MidsummerMelody: Schön, dass es dir gefallen hat. Ja, Lunas Vater muss schon ein seltsamer Typ sein. Bin gespannt, ob Rowling ihn auch noch mal vorstellt. Aber er müsste schon in etwa so sein, wie ich ihn mir vorstelle. Ihre merkwürdigen Ansichten hat Luna ja von ihm +g+ Viel Spaß beim Weiterlesen!
Kapitel 3
Zabini und Morag McDougal saßen in den weichen Sesseln vor dem Kaminfeuer und diskutierten leise, aber zornig.
Nicht weit von ihnen entfernt fläzten Ginny, Colin, Dennis und Jessica sich in den Sofas, die um einen Tisch voll von Butterbierflaschen standen – das heißt, Jessica fläzte sich nicht, Jessica saß ordentlich.
„He, Natalie!" rief Ginny. „Komm!"
Natalie grinste und warf sich zwischen Dennis und Jessica in die weichen, gelben Kissen.
„Woher habt ihr das ganze Butterbier?" fragte Natalie dann in die Runde, froh, nicht mehr einsam im Schlafsaal zu sein.
Ginny zwinkerte ihr zu. „Meine Brüder haben Zonko´s in Hogsmeade übernommen und Fred wohnt jetzt dort – mit Verity, seiner Freundin. Sie arbeitet für Weasley´s Zauberhafte Zauberscherze." Sie verzog das Gesicht, offensichtlich mochte sie die Verkäuferin nicht sehr. „Jedenfalls unterhält Fred gute Beziehungen zum Honigtopf und hat mir das ganze Butterbier mitgegeben. Nicht schlecht, was?" Ginny nahm einen Schluck. „Und was noch besser ist: Er meint, er könnte mir öfter eine Jumbo-Packung schicken! Jumbo-Packungen sind dreiunddreißig Flaschen", fügte sie erklärend hinzu.
Natalie öffnete eine der Flaschen. „Und wie will er die Dinger an Filch vorbeikriegen? Der wird doch garantiert misstrauisch."
Ginny runzelte die Stirn. „Fred hat gesagt, er kriegt das schon hin. Und ich solle mich nicht wundern, wenn Filchs Augen mal etwas glasig sind oder er eine pustelige Nase hat."
Natalie kicherte.
„Und, wie ist euer Schlafsaal?" erkundigte Dennis sich erstaunlich düster.
„Nicht sehr berauschend. Rose und Nadine sind anscheinend auf Männerfang – Malcolm Baddock, stellt euch vor. Die Dobbs will Eleanor wohl Nachhilfe geben, was das Schminken angeht. Ich schätze, mir wird ziemlich langweilig sein", seufzte Natalie.
„Malcolm Baddock?" quiekte Jessica. „Wie kommen die denn auf den?"
Ginny grinste fröhlich. „Totale Geschmacksverirrung", diagnostizierte sie. „Tja, Jessica, bei uns geht´s dann doch besser zu. Padma ist nicht ganz so klatschsüchtig wie ihre Schwester und Sally-Anne scheint auch ganz nett zu sein."
Jessica nickte und stellte ihre leere Butterbierflasche ab. „Mich nervt nur die McDougal. Die hält sich für was Besseres. Dumme Kuh!"
Morag sah vom Sessel am Kamin auf. „Ich bin etwas Besseres, Schlammblut. Was meinst du, warum Anthony mich wollte und nicht dich? Alles eine Frage des Blutes. Und des Aussehens" fügte sie herablassend hinzu.
Dennis sprang wütend auf, Ginnys Augen funkelten zornig.
„Ignoriert sie einfach", meinte Jessica überraschend gelassen. „Sie hat doch keine Ahnung."
Zabini lachte spöttisch. „Genau, Dinns, bestimmt wolltest du sowieso Schluss mit Goldstein machen, was? Mich wundert sowieso, dass er überhaupt mit dir zusammen sein wollte. Da hätte ich ja eher Loony Lovegood genommen."
„Halt deine Fresse, Zabini!" fauchte Ginny gereizt.
„Was denn, Wiesel? Du kannst Dinns doch bestimmt bestens verstehen – ich sage nur: Potty."
Hätte Colin Ginny nicht schnell am Arm festgehalten, hätte sie sich wohl sofort auf den Jungen gestürzt.
„Was ist denn hier los?" ertönte plötzlich Michael Corners überraschte Stimme. Er kam gerade mit Jack die Treppe ihres Schlafsaals herunter.
„Ah, Corner!" lachte Zabini. „Du kennst dich mit dem Laufpass-Kriegen doch auch gut aus. Wiesel hat dich ganz schön schnell fallen lassen. Kann ich nachvollziehen. Du, Goldstein und Boot, ihr ward eine ziemlich traurige Gruppe."
Morag kicherte. „Na, er hat doch gleich wieder eine passende Gesellschaft gefunden. Jack Sloper. Peinlich."
Michael und Jack starrten die beiden Slytherins verdutzt und wütend an.
„Oh, sie verstehen unsere Sprache nicht", sagte Zabini milde. „Kann jemand übersetzen? Wiesel, du verstehst Corner doch. Oder habt ihr beide während eurer kurzen Beziehung kein Wort gewechselt. Habt ihr nur -"
Endlich hatte Ginny es geschafft, sich von Colin loszumachen und stürmte auf Zabini zu. Bevor er wusste, was überhaupt geschah, hatte sie ihm zwei Ohrfeigen verpasst.
Zabini schrie auf, eher vor Überraschung als vor Schmerz.
„Was soll das, Wiesel?" brüllte er. „He, Corner, ruf deine Schlampe zurück!"
Wutentbrannt riss Michael seinen Zauberstab hervor.
„Furunkulus!" schrie er.
Auf Zabinis Gesicht erschienen kleine, rote Pusteln. Sein hübsches Gesicht verzerrte sich und auch er zog seinen Zauberstab. „Expelliarmus!"
Michals Zauberstab flog in seine Hand, genau wie der von Ginny und Jack, die ihn gerade noch in der Hand gehabt hatten.
„Stupor!" sagte Zabini locker. Ein roter Lichtblitz traf Michael in der Brust und er kippte wie von einer unsichtbaren Keule getroffen um.
Jessica schlug sich entsetzt die Hand vor den Mund.
In Zabinis Gesicht sprossen die Furunkel.
Die Tür zu Lupins und Tonks Zimmer flog auf und die lilahaarige Hexe stürmte heraus.
„Expelliarmus!" Zabinis, Ginnys, Jacks und Michaels Zauberstäbe flogen ihr in die Hand.
Tonks überblickte das Geschehen schnell. „Enervate", sagte sie und Michael stand stöhnend auf.
„Mr Zabini, zehn Punkte Abzug für Slytherin, Sie kommen gleich mit mir in den Krankenflügel. Mr Corner, zehn Punkte Abzug für Ravenclaw." Sie ließ ihren Blick vom roten Handabdruck auf Zabinis Wange zu Ginny wandern. „Und fünf Punkte Abzug für Gryffindor. Gratuliere. Folgen Sie mir, Mr Zabini."
Tonks marschierte aus dem Gemeinschaftsraum, Zabini, voll von blubbernden Furunkeln, ging ihr hinterher.
„Wow. Wir führen, oder?" fragte Eleanor Branstone, die vor der Tür zum Mädchenschlafsaal stand. Die Versammelten sahen sie ungläubig an. „Na ja, Hufflepuff führt, oder?"
Emma Dobbs neben ihr schien ziemlich wütend. „Na und? Stolz drauf?" fauchte sie und ging hoch erhobenen Hauptes zurück in ihren Schlafsaal. Morag McDougal stand von ihrem Sessel auf und lief ihr hinterher.
Eleanor blinzelte verwirrt und ging zu den anderen.
„Was hat sie denn? Kann ich doch nichts dafür, wenn Blaise sich so dumm anstellt."
Die Hufflepuff-Schülerin quetschte sich neben Colin auf das Sofa und schnappte sich eine Butterbierflasche. „Hey, Natalie, darf ich dich mal schminken?" fragte sie dann, sich nicht an den etwas genervten Blicken der anderen störend.
Natalie warf einen langen Blick auf Eleanors ziemlich bunt bemaltes Gesicht. Emma Dobbs war wirklich kein Profi, was das Schminken anbelangte.
„Oh... nein, vielen Dank", meinte sie verstört. „Vielleicht irgendwann mal."
Sie wollte die ihr sonst so symphatische Schülerin nicht vor den Kopf stoßen.
Eleanor zuckte die Schultern. „Na ja, musst du wissen. Ich fühl mich so wohler. Sieht ja auch besser aus, oder?"
Dennis stieß ein lautes Gackern aus und presste sich dann die Hand vor den Mund, um nicht noch mehr zu lachen.
Sein Bruder sah ihn wütend an. „Sei nicht so fies, Dennis. Sieht ganz okay aus", meinte er zu Eleanor. „Ein bisschen weniger, dann ist es perfekt."
Jessica stand auf. „Ich geh nach oben", murmelte sie. „Mir geht´s nicht gut."
Sie warf Colin noch einen zornigen Blick zu, dann verschwand sie in ihrem Schlafsaal.
Jack setzte sich an ihren Platz. „Sieht wirklich etwas seltsam aus, Branstone. Ich würde das ganz weglassen. Man erkennt dich unter dem ganzen Kram gar nicht."
Eleanor lief rot an. "Was hast du denn für eine Ahnung davon, Sloper!" fauchte sie.
„Eleanor! Komm her!" drang Emma Dobbs´ Stimme durch die Tür zum Mädchenschlafsaal.
Eleanor stand schnell auf und warf Colin eine Kusshand zu, dann rauschte sie zur Tür.
Ginny kicherte. „Eleanor, das Farbtopfmonster", meinte sie grinsend. „Netter Wandel."
Colin zuckte die Schultern, sagte aber nichts.
Dennis lachte immer noch.
„Besonders lustig finde ich das nicht", sagte Natalie. „Ich fand Eleanor immer ziemlich nett. Dass sie jetzt zu Dobbs´ überschminktem Anhängsel gehört, ist keine schöne Vorstellung."
Jack wehrte ihren Einwand mit einer wegwerfenden Geste ab. „Unsinn, Branstone ist in Zabini verschossen und versucht jetzt, an ihn ranzukommen. Durch die Slytherin-Zicken und durch ihr neues... äh... Erscheinungsbild."
Ginny trank ihre Butterbierflasche leer. „Was das ganze noch seltsamer macht. Ich meine, das alles für Zabini? Die hat doch einen Schaden."
„Zumindest letztes Jahr sind Zabini ziemlich viele Mädchen hinterher gelaufen. Ist ja schön, wenn du nicht auf ihn stehst", antwortete Jack achselzuckend. „Themawechsel: Was ist dieses Jahr mit Quidditch?"
Natalie gähnte. „Was soll mir Quidditch sein? Fällt wohl weg, wir sind doch viel zu wenig. Warum willst du das wissen, du spielst doch gar nicht, oder?"
Jack zog die Augenbrauen zusammen. „Doch, vorletztes Jahr. Als Treiber, Ersatz für Ginnys Brüder. Ich war ganz gut, denke ich. Aber letztes Jahr hatte mir irgendjemand einen Fluch auf den Hals gehetzt, am Tag von den Auswahlspielen. Ich lag dann den ganzen Tag im Krankenflügel."
Ginny nickte. „Das ist Pech. Ich fände es auch genial, wenn wir wieder Quidditch hätten. Obwohl uns der Sucher doch ziemlich fehlen würde. Harry, meine ich." Sie sah bedrückt an die Wand.
„Ist es zwischen euch denn endgültig vorbei?" fragte Natalie vorsichtig.
„Ja", sagte Ginny kurz.
„Du warst doch auch eine ziemlich gute Sucherin", sagte Jack schnell.
„Ich wäre lieber wieder Jägerin", entgegnete Ginny. „Also, das wären schon mal ein Treiber und eine Jägerin für Gryffindor", meinte sie dann grinsend. „Was ist mir dir, Dennis? Jäger, wie wär´s?"
Dennis zuckte die Schultern. „Treiber wäre mir ehrlich gesagt lieber. Aber besonders sportlich bin ich insgesamt nicht."
„Ich wäre gerne Jäger!" fiel Colin ein. „Zuhause haben Dennis und ich manchmal mit Nachbarn Quidditch gespielt. Ich glaube, ich habe schon ein bisschen Talent."
„Super, wir werden immer mehr", sagte Ginny übermütig. „Wir brauchen noch einen Sucher, einen Jäger und einen Hüter. Na, Natalie, was nimmst du?"
Natalie schüttelte lächelnd den Kopf. „Ich war bis jetzt nur zur Flugstunde auf einem Besen. Und, ehrlich gesagt, ich hatte wahnsinnige Angst, etwas falsch zu machen. Aber wenn es sein müsste: Jägerin!"
Ginny nickte. „Alles klar. Hüter und Sucher sind noch zu vergeben. Und wer ist noch von Gryffindor übrig? Genau, Neville und dein Bruder, Jack. Was könnte er denn am Besten?"
Jack überlegte. „Na ja, ich glaube nicht, dass er ein guter Sucher wäre. Hüter... er hat ganz gute Reaktionen."
„Alles klar", grinste Ginny. „Damit wäre Neville der Sucher. Prima, damit schlagen wir alle..."
Die anderen lachten.
„Sucher? Ich? Oh, bitte nicht!" hörten sie plötzlich Nevilles amüsierte Stimme. „Ich fall sofort vom Besen."
Die Sitzenden drehten sich zu Neville um, der gerade aus seinem Schlafsaal gekommen war.
„Nicht ernst nehmen, Neville", meinte Jack rasch. „Das war nur ein Scherz."
Neville winkte ab. „Ist schon in Ordnung. Aber ihr solltet in eure Schlafsäle gehen, es ist gleich zwölf."
Die anderen sahen überrascht auf die altertümliche Standuhr an der Wand. Neville hatte Recht.
„Na schön, dann müssen wir uns wohl trennen", meinte Natalie bedauernd.
„Über Quidditch will der neue Schulleiter morgen früh noch reden. Keine Ahnung, was er vorhat", erzählte Neville.
„Echt? Na dann... wir werden uns bestimmt mit Dufstoffen einnebeln müssen, um Trollmücken von uns fern zu halten", kicherte Dennis.
„Bestimmt." Neville drehte sich zur Tür. „Dann macht mal Schluss. Gute Nacht."
Jack stand auf. „Ich komm gleich mit." Auch Colin erhob sich.
„Gute Nacht", antworteten die anderen, als die beiden Jungen mit Neville gingen.
„Okay", sagte Ginny. „Ich geh dann auch. Schlaft gut."
Auch Dennis verabschiedete sich von Natalie.
Unbehaglich ging auch sie zu ihrem Schlafsaal. Von einer guten Nacht für sich war sie nicht überzeugt, solange sie im gleichen Zimmer wie Emma Dobbs schlief.
A/N: Hmm... wäre lieb, wenn dieses mal mehr als eine reviewt ;) Danke schön
