Tach, Leute! Mal wieder vielen, vielen Dank für die Reviews! :)
Sarah: Schön, dass dir das Kapitel gefällt. Ja, die Beziehung zwischen den beiden Black-Brüdern ist schwierig. Für mich persönlich zählen die Beziehung zwischen den beiden Brüdern und ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten zu den interessantesten Aspekten der Familie Black.
Sanny12: Freut mich, dass dir die beiden Kapitel gefallen. Richtig, wenn Bellatrix da ist, hätte vermutlich auch Rodolphus als ihr Ehemann auftauchen sollen. Allerdings geht es hier um eine interne Familienangelegenheit der Blacks, in der die Lestranges nichts zu suchen haben. Daher hätte eigentlich noch nicht mal Bellatrix da sein dürfen, da sie ja jetzt offiziell eine Lestrange ist. In meiner Vorstellung sieht sie sich jedoch immer noch mehr als Black denn als Lestrange (wogegen die Mehrheit der Blacks aufgrund ihrer Überzeugung von der Überlegenheit des reinen Bluts nicht hat) und ist deshalb trotzdem bei fast allen wichtigen Angelegenheiten dabei...und natürlich geht es in diesem besonderen Fall auch um ihre jüngere Schwester.
Ja, die Beziehung zwischen Sirius und seinen Eltern ist sehr interessant, finde ich. Die Blacks sind zwar nicht gerade die liebevollsten Eltern, aber insbesondere Orion Black behandelt seinen Sohn nicht willkürlich grausam oder ungerecht. Sie scheinen sich sogar gar nicht so wenig Mühe zu geben (wenn man vielleicht von Walburgas Ausrastern absieht), aber es geht alles irgendwie an Sirius' Persönlichkeit vorbei bzw. stachelt seine Rebellion nur an, weil er einfach so gut wie gar keine Werte mit seinen Eltern teilt (bis auf Loyalität), was für diese einfach überhaupt nicht im Bereich des Vorstellbaren zu sein scheint. So ist es praktisch vorprogrammiert, dass jede Auseinandersetzung im Streit enden muss. Und natürlich versuchen die Blacks in dem Sinne den Konkurrenzkampf zwischen den beiden Brüdern zu fördern, andererseits sollte man das "Taktische" dabei auch nicht überschätzen: Erfüllt der eine Sohn nicht seine Aufgabe, muss der andere sie übernehmen, das ist einfach so und wird so erwartet (...zumindest in meiner Vorstellung der Familie Black).
Oh, lange Antworten heute.^^ Allen viel Spaß beim Lesen! :)
DISCLAIMER: WELT UND PERSONEN GEHÖREN J. K. ROWLING.
Abendessen bei Prof. Slughorn (1/2)
Sirius beschriftete den letzten Stern und schob seine Karte zu James und Peter hinüber, die begierig darauf warteten, sie abzuzeichnen. Remus bedachte sie mit einem missbilligendem Blick.
„Die beiden sollten die Karte selber zeichnen. Von James erwarte ich ja mittlerweile nichts anderes mehr, aber wenigstens du, Peter..."
Peter wurde rot, zeichnete jedoch weiter.
„Du kannst meine Karte auch abzeichnen, Remus", sagte Sirius großzügig.
„Nein, das mache ich selbst", erwiderte Remus ärgerlich. „Ihr wisst genau, was ich vom Abschreiben halte."
James verdrehte die Augen.
„Ja, wissen wir. Du hast es uns oft genug gesagt. Aber warum soll ich diesen Kram extra nachgucken, wenn Sirius sich am Himmel genauso gut auskennt wie Prof. Sinistra?"
Er kritzelte Planetennamen an zwei Umlaufbahnen.
„Vielleicht weil du 'diesen Kram' in den Abschlussprüfungen wissen musst?"
„Letztes Jahr hab ich auch alles gewusst", gab James gleichgültig zurück und zeichnete weiter.
„Was heißt das?", wollte Peter wissen und deutete auf ein Sternzeichen, dessen Beschriftung er nicht lesen konnte. Sirius musste kaum hingucken.
„Orion."
Remus warf Sirius einen anerkennenden Blick zu.
„Du kennst dich wirklich gut aus, Sirius. Wo hast du das gelernt?"
„Mein Vater hat Regulus und mich regelmäßig die Sternzeichen und die Planetenbahnen gelehrt, schon als wir noch klein waren", erklärte Sirius. Er hatte inzwischen mit seinen Zauberkunsthausaufgaben angefangen und schrieb lustlos etwas über die elementaren Regeln. Als er etwas aus Lehrbuch der Zaubersprüche Band zwei nachlesen wollte, fiel ihm auf, dass ihn die drei schweigend ansahen.
„Was?", wollte er wissen. „Hab ich Tinte im Gesicht oder so?"
„Nee, aber du...äh...", fing James an, schien aber nicht die richtigen Worte zu finden.
„Du klingst nicht so wütend wie sonst, wenn du von deiner Familie sprichst", brachte es Peter mit schüchterner Stimme auf den Punkt. Sirius ballte unter dem Tisch die Hände zu Fäusten.
„Na und?", schnauzte er. „Ist doch normal, dass einem von seinen Eltern irgendwas beigebracht wird, oder? Wer hat dir denn sonst das Fliegen beigebracht, Potter? Oder dir das Schachspielen, Lupin?" Sein Blick fiel auf Peter. „Dir hat bestimmt auch mal jemand irgendwas beigebracht, Pettigrew. Oder es versucht."
Peter wurde scharlachrot und starrte auf den Tisch.
„Mann, Sirius, lass deinen Ärger nicht an Peter aus, okay?", knurrte James. „Wir fragen ja schon nicht mehr weiter, was im Haus der verrückten, schwarzmagischen, reinblütigen Blacks vorgeht."
Einen Augenblick lang sah es so aus, als wolle sich Sirius auf James stürzen, aber in diesem Augenblick wurden sie von einer schüchtern Erstklässlerin angesprochen.
„Ha...hallo", sagte sie mit zitternder Stimme.
„Was?", schnappte Sirius.
Das Mädchen sah so aus, als hätte Sirius ihr einen Schlag versetzt. Remus warf Sirius einen ärgerlichen Blick zu, dann wandte er sich an das zitternde Mädchen.
„Hör nicht auf ihn. Was willst du denn?"
„Ich suche James Potter und Sirius Black."
Ein wölfisches Grinsen huschte über Sirius' Gesicht.
„Ich bin Sirius", sagte er und nahm mit Genugtuung zur Kenntnis, dass das Mädchen vor Schreck einen Satz zurück machte.
„Und ich bin James", sagte James.
„Ich soll euch das hier geben."
Das Mädchen zog zwei Pergamentrollen, die mit einem violetten Band verschnürt waren, aus dem Umhang, drückte sie ihnen in die Hand und rannte davon.
„Das war ja mal wieder ganz großartig, Sirius", bemerkte Remus wütend. „Echt toll. Die Kleine ist fast vor Angst gestorben."
Sirius schien Remus' Ärger nicht wahrzunehmen.
„Ja", gab er grinsend zurück, „die hat richtig gezittert. Haben alle Erstklässler solche Angst vor uns?Wir könnten sie zwingen, die Slytherins auszuspionieren."
„Oder uns die Passwörter der anderen Häuser zu verraten", spann James den Faden weiter.
„Oder unsere Hausaufgaben zu machen."
„Oder..."
„Wollt ihr nicht mal nachgucken, was in den Nachrichten steht?", unterbrach Remus die zwei.
James musterte etwas irritiert seine Pergamentrolle.
„Ein violettes Band. Wer benutzt denn so was?"
„Vielleicht sind es Liebesbriefe", konnte Remus es sich nicht verkneifen zu bemerken. James und Sirius warfen ihm empörte Blicke zu. Remus grinste.
„Lösen wir das Rätsel."
James zog die Schleife auf und entrollte das Pergament.
Mr. Potter,
ich würde mich freuen, wenn Sie mir bei einem Abendessen morgen um 18 Uhr in kleiner Runde in meinen Büroräumen Gesellschaft leisten würden.
Mit freundlichem Gruß
Prof. H. E. F. Slughorn
Sirius' Nachricht enthielt den gleichen Wortlaut.
„Eine Einladung von Prof. Slughorn?", stellte James ungläubig fest. „Was will der denn von uns?"
„Ah, ihr seid also auch eingeladen?", fragte eine Stimme. Frank Longbottom war hinter ihnen aufgetaucht.
„Du nicht, Lupin? Ich war mir eigentlich sicher, dass Prof. Slughorn dich einlädt...bei Potter und Black hatte ich eher meine Zweifel."
„Ich...Zaubertränke ist nicht so mein Fach", sagte Remus schnell.
„Wovon redet ihr eigentlich?", warf James ein. „Warum sind wir drei eingeladen und Remus und Peter nicht und seit wann lädt Prof. Slughorn überhaupt zum Abendessen ein?"
„Oh, das tut er schon immer", erklärte Longbottom. „Prof. Slughorn lädt besonders vielversprechende Schüler zu sich ein..."
„Vielversprechend, hast du das gehört, Remus?", fragte James. Sirius lachte.
„Aber normalerweise keine Erstklässler", fuhr Longbottom fort, „deshalb habt ihr das wahrscheinlich noch nicht mitbekommen. Obwohl er manchmal Ausnahmen macht. Lily Evans ist zum Beispiel schon seit ihren ersten Wochen in Hogwarts immer eingeladen."
„Evans? Was ist denn an der so besonderes?", wollte James wissen.
„Sie hat überall nur die besten Noten und ist außerdem ein Genie in Zaubertränke", meinte Remus. „Hör ihr denn nie, wie Prof. Slughorn sie jedes Mal lobt, wenn er an ihrem Kessel vorbeigeht?"
„Nein", erwiderten Sirius und James wie aus einem Munde.
„Naja, ich schätze, wir sehen uns morgen Abend", sagte Longbottom. „Bis dann."
Und er ging zu den anderen Fünftklässlern hinüber.
„Gehen wir hin?", fragte James. Sirius zuckte mit den Schultern.
„Warum nicht? Wir können ja wieder gehen, wenn's langweilig wird."
Die beiden begannen, ihre Sachen zusammenzupacken.
„Wo wollt ihr hin?", fragte Remus. „Ihr seid noch nicht fertig mit den Hausaufgaben."
Sirius und James grinsten über das ganze Gesicht.
„Quidditch-Training."
Ein paar Stunden später landeten Sirius und James verschwitzt, staubbedeckt und müde auf dem Boden.
„So, das war's für heute, Leute!", verkündete Marlene. „Gutes Training, bis Donnerstag!"
„Boah, ich bin erledigt", meinte James, als sie die Treppen zum Gryffindor-Turm hoch stiegen. „Aber hast du mein letztes Tor gesehen? McCormack hatte keine Chance! Und meine Finte? Und..."
„Ja, James, ich war auch beim Training." Sirius grinste. „Hast du gesehen, wie Prewitt und ich die Klatscher zwischen uns her getrieben haben? Das probieren wir beim nächsten Spiel aus, da kommt keiner durch."
„Das kann man wohl sagen", brummte James. „Ihr habt mir mein Tor versaut. Ringelschwanz."
Das Portrait der fetten Dame schwang zur Seite und sie kletterten durch das Loch in den Gemeinschaftsraum.
Remus und Peter saßen an einem der Tische und spielten Zauberschnippschnapp. Sirius und James gingen zu ihnen und ließen sich schwer in die Sessel fallen.
„Na, ihr Quidditch-Helden, wie war das Training?", fragte Remus.
„Cool", sagte James.
„Aber anstrengend", fügte Sirius hinzu.
„Ich glaube, heute geh ich früh schlafen", meinte James, „nachdem ich mich ein paar Minuten im Sessel ausgeruht habe..."
Sirius nickte zustimmend.
„Habt ihr nicht etwas vergessen?", fragte Remus. Die beiden sahen ihn verwirrt an.
„Was sollten wir vergessen haben?", fragte James.
„Jetzt klär uns schon auf, Remus", forderte Sirius. Remus verdrehte die Augen.
„Eure Hausaufgaben natürlich! Ihr müsst noch die Aufsätze in Zauberkunst und Zaubertränke zu Ende schreiben!"
„Oh nein!", stöhnte James. „Jetzt noch was schreiben! Komm schon, Remus, gib uns deine Aufsätze..."
„Du weißt ganz genau, dass ich gegen abschreiben bin, James."
„Bitte, Remus, wir haben's total vergessen und sind völlig erledigt vom Quidditch!"
„Das hättet ihr früher bedenken können."
„Komm schon, Remus..."
„Nein. Peter und ich gehen jetzt ins Bett. Viel Erfolg bei euren Hausaufgaben..."
Sirius und James packten frustriert ihre Pergamentrollen und Federkiele aus.
„Vorschlag", sagte James. „Du machst Zauberkunst und ich mach Zaubertränke und dann schreiben wir von einander ab."
„Einverstanden..."
Lustlos schlug Sirius sein Zauberkunstbuch auf und las bei dem Absatz weiter, an dem er vorhin aufgehört hatte. Neben ihm starrte James in Zaubertränke und Zauberbräue. Sirius tauchte seinen Federkiel in das Tintenfass und begann zu schreiben. James gähnte herzhaft und schrieb seinen Namen auf die Pergamentrolle, um dann weiter die Seiten des Zaubertrankbuches anzustarren. Minuten später folgte das Datum.
„Du weißt genau, warum Slughorn Remus nicht eingeladen hat, oder?", fragte James plötzlich.
„Äh, was?", fragte Sirius, dem gerade beim Lesen die Augen zugefallen waren.
„Slughorns Abendessen", wiederholte James ungeduldig. „Remus ist nicht eingeladen. Du weißt genau wie ich warum."
Sirius verzog das Gesicht.
„Wegen seinem pelzigen kleinen Problem."
James schlug mit der Faust auf den Tisch.
„Das ist nicht fair!"
„Das Leben ist nicht fair", meinte Sirius.
„Aber das ist doch verdammt noch mal kein Grund, das einfach so hinzunehmen! Wir müssen etwas dagegen tun, sonst wird es doch nie besser! Remus ist unser Freund!"
„Ich weiß, James. Und wir werden etwas tun. Das verspreche ich."
Ein Schatten fiel auf ihren Tisch.
„Na ihr seht ja schwer beschäftigt aus!"
„Remus! Wir...äh..."
Wie viel hat er gehört?
„Ja, ja, ich kenne eure Entschuldigungen." Remus warf mehrere Pergamente auf den Tisch. „Hier. Ausnahmsweise. Aber wehe ihr lasst euch erwischen!"
James grinste.
„Du bist ein echter Freund, Remus."
Sirius und James standen in den Verliesen vor Prof. Slughorns Büro. Sirius sah verdrossen auf seine Einladung.
„Sollen wir da wirklich hingehen?", fragte er. James warf ihm einen etwas irritierten Blick zu.
„Warum denn nicht? Wenn's langweilig wird oder Slughorn uns Schnecken serviert, sagen wir, wir hätten noch irgendwelche Hausaufgaben zu machen und hauen wieder ab. Das hast du doch auch gesagt."
„Ja, stimmt." Sirius wirkte von seinen eigenen Worten nicht mehr besonders überzeugt. „Also los, gehen wir."
Er klopfte an und ein strahlender Prof. Slughorn öffnete ihnen die Tür.
„Mr. Black, Mr. Potter, wie schön, Sie zu sehen! Immer hereinspaziert. Setzen Sie sich, die anderen Gryffindors haben Ihnen zwei Plätze freigehalten..."
Sirius und James setzten sich zwischen Lily Evans und Frank Longbottom. Schon nachdem Sirius einen Blick in die Runde geworfen hatte, wusste er, dass es ein Fehler gewesen war herzukommen. James stieß Sirius einen Ellenbogen in die Seite.
„Deine kranke Cousine."
„Und der restliche Slytherin-Abschaum, ich weiß", knurrte Sirius. Lily Evans warf ihnen einen missbilligenden Blick zu.
Prof. Slughorn ließ sich behaglich auf einen hohen Lehnstuhl am Ende der Tafel nieder.
„Dann wären wir ja alle vollzählig, wie schön. Einige von Ihnen kennen sich sicher schon... Lucius Malfoy ist ja allgemein bekannt als Schulsprecher, nicht wahr? Narzissa Black, Rabastan Lestrange, Evan Rosier, Edgar Bones, Marlene McKinnon – Schulsprecherin und Quidditch-Kapitänin –, Meaghan McCormack, die bezaubernde Lily Evans, James Potter, Sirius Black, Frank Longbottom und Gideon Prewitt. Bitte, bedienen Sie sich." Er machte eine einladende Geste. „Fasan, Mr. Malfoy? Nehmen Sie doch eine von den Pasteten, Miss Evans, ich weiß, dass Sie sie mögen."
Lily Evans wurde rot und nahm sich eine Pastete.
„Mr. Rosier, wie geht es Ihrem Vater? Ich habe gehört, er ist neulich erst befördert worden."
„Ja, Sir, er gehört jetzt zu den engsten Mitarbeitern des Ministers."
„Kein Wunder, dass das Ministerium nichts auf die Reihe kriegt", hörte Sirius James neben sich murmeln.
„Ah, es freut mich, das zu hören. Mr. Black, Ihr Vater arbeitet doch auch im Ministerium."
„Er sitzt im Zaubergamot", antwortete Sirius steif.
„Und arbeitet ebenfalls eng mit dem Minister zusammen. Gehen sie nicht sogar regelmäßig zusammen mittags essen?"
Sirius zuckte mit den Schultern.
„Vermutlich hat mein Vater schon mit jedem wichtigen Zauberer zu Mittag gegessen, also war der Minister wahrscheinlich auch schon dabei."
Slughorn lachte.
„Ja, vermutlich. Und Sie als sein Erbe begleiten in wohl?"
Sirius lächelte.
„Nicht wenn ich es vermeiden kann."
„Mr. Black ist ein viel beschäftigter Mann", mischte sich Narzissa plötzlich ein. „Aber ich denke, wenn Sirius erst etwas älter ist und besser über die Zusammenhänge Bescheid weiß, wird er ihn allen gesellschaftlich wichtigen Personen vorstellen."
„Ich verstehe." Slughorns Stimme klang eine Spur kühler. „Mr. Potter, Ihr Vater gehört doch nun wirklich zu den Spitzenleuten im Ministerium und in der Öffentlichkeit. Neulich stand er erst wieder im Tagespropheten."
James zuckte gleichgültig mit den Schultern.
„Ja, das tut er öfter. Meistens wenn wieder so ein schwarzmagischer Idiot jemanden angegriffen hat."
Bei diesen Worten warf er den Slytherins einen finsteren Blick zu. Slughorn schien für einen Augenblick sprachlos zu sein. Er lachte unsicher.
„Äh, ja, das ist schließlich die Aufgabe Ihres Vaters, nicht wahr?"
„Ja, allerdings..."
Lily stieß James ihren Ellenbogen in die Seite.
„Prof. Slughorn, ich habe von einem Zaubertrank gelesen, der sich sehr interessant anhört, aber über die entscheidende Zutat bin ich mir nicht im Klaren", sagte sie schnell. „Vielleicht könnten Sie als Meister der Zaubertränke in Hogwarts..."
„Aber sicher, meine Liebe. Kommen Sie nach der nächsten Unterrichtsstunde einfach vorbei. Miss McKinnon, Sie wollte ich fragen, welcher Ihrer zahlreichen Begabungen Sie nach der Schule nachgehen wollen – werden sie die neue Kapitänin der Holyhead Harpies oder fangen Sie im Ministerium an?"
Wohlwollendes Lächeln von allen Seiten, wenn auch etwas steif bei den Slytherins.
„Lass uns verschwinden", zischte James.
„Und wie?", flüsterte Sirius zurück.
„Sag, du hast Bauchschmerzen."
„Wieso ich?"
„Wieso nicht?"
„Seid still!", zischte Lily.
„Wollten Sie etwas sagen, Mr. Potter?", fragte Slughorn.
„Ähm..."
„James hat furchtbare Bauchschmerzen", sagte Sirius laut.
James warf ihm einen vernichtenden Blick zu.
„Nein, so etwas", sagte Narzissa. Ihre Stimme klang eiskalt.
„Vielleicht hat er etwas Falsches gegessen? Oder ist beim Quidditch-Training verletzt worden? Er sollte auf jeden Fall zu Madam Pomfrey."
Sirius sprang auf.
„Ich..."
„Ich denke", unterbrach ihn Narzissa, „Longbottom sollte Potter als Vertrauensschüler in den Krankenflügel begleiten. Nur für den Fall, dass es etwas Ernstes ist."
„Ich...nun..."
Frank Longbottom wusste genau wie alle anderen, dass James in Wahrheit überhaupt keine Bauchschmerzen hatte, aber natürlich konnte er das vor Slughorn nicht sagen.
„Ich denke, Narzissa hat Recht", mischte sich Malfoy ein. „Longbottom, bring Potter in den Krankenflügel."
Das Wort des Schulsprechers hatte Gewicht. Frank stand auf.
„Komm mit, Potter."
„Zu schade, dass Mr. Potter und Mr. Longbottom uns schon verlassen mussten", sagte Slughorn, nachdem die beiden verschwunden waren; er sah allerdings eher erleichtert aus. „Mr. Prewitt, wie macht sich Ihr Bruder? Seine Abschlussnoten waren ja hervorragend..."
Sirius lehnte sich zurück, verschränkte wütend die Arme vor der Brust und warf den Slytherin einen düsteren Blick zu, den Malfoy ignorierte und Narzissa kühl erwiderte. Was hatten sie vor? Ich hätte nie hier her kommen sollen...
