„Breath brother, breath!"
Legolas
Autor: Yamica
P-12
Warnung:
[H/C][ooc]
Disclaimer:
Gehört alles nicht mir und ich verdiene keinen Cent damit!
Einige Behauptungen sind reine Fiction und beruhen nicht auf Tolkiens Werken.
Schliesslich musste er sogar von Kíli zurück gezogen werden zu ihrem Warteplatz, der aus zwei Stühlen bestand. Da es normal grosse Möbel waren, baumelten ihre Beine in der Luft, nachdem sie sich darauf gehievt hatten. Aber vielleicht war es besser, dass sie nicht einfach los stürmen konnte, denn schnell mussten sie einsehen, dass eine Operation eine nicht gerade unblutige Angelegenheit war.
Der Heiler entfernte als erstes das Röhren und vergrösserte dann die Wunde mit einem kleinen, äusserst scharfen Skalpell. Schnell war der Boden mit blutigen Stoffen übersät, auch wenn die Elben noch so schnell und gewissenhaft arbeiteten. Als Caranthir mit zwei recht grob wirkenden Werkzeugen die Rippen spreizte, spürte Thorin, wie Kíli neben ihm kurz davor stand vom Stuhl zu springen. Er legte eine Hand auf Kílis und drückte sie. „Alles gut… er muss Zugang zur Lunge haben", teilte er ihm seine Meinung mit. Legolas der neben ihnen in die Hocke gegangen war, nickte. „Richtig. Sobald sie Zugang haben werden sie den Riss verschliessen und danach gleich alles wieder vernähen und verbinden. Danach hängt alles davon ab, dass sich keine Entzündung bildet."
Kíli hatte Legolas kurz angesehen während dessen Erklärung, sah nun aber wieder zur Operation und einzig Fílis ruhiges Gesicht, das bar jeglicher Schmerzen war, ließ ihn hoffen, dass das hier doch noch ein gutes Ende nahm.
Es dauerte trotz der elbischen Heilkunst beinahe zwei Stunden, ehe die Operation ihr Ende fand und Caranthir daran machte Fílis Torso zu verbinden, während seine beiden Helfer den Zwerg sachte angehoben hatten.
Die Narkosemaske hatten sie bereits nach dem letzten Nadelstich entfernt und nun begann Fíli sich leicht zu bewegen, ehe sein Kopf zur Seite rollte.
Erschrocken sprang Kíli nun doch von seinem Stuhl, wurde aber von Legolas fest gehalten. „Ganz ruhig. Dein Bruder ist nur von der Narkose in den Schlaf gefallen. Schlaf wird ihm nun am meisten helfen zu heilen."
Kíli sah zu Legolas hoch, suchte nach Bestätigung der Worte im Blick des Elben, der ihn sanft, beinahe wie ein Kind, fest hielt.
Normalerweise gab es für Zwerge nicht schlimmeres als nicht für voll genommen zu werden oder gar dass man sie als Kinder ansah, wenn sie noch nicht so viel Bart hatten, aber in diesem Moment war das Kíli völlig egal. Er war einfach nur noch erschöpft und Legolas Bestätigung, dass es Fíli gut ging, raubte ihm das letzte Adrenalin, welches ihn bis jetzt aufrecht gehalten hatte. Ohne es verhindern zu können, sackte er einfach gegen den Elben und schloss die Augen.
Besorgt war auch Thorin von seiner Sitzgelegenheit gerutscht und sah nun zerrissen zwischen seinen Neffen hin und her, wusste nicht um wen er sich nun mehr Sorgen machten sollte. Legolas aber beruhigte auch ihn. „Wir bringen Fíli jetzt in ein Krankenzimmer. Dort hat es zwei Betten. Kíli sollte auch schlafen und ihr solltet euren Männern Bescheid sagen, dass das Schlimmste überstanden ist."
Thorin atmete durch und nickte. „Das wird ich… danke… wirklich… habt vielen Dank. Ich dankte euch von Herzen." Jedes Wort war gemeint wie gesagt, denn ohne die Elben wäre Fíli inzwischen wohl schon in die Hallen ihrer Vorväter übergetreten.
Auch der Zwergenprinz war müde und ausgelaugt und vergewisserte sich nur noch kurz, dass es seinen Neffen gut ging, nachdem man diese in das Krankenzimmer gebracht hatte. Kíli war so weggetreten gewesen, dass er sich nicht einmal wehrte, als man ihm Mantel und Stiefel auszog und ihn ins Bett steckte. Thorins Lippen umspielte ein weiches Lächeln, ehe er sich von Legolas zu seinen Männern führen ließ, die man in mehreren Gästezimmern untergebracht hatte. Dennoch fand er alle versammelt in einem Raum wieder, ihn erwartungsvoll anblickend.
Es war schliesslich Bilbo der vor tapste und ihn offen ansah. „Und? Wie… wie geht es Fíli?"
„Den Umständen entsprechend… so wie es aussieht war die Operation ein Erfolg und jetzt braucht er einfach ganz viel Ruhe… und Zeit."
„Die wir nicht haben", seufzte Balin. „Aber der Junge geht nun mal vor."
Thorin nickte. Auf jeden Fall ging Fílis Gesundheit vor. Was brachte ihm der Erebor, wenn er ihn mit dem Leben seines Thronerben bezahlen sollte?
Aber nun mussten sie sich erst einmal alle erholen. Die weichen Betten sahen ohnehin schon zu verlockend aus und nur der Hunger hielt die Zwerge noch wach. Auch dem wurde bald Abhilfe geschaffen, als Legolas die Tür für vier Bedienstete öffnete, die grosse Tabletts mit Essen und Krüge mit Wein brachten.
Freudig stürzten die Zwerge und der Hobbit sich darauf. Nur Thorin hielt sich vornehm zurück und sah den blonden Elben nachdenklich an, der lächelnd bei seinen Männern stand und ihnen die verschiedenen Speisen erklärte.
Das Bild passte nicht ganz in Thorins Weltanschauung und irritierte den Zwerg in beinahe schon verstörender Weise. Vielleicht war heute aber auch einfach schon zu viel vorgefallen und selbst Thorins Kräfte waren irgendwann aufgebraucht und er nahm nur noch hin was ohnehin nicht zu ändern war.
Er ließ sich auf eines der Betten sinken und atmete tief durch. Kurz darauf fiel ein Schatten auf ihn und er hob den Blick.
Legolas stand vor ihm und reichte ihm einen Teller mit Schinken, Käse und frischen, noch warmem Brot und einen Becher Wein. „Ihr solltet euch ebenfalls stärken", meinte der Elb mit einem solch fürsorglichen Unterton, dass Thorins Erwiderung, ob er denn schwach aussehe, ihm im Halse stecken blieb. Dankbar nahm er das Essen entgegen, merkte dann aber, dass der Elb noch immer vor ihm stand. Als er ihn wieder ansah, erinnerte der Blick des Blonden ein wenig an jenen seiner Neffen, wenn ihnen eine Frage auf der Zunge brannte, sie sich aber nicht trauten sie zu stellen.
„Ja, bitte?", brummte Thorin also schliesslich, nach ein paar Bissen und einem grosszügigen Schluck Wein.
„Darf ich fragen was ihr ihm Wald wolltet? Er ist gefährlich und niemand sollte ihn aus Spass durchqueren."
Thorin wusste nicht was ihn ritt, aber er verspürte nicht den Wunsch dem anderen zu verschweigen was ihr begehrtes Ziel war.
Legolas hob erstaunt die Augenbrauen. „Den Erebor? Nach so langen Jahren… aber Smaug bewacht ihn doch noch immer… oder nicht?"
Unschlüssig zuckte Thorin mit den Schultern. „Vielleicht ist er inzwischen am Gold erstickt… wünschen würde ich es mir. Aber nun wo wir aufgehalten wurden durch diesen Zwischenfall, werden wir vielleicht niemals rechtzeitig am Berg ankommen, um die verborgene Tür am Durinstag zu finden." Er ließ mutlos die Hand sinken, mit der er gerade ein Stück Käste zwischen seine Lippen hatte schieben wollen. Sein Blick wurde trüb und traurig.
Er musste in diesem Moment wirklich ziemlich verloren ausgesehen haben, denn Legolas ging vor dem Bett in die Knie und griff nach Thorins Hand. „Wenn es Fíli besser geht und er wieder reisen kann, werden ich und meine Männer euch sicher durch den Wald geleiten, ihr habt mein Wort."
Hecktisch blinzelte Thorin vor Überraschung und sah den Elben dann aus grossen Augen an. „Das… das würdet ihr tun? Aber… aber was wird der König dazu sagen?"
Legolas zuckte mit den Schultern. „Er wird mir höchstens ein Jahrhundert Stubenarrest verpassen."
„W-was?" Thorin sah den Elben wie einen Verrückten an. „So was könnte ernsthafte Konsequenzen haben, wenn man sich dem König in den Weg stellt und wie ihr wisst, ist er kein grosser Zwergenfreund."
„Nein, ist er nicht. Er ist alter, sturer Hund, der an der Vergangenheit fest hält und die Zukunft fürchtet und sich darum im Hier und Jetzt vergräbt."
Thorin merkte selber wie seine Augen gross wurden bei diesen Worten. So hatte er noch nie jemanden, schon gar nicht einen Elben über den König von Düsterwald sprechen hören. Panisch blickte er zu den anderen Elben, die sich noch immer um das Wohl seiner Männer kümmerten. Was wenn einer von ihnen Legolas an den König verriet?
Aus irgend einem ihm noch unerfindlichen Grund mochte er Legolas und wollte nicht, dass er Ärger mit dem König bekam.
Hecktisch versuchte er Legolas nun also zum Schweigen zu bringen und fuchtelte mit der freien Hand vor dessen Gesicht herum. „Nicht so laut… ihr bekommt noch Ärger wegen dem was ihr von euch gebt."
Legolas kicherte. „Ach den bekomm ich schon weil ich euch hier her gebracht habe. Aber ich hab ihn noch jedes Mal wieder beruhigen können."
