Kapitel 3: Ärger im Paradies

Ich war eingeschlafen, denn als ich die Augen öffnete, war ich alleine. Mir fehlte seine Wärme, seine Nähe. Ich stand auf und zog mich an.

Auf der Uhr über dem Kamin konnte ich sehen, dass der Unterricht bereits seit einer halben Stunde wieder begonnen hatte. Ich verliess die Kerker und schlenderte in das Büro meines Grossvaters.

„Es scheint dir gut zu gehen", sagte er und lächelte mich an.

„Ja, das tut es."

„Gut, ich wollte dich nämlich um etwas bitten." Verwundert sah ich ihn an. „Der Orden braucht jede Hilfe die er bekommen kann. Wir haben beim letzten zusammentreffen viele Verluste erlitten."

„Du bittest mich, euch zu helfen? Ich weiss nicht, ob das eine gute Idee ist. Was ist mit den Kindern?"

„Sie werden zu keiner Zeit in Gefahr sein. Auch hier sind viele Kinder, das weisst du doch." Natürlich wusste ich es.

„Gut, wenn du meine Hilfe wirklich brauchst, werde ich euch helfen."

„Sehr gut, dann komm heute Abend zu dieser Adresse." Er gab mir einen Zettel. Ich las ihn, und warf ihn sogleich ins Feuer.

„Werde ich machen", verabschiedete ich mich und flohte nach Hause.

Den Rest des Tages spielte ich mit den Kindern und sprach mich mit den Hexen ab, was wir einzukaufen hatten. Um kurz vor Acht stellte ich mich dann in den Kamin.

„Bist du sicher, das du da hin willst?", fragte mich Daphne unsicher.

„Wenn ich dabei helfen kann, dass wir weniger Kinder aufnehmen müssen, werde ich es tun."

Als ich aus dem Kamin stieg, war ich doch verwundert. Es musste ein Stadthaus sein, denn die Einrichtung sah ganz danach aus.

„Da bist du ja", sagte plötzlich eine Stimme. Albus stand in einer Tür. „Komm, die Andern warten bereits." Ich folgte meinem Grossvater nach unten.

Der Korridor war schmal und die Tür auf die wir zugingen alt und schäbig.

Als er sie öffnete sah ich einige Leute. Sie sassen auf Stühlen um einen grossen gemütlich wirkenden Holztisch.

„Darf ich euch unser neustes Mitgliedvorstellen, Eleina Dumbledore, meine Enkelin."

Die Leute tuschelten und mein Blick blieb an einer Person hängen.

Severus Snape sass auf einem der vordersten Stühle. Er sah mich an und ich konnte die Frage in seinen Augen lesen. Doch es war jetzt keine Zeit um sie zu beantworten.

„Eleina ist die Gründerin der Childhood Magic, meine Enkelin und sie wird uns von heute an helfen." Ich musste zugeben, dass ich über das Ganze hier einfach zu wenig wusste. So lauschte ich den Worten meines Grossvaters und mir war rasch bewusst, warum ich so viele neue Kinder in meinen Häusern hatte.

„Wie Severus uns gesagt hat, planen die Todesser einen angriff auf die Winkelgasse, nächsten Samstag. Ich möchte euch bitten, an diesem Tag so unauffällig wie möglich in der Winkelgasse zu sein." Bei mir fing es an zu rattern. Diesen Samstag wollten wir mit Haus 10 in die Winkelgasse. Albus schien mich ertappt zu haben.

„Was ist mit dir Eleina?"

„Wir wollten mit Haus 10 in die Winkelgasse am Samstag. Die Kinder haben sich so darauf gefreut."

„Tut mir leid, ihr werdet den Ausflug wohl verschieben müssen", meinte Albus entschuldigend. Enttäuscht liess ich mich in den Stuhl fallen.

Natürlich hatte Albus recht, und ich war froh, wusste ich davon, aber es war eine wahnsinnige logistische Leistung mit 30 Kindern in die Winkelgasse zu gehen.

Man beschloss also, sich in der Winkelgasse aufzuhalten und gegen die Todesser zu kämpfen.

Was mir erst jetzt aufgefallen war, war dass Severus es ihnen erzählt hatte, woher wusste er das? Ich dachte die Sache mit dem Dunklen Lord sei für ihn vorbei.

Die Versammlung löste sich auf und Severus kam auf mich zu. Noch immer in Gedanken küsste ich ihn. Einige der Zauberer und Hexen begannen zu tuscheln. Severus hingegen heftete seinen Blick auf mich.

„Was ist?"

„Du hast mich geküsst."

„Ja und? Hätte ich nicht sollen?"

„Die Ordensmitglieder sind etwas irritiert." Ich sah mich um.

„Oh, Verzeihung", sagte ich sarkastisch. Doch Severus ging nicht darauf ein, sondern küsste mich zurück. Das Getuschel konnte nun sogar ich hören.

„Sag Mal, woher weisst du solche Dinge?" Severus versicherte sich, dass niemand mehr in der Küche war, dann zog er den Linken Ärmel nach hinten.

Das Dunkle Mal prangte auf seinem Unterarm. Natürlich war es mir aufgefallen, aber ich hatte meist anderes zu tun, als darauf zu achten.

„Oh, ich dachte, das war damals…"

„Damals wie heute. Ich gehe zu ihm, wann immer er mich ruft." Ich legte den Kopf schräg und sah ihn an. Seine Augen waren noch dunkler und undurchdringlicher, selbst für mich.

„Wenn das raus kommt?"

„Bin ich tot." Ich schluckte.

„Was ist mit Neele und Shane?" Er zog die Augenbraue nach oben. „Wenn sie herausfinden, dass du auf beiden Seiten bist, was wird dann aus meinen Kindern?"

„Unsere Kinder sind sicher, das verspreche ich dir", sagte er und zog mich an sich.

Unsere Kinder sagte er und ich lächelte. Wie oft hatte ich mir damals gewünscht, dass ich es ihm einfach sagen könnte, doch bei jeder Eule die ich ihm schreiben wollte, verliess mich der Mut.

Wir mussten ein eigenartiges Bild abgeben, denn Albus verstummte als er uns sah.

„Was ist?", fragte ich.

„Das Bild ist ungewöhnlich", lächelte Albus über seine Halbmondbrille. Severus zog eine Augenbraue nach oben.

„Du brauchst mich nicht so anzusehen, ich gönne es euch Beiden."

Albus flohte nach Hogwarts.

Auf dem Kaminsims stand ein Bild. Es zeigte vier Menschen. Einer davon war Remus, der andere musste James Potter sein, denn er hatte unverwechselbare Ähnlichkeit mit Harry, die beiden Andern kannte ich nicht.

„Ist das sein Haus?", fragte ich und deutete auf das Bild.

„Nein, es gehörte Sirius, aber jetzt ist es Potters", antwortete mir Severus. Ich sah mich nochmals um.

„Begleitest du mich?", fragte Severus und ging nicht weiter auf meine Frage ein.

„Wenn du das möchtest", antwortete ich und lächelte. Severus stieg in den Kamin und war gleich darauf verschwunden.

Ich warf noch einen Blick durch das Zimmer, bevor auch ich in den Kamin stieg.

In Hogwarts wurde ich bereits erwartet. Albus sass an seinem Schreibtisch und Severus lehnte gegen die Wand. Wir verabschiedeten uns und wollten nach Unten.

Doch als wir von der Treppe kamen, stürzten uns Ron und Harry entgegen. Harry war bleich und er schwitzte. Ohne zu zögern half Severus dem jungen Gryffindor die Treppe nach oben. Ron stützte ihn ebenfalls und ich ging hinterher. Verwundert, besorgt und vielleicht auch etwas beängstigt.

„Was ist passiert Harry?", fragte Albus.

„Voldemort ist wütend. Auf Sn… Professor Snape. Nagini ist auf dem Weg hier her." Severus zog eine Augenbraue nach oben.

„Er meint, sie haben sich mit dem Feind verbündet. Wegen Neele und Shane", erklärte Harry. Ich stemmte meine Hände in die Hüften und funkelte Severus an. Doch dieser sagte nichts, sondern ging einfach.

Ich sah zu Albus, dann zu den Jungs, dann ging ich Severus hinterher.

„Wo willst du hin?"

„Zum Dunklen Lord."

„Freiwillig?" Er blieb stehen.

„Ich sagte bereits, die Kinder werden nie in Gefahr sein."

„Das sieht mir aber gerade nicht danach aus", fauchte ich.

„Deswegen bringe ich das in Ordnung." Er kam zurück, küsste mich und ging wieder.

Perplex stand ich nun im zweiten Stock, vor der grossen Treppe und sah wie Severus gerade das Schloss verliess. Ich drehte mich um und ging zurück zu Albus.

Harry und Ron waren bereits nicht mehr da.

„Ich denke, du solltest mir erzählen, was ich in den letzten Jahren so verpasst habe. Ich habe nämlich das Gefühl, es ist eine ganze Menge." Ich setzte mich unaufgefordert in den Stuhl vor dem Pult.

Albus begann mir alles zu erzählen. Alles, seit ich in der zweiten Klasse war, seit Voldemorts Fall. Es war bereits in den frühen Morgenstunden, als er mit dem heutigen Tag endete.

„Und jetzt solltest du schlafen gehen, wenigstens noch zwei Stunden, bis es Frühstück gibt."

„Glaubst du wirklich ich könnte jetzt schlafen? Wenn ich alles gewusst hätte, hätte ich Severus nichts von Neele und Shane gesagt, ich hätte es geleugnet."

Er sah mich fragend an.

„Die Kinder können damit umgehen, dass ihr Vater nichts von ihnen weiss, aber ob sie damit umgehen können, wenn er getötet wird, weiss ich nicht."

„Kannst du es denn?" Tränen suchten sich den Weg über mein Gesicht.

„Nein, wahrscheinlich nicht. Nicht mehr." Ich stand auf und ging.

Über die Treppe, durch die Eingangshalle hinaus auf die Ländereien. Der Mond stand noch am Himmel und erleuchtete Hell die Gegend. Ich schlenderte gedankenverloren zur Heulenden Hütte. Als ich aus dieser ein Geräusch hörte, stockte ich. Dann viel mein Blick an den Himmel. Der Mond war gross und Rund, Vollmond. Hatte Remus seinen Trank genommen? Ich wusste es nicht, aber die Neugierde trieb mich in das verlotterte Haus.

Ich schlich nach oben und schob die Tür auf.

Auf einer zerfledderten Decke vor einem erloschenen Kamin lag etwas. Grösser als ein Hund, mit wenig Fell, zusammengerollt. Ich machte einen Schritt näher und trat dabei auf eine lose Diele.

Es knarrte fürchterlich laut.

Das Tier auf dem Boden schreckte hoch, und sah mich an. Ich legte den Kopf schräg und blickte zurück.

„Remus?" Das Tier senkte den Blick. „Ich weiss, dass du mir nicht antworten kannst, aber wenn du nichts dagegen hast, leiste ich dir Gesellschaft." Ich setzte mich neben den Kamin und entzündete das Feuer erneut.

Remus stupste mich mit seiner Schnauze an, als wollte er fragen was denn passiert war. In Gedanken begann ich den Wehrwolf hinter dem Ohr zu kraulen.

„Severus ist beim Dunklen Lord, weil dieser von Neele und Shane erfahren hat. Ich weiss nicht, um wen ich mir im Moment mehr sorgen mache. Meine Kinder sind relativ sicher, hier in Hogwarts, aber Severus?

Ich weiss, er macht das nicht erst seit gestern, aber ich habe Angst um ihn. Ich weiss nicht ob ich es ertrage, ihn nochmals zu verlieren."

Ich redete mir alle Ängste und Sorgen von der Seele und dann schlief ich ein. Der Wehrwolf lag noch immer auf meinen Beinen und war über das Kraulen auch eingeschlafen.

Als ich dann die Augen aufschlug musste ich mich zuerst wieder orientieren wo ich war. Und das Gewicht auf meinen Beinen war ungewohnt. Mein Blick glitt an mir herunter zu meinen Beinen.

Ich hatte meine Hand auf Remus Kopf und er schlief. Erschrocken zog ich die Hand weg und zuckte mit den Beinen.

Dies wiederum weckte Remus.

Er öffnete die Augen und sah mich an. Auch er brauchte einen Moment um zu realisieren, was er gerade tat. Sofort schnellte der Kopf nach oben.

„Oh, Eleina, tut mir leid, ich ehm…" Er stand auf und zog mich auf die Füsse. Ich klopfte mir den Staub aus dem Kleid und sah ihn verlegen an.

„Was hast du eigentlich alles mitbekommen?", fragte ich ihn. Er wich meinem Blick aus.

„Severus Tränke sind wirklich gut", sagte er nur.

„Wolfsbann, ja ich weiss." Das hiess, er wusste noch alles.

„Es tut mir leid, ich wollte nicht… hinter deinem Ohr… also…" Remus winkte ab.

„Schon gut, bleibt unser Geheimnis."

„Danke", sagte ich erleichtert.

„Du solltest nach Severus sehen. Wenn er zurück ist, wird er dich brauchen." Ich sah ihn fragend an.

„Der Lord geht nicht zimperlich um, mit Leuten die er eines Verrats verdächtigt." Wir eilten gemeinsam ins Schloss.

„Danke Remus", sagte ich und umarmte ihn, bevor ich in die Kerker ging.

Es begegneten mir einige Schüler, doch ich nahm kaum Notiz von ihnen. Vor Severus Räumen blieb ich stehen, atmete tief durch und sagte dann leise.

„Serpentis". Das Schloss schwang auf und ich trat hinein.

Ich konnte hören, dass jemand hier war, doch es war kein rhythmisches Atmen eines Schlafenden. Der Atem ging schneller und abgehackt.

Leise schlich ich ins Schlafzimmer. Severus stand mit dem Rücken zur Tür. Ich räusperte mich.

Normalerweise würde er sich rasch umdrehen, mit dem Zauberstab in der Hand, doch jetzt? Seine Bewegung war langsam, fast schon schwerfällig.

Als ich in sein blasses Gesicht sah, erschrak ich. Er war noch blasser als sonst, und über sein Gesicht zog sich eine blutende Strieme. Er setzte sich auf das Bett.

„Bei Merlin, was ist mit dir passiert?", fragte ich und eilte zu ihm. Doch er gebot mir stehen zu bleiben.

Nicht, dass ich das beachtet hätte.

Mit einem Wink meiner Hand brannten die Lichter im Schlafzimmer und ich konnte das ganze Ausmass sehen. Der Umhang war zerschlissen, überall Striemen und Blut.

Ich viel vor ihm auf die Knie. Weinend öffnete ich die Knöpfe und befreite ihn von den Resten des Umhanges und Gehrockes.

Er sagte nichts, obwohl er grausame Schmerzen haben musste.

Gut, dass ich mich bereits hier umgesehen hatte. Ich wusste wo Severus seine eigenen Tränke und Tinkturen aufbewahrte.

Ich holte alles was ich finden konnte und als ich ins Schlafzimmer zurück kam, lag Severus in den Kissen. Er hatte die Augen geschlossen.

„Hier", sagte ich und hielt ihm zwei Phiolen hin. Er nahm sie, entkorkte sie und trank Beide aus, ohne mit der Wimper zu zucken.

Schon damals hatte ich seine Selbstdisziplin bewundert. Und jetzt, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken.

Wenn er nicht verletzt gewesen wäre, hätte ich für nichts garantiert, aber so.

Ich nahm einen Tiegel und begann die Verletzungen mit einer Tinktur zu betupfen. Durch das Spannen seiner Muskeln bemerkte ich, wie schmerzhaft es sein musste. Ich sagte nichts, fragte ihn auch nichts, aber ich krampfte mich zusammen. Severus schien es zu bemerken.

„Es wird ihnen nichts passieren", sagte er und hielt meine Hand fest.

„Warum bist du dir da so sicher?", fragte ich ohne ihn anzusehen.

„Ich konnte den Dunklen Lord davon überzeugen, dass ich es die ganzen Jahre nicht wusste, und dass ich nur mit dir Spiele." Ich sah ihn an. Fragend, erschrocken, ich weiss es nicht. Severus zog mich in seine Arme und küsste mich. Liebevoll und so leidenschaftlich.

„Du weisst, dass es anders ist", hauchte er mir ins Ohr und mich schauderte.

„Wenn ich gewusst hätte, was ich damit anrichte, hätte ich es dir nicht gesagt", schluchzte ich und zog ihn näher an mich. Er strich mir über den Kopf.

„Ich hätte es herausbekommen, glaube mir." Natürlich hätte er das. Shane sah seinem Vater so ähnlich, dass es ein leichtes gewesen wäre.

„Wenn du am Samstag nicht kommst, wir dir niemand einen Vorwurf machen."

„Und ob ich am Samstag da sein werde. Solche Sachen – ich deutete auf die Striemen – nehme ich persönlich." Severus küsste mich erneut.

„Ich muss zum Unterricht."

„Du, zum Unterricht? Du kannst ja kaum stehen." Er war in der Tat noch wackelig auf den Beinen.

Severus löste sich aus der Umarmung und humpelte zu seinem Kleiderschrank. Er öffnete eine Seite, zog den Zauberstab und klopfte dagegen. Dann murmelte er etwas und es sprang ein Fach auf.

Erstaunt sah ich ihm dabei zu. Er holte eine Phiole heraus, begutachtete sie und schloss das Fach wieder. Unsichtbar verschwand es im Schrank. Er entkorkte das Fläschchen, hob es an die Lippen und trank es aus.

Ich hingegen versuchte mich daran zu erinnern, welcher Trank so dunkel war und doch durchsichtig glitzerte.

„Du brauchst dich nicht anzustrengen, es wird dir nicht einfallen."

„Und warum bist du dir so sicher?"

„Weil dieser Trank in keinem Leerbuch steht. In überhaupt keinem Buch."

„Du hast wieder an dir selbst experimentiert, nicht war?" Severus zog eine Augenbraue nach oben.

„Hast du wirklich geglaubt, mir wäre es damals nicht aufgefallen? Du verbringst Stunden in deinem Labor, ohne dass ein Trank entsteht. Zumindest keinen den du abfüllst und in den Vorratsschrank stellst."

„Deine Beobachtungsgabe ist wirklich bemerkenswert", sagte Severus und zog sich frische Sachen an.

„Bleibst du noch hier?", fragte er mich, als er bereits in sein Wohnzimmer ging.

„Nein, ich habe noch etwas zu tun, aber wenn du lieb bist, komme ich vielleicht später nochmals." Er blieb stehen und sah mich an.

Ich hingegen ging an ihm vorbei, drehte mich in der Tür nochmals um und grinste ihn an. Dann ging ich.

In der Eingangshalle traf ich auf Neele und Shane.

„Hallo Mom, warst du bei Dad?", begrüsste mich mein Sohn.

„Ja, war ich. Wo wollt ihr hin?"

„Auch dahin. Professor Snape wird ungeduldig, wenn man sich verspätet", grinste Neele.

„Seid brav, heute, ja?"

„Ist etwas passiert?"

„Darüber werde ich mich nicht mit euch unterhalten", sagte ich scharf.

Shane sah mich an, genau so wie sein Vater. Er hatte meine Beobachtungsgabe, während Neele Severus Talent hatte.

„Bei deinem Vater würde das vielleicht ziehen, aber nicht bei dir, also lass es." Er zuckte mit den Schultern.

„War ein Versuch wert." Die Beiden gingen weiter.

Ich stand in der Halle und sah ihnen hinterher. Dann ging ich in das Büro des Schulleiters und flohte nach Hause.

Daphne sass wie so oft in meiner Küche.

„Na, ausgeschlafen?"

„Nein, ganz im Gegenteil", antwortete ich und setzte mich neben sie. Ich holte mir mit einem Schwenk eine Tasse und goss mir Kaffee ein. Dann erzählte ich Daphne von der letzten Nacht, und dass wir am Samstag nicht in die Winkelgasse können würden.

„So ein Mist. Wir haben doch schon alles vorbereitet."

„Ich weiss, aber wenn wir dort wären, wäre das eine Katastrophe." Sie nickte.

„Wie gut, dass Severus solche Dinge weiss."

„Du musst mir aber versprechen, dass du niemandem davon erzählst, er hat schon genug Schwierigkeiten." Daphne sah mich durchdringend an. Ich konnte ihr nicht stand halten und erzählte ihr auch was am Morgen passiert war.

„Oh man, wo bist du da wieder hineingeraten", lachte sie. Daphne nahm meist alles mit Humor, doch über diese Situation konnte ich nicht lachen.

„Glaub mir, wenn die Fledermaus sagt, ihr seid sicher, dann ist das so."

„Die Fledermaus?"

„Weisst du nicht mehr? Wir haben ihn doch in der zweiten oder dritten Klasse so genannt." Natürlich wusste ich das noch, doch ich hatte es erfolgreich verdrängt. Wir lachten so wie wir es schon lange nicht mehr getan haben. Dann widmeten wir uns wieder den Kindern im Haus.

Ich versuchte jeden Tag alle Häuser zu besuchen, doch meist gelang es mir nicht, oder ich kam nur zwei drei Häuser weit.

Aus Sicherheitsgründen, waren die Kamine nur miteinander Verbunden. Ich alleine konnte sie öffnen, doch das tat ich so gut wie nie. Nur wenn wir, wie diesen Samstag, in die Winkelgasse wollten.

Na ja, gingen wir eben den Samstag darauf.

Die Nächte verbrachte ich meist bei Severus. Wir redeten und stritten miteinander wie ein altes Ehepaar, sagte zumindest Daphne, die sich jeden Morgen anhören musste, was er wieder ausgefressen hatte. Dann kam der Samstag.

Nervös ging ich auf und ab.

„Setz dich hin, sonst hex ich dich auf den Stuhl, das schwöre ich dir", giftete Daphne.

„Tschuldige", nuschelte ich.

„Ich kann dich ja verstehen, aber du machst mich ganz nervös. Bist du sicher, dass ich dich nicht begleiten soll?"

„Nein, du bleibst schön hier. So wie ich Severus und Albus verstanden habe ist es eine sehr gefährliche Sache. Ausser mir, weisst du hier am Besten bescheid. Übrigens, Drachenblut, öffnet den Kamin." Daphne sah mich verwundert an.

„Wieso sagst du mir das?"

„Wer weiss, vielleicht ist es doch sinnvoller, wenn mehr als eine Person das Passwort kennt."

„Jetzt hör aber auf. Dir wird schon nichts passieren."

„Wer weiss. Vielleicht stelle ich mich einfach zu blöd an. Keine Ahnung wann ich das letzte Mal meine Zauberstab zur Verteidigung nutzen musste."

„So etwas verlernt man nicht", versicherte sie mir.

„Wie du meinst, also ich geh jetzt." Ich stand auf und flohte in den Tropfenden Kessel.

Von dort ging ich direkt in die Winkelgasse.

Es war bereits deutlicher Herbst. Ein kühler Wind zog durch die Gasse und es sah nach Regen aus. Trotzdem schlenderte ich zu Flourish und Blotts. Das Buchgeschäft war wie immer gut besucht. Ich schnappte mir einen Roman und setzte mich in einen der grünen Sessel.

„Scheint interessant zu sein." Ich blickte auf.

Der Mann vor mir hatte weissblondes Haar das ihm bis über die Schultern reichte. Eine aristokratische Haltung, helle Haut und blaue Augen.

„Mr. Malfoy, nehme ich an?", fragte ich. Er schien erstaunt zu sein.

„Kennen wir uns?"

„Nein, aber ich hatte bereits das Vergnügen ihren Sohn kennen zulernen."

„Draco hat nichts erwähnt, das ist nicht seine Art." Er setzte sich neben mich.

„Sie sind Albus Dumbledores Enkelin, nicht war?" Ich nickte. Er war mir irgendwie unsympathisch.

„Es sind sehr viele Leute von Professor Dumbledore hier, finden sie nicht."

„Bitte? Ich habe keine Ahnung wovon sie sprechen?" Er sah mich eindringlich an. Wahrscheinlich versuchte er gerade meine Gedanken zu lesen.

„Ich weiss nicht, ob es in ihren Kreisen üblich ist, in die Erinnerungen anderer einzudringen, in meinen Kreisen ist es dies nicht. Deshalb bitte ich sie höflichst, dies zu unterlassen", zischte ich ihm freundlich zu.

„Sie sind gut, das hatte Severus nicht erwähnt."

„Warum hätte er ihnen gegenüber etwas erwähnen sollen?" Der Mann vor mir hob seinen Umhang ein Stück an und ich sah wie er den Zauberstab auf mich gerichtet hatte.

„Ich verstehe nicht, was sie von mir wollen?"

„Der Dunkle Lord traut Severus Aussage, ich nicht." Ich sah ihn noch immer fragend an. „Sie werden mich begleiten."

„Ich denke nicht daran."

„Es ist mir ziemlich egal, was sie denken, kommen sie jetzt." Er zog mich am Arm.

„Hallo Eleina, was tust du denn hier?"

„Remus, schön dich zu sehen", sagte ich erfreut.

„Ihr kennt bestimmt Mr. Malfoy, er wollte gerade gehen", sagte ich bestimmt.

Lucius sah mich vernichtend an, dann nickte er Remus und seiner Begleitung zu und ging.

„Phu, danke, das war knapp."

„Was wollte der denn von dir?", fragte mich Remus Begleitung. Die Junge Frau hatte violettes Haar, raspelkurz und es wechselte des Öfteren die Farbe.

„Dass ich ihn begleite."

„Oh, das ist übrigens Tonks."

„Tonks? Interessanter Name."

„Nymphadora Tonks, aber nenn mich ja nie Nymphadora."

„Du bist ein Metamophmagi, cool."

„Dann bist du Eleina Dumbledore, Remus hat mir schon viel von dir erzählt."

„Ach hat er das?" Ich legte mein Buch zurück und folgte Remus und Nymphadora aus dem Geschäft.

„Sag mal Remus, ist das deine Geschmacksrichtung?" Remus lachte mich an.

„So kann man es auch nennen, ja." Der Wind blies stärker als vorher und ich zog meinen Umhang dichter an mich.

„Lasst uns zu Fortescue gehen. Ein warmes Eis wäre jetzt genau das Richtige." Wir folgten Tonks.

Kaum hatten wir uns an den Tisch gesetzt, fragte sie mich aus.

„Du hast also wirklich Kinder mit Severus?"

„Ja, Zwillinge. Neele und Shane sind jetzt elf."

„Remus sagte, du warst seine Schülerin?"

„Ach, sagt er dass?" Remus wurde rot.

„Tonks."

„Lass sie doch. Wer nichts fragt bekommt auch keine Antwort. Ich war sieben Jahre lang seine Schülerin, und er hat die ganzen sieben Jahre den Unnahbaren gespielt. Erst als ich nicht mehr seine Schülerin war, hab ich ihn rumgekriegt."

„Bist du nicht gleich nach den Sommerferien weggegangen?", fragte mich Remus überrascht.

„Doch, bin ich. Ich war damals schwanger, als ich das Schloss verliess, wusste es aber nicht."

„Wann habt ihr denn zum ersten Mal." Ich grinste Nymphadora an.

„Du warst doch auch in Hogwarts. Albus hält immer eine Rede am letzten Abend. `Ihr, Schüler des Abschlussjahrgangs, habt es geschafft. Ab Sofort seid ihr keine Schüler mehr, und verbringt die letzte Nacht in diesem Schloss als meine Gäste. ` Tja, ich war also keine Schülerin mehr." Remus sah mich entsetzt an.

„Du weisst schon, dass du da offiziell noch als Schülerin gegolten hast, oder? Und Severus sollte das auch gewusst haben."

„Hat er wahrscheinlich auch, aber meine Argumente waren sehr überzeugend, und das seit Wochen schon. Auch Severus ist nur ein Mann", lachte ich.

„Wie hast du es geschafft, ihm nichts davon zu erzählen."

„Ich hielt es für das Beste, da ich angenommen hatte, ich wäre nur sein Sommervergnügen gewesen. Ich habe ihn geliebt, und tu es noch. Ich weiss, für euch klingt es sicher eigenartig, aber so bin ich eben."

„Wenn Severus mehr reden würde, wäre einiges anders gekommen", sagte Tonks uns schob sich einen dampfenden Löffel Eis in den Mund.

„Tonks", zischte Remus erneut.

„Ich weiss was du meinst. Lily Evans. Es war vielleicht mein Glück, dass er nicht so viel redet", sagte ich und zuckte mit den Schultern.

Als wir draussen ein Krachen und viele Schreie hörten, standen wir sofort auf.

„Es geht los", rief Remus und wir rannten aus dem Eissalon.

In der Winkelgasse standen einige schwarzgekleidete Menschen. Todesser wie ich vermutete. Doch ich kam nicht dazu darüber nachzudenken, denn ein grüner Strahl zischte auf mich zu. Gerade noch so konnte ich mich ducken.

Ich blickte in die Richtung aus der der Fluch kam. Dort stand ein Todesser. Er hatte eine Maske vor dem Gesicht, doch seine Haltung und Art wie er den Zauberstab hielt, sagte mir dass es sich um den unmöglichen Menschen aus Flourish und Blotts handelte.

Ich kniff die Augen zusammen, dann begann ich zu Schiessen. Der Todesser schien verwundert zu sein, denn ich traf recht gut.

„So Naiv wie Severus sie beschrieben hat, sind sie doch nicht."

„Tut mir leid, wenn ich sie enttäusche. Wo liegt eigentlich ihr Problem?"

„Ich traue ihm nicht."

„Was immer er gesagt hat, ist mir egal. Severus ist der Vater meiner Kinder, und ein verdammt guter Liebhaber, das werde ich mir doch nicht entgehen lassen."

„Sie sind eine Dumbledore."

„Was hat das denn damit zu tun?"

„Solche Ausführungen sind doch nichts für sie."

„Sie kennen mich nicht. Also erlauben sie sich kein Urteil." Sein nächster Fluch kam unerwartet und traf meine rechte Hand.

Mein Zauberstab flog in hohem Bogen in die Botanik.

Lucius brachte die paar Meter zwischen uns hinter sich und drückte mich an die nächstgelegene Wand.

„Wenn Severus sie schon überzeugt, sollten sie es vielleicht mit einem richtigen Zauberer versuchen."

Er versuchte tatsächlich mich zu küssen. Ich drehte meine Hand und hatte in Windeseile den Zauberstab wieder in Händen.

Ich jagte ihm einen Fluch an den Hals, der ihn drei Meter zurück schleuderte, dann beugte ich mich über ihn und holte das Fläschchen an meiner Kette heraus.

Der Inhalt war rosa. Ich öffnete die Phiole und zwang Lucius alles zu trinken. Es war viel mehr darin, als man vermutet hätte. Lucius wehrte sich, doch meine Zauber waren effektiv. „Versuch das noch mal, und es wird nicht nur ein harmloser Trank sein", fuhr ich ihn wütend an.

Gerade als ich ihm fesseln anlegen wollte, traf mich ein Fluch mitten in die Brust. Ich wurde an die Wand hinter mir geschleudert und von da an hatte ich einen Filmriss.

„Sie kommt zu sich", hörte ich jemanden sagen. Ich schlug die Augen auf. Daphne beugte sich über mich.

„Na, wieder da?" Ich lag in meinem Bett in Haus Nr. 12. Neben Daphne stand Dean und dahinter konnte ich Remus und Tonks sehen.

„Was ist passiert?"

„Wir hofften du könntest uns das sagen."

„Ich weiss nur noch, dass ich Lucius eine Schluckauflösung eingeflösst habe, dann hat mich ein Fluch getroffen und ich muss an die Wand geknallt sein. So fühlt sich auch mein Kopf an." Daphne hielt mir bereits eine Phiole hin. Ich trank sie aus und setzte mich hin.

„Das erklärt warum die Phiole um deinen Hals leer ist."

„Eleina, bist du hier?", hörten wir von unten. Remus ging zu meiner Zimmertür.

„Hier oben", rief er. Ich hörte wie jemand die Treppe nach oben kam.

„Du hast ihm wirklich eine Schluckauflösung eingeflösst? Cool", lachte Tonks.

„Leider hatte ich nichts anderes dabei." Severus erschien in der Tür. Daphne machte ihm Platz. Sofort setzte er sich zu mir auf das Bett.

„Alles in Ordnung?"

„Ja, ja, nur etwas Kopfschmerzen." Sofort sah er die leere Phiole.

„Musstest du dich gerade mit Lucius anlegen?"

„Tut mir leid, er hat sich mit mir angelegt. Keiner versucht ungestraft… ist ja auch egal. Ich hatte leider den falschen Anhänger um." Severus zog eine Augenbraue nach oben.

„Versucht was?"

„Er wollte bereits vor dem Kampf, dass ich ihn begleite. Er traut dir nicht."

„Was hat er versucht?", fragte Severus erneut, da ihm offensichtlich bekannt war, dass er ihm nicht traute.

„Er hat versucht mich zu küssen und ich habe mich an ihm gerächt." Severus Gesicht verfinsterte sich.

„Ich hätte vielleicht nicht an seinem Stolz kratzen brauchen, aber er hat mich wütend gemacht."

„Was hast du zu ihm gesagt?"

„Er wollte wissen, was ich an Severus finde und ich habe es ihm gesagt."

„Was hast du ihm genau gesagt?", fragte Severus.

„Nuschelnuschel."

„Eleina Amalia Mathilda Dumbledore, was hast du ihm gesagt", donnerte er. Ich sah ihn verwirrt an.

„Du hast dir alle meine Namen gemerkt?" Seine Augenbraue schoss nach oben und sein Blick bohrte sich in meinen.

„Ich sagte ihm, dass du ein verdammt guter Liebhaber wärst, und ich mir das bestimmt nicht entgehen lassen würde, zufrieden?"

„Himmel Lynni, das wollte jetzt Keiner von uns wissen", verdrehte Daphne die Augen. Remus konnte ein Lachen nicht unterdrücken, verstummte aber sofort als er Severus Blick sah.

„Du hast meine Geschichte bestätigt, das ist gut." Severus stand auf und wollte gehen.

„Wo gehst du hin?" Er drehte sich zu mir um und hob seinen linken Arm. Die Andern bekamen es nicht mit.

„Jetzt? Was wirst du wegen Lucius tun?" Doch ich erhielt keine Antwort. Er ging einfach.

„Mach dir keine Sorgen, er wird sich etwas einfallen lassen." Ich legte mich zurück ins Bett. Remus und Tonks verabschiedeten sich und Dean ging um nach den Kindern zu sehen. Daphne blieb bei mir.

„Ist wohl nicht so gut gelaufen was?"

„Keine Ahnung, nach den Rums an die Wand hab ich nichts mehr mitbekommen. Vielleicht sollte ich zu Albus."

„Schlaf dich erst mal aus. Du hast einen ganz schönen Schlag gegen den Kopf bekommen."

„Vielleicht hast du recht, wenn jemand etwas von mir will, weiss er ja wo er mich findet." Ich drehte mich auf die Seite, schloss die Augen und war auch gleich darauf eingeschlafen.

Ich erwachte als ich Kinderstimmen hörte. Es musste Sonntagmorgen sein, denn die Kleinen tobten durchs Haus.

„Seid leise, Eleina schläft doch noch", hörte ich Daphne. Lächelnd stand ich auf, zog mich an und machte eine neue Phiole an meine Kette. Dieses mal allerdings ein Gift.

Bevor ich mein Zimmer verliess warf ich einen letzten Blick in den Spiegel.

Auf der Treppe musste ich den ersten Kindern ausweichen und als ich in die Küche kam, roch ich keinen Kaffee. Es machte mich stutzig. Sonntagmorgens gab es immer Kaffee.

Ich suchte eine Tasse und ging zum Herd. Ich machte mir erst einen Kaffe. Dann drehte ich mich mit der Tasse in der Hand um, und sah auf die Uhr über dem Kamin. Meine Tasse zerschellte am Boden. Daphne kam in die Küche gestürmt.

„Es ist drei Uhr Nachmittags?"

„Wir dachten es sei besser dich schlafen zu lassen."

„Ist Severus noch mal gekommen?"

„Nein."

„Ich muss ins Schloss." Ohne mich um die Scherben zu kümmern griff ich nach dem Flohpulver über dem Kamin und flohte ins Schloss.

Albus war nicht in seinem Büro, was mich doch etwas verwunderte. Ich eilte die Stufen nach unten.

„Eleina, warte", rief plötzlich jemand. Harry stand mit seinen Freunden im Eingang zur Grossen Halle.

„Hallo, ich habe eigentlich keine Zeit."

„Er ist nicht da."

„Wieso weisst du das?"

„Professor Dumbledore und Snape sind vor einer halben Stunde gemeinsam aus dem Schloss gegangen. Ich glaube sie sprechen über den Vorfall in der Winkelgasse."

„Du-weisst-schon-wer war wohl etwas ungehalten", lächelte Hermine und Ron grinste verschmitzt.

„Tut mir leid, obwohl ich dabei war habe ich keine Ahnung was wirklich passiert ist. Nachdem ich an die Wand geflogen bin, hatte ich einen Filmriss."

„Die Auroren haben vier Todesser gefangen genommen, unter ihnen auch Rodolphus Lestrange", flüsterte Ron mir zu. Ich sah ihn wohl fragend an, denn er erklärte weiter. „Rodolphus gehört zum Innern Kreis. Genau so wie Bella, Rabastan, Malfoy, Wormtail und Snape."

„Severus gehört zum Innern Kreis?"

„Du weisst wohl nicht sehr viel über den Krieg hier was", lachte Harry.

„Nein, wenn ich ehrlich bin, hat mich das auch nicht sonderlich interessiert. Ich hatte mit meinen Kindern genug zu tun. Albus hat mir wohl alles erzählt, aber er lässt manchmal einige Details aus."

„Komm mit, wir erzählen es dir." Die Gryffindors führten mich in die Bibliothek.

Dort erzählten sie mir was in den letzten Jahren so alles geschehen war. Auch von Cedric Diggory und Sirius Blake.

Albus hatte es tunlichst vermieden mir solche Dinge zu erzählen. Ich war froh, dass die Gryffindors dies jetzt nachholten.

„Phu, ganz schön heftig", sagte ich als Hermine geendet hatte.

„Tja, so ist dass eben. Jeder tut was er kann", sagte Harry sarkastisch.

„Sagt mal, was wisst ihr über Lucius Malfoy?"

„Nicht viel, warum?", fragte Ron.

„Er ist mir unsympathisch und scheint es auf mich abgesehen zu haben."

„Lucius Malfoy, Pureblood. War bereits vor siebzehn Jahren dabei. Er ist die rechte Hand Voldemorts. Arroganter Schnösel. Er ist mit Narzissa Malfoy verheiratet, diese wiederum war eine Blake vor der Hochzeit. Eine Cousine von Sirius. Und er hat einen genau so arroganten Sohn."

„Oh ja, dieses Vergnügen hatte ich bereits", lachte ich.

„Er bildete sich viel zu viel ein, auf sein Reines Blut. Auch ein Pureblood kann nicht alles, und es gibt Halfbloods die mehr können als die Pures."

„Tja, wir sind das beste Beispiel", scherzte Harry. Ich sah ihn fragend an.

„Na Ron hier, ist ein Pureblood, während Hermine Muggelgeborene ist. Und ich, tja ich bin eine Mischung. Mein Dad war ein Pureblood und meine Mom Muggelgeboren."

„Und jetzt? Soll ich mir was darauf einbilden, dass ich ein Pureblood bin? Ist doch eh alles das Selbe. So ein Schwachsinn." Harry senkte wissend den Kopf.

„Es gibt eben immer solche die sich für etwas Besseres halten."

„Es gibt auch Leute die Etwas Besseres sind." Fragend sahen mich die Schüler an.

„Na ihr. Und jeder der gegen diese Fanatiker kämpft."

„Eindeutig Dumbledore", lachte Ron. Wir sahen uns alle an und brachen in schallendes Gelächter aus.

Dies wieder um brachte uns einen scharfen Blick von Mme. Pince, der Bibliothekarin ein.

„So, ich werde mal sehen, ob Severus wieder zurück ist", sagte ich und wollte aufstehen.

„Mach dir nicht die Mühe, warte kurz." Harry blickte sich um. Er vergewisserte sich, dass niemand zu uns hinsah, dann holte er ein grosses Stück Pergament aus der Tasche. Er zog den Zauberstab.

„Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin." Das Pergament breitete sich aus und es erschienen Linien und punkte.

„Snape ist in seinen Räumen." Ich hatte wohl grosse Augen bekommen, denn die Schüler grinsten mich an.

„Das ist ja praktisch", sagte ich bewundernd.

„Nicht wahr, aber nichts verraten, ja", grinste Ron.

„Werd ich nicht, bin ja auch kein Lehrer", lachte ich und verabschiedete mich.

Ich begegnete einigen Schülern, doch ich nahm kaum Notiz von ihnen.

„Sie trauen sich ganz schön was." Ich drehte mich um. Inzwischen war ich in den Kerkern.

„Mr. Malfoy. Keine Ahnung was sie meinen."

„Vater erwähnte nur etwas in diese Richtung."

„Ach hat er das? Hat er noch immer Schluckauf?" Das dämliche Grinsen auf dem Gesicht des Schülers verfinsterte sich. Er warf mir einen abschätzigen Blick zu und ging.

Ich schüttelte den Kopf.

Vor Severus Räumen blieb ich stehen.

„Serpentis", murmelte ich und trat ein. Es war dunkel. Doch ich kam nicht dazu, irgendetwas zu tun, denn die Tür schlug hinter mir zu und sofort hielt mir Jemand einen Zauberstab an die Kehle.

Der Geruch von Kräutern und Moschus drang mir in die Nase und der Zauberstab wurde gesenkt. Dann landeten die ersten Küsse auf meinem Hals. Ich legte den Kopf in den Nacken um ihm Platz zu machen.

Die Schnürung meines Kleides löste sich, und ich spürte Severus Hände auf meinen Schultern die mir das Kleid abstreifen.

„Mhm." Seine Hände streichelten meine Hüften und kneteten meinen Hintern. Diese Gelegenheit nutzte ich, um einen Schlenker mit meiner Hand zu machen. Ich hörte ein erstauntes zischen, denn die Kleider des Tränkemeisters öffneten sich. Er biss in meine Halsbeuge und die Hände wanderten zu meinen Brüsten wo sie sanft zu streicheln begannen. Ich atmete bereits schwer.

Ich löste mich aus seiner Umarmung und drehte mich um. Meine Hände suchten den Weg auf seine Schultern und streiften ihm die Kleider vom Leib. Während ich das tat, sah ich ihm in die Augen.

Sie funkelten mich an und ich war fast sicher, dass ich zurück funkelte. Dann kamen seine Lippen näher und ich schloss die Augen. Seine Lippen berührten meine und seine Zunge forderte einlass. Ich öffnete meinen Mund und liess ihn gewähren. Er stupste fordernd und ich antwortete ihm prompt.

Während wir uns küssten, öffnete ich seine Hose. Ich konnte bereits die Beule darunter spürten. Severus seufzte in meinen Mund als ich mit der Hand leicht darüber fuhr. Seine Hose viel zu Boden und ich machte nicht halt, denn die Short folgte sogleich. Wir unterbrachen den Kuss nicht, während wir den Körper des andern erforschten.

„Ahh", entfuhr ihm, als ich meine Finger um seine Erektion schloss. Ich begann ihn langsam zu massieren.

„Ich will dich", raunte er mir zu und ich stöhnte.

„Dann nimm mich", zischte ich zurück und liess ihn los, löste mich vom Kuss.

Ich drehte mich um und ging einige Schritte in den Raum hinein, dann drehte ich mich erneut um. Severus stand unweit der Tür. Nackt und hoch erregt. Ich leckte über meine Lippen. Mit meinen Händen fuhr ich vom Hals, über meine Brüste zum Slip. So langsam ich konnte zog ich mir das kleine stück Stoff aus. Ich liess es auf den Boden fallen und sah Severus provokativ an. Dieser liess sich nicht zweimal bitten und kam auf mich zu. Er küsste mich, hart, doch genau das wollte ich. Ich konnte mich nicht gegen ihn wehren, doch das wollte ich auch nicht.

Mit leidenschaftlichen Küssen drängte er mich auf das Bett. Er drückte mich in die Kissen und leckte über das Schlüsselbein zu meinen Brüsten. Fordernd, aggressiv. Ich keuchte. Seine Hand hatte sich den Weg zwischen meine Beine gesucht und als er begann meine Klitoris zu massieren beugte ich mich ihm entgegen.

„Ahh…Mhm…jah…"

Ich war schon ziemlich feucht, denn Severus konnte ohne Probleme mit einem Finger in mich gleiten. Schnell kam ein zweiter dazu und er begann mich mit den Fingern zu ficken. Er leckte über meine Nippel, knabberte daran und saugte. Ich wusste nicht mehr wo mir der Kopf stand, dann drängte er sich zwischen meine Schenkel. Seine Hände hielten meine Hüften und zogen mich näher. So nahe, dass er bereits seinen Schwanz in mir versenkte.

„Ahh" Severus warf den Kopf in den Nacken. Seine Stösse waren hart und tief, doch genau das wollte ich jetzt.

„Jah…mehr…jah…"

Der Griff in meinen Hüften wurde verstärkt. Doch dann hörte er abrupt auf. Ich sah ihn an.

„Dreh dich um", befahl er mir. Ich sah das diabolische funkeln in seinen Augen. Selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich mich nicht getraut ihm zu widersprechen.

Ich kniete mich an das Kopfende und hielt mich an der Wand fest. Severus war dicht hinter mir.

Er führte seine Hand zu meinem Mund und ich leckte den Finger ab, den er mir hinein steckte. Dann zog er ihn wieder heraus und legte ihn zwischen meine Pobacken. Er umfuhr meine Rosette, massierte sie, und lies die Fingerkuppe eindringen. Ich krampfte, doch nicht vor schmerz, sondern weil ich es nicht mehr aushielt.

Er schien es zu merken, denn der Finger rutschte weiter. Ich keuchte erneut. Severus dehnte meinen Eingang und nahm bald einen Zweiten Finger dazu. Auch hier liess er sich Zeit, bevor der dritte Finger dazu kam.

Dann zog er sich aus mir zurück. Ich wollte gerade protestieren, als ich seine Zunge spürte. Ich warf einen Blick über meine Schulter und sah, wie er mich anblickte. Severus hatte damit gerechnet.

Es war Wahnsinn, der sich in seinen Augen spiegelte. Immer wieder stach seine Zunge in meinen Hintereingang.

„Bei Merlin, besorgs mir endlich", keuchte ich. Severus hob den Kopf, brachte sich in Position und stiess in mich. Mir blieb die Luft weg. Severus liess mir die paar Sekunden um mich an diese Fülle zu gewöhnen, dann begann er sich zu bewegen.

Mit einer Hand streichelte er über meinen Venushügel, die Andere hielt er an meiner Hüfte. „Jah…so eng…" Er wurde härter, tiefer und ich spürte, dass ich es nicht mehr lange aushalten würde.

„Jah…jah…jah…" Ich begann unkontrolliert zu zucken. Der Orgasmus schüttelte meinen Körper. Doch auch Severus war so weit. Durch das zusammenziehen meines Muskels trieb ich ihn über die Klippe. Heiss zuckte er in mir.

„Ahh."

Erschöpft viel er auf mir zusammen. Er atmete schwer und legte sich dann neben mich. Ich hing über dem Kopfteil, kraftlos. Severus zog mich zu sich. Er hatte die Augen geschlossen. Doch dann fluchte er plötzlich.

„Bei Salazar, muss das jetzt sein." Ich öffnete die Augen. Severus hielt den linken Arm nach oben und ich sah, wie sich die Schlange bewegte.

„Er ruft nach dir?"

„Ja, und ich muss gehen."

„Jetzt?"

„Ja, jetzt." Er stand auf und zog sich an. Wortlos. Gerade als er sich seinen Umhang zu Recht strich, sah er mich an. Ich grinste.

Er zog die Augenbraue nach oben.

„Jetzt hast du wenigstens etwas, womit du Lucius ärgern kannst."

„Du solltest dich von ihm fern halten. Er spielt unfair."

„Ich jetzt auch", sagte ich und liess meine Kette vor Severus Augen baumeln.

„Pass auf dich auf", sagte er und hauchte mir einen Kuss auf dem Mund, bevor er durch die Tür verschwand.

Unentschlossen ob ich warten sollte oder nicht legte ich mich wieder hin. Eigentlich hatte ich ja genug geschlafen. Also stand ich doch auf und zog mich an. Ich verliess seine Räume und ging in das Büro meines Grossvaters.

„Eleina, wie geht es dir?", fragte er als er mich hineinkommen sah.

„Besser, war nur ein schlag auf den Kopf."

„Du musstest dir auch gerade Lucius aussuchen."

„Hey, warum glaubt eigentlich jeder, dass ich mir den Troll ausgesucht habe. Mein Geschmack ist der nämlich nicht." Albus lächelte.

„Dass weiss ich, zu blond." Ich stutzte, sah meinen Grossvater an und lachte los.

„Das auch", keuchte ich. Doch dann wurde ich wieder ernst.

„Ich hatte ein sehr informatives Gespräch, über den Inneren Kreis und so. Severus ist viel näher dran, als ihr mir weis machen wolltet."

„Es sind harte Zeiten. Ich wollte dich nicht unnötig sorgen."

„Ach Grossvater, manchmal ist es besser sich um etwas unnötiges zu sorgen, als nichts zu wissen." Er sah auf seine Hände.

„Du bist nicht die Erste dir mir das sagt. Doch wenn dieser Krieg vorüber ist, werden wir darüber lachen."

„Wann wird er denn vorüber sein? Wenn ich mich richtig erinnere, hat er nur eine zehnjährige Pause gemacht."

„Ich hoffe er ist bald vorüber. Ich bin alt, und habe keine Lust mehr gegen Tom zu kämpfen." Ich sah Albus fragend an.

„Ja, auch mir wird es langsam zu viel. Und Harry hätte es verdient, endlich in Ruhe gelassen zu werden. Der Junge macht schon mehr mit, als manch Erwachsener." Ich nickte.

„So, ich werde mal wieder gehen. Wenigstens am Sonntag sollte ich mit meinen Kinder zu Abend essen."

„Severus ist nicht da?"

„Nein, und ich weiss auch nicht, wann er wieder kommt." Albus nickte mir zu und ich ging in den Kamin.

In Haus Nummer 12 duftete es bereits nach Abendessen als ich aus dem Kamin stieg.

„Seth, leg noch einen Teller mehr dazu, Eleina ist doch da", rief Daphne als sie mich sah.

„Tut mir leid, ich kann auch wieder gehen", scherzte ich.

„Nein, aber wir wissen ja nie wann du da bist und wann nicht."

„Tut mir leid. Es geht im Moment etwas drunter und drüber bei mir", entschuldigte ich mich.

„Ist schon gut, du hast es dir verdient. Die letzten Jahre warst du immer nur für die Kinder und die Häuser da."

„Ja, das war ich wohl. Und ich habe nicht mitbekommen, was ausserhalb passiert."

„Du warst auch nie sonderlich interessiert, wenn Dean oder ich etwas sagen wollten."

„Ja, ja, ich weiss. Das liegt bei uns wohl in der Familie. Wir sind alle etwas Dickköpfig." „Etwas?"

„Übertreibe es nicht Daphne Menkin", scherzte ich böse.

Ich ging in den grossen Essbereich und setzte mich hin. Sofort wurde ich von zwanzig Kindern zwischen 6 Monaten und zehn Jahren bestürmt. Wir assen und danach las ich aus einem der vielen Bücher vor. Ich bemerkte nicht, wie Severus ankam. Er stand in der Tür zwischen Küche und Essbereich, als ich aufblickte. Einige der kleineren Kinder waren eingeschlafen.

„So, und jetzt ab ins Bett mit euch." Ein murren ging reihum, doch sie gingen alle Schlafen. Die Kleinen wurden von den Erzieherinnen ins Bett gebracht.

„Du liebst Kinder, nicht wahr?"

„Über alles. Wenn sie einen anlachen, geht das Herz auf."

„Hättest du mehr eigene Kinder gewollt?" Ich sah Severus fragend an.

„Ich weiss nicht, ein oder zwei vielleicht. Aber ich habe Neele und Shane und die sind das Wichtigste in meinem Leben." Severus zog mich zu sich hin. „Warum fragst du so etwas?"

„Der Dunkle Lord will, dass ich herausfinde, wie er hier in die Häuser kommen kann." Sofort stiess ich ihn von mir weg.

„Was will er?"

„Er will die Kinder töten." Ich war geschockt.

„Was wirst du tun?"

„Du wirst mich verlassen."

„Warum?"

„Wenn du dich von mir trennst, kann ich dich nicht mehr ausfragen."

„Aber, ich will nicht, ich meine…"

„Es wird die Kinder schützen." Severus küsste mich. „Ich liebe dich", hauchte er und ging. Ich stand wie festgewachsen da.

„Was ist los mit dir?" Daphne kam zurück in den Saal.

„Ich verliere ihn, schon wieder." Daphne führte mich in die Küche und ich erzählte ihr unter Tränen, was Severus mir sagte.

„Er will dich und die Kinder beschützen, das ist der einzige Weg, auch wenn er schmerzhaft ist", tröstete sie mich.

„Ich weiss dass er uns schützen will, aber ich will ihn nicht gehen lassen."

„Vielleicht könntest du nochmals mit ihm reden?"

„Nicht heute, ich habe die Kraft nicht dazu."

Ich verbrachte die nächsten Tage hier im Haus. Erst am Mittwoch verliess ich das Haus um nach Hogwarts zu gelangen. Wie gut, dass Albus nicht in seinem Büro war, so konnte ich ungestört in mein kleines Arbeitszimmer gehen.

Die Schüler standen bereits Schlange als sie mich kommen sahen. Ich lächelte und war froh, dass ich mich mit Arbeit ablenken konnte. Um kurz nach halb sechs entliess ich den letzten Schüler.

Ich hatte kaum die Tür geschlossen, als es klopfte. Ich öffnete und sah in die Grünen Augen des Gryffindors.

„Harry, komm rein."

„Ist etwas passiert? Snape hatte eine grauenhafte Laune, und du siehst auch nicht besser aus?" Er setzte sich in den beigen Sessel.

„Wir haben uns getrennt, glaube ich zumindest."

„Glaubst du?"

„Der Dunkle Lord will an meine Kinder heran, und Severus sollte ihm die Eingangsmöglichkeiten in die Childhood Magic Häuser besorgen. Er meint es wäre das Beste, wenn ich mich von ihm trennen würde."

„Oh, das ist scheisse." Ich sah ihn verwundert an.

„Man sollte nicht gehen lassen müssen wen man liebt."

„Das sagst gerade du? Glaubst du nicht, ich hätte nicht gesehen, wie du dieses Mädchen ansiehst?"

„Welches Mädchen?"

„Ginny heisst sie glaube ich." Er fühlte sich ertappt.

„Das ist etwas ganz anderes. Ich würde sie in Gefahr bringen, wenn ich sie nicht auf Distanz halten würde."

„Ach, und das macht die Situation besser?" Er schüttelte den Kopf.

„Eben. Und an allem ist dieser, dieser…, ich weis nicht einmal wie ich ihn nennen soll, schuld." Wir sassen beide niedergeschlagen in den Sesseln.

„Das Leben ist nicht Fair", sagte ich um die Stille zu durchbrechen.

„Tja, wem sagst du das."

„Wir sollten uns dagegen wehren. Mag dich Ginny denn auch so wie du sie?" Harry sah mich fragend an, nickte aber.

„Gut, dann sollte sie nicht mehr warten müssen. Du bestehst doch auch darauf dass du die Wahrheit erfährst, dann sollte sie das gleiche Recht haben."

„Aber es ist zu gefährlich."

„Glaube mir, so wie ich sie einschätze, und darin bin ich ziemlich gut, kann sie auf sich aufpassen. Und wenn etwas passiert, wird sie sowieso an vorderster Front dabei sein, oder etwa nicht?" Harry grinste verlegen.

„Na siehst du. Wenn du jemanden hast, dem deine Liebe gehört, macht es dich mutiger und stärker, glaub mir."

„Sagte ich schon, dass du deinem Grossvater gleichst?"

„Heute noch nicht", lachte ich. Für einen kurzen Moment vergass ich meine eigenen trüben Gedanken.

„Und was wirst du tun?"

„Keine Ahnung. Dem Dunklen Lord den Hals umdrehen?"

„Hey, das ist meine Aufgabe."

„Tut mir leid, wollte dir nicht vorgreifen." Wir lachten. Auch als wir aus dem Zimmer kamen, lachten wir.

„Danke Eleina, es ist schön mit dir zu reden." Harry umarmte mich kurz.

„Kein Problem, dafür bin ich ja da." Er ging nach oben in den Gryffindorturm und ich wollte nach Hause. Doch bereits im Korridor zum vierten Stock kam mir Remus entgegen.

„Hey, isst du nicht mit uns?"

„Ich denke nicht", sagte ich zögerlich.

„Oh, ärger im Paradies?"

„Paradies war einmal."

„Komm, wir gehen ein paar Schritte." Remus hackte sich bei mir unter und wir gingen aus dem Schloss.

Es war kalt und doch tat die frische Luft gut. Ich erzählte ihm von Voldemorts vorhaben und dem Dilemma in dem ich jetzt steckte.

„So auf die schnelle fällt mir auch keine andere Lösung ein", meinte Remus und zuckte mit den Schultern. Wir waren inzwischen wieder in der Eingangshalle.

„Ich bin nur so unendlich traurig. Es hätte so schön sein können."

„Ich verstehe dich, glaub mir." Wir umarmten uns, freundschaftlich. Doch genau in diesem Moment kam Severus mit einer Gruppe Schülern von Unten aus den Kerkern.

„Sieh an, sie hat dich für den da fallen gelassen." Sofort löste ich mich aus der Umarmung. Severus stand hinter dem blonden Schüler.

„Mr. Malfoy, es geht sie einen Feuchten Kehricht an, was ich wann mit wem tu, oder nicht. Also halten sie sich da raus", giftete ich. Er grinste überheblich. Severus hingegen konnte meinen Blick deuten und ich den seinen. Ich drehte mich zu Remus.

„Entschuldige", hauchte ich im ins Ohr, und küsste ihn. Ohne etwas zu sagen, ging ich an der Gruppe vorbei, die Treppe nach oben.

Ich hätte mich nicht umdrehen können, selbst wenn ich es gewollt hätte, denn über mein Gesicht rannen Tränen. Im Büro meines Grossvaters brach ich zusammen. Ich warf mich auf das Sofa, schluchzte und weinte.

Erst als ich von einer Hand sanft an der Schulter berührt wurde, hob ich den Kopf. Albus hielt mir ein Taschentuch hin. Ich wischte mir die Tränen ab und schnäuzte mich, bevor ich mich wieder gerade hinsetzte.

„Wir sind alle gezwungen Opfer zu bringen, damit wir den Krieg überleben."

„Weisst du, ich habe mich die letzten Jahre wirklich nicht dafür interessiert, was dieser Wahnsinnige tut, oder plant, weil ich genug mit meinen Kindern zu tun hatte.

Dann komme ich aus meinem Schnecken haus, welches es zweifelsohne war, und werde so überrannt. Das kann ich nicht und das will ich auch nicht. Ich will nicht wieder so sein.

Ich will mit Severus zusammen sein. Ich will mein Leben wieder haben."

„Das ist gut, dann kannst du uns heute Abend helfen." Ich sah ihn fragend an. „Die gefangen Todesser werden vom Ministerium nach Askaban gebracht. Wir werden ihnen dabei helfen." Ich nickte. „Um Acht im Ministerium." Mit einer Handbewegung zeigte ich ihm an, dass ich ihn verstanden hatte, dann ging ich.

„Oh, du bist schon zurück?"

„Ja, hatte keinen Appetit. Muss sowieso nochmals weg." Ich ging in mein Zimmer und stellte mich vor den Kleiderschrank.

Ich zog eines meiner Lieblingskleider heraus. Das Mieder war besonders eng und meine Konturen waren deutlich zu sehen, auch unter dem schweren Winterumhang. Mein Haar band ich zu einem Zopf und den Zauberstab verstaute ich um Umhang. So ging ich nach unten.

„Oh, was hast du denn noch vor?", fragte Dean als er mich sah.

„Ich bin unterwegs ins Ministerium." Er nickte wissend. Mit einer Handvoll Flohpulver war ich verschwunden.

Im Ministerium war es still. Der Brunnen im Atrium plätscherte dahin und ich schloss für einen Moment die Augen.

„Wir sollten uns unterhalten, nachher." Ich schreckte hoch und drehte mich um. Remus hatte gerade den Kamin verlassen.

„Natürlich, es tut mir leid." Tonks sah ihn fragend an, doch er war nicht gewillt ihr etwas zu sagen.

Zusammen bestiegen wir den Fahrstuhl in die Mysteriumsabteilung. Dort wurde wir bereits von Albus und einigen Auroren erwartet.

„Gut, dann können wir gehen", meinte der Auror als er uns kommen sah. Aus den Zellen wurden die Gefangenen geführt.

„Miss Dumbledore, hier mit Tonks und Mr. Lupin." Wie mir gesagt wurde, stellte mich neben den Todesser.

„So schön und stolz wie Severus es sagte", zischte dieser.

„Mach mich nicht wütend Todesser, sonst lasse ich keine Gnade mehr walten, wie bei Lucius", blaffte ich zurück.

„Lass dich nicht provozieren", flüsterte Tonks mir zu.

„Rodolphus versucht das bei allen." Ich sah mir den Mann nochmals an.

Das war also Rodolphus Lestrange. Der Todesser vom Inneren Kreis.

Wir gingen in das Atrium, von dort aus apparierten wir Seite-an-Seite an ein Feld ausserhalb Dovers.

Hier, am Meer, warteten einige Boote. Doch sobald wir auftauchten, schossen die ersten Flüche in unsere Richtung.

Ich zog meinen Zauberstab und schoss zurück. Im Grunde war es mir Egal auf wen, denn ich musste meinen Frust ablassen. Dann drehte ich mich zum Gefangenen um.

„Pertrificus Totalus, Desilusio." Der Todesser war verschwunden. Dann widmete ich mich wieder meinem Gegner.

Noch nie waren meine Flüche so stark. Ich war verletzt, wütend und fürchterlich aggressiv. Dann entdeckte ich Lucius im Gewühl. Eigentlich dachte ich, ich würde mich schon mit ihm duellieren, aber seine Maske kannte ich bereits zu gut. Er schien mich zu sehen, denn er lachte in meine Richtung.

„Lässt sie dich wieder herunter Severus? Ich würde mich dafür rächen, wenn man mich gegen einen Wehrwolf ersetzt hätte." Ich sah zu dem Todesser mit dem ich mich gerade duellierte.

„Severus?" Er hielt einen Moment inne. „Du traust mir also auch nicht zu, mich mit den Andern anzulegen." Ich war so wütend.

Meine Flüche wurden härter und schneller. Ich traf ihn am Arm und er verlor seinen Zauberstab. Langsam ging ich auf ihn zu.

„Ich liebe dich, mehr als ich es mir hätte vorstellen können. Ich will nicht, dass es einfach so vorbei ist."

„Es ist das Beste, glaube mir." Dann zischte ein Fluch dicht an meinem Kopf vorbei.

„Du warst schon mal besser, Severus", spottete Lucius.

„Auf dich habe ich gewartet.", zischte ich wütend. Sofort konzentrierte sich alles in mir auf Lucius Malfoy.

Er stolperte rückwärts, da er anscheinend nicht mit meiner Kraft gerechnet hatte. Doch dann, plötzlich wie auf Kommando, waren alle Todesser verschwunden.

Verwundert sah ich mich um. Auroren und Ordensmitglieder standen noch alle, doch die Gefangenen waren weg, bis auf meinen. Ich ging zurück an den Ort an dem ich ihn hatte liegen lassen.

„Finite Incantatem", sagte ich und Rodolphus tauchte wieder auf. Er begann zu schimpfen und zu zetern.

„Danke, Miss Dumbledore, wenigstens diesen einen haben wir noch." Ein Auror nahm ihn mir ab und ging mit ihm zu den Booten.

„Habt ihr mir etwas zu erklären?" Ich fuhr herum. Tonks stand neben Remus und funkelte ihn an. Ihr Haar war rabenschwarz.

„Nein, also nicht direkt", stotterte er.

„Es ist meine Schuld, Tonks, sei nicht wütend auf ihn."

„Worauf soll ich nicht wütend sein?"

„Ich habe ihn geküsst, es tut mir leid."

„Wieso küsst du ihn?"

„Severus…, ich weiss nicht…, er war gerade da."

„Danke", schmollte nun Remus.

„Du hast ihn geküsst, damit Severus Geschichte stimmt?"

„Ja, tut mir leid. Ich hab nicht wirklich darüber nachgedacht."

„Ist schon gut. Scheint wenigstens so, als ob Lucius es glauben würde. Wenigstens einer."

Wir apparierten zurück ins Ministerium. Remus und Tonks verabschiedeten sich voneinander und er ging mit Albus zurück nach Hogwarts. Ich selbst stand im Atrium und begutachtete den Brunnen.

„Willst du nicht nach Hause?"

„Nein, die Nächte sind so lange, ohne ihn."

„Verstehe ich. Komm mit." Tonks zog mich mit in den Fahrstuhl.

Wir stiegen in der Aurorenzentrale aus. Es war leise und doch hörte man aus einigen Büros Stimmen.

„Seit der Krieg wieder begonnen hat, ist hier Hochbetrieb."

„Die haben alle damit zu tun?"

„In gewisser Weise schon. Fast alle Verbrechen der letzten drei Jahre wurden von Todessern an Muggel oder Muggelgeborenen verübt. Wir versuchen alle aufzuklären, doch meist bleibt ein Fragezeichen."

Aus einem Büro kam gerade ein Grossgewachsener Hagerer Mann. Er hatte schütteres rostrotes Haar.

„Arthur, was tust du noch hier?"

„Du weisst doch, die magische Strafverfolgung kennt keinen Feierabend."

„Darf ich dir Eleina vorstellen?"

„Miss Dumbledore, wir sind uns kurz begegnet." Ich erinnerte mich. Am treffen des Ordens am Grimmauldplatz.

„Stimmt, wie geht es ihnen Mr. Weasley?"

„Den Umständen entsprechend gut, danke. Waren sie erfolgreich?"

„Mässig, würde ich sagen."

„Ausser Rodolphus ist keiner angekommen."

„Wenigstens einer, das ist schon mehr als beim letzten Mal." Arthur verabschiedete sich und ging. Ich sah ihm hinterher.

„Wie hat er das gemeint?"

„Es ist nicht das erste Mal, dass wir Todesser gefangen haben. Aber jedes Mal wenn wir sie nach Askaban bringen wollten, wurden wir in einen Hinterhalt gelockt und sie wurden uns wieder abgenommen. Egal wie lange oder wie kurz wir gewartet haben."

„Ich bewundere euch wirklich. Ihr kämpft in einem ungleichen Krieg, und habt doch noch die Hoffnung, dass das Gute gewinnt."

„Wir haben alle Verluste erlitten, nur um für das Gute Einzustehen. Und wir glauben alle an Harry."

„Der Junge hat eine Menge Verantwortung auf den Schultern."

„Ja hat er. Und wann immer wir können, helfen wir ihm. Alle hier wollen eine Welt ohne Du-weisst-schon-wer und ohne Todesser. Vielleicht können wir dann endlich so leben, wie wir das wollen." Ich spürte, dass sie etwas bedrückte.

„Du sprichst von dir und Remus, nicht war?" Wir waren inzwischen in ihrem Büro angekommen.

„Ja, das auch."

„Was ist denn nicht in Ordnung?"

„Er ist ein Wehrwolf."

„Ja und?" Tonks sah mich an.

„Du bist die erste die mich fragt ja und, alle andern meinten Oh."

„Warum? Wolfsbanntrank ist doch heute keine Sache mehr und die eine Nacht im Monat in der er unpässlich ist, ist zu verschmerzen. Ausserdem sind wir manchmal alle 21 Tage unpässlich und aggressiv."

Tonks lachte. Es war ein helles, befreites lachen.

Einer ihrer Kollegen streckte den Kopf herein.

„Oh, hallo, ich dachte Remus sei bei dir."

„Nein Kingsley, nur Eleina." Kingsley Shacklebolt war der Leiter des Aurorenbüros. Ein grosser Mann, mit dunkler Hautfarbe.

„Ist er den wieder in Hogwarts?"

„Ich nehme an, warum?"

„Seine Registration ist gekommen."

Ich sah Tonks fragend an.

„Siehst du, dass habe ich gemeint. Remus musste sich Registrieren lassen, weil er ein Wehrwolf ist."

„Verstehe ich nicht?"

„Tja, unser lieber Minister glaubt, alle Wesen die mit der Dunklen Seite in Verbindung gebracht werden können, gehören zum Dunklen Lord. Also lässt er alle Wehrwölfe und Vampire registrieren. Wer sich wehrt, wird automatisch als Todesser eingestuft und weggesperrt."

„Der ist ja keinen deut Besser als Voldemort selbst."

„Sagen sie das nicht so laut, hier hat alles Ohren", warnte mich Kingsley. Der kahle Zauberer verabschiedete sich und liess uns alleine.

„Hast du Severus schwer getroffen?" Fragend sah ich Tonks an. „Du hast ihn doch erwischt?"

„Oh, ja, das habe ich. Aber ich glaube er kommt schon wieder auf die Beine."

„Willst du nicht zu ihm?"

„Ich schon, aber er will nicht."

„Ich glaube nicht, dass er es nicht will, aber sein Stolz…"

„Oh bitte, lass mich mit diesem Stolz in Ruhe. Ich bin eine Dumbledore, und? Muss ich das gleich jedem unter die Nase reiben, nur weil der Name zu einem stolzen Zauberergeschlecht gehört? So ein Schwachsinn. Über seinen Stolz kann man auch fallen, das sollten sich diese Achso Stolzen Zauberer mal merken."

„Das solltest du dem einen oder andern vielleicht mal persönlich sagen, Severus zum Beispiel."

„Lass mal. Wenn er etwas von mir will, weiss er wo ich zu finden bin." Ich verabschiedete mich von Tonks und flohte nach Hause.

Ich versuchte die Tage nicht an Severus zu denken, was mir aber unendlich schwer viel.

Am Sonntagmorgen reichte es Daphne. Sie nahm mir eine Schüssel aus der Hand. Ich sah sie fragend an.

„Du rührst jetzt seid fast einer Stunde den Kuchenteig. Irgendwann ist er fertig." „Entschuldige, ich bin mit den Gedanken wo anders."

„Das weiss ich, geh zu ihm."

„Ich kann nicht, das weisst du doch."

„Früher hast du dich davon nicht abschrecken lassen." Sie sah mich herausfordernd an.

Sie hatte recht. Früher hatte ich um alles gekämpft was ich haben wollte, oder was mir meiner Meinung nach zustand.

„Geh, und rede noch mal mit ihm. Vielleicht könnt ihr euch ja heimlich treffen oder so. Aber ich glaube er leidet genau so wie du." Ich umarmte sie.

„Danke Daphne, was würde ich auch ohne dich machen?"

„Das will ich mir gar nicht ausmalen."

Ich ging nach oben und zog mich um. Aus dem hintersten Teil des Schrankes holte ich eine Schuhbox. Ich hatte sie seit Jahren nicht mehr geöffnet.

Ich hob die roten High Heels heraus und zog sie an. Merlin sei dank, war das Kleid lange genug und man konnte sie nicht sehen. Ich zog meinen Winterumhang an und flohte nach Hogwarts.

„Hallo Eleina, da bist du ja endlich." Ich sah meinen Grossvater fragend an. „Ich hatte bereits gestern mit dir gerechnet."

„Ich hatte gar nicht mit mir gerechnet. Und wenn Daphne mich nicht überredet hätte, wäre ich gar nicht hier", schmollte ich. Albus hielt mir ein Packet hin. Ich sah ihn fragend an.

„Harry hat es mir geliehen." Ich öffnete es und war erstaunt, als ich den Inhalt sah.

„Ein Tarnumhang?"

„So kannst du zu Severus ohne gesehen zu werden. Wenn du nach Hause gehst, leg ihn einfach wieder in die Schublade." Ich umarmte meinen Grossvater, zog den Umhang an und ging schnellen Schrittes nach Unten.

„Ich weiss nicht was in Severus gefahren ist. Soll er doch froh sein, dass er die Schnepfe los ist", hörte ich aus der Schlangengrube. Das Portrait war gerade offen und es stiegen einige Schüler heraus. Draco Malfoy lachte höhnisch.

„Ich hörte, Vater hätte Interesse an einer `Unterhaltung` mit ihr. Dann hätte sie wenigstens etwas mit einem richtigen Zauberer. Bis jetzt war ja nur Severus und der Wehrwolf dran."

Die Gruppe zog weiter und ich stand mit offenem Mund da. So etwas dreistes, und dass von Schülern.

Bevor ich zu Severus Räumen kam, sah ich mich nochmals um. Es war kein Schüler mehr zu sehen.

„Serpentis", sagte ich und trat ein. Es war ruhig. Das Feuer im Kamin prasselte. Auf dem Tischchen neben dem Sessel stand ein angefangenes Glas Whiskey. Im Sessel sass Severus. Den Blick in die Flammen gerichtet.

Ich schlich zu ihm. Liess mich vor ihm auf die Knie fallen und schob meine Hand, verdeckt vom Umhang zwischen seine Beine.

Erschrocken sprang er auf. Ich hatte damit gerechnet und ihm genügend Platz gelassen. Mein Lachen allerdings war jetzt nicht mehr zu überhören.

„Eleina?" Ich zog den Umhang über den Kopf.

„Ich wollte dich sehen", sagte ich entschuldigend. Severus schien unentschlossen was er tun sollte. Er wollte auf mich zu kommen, doch dann auch wieder nicht.

„Gibt es keine Möglichkeit, dass wir uns treffen können, ohne dass es alle mitbekommen?"

„Natürlich gibt es die, aber willst du das? Ich weiss nicht wie lange dieser Krieg noch dauert. Willst du wirklich den Rest deines Lebens im versteckten herkommen?"

„Wenn es der einzige Weg ist, ja."

Ich hatte die zwei Meter zwischen uns hinter mich gebracht und sah ihm tief in die Augen. „Erinnerst du dich, ich war schon damals ziemlich hartnäckig."

„Oh ja, daran erinnere ich mich genau."

„Erinnerst du dich auch daran?" Ich trat einen Schritt zurück und hob meinen Rock. Zum Vorschein kamen die Roten Schuhe. Er zog eine Augenbraue nach oben.

Ich löste die Miederung des Kleides und liess es mir über die Schultern fallen. Dann stieg ich daraus.

„Du siehst noch genau so aus wie vor zwölf Jahren", seufzte er.

„Nicht ganz, aber ich habe mich gut gehalten."

Ich stellte mich an den Kamin, drehte ihm den Rücken zu und atmete tief ein. Ich brauchte nicht zu warten, denn Severus stand bereits hinter mir. Er zog mir meinen Slip aus und strich über meine Wirbelsäule bevor er meinen Hintern knetete. Seine Hand glitt weiter zwischen meine Beine.

Ich keuchte. Mit seinen Beinen stellte er meine weiter auseinander. Er massierte meinen Kitzler und ich warf den Kopf in den Nacken. Er war so nahe an mir, dass ich seinen Atem fühlen konnte.

„Vorbeugen", raunte er mir zu. Ich berührte seine Lenden und konnte den prallen Schwanz spüren, der noch in der Hose war. Doch nicht mehr lange. Das Geräusch der fallenden Hose war mir durchaus bekannt.

Ich spürte jetzt, wie er seinen Schwanz zwischen meinen Pobacken rieb und gleichzeitig streichelte er meine Brüste. Dann trat er einen kleinen Schritt zurück und stiess in mich.

Mir Stockte der Atem vor Erregung und ich begann erst wieder zu keuchen, als er sich langsam in mir bewegte. Immer wieder zog er sich ein kleines Bisschen aus mir zurück um danach hart zuzustossen.

„Ah…ah…ah…", hörte ich ihn. Es trieb mich weiter an. Die Erregung in mir begann zu brennen.

„Mach…schneller…ich komme…gleich", keuchte ich. Severus stiess fester und ich liess mich in das Gefühl fallen.

So heftig wie dieses Mal war ich selten gekommen. Doch auch Severus war so weit gewesen. Er hatte seinen Saft in mir entladen und ich konnte noch sein Zucken spüren.

Als er wieder zu Atem gekommen war, zog er sich aus mir zurück und liess sich in den Sessel fallen. Ich drehte mich zu ihm um, und er zeigte mir an, dass ich mich zu ihm setzen sollte. Nackt wie ich war, setzte ich mich auf seinen Schoss. Die Schuhe liess ich auf den Boden fallen. So schön sie waren, und so erregend Severus sie fand, so unbequem waren sie auch. „Ich will dass es so weiter geht, bitte." Mein Kopf lang an seiner Schulter. Er strich mir über das Haar und den Rücken.

„Gut, aber zu niemandem ein Wort." Ich versprach es ihm.