2. Kapitel

Nun saßen wir hier. In meine Wohnung, meinem Wohnzimmer, auf meinem Sofa. Da würde man doch wohl annehmen, das ich theoretisch das Recht habe, Draco rauszuwerfen. Ja, theoretisch; praktisch sieht das Ganze schon wieder anders aus! Leider!

„Ähm, chrm, was...hattest du denn vor, bevor mein Vater und ich aufgetaucht sind?", offensichtlich versuchte er ein Gespräch aufzubauen. Tja, da hat er wohl nicht mit meinem Sadismus gerechnet.

Ich sah ihn mit einem vernichtenden Blick an.

„Seit wann habe ich dir denn erlaubt, mich zu duzen?" Oh ja, sehr interessant. Ich hatte nicht gedacht, dass die Wasserleiche noch blasser werden konnte.

Ohne ein weiteres Wort stand ich auf und ging aus dem Wohnzimmer. Auf dem Flur überlegte ich mir, was ich als nächstes tun sollte. Aber irgendwie war mein Denken blockiert. Was sollte ich denn zu Sam und Stac sagen, warum mich plötzlich ein Kerl auf Schritt und Tritt verfolgte. Immerhin habe ich ihnen nie gesagt, wer meine Eltern sind. Dann wäre ich ja schön bekloppt gewesen.

„Ist alles in Ordnung?", erklang es hinter mir und ich schrie erschrocken auf.

„Bei Merlin! Musst du mich so erschrecken?"

„Ich bitte vielmals auf Verzeihung, Mylady. Aber Ihr Gesichtsausdruck sah Schmerz verzerrt aus." Es war zu merken, dass ihm der ganze ‚Mylady-Kram' echt schwer fiel. Aber da muss er wohl oder übel durch. Eine Tüte Mitleid. Oh, ist wohl leer!

„Ja, ja, mir geht's gut", sagte ich ungeduldig und ziemlich angekotzt. „Du kannst jetzt gehen. Ich brauch dich hier nicht. Mach dir 'ne paar schöne Stunden, aber geh' mir nicht auf die Nerven!"

Doch zu meinem Leidwesen bewegte sich der Bengel nicht einen Zentimeter. Er schien wie erstarrt und war plötzlich ziemlich rot im Gesicht. Ich fragte mich, was denn nun mit ihm los war, als ich merkte, dass er auf meine Brust starrte.

Erst da fiel mir auf, dass ich ja nur meinen Bademantel anhatte, welcher bei meinem Sprung eben sehr freizügig geworden war. Ein fieses Grinsen schaffte sich mal wieder die Ehre in meinem Gesicht.

„Na, na, Draco. So prüde?"

„Ich bin nicht prüde!", quetschte er hervor, den Blick immer noch auf meinen entblößten Brüsten.

Ich machte ein paar Schritte auf ihn zu, so dass ich direkt vor ihm stand. Ich näherte mich seinem Gesicht und hauchte ihm ins Ohr, mit einer solch verführerischen Stimme, der noch nie jemand widerstehen konnte.

„Du willst mehr, stimmt's?2

Zaghaft nickte der Blonde.

Ich begann leicht an seinem Ohr zu knabbern und wurde durch ein lustvolles Stöhnen Dracos belohnt.

Abrupt machte ich einige Schritte zurück, schloss meinen Bademantel und grinste nun schelmisch.

„Tja, tut mir ja so Leid. Dann kann ich dir nicht helfen."

Und schon war ich in der Tür neben mir verschwunden. Im Bad war es noch immer sehr stickig und in de Badewanne noch immer das Wasser, allerdings eiskalt.

Ich beschloss, mich fertig zu machen und dann die Zwillinge zu besuchen, die eine Überrrraschungsparty für mich vorbereitet haben.

Eine halbe Stunde später war ich fertig und sah einfach geil aus.

Mein langes schwarzes Haar mit den eisblauen Strähnen drin fiel glatt bis zu meinem Hintern, der sehr knackig und wohlgeformt war.

Meine alabasterfarbene Haut war rein und sanft wie Seide.

Die saphirblauen Augen waren wie immer ganz smoky geschminkt mit viel Mascara, Kajal und Lidschatten.

Und das Kleid, welches mir bis knapp über die Knie ging, nachtblau war und trägerlos, passte sich perfekt an meinen schlanken und gut bestückten Körper an.

Wie gesagt, einfach geil.

Ich hoffte, dass auf der Party ein paar geile Jungs waren, denn das Angebot von vorgestern war einfach grauenvoll gewesen. Und gestern war ein reiner Frauenabend.

Ich ging in mein Zimmer um meine Handtasche zu holen. Leider war mein Zauberstab nicht drin, sondern im Wohnzimmer. Also ging ich ihn holen.

Ein letzter Blick in den Spiegel und ab geht die Luzi(Post)!

Nichts passierte.

Ich sagte, ab geht die Luzi!

Wieder nichts. Warum konnte ich denn nicht disapperieren? Das ging doch sonst immer. Es kann nur einen Grund dafür geben...

„DRACO!"

„Ja, Mylady?", der Malfoyerbe kam aus der Küche auf mich zu. Mir entging nicht, wie er mich mit seinem Blick regelrecht auszog.

„Warum kann ich nicht disapperieren?"; ich brodelte innerlich.

„Das hat ihr Vater veranlasst, Mylady.", er ah mir nicht in die Augen und hatte immer noch einen Hauch rosa im Gesicht.

Ich hätte viel sagen können in diese Situation, aber mir blieb in diesem Moment nur eins: „GRRRRRRRRRR!!!!"

Ich rannte quer durchs Zimmer und machte meinem Frust Luft. Draco ging in Deckung.

„Das ist immer noch meine Sache. Warum tut er immer so, als würde er sich Sorgen um mich machen? So tun, als ob ich ihm etwas bedeute? Vorallem jetzt, wo ich ausgezogen war. Vorher war ihm doch auch Wurscht, was mit mir passierte! Nie war er für mich da, wenn ich ihn gebraucht hätte! Immer nur irgendein bekloppter Todesser. Jetzt schon wieder! Er hält es ja nicht einmal für nötig, mir persönlich zu sagen, was los ist; nicht für nötig, mir einen hochqualifizierten Beschützer zu geben!"

Wow! So kannte ich mich selbst nicht! Offensichtlich hatte mich das alles doch mehr mitgenommen als gedacht. Mir war nie klar gewesen, dass ich mir einen richtigen Vater gewünscht hatte.

Eine klitzekleine Träne bahnte sich ihren Weg aus meinem Augenwinkel. Schnell wendete ich mich von dem Ex-Slytherin ab und ging zur Wohnungstür.

„Wo geht Ihr hin, Mylady?", Draco hielt mich am Handgelenk fest.

„ Meinen Geburtstag feiern! Wenn du also die Ehre hättest, mich los zulassen, wäre ich dir sehr dankbar."

„Ich komme mit."

Und schon zog er mich aus de Tür, ohne das ich die Chance gehabt hatte, zu widersprechen.

Kaum haben wie auch die Haustür durchquert, spürte ich auch schon das drückende Gefühl, welches man hat, wenn man apparierte.