Hi ihr Lieben! Sorry, hat etwas länger gedauert, meine Muse steckte im Harry Potter Universe fest ;) Viel Spaß beim Lesen!

Haustour

Lucifer Morningstar atmete hörbar aus, als das Mädchen im Badezimmer verschwand! Wohlgemerkt in seinem Badezimmer! Er nahm sein Mobiltelefon in die Hand und wählte Jerrys Nummer, einer seiner Barkeeper unten im Lux. „Hey, Jerry! Ja, hör zu, draußen vor dem Lux liegt in der Gasse unter ein paar Kartons der Rucksack meiner Nichte. Ja, meiner Nichte… hat sich rausgeschlichen… egal, hol ihn und bring ihn mir rauf ins Penthouse!" Lucifer steckte das Telefon weg und ging von seinem Wohnzimmer durch den Gang, der hinter seinem Schlafzimmer weiterführte an seinem Ankleidezimmer und dem Badezimmer vorbei. Links danach kam das Arbeitszimmer und gegenüber der Küche mit angrenzendem Esszimmer. Am Ende des Ganges lag ein weiteres Zimmer, das bis jetzt komplett ungenutzt geblieben war.

Lucifer öffnete die Tür und trat in ein großes Schlafzimmer, das einen begehbaren, aber wesentlich kleineren Kleiderschrank als das Hauptschlafzimmer besaß. Die komplette Wand links und gegenüber der Tür war verglast. Das große Doppelbett mit blauer Seidendecke stand an der rechten Wand, geflankt von zwei schwarzen Nachttischen und jeweils einem hohen Bücherregal. Der begehbare Kleiderschrank war rechts neben der Tür. Links neben der Tür hing ein großer Plasmafernseher an der Wand und ein komplettes HiFi-System stand darunter. Vor dem Fernseher stand eine Sessellandschaft aus einer großen schwarzen Ledercouch und zwei Sesseln mit Ottomanen davor. Ein schmaler gläserner Couchtisch rundete das Bild ab. Gegenüber der Tür an der Fensterfront stand ein schwarzer Schreibtisch mit einem bequemen Stuhl davor. Lucifer ging in den begehbaren Kleiderschrank und öffnete eine der Türen. Bisher hatte er dieses Zimmer nur als Stellraum benutzt und hin und wieder als Zimmer für ein kleines Stelldichein, einige seiner Partygäste hatte er hier ein paar Mal überrascht, aber ansonsten war dieses Zimmer nie dauerhaft benutzt worden. Im Kleiderschrank hingen einige Kleider und Hemden, die diverse Gäste mal vergessen oder liegen gelassen hatten.

Lucifer hörte jemanden im Wohnzimmer rufen und ging zurück mit einem alten, aber immer noch guten Hemd. Jerry stand dort und hielt den Rucksack. „Hab ihn gefunden, Boss!" „Ja, stell ihn da ab", meinte Lucifer abwesend und legte das Hemd auf seiner Couch ab. „Mike hat die Kleine reingelassen. Ihre Nichte ist ziemlich überzeugend, wenn sie will! Da kommt Sie wohl ganz nach Ihnen, Boss!" „Ja, das liegt in der Familie, Jerry! Tom wird Hilfe an der Bar brauchen!", sagte Lucifer und Jerry verstand sofort, neigte seinen Kopf und verschwand wieder in den Fahrstuhl. Das Mädchen rief aus dem Bad: „Mr. Morningstar? Haben Sie meinen Rucksack gefunden?" Lucifer nahm das Hemd und brachte es dem Mädchen. „Der liegt im Wohnzimmer. Hier, ein frisches Hemd. Deine Klamotten werden erst gereinigt, bevor du dich mit ihnen irgendwo in meiner Wohnung hinsetzt." Das Mädchen zog eine Grimasse, griff das Hemd und verschwand wieder im Badezimmer. Wenig später kam sie in dem Hemd, dass ihr bis knapp ans Knie reichte, aus dem Badezimmer, ihr blondes Haar noch feucht vom Duschen. Sie setzte sich auf die Couch, griff sich ihren Rucksack und sah den Clubbesitzer fragend an. „Was passiert jetzt?" Lucifer sah sie unschlüssig an. „Ich denke, ich sollte dir dein Zimmer zeigen. Folge mir!"

Das Mädchen stand auf und folgte Lucifer den Gang entlang. Lucifer öffnete eine Tür und ließ das Mädchen eintreten. Das Mädchen zog überrascht die Luft ein. „Hier soll ich schlafen?", fragte sie und sah sich um die eigene Achse drehend, um. „Gibt es daran etwas auszusetzen?", fragte Lucifer und das Mädchen schüttelte schnell den Kopf. Sie öffnete die beiden angrenzenden Türen und sah sich dann unschlüssig um. „Ähm, Mr. Morningstar…" Doch bevor sie etwas sagen konnte, hörten beide das Pling des Fahrstuhles. Schnell ging Lucifer zurück ins Wohnzimmer, das Mädchen folgte ihm vorsichtig. Die blonde Frau vom Tatort trat aus dem Fahrstuhl und fragte laut: „Was gibt es neues Lucifer?" Sie ging weiter in den Raum und stoppte als sie das Mädchen sah. „Was ist hier los?", fragte sie.

„Ah, Detektive, das ist Grace und dies Grace ist Detektive Chloe Decker, meine Partnerin." Das Mädchen ging weiter ins Wohnzimmer und streckte der blonden Frau ihre Hand entgegen. Der Detektive nahm sie und drehte sich dann ohne das Mädchen los zu lassen zu dem Clubbesitzer rum. „Lucifer, ich hoffe, es gibt eine logische Erklärung warum eine Minderjährige in Ihrem Penthouse ist, mit nur einem Ihrer Hemden an?!" Das Mädchen wurde leicht rot und wollte antworten, als Lucifer hastig und auch ein wenig empört sagte: „Sie war ganz dreckig und ich würde es bevorzugen, wenn man mit sauberer Kleidung auf meinen Möbeln sitzt. Es ist nichts passiert, Detektive! Was denken Sie von mir?" Der Detektive sah das Mädchen fragend an und diese nickte und sagte leise: „Er war ein absoluter britischer Gentleman!" Der Detektive nickte und wandte sich an Lucifer, der etwas verletzt aussah. „Lucifer, es tut mir leid. Bitte entschuldigen Sie!" Lucifer nickte kurz und nahm sich ein Drink.

Chloe setzte sich mit dem Mädchen auf die Couch und fragte abermals: „Was ist los?" Das Mädchen räusperte sich und begann zu erklären: „Ich habe den Mord, an dem sie arbeiten beobachtet!" Chloe sah sie überrascht an und sagte dann ruhig: „Erzähle mir alles,… Grace?" Das Mädchen nickte und erzählte alles was passiert war noch einmal. Chloe hörte aufmerksam zu und wurde zunehmend besorgter, als das Mädchen davon sprach, dass diese Männer sie suchten. „Wir müssen dich unter Polizeischutz stellen, Grace. Diese Männer werden dich nicht in Hände bekommen!", sagte Chloe sehr bestimmt. „Ah, was das angeht, Detektive. Ich habe schon etwas arrangiert." „Und was bitte, haben Sie getan, Lucifer?" „Nun, dieses Mädchen ist meine Nichte, Detektive und da ihr Vater im Moment nicht in der Lage ist sich um sie zu kümmern, hat er sie zu mir geschickt, ihrem lieben Onkel Lucifer!" „Nur um das klarzustellen, ich werde Sie niemals Onkel nennen!", warf das Mädchen ein. Lucifer machte nur eine wedelnde Handbewegung. „Nur, in der Öffentlichkeit, Liebes. Schließlich muss es glaubwürdig rüberkommen."

„Lucifer, das kann nicht ihr Ernst sein!", sagte Chloe geschockt. „Mein vollster. Wir bekommen alle Informationen und im Austausch, beschütze ich ihr Leben! Mal im Ernst, gibt es einen besseren Beschützer, als den Teufel selbst!" Lucifer grinste neckisch und Chloe schlug sich mit der Hand vor den Kopf. „Lucifer, so geht das nicht! Es gibt ein Protokoll und an das müssen wir uns halten! Wie oft denn noch!", belehrte sie ihn. „Detektive, wenn wir den offiziellen Weg gehen, dann wird das dokumentiert und dann braucht es nur einen korrupten Cop und das Leben dieses Mädchens endet. Brauchen wir eine Wiederholung von dem Malcom-Debakel? Bitte, Detektive!" Das Mädchen hatte sie die ganze Zeit beobachtet, wie sich die beiden Erwachsenen stritten und war höflicherweise etwas auf den Balkon zurückgewichen, um ihnen Privatsphäre zu geben.

Sie sah durch die Scheibe zurück ins Wohnzimmer zu, wie sich diese Chloe und Lucifer Morningstar unterhielten, aber dann fesselte sie doch der Ausblick über die Skyline von Los Angeles. Irgendwann roch sie ein leichtes Parfum und der Detektive lehnte sich mit dem Rücken an den Balkon. „Du hast einen Deal mit ihm gemacht?", fragte sie leise. Das Mädchen sah sie gleichgültig an und zuckte mit den Schultern. Der Detektive seufzte leise: „Okay, Kleine, sieh mal. Ich weiß, dass System ist nicht perfekt und ich weiß auch, dass einige durch die Maschen fallen, aber ich könnte dir helfen!" „Sie haben also gegen seinen Undercoverplan nichts mehr?", wechselte das Mädchen das Thema. „Nein, der Plan ist nicht schlecht und bei dem schwierigen Verhältnis in seiner Familie wäre es nicht undenkbar. Mir macht das danach Sorgen, Grace!" Das Mädchen schüttelte den Kopf. „Machen Sie sich keine Sorgen! Sie schnappen die Mörder und er beschützt mich. Danach kehre ich in mein Leben zurück. Sagen Sie mir Detektive, bei wie vielen ihren Zeugen haben Sie sich um das danach gesorgt?" Der Detektive war kurz sprachlos, antwortete dann: „Bei nur wenigen, aber das waren alles erwachsene Menschen! Du bist ein Ki… Teenager!"

„Nur noch für kurze Zeit und für eine lange Zeit habe ich schon auf mich selbst aufgepasst." Das Mädchen lachte und meinte: „Um ganz ehrlich zu sein, ich weiß nicht mal, ob ich überhaupt noch so ein normales Leben leben kann. Sie wissen schon, wo man sich nur um die Schule kümmert, Teeniedramen hat und sich mit seinem „Onkel" streitet!" „Mit deinem Onkel wirst du dich ganz sicher nicht streiten, weil du einfach tun wirst, was ich sage und wir werden keine Probleme haben!", sagte auf einmal eine tiefe Stimme hinter dem Mädchen. Das verdrehte die Augen und sagte: „Klar! Wollen Sie, dass das hier" sie gestikulierte zwischen sich und Lucifer „echt rüberkommmt, oder nicht?" Der Detektive lachte und sagte: „Nun, ich muss los. Trixie wartet auf mich. Lucifer, wir sehen uns morgen auf der Wache. Grace, bitte pass auf dich auf und halte dich bedeckt!" Sie ging ins Penthaus. „Oh, und Lucifer…" „Ja, Detektive?" „Viel Spaß!" Und mit diesen Worten trat sie in den Fahrstuhl und war weg.

Lucifer drehte sich verständnislos zu dem Mädchen um und sah ihr teuflisches Grinsen. Sie nahm den letzten Rest von seinem Drink und lächelte. Lucifer zog eine Braue hoch und sah ihr nach. Grace ging in ihr neues Zimmer und legte sich auf das rießige Bett.