ob er am Rande zum Bewusstsein stünde. Sich hütend ihn zu berühren, lehnte sich Draco über ihn, bis ihre Nasen sich fast berührten. Er musste sich selbst daran erinnern, sich nur auf Harrys geschlossene Augen zu konzentrieren und nicht auf seinen einladenden Mund, der seinem sehr nahe war.
„Potter?" Seine Stimme war sanft, fast unsicher. Und Draco war ängstlich. Besorgt, dass Harry wirklich aufwachen würde und er sich mit seinen seinen zwanghaften Gedanken und Gefühlen für ihn auseinandersetzen müsste. Aber noch mehr graute ihm davor, dass Harry nicht aufwachen würde. „Potter, wenn du nicht aufwachst, töte ich dich."
Harry antwortete nicht. Es wurde offensichtlich, dass Harry etwas in seinem eigenen Geist bekämpfte, und als Draco merkte, was passierte, griff er sofort nach dem Kopf des andere Jungen, platzierte seine Handflächen fest über Harrys Schläfen und schloss seine Augen, geführt von einem unbekannten Instinkt. Sofort wurde Dracos Bewusstsein durch seine Arme nach unten gezogen, aus seinen Handflächen und Fingern raus und in Harrys Geist hineingezogen. Es war ein seltsames Gefühl und komplett zu unbehaglich für Dracos Geschmack. Nachdem der Schwindel verschwunden war, begann Draco sein Wagnis durch Harrys Albträume.
„Potter, du bist doch ein kaputter Zauberer!", schrie er einige Zeit später hinaus und grinste, als seine Stimme durch die deprimierend grauen Gänge, die er durchquert hatte, nachhallte. Er hoffte, Harry hörte das Echo. Dann seufzte er, „genauso wie ich."
„Nein!"
Der Schrei hallte rundherum und er erkannte ihn sofort als Harry. Draco stoppte und blickte finster auf die Durchgänge vor ihm. Da waren drei Möglichkeiten. Er könnte links gehen, rechts, oder gerade aus weiter. Die Wahl wäre einfach, wenn er wüsste, welchen Weg Harry war.
„Komm schon, Potter. Sag noch etwas.", murmelte er.
„Warum macht ihr zwei das?"
Da! Es kam von rechts. Draco begann zu rennen, hoffend, dass das der richtige Weg war. Er rannte einen Gang hinunter, der komplett zu lang schien. Nach ein paar Minuten verlangsamte er zu einem schnellen Gang, als Stimmen zu ihm herüber wehten. Sie waren vage vertraut. Dann stoppte er komplett als er seine eigene Stimme hörte. Es war unheimlich seine eigene Stimme zu hören, wenn er seinen Mund nicht geöffnet hatte. „Du bist nutzlos, Potter." Draco joggte weiter durch einen dichten Nebel. Als er sich verzog, konnte Harry gesehen werden, wie er sich vom Traum-Draco zurückzog.
Draco merkte, dass er sauer auf Harry wurde, dafür, dass er dem Albtraum glaubte, und als Harry gegen ihn stieß und hochschaute, versuchte er seine Wut zurückzuhalten.
„Draco?", flüsterte der kleinere Junge.
Dracos Fokus war auf den schönen grünen Augen des Jungen, der gegen seine Brust gedrückt war, und er lächelte. Sein Lächeln wurde breiter, als er bemerkte, dass Harry überrascht war in wirklich lächeln zu sehen. Draco lehnte sich vor und legte einen Arm über Harrys Schulter und über seine Brust, seine Handfläche über dem schnell schlagenden Herz des anderen Jungen platzierend. Er fühlte eine glühende Kohle zum Leben erwachen irgendwo in seiner eigenen Brust, als Harry sich entspannte und sich noch mehr gegen ihn drückte, als ob er Schutz und Kraft bei ihm suchte. Draco fühlte sich plötzlich sehr beschützend gegenüber Harry und er festigte seinen Arm um den schmaleren Jugendlichen noch einmal.
Dracos Augen wurden kalt und wütend wie ein Eissturm, und für einen Moment geriet Harry in Panik, nur um wieder zu entspannen, als der Blonde diese Augen auf Traum-Draco richtete. Ohne seine Hand von Harrys Brust zu heben, hob Draco einfach einen Finger um auf den anderen Draco zu zeigen und sprach nah bei Harrys Ohr, aber laut genug, damit es auch die verrückten Bruchstücke von Harrys Einbildung hören konnten.
„Ich hoffe bei Merlin, Potter, dass du nicht auf die Scheiße hörst, die dieser Betrüger von sich gibt."
Harry konnte nur nicken; es war schließlich die Wahrheit. Er hatte auf Traum-Draco gehört. Dem Draco, der ihn hielt, gefiel das offensichtlich nicht und er knurrte aus Ärger tief in seiner Kehle. Harry musste ein Stöhnen zurückhalten, als Lust in seinem Bauch erwachte von dem Geräusch, das der Blonde machte. Es war wirklich sexy – Nun ist nicht die Zeit um daran zu denken, Harry! dachte er verzweifelt und versuchte die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen.
„Schau auf sein Haar, Potter! Es ist offensichtlich ein Betrüger. Ich würde mein Haar niemals so tragen."
Und er ist todernst, dachte Harry mit einem Schnauben. „Ja, du bist mein Draco.", antwortete er ohne nachzudenken.
Für einen Moment gefror Draco. Als er wieder entspannte, lehnte er sich runter um in Harrys Ohr zu flüstern. „Hoffst du das, Potter?"
Harry konnte sich nicht helfen, und obwohl er in seinem eigenen Geist war, konnte er die Röte nicht kontrollieren, die in seinem Gesicht aufstieg. „Ich – ähm … nun, ich -"
„Ja, würdest du, Malfoy!", rief Ron aus und zeigte auf Traum-Draco. „Du hast dein Haar jeden Tag so getragen bis zum sechsten Jahr, du Tunte!"
Draco kniff die Augen zusammen und durchbohrte Ron mit einem beinahe tödlichen Blick. „Das war damals, Wiesel. Dies ist jetzt.", antwortete er in einem tiefen, samtigen Ton. Er drehte sich dann wieder zu Harry, grinsend. „Was hast du gesagt?"
Harrys Wangen verdunkelten und er starrte angestrengt auf etwas über den Köpfen des falschen Dracos, Ron und Hermine.
„Was hat das überhaupt zu sagen, Malfoy? Du bist nicht derjenige, der mit ihm in den letzten sechs Jahren zurecht kommen musste. Es war immer Harry dies und Harry tat das! IHR MACHT MICH KRANK!" Unter Dracos Arm zuckte Harry wegen des Tons in der Stimme seines ehemals besten Freundes.
„Potter, hör auf, auf sie zu hören.", begann Draco in einem gelangweilten Ton. „Du weist, dass die gesamte Zaubererwelt sich zu deinen Füßen schmeißt. Sie lieben dich."
„Nein." Harrys stimme war dumpf, traurig und resigniert. „Sie interessieren sich nur für Harry Potter, das Zaubererkind, das den dunklen Lord für sie töten soll. Sie interessieren sich nicht für mich. Keiner kennt mich wirklich. Sie haben recht, niemanden interessiert es."
Draco knurrte noch einmal hinten in seiner Kehle. Seinen Arm erlaubend herunterzufallen, schlüpfte er um den smaragdäugigen Jugendlichen, der überall hinschaute, nur nicht in Dracos Gesicht, herum, bis er ihn ansehen konnte.
„Ich erinnere mich nicht, das jemals zu dir gesagt zu haben, Potter." Harry öffnete seinen Mund, um zu widersprechen, aber Draco machte weiter, bevor er ein Wort sagen konnte. „Ich mag eine Menge mieser Sachen zu dir gesagt haben, aber ich glaubte, die Dinge, die ich zu dir gesagt habe, wären die Wahrheit. Ein Malfoy erniedrigt sich niemals zum Lügen."
„Richtig. Als ob dein Vater sich niemals zum Lügen herabgelassen hätte …"
„Lasst uns jetzt nicht da hin gehen."
„Du bist derjenige, der angefangen hat über Malfoys zu reden."
„Potter, ich schwöre, wenn wir hier raus kommen …"
Harry lächelte nur und nickte, Draco rollte mit seinen Augen. Aber dann fing Harry an zu schreien und packte sich an die Stirn. „Har-" Draco keuchte, als Harrys Arm hervorschoss um ihn grob an seinem Kragen zu packen und begann nach hinten zu laufen, Draco mit sich ziehend.
„Voldemort."
Der Blonde drehte sich um und seine Augen weiteten sich, während seine Hand zum Bund seines Pyjamas, den er trug, flog um nach seinem Zauberstab zu suchen.
„Potter, du Idiot! Warum haben sie Zauberstäbe und wir nicht? Typisch Griffindor, nach vorne preschen ohne einen Plan.", murmelte Draco dunkel, sein Herz schlug so laut, es war das einzige, was er hören konnte, als er auf den schlangen ähnlichen Mann vor ihnen starrte; seine roten Augen glühten wild in der grauen, düsteren Masse von Harrys Geist. Natürlich zuckte der hinreißende schwarzhaarige Junge neben ihm nur unentschuldigend mit der Schulter und beobachtete Voldemort weiterhin, während er eine Hand auf die brennende Narbe gepresst lies.
Draco wollte nichts lieber, als zu fragen, ob es der wirkliche Dunkle Lord war, der dort stand, und nicht etwas, das Harry sich ausdachte, aber er lies seinen Mund geschlossen, entschlossen leise zu sein und zu versuchen ruhig zu bleiben. Er war überrascht, dass, als ob er seine Gedanken hören konnte, Harry antwortete. „Ja, das ist wirklich Riddle."
„Mister Malfoy. Ich habe nicht erwartet sie hier zu sehen. Ich muss sagen, dass ich sehr enttäuscht bin, dass sie derjenige sind, der dieses lustige kleine Spiel ruiniert, das ich in Potters Geist aufgebaut habe."
„Offensichtlich mangelt es an deiner Definition von Spaß etwas, Tom. Aber ich nehme an, das kommt davon, dass du ein verrückter Halbblut Zauberer bist.", spuckte Harry zurück.
Während Dracos Gesicht eine blanke, gefühllose Maske blieb, schrie er innerlich zu Harry. Bist du verrückt? Das ist der Dunkle Lord. Du kannst nicht herumlaufen und den verdammten Dunklen Lord beleidigen, vor allem nicht in die Reste seines Gesichts!
Merlin, Malfoy, beruhige dich! Voldemort lässt meinen Kopf schon so fühlen, als ob er in Stücke geschnitten wird. Ich brauch dein Schreien nicht, um es schlimmer zu machen! Außerdem, ein wütender Voldemort ist besser als ein ruhiger Voldemort.
Niemals, Potter! Um so wütender er wird, um so tödlicher wird er … und … unterhalten wir uns gerade, ohne unsere Münder zu öffnen?
Er wird auch schlampiger. Und ja, tun wir.
Aber kann er uns hören?
Weiß nicht … Warum denkst du dir nicht eine schlimme Beleidigung für ihn aus und schaust, ob er reagiert?
Kein Grund zickig zu werden.
Für einen wilden Moment, lächelte Harry fast. Die Gedanken, die Draco irgendwie übertrug, kamen auch mit einem Bild von einem schmollenden Draco. Ich hab das ernst gemeint. Wenn du mich fragst, ich denke nicht, dass er uns hören kann. Er hätte auf das bisschen reagiert, dass du über ihn gesagt hast, das mit dem Resten seines Gesichts.
Was sollen wir dann tun?
Harry zuckte mit den Schultern. Keine Ahnung hier.
Draco war verstimmt. Hast du die jemals?
Wer ist jetzt zickig? Die beiden stoppten ihre Unterhaltung, sobald sie Voldemort wieder sprechen hörten.
„Es ist offensichtlich, dass ihr zwei miteinander sprecht, auch wenn ich euch nicht hören kann. Interessant." Voldemort schaute sehr erfreut.
„Ich sehe nicht, wie dich das etwas angeht, Tom!", schnappte Harry. Er war Voldemort müde! Das Schlangengesicht zerrte wirklich an seinen Nerven. Die dummen Monologe, die immer mit ihren Konfrontationen einhergingen. Der enorme Schmerz, der immer in seine Narbe schoss, wenn das Schlangengesicht besonders wütend oder begeistert war, oder wann immer er einfach nur in der Nähe war. Er war von allem ermüdet und er wollte sich jetzt nicht mit der ganzen Scheiße auseinander setzten. Tatsächlich wollte sich Harry niemals wieder mit irgendwas auseinandersetzen.
Neben ihm schien Draco nur ein bisschen zu zucken. Harry keuchte, als er den harten, mentalen Schlag in sein Gesicht fühlte, den Draco ihm schickte.
Tu das nicht. Ich will dich das niemals wieder sagen hören.
Was interessiert es dich, Malfoy? Warum sollte ich überhaupt auf dich hören?
Draco hatte eine scharfe Erwiderung auf der Spitze seiner Zunge, als Voldemort endlich wieder sprach. „Ich werde mich daran erfreuen, deinen Tod zu beobachten, Harry Potter. Und wenn ihr beiden telepathisch redet, wird dein Tod sogar noch leichter sein, als zuvor."
„Rede du nur, Tom …"
„Nur wenige seltene Umstände erlauben die Fähigkeit, sich mit einer Person telepathisch zu unterhalten. Ich sehe keinen Grund, die Umstände zu diskutieren. Aber wenn ich richtig liege, wird dein Tod qualvoll sein." Voldemort verzog seinen lippenlosen Mund in die Ähnlichkeit eines gemeinen Lächelns. „Mr. Malfoy, ich mag ja nachsichtig mit Ihnen gewesen sein, dafür, dass Sie mir noch nicht beigetreten sind, aber da Sie anscheinend ein Verräter geworden sind und zum alten Sack gerannt sind, werde ich Ihnen geben, was sie verdienen."
Das erste mal, seit Voldemort aufgetaucht war, sprach Draco laut. „Ich hab mich nicht entschieden für Dumbledore zu kämpfen."
„Ist das so? Nun denn, kommen Sie her und empfangen mein Mal."
„Nein, ich kämpfe nicht für Sie. Ich bin bei Potter."
Voldemort zischte mit Wut und zeigte mit seinem Zauberstab auf Draco. „Avada Kedavra!"
Harry schrie und hechtete vorwärts. Ohne zu überlegen, stieß Draco seinen Arm zur Seite raus um Harry davon abzuhalten vor den Fluch zu springen. Ihre Augen trafen sich und hielten sich fest. Draco wunderte sich einen Moment, was zur Hölle er sich dabei dachte, Harry daran zu hindern, sich für Draco zu opfern. Das ist nichts, was ein Slytherin tun würde, sich selbst erlauben, das Opfer zu sein. Warum hatte er Harry gestoppt?
Harrys Mund war in einem stillen Schrei geöffnet, als das grüne Licht des Todesfluches in Dracos Brust einschlug.
„Es ist wirklich ein Jammer. Er hätte so ein guter Todesser sein können."
Harry sank in die Knie neben Dracos Körper, stumme Tränen fielen sein Gesicht herunter, als er in Dracos leere Augen schaute. „Nun Mister Potter. Es scheint, als seien wir nun endlich allein. Es ist genauso wie jeder gesagt hat, oder? Niemand wird jemals bei dir bleiben. Niemand will dich. Und nun ist Mister Malfoy tot, du wirst ihm in weniger als zwei Tagen folgen. Ich werde dich hier lassen mit ein paar deiner Bekannten, soll ich?"
Voldemorts Lachen blieb noch lange nachdem er gegangen war zurück, Harry mit Dracos Körper alleine lassend, und Ron und Hermine. Harry schenkte ihnen keine Beachtung. Er konnte nicht von Dracos blassen Gesicht wegschauen und blieb dort zusammengerollt wie ein Fötus, selbst als Dracos Körper verschwand.
