1. Ende des Lichtes
Ligusterweg Nummer 4 / Little Whining Surrey
Der Ligusterweg in Little Whining Surrey, einem kleinen Vorort von London lag bereits in einer Dämmrigen Stille. Es war 11 Uhr Abends und die hart Arbeitenden und ehrlichen Menschen, wie Vernon Dursley immer zu sagen pflegte, lagen bereits in ihren Betten.
In keinem der Häuser brannte noch Licht und die einzigen Geräusche die noch zu vernehmen waren erzeugte der Wind, der über die penibel gestutzten Hecken der Häuser wehte. Auch die Bewohner des Ligusterweg Nummer 4 befanden sich bereits im Reich der Träume und hatte ihre Sorgen vergessen. Nur im kleinsten Schlafzimmer der Dursleys war noch Licht zu sehen, aber in diesem Schlafzimmer lebte auch niemand den Vernon als anständig oder ehrlich bezeichnet hätte.
Als Freak, Nichtsnutz oder lästiges Anhängsel das ihm auf der Tasche lag. So hätte er ihn bezeichnet. Doch dem jungen mit den Schwarzen Haaren und den Saphir grünen Augen war es egal. Ihm war im Moment alles egal. Unruhig lief der junge im Zimmer auf und ab. Seine Schritte so hektisch sie auch wirkten zeigten überdeutlich die Erschöpfung des Jungen Mannes. Mit einer fahrigen Geste strich er sich die Haare aus der Stirn und legte eine Narbe frei.
Die Narbe die der junge Mann über alles hasste, das Mal welches er dem dunkelste Zauberer aller Zeiten verdankte. Ja ein Zauberer, auch der junge Harry Potter war ein Zauberer. Nicht irgendeiner nein er war der Auserwählte, der Junge der lebt und Gott allein weis wie viele Titel ihm die Zaubererwelt noch verleihen würde.
Er hasste es, er hasste es berühmt zu sein. Berühmt dafür das seine Eltern starben. Berühmt für etwas woran er sich nicht erinnern konnte. Niemand sah ihn, niemanden interessierte es was er wirklich dachte. Wie er fühlte wer er wirklich war. Er war Harry Potter ein Junge von fast 17 Jahren. Er war ein Leidenschaftlicher Quidditschspieler. Aber das interessierte keinen.
Er war für alle nur derjenige der Voldemort ins Nirwana pusten sollte. Lächerlich! Niemand hatte ihn ausgebildet oder ihm erklärt wie er das tun sollte.
Trotzdem hatte er es versucht, hatte immer wieder gegen dieses Monster in Menschen Gestalt gekämpft. Er hatte ihm öfters die Stirn geboten als jeder andere und immer wieder war entkommen. Aber er hatte es nicht getan um die Welt zu retten, nein er hatte es getan, weil er keine Wahl hatte. Weil es sein Schicksal war. Voldemort würde niemals aufhören ihn zu jagen.
Er war schließlich derjenige der ihn zu Fall bringen sollte. Absurd. Die ganze Welt verlies sich auf einen 16 bald 17 Jährigen der noch nicht einmal mit der Schule fertig war. Harry warf sich auf sein Bett. Er hatte es versucht und Gott wusste er würde es weiter Versuchen. Er war so ungern er das zugab der einzige der die Chance hatte Voldemort aus dem Weg zu räumen.
Eine verfluchte Prophezeiung war schuld daran. Er war der verdammte Auserwählte.
Außerdem war er der einzige der das Geheimnis des Lords kannte, abgesehen von seinen beiden besten Freunden. Ron Weasley und Hermine Granger. Für sie und für die wenigen Menschen die ihm etwas bedeuteten musste er es Versuchen. Egal wie unwahrscheinlich es war das er es schaffte. Er würde es für Hermine, Ginny, Remus, Tonks Fred und George tun. Für Molly und Arthur, für seine Eltern für Sirius für alle die in diesem Kampf gestorben waren. Für alle die kämpften.
Erschrocken nahm er zur Kenntnis das Ron in seinen Gedanken eigentlich keinen Platz mehr einnahm. Wenn er an ihn dachte dann nur daran das er die Person neben Hermine war. Auch wenn er es nicht wahr haben wollte Ron war nicht mehr das was er früher für Harry gewesen ist. Er bezeichnete ihn noch immer als seinen besten Freund, doch war es mehr ein Reflex. Er musste sich eingestehen das er es schon lange nicht mehr meinte.
Ron war sein bester Freund gewesen, war… Er hatte ihn gesehen, ihn Harry Potter nicht den Jungen der Lebt oder den Auserwählten.
Harry Fragte sich wann Ron aufgehört hatte sein bester Freund zu sein. Wann hatte er angefangen nur den Jungen der Lebt zu sehen, wann war ihre Freundschaft zerbrochen? Er kannten die Antwort seit dem vierten Schuljahr hatte Rons Eifersucht zugenommen. Er hatte sich blenden lassen.
Harry seufzte er hatte keine Zeit an Ron zu denken, er hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Er warf sich aufs Bett. Er wollte nicht schlafen doch sein Körper verlangte danach. Die schweren Augenringe zeigten es überdeutlich. Er hatte sich die letzten drei Tage dagegen gewehrte einzuschlafen. Nur wenn ihn die Erschöpfung übermannte konnte er ein oder zwei Stunden schlafen. Doch dann kamen die Alpträume.
Immer wieder musste er mit ansehen wie die Menschen die er liebte Starben. Langsam siegte die Erschöpfung gegen seinen Willen, es viel ihm immer schwerer die Augen offen zu halten. Er kämpfte, er wusste was er gezwungen war zusehen wenn er den Kampf verlor.
Er würde wieder sehen wie seine Eltern starben, er würde seine Mutter schreien hören. Würde hilflos mitanhören müssen wie sie Voldemort um Gnade anflehte.
Er würde wieder auf dem Friedhof sein, er würde wieder die verhasste Stimme hören die sagte „Töte den Überflüssigen". Das grüne Licht würde ihn blenden. Er würde sich wieder an das überraschte Gesicht seines Paten erinnern als er durch den Schleier viel.
Er würde sehen, wie seine Augen sich vor Angst weiteten während das Lächeln noch nicht einmal von seinem Gesicht gewichen war. Er würde Bellatrix höhnisches Lachen hören.
Er würde wieder und wieder sehen wie Dumbledore vom Turm viel. Er musst dann erneut ertragen seinen Mentor verloren zu haben. Einen Mann der fast wie ein Großvater für ihn war. Er würde wieder das Hassverzehrte Gesicht von Snape sehen als er Dumbledore tötete. Snape den Mann dem er nie vertraut hatte und der am Ende sein wahres Gesicht zeigte.
Severus Snape der Mann den er fast so sehr hasste wie Voldemort. Vielleicht hasste er ihn sogar mehr als Voldemort.
Wenn er von all dem verschont blieb, brachte ihn Voldemort um den Schlaf. Er sandte ihm Visionen von seinen taten. Er zeigte ihm wie er Familien auslöschte. Zwang ihn mit anzusehen wie sich Frauen und Kinder unter dem Crucio wanden oder unter dem Imperius seine Befehle ausführten.
Mit jedem mal wurde es schlimmer. Harry konnte nicht sagen was schlimmer war. Seine ganz Persönlichen Alpträume oder die Taten die Voldemort ihn zwang mitzuerleben.
Harrys Augen vielen zu. Er hatte nicht mehr die Kraft gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Langsam legte sich ein Schleier über seine Gedanken. Ein Gefühl welches die meisten Menschen beruhigte, ihm jedoch machte es Angst. Er wusste nicht was ihn erwartete, wieder die Alpträume oder wieder die grausamen Taten des dunklen Lords. Würde er wieder zusehen müssen wie eine Familie ausgelöscht wurde. Oder musste er mit ansehen wie seine Familie und sein Freunde starben?
Trotzdem konnte er nicht verhindern das die Schwärze ihn umfing und in das Reich der Träume brachte.
Irgendwo in RusslandZitternd vor Kälte eilte Sergej Topolow durch den dunklen Wald. Er selbst nahm die kälte noch nicht einmal war. Seine Hände waren bereits blau angelaufen und jeder Schritt schickte Schmerzwellen durch seinen Körper. Doch all das Registrierte er nicht. Spürte er nicht, genau so wenig wie den Hunger und den Durst den er nach seinem 3 Tägigen Marsch durch die Wälder.
Sein Körper realisierte das alles, genauso wie die Schmerzen aus den unzähligen Kratzern die er sich zugezogen hatte. Aber all diese Informationen erreichten sein Bewusstsein nicht. Nichts mehr hatte für ihn eine Bedeutung außer das er weiter musste. Er wurde gerufen.
Nach weiteren Stunden die Sergej nicht wirklich wahrnahm, was bedeutete schon Zeit? Erreichte er eine kleine Höhle. Er kannte die Höhle nicht doch was auch immer ihn rief, wer auch immer ihn rief. Er befand sich in der Höhle. Es gab nichts wichtigeres als in diese Undurchdringliche Dunkelheit einzutauchen. Er musste sich beeilen.
Ohne zu zögern Schritt er in die Höhle. Immer schneller strebte er auf das Ende der Höhle zu und bemerkte nicht wie er sich an den Scharfkantigen Felsen noch mehr Schnitte zufügte. Am anderen Ende der Höhle warte eine Person.
Sergej erkannte das er es war der ihn gerufen hatte. Das er es war zu dem er gehen musste. Er rannte die letzten Meter und ließ sich vor ihm auf die Knie fallen. Es erschien ihm richtig. Sich vor diesem fast schon Göttlichen Wesen auf die Knie zu begeben. Ein Teil seiner selbst schrie ihm zu diesen Ort so schnell wie möglich zu verlassen, doch die Stimme war nicht stark genug um wirklich Sergejs Aufmerksamkeit zu bekommen. Wie gebannt starrte er in die blauen Augen des Mannes vor sich.
Dieser hob die Hand und berührte ihn an der Stirn. Mit leiser Stimme fragte ihn der Fremde „Willst du mir dienen Sergej? Willst du mir alles geben was du geben kannst?"
Sergej konnte sein Glück nicht fassen. Ja er wollte dienen. Mit jeder Faser seines Körpers. Immer leiser wurde die Stimme die ihm Zurief es nicht zu tun. Das er damit sein Ende besiegeln würde. Sergej antwortete „Ja, ich will euch dienen." Ein kaltes Lachen erschien auf dem Gesicht seines Gegenübers. In diesem Moment viel der Bann von dem jungen Russen.
Er erkannte was er getan hatte, doch es war zu spät. Blitzschnell packte der Fremde Sergej am Hals und hob ihn hoch. „So sei es. Deine Seele gehört mir Wächter!" Er lachte als Sergej begann sich in seinem Griff zu Winden.
Die blauen Augen begannen zu glühen und Sergej spürte wie etwas brutal aus seinem Körper gerissen wurde. Etwas wichtiges, etwas das nie verlieren durfte. Sergejs letzter Gedanke war das dies nie hätte geschehen dürfen.
Er hatte keine Zeit mehr zu überlegen woher dieser Gedanke kam. Sein Bewusstsein wurde ausgelöscht als seine Seele den Körper verließ. An die Stelle der Seele setzte sich ein Dämon niederen Ranges. Er verneigte sich vor seinem Herren und machte sich in seinem neuen Körper auf seine Mission zu erfüllen.
In der Höhle bleib nur noch der Mann mit den blauen Augen zurück. Er betrachtete das blaue Licht in seinen Händen. Die Seele von Sergej Topolow. Der letzte der 12 Wächter. Er schüttelte den Kopf über die Narren des Lichtes. Keiner der Wächter war geschützt gewesen. Es war zu einfach, es machte keinen Spaß.
Doch dann lächelte er. Ihm sollte es recht sein wenn diese Narren ihre kostbaren Wächter nicht schützten. Der Weg war frei, frei für die Dunkelheit. Der letzte der Wächter war tot, doch was wichtiger war er hatte seine Seele.
„Möge die Dunkelheit Einzug halten." Flüsterte er bevor er verschwand die Seele bei sich, ging er zurück in die Schatten die sein Zuhause waren. Seit so vielen Jahrtausenden.
Ligusterweg Nummer 4 / Little Whining SurreyUnruhig warf sich Harry im Bett hin und her. Seine Stirn war Schweißnass. Immer wieder murmelte er undeutliche Worte und mit jedem mal klangen sie verzweifelter.
Erneut war er in seinen Alpträumen gefangen. Es gab kein entrinnen. Voldemort der seinen Vater tötete...seine Mutter die flehte...Cedrics tote Augen die ihn anstarrten...Sirius der durch den Schleier viel...Dumbledore der von grünen Licht eingehüllte wurde...Dumbledore der in die Dunkelheit viel...Sirius der viel, Cedric der viel...
Der Traum veränderte sich...
Traum
Harry schon wieder zu wie Sirius durch den Schleier viel, er schrie. Doch Sirius viel weiter und weiter. Wie in Zeitlupe sah Harry noch einmal wie sein Pate durch den Bogen viel.
Dann geschah etwas ungewöhnliches. Der Traum begann sich zu verändern. Die Halle verblasste auch Sirius und die anderen verblassten und verschwanden dann völlig.
Harry war plötzlich von schwärze umgeben. Er schwebte frei undurchdringlicher Finsternis. Krampfhaft versuchte Harr etwas zu erkennen, doch es gelang ihm nicht.
Stundenlang befand er sich in dem Raum aus Dunkelheit so kam es ihm vor. Dann veränderte sich seine Umgebung.
Er befand sich plötzlich umgeben von Hunderten Menschen auf einem großen freien Feld. Rechts und links von ihm standen seine Freunde. Moment, er kannte diese Menschen nicht. Was war hier los. Sein Blick fixierte ohne sein zutun einen weit entfernten Punkt. Er spürte Kampfeslust, Mordlust in sich aufsteigen. Er spürte den fast schon unbändigen Wunsch dort zu diesem Entfernten Punkt zu eilen und zu töten was immer dort war. Seinen Kameraden ging es genauso das wusste er.
Plötzlich wurde es Harry klar, er befand sich nicht in seinem Körper. Diese Gedanken und Gefühle kamen von dem Mann in dessen Körper er steckte.
Der Mann war ein Krieger, Harry wurde klar das er sich in mitten einer Armee befand. Einer Armee die auf dem Weg zu einer Schlacht war. Harry wusste nicht was los war.
Sie marschierten über eine Stunde und Harry grübelte immer noch darüber was hier geschah. War es eine Vision von Voldemort? Nein das konnte nicht sein. Voldemort wäre der Anführer kein einfacher Soldat. Plötzlich ertönte ein Horn, dreimal kurz hintereinander hallte sein klang über das Heer. Es war Zeit für den Kampf. Harry versuchte durch die Augen des Soldaten zu erkennen wo das Feindliche Heer war. Doch in der Entfernung konnte er nur eine Person ausmachen.
Doch die ganze Wut des Mannes in dem sich Harry befand war auf diese einsame Gestalt gerichtet. Er wollte ihn töten, ihn verletzen. Das ganze Heer stürmte auf den jungen Mann zu. Harry konnte das Gesicht des jungen Mannes nicht erkennen. Doch etwas in seiner Haltung und der Art wie er jetzt die Hand hob kam ihm bekannt vor.
Er hatte keine Zeit darüber nachzudenken, den Recht und Links von ihm begannen die anderen Kämpfer zusammenzubrechen. Ohne erkennbaren Grund wanden sie sich plötzlich röchelnd am Boden. Es schien als würden sie mit dem Tod ringen.
Auch der Soldat in dem Harry steckt sank zu Boden, Harry konnte fühlen wie der Mann versuchte zu atmen. Es doch nicht konnte. Er spürte wie sein Körper langsam aber sicher starb. Es war eine Qual, es war als ob stück für Stück alles Leben aus dem Körper gedrängt wurde.
Harry erlebte es als wäre es sein Körper dem das Leben ausgesaugt wurde. Er sehnte genau wie der Soldat den Tod herbei. Nichts war mehr von der Kampfeslust geblieben. Es sollte nur endlich vorbei sein. Dann legte sich schwärze um seinen Geist.
Harry befand sich wieder in der Finsternis. Er zitterte leicht von dem was er eben mitgemacht hatte. Es war keine Angenehme Erfahrung gewesen zu sterben. Er fragte sich wie es der junge Mann allein geschafft hatte so viele Menschen zu töten. Er kannte keinen Zauber der dazu in Lage war. Doch bevor er weiter darüber nachdenken konnte. Lichtete sich die Finsternis um ihn erneut.
Diesmal lag er in einem Bett. Der Körper den er sich teilte war der eines jungen Mädchens. Harry erschrak als er die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit des Mädchens spürte. Auch spürte er das sie extreme Schmerzen hatte. Sie war Krank, schwer krank. Seid einer Woche kämpfte sie schon gegen die Krankheit, doch es trat keine Besserung ein.
Ein Mann trat neben sie ans Bett, Harry glaubte das es ein Arzt sein musste. Der Doktor untersuchte das Mädchen und verabreichte ihr verschieden Tabletten. Die Tabletten halfen nicht das wusste das Mädchen, trotzdem schluckte sie alle. Der Arzt lächelte sie beruhigend an und verschwand. Er musste sich auch noch um die anderen Patienten kümmern.
Erst jetzt bemerkte Harry das der Raum mit Betten gefüllt war. Es mussten Dutzende Kranke hier liegen. Es schien das einige von ihnen in einem besseren Zustand waren als sie. Im nächsten Augenblick wusste er warum, bei ihnen halfen die Medikament.
Doch sie hatte ein Gespräch der Ärzte gehört. Es gab keine Hoffnung mehr das sie überlebte. Die Krankheit war bereits zu weit fortgeschritten. Warum ließen sie, sie nicht sterben? Harry verbrachte die nächsten Tage im Körper des Mädchens und konnte nicht verstehen warum die Ärzte das Mädchen zwangen weiter zu Leben die Medikament verlangsamten den Prozess nur, sie Stoppten ihn nicht. Alles was die Ärzte erreichten war das dass Mädchen länger litt. Nach drei weiteren Tagen trat eine junge Frau an das Bett des Mädchens und blickte auf das Mädchen hinab.
Wieder durchzuckte Harry das Gefühl des wieder Erkennens, doch konnte er nicht sagen woher es kam. Die Frau sagte leise „Geh!" Harry spürte wie sich die Krankheit im Körper des Mädchens plötzlich ausbreitete. Immer schneller und schneller zerfraß sie die inneren Organe der kleinen. Doch trotz der Schmerzen konnte Harry nur Zufriedenheit spüren als der Körper des Mädchens starb.
Wieder war er in dem schwarzen Raum, er fragte sich ob er jemals wieder erwachen würde. Er wusste nicht was diese Träume bedeuteten. Ob er noch mehr Arten des Todes erleben würde. Vielleicht bis er sie alle kannte. Sandte vielleicht doch Voldemort ihm diese Träume um ihm zu zeigen wie viele Möglichkeiten es gab um ihn zu töten. Oder einfach nur um ihn zu quälen?
Erneut lichtete sich die Dunkelheit um ihn. Diesmal befand er sich in einer Stadt, doch die Umgebung zeigte ihm erneut das es nicht seine Zeit war. Er schätzte das er sich 17 Jahrhundert befand. Der Mann in dem er sich befand war alles andere als in einem guten Zustand er war abgemagert und schwach. Er lag zwischen dem Unrat und den Abfällen die in de n Seitengassen der Stadt anfielen, aber er war nicht zu Arm um sich etwas zu essen leisten zu können. Nein es gab nicht mehr. Es gab im ganzen Land nicht mehr zu essen. Ein Gerücht das eine Ladung Kartoffeln in die Stadt gebracht wurde hatte ihn bewogen sich auf den weg zum Marktplatz zu begeben.
Doch der Wochenlange Hunger hatte seinen Tribut gefordert, auf halben Weg war er vor erschöpfung zusammengebrochen. Harry war klar das der Mann nicht mehr lange Leben würde. Er würde am Hungertod sterben. Er hörte Schritte, die Augen des Mannes hoben sich ein Stück und er sah eine verhüllte Gestalt durch die Gasse schreiten. Hoffnung machte sich in dem Mann breit, vielleicht hatte diese Person etwas zu essen.
„Hilf mir." Brachte der Mann mit schwacher Stimme hervor. Harry hatte nun schon zum dritten mal das Gefühl diese Person kennen zu müssen. Doch das war nicht wichtig als der Blick der Person auf den Mann in dessen Körper Harry steckte fiel. Begann er regelrecht Auszutrocknen, es war als würde jede Flüssigkeit und jedes Quäntchen Fleisch von verschwinden. Es war das bisher schlimmste was Harry gefühlt hatte. Der Prozess dauerte nur Sekunden doch ihm kam es wie Jahre vor bis ihn endlich die Finsternis wieder übermannte.
Harry hätte nicht Gedacht das er so erleichtert wäre diese Schwärze um sich herum noch einmal zu sehen, doch er war es. Es war grauenhaft gewesen so ausgetrocknet zu werden. Er fragte sich was nun passieren würde. Was würde er als nächstes sehen, Harry zweifelte kaum mehr daran das es eine neue Art zu sterben war. Wie auf Kommando lichtete sich erneut die Finsternis.
Diesmal war er ein junger Mann, er befand sich in einem Thronsaal. Seinem Thronsaal wie er im nächsten Augenblick realisierte. Vor ihm stand sein Kriegsminister und erläutert ihm die neusten Entwicklungen an der Front. Der Feind hatte einen großen Blutzoll gefordert, doch am Ende hatte ihre Truppen die Oberhand behalten können.
Lange Befahl der König nichts. Er dachte darüber nach und Harry hoffte das er es erneut mit Friedensverhandlungen versuchte. Er war innerlich erbleicht als er gehört hatte wie viele Opfer dieser Kampf gefordert hatte. Doch der König Befahl lediglich die Truppen zusammenzuziehen und bereit zu machen für einen letzten großen Angriff. Harry Begriff das nicht.
Wieso sollte dieser Mann kämpfen und sein Volk in den Tod schicken. Wieso zog er in den Krieg ohne sich Gedanken über die Opfer zu machen Gedanken über das was mit der Bevölkerung passiert.
Plötzlich befand sich Harry wieder in der Finsternis, bevor er überhaupt richtig realisieren konnte das er nicht mehr im König steckte wurde er regelrecht zurück in die Realität geschleudert.
Traum Ende
Er saß Kerzengerade im Bett als er erwachte und Versuchte das was er eben erlebt hatte zu verstehen. War es ein Traum? Eine Vision? Wenn ja was hatte sie zu Bedeuten? Kam sie von Voldemort? Wie viel Zeit war eigentlich vergangen? Er sah zum Wecker. Dieser zeigte 11:17 Uhr. Nur 17 Minuten? Welcher Tag war heute? Er war fast eine Woche bei dem Kranken Mädchen gewesen und auch in den anderen Körpern hatte er zum Teil Stunden verbracht. Er wollte schon aufspringen und herausfinden welcher Tag heute war als ihm etwas einfiel.
Wenn er so lange weg gewesen wäre hätte der Orden sicherlich reagiert. Also war es ein Traum. Aber es war so verdammt realistisch. Er hatte die Schmerzen die Verzweiflung gefühlt. Hatte die Gedanken gehört. Er hatte sogar die Umgebungen gerochen. War es wirklich nur ein Traum oder eine Vision?
Sollte er Hermine davon berichten? Nein! Hermine würde sich nur wieder sorgen machen. Das sollte er im Augenblick vermeiden, er wollte nicht das sie sich sorgt. Im Augenblick braucht sie sicher nicht noch seine Alpträume um sich mies zu fühlen.
Viele fühlten sich im Augenblick mies. Harry wusste das nur zu gut. Dumbledores tot hatte vielen Zauberern Angst gemacht und einen Teil der Hoffnung genommen. Die Lichtgestalt Albus Dumbledore, der unermüdliche Kämpfer gegen das böse war tot. Harry spürte wieder Zorn und Trauer in sich hochkommen als er an den Tod seines Mentors dachte. Aber er riss sich zusammen.
Nach einigen Minuten hatte er sich wieder im Griff und wandte sich wieder dem Traum zu den er eben hatte.
Er Beschloss erst mal alles aufzuschreiben was er erlebt hatte, vielleicht würde ihm das helfen einen Sinn hinter den Geschehnissen in seinem Traum zu erkennen. Er erhob sich, schnappte sich Feder und Pergament und begann sich die Ereignisse seines Traums ins Gedächtnis zu rufen. Er bemerkte nicht wie die Zeit verflog. Es war Mittlerweile ein Uhr Morgens am 31 Juli. Harry Potter war seit einer Stunde 17 und hatte es wieder einmal nicht bemerkt.
Er war so in seine Arbeit vertieft das er die leisen Plopps aus dem Erdegeschoss nicht wahr nahem. Erst als seine Narbe begann zu brennen wie Feuer und die Tür zu seinem Zimmer explodierte, erkannte er in welcher Gefahr er schwebte.
Die Schutzzauber waren gefallen. Voldemort konnte den Ligusterweg 4 betreten, genau das hatte er getan. Harry konnte die Gesichter der einzelnen Personen die in sein Zimmer stürmten nicht doch seine Schmerzende Narbe zeigt ihm deutlich das Voldemort einer von ihnen sein musste.
Bevor er auch nur daran denken konnte seinen Zauberstab zu ziehen, traf ihn ein Fesselzauber. Dich gefolgt von einem Crucio. Harry biss die Zähne zusammen um nicht zu schreien, diese genugtutung würde er Voldemort nicht gönnen. Doch als ein zweiter und dann ein dritter Crucio auf ihn trafen, schrie er. Er schrie bis seine Stimmbänder kurz vorm zerreißen waren. Blut quoll ihm aus Mund und Nase. Endlich lösten sie die Flüche. Schwer atmend lag er am Boden.
Es war absurd doch er dankte in diesem Augenblick Gott dafür das die Dursleys nicht im Haus waren. Voldemort und seine Todesser hätten sie getötet. Er hob den Blick und sah das fünf Personen im Raum standen. Sie hatten ihre Masken abgenommen und die Kapuzen zurück geschlagen so das er ihre Höhnisch lächelnden Gesichter sehen konnte.
Malfoy Senior, Crabbe und Goye standen zur Rechten von Voldemort zur Linken stand Bellatrix und blickte mit einem Verzückten Gesichtsausdruck auf Harry hinunter.
Voldemort sagte „Nun Potter das ist deine..." Weiter kam er nicht den Harry fauchte mit geschwächter Stimme „Niemals!" Er würde sich nie dem Wahnsinnigen anschließen der seine Eltern getötet hatte. Niemals. Voldemorts Lächeln wurde einige Grade kälter, während Harry im Blick der anderen Vorfreude sehen konnte. „Wie du willst." Sagte der dunkle Lord. Er wandte sich an seine Todesser. „Macht ihm klar das dies ein Fehler war. Ich werde bald zurückkehren. Ich habe einen Termin im Ministerium." Er grinste böse währen die Todesser ihre Zauberstäbe hoben.
Während der nächsten zwei Stunden lernte Harry die Bedeutung des Wortes Schmerz neu kennen. Er wurde mit Multiplen Crucios belegt. Zwischendurch kamen verschiedenste Flüche zum Einsatz, die ihm die Knochen brachen oder seine Haut in Flammen setzte. Bereits nach einer Stunde hatte er keine Kraft mehr. Er spürte nicht mehr wie sie ihm die Knochen brachen, bemerkte nur noch am Rande wie seine Haut aufriss.
Alles war in weite ferne gerückt. Er war nur noch ein blutendes etwas am Boden als der dunkle Lord zurück kehrte. „Ich denke er hat es Verstanden." Sagte er mit einem bösen Grinsen. Er hob seinen Zauberstab und sprach die Worte die für Harry keinen Schrecken mehr hatten. AVADA KEDAVRA.
Das grüne Licht raste auf Harry zu. Er spürte ein leichtes ziehen doch war es so schwach das er es nicht beachtete. Seine letzten Gedanken galten Hermine und Ginny. Er bedauerte es Ginny zurück gewiesen zu haben und Hermine nie eine Chance gegeben zu haben. Kaum berührte ihn das grüne Licht versank sein Bewusstsein in tiefster Dunkelheit.
Harry Potter war tot.
