Wortanzahl: 591 Wörter
Kapitel 2
"Bist du dir wirklich sicher, Liebling? Noch können wir immer noch umdrehen. Ich würde es verstehen."
"Mach dir keine Sorgen. Es wird schon nichts passieren, außer das wir bald zu Dritt und noch glücklicher sind..."
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Sie fiel ihm zuerst gar nicht auf. Zwar war sie nur eine von insgesamt vier weiblichen Schülern in der Abschlussklasse, doch darauf achtete er gar nicht. Er hatte den Auftrag den Schülern zu zeigen, was es heißt ein Marine zu sein. Egal welchem Geschlecht sie angehörten.
Zwar kannte er alle seine Schüler, aber seine erste Einschätzung war, das sie ein Töchterchen aus reichem Hause war, die bestraft wurde und hier nur ihre Zeit absaß. Er würde sie trainieren, aber keine Zeit mit jemanden verschwenden, der nie den Stolz der Marines nachvollziehen konnte.
Das erste Mal fiel sie ihm jedoch richtig auf, als sie ihn mit einer Wasserbombe bewarf. Während einer Unterrichtsstunde. Mitten auf dem Trainingsfeld.
Er konnte damals nicht beweisen, dass sie es war. Sie hatte ein einwandfreies Alibi, was sie ihm mit einem liebreizendem Lächeln dargelegte, doch er wusste das sie es war. Aber er kam nicht umhin ihren Mut zu bewundern.
Danach fing er an sie mehr zu beobachten. Anfangs nur, weil er ihr den Streich nachweisen wollte. Später, weil sie ihm neugierig machte. Sie war nicht das, was er als erstes von ihr gedacht hatte.
Sie kam zwar eindeutig von Geld, doch schien damit nicht anzugeben und sie schien es nicht als selbstverständlich hinzunehmen.
Alles war für sie ein Grund Witze zu reißen oder sie machte irgend eine abstruse Verbindung zu einem Film oder einer Fernsehserie.
Doch am auffälligsten war... Sie flirtete mit allem auf zwei Beinen, egal ob Junge oder Mädchen (dies jedoch sehr viel zahmer und unauffälliger), obwohl sie anscheinend mit niemanden zusammen zu sein schien. Sex schien für sie tabu zu sein, was im kompletten Kontrast zu ihrem Auftreten stand...
Durch unauffälliges Fragen erfuhr er, dass sie anscheinend den Spitznamen "Lillith" weg hatte. Sie spielte mit jedem, doch ließ sie niemanden an sich heran. Doch do ganz konnte er
dieser Einschätzung nicht zustimmen. In denen Momenten, wo er mit ihr geredet hatte, erschien sie ihm äußerlich kühl, doch in ihren Augen sah er ein Feuer brennen. Sie war vieles, aber nicht kaltblütig. Er schätzte sie eher als vorsichtig ein. Irgendjemand hatte sie schwer verletzt und nach allem was er über sie gehört hatte, würde er wetten das es ihr Vater war.
Sie erwartete und wollte von niemanden etwas. Sie wollte ihren Spaß, aber so das sie nicht riskierte verletzt zu werden. Er hieß diese Einstellung nicht gut, aber er verstand sie. Bevor er Shannon kennen gelernt hatte, war er ähnlich.
Vielleicht erwiderte er darum manchmal ihr Flirten. Er wusste nicht wie es dazu kam, aber in den letzten Monaten, wann immer sie alleine waren, konnte er sich nicht zurückhalten. Wörter, die eigentlich unschuldig waren, klangen auf einmal nach so viel mehr. Hier ein Wort, dort eine Geste und immer wieder der Gedanke 'Es bedeutet nichts. Es ist nur Spielerei.'
Er wusste nicht wann sich dies änderte. Wann es mehr war. Wann fing es an ernst zu werden? Er konnte den Moment nicht bestimmen. Doch irgendwann erfüllte ihn der Gedanke daran mit Shannon eine Familie zu gründen nicht mehr mit Freude, sondern mit dem Gefühl einen Fehler zu begehen. Er wollte nicht ergründen, warum dies so war. Er konnte dieses Gefühl nur irgendwo tief in sich drin vergraben und vergessen, denn alles andere war unmöglich. Alles andere war nicht zu akzeptieren. Sein Herz gehörte Shannon.
Ende Kapitel 2
A/N: Okay, das waren jetzt drei Kapitel zur Einführung. Eigentlich hatte ich es nicht so geplant, aber was soll ich sagen. Was die Muse sagt, muss gemacht werden. Ab dem nächsten Kapitel gibt es endlich die richtigen Begegnungen und Gespräche zwischen unseren beiden Sturköpfen. :)
Ach ja, die Inspiration für meine Toni ist wieder mal die himmlische Kristen Bell. *fangirl-fähnchen schwenk*
