Auf seinem Weg nach Hause rannte Garen regelrecht durch die Straßen Demacias. Im Aristokraten-Viertel angekommen kramte er in seinen Hosentaschen nach dem Haustürschlüssel. Jarvan, der die bewusstlose Frau in den Armen hielt, kam ihm mit schnellen Schritten hinterher, dicht gefolgt von Quinn und Travis, von denen letzter kaum noch Schritt halten konnte. Leise fluchte Garen auf, als er feststellte, dass er die Schlüssel vergessen hatte und pochte an die Tür. „Lux, mach bitte auf, es ist dringend!" Er erhielt keine Antwort. Er sah an der Hauswand nach oben und stellte fest, dass die Fensterläden zugezogen waren. Garen schloss kurz die Augen und atmete tief durch. „Tut mir leid", murmelte er. „Die Tür geht auf meine Kosten." Nur einen Augenblick später stand er inmitten von Trümmern in seinem Flur. Er räumte die großen Splitter bei Seite, damit Jarvan problemlos hinein gelangen konnte. „Links", sagte Garen nur knapp und wies Jarvan in sein Schlafzimmer, wo er die Frau auf dem Bett ablegte.

Garen schritt zu seinem Schrank und sammelte zwei Stapel mit Wäsche zusammen, einen für die Frau und einen für sich selber. Obwohl sie zehn Minuten durch die Stadt gelaufen waren, tropfte er noch immer vom kalten Meerwasser. Er sah zu Quinn, die bereits anfing, die nasse und zerrissene Kleidung der Frau weiter aufzureißen und sie aus der nassen Schale zu pellen. Travis unterstützte sie dabei und Jarvan und Garen verließen den Raum und gingen in den Wohnbereich, wo Garen den Stapel mit Wäsche erst einmal ablegte. Aus Garens Zimmer hörte er Quinn strikte Anweisungen an Travis zu vergeben. „Vorsichtig. Genau. Jetzt ziehen wir ihr erst das Shirt an. Halte sie bitte so..." Er hörte weg und wollte in der Küche etwas heißes Wasser aufsetzen, aber Jarvan hielt ihn zurück. „Geh dich erst einmal umziehen, du erkältest dich noch." Garen wollte erst widersprechen, aber Jarvan schnitt ihm das Wort ab. „Keine Widerrede." Er machte sich bereits auf den Weg in die Küche und nahm den leeren Wassereimer in die Hand. „Ich weiß ja, wo alles ist." Er ging durch die Hintertür in den Garten, in dem sich ein Brunnen befand und ließ seinen Freund alleine zurück. Garen seufzte, schnappte sich seine Sachen und schritt zum kleinen Badezimmer.

Auch, wenn es gegen Piltovers Fortschritt keine Chancen hatte, war Demacia als königliche Dynastie weit entwickelt. Garen war einmal für wenige Tage in Piltover gewesen und war sichtlich überwältigt gewesen von der ganzen sogenannten 'Technologie', die ihnen der Sheriff vorgestellt hatte. Hochmoderne Präzisionswaffen und Geschosse. Armbrüste, die nur selten nachgeladen werden mussten. Sie hatten Licht einfangen und in Glas stecken können, ohne dass es Feuer benötigte. Garen war fasziniert und verängstigt davon gewesen, wollte deshalb auch mit sämtlicher Technologie erst einmal nichts zu tun haben. Mit und mit hatten Jarvan und sein Vater beschlossen, einige dieser technischen Errungenschaften in Demacia einzubringen und Garen hatte sich damit abfinden müssen. So besaß fast jedes Haus einen Zugang zu Trinkwasser und diejenigen, die es sich leisten konnten, verfügten über Wasser, welches sie zum Baden benutzen konnten, ohne es vorher aus dem Brunnen holen und aufheizen zu müssen. Garen versuchte, sich an den Begriff zu erinnern, den sie in Piltover dafür verwendeten. 'Dusche' oder so hieß es. Er jedenfalls fand es sehr praktisch und ganz gegen seine alten Vorstellungen fand er die Entscheidung des Königshauses nun richtig, Demacia Schritt für Schritt zu modernisieren. Der Brunnen im Garten diente größtenteils nur noch Dekorationszwecken. Wenn er zur Wasserquelle wurde, dann, weil sie größere Mengen auf einmal benötigten und die Wasserleitungen, die sie besaßen, diese Mengen nicht in solch kurzer Zeit aufbringen konnten.

Garen zog die Stiefel aus und stellte sie an den Rand. Sein Shirt klebte ihm am Körper und als er vor den großen Spiegel trat, konnte er die Konturen seiner Muskeln deutlich erkennen. Er zog sich weiter aus und als er in die trockene Kleidung geschlüpft war, zog er seine Stiefel wieder an und brachte die nasse Kleidung zum Trocknen in die Sonne. Er ging zurück in den Wohnbereich und sah zu Travis, der sich mit Jarvan unterhielt und trat zu ihnen. „...und deshalb ist Quinn erst einmal bei ihr und wärmt sie." Er sah zu Garen. „Ehm, Quinn bittet darum, ihr noch Decken zu bringen, die Frau sei stark unterkühlt, wie sie eben sagte." „Ich habe im Gästezimmer noch einige Wolldecken. Komm mit, ich zeige sie dir."

Mit Travis im Schlepptau lief er zum Zimmer und öffnete den Schrank. Auf dem Boden lagen fein säuberlich geordnet zwei große Stapel mit dicken Decken. Er nahm einige herunter, teilte den Stapel und drückte Travis die Hälfte in die Hand. Zusammen gingen sie in Garens Zimmer, wo, wie zu erwarten, Quinn neben der Frau im Bett lag und sie fest an sich presste. Sie sah zu den beiden auf und wollte aufstehen, aber Garen hielt sie zurück. „Lass nur. Sie braucht die Wärme." Quinn blieb liegen und Garen half Travis, die beiden vernünftig im Bett zu postieren und zuzudecken. An Quinn gewandt erklärte er: „Ich werde zusehen, die Trümmer im Flur zu beseitigen. Wenn Lux nach Hause kommt, schicke ich sie sofort zu euch, um ihren Zustand zu überprüfen." Zu Travis sagte er: „Ich würde dich bitten, hier zu bleiben. Wenn Quinn etwas benötigt, gib Jarvan oder mir Bescheid." Travis nickte und setzte sich auf einen Stuhl, den Garen ihm ans Bett stellte.

Als er das Zimmer verließ, blickte er sich kurz in dem kleinen Flur um. Dann hob er das, was von der Tür übrig geblieben war, aus den Angeln und stellte sie in den Vorgarten. Dort brachte er auch die restlichen Trümmer hin.

Es dauerte keine fünf Minuten, als Garen fertig war. Er schritt in die Küche, in der Jarvan das Wasser bereits in einen großen Kessel gegeben und diesen über dem Feuer platziert hatte. Garen setzte sich auf einen der Stühle am Küchentisch und versenkte das Gesicht in seinen Händen. Jarvan starrte in den Kessel, von dessen Grund winzige Luftblasen ihren Weg zur Oberfläche suchten. Sie schwiegen vor sich hin und die Stille wurde nur von dem Knistern des Feuers unterbrochen.

Nach einiger Zeit holte Jarvan tief Luft. „Denkst du, sie kommt aus Demacia?" Ohne aufzusehen zuckte Garen die Schultern. „Ich denke nicht. Aber wenn sie aufwacht, können wir sie fragen." Jarvan nickte. „Ich möchte auch darüber informiert werden." Er hob den Kessel langsam vom Feuer auf ein Gestell und schöpfte etwas Wasser ab. Garen stand auf, nahm die Schüssel entgegen und brachte sie in sein Zimmer. Quinn und Travis hatten die Frau auf die Seite gedreht und Quinn schmiegte sich fest an sie. Er stellte die Schüssel auf dem Schreibtisch ab. „Für die warmen Wickel", erklärte er knapp und Quinn schälte sich vorsichtig aus den Decken und stand auf.

Er verließ wieder den Raum und trat in die Küche, wo Jarvan ihm ein Glas mit Wasser reichte. Er nahm es dankend an und trank schweigend. Dann starrten beide auf das knisternde Feuer. Nach einer weiteren Zeit des Schweigens raffte sich Garen auf und stellte das Glas auf dem Tisch ab. Wie auf Kommando ging plötzlich ein schriller Schrei durchs Haus. „Was ist hier passiert?!" Garen kniff die Augen zusammen und schritt mit erhobenen Händen in den Flur. Nur im letzten Moment flog die Lichtkugel, die seine Schwester beschwört hatte, wieder zu ihr zurück und sie ließ den Korb fallen, den sie in der Hand gehalten hatte. Äpfel, Nüsse und weiteres Obst purzelten auf die Straße und sie stapfte wütend und mit hochrotem Kopf in den Flur. „Wo um alles in der Welt ist die Tür? Und wieso bist du schon zu Hause?"

Garen hielt ihr beschwichtigend die Hände entgegen. „Warte bitte, bevor du vollkommen sauer wirst. Ich hab den Schlüssel vergessen und..." „...und du dachtest, du könntest einfach die Tür eintreten?" Lux Gesicht wurde immer dunkler und Garen schluckte. Wenn seine Schwester diese Farbe annahm, verhieß das meistens, dass ihn Schmerzen erwarteten. Bevor die Lage eskalieren konnte, schritt Jarvan in den Flur, um seinem Freund zu helfen. „Beruhige dich bitte, Luxanna." Lux schielte an Garen vorbei und sah den Prinzen an. Sofort nahm ihr Gesicht wieder eine gesündere Farbe an und sie strich sich über die leicht zerzauste Kleidung. Dann lief sie, ohne ein Wort zu sagen, nach draußen und sammelte das Obst und die Nüsse ein, die sie hatte fallen lassen und trug den Korb in die Küche. Garen setzte sich ihr gegenüber an den Tisch und tippte mit den Fingerspitzen aneinander. Lux setzte sich ebenfalls und sah ihrem Bruder tief in die Augen. „Also. Was ist passiert?", fragte sie erneut. Garen holte tief Luft und erklärte ihr, was oder wen sie im Wasser treibend gefunden hatten. „Und sie liegt gerade in meinem Bett, zusammen mit Quinn, die sie aufwärmt." Ohne auf weitere Erklärungen zu warten sprang Lux auf und stürmte los. Ohne zu wissen, was sie vor hatte, rannte er ihr hinterher und stieß beinahe mit Travis zusammen, der im Türrahmen erschienen war. „Entschuldige bitte, Lux hat mich schnell raus gescheucht." Garen nickte und schritt an ihm vorbei in sein Zimmer. Quinn saß im Schneidersitz am Kopfende und hielt die Frau aufrecht. Sie schlief zwar noch immer, aber ihre Farbe hatte mittlerweile wieder in ihr Gesicht gefunden. Lux entfernte den warmen Wickel, den Quinn und Travis angefertigt hatten und tastete sie vorsichtig ab. „Sie hatte schwer Glück, dass ihr sie gefunden habt. Sie ist schwer dehydriert und unterkühlt."

Garen nickte und sah seiner Schwester weiter zu. Sie hielt die Hände knapp über den Brustkorb der Frau und schloss die Augen. Sanfte Wellen bunten Lichts flossen über ihre Hände und übertrugen sich auf die Frau. Quinn zuckte kurz zurück, als die Lichtwellen näher kamen und Lux schüttelte den Kopf. „Nicht bewegen. Die sind nicht gefährlich und es tut auch nicht weh." Wirklich geheuer war ihr das Licht dennoch nicht, wahrlich verkrampft und angespannt aufrecht saß Quinn dort und sah zu, wie die Lichtwellen über sie hinweg rollten. Sobald sie über ihre Augen hinweg waren, fing sie an, sanft zu lächeln und schloss sie. Ihr Atem ging langsam, aber regelmäßig und sie sah entspannter aus. Als die Lichtwellen sich an ihrem Scheitel trafen, fingen ihre Haare an zu leuchten. Das Licht breitete sich unter ihrer Haut über die Blutbahnen aus. Mit und mit leuchteten auch ihre Arme und der Rest ihres Körpers. Das Licht wurde so hell, dass es durch ihre Kleidung schimmerte. Auch die Frau in ihrem Schoß begann zu leuchten. Sie atmete ebenso regelmäßig wie Quinn und sah entspannt aus.

Garen wusste, was Lux gerade tat. Er beobachtete noch einige Minuten, wie die Lichtwellen die Körper auf- und abrollten, dann drehte er sich um und sah Travis und Jarvan, die mit großen Augen hineinsahen. Ohne etwas zu sagen verließen die drei das Zimmer und schlossen die Türe. Jarvan seufzte leise, aber Travis fing an, leise zu jubeln. „Das war abgefahren! Ich wusste gar nicht, dass so etwas geht!" Als er die beiden betrachtete raffte er sich wieder. „Entschuldigt bitte, das war nur...neu für mich."

Garen konnte es ihm nicht verübeln. „Weißt du, wir nennen es zwar eigentlich heilen, aber im Grunde genommen heilt sie nicht wirklich. Sie hilft nur den Prozessen im Körper, schneller zu generieren und schützt vor weiteren Infektionen." „Also eine Art innerer Schutz?" Travis Augen strahlten. „Das ist so cool!" Jarvan lächelte matt. „Hoffe, dass du niemals in die Lage kommst, diesen Zauber zu spüren zu bekommen. Wenn der angewendet wird, ist wirklich Not am Mann."

Das Leuchten in Travis Augen erlosch langsam. „Das heißt, die Frau schwebt in Lebensgefahr?" Jarvan schüttelte den Kopf. „Nicht zwingend. Aber sie war stark unterkühlt. Der zauber wärmt auch von innen."

Die drei setzten sich an den Tisch und Jarvan und Travis unterhielten sich. Er erzählte, dass er aus einer großen Familie stammt und als erster seit Generationen der Armee beigetreten ist. Garen hörte nur halbherzig zu und versank in Gedanken.

Eine halbe Stunde später trat Lux in die Küche. Gespannt sahen die drei Männer zu ihr und sie seufzte. „Ihr geht es gut, sie hat euch das Leben zu verdanken. Sie braucht viel Ruhe." Travis stand auf. „Was ist mit Quinn?", fragte er und sie schüttelte den Kopf. „Der Zauber, den ich gesprochen habe, sorgt dafür, dass sich der kranke Körper an den eines Gesunden anpasst. Ich hatte das mit Quinn knapp abgesprochen und sie war einverstanden. Sie wird, solange der andere Körper generiert, neben ihr liegen und schlafen." „Und wie lange dauert es?", erkundigte sich Jarvan. Lux erwiderte nur mit einem Schultern zucken: „Das kann ich nicht genau sagen. Das kommt ganz darauf an, wie schnell sie generiert. Es heißt abwarten und Tee trinken."

Bevor noch wer etwas sagen konnte, klatschte sie in die Hände. „So, jetzt hab ich Hunger. Wer will etwas essen?" Garen grinste breit und Jarvan begann ebenfalls zu lachen. Garen stand auf und half Lux beim Kochen.

Jarvan und Travis verließen das Haus, als es bereits dämmerte. Sie hatten sich noch einige Stunden lang unterhalten, aber als sich die Sonne dem Horizont näherte, beschlossen alle, dass die Zeit gekommen war, zu gehen. Bevor er ging, bat er Lux und Garen darum, ihm umgehend Bescheid zu sagen, wenn die Frau aufgewacht sei.

Kurz nachdem sie gegangen waren, holte Garen aus dem Gästezimmer ein Laken, das er vor die Tür spannen konnte. Im Vorbeigehen erhaschte er einen kurzen Blick in sein Zimmer, in dem Quinn und die Frau auf seinem Bett lagen und schliefen. Auch, wenn es bereits dunkel war, konnte er erkennen, wie sich die Brust der beiden Frauen im Gleichtakt hoben und senkten. Ihm schauderte ein wenig dabei, aber er schloss leise die Tür und ging wieder ins Wohnzimmer. Lux stand in der anschließenden Küche und spülte das Geschirr. Garen schnappte sich ein Geschirrtuch und half beim Abtrocknen. Er wollte gerade etwas sagen, aber Lux war schneller. „Entschuldige bitte, dass die beiden nun dein Bett blockieren. Aber..." „Nichts aber", unterbrach er sie. „Es handelt sich hierbei um einen Notfall. Und ich werde wohl mal einige Zeit ohne mein Bett auskommen. Oder mein Zimmer." Er grinste und bevor Lux protestierte, nahm er sie in den Arm. „Mach Dir keine Sorgen um mich. Im Gästezimmer ist ja auch noch ein Bett."

Lux seufzte und umarmte ihren Bruder, dann erledigten sie den Abwasch zu Ende. Leise schlüpfte Garen in sein Zimmer und holte noch Kleidung aus seinem Schrank, dann verließ er den Raum und schloss die Türe wieder hinter sich. Er bezog das Gästezimmer und räumte den Krempel, den die Beiden im Laufe der letzten Monate im sonst leer stehenden Zimmer untergebracht hatten. Er zog sich um und setzte sich kurz aufs Bett, dann schlurfte er nach draußen in den Garten und setzte sich auf einen der Stühle. Er sah hinauf und betrachtete den sternenklaren Himmel. Kurze Zeit später hörte er die Tür neben sich quietschen und Lux trat in den Garten. „Erschrecke dich nicht, ich bin auch hier", sagte Garen sofort leise. Die Tür wurde wieder geschlossen und Lux tapste mit vorsichtigen Schritten um ihn herum, um sich auch auf einen Stuhl zu setzen. Sie rutschte neben ihn und schmiegte sich an seinem Arm an.

Nach einer Zeit des Schweigens holte Lux tief Luft und sah zu ihrem Bruder hoch. „Jarvan möchte, dass wir uns die Zeit nehmen, die wir brauchen, um uns um sie zu kümmern." Garen brummte nur kurz zur Antwort. Er war geschafft vom Tag und wollte noch die Abendluft genießen. Lux bemerkte, dass er nur halbherzig zuhörte und knuffte ihn. „Das bedeutet, dass du solange nicht zum Dienst antrittst, bis die Frau vollkommen genesen ist." Garen rümpfte die Nase und seufzte. Aber er widersprach nicht. Sie verfielen wieder in Schweigen und beobachteten die Sterne. Auf einmal überkam Garen eine ungeheure Müdigkeit und nachdem er kurz eingenickt war, beschloss er, nach drinnen zu gehen. Er legte eine Hand auf Lux Arm. „Ich denke, ich gehe schlafen." Er erhielt keine Antwort. „Lux?" Wieder keine Antwort. Er sah seine Schwester genauer an und bemerkte, dass sie ebenfalls eingeschlafen war und lächelte. Vorsichtig löste er sich aus ihrem Griff und öffnete die Türe nach drinnen. Dann hob er seine Schwester hoch, brachte sie in ihr Zimmer, legte sie aufs Bett und deckte sie zu. Zum Abschied gab er ihr noch einen Kuss auf die Stirn und verließ das Zimmer. Er ging ins Gästezimmer, legte sich auf das Bett, schloss die Augen und schlief nur kurz darauf ein.

In der Nacht träumte er vom Meer und sanften Wellen, die auf den Strand zurollten. Und er träumte von der Frau, wie er sie aus dem Wasser zog und wie sie in seinen Armen die Augen geöffnet hatte.

Er erwachte mit einem Lächeln auf den Lippen. Es war noch dunkel, aber er wusste, dass bereits der nächste Morgen sein musste. Er stand auf und lief leise zu seinem Zimmer. Das erste, was er sah, als er den Kopf zur Tür hineinsteckte, waren dieselben wunderschönen Augen, die er am Tag zuvor gesehen hatte.